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Full text of "Archiv fu?r die naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Bo?hmen / herausgegeben von den Beiden Comite?s fu?r die Landesdurchforschung."

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HARVARD  UNIVERSITY 


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LIBRARY 

OF  THE 
MUSEUM  OF  COMPARATIVE  ZOOLOGY 


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ARCH  IV 


fur  die  naturwissenschaftliche 


LANDESDURCHFORSCHDNG 


von 


BOH  MEN 


herausgegeben  von  don 


BEIDEN  COMITES  FUR  DIE  LANDESDURCHFORSCHUM, 


unter  dor  Redaction 


PROF.  Dr.  C.  KORISTKA  uml  PROF.  Dr.  A.  FRI€. 


Siebenter  Band. 


#^ 


PRAG. 

C  o  m  m  i  s  s  i  o  n  s  -  V  e  r  ]  a  g  von  Franz   H  i  v  n  a  c. 
1891. 


■ 


Inhalt  des  siebenten  Bandes  des  Archives. 


Nro.  1.    Die  Flechten  der  Umgebung  ton  Deutschbrod.    Von  Jos.  Novak. 

Nro.  2.    Studien  im  Gebiete  der  bbhmischen  Kreide for  motion.    IV.  Die  Teplitzer 

Schichten.    Von  Prof.  Dr.  Ant.  Fric. 
Nro.  3.     Uber  die  chemische  Zusammensetmng  verscJiiedener  Aclcererden  und  Oesteine 

Bohmens  und  uber  %hr en  agronomischen  Werth.  Von  Dr.  Jos.  Hanamann. 
Nro.  4.    Die  tertitiren  Land-  und  Siisswasser-C'onchi/lien  des  nordiv.  Biihmen.    Von 

Gottlieb  Klika. 
Nro.  5.    Die  Myxomyceten  Bohmens  von  Dr.  Lad.  Celakovsky  (Sohu). 
Nro.  (i.    Geologische  Karte  von  Bohmen.    Section  VI.    Entworfen  von  Prof.  J  o  h. 

Krejcf.     Mit  Erlauterung  von  Prof,  Dr.  Ant.  Fric. 


Druck  von  Dr.  Edv.  Gregr  in  Ping.  —  Selbslvcrlag. 


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DIE  FLECHTEN 

DER  UMGEBUNG  VON  DEUTSCHBROD 

NEBST  EINEM  VERZEICHNIS 

DER  UGBRHAUPT  II  BDHMEI  ENTDECKTEN  ARTEN. 

Verfasst  von 

JOSEF   NOVAK, 

PROFESSOR   AM   K.    K.   GYMN  ASlnM   7,1]    DEUTSCHBROD. 


ARCHIV  DER  NATURWISSENSCHAFTL.  LANDESDURCHFORSCHUNG  VON  BOHMEN 

"VII.  Rand,  Nro.  1.  (Botanische  Abtheilung.) 


p  ii  a  o. 

I  n    C  o  m  m  i  s  s  i  o  n    b  e  i    F  E.    R I V  N  A  0, 
1893. 


DAS  ARCHIV 

fiir   die 

naturwissenschaftliche  Landesdurchforschung  von  Bohmen 

I.  bis  V.  Band :   Redaktion  von  Prof.  Dr.  K.  Kofistka  und  Prof.  J.  Krejcf, 
VI.  Band  u.   s.  w.:   Redaktion  von  Prof.  Dr.  K.  Kofistka  und  Prof.  Dr.  A.  Fric, 

enlMIt  folgende  Arbeiten : 

KRSTEB    £J  A.  IS  O. 

I.  Die  Arbeiten  der  topographischen  Abtheilung  und  zwar: 

a)  Das   Terrain   und   die   Hohenverhaltnisse   des  Mittelgcbirges  und  des 
Sandsteingebirges    im   nordlichen   Bohmen   von  Prof.   Dr.   Karl    Koristka. 

b)  Erste  Serie  gemessener  Hohenpunkte   in  Bohmen  (Sect.-Blatt  II.)  von  Proi. 
Dr.  Kofistka.  .     .     . 

cj  Hohenschichtenkarte,    Section    II.,    von    Prof.    Dr.    Konstka.    Preis   fl.   4  — 
Preis  der  Karte  app "■  1'"" 

II.  Die  Arbeiten  der  geologisohen  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Vorbemerkungen    oder   allgemeine   geologische   Verhaltnisse   des   nord- 
lichen Bohmen  von  Prof.  Johann  Krejci. 

b)  Studien   im  Gebiete  der  bohm.  Kr  ei  d  e  f  o  r  m  a  ti  on  von  Prof.  J.  Kre.ici. 

c)  Paliiontologische    Untersuchungen    der    cinzelnen    Schichtcn    der    bohm. 
Kreideformation  u.  s.  w.   von  Dr.   Anton  Fric. 

d)  Die  Steinkohlenbecken  von  Radnic,  vom  Hlittenmeister  Karl  Feistm  antel. 
Preis fl-  4'50 

III.  Die  Arbeiten  der  botanischen  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

Prodromus   der  Flora  von  Bohmen  von  Dr.  Ladislav  Celakovsky.    (I.  Theil.) 
Preis fl'  1'— 

IV.  Zoologische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Verzeichniss  der  Kafer  Bohmens  vom  Conservator  Em,  Lokaj. 

b)  Monographie   der   Land-   und   Susswassermolluskcn   Bohmens   vom   Assi- 
stenten  Alfred  Slavik. 

c)  Verzeichniss    der   Spinnen    des    nordlichen   Bohmen    vom  Real-Lchrer 
Emanuel   B  a  r  t  a.     I'rcis A-  2'— 

V.  Chemische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

Analytische  Untersuchungen  von  Prof.  Dr.  Hoffmann.    Preis 25   kr. 

Preis  des  ganzen  I.  Bandes  (Abth.  I.  bis  V.)  geb fl.  9  — 

rs:  w  E  i  rr  JE  IX,    BAND. 
Erster  Theil. 

I.  Die  Arbeiten  der  topographischen  Abtheilung  und  zwar: 

a)  Das   Terrain   und   die   Hohenverhaltnisse   des  I  s  c  r-   und    des   Riesen- 

gebirges  und   seiner  siidlichen   und  ostlichen  Vorlagen  von  Prof.  Dr.  Karl 

Kofistka.  ..  _.      , 

b)  Zweite  Serie  gemessener  Hohenpunkte  in  Bohmen  (bect.-lSlatt  ill.)  von  i"rot. 

Dr.  Kofistka. 
e)  Hohenschichtenkarte,  Section  III.,  von  Prof.  Dr.  Koristka. 

d)  Hohenschichtenkarte   des   Riesengebirges    von   Pro!   Dr.  Koristka    Preis 
dieser  Abtheilung • "•  4->0 

II.  Die  Arbeiten  der  geologlschen  Abtheilung.    I.  Theil  enthalt: 

a)  Prof.  Dr.  Ant.  Fric:  Fauna  der  S  teinkohlenformation  Bohmens. 

b)  Karl  Feistmantel:  Die  Steinkohlenbecken  bei  Klein-Pf ilep,  Li sek,  Stllec, 
Holoubkow,  Mires cbau  und  Letkow.  , 

c)  Jos.  Vala  und   R.  Helmhacker:   Das  Eisensteinvorkommen  in  der  Gegend 
von  Prag  und  Beraun. 

d)  R.  Helmhacker:   Geognostische  Beschreibung   eines  Theiles   der  Gegend 
zwischen   Beneschau  und  der  Sdzava.    Preis ,   .   .    .    fl.  4-— 


DIE 


NEBST  EINEM  VERZEICIINIS 


DER  UBERHAUPT  IN  BOHMEN  ENTDECKTEN  ARTEN. 


Verfasst  von 


JOSEF  NOVAK, 

PR0FSS30R    AM    K.    K.    GYMNASIUM    ZU    DEUTSCHBROO. 


ARCH3V  DER  NATURWISSENSCHAFTLICHEN  LANDESDURCHFORSCHUNG  VON  RullMEN. 

(VII.  Band,  Nro.  1.  Bot.  Abtlicilung). 


P  R  A  G. 

KOMMISSIONS-VERLAG  VON  FR.  RIVNAC.  -  DRUCK  VON  Dr.  EDV.  GREGR. 


i8«i:i. 


Vorwort. 


Nachdem  ich  die  Phanerogamen  und  die  Gefass-Kryptogamen  der  Um- 
gebung  von  Deutschbrod  kennen  gelernt  liatte,  frag  ich  vor  6  Jahren  an,  die  Strauch- 
und  Laubfleehten,  spftterhin  die  Krusten-  und  Gallertflechten  derselben  Umgebung 
zu  bestimmen.  Die  Fliiche,  auf  der  ich  in  der  Deutschbroder  Umgebung  sammelte, 
misst  etwa  100  &m2;  der  hochste  Punkt  befindet  sich  ungefahr  512  m,  und  der 
niedrigste  beiliiufig  400  m  oberhalb  der  Meeresflache.  Bei  der  Arbeit  beniitzte 
ich  das  Werk  „Kuramer's  Flechten",  und  das  Werk  von  Rabenhorst;  spiiter  wurde 
ich  mit  dem  vorziiglichen,  von  Berth.  Stein  bearbeiteten  Werke  ,,  Flechten  Schlesiens", 
sowie  mit  dem  fur  Anfanger  geschriebenen  von  Otto  Muller  und  G.  Papst  heraus- 
gegebenen  Buche  „Flechten  Deutschlands"  bekannt. 

Die  Strauch-  und  Laubfleehten  hoffe  ich  vollkommen  durchforscht  zu  haben. 
Meine  Sammlungen  enthalten  34  Strauch-  und  43  Laubfleehten  mit  zahlreichen  Ab- 
arten  und  Formen.  Von  den  Krustenflechten  entdeckte  ich  104  Arten  mit  ebcnfalls 
■zahlreichen  Abarten  und  Formen,  von  den  Gallertflechten  4  Arten.  Vier  Arten 
sind  neu,  von  denen  ich  drei  Gyalecta  Steinii,  Arthropyrenia  bohemica  und  Ticho- 
thecium  Opegraphao  benannte,  die  vierte  Art  entdeckte  B.  Stein  auf  einer  ihm  von 
imr  zutfosaudteu  Art  und  benannte  dieselbe  Cercidospira  minima.  Urn  vollkommene 
Sicherheit  zu  erlangen,  dass  die  genannten  Arten  neu  sind,  ersuchte  ich  den  Liche- 
iiologen  Berth.  Stein  in  Breslau  uni  Beurtheilung,  der  auch  bereitwillig  die  ganze 
Sammlung  revidirte  und  bestiitigte,  dass  die  genannten  Arten  neu  sind,  fur  welche 
Arbeit  ich  ihm  herzlichen  Dank  sago. 

Wie  ich  aus  dem  die  schlesischen  Flechten  abhandelnden  Werke  erfahre, 
smd  im  Hiigellande  von  150—500  m  Hohe  280  Arten  entdeckt  worden,  von  welchen 
115  ausschliesslich  dem  Hiigellande  angehoren.  Nahe  gelegener  hoher  Berge  wegen 
^chlesien  den  Plechten  mehr  zuganglich  als  das  Deutschbroder  Hugelland, 
welches  von  hohen  Bergen  entfernt  liegt;  daraus  schliesse  icli,  dass  in  der  Um- 
gebung von  Deutschbrod  in  derselben  Hohe  weniger  Arten  wachsen  als  in  Schlesien. 
Wenii  lch  die  ausschliesslich  in  niederer  Gegend  und  in  niedrigerem  Hiigellande 
wachsenden  Arten,  welche  der  Umgebung  von  Deutschbrod  fehlen,  abrechne,  so 
ersehe  ich  im  Vergleiche  der  Menge  der  in  Schlesien  entdeckten  Flechten  mit  der 

l* 


An/,alil  der  unserigen,  class  nicht  mehr  viele  Alton  fehlen,  damit  die  Umgebung 
von  Deutschbrod  vollkommen  durcbiorscht  sei. 

Manche  von  den  Strauch-  und  Laubflechten  setzen  in  der  Umgebung  von 
Deutschbrod  keinc  Fruchte  an,  und  die.se  Fruchte  beschrieb  ich  audi  niclit.  Die 
Krusten-  und  Gallertflechten  bestimmte  ich  siimmtlich  mit  Ililfe  dcs  Mikroskopes, 
und  die  Sporen,  48  Arten  650mal  vergrossort,  zeichneto  ich  und  fiigte  sic  dieser 
Abb  and  lung  bei. 

In  neueror  Zeit  wurdc  durch  die  Theorie  Scliwendoners  dieser  Pflanzen- 
abtheilung  besondere  Aufmerksamkeit  zugewendet.  Nur  wenige  Botaniker  stimmen 
mit  der  Meinung  Schwendcners  nicht  uberein,  dass  die  Fleehten  auf  Algen  schma- 
rotzende  Pilzo  soien;  da  sic  aber  dagegen  koine  hinreickenden  Boweise  bieten, 
kann  man  daraus  schlicssen,  dass  die  Theorie  Schwendcners  als  allgemein  geltend 
anerkannt  werden  wird.  Dann  wird  es  vollatftndig  am  Platze  sein,  einzelne  Ab- 
theilungen  solchen  Pilzen  zuzuweiscn,  mit  denen  sie,  was  die  Fruchte  anlangt, 
llbereinstimmen,  wie  es  Schleiden  schon  vor  einigen  Jahrzehnten  gemacht  bat. 
Wenn  wir  aus  den  Fleehten  der  Eigenheit  wegen,  dass  sie  init  Algen  symbiotisch 
lchen,  eine  selbststiindige  Abtheilung  bilden,  werden  wir  sie  natiirlich  don  Fruchten 
gemiiss  nachstehend  zusammenstellen : 

I.  Gymnocarpe  Fleehten  (Scheibonfriichtigo) : 

A.  Sporen  einfach. 

B.  „       getheilt. 

a)  Sporen  quer  getheilt. 

b)  „        nacb  verschiedenen  Ilichtungen  getheilt. 

II.  Angiocarpe  Fleehten: 

A.  Sporen  einfach. 

B.  „        getheilt. 

a)  Sporen  quer  getheilt. 

b)  „       nach  verschiedenen  lUchtungen  getheilt. 

So  ein  System  wiiro  natiirlicher  als  das  Koerber's,  gegriindet  auf  Thallus- 
verschiedenheiten;  da  aber  die  Strauch-  und  Laubflechten  in  manchen  Gegonden 
koine  Fruchte  ansetzen,  ist  die  Eintheilung  Koerber's  in  Strauch-,  Laub-  und 
Krustenflechten  vortheilhafter,  sowie  audi  deswegen,  dass  der  Anfanger  die  I'lechtcn 
ohne  Mikroskoj)  in  die  Hauptgruppen  eintheilen  kann.  Ich  richtete  mich  in  meiner 
Ahhandlung  nach  dem  System  Koerber's;  darin  finden  sich  nun  einige  Schwierig- 
keiten;  so  wissen  wir  z.  B.  von  einigen  Arten  gar  nicht,  woliin  sie  einzureihen  seien: 
die  Gattung  Cetraria  zahlen  einige  zu  den  Strauch-,  andere  zu  don  Laubflechten; 
I'hyscia  ciliaris  iihnelt  den  Strauchflechten,  die  iibrigen  Arten  von  derselben  Gattung 
aber  den  Laubflechten;  Parmelia  demissa  und  Candelaria  concolor  ziihlen  einige 
wieder  zu  den  Laubflechten,  und  die  anderen  zu  den  Krustenflechten.  Die  Gallert- 
llechten,  die  anfangs  den  Krustenflechten,  wenn  sie  aber  ausgewachsen  sind,  den 
Laubflechten  iihneln,  werden  wegen  der  Eigenthumlichkeit  des  Thallus,  dass  or 
niimlich,  mit  Wasser  durchtrankt,  gallertig  anschwillt  (Oliromidien  und  Hyphen  sind 
in  der  gallertigen  Masse  eingebettet),  fur  eine  besondere  Abtheilung  gehalten.  Eiae 
solche  Masse  fand  ich  aber  audi  in  der  Krustcnneclite  Acarospora  fuscata  F. 
smaragdula  Whlhg. 


5 

IJber  die  Flechten  Bflhmens  eine  Abhandlung  zu  liefern,  ist  mir  bis  jetzt 
nicht  moglich  gewesen.  Ich  kenne  nur  die  Flechten  der  Deutsclibroder  Umgebung, 
der  Umgebung  von  Sobotka  und  einen  Theil  der  Flechten  ties  Kiesengebirges.  Das 
Riesengebirge  ist  am  besten  durcliforsclit,  am  vvenigsten  Mittelbohmen  und  der 
BShmerwald.  Um  die  Durcbforschung  des  Kieseugebirges  hat  das  grosste  Verdienst 
Julius  von  Flotov?  (Fw.,  f  1858),  Dr.  G.  W.  Koerber  (Kbr.,  get).  1817)  und  Berth. 
Stein  (St.),  der  nach  einer  18jahrigen  Arbeit  die  „Flechten  Schlesiens"  herausgab. 

Im  Krzgebirge  forschte  besonders  Kabenhorst  (Rbst.),  der  aus  verschie- 
denen  Orten  Bohmens  Material  bekam,  welches  er  bearbeitete,  wie:  aus  der  Um- 
gebung von  Reichenberg,  Kaplitz  und  andcren  Orten  von  den  Herren:  Stadtratli 
Siegmuud,  Forstmeister  Schauta,  Bentmeister  Sachs,  Mag.  Cbir.  Kirchner  und 
Plarrer  Karl,  deren  Namen  ich  einzelnen,  von  ibnen  gefxmdeiien  Arten  beifiige. 
Mit  den  bohmischen  Flechten  beschaitigten  sich  weiter  Corda,  Mann,  der  bei  mancher 
Art  bloss  bemerkt,  dass  sie  in  Bohmen  wiichst,  und  Opiz,  welcher  die  in  Bohmen 
wachsenden  Arten  gegen  Umtausch  versandte  und  ein  Verzeichnis  der  bohmischen 
Kryptogameu  herausgab.  In  jiingster  Zeit  gab  Alex.  Bernard  einen  Schliissel  zur 
Bestiminung  der  Strauch-  und  Laubflechten  der  Umgebung  von  Tabor  heraus.  Ein 
Verzeichnis  der  ausserhalb  der  Umgebung  von  Deutschbrod  entdeckten  Flechten 
schloss  ich  mit  der  Angabe  des  Fundortes  und  des  Finders  der  Art  meiner  Ab- 
handhing  an. 

Die  Flechtensammlung  aus  der  Umgebung  von  Deutschbrod  schenke  ich 
als  Beleg  zu  dieser  Abhandlung  dem  Wunsche  des  Uuiversitats-Professors  Herrn 
Br.  Gelakovsky  zufolge  dem  bohmischen  Museum,  um  die  Flechtendurchforschung 
in  meinem  Vaterlande  zu  erleichtern. 

Deutschbrod,  am  15.  April  1886. 


Josef  Novak. 


T.  Die  StraucMechten  der  Umffebunff  von  Deutsclibrod. 


Man  unterscheidet  die  StrauchflecMcn  von  den  Ubrigen  Flechten  dadurch, 
dass  Hit  Thallus  besonders  nach  einer  Richtung  fortwdchst  und  allseilig  gleichm&ssig 
berindet  ist;  er  ist  fadenformig,  cylindrisch,  oder  bandartig,  strauchig  verzweigt,  nur 
an  einer  Stelle  (mit  geringen  Ausuahmen)  verschiedenen  Gegensttinden  angewachsen. 

In  der  Umgebung  von  Deutsclibrod  kommt  nur  die  Abtheilung  mit  scheiben- 
formigen  Friichten  vor. 

Uibersicht  der  Familien. 

TTsneaceae.  Tballus  straucb-  oder  fadenformig,  oval  oder  flach,  allseitig 
berindet,  den  Gegenstanden  nur  an  einer  Stelle  mit  den  Hyphen  angewachsen. 
Frflchte  breit,  scbeibenfonnig,  von  einein  Thallus-Excipulum,  welches  Cbromidien 
enthalt,  umgeben. 

Cladoniaceae.  Der  ganze  Thallus  aus  Thallusschuppen  oder  Bliittchen  und 
aus  Thallusiistchen  gebildet.  Triigt  er  Friicbte,  so  ist  er  strauchig,  fast  oval,  mil, 
Hyphen  befestigt,  oder  wiichst  er  aus  Thallusschuppen  auf.  Frflchte  sind  gleich 
voin  Anfamg  geflfihetj  gewolbt  bis  kopfchenformig,  der  Ghromidieu  eiitbebrend. 


Usneaceae. 

Uibersicht  der  Gattungen. 

A.     Tballus  im  Durchschuittc  oval. 

1.  Usnea.  Thallus  mit  fadenformigen,  festen,  leicbt  abschalbaren  Mark-. 
Frflchte  scheibenfiirmig,  rundlich,  mit  keulenformigen  Sporenschlftuchen,  in  deiieu 
je  8  einfache,  farblose,  ellipsoidische  Sporen  entstehen. 

2.  Bryopogon.  Thallus  fast  oval,  mit  lockerem,  fadenformigein  Marke,  von 
dein  sich  die  Eindenschicht  nicht  abscluilt.  Frflchte  schtisselformig,  seitenstiindig. 
Sporen  sehr  klein,  eirund,  zu  je  8  in  einem  Schlauche. 

3.  Cornicularia.  Tballus  oval  oder  zusammengedruckt-kantig,  strauchig, 
mit  lockerem,  fadenartigem  Marke,  im  Alter  pflegt  er  rohrig  zu  sein.  Rinde  voin 
Marke  nicht  abschiilbar.  Uiiidenschicht  knorpelig,  hornartig.  Sporen  sehr  klein, 
farblos,  zu  je  8  in  einem  Schlauche  und  eiuzellig. 


B.  Thallus  bci  alien  unseren  Artcn  bandfSrmig,  selten  oval-zusammen- 
gedrtickt. 

4.  Evernia.  Thallus  bandformig  oder  kantig-rundlich.  Mark  locker-filzig, 
einffirmig,  oder  von  zaheren  Faden  durchzogen.  Rindenschicht  diinn,  aus  sehr 
kleinen  Zellen  gebildet.  Friichte  schiisselforniig.  Sporen  einzellig,  farblos,  selir 
klein,  8  in  einem  Sporenschlauche. 

5.  Ramalina.  Thallus  band-  bis  blattformig,  solid  oder  hohl,  mit  lockerera 
Marke.  Rindenschicht  grosstentheils  knorpelig,  aus  verzweigten,  verflochtenen,  lang- 
lichen  Fadea  gebildet.  Friichte  seiten-  oder  endstiindig,  mit  gleichfarbigem  Thallus. 
Sporen  zweizellig,  farblos. 

Usnea  Dill. 

1.  U.  larbata  (L.)  —  Thallus  dick-fadenformig  oder  strauchartig,  hangend 
oder  aufrecht,  fast  zahe,  unregelmiissig  vielfach  verzweigt,  kahl  oder  von  ungleichen 
glatten,  gefransten  Aestcheu  bewachsen.  Friichte  seiten-  und  endstandig.  Sporen 
ellihsoidisch. 

a)  florida  L.    Thallus  aufrecht,  strauchig,  glatt  oder  nur  wcnig  rauh ; 

f.  hirta  Ach.   Thallus  verkihumert,  dicht  bestaubt; 
/J)  dasypogon  Ach.  ([lendula  Kbr.).    Thallus  hangend,  fadenfiirmig,  rauh. 

Eine  an  Baumen  und  auf  altem  Holz  sehr  gemeine  Art.  Am  stattlichsten 
l«)imnt  sie  auf  Liirchen  vor. 

llryopogon  Lk. 

2.  B.  jubatus  (L.)  —  Thallus  fadenformig,  hiingend,  einigemal  gabelig  ge- 
theilt,  grau  bis  braunschwarz,  mit  gleichfarbigen  Spitzen. 

Sie  wachst  auf  Baumen  und  altem  Holz,  ist  aber  nicht  so  verbreitet  wie 
Usnoa.    Stets  steril.    Am  hiiufigsteu  wachst  sie  auf  dem  Berge  Zbozi. 

Cornicularia  Ach. 

a  C.  aculeata  (Schreb.).  (Cetraria  aculeata  Fr.).  —  Thallus  aufrecht, 
strauchig,  verflochten-verzweigt,  oval  oder  unregelmiissig  kantig,  braun  oder  schwarz- 
brauu.  Aste  mit  schwarzen  Ziihnen  mehr  oder  minder  besetzt.  Die  Fruchtscheibe 
mit  dem  borstig  bewimperten  Itaude  von  derselben  Farbe. 

Diese  Art  wachst  in  der  Umgebung  von  Deutschbrod  nur  auf  einigen 
Orten  auf  dilrrem  Hodeu. 

Evernia  Ach. 

4.  K  prunastri  (L.).  —  Thallus  bandformig,  aufrecht  oder  hangend,  beider- 
seits  graugrun  oder  grauweiss  oder  grunweiss,  vielfach  gabelig  getheilt,  mit  gabel- 
formigen,  linearischcn  Enden.  Die  Rindenschicht  ist  nicht  rissig.  Friichte  seiten- 
stahdig,  fast  auf  Stielen  sitzend,  mit  hellbrauner  Scheibe.  Sporen  entbehren  des 
wasserreichen  Randes. 

Friichte  sind  seiten;  die  nichtfructificirenden  Stflcke  wachsen  billing  an 
den  Laub-und  NadeMumen.  Hftufig  audi  an  den  Pflaumenhaumen,  woven  ihr  Name. 


f>.  E,  furfuracea  (L.).  —  Thallus  aufrecht,  fast  hiiugend,  bandfSrmig,  viel- 
fach  gabelig  getheilt.  Auf  der  oberen  Seite  ist  der  Thallus  grau  oder  braun 
(grosstentheils)  dicht  spreuig,  auf  der  untereu  Seite  zuerst  weiss,  dann  rothlich 
und  endlich  schwarz. 

Es  ist  eine  au  Biiumen,  Ziiuuen  uud  Diichern  gemeine  Art.  In  der  Um- 
gebung vou  Deutschbrod  ohne  Friichte.  Einige  Stiicke  mit  Friichten  babe  icb  auf 
dem  Ziegenriicken  im  Riesengebirge  gefunden. 

Von  der  vorigen  Art  durch  die  Thallusfarbe  leicbt  zu  erkenuen.  Die  Ober- 
flache  scheint  oft  von  den  Auswiichsen  wie  spreuig  oder  kleiig  zu  sein. 

G.  E.  divaricata  (L.).  —  Thallus  hiingend,  schmal-bandformig,  weich,  beider- 
seits  griinlich  oder  nur  grauweiss,  durcli  die  qiierzerspraiigene  Uiude  gliederartig. 

In  der  Umgebung  von  Deutschbrod  setzt  sie  keine  Kriichte  an  und  geluirt 
zu  den  seltensten  Flechten.  An  Nadelbaumen  bei  Vlkov  und  Pelestrov.  Von  den 
iibrigen  Arten  unterscbeidet  man  sie  leicbt  durch  den  rissigen,  schmal-bandfor- 
migen,  feigen,  langen  Thallus. 


Ramalina  Ach. 

7.  R.  fraxinea  (L).  —  Thallus  hiingend  oder  aufrecht,  ziihe,  durch  Netz- 
artige  Nerven  blatternarbig,  graugrun  und  unregeliniissig  verzweigt.  Israelite  an 
jedem  iilteren  Stiicke  auf  einem  Stiele  zerstreut,  fast  ansitzend,  init  holier,  spiiter 
flacher  Scheibe,  mit  hervorragendem  Rande. 

a)  ampliata    (Schaer.).    Thalluslappen    unregeliniissig,   selir  breit,  flach,  ticf 
blatternarbig.    Fruchte  zerstreut, 

/J)  fastigiata  (Pers.).  Lappen  kurz,  gleich  hoch,  fiach,  bandformig  oder  rohren- 
formig  aufgedunsen.  Friichte  fast  alle  endstiindig. 

Gemeine  Art  an  Laubbiiumen  sowie  auch  auf  altem  Holz.  Die  Abart  (i) 
ist  in  der  Umgebung  von  Deutschbrod  weniger  biiufig,  doch  nicht  selten. 

8.  R.  calicaris  (L.).  (E.  canaliculata  Fr.).  —  Thallus  aufrecht,  ziihe,  schmal- 
bandartig  bis  fast  oval,  (grosstentheiLs)  rinnig,  graugrun  und  einigemal  gabelig  ge- 
theilt. Die  Astenden  sind  unterhalb  der  nur  endstiindigen  Friichte  sporenfiirmig, 
riickwiirts  umgebogen.    Fruchte  mit  einem  verschwindenden  'I'hallusrande. 

Nur  einige  Stiickchen  sind  in  der  Umgebung  von  Deutschbrod  an  Biiumen 
gefunden  worden.     Bei  PodSbab  an  der  Birke. 

Am  meisten  ahnelt  sie  der  R.  fraxinea  /3)  fastigiata,  vou  der  sie  durch 
die  crwiihnten  Charaktere    leicht  zu  unterscheiden  ist. 

9.  li.  pollinaria  (Westr.).  —  Thallus  aufrecht,  weich,  bandformig,  unregel- 
iniissig getheilt,  graugrun;  unterseits  etwas  heller  und  stets  von  zerstreuten  Sore- 
dienhiiufchen  bestaubt.  Sie  setzt  in  der  Deutschbroder  Umgebung  keine  Fruchte 
an,  ist  aber  eine  an  Biiumen,  Kelson  und  altem  Holz  gemeine  Art.  Der  Thallus 
ist  bios  etwa  3  cm  lang.  Von  der  folgendeu  Art  unterscbeidet  man  sie  durch  die 
breiteren  Lappen,  unregelmiissige  Verzweiguug  und  miudoren  (ilanz.  Der  Thallus 
dieser  Ail.  ist  vie!  weicher  als  der  der  vorigen. 


10.  R.  farinacca  (L.).  —  Thallus  hftngemd,  durcli  die  netzartigen  Adern 
langlich  gefurcht,  gabelig  getlieilt,  grunlichweiss,  mit  schinalen  linealischen  Asten, 
mit  zahlreichen,  seitenstandigen,  elliptischen  Soredien.  Au  Baumen,  doch  weniger 
hiiufig  als  die  vorige  Art. 

Sie  hat  unter  alien  unsoren  Arten  die  sclnnalsten  Lappen.  Charakteristisch 
fur  die.se  Art  sind  die  elliptischen  Soredieuhaufehcn.  Frilchte  liabe  ich  keine 
gefnnden. 

Cladoniaceae. 


Uibersicht    der   Familien. 

1.  Stereocaulon.  Thallusstiele  test,  mit  feitem  Marke  nnd  diinner  oft  verschwin- 
dender  Chrornidien-  und  Iliudenschicht.  Thallusschuppeu  versehieden  gestaltet,  be- 
sitzen  ein  festes  Mark  und  eine  bleibende  Rinden-  und  Chroinidienschicht,  iiber- 
ziehen  die  Stiele  oder  sind  auf  der  krustenformigen  Grundflaehe  angeh&uft. 
Frflchte  sind  nicht  hold  und  besitzen  eine  rothbraune  Kai'be.  Sporen  nadel-  oder 
spindelffirmig,  4-  bis  mehrmal  septirt,  wasserhell. 

2.  Cladonia.  Thallusstiele  hold,  rait  diinnera  Marke  und  diinner,  hie  und 
da  felilender  iliiulenschicht.  Thallusschuppen  verschieden  gestaltet  (selten  krusten- 
formig),  manchraal  fehlend,  auf  der  Grundttache  und  Stielen  zerstreut,  mit  geson- 
derter  Rinden-  und  Chromidienschicht. 

Stereocaulon  Schreb. 

A.  Thallusstiele  sehr  dicht  und  ausdauernd-verfilzt. 

11.  St.  tomentosum  (Fr.).  — ■  Thallusstiele  aufrecht,  beinahe  gabelig  ver- 
zweigt,  einzeln  oder  kleiue  Stocke  bildend,  der  Erde  fast  nicht  angeheftet,  sehr 
dicht  grauweiss  filzig,  und  oben  raehr  als  unteu  von  wcisslichen  oder  gri'tngrauen, 
•'iiigeschnitten-gekerbtcu  Schuppen  besetzt.  Frttchte  klein,  seitenstiiudig,  aasgewolbt. 
Sporen  haarformig,  3 — 5mal  septirt. 

In  der  Uragebung  von  Deutschbrod  hiiufig  genug. 

12.  St.  incrustatum  (Flke.).  —  Thallusstiele  aufsteigend,  stockformig,  test 
ftngewachsen,  rait  nacb  alien  Seiten  kreuzweise  auseinander  verlaufeuden  Asten, 
sehr  dichtfilzig.  Thallusschuppeu  warzig,  an  der  Basis  weit  von  einander,  oben 
angebfiuft,  blaulichgrau.  Frttchte  endstiindig,  rait  niiissig  gewiilbter  Scheibe.  Sporen 
haarformig,  3— 5mal  septirt. 

Auf  den  Eisenbahndiimmen  den  Steinen  angewachsen  ;  auf  dem  Berge  Zbozf, 
in  Hammer  und  anderswo  hiiufig. 

B.  Thallusstiele  dttnn-filzig,  bald  nackt. 

13.  St.  condensatum  (Hoffm.).  —  Thallusstiele  aufrecht,  niedrig  (1  cm), 
zeitweise  fehlend,  test  genug  angewachsen,  wenig  iistig,  anfaugs  dunn-weisslicli- 
Mzig,  bald  fast  kahl.  Die  Thallusschuppeu  bilden  an  der  Basis  krustenforinigo 
Stocke,  sind  aid'  den  Thallusstielen  zerstreut  und  gvangriin-  oder  weissgrau-farbig. 
Frttchte  endstiindig,  niiissig  gewolbt.     Sporen  fein  nadellormig,  3 — 7mal  septirt. 


10 


Auf  der  Sanderde  bei  den  Chlystover  Felsen  und  am  Ufer  des  ChotSbofer 
Teiches  kommt  sie  haufig  vor,  ist  aber  ira  Ganzen  eine  in  dor  Umgebung  von 
Deutschbrod  seltene  Art. 

Cladonla  Hoffm. 

A.  Thallusschuppen  kornig,  eine  ausgedehnte  Kruste  bildend. 

14.  Cl.  pappilaria  (Ehrli.).  —  Thallusschuppen  warzigkornig,  eine  griin- 
graue  oder  gelbbraune  Kruste  bildend.  Thallusstiele  anfangs  warzig,  spater  keulon- 
oder  walzenforraig,  sehr  kurz,  einfach  oder  mit  einigen  gleichlangen  Asten,  sehr 
fragil,  glatt  oder  warzig.  Friichte  klein,  zuerst  flacb,  spater  kugelformig,  mit  ver- 
schwindendem  Bande,  rothbraun-farbig. 

Ich  fand  diese  Art  auf  einigen  Orten  in  der  Umgebung  von  Deutschbrod. 
Am  stattlichsten  und  Mufigsten  wiichst  sie  in  der  Heide  bei  Bfevnitz.  Da  sie 
fragil  ist,  Iftsst  sie  sich  nicht  lang  in  der  Sammlung  erhalten. 

B.  Thallusschuppen  blattformig. 

a)  Thallusstiele  becherformig  oder  wenigstens  oberbalb,  wo  sie  audi  I<'riichte 

tragen,  keulenformig  verdickt. 
a)  Friichte  purpurfarbig. 

*)  Thallusstiele  nie  deutlich  becherformig. 

15.  CI.  Floerkeana  (Ft.).  —  Thallusstiele  oft  ganz  auf  der  Oberflache  von 
griinen,  auf  der  unteren  Seito  von  reinweissen  Thallusschuppen  bedeckt.  Dieselben 
sind  schlank,  einfach  walzenforraig  oder  in  mehrere  gleich  hohe  Aste  eingetheilt, 
stets  ohne  Becher.  Die  Rinde  bedeckt  vom  Anfang  die  Thallusstiele  allseitig, 
spiiter  befindet  sie  sich  nur  an  der  Basis,  und  endlich  sind  die  Stiele  nur  von 
warziger,  schuppiger  bis  grobkorniger,  sich  broselnder  llindenschicht  bedeckt. 

In  der  Deutschbroder  Umgebung  kommt  sie  haufig  vor.  Am  meisten  iihnelt 
sie  der  folgenden  Art;  von  dieser  unterscheidet  man  sie  aber  dadurch,  dass  sie 
(lurch  die  Kaliumlauge  unveriindort  bleibt,  CI.  macilenta  aber  gelb  wird. 

16.  CI.  macilenta  (Ehrli.).  —  Thallusschuppen  nur  am  Grunde,  auf  der 
oberen  Seite  graugriin,  unterseits  weiss.  Thallusstiele  schlank,  einfach  walzenforraig, 
oder  oben  in  mehrere  Aste  eingetheilt,  manchmal  unbedeutend  becherformig,  gleich 
von  der  Basis  grau-  oder  wciss-meblig.  Friichte  verschwindend,  audi  eine  Kappe 
bildend. 

Sie  wiichst  an  morschem  Holz,  zwischen  Moos,  nicht  aber  so  haufig  wie  die 
vorige  Art.    Durch  die  Kaliumlauge  wird  sie  gelb. 

**  Thallusstiele  gewohnlich   becberformig,   auch   horn-   oder  keilforinig. 

17.  CI.  coccifem  (L.).  (01.  cornucopioides  L.).  —  Tlialiusbliittchen  am  Grunde 
kleiu,  gelbgriin,  oberseits  gelblicliweiss,  unterseits  braungelb.  Thallusstiele  kurz, 
stark,  sich  allmalig  becherformig  ausbreitend,  griingelb  oder  graugriin,  anfangs 
rindig,  glatt,  dann  kornig-warzig  oder  schuppig,  oberbalb  mehlig-staubig.  Becher 
breit,  regelmiissig,  rait  grobgeziihntem,  oft  sprossendem  Rande; 

«)  communis  Th.  Kr.     Thallusstiele  glatt,  warzig  oder  schuppig. 

ft)  plcurota  Flk.  Thallusstiele  dicht  graugelb-mehlig.  Eine  in  der  Umgebung 
von  Deutschbrod  haufig  vorkomraende  Art.  Seltener  kommt  die  Abart  ft) 
vor.  Die  Friichte  sind  von  hartrother  Farbe  and  wefden,  ira  Feuchten 
getrocknet,  schwarz. 


11 


18.  CI.  deformis  (L.)  (CI.  crenulata  Kike.).  —  Thallusschuppcn  grundstiindig, 
bliittrig,  gross  oder  klein,  griingelb,  unterseits  weiss.  Thallusstiele  verliingert,  sehr 
miiclitig,  selten  keilformig,  grosstentkeils  mit  einem  endstiindigen  Becher,  der  Liinge 
nach  gespalten,  an  der  Basis  rindig,  glatt  oder  gerunzelt,  briiunlich,  oberhalb  gelb- 
griin,  dicbt  schwefelgelb  bestaubt.  Becher  schmal,  regelmiissig,  mit  aufrechtem, 
wenig  gezahntem,  fast  nie  sprossendem  Rande.  Ziilme  mit  purpurfarbiger  Fruclit 
ausgeschmiickt. 

Eine  in  der  Uingebung  von  Deutschbrod  seltene  Art.  In  Nordbohmen  in 
der  Umgebung  von  Sobotka  w&chst  sie  haufiger.  Oft  ist  sie  der  Liinge  nach  ge- 
schlitzt,  verunstaltet  und  darum  deformis  genannt.  Am  meisten  ist  sie  CI.  cocci- 
fera  pleurota  ahnlich,  besitzt  aber  keine  so  ausgebreitete  Becher  wie  diese,  und 
ist  gelb-,  wogegen  diese  weiss-bestaubt. 

19.  CI.  digitata  (L.).  —  Schuppen  am  Giunde  blattformig,  ziihe  rundlich, 
gekerbt  oder  lappig;  sie  ist  die  grosste  von  alien  Arten  mit  rothen  Friichteii.  Die 
Thallusstiele  wachsen  aus  den  grundstiindigen  Blattern  fort,  sind  kurz  und  becher-, 
keil-  oder  hornformig,  unterseits  berindet  und  gerunzelt-warzig,  oberscits  weiss- 
gelb  oder  weisslich-staubig.  Becher  nicht  tief,  mit  einem  nach  Innen  gekriimmten 
Rande  oder  randstiiudigcu,  fwigerformigen  Auswiichsen. 

Diese  Art  ist  in  hiesigen  Gegenden  weniger  hiiufig,  und  selten  mit  ent- 
wickelten  Thallusstielen.  Am  hiiufigsten  wiichst  sie  im  Walde  bei  Hammer  am 
liuken  Ufer  des  Sazawa-Musses. 

Durch  die  grossen  grundstiindigen  Blatter  (etwa  1  cm  lang),  weiter  durch 
•lie  Form  des  Bechers,   dessen  Rand  nach  Innen  gekrummt  ist  oder  raudstiindige, 
fingerformige  Auswiichse  besitzt  —  wovon  ihr  Name  —  wird  sie  von  deu  ubrigen 
sehr  leicht  unterschieden. 
P)  Frttchte  brauo. 

a)  Thallus  vornehmlich  aus  Blattern,  welche  an  Grosse  die  Schuppen  aller 
iibrigeu  Arten  iibcrtreffen,  zusammengesetzt. 

20.  CI.  turgida  (Ehrh.).  —  Schuppen  nur  am  Grunde,  grossbliittrig,  auf- 
steigend,  breitlappig,  sehr  ziihe,  graugriin,  unterhalb  weiss.  Thallusstiele  graugrun, 
glatt,  lang  walzenformig,  becher-  oder  keilformig.  Astenden  mit  absteheudeu  Spitzen. 
•''riichtt!  bellrothbraun,  zeitweise  verblichen. 

Ich  habe  diese  Art  nur  auf  zwei  Orten  in  der  Umgebung  von  Deutsch- 
brod und  zwar  im  Walde  bei  Pelestrov  und  im  Walde  unter  Hochtaun  gefuuden. 
In  Nordbohmen  im  Hura- Walde  bei  Sobotka  sammelte  ich  diese  Art  audi. 

Die  Blattchen  pflegen  2—4  cm  lang  und  1—2  cm  breit  zu  sein.  Die  Becher 
besitzen  einen  Grund,  der  aber  durchbrochen  zu  sein  pttegt;  darum  ist  dieses 
Merkinalzeichen  von  keiuer  Wichtigkeit. 

P)  Thallus  aus  Thallusschuppen  von  keinor  so  deutlichen  Blattfonn,  indem 
die  Schuppen  weit  kleiner  sind,  zusammengesetzt. 
:  .liechcr  mit  Grund. 
|  Thallusstiele  fein  mchlig-staubig,  kornig  oder  durch  gehroselte  Riude 

schuppig. 

O  Thallusstiele  feinraehlig. 


12 


21.  Cl.  cornuta  (L.).  —  Thallusschuppen  am  Grunde  klein-blattformig  und 
tiefgekerbt.  Thallusstiele  sehr  schlank,  einfach  keil-  oder  walzenformig,  mit  sclimalen 
Bechern,  am  kleingezahnten  Rande  mit  langen  hornforinigen  Auswiichsen.  Thallus- 
stiele unterhalb  glatt  berindet,  oberhalb  von  feinem  Mehle  bedeckt,  grau  oder  grau- 
griin  gefiirbt. 

In  Waldplatzen,  zwischen  Moos,  an  Siiumen  der  Wiilder  in  der  Umgebung 
von  Deutschbrod.  Der  folgenden  Art  sehr  iihnlich,  durch  glatte  Einde  in  uuterem 
Drittel  sehr  leicht  kennbar. 

22.  Cl.  fimbriata  (L.).  —  Thallusschuppen  grundstandig,  wirklich  schuppen- 
artig  und  gekerbt.  Thallusstiele  grcisstentheils  verliingert,  mit  feinem  weissem  oder 
hellgraugriinem  Mehle  (nie  mit  Kernen)  dicht  bestaubt,  keil-  oder  becherformig 
oder  iistig,  mit  einigemal  sprossendem  Rande.     Fruchte  dunkelrothbraun. 

Sie  kommt  sehr  hiiufig  an  Rainen,  Dammen  zwischen  Moos  an  Saumen  der 
Wiilder  und  anderswo  vor.  Sie  zeichnet  sich  durch  Formverschiedenheit  aus,  wird 
aber  durch  die  angegebenen  Charaktere  von  alien  leicht  unterschieden.  Am  meisten 
ist  sic  der  folgenden  Art  iihnlich. 

OO  Thallusstiele  durch  die  sich  broselnde  Rinde  kornig  oder  schuppig. 

23.  Cl.  cariosa  (Ach.).  —  Thallusschuppen  an  der  Basis  klein-blattformig, 
gekerbt,  graugriin,  auf  der  oberen  Seite  weiss.  Thallusstiele  kurz,  stark,  oberhalb 
verdickt  und  becherlos  oder  in  mehrere  gleichhohe  Aste  getheilt,  anfangs  glatt, 
dann  kornig-warzig,  von  unten  bis  hinauf  gitterartig  durchbohrt.  Fruchte  dunkel- 
braun,  oft  verschmolzen. 

Sie  gehtirt  zu  den  haufigen  Arten  in  der  Umgebung  von  Deutschbrod  und 
scheint  immer  wie  vermodert.  ich  bemerkte,  dass  sie  auf  feuchteren  Pliitzen  am 
Grunde  zweimal  liingere  Rliittchen  und  fast  keine  Thallusstiele  besitzt,  was  man 
als  besondere  Form  aufstellen  kbnntc.     Fruchte  hellbraun. 

24.  Cl.  pyxidata  (L.).  —  Die  grundstiindigen  Schuppen  sind  klein-blatt- 
oder  schuppenformig.  Stiele  kurz,  stark,  umgekehrt  kegelformig,  dutenartig,  mit 
einem  Becher  endend,  auf  der  ganzen  Oberflache  deutlich  berindet,  kornig,  schorfig, 
oder  kdrnigmehlig,  Becher  regelmiissig,  zuweilen  mit  sprossendem  Rande.  Fruchte 
hellbraun. 

a)  neglecta  (Flke.).  Schuppen  grundstiindig,  klein,  feiner  und  aufsteigend.  Thal- 
lusstiele kurz,  glatt  oder  schuppig. 

0)  Pocillum  (Ach.).  Blatter  am  Grunde  gross,  zahe,  Thallusstiele  klein,  mit 
breitem,  aber  kurzem  Becher,  kornig  oder  schuppig. 

y)  Chlorophaea  (Flke.)   (C.  fimbriata   var.  Kbr.).    Schuppen  am  Grunde  klein, 
ziihe,  Thallusstiele  verliingert,  kOrnig-mehlig  (nie  vollkommen  mehlig). 
ff  Thallusstiele  berindet,    nackt,  auch  blattartig.     Blatter  bei   der   Erdc 
auch  fehlend. 

25.  Cl.  deganerans  Kike.  —  Thallusschuppchen  am  Grunde  klein,  manchmal 
fehlend.  Thallusstiele  an  der  Basis  sebwarz,  mit  weissen  Punkten  und  Flecken, 
oberhalb  grtollch,  weisslich  oder  briiunlich,  anfangs  glatt,  dann  warzig,  melir  oder 
minder  mil,  Iilattchen  iiberwachseii.  Becher  sehr  iiiiregelmiis.sig,  am  Rande 
send  und  zerschlitzt. 


spros- 


13 


Sie  wachst  in  Waldern,  an  Waldstamen  and  anderswo.  Man  kann  einige 
verschiedene,  sehr  wenig  fthnliohe,  aber  wenig  festgestellte  Formen  unterscheiden. 
Jedes  Stiick  ist  an  dcr  Basis  schwarz,  wciss  punktirt  oder  fleeing',  Becher  inuner 
unregelmassig,  manchmal  durch  Sprossungen  and  Schlitzen  undeutlich. 

26.  Cl.  gracilis  (L.).  —  Schuppeu  an  der  Basis  klein,  zeitweise  fehlend. 
Thallusstiele  lang,  glatt  berindet,  braun  oder  griinbraun,  an  der  Basis  schwarz, 
mit  langem,  scbmalem  oft  sprossendem  Becher.     Friichte  rothbraun  oder  braun. 

«)  chordalis  Kike,  (vulgaris  Kbr.).  Thallusstiele  schlank,  glatt,  mit  schmalem, 
sprossendem  Becher,  oder  pfriemenformig.  Schuppeu  am  Grande  fehlen; 
/.  aspera  Flke.  Thallusstiele  mit  Blattchen  bewachsen ; 

(i)  hybrida  Ach.  Thallusstiele  kiirzer,  stark,   fast  aufgedunsen,   mit  breiteren, 

audi  einigenial  sprossenden  Bechern. 

Sie  komint  in  Waldern  haufig  vor  und  man  unterscheidet  sie  von  der  fol- 
genden  Art  durch  die  verhaltnissmassig  liingeren  Thallusstiele,  breitere  Becher 
und  dass  durch  die  Spiossung  nur  wenige  Thallusstiele  iibereinander  aufwachsen. 

27.  Cl.  vertkillata  (Hoffm.).  —  Thallusstiele  kurz,  stark,  griinbraun,  mit 
regelmassigcn  flachen  Bechern,  welche  im  Centrum,  selten  am  Kande  sprossen;  es 
wachsen  stets  mehrere  Stiele  iibereinander  auf.     Friichte  braun. 

An  sonnigen  Platzen  zwischen  Gras,  an  Saumen  der  Nadelwiilder  auf  vielen 
Orten,  nie  aber  in  solcher  Menge  wie  die  vorige  Art.  Zeitweise  befmden  sich 
Ins  5  Stiele  iibereinander.     Friichte  am  Rande  des  Bcchers  wirtelig. 

**  Thallusstiele  der  ganzen  Liinge   nacli  hold,   scheidewandslos,  Becher 
also  grundlos. 

28.  CI.  delicata  (Ehrh.)  (CI.  squamosa  var.  Kbr.).  —  Thallusschuppen  am 
Grunde  klein,  dicht  gruppirt,  mit  kdrnigem  oder  staubigem  Rande,  unregelmassig 
wrschlitzt.  Thallusstiele  klein,  walzenformig,  fast  durebscheinend,  einfach  oder 
oberhalb  zerspalten,  mit  kiirnigem  oder  schuppigem  Uberzug.  Friichte  gruppirt, 
dunkelbraun. 

Im  Hatnmer-Walde.  Die  Thallusstiele  werden  durch  die  Kaliundauge-Ro- 
agenz  gelblich,  wogogen  sie  bei  01.  caespiticia  und  CI.  squamosa  unverandert  bleiben. 

21).  CI.  caespiticia  like.  (CI.  squamosa  var.  epipkylla  Kbr.).  —  Thallus- 
schuppchen  am  Grunde  aufsteigend,  kleinbliittrig,  kerbig,  getheilt,  dicht,  rasenartig. 
Thallusstiele  oft  fehlend,  sehr  klein,  einfach  walzenformig,  nackt  oder  kornig-rauli. 
durchscheinend.     Friichte  zusatnnienverschtuolzcn,  braunfarbig. 

Zwischen  Moos  im  Hammer- Walde  am  linken  Ufer  des  Sazawa-FIusses. 
Anderswo  habe  ich  diese  Art  bis  jetzt  noch  nicht  gefunden.  Stiele  fast  centi- 
meterhoch. 

30.  Cl.  squamosa  Hoffm.  —  Thallusschuppen  bedecken  die  Thallusstiele 
oft  vollkomiueii.  Thallusstiele  tang,  einfach  walzenformig  oder  unregelmassig  ver- 
zweigt,  oder  wenig  deutlich  becherformig  ausgebreitet,  zuerst  glatt,  grubig,  bald 
mit  sich  faseruder  Rinde,  so  dass  die  Obcrflache  spreuig  ist.  Becher  mehrmal 
unregelmftssig  sprossend.  Fruchte  schopfig  angebluft,  flach,  mit  deutlichem  Saame, 
spiiter  gewoibt,  saundos.     Farbe  der  Friichte  rothbraun. 


14 


Eiae  hi  der  Deutschbrodor  Umgebung  nicht  haufigo  Art.  Sie  wiichst  im 
Hammer-  und  Bfevnitzer  Walde. 

81.  CI.  uncinata  Hoffm.  (CI.  cenotea  Ach.).  —  Thallusschuppen  nur  grund- 
stiindig  und  gekerbt.  Thallusstiele  lang,  stark,  einfach  walzenffirmig  oder  wenig 
iistig,  keil-  oder  becherformig,  gewohnlich  ein  wenig  aufgedunsen,  unterseits  schuppig- 
warzig,  oberseits  grauweiss,  fein  mehlig.  Becher  gezahnt,  oft  sprossend,  schmal, 
mit  nach  Innen  gekrilmmtem  Rande.  Friichte  zusammenfliessend,  hellrothbraun 
oder  dunkelbraun. 

b)  Thallusstiele  strauchartig  veriistelt,  in  Astacbseln  grosstentheils  gcoffnet. 

32.  Cl.  furcata  (Huds.).  —  Schuppen  grundstiindig,  kleinbliitterig,  gekerbt, 
mancbmal  fehlend.  Thallusstiele  schlank,  glatt,  graugriin  bis  braun,  mehr  oder 
minder  blattrig,  strauchartig  veriistelt,  mit  gabelig  endenden  Astchen,  zugespitzt. 
Fruchtiistchen  fast  stets  doldig  gehiiuft,  Friichte  bra,un ; 

a)  crispata  (Ach.).  Thallusstiele  aufgedunsen,  oft  mit  einem  langlichen  Schlitz, 
band-  odei  becherformig,  mit  gerunzelt-geschlitztem  Itande,  von  brauner 
Farbe  und  ein  wenig  mit  Schuppen  geschmiickt. 

/J)  racemosa  (Hoffm.).    Thallusstiele   schlank,   stark,  tmregelm&ssig   verzweigt, 
spiessformig,  von  Schuppen  (grosstentheils  dicht)  bewachsen,  weissgriin. 
1'orm  a)  erecta  Fw.  Stiele  aufrecht  iistig. 
Form  b)  recurva  (Hoffm.).  Stiele  aufsteigend  und  ruckwiirts  umgewendet. 

y)  subulata  (L.).  Thallusschuppen  grosstentheils  fehlend.  Thallusstiele  schlank, 
aufrecht,  mehrmal  gabelig  getheilt,  mit  langen  aufrechten,  pfriemenffirmigon 
Endcn. 
In  Wiildern  und  an  sonnigen  Pliitzen  wiichst    sie  hiiufig.    Im  Scbattcn  ist 

sie  von  hcllerer  Farbe  als  an  Sonnenpliitzen,  wo  sie  bis  dunkelbraun  ist.  Am  mei- 

sten  der  nachfolgenden  Art  iiludich. 

33.  Cl.  rangiformis  Hoffm.  (01.  pungens  Ach.).  —  Thaliusschuppen  gekerbt, 
auf  Stielen  zerstreut,  oft  fehlend.  Thallusstiele  schlank,  durclistochen,  mit  nach 
alien  Seiten  verlaufenden  und  vcrflochtenen  Asten,  wodurch  dichte  Stiickc  entstehen. 
Rinde  glatt,  weissgriin,  graugriin  oder  briiunlich,  gewohnlich  mit  weissen,  durch 
die  sich  abschalendc  Rinde  entstandenen  Punkten. 

Die  hiiufigste  Art  in  der  Umgebung  von  Deutschbrod,  ttberall  auf  diirrem 
Hoden  und  oft  mit  der  vorigen  Art,  deren  Abart  subulata  (L.)  sie  am  ineisten 
iibnolt,  zusammen.  Auf  sonnigen  I'liitzen  besitzt  sie  eine  hellere  Farbe  als  auf 
schattigen  Orten. 

Durch  die  Bildung  von  dichten  Stiicken  und  weisse  I'unktirung  liisst  sie 
sich  von  der  vorigen  Art  am  leichtesten  unterscheiden. 

C.  Thallusschuppen  fehlen.    Thallusstiele  strauchig. 

34.  Cl.  rangiferina  (L.).  —  Thallusstiele  walzenformig,  strauchig,  glanzlos. 
Astacbseln  undeutlich  durclistochen  oder  zerrissen.  Aste  kurz,  aufrecht  oder  abge- 
bogen,  die  sterilen  (lipfeliiste  abgebogen  hiingend,  die  fruchtbaren  aufrecht.  Frflchte 
klein,  gewolbt  oder  kugelfijrmig,  hellbraun  oder  dunkelbraun. 


15 

a)  vulgaris  Sckaer.  Thallusstiele  schlank,  weiss  odor  grau,  alle  Aste  nach 
einer  Seite  gewendet  und  umgebogen  hfingend,  mit  braunen  Spitzen. 

/J)  silvatica  (In).  Thallusstiele  schlank,  strohgelb  oder  griingelb,  rait  nach 
alien  Seiten  hiingenden  Asten  und  rait  Spitzen  von  gleicher  Farbe. 

In  Wiildern  und  an  sonnigen  Platzen  hiiufig.     Abart  §)  ist  in  der  Unige- 
bung  von  Deutschbrod  weniger  hiiufig. 


Die  in  Bolimen  cntdcckten,  in  der  Umgebung  von  Deutschbrod  aber 

fehlenden  Flecliten. 

Usnea  plicata  L.     Biesongrube  im  Eiesengebirge  (Fw.). 

„      longissima  Ach.     Bohmerwald  (Fw.). 
Bryopogon  jubatum  Ach. 

0)  implcxum  Hoffm.     Ira  Elbgrunde  mit  Friichton  (Stein). 
Alectoria  sarmentosa  Ach. 

f.  crinalis  (Ach.)     An  Fichten  bei  Marienbad  (Korber). 
„  ochroleuca  (Ehrh.)  Im  Eiesengebirge  hiiufig  (Stein).  Bei  der  Kiesen- 

baude  habe  ich  sic  sclbst  gesammelt. 
„  nigricans  (Ach.)     Auf  Gesteinen  auf  der  Schncekoppe  (Stein). 

Cornicularia  tristis  (Web.)     Schneekoppe  (Mosig). 
Evemia  vulpina  (L.)    Kesselkoppe  im  Eiesengebirge  (St.). 
liamalina  polymorpha  (Ach.)     Erzgebirge. 

Thamnolia  vermicularis  (Sw.)    Schneekoppe  (Stein).  Sterile  Stucke  habe  ich 
selbst  genug  gefunden. 

Stereocatdon  corattoides  F.    Kesselkoppe  im  Eiesengebirge  (St.). 

„  denudalum  Flke.     Von  mir  in  der  Eiesengrube  gesammelt. 

„  nanum  Ach.     Nach  Mann's  Angabe  bei  Tetschen. 

„  cereolinum  Ach.     Von  Mann  unter  den  bohmischen  aufgefiihrt. 

Cladonia  cyanipes  (Somft.)     Im  Eiesengebirge. 

„         bellidiflora  (Ach.)     Im  Eiesengebirge  sehr  hiiufig.  Jeschken  (Sieg- 

inund). 
„        Botrytes  (Haq.)    F&lkenberg  (Karl). 

„  stellata  (Schaer.)  Kbr.  CI.  uncialis  (L.).  Ich  sammelte  diese  Art 
auf  einigen  Orten  in  Nordbohmen,  z.  B.:  Ira  Walde  bei  den  Prachover  Felsen  bei 
•liefn.  Li  der  Deutschbroder  Umgebung  habe  ich  sie  bisjetzt  noch  nicht  gefunden. 
Auch  in  den  Borkovicer  Wiildern  bei  T&bor  (A.  Bernard). 

Bphacrophorus  compressus  Ach.    Ich  habe  sie  bei  der  „Hruba  Skala"  auf 
Felsen  gesammelt.    Nach  Mann  in  Bohmen  verbreitet. 

Sphaerophorus  coralloides  Pers.    Erzgebirge.    Jeschken  (Ebht.). 

fragilis  (L.)  An  der  bohmischen  Seite  des  Eiesengebirges 
(Ebht.).  Nach  Kirchner  auch  im  Bohmerwaldc.  Sterile  Stucke  habe  ich  im  Eiesen- 
gebirge selbst  gesammelt. 


16 

II.  Die  Laubflechten  der  Fmgebung  von  Deutschbrod. 

Thallus  durch  zwei  vorherrschenden  Wachsthumsrlchtungen  blatlsfBrmig  and 
mittelst  fester,  zerstreuter  Haftfasern,  s^Kcnor  (lurch  eine  Nabelscheibe  verschie- 
denen  Gcgenstiinden  angeheftet.  Einigc  Laubflechten  (Cetraria  islandica,  Physcia 
ci Maris),  bci  denen  nur  eine  Wachsthumsrichbung  vorherrscht,  ahneln  mohr  den 
Strauchflechten  als  den  Laubflechten;  die  verwandten  Arten  and  theils  auch  die 
Anheftungsweise  weisen  aber  auf  die  Gruppe  bin,  zu  welcher  sie  am  besten  passen. 
Ilypothallus  fehlt. 

Ubersicht  der  Familien: 

A.  Scheibenfrttchtige.  Die  Fruchtscbicht  (hymenium)  reisst  den  Thallus 
mittelst  Excipulum  auf,  entblosst  sich  und  ist  scheiben-  oder  scbildfo'rmig. 

Parmeliaceac.  Thallus  hlattartig,  auliegend  oder  aufsteigond,  beiderseits 
berindet  und  mit  festen  Haftfasern  befestigt.  Friicbte  vom  Thallus  berandet.  Im 
Tliallusrande  sind  Cbromidien  cnthalten. 

Peltideaceae.  Thallus  blattartig,  auf  der  untercu  Seite  unvollstandig  be- 
rindet oder  ohne  Rindenschicht,  mit  festen  Haftfasern  befestigt.  Friichte  schild- 
formig, vom  Thallus  nicht  berandet,  in  der  Jugend  aber  von  einem  spiiter  zer- 
rcissenden  vom  Thallus  gebildeten  Schleier  bedeckt. 

Umbilicarieae.  Thallus  blattrig,  beiderseits  berindet,  an  einer  einzigen 
Stelle  (durch  Nabel)  den  Gegenstanden  angeheftet.  Friichte  einfach  oder  kreis- 
faltig  zusammengesetzt. 

B)  Angiocarpi.  Fruchtschicht  (hymenium)  verwandelt  sich  in  eine  weiclic 
Masse  (Kern),  welche  meist  vom  kohligen  Excipulum  bedeckt  ist;  im  letzten  ent- 
steht  am  Schcitel  nur  eine  kleine  Offnung  oder  ,s pringt  der  Scheitol  strahlenartig 
auf.     Die  Frucht  ist  kugelformig. 

Endocarpeae.  Thallus  blattartig,  durch  Nabel  angewacliscn.  Friichte  in  den 
Thallus  oingesenkt. 

Parmeliaceae. 


Ubersicht  der  Gattungen. 

A.  Sporen  einzellig,  wasserhell. 

Cetraria.  Thallus  blattrig  bis  strauchig,  mit  wenigen  Haftfasern  befestigt 
odor  im  Alter  ganz  frei.  Friichte  am  Eande  des  Thallus  odor  schief  randstandig, 
dadurch  anfangs  der  Rand  audi  schief.  Sporen  einfach,  farblos,  zu  je  8  in  keulen- 
formigen  Schlauchen.  Spermatogonien  in  erhohten  Warzen  oder  kurzen  Dornspitzen. 

Diesc  Gattung  steht  an  der  Grenze  zwischen  Strauch-  und  Laubflechten. 
Einige  Arten  almoin  durch  ihren  Habitus  mehr  diesen,  die  anderen  jenen.  Da 
aber  alio  weaigstens  in  der  Jugend  mittelst  Haftfasern  angeheftet  sind,  ist  es  besser 
sie  den  Laubflechten  anzureihen. 

Parmelia.  Thallus  blattartig,  wagerecht  ausgebreitet,  seltener  aufsteigend. 
durch  Haftfasern  angewachsen.    Frtlchte  auf  der  Oberfliiehe  des  Thallus  zerstreut. 


17 

vom  Thallus  berandet.  Sporen  einzellig,  far  bios,  zuje  8  ineinem  Schlauche.  Spermo- 
gonien  moist  eingesenkt,  zuwcilen  in  vorstohenden  Spitzen. 

Menegassia.  Thallus  blattartig,  mit  dor  ganzen  Unterseite  bis  auf  einige 
Stellen  fost  angewachsen.  Frttchte  auf  der  Thallusoberflache  zerstreut,  schtissel- 
fSrmig,  vom  Thallus  berandet.  Sporen  gross,  einzellig,  ungefiirbt,  zu  2 — 4  in  einem 
Schlauche.  Spermogonien  eingesenkt.  Von  der  Gattung  Parmelia  wird  sie  besonders 
dadurch  unterschiedon,  dass  in  einem  Schlauche  2—4  Sporen  entstehen.  Die  mei- 
sten  Lichenologcn  zahlen  sie  zu  der  Gattung  Parmelia. 

B.  Sporen  zweizellig. 

Physcia.  Thallus  blattartig,  anliegcnd  oder  aufsteigend,  mittelst  Ilal'tfasern 
angeheftet.  Frttchte  der  Thallusoberflache  ansitzead,  vom  Thallus  berandet.  Sporen 
zweizellig,  braun  oder  schwarzlich.    Spermogonien  eingesenkt. 

Xanthoria.  Thallus  blattrig,  anlicgend  oder  aufsteigend,  (lurch  Ilal'tfasern 
befestigt.  Frttchte  auf  der  Thallusoberflache  sitzend,  schttsselformig  und  vom 
fhallus  berandet.     Sporen  polarzweizellig,  wassorhell,  zu  je  8  in  einem  Schlauche. 

Candelaria.  Thallus  kleiubliittrig,  aufsteigend,  durch  Ilaftfasorn  befestigt. 
Frttchte  der  Thallusoberflache  ansitzend,  schttsselformig  und  vom  Thallus  berandet, 
Sporen  polarzwcizellig,  wasserhell;  zu  16 — 32  in  einem  Schlauche. 


Cetraria  Ach. 

A.  Thallus  strauchig,  aufrecht,  spiiter  der  Erde  nicht  angeheftet. 

35.  C.  islandica  (L.).  —  Thallus  schmal-blattartig,  mehrmal  gabelig  ver- 
zweigt.  Einzelne  Theilchen  rinnonformig,  biswcilen  bis  fast  rohrig  cingcrollt,  mit 
fflanchmal  mehr,  manchmal  weniger  bewimpertem  Rande.  Farbe  ist  gianzend  grttn- 
oraun  bis  kastanienbraun,  oberseits  heller  als  unterseits,  an  der  Basis  verblichen, 
gewohnlich  rothfleckig.     Frttchte  randstandig  mit  rothbrauner  Scheibe. 

i.  a)  j>latyna  (Ach).     Thallus   breit,    wenig    veriistclt,    mit  fast  flachen  und 
nackten  Random. 

1-  b)  crispa  (Ach.).     Thallus  schmal,    vicltheilig,    mit  eingebogcnen,    bewhn- 

perten  Randern. 

1.   c)  subtubulosa  (Fr.).    Thallus  schmal,   wenig  astig,  dicht  bewimpert,  durch 

die  nicht  nur  eingebogenen,  sondern  audi  zusammcngewachsenen  Bander 

eine  Rohre  bildend. 

•  He  Form  platyna  wiichst  auf  dem  Rergo  Zbozf,    die  iibrigcn  Formen  im 

Rozkoser  Thale.   Die  Frttchte  sind  in  der  Umgebung  von  Deutschbrod  sehr  sclten, 

B.  Thallus  blattartig,  aufsteigend  oder  anlicgend,  zeitlebens  (gewohnlich 
den  liiiunieii)  angewachsen. 

a)  Thallus  gelb. 

36.  C.  pinastri  (Scopoli).  —  Thallus  beiderscits  citrongelbfarbig,  mit  krausem, 
von  gelben  Soredien  bedecktem  Rande. 

In  der  nmo-obung  von  Deutschbrod  selten  und  stets  ohne  Frttchte.  Die 
meisten  Stttcke  habe  ich  im  Sprung  an  den  Nadelbaumen  gesehen. 

2 


18 

b)  Thallus  grau  bis  braun. 

;-57.  C.  sepincola  (Ehrh.j.  —  Thajlus  angedruckt  oder  aufsteigend,  glatt, 
braungrun  bis  kastanienbraun,  auf  dcr  Unterseite  heller.  Lappen  kur/,  wellig 
oder  gez&hnt. 

f.  chlorophylla  (Humboldt).   Lappen  aufsteigend,  audi  aufrecbt,  heller,  uuter- 

seits  fast  weisslich,   mit  weDig-krausem  und  von  weisslichen  Soredien  be- 

staubtem  Eande. 

In  dcr  Umgebung  von  Deutschbrod  wiichst  nur  die  Form  chlorophylla 
(Humboldt),  ist  aber  stets  steril  und  selten.  Ich  habe  sic  geschen  an  dcr  Birke 
bei  „T)ratovna",  am  Schindeldachc  iin  Klostergartcu  und  raclircre  Stiicko  in   Leithen. 

38.  C.  glauca  (L.).  —  Thallus  breit-blattformig,  aufsteigend,  glatt,  glanzend 
graugriin,  unterseits  glim/end  braunschwarz  mit  hcllerem  Ilaude. 

f.  fallax  (Ach.).  Unterseite  weiss,  oft  braun  oder  schwarz  gcfleckt.  Rand  der 

Lappen  mehr  zerschlitzt. 

In  der  Umgebung  von  Deutschbrod  ohne  Friichte,  aber  weniger  selten 
ale  die  zwei  vorigen  Arten.  Am  haufigstcn  wiichst  sie  an  den  Birken.  Durch  die 
Farbe  iihnolt  sieParmelia  perlata,  wird  aber  von  derselben  durch  das  weniger  ge- 
drungene  Wachsthum,  pegelmassigere  Ausbreitung,  weniger  gerundeto  Lappen  und 
die  Unterseite,  weldie  bei  Parmclia  perlata  warzig  oder  wenigatens  tauli  und  audi 
weniger  gliinzcnd  ist,  unterschieden. 


Mencgazzia  Mass. 

:><).    I\l.  pcrtusa  (Schrk.).    [M.  terebrata  (Hoffm.)]   (Parmelia  pertusa). 
Thallus  graugriin,  kreisrund,  mit  der  ganzen    Unterseite   angewachsen.     Unterseite 
nackt,  ohne  FaSern,  gerunzelt  und  scliwarz  mit  zahlreichen  eingesenkfcen,  weissen 
Stellen.     Lappen  dicht  ncbeneinander,  jeder  in  der  Mittc  wie  mit  einer  Pfrieme 
durchbohrt. 

Sie  hat  koine  Friichte.  Us  pflegen  oft  auf  der  Oberscitc  zahlrcidie,  weisse 
Soredien  vorzukoiniiien,  und  an  alten  Stueken  ist  die  Thallusmitte  vermodert.  Ich 
habe  viele  Stiicke  bis  jetzt  aber  nur  in  der  Nahe  der  Burgstatte  Rohovee  an 
Tanneu  ontdeckt. 

Parmelia  Ach. 
A.  Der  trockene  Thallus  verschiedenartig  grau  geflrbt,  (griiiigrau,  braungrau). 
a)  Thallus  auf  der  Unterseite  ohne  Fasern. 

40.  P.  physodes  (L.).  —  Thallus  hautig,  angepresst,  locker  angewachsen, 
auf  der  oberen  Soite  graugriin,  unterseits  glatt,  glanzend  schwarzbraun.  Lappen 
vidttheilig,  flach  genug,  nicht  durchbohrt;  aufsteigendc  Enden  aufgeblasen  und  oft 
von  Soredien  bedeckt.  Friichte  fast  gestielt,  mit  hellrothbrauner  Scheibe  und  diinnem, 
ganzem  Rande. 

«)  vulgaris  (Kbr.).     Lappen  kiirzer,  dicht,  oberseits  einfarbig. 

Form  labrosa  (\v,h.).  Lappen  aufsteigend,  vcrbreitert,  zuruckgckriiiiinit,  so- 

redientragend. 
Sie  wiichst  an  verschiedenen  Bitumen,   Z&unen  und  andcren  Ge.genst8.nden 
und  ist  die  hiiufigsto  Art.    Friichte  habe  ich  nur  an  Birken  in  Leithen  und  Roziiak 


19 


aufgefunden.  Von  alien  Parmelien  lasst  sie  sidh,  aueh  steril,  leicht  unterscheiden, 
nur  mit  der  Gjtttung  Menegaazia  liat  .sic  cine  grosse  Almliehkcit,  wird  sie  aber 
von  derselben  (lurch  die  nicht  durchbohrten  Lappen  onterschieden. 

I)  Tliallus  unterseits  (bisweilen  locker)  bewimpert. 

a)  Unterseite  bleichbraun, 

41.  P.  Porreri  (Turn.).  —  Tliallus  hfiutig,  anliegend,  Wellig  geruazelt,  ober- 
ueits  graugriin,  mit  zahlreichcn  weisslichen  Soredien  in  rundlichen  Iliiufchen,  am 
Rande  glatt,  gliinzcnd  braungriin,  unterseits  bellbraun  mit  zerstrcuton,  ein  wenig 
lielleren  Fasern. 

i.  marginata  St.    Tliallnscentrum  fast  olme  Soredien,  Lappen  am  Rande  ein- 
wiirts  umgebogen  und  dicbt  mit  Soredien  bedeckt. 

In  der  Umgebung  von  Dcutschbrod  nicbt  biiutig  und  stets  olme  Friichte. 
A.m  meisten  ist  sie  der  Parmelia  saxatilis  und  die  Form  marginata  der  Parmelia 
'"evoluta  iihnlich,  von  denen  sie  bosondcrs  durch  die  Unterseite  kennbar  ist.  Sie 
wachst  an  Nadelbiiumen  im  Rosendorf,  Sprung,  im  Rozkoser  Tbale  und  an  Erlcn 
in  Hammer. 

42.  P.  aleuriteu  (Acb.).  (Cetraria  aleurites  |Ach."|).  —  Tliallus  dtinnhautig, 
angedriickt,  weissgrau,  im  Centrum  schmutzig-  oder  rothlichgrau,  runzelfaltig,  im 
Alter  meblig  zcrfalleud ;  unterseits  ganz  bleichbraun  mit  wenigen,  langen  Wimpern, 
Lappen  nackt  mit  aufsteigendem,  gekerbtem  Rande. 

In  der  Umgebung  von  Deutschbrod  olme  Friichte  und  im  Ganzen  selten. 

An  Nadelbaumen   in  Sprung   am    haufigsten.     Fine   der   Parmelia  byperopta    Acli. 

vollkoinnien  ahnliche  Art.    Sterile  Stiicke  werden  nur  durch  die  Oberseite,  die  bei 

1  °>'  Parmelia  aleurites  hell,  bei  Parmelia  byperopta  aber  schwarz  ist,  unterschieden, 

P)  Thallusoberflftche  dunkelbraun  bis  schwarz,  mit  bellerem  Rande. 

*)  Thallus  auf  der  Unterseite  netzig-grubig. 

43.  P.  saxatilis  (L).  —  Thallus  biiutig,  angedriickt,  oberseits  graugriin, 
unterseits  schwarz,  kurz  und  dicht  schwarzfaserig.  Lappenenden  flach,  ein  wenig 
gerundet,  am  Rande  seicht  ausgeschweift.  Friichte  schiisselformig,  von  kastanien- 
orauner  Farbe,  mit  gezfthntem  Rande. 

Sic,  gehort  zu  den  haufigsten  Flechten  an  Bitumen,    Felsen,  Ziiunen  und 

achern,  Friichte  sind  aber  selten.  Nur  einige  Stuckchen  mit  Friichten  baben  ineine 

ochttler  bei  der  Burgstatte  Ronovec  und  bei  Stfibrna  Hurka  gefunden.    Man  kann 

menrere  Formen  unterscheiden,    alle  aber  lassen  sich  darnach  erkennen,   dass  der 

'alius  auf  der   Oberseite  nctzartig-grubig  ist  (wodurcb  sie  von  ahnlichen    Artcn 

eicht  zu  unterscheiden   ist).     Am  ahnlichsten   ist  sie  der  P.  Borreri.     Parmelia 

luftcea  und  revoluta  ist  mehr  ziihe  und  von  hellerer  Farbe. 

*)  Thallus  nicbt  netzig-grubig. 

t)  Thallus  mit  abstebenden  und  dem  Substrat  wenig  anliegenden  Lappen. 

44.  P.  revoluta  (Flkc).  —  Thallus  fast  ltiiutig,  graugrlia,  unterseits  braun 
schwarz,  mit  kurzen,  schwarzen  Fasern.  Lappen  gerundet,  aufsteigend,  mitnach  unten 
geferttmnatem,  eine  Kappe  aachahmendem,  mit  graugrtlnen  Soredien  dicht  bestaubtem 
Kande.  Friichte  ansitzend,  mit  brauner  Scbeibe  und  diinneni.  ein  wenig  gezahnteni 
Rande. 

2* 


20 


An  Erlen  and  Steinen  in  Hammer,  an  Erie  bei  Sidlak,  an  Birke  in  Leithen. 
Im  Ganzen  in  der  Umgebung  von  Deutschbrod  sehr  selten.  Frttchte  habe  ich  bios 
auf  einem  Stttckchen  gefttnden.  Durcli  die  Farbe,  kreisartige  Ausbreitung  nnd 
zahen  Thallus  iihnelt  sic  am  moisten  Parmelia  tiliacca,  untorscheidct  sich  abcr  von 
derselben  durch  die  am  Rande  zuruckgebogenen,  mit  Soredien  bcstaubtcn  Lappen. 
Manche  Stiicke  von  Parmelia  Porrcri  sind  dieser  Art  sehr  iihnlich,  lassen  sich  aber 
durch  die  hcllbraune  Untcrsoite,  die  bei  P.  revoluta  stets  sch  warn  ist,  leiclit 
erkennen. 

45.  Parmelia  perlata  (L.).  —  Thallus  regelmassig  kreisrund,  derbhautig, 
graugrtin,  mit  braunlichen  R&ndern,  auf  der  Unterscitc  gl&nzend  braunschwarz  mit 
helleren  R&ndern.  Durch  verkrtlmmerte  Fasern  unterseits  warzig.  Lappen  gerundet, 
aufsteigend  oder  anliegend,  nic  aber  angedrttckt.  Sic  gehort  zu  seltcnen  Flechten 
der  Umgebung  von  Deutschbrod  und  ist  immer  fruchtlos.  Ich  habe  sic  nur  im  Roz- 
koier  Thale  an  Nadelbaumen  und  bemoostem  Felsen  und  einige  Stttcke  im  Sprung 
gefunden.  In  Nordbdhmcn  in  der  Umgebung  von  Sobotka  ist  sie  gleichfalls  selten ; 
ich  fand  sie  nur  am  Quadorstcin  bei  dem  Podseminsky-Teiche. 

Von  R  revoluta  durch  die  grossercn,  nicht  zurttckgekrummten  happen  sehr 
leiclit  kennlich.  Durch  ihrcn  Glanz,  Farbe  und  thcils  audi  das  Waclisthum  ist 
nic  Cetraria  glauca  am  moisten  fthnlich. 

ff  Thallus  mit  nicht  aufsteigenden,  dem  Substrate    angedriickten  Lappen. 

46.  P.  tiliacca  Hofftn.  Thallus  kreisffirmig  ausgebreitet,  liiiutig  und  ange- 
drttckt. Lappen  gekerbt,  oberseits  weissgrau,  glanzlos,  unterseits  braunsebwarz, 
mil,  schwarzen  Fasern.  Frttchte  schttsselffirmig,  ansitzendj  mit  rothbrauner  Scheibe 
und  dimnem  wcllig-bogigem,  ganz  randigem  oder  nur  wenig  gezahntem  Rande. 

Sie  wachst  in  der  ganzen  breitercn  Umgebung  von  Deutschbrod,  geliort 
abcr  niclit  zu  haufigen  Flechten.  Am  hauiigstcn  an  alten  Schindeldachcrn  in  der 
Gesellschaft  mit  P.  saxatilis  und  Physodes,  von  denen  sie  sicli  schon  aus  der  Feme 
(lurch  die  wcissere  Farbe  unterscheidet.  Untcr  alien  grauen  Flechten  hat  si  den 
zahesten  Thallus.  Frtlchte  fand  ich  nur  auf  cinigen  Orten,  und  zwar  an  derEiclie 
auf  der  Vltkova  strau,  am  Vogelbeerbaum  an  der  Humpoletzer  Strasse  und  am 
Vogelbeerbaum  an  der  Etozkoser  Strasse. 

/-'.  Thallus  gelbgriin  oder  gelblich. 

a)  Thallus  stark  glanzond. 

47.  I',  conspcrsa  (Chrh.J.  — ■  Thallus  hliutig,  gerundet,  anliegend,  glatt,  in 
tier  Mitte  oft  spreuig,  hellgrunlichgelb,  stark  glanzend,  unterseits  niatt-schwarz,  mit 
dichten  kurzen  Fasern.  Lappen  flach.  Frttchte  ansitzend,  mit  flacher,  dunkel- 
brauner  Scheibe  mit  nach  Innen  gekrttmmtem,  nicht  getheiltem,  spftter  rissig-ge- 
zahntcm  Rande. 

An  Gneis-  und  Granitfclsen  in  ganzer  Deutschrodcr  Umgebung  hiiulig, 
mit  zahlreichen  Frttchten.  Von  den  angefiihrten  Arten  iihnelt  sie  am  nieisten 
P.  oaperata;  von  dieser  aber  durch  den  Glanz,  sowic  durch  regelmassigcre  Thallus- 
ausbreitung  und  Anwesenheit  der  Frttchte  leicht  zu  unterscheiden. 

b)  Thallus  nicht  glanzend. 


21 


48.  P.  caperata  (L.).  —  Thallus  ausgedelmt,  selten  kreisartig  ausgebreitet, 
hiiutig,  anliegend,  wellig-faltig,  niatt-hcllgelb  oder  griingelb,  unterseits  schwarz, 
Warzigrauh  oder  kurz-dicht-faserig.     Lappen  an  den  Enden  gerundet. 

In  der  Unigebung  von  Deutsclibrod  an  Laub-  und  Nadclholzern  selten 
genug.    Ebenfalls  wiicbst  sic  in  der  Unigebung  von  Stok,  Pfibislau  und  Chotebor. 

49.  P.  diffusa  (Web.).  — •  Thallus  klein,  hiiutig,  anliegend,  gleicbraiissig 
griingelb  oder  bleichgelb,  mit  zablreicben  scbwefelgelben  Soredien,  auf  der  Unter- 
seite  scbwarz,  dicbt-faserig.  Lappen  sternartig  ausgebreitet,  gedrftngt  (etwa  milli- 
meterbreit)  und  flacb. 

Sie  gehih-t  in  der  Deutscbbroder  Unigebung  zu  scltenen  Flecbten  und  ist 
stets  steril.  Icb  fand  sie  an  Nadelbaumwurzeln  auf  dem  Hochtann,  im  Sprung  und 
auch  an  Kieferbaumstocken  bei  Habry.  Von  beiden  vorigen  Arten  durch  ihre 
Kleinheit  augenblicklich  unterscheidbar.  Sie  iiknelt  Parmelia  hyporepta  und  aleu- 
rites,  von  deueu  sie  sicb  durch  gelbe  Farbe  unterscheidet.  Durch  zahlreiche,  be- 
doutend  grosse,  rundliche,  gelbe  Soredienhiiufchon,  welche  uianchmal  den  ganzen 
rhallus  wie  gelbes  Mehl  bedecken,  ist  sie  leicht  zu  erkennen. 

C)  Thallus  brauugriin,  gelbbraun  auch  braunschwarz. 

a)  Thallus  mit  aufsteigendcn  Lappen  und  weit  mehr  ziihe  als  der  der 
folgcnden  Arten. 

50.  P.  acetabulum  (Neck.).  Thallus  flachhandgross,  fast  lederartig,  braun, 
am  Rande  brauugriin  oder  graugriin,  ein  wenig  gliinzend,  unterseits  bleicher,  mit 
zerstreuten,  kurzen  Fasern.  Lappen  gerundet  aufsteigcnd  und  am  Rande  audi 
ausitzend.     Friichte  gross,  tief,  rothbraunfarbig. 

Ich  besitze  einige  Stuckchen  mit  Friichten  von  Zdar.  In  der  Unigebung 
von  Deutsclibrod  fand  ich  sie  fruchtlos  nur  auf  drei  Orten  an  Laubholzern,  in 
Nordbfihmen  bei  Sobotka,  an  Welde.  Durch  den  zaheren  Thallus  und  aufsteigende 
Lappen  von  beiden  folgenden  Arten  unterscheidbar.  Durch  die  Farbe  manehen  Stiicken 
von  Parmelia  olivacea,  welche  an  LaubbSumen  wiicbst,  ahnlich.  Ihr  Name  riihrt 
von  den  in  der  -Tugend  stark  vertieften  Friichten  her. 
I)  Thallus  mit  angedruckten  Lappen. 

51.  P.  olivacea  (L.).  —  Thallus  hiiutig,  angedriickt,  schwach  gliinzend, 
breitlappig,  olivengrun  bis  griinbraun,  nackt  oder  durch  Sprossungcn  wie  bcstaubt, 
unterseits  schwarz  mit  helleren  Random  und  dichten,  kurzen  Fasern.  Friichte  an- 
•s'tzend  mit  heller  auch  fiacher,  dem  Thallus  und  dem  diinnen,  ungetheilten  oder 
schwach  gezahnteri  und  glatten  Rande  gleichfarbiger  Scheibe. 

An  Felsen  sowie  auch  Bitumen  hiiufig. 

An  Piiumcn  pfiegen  oberseits  hellere  und  unterseits  hcllhraune  Fornien 
vorzukotamen.  Hire  Oberfliiche  ist  nie  warzig,  wodurch  sie  von  der  folgenden  Art 
leicht  zu  unterscheiden  ist. 

52.  P.  aspidota  (Ach.)  (Imbricarin,  aspera  Mass.  Kbr.).  —  Thallus  hiiutig, 
gliinzend,  giatt  oder  geruuzelt,  mil,  zahlreiclien,  gleichfarbigen,  im  Centrum  ange- 
hiiuften  Warzchen.  Frttchte  mit  bedeutend  grossem,  mit  Warzchen  besetztem 
Rande.  Uibrigens  his  auf  die  GrSsse  der  Sporen  mit  der  vorigen  Art  iiberein- 
stimmend. 


22 

Sie  wiichst  an  Bftumen,  Mit  zahlreichen  Frllchten  an  Birken  in  Leithen 
und  an  VogelbeerMumen  an  der  Chot§bo?er  Strasse. 

53.  P.  dcmissa  Fw.  [Placodium  demissum  Kbr.,  Imbricaria  demissa  (Fw., 
Kbr.)].  —  Thallus  kreisformig,  h&utig,  mebr  als  bei  beiden  vorigen  Arten  ange- 
presst,  in  der  Mitte  ciner  Krustennechte  ahnlich.  Thallus  grunbraun-  auch  griin- 
schwarzfarbig,  im  Centrum  grau  bereift.  Lappen  schmal,  flacli,  am  Rande  wenig 
ausgebreitet,  zipfelig  ausgeschnitten. 

FriicbtG  klein,  dem  Thallus  gleichfarbig  und  mit  ganzem,  ungetheiltem 
Rande.     Sporen  wie  bei  den  anderen  Parmelien. 

Diese  kleine  Parmelie,  etwa  2  cm  im  Durchmessor,  bedeckt  am  Granit  in 
Hammer  einige  m2  grosse  FlSche.  Diese  Art  ahnelt  mebr  einer  Krustennechte  als 
einer  Laubflechte  und  wird  dadurcli  unter  jenen  gew5hnlich  ahgeflihrt. 


Physcia  Fr. 

A.  Fasern  nur  randstiindig. 

54.  Ph.  ciliarie  (L.)  (Hagenia  ciliaris  Esch.,  Anaptycliia  eiliaiis).  —  Thallus 
aufsteigend  und  an  einer  einzigen  Stelle  angewachsen  zu  sein  scheinend,  unterseits 
rinnig,  weisslich,  oberseits  gewfihnlich  graugriin  (weissgrau  bis  graubraun).  Lappen 
mit  zahlreichen,  pfriemenformigen,  gleicbfarbigen  odor  schwarzen  Wimpern.  Frtichte 
fast  gestielt,  mit  braunschwarzer,  anfangs  graubereifter  Scheibe. 

An  iilteren  Pappeln,  Espen  und  anderen  Laubbiiumen  genug  biiulig.  Sic 
ahnelt  den  Strauchflechten,  zu  denen  sie  aucli  geziihlt  wird.  Von  den  Laubllechten 
ahnelt  sie  am  meisten  der  Abart  Physcia  stellaris  adscendens  Fr.,  welche  wie  eihe 
verkrilmmerte  Pliyscia  stellaris  aussieht  und  am  Rande  audi,  faserig  1st. 

B.  Fasern  auf  der  Unterseite  wie  bei  der  Gattung  Parmelia. 
a)  Der  angefcuchtete  Thallus  griin  werdend. 

55.  Ph.  obscura  (Ehrb.).  —  Thallus  hiiutig,  graugriin,  braungriin,  grossten- 
theils  nicht  bereift,  gewohnlich  mit  griinen  Soredien,  unterseits  mit  dicliten,  schwarzen 
Fasern.  Frtichte  mit  braunschwarzer,  nicht  bereifter  Scheibe  und  ganzem,  nicht 
gezahntem  Rande. 

a)  orbicularis  (Neck.).    Thallus  geruudet,   stark  angepresst,   graugriin  pder 

braungriin,   grosstentheils  mit  Soredien,    unterseits   diclit   schwarzfaserig. 

Fruchte  mittelgross. 

Form  cycloselis  (Acli.).    Thallus  braungriin,  Lappen  schmal,   mit  oft  be- 

reiftem  Rande. 
/?)  pulvinaia  (Kbr.).    Thallus  zahe,   aus  kleinen   nackten,  aufrechten  und  zer- 

scbiitzten   Lappen  zusammengesetzt,    dadurch  fast  krustig,   von  schwarz- 

brauner,  unterseits  hellerer  Farbe. 

Haufig  an  Laubbauuien,  seltener  auf  Steinen.  Durch  die  dunkle  Farbe 
nur  der  Art  Physcia  pulverulenta  iilmlich,  von  derselben  aber  durch  die  grfissere 
Thallusfestigkeit  und  nicht  bereifte  Fruchte  unterscheidbar;  Von  alien  Arten  ist  sie 
durch  griinc  Soredien  zu  untorschciden.  Die  Form  cycloselis  wiiclist  liiiufig  an 
Papeln  an  der  Bfevnitzer  Strasse,  and  AJbart  (i)  an  Wurzeln  der  alten  Linde  auf 
dor  Vd.kova  straii. 


23 


56.  Ph.  pulverulenta  (Sehreb.)'.  —  Tliallus  fast  lederartig,  grun-  oder  grau- 
braun,  gewbhnlicb  gran  bereift.  Unterseite  scbwarzfaserig.  Frttchte  mit  braun- 
schwarzer,  gewflhnlicb  bcreifter  Scbeibe  und  dickeni  Rande. 

a)  allochroa  (Ebrh.).    Tliallus  derbbautig,   grau,    angcdriickt,   soredienlos,  un- 
terseits schwarzfaserig,  mit  laugeu,  scbmaleii,  gedrangten  Lappen. 
ji)  pityrea  (Acb.)  (grisea  Lain.).  Tliallus  weniger  derb,  angcdriickt,  weissgrau, 
unterseits  weiss  mit  zahlreicben  Fasern,  Lappen  kurz  und  brcit,  am  Rande 
und  im  Centrum  oft  soredicntragend. 
Y)  fornicata   (Wallr.).     Tliallus   ziibc,  kleinblattrig,    aufsteigend,   Lappen  ganz 
kurz,  sicli  tlieilweise  deckend,  braun,  mit  grauweissen  Soredien. 
Haufig  an  Laubbiiumen  sowie  an  bemoosten   Felsen.    Von  den    benach- 
barten  Arten  die  bereiften  Stiicke  leiclit,  die  uubereiften  durcli  die  vorberrsebende 
braune  Farbe  und  niclir  derben  Tliallus  ktunilich.   Mit  Hilfe  des  Mikroskopes  kann 
man  diese  Art  von  der  folgendcn   audi   dadurcb  unterscbeiden,    dass  die;  Sporen 
vou  Physcia  pulverulenta  in  der  Mitte  bei  der  Sclieidewand   ein  wenig   zusammen- 
gezogen  sind. 

b)  Der  befeuchtete  Tliallus   iindert  die    Farbe  nicbt,   bleibt  grau  oder 

wird  griingrau. 

57.  Ph.  stdlaris  (Lb.).  —  Thallus  derbbautig,  weissgrau  oder  blaugrau, 
unterseits  weisslich,  mit  bell  oder  dunkel  gefarbten  Kascrn.  Frttchte  mit  braun- 
sebwarzer,  oft  blaubereifter  Scbeibe  und  dickem,  nicbt  getbeilteni  oder  gcziilincltem 
Rande.  — 

«)  adpressa  Tli.  Tliallus  kreisrund  aiisgebreitet,  angedriickt,  ziilie,  in  der  Mitte 
wellig   gerunzelt.     Die   randstiindigen    Lappen    nacb    oder    wenig  gewolbt. 
mehr  oder  weniger  von  einander  entfernt. 
f)  adscendens  Kr.  Tliallus  unregelniiissig  aiisgebreitet,  aufsteigend,  oft  in  em- 
zelne  Lappen  aufgelost.     Lappen   am  Rande   bewimpert,    am  Ende  oft  ka- 
putzforiuig  unigcbogen.    Sclten  mit  Friicbtcn,  aber  liiiufig   an  Laubbiiumen. 
Diese  Abart  abnelt  mebr  Parmelia  ciliaris  als  stellaris. 
An    Obstbaumen,    Vogelbeerbaunien    und  andoren  Laubbaumen  h&ufig  vor- 
kommend,  weniger  haufig  auf  Gesteiuen.     Die  Sporen  von  dicser  Art  sind  bei  der 
Sclieidewand   nicbt   zusammcngezogeii,    sind    aber    etwas    kleiner    und    von    lang- 
beber  form. 

58.  Ph.  caesia  (Iloffm.).  —  Tliallus  derbbautig,  angepresst,  weissgrau  oder 
blaugrau,  unterseits  mehr  bleich,  mit  zerstreuten  Soredien.  Die  blattgrauen,  fast 
kugeligen  Soredienbaufcben  sind  wenigstens  in  Centrum  stets  vorbanden.  Lappen 
'ifleatlsch,  vielfacb  getheflt  und  gewiilbt.  Friichte  selten,  anfangs  mit  bcreifter, 
bald  aber  nackter  Scbeibe  mit  diinem,  fast  ganzem  Rande. 

Haufig  an  (iesteiu,  seltener  an  altem,  vcrarbeitetem  Hoi/.  Durcli  viele 
Soredien  gewinnt  sic  die  form  einer  Krustenlleclitc.  Am  moisten  der  vongen  Art 
ahnlich,  durch  die  nie  fehlenden  Soredien  am  sicbersten  zu  erkennen. 


24 


Xanthoria  iv. 

59.  X.parietina  (L.).  —  Thallus  kreisformig  ausgebreitet,  anliegend,  glanzlos, 
gelb  bis  orangenfarbig,  unterseits,  soweit  das  Licht  Zutritt  hat,  heller,  sonst  weiss. 
Spftrlich  faserig.  Lappen  flach,  rundlich,  wellig  gefaltet.  Frttchte  zahlreich,  dem 
Thallus  gleichfarbig. 

f.  rutilans  Ach.  (lobulata  Flke).  Thallus  kleinblatterig,  mit  aufsteigenden, 
sehr  kurzen,  gekerbten  Lappen.  Frttchte  klein,  oft  gedrangt,  dunkler  als 
der  Thallus. 

Vorzugsweise  an  Birken  und  Vogelbeerbaumen.  An  Bauracn  und  Mauern 
gemein. 

60.  X.  lychnea  (Ach.)  (X.  controversa  Mass.,  Kbr.).  Thallus  unrcgelmassig 
ausgebreitet,  ziihe,  kleinblatterig,  aufsteigend  bis  aufrecht,  mit  wenig  deutlichem, 
bittern  (Hanz.  Lappen  fingerforaig  bis  fiederig  getheilt,  oft  soredientragend.  Friichte 
dem  Thallus  fast  gleichfarbig,  dickrandig. 

•)  pyymaea  (Bory).  Thallus  ausgebreitet,  rait  schmalen,  vielfach  getheilten, 
am  Bande  zerrissen-geziihnten,  oft  mit  Soredien  bestaubten  Lappen.  Friichte 
selten. 

P)  polycarpa  (Ehrh.).  Thallus  rait  ganz  kurzen,  fast  kmiuelartig  gedriingten 
Lappen.  Friichte  sehr  zahlreich,  den  Thallus  bisweilen  vollkomiuen  be- 
deckend. 

An  der  Linde  an  der  Vitkova  stran.  An  Eschen  bei  der  Humpoletzer 
Strasse.    Sie  gehort  zu  den  selteneren  Flechten   der  Umgebung  von  Deutscbbrod. 

Candelaria  Mass.  pp. 

61.  C.  concolor  Dcks.  (C.  vulgaris  Mass.,  Kbr.)  —  Thallus  kleinblatterig, 
fast  schuppig,  gelb,  rait  aufsteigenden,  vieltheiligen  Blattcben,  krausein,  kfirnig- 
staubigem  Bande.    Frttchte  kommen  in  der  Umgebung  von  Deutscbbrod  nicht  vor. 

In  Hammer  an  alten  I'.irken  haufig  geaug,  audi  an  Pajppeln  bei  der  beil. 
Trinitiit  in  Deutscbbrod.    Jin  <«anzen  nicht  hftufig. 

Peltideaceae. 
Uebersicht   der   Gattungen. 

Nephromium.  Thallus  beiderseits  berindet,  unterseits  aderlos.  Frttchte 
schildfSrmig,  auf  der  Unterflache  der  verlaagerten  Lappen  angewachsen,  schleierlos. 
Sporen  spindelfermig,  4theilig,  fast  wasserhell. 

J'eltigera.  Thallus  nur  oberseits  berindet,  unterseits  deutlich  geadert. 
Frttchte  schildfSrmig,  der  Oberflache  der  verl&ngerten  Lappen  angewachsen,  in  der 
Jugend  von  einem  bald  zerreissenden  Sehleier  verhiillt.  Sporen  spindel- oder  nadel- 
fo'rmig,  vier-  bis  vieltbeilig,  wasserhell. 


Ncpliromium  Nyl. 
62.  N.  laevigal.um  (Ach.)  (Nephroma  laevigatum  Kbr.).    Thallus  anliegend, 
•■in  wenig  gerunzelt,   graubraun   his  dunkelbraun,   unterseits  nackt  oder  fein  run- 


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zelig-warzig,  von  hellbrauner  bis  djunkelbrauner  Farbe.  An  den  Lappenrandern  pflegen 
blaugraue  Soredien  vorzukommeu.     Fruchte  babe  ich  nicbt  gefunden. 

An  Steinen  und  Baumwurzeln  in  Hammer,  Leithen  uud  am  Hocbtaun. 
Anderswo  habe  ich  diesc  Art  nicht  gesehen. 

63.  N.  tomnntosum  (Hoffm.)  (Nephroma  tomentosum  Kbr.).  —  Thallus  dem 
der  vorigen  Art  durch  die  Form  sowie  audi  die  Farbe  ahnlich,  unterseits  aber 
feiu  und  dichtlilzig.     Fruchte  rothbraun. 

Ich  habe  our  wenige  Stiicke  in  Leithen  vorgefundeu. 

Peltigera  Hoffm. 

A.  Thallus  unterseits  weiss-aderig. 

64.  P.  canina  (L.).  —  Thallus  grossbliitterig,  anliegend,  weissgrau  oder 
braungravi,  augefeuchtet  dunkelgriin,  glatt  oder  fein  verfilzt,  unterseits  ganz  weiss 
oiler  im  Centrum  brftunlich  mit  netzartig  verbundenen,  gleichfarbigen  Adern  und 
Weissen  Fasern.  Fru<Shte  rundlich,  spater  kinglich,  senkrecht  augebeftet,  an  den 
Se'iten  rttckwarts  umgebogen  und  kastauienfarbig. 

Auf  Wiesen,  bei  Waldern  und  anderswo  liiiutig.  Am  meisten  Peltigera  ru- 
fescens  Hoffm.  ahnlich,  von  derselben  aber  durch  mindere  Festigkeit,  weissc  Farbe 
.lunger  Lappen  und  Fasern,  sowie  audi  durch  die  Griisse  unterscheidbar. 

65.  P.  spuria  (Ach.)  (P.  pusilla  Fw.,  Kbr.).  —  Thallus  gegen  den  der  vo- 
rigen Art  klein,  aufsteigend,  aschgrau,  ziihe,  unterseits  weiss  oder  weissgrau,  mit 
gleichfarbigen,  dicken  Adern  und  gleichfarbigen,  sparliclien  oder  auch  fehleuden 
Faserh.  Lappen  fmgerartig  getheilt,  oben  stark  verschmlilert,  jeder  Zipfel  mit 
ciner  fast  rundlichen,  rothbraunen  Frucht  mit  geziibntem  Rande. 

Am  Abhange  bei  der  Pf ibislauer  Strasse  in  Hammer  auf  Sandbodeu.  Durch 
aufrechtes,  kleines  (1  cm  hohes)  Wacbstbum  von  der  vorigen  Art  leiclit  unter- 
scheidbar und  mehr  Peltigera  venosa  (L.)  ahnlich. 
/'.  Thallus  unterseits  mit  braunen  Adern. 

a)  Thallus  durch  die  zusammenfliessendeu,  grauen  Adern  unterseits  grau, 
mit  spiirlichen  helleren  Flecken. 

66.  P.  malacea  (Ach.).  —  Thallus  feucht,  mehr  als  der  der  ubrigen  Arten 
schwammig,  grossbliitterig,  anliegend,  mit  aufsteigenden,  meist  eiugerollteu  Bandern, 
grunbrauu  und  angefeuchtet  blaugrunfarbig.  Einde  dick,  leicht  aufberstend.  Fruchte 
senkrecht  oder  quer  ausitzend,  dunkelbraun. 

Diese  Art  sammelte  ich  an  den  Chlystover  Felsen,  in  Hammer  unter  Schenkel- 
hof  und  im  Sprung.  Fruchte  fand  ich  nur  hinter  Herlifa  im  Walde  bei  der  Strasse. 
I>urch  die  dunkle  Unterseite   von  alien  leicht,    durch  die  Oberseite  aber  von 
manchen  Arten  fast  nicbt  zu  unterscheiden. 

>>)  Unterseite  mit  zalilreicheu,   durch  deutlicher  getreunte,   graue  Adern  ent- 
standenen  Zwischenraumen  (gewohnlicu  liingliche,  weissliche  Flecke). 
«)  Fruchte  senkrecht. 

*  Thallusoberseite  warzenlos. 

67.  P.  rufescens  (Hoffm.).  -  •  Thallus  derb.  grossbliitterig  (doch  aber  von 
kleineren  Dimensionen  als  I >«-i   Peltigera  canina),  anliegend,   mit  aufsteigenden  oder 


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krausen  Ilandern,  feinnlzig,  grau  oder  graubraun,  ini  Alter  nackt,  hraun.  Rinde 
leicht  berstend,  Thallus  unterseits  weisslich,  mit  schwarzbraunon,  zmsammenflies* 
senden  Adern  und  graubraunen,  filzigen  Fasern.  Friichte  wie  bei  Peltigera  canina 
und  audi  zahlreicher. 

Die  biiuligste  Art  in  der  Umgebung  von  Deutscbbrod.  Am  meisten  am 
Wartberg  und  an  Rainen  von  Zabinec.  Aosser  den  bei  Peltigera  canina  aufge- 
fiibrten  Merkmalen  nnter.sclieidet  sie  sich  von  dieser  dnrch  die  iin  trockenen  Zu- 
stande  br&unere  Farbe,  grossere  Festigkeit  und  schmiUere,  an  den  Riindern  krause 
Lappen.  — 

68.  P.  polydactyla  (Hoffm.).  —  Thallus  grossbliitterig,  aufsteigend,  gl&nzend 
glatt,  blaulichgrau  oder  graubraun,  angefeucbtet  graugriin  oder  dunkelgrun,  unter- 
seits mit  schwiirzlicheii,  im  Gentruni  zusaminenhicssenden  Adern  und  dunklen 
Fasern.  Lappen  vieltbeilig,  die  unfruehtbaren  rundlicli,  die  fruchttragendcn  viel- 
tlioilig,  holier  uud  fingerformig  getbeilt. 

An  sonnigeu  und  bemoosteu  Pliitzen.  Am  meisten  an  der  Menouskova 
strati  und  im  Walde  hinter  Obciny.  Durch  den  Glanz  und  Gliitte  von  anderen 
leicht  untersclieidbar.  Die  sterilen  Stucke  sobr  scbwer,  wogegeu  die  fructilicirenden 
Stucke  durch  die  senkrecbte  Lage  der  rothbraunen  Friichte  von  Parmelia  horizon- 
talis  leicht  zu  imterscbeiden.  Bei  den  sterilen  Stiicken  muss  man  darauf  Riicksicbt 
nehmen,  dass  Parmelia  horizontals  stattlicber  ist,  breitere,  gerundete  Lappen  und 
starkere  zahlreichere  Fasern  besitzt  als  Parmelia  polydactyla. 

**  Tballusoberseite  mit  zahlreichen  Warzen. 

69.  P.  aphthosa  (L.). —  Thallus  (wie  bei  alien  anderen  bis  aufdie  Parmelia 
malacea)  zahe,  grossbliitterig,  anliegend  graugrtln  (angefeuchtet  apfelgriln)',  glatt, 
mil.  breiten,  geruudeten  Lappen.  Friicbte  rundlicli,  mit  zerrissen-gezfihntem  Rande. 
Wiirzebeu  stielstandig.     Am  Spitalabhango  und  in  Leithen. 

Iin  (lauzen  selten.     Durch  zahlreiche  Warzchen  aid'  dcm  Thallus  von  alien 
und  durcli  grossere  Dimensioned  aller  Theile  von  manchen  untersclieidbar. 
/S)  Friichte  wagerecht. 

70.  P.  horizotitalis  (L.).  —  Thallus  gross! (latter ig,  breitlappig,  anliegend, 
glanzend  glatt,  blaulichgrau  oder  graubraun,  angefeuchtet  dunkelgruu,  unterseits 
mit  starken  Fasern.  Fruchtlappen  verkiirzt.  Friicbte  gerundet,  mit  schwar.b  ge- 
zahntem  Rande.    Onfruchtbare  Lappen  gross,  rundlicli. 

Am  Abliange  uuter  Schenkelhof,  im  Sommerwalde  und  hiiuiiger  in  Leithen. 
Die  fiuctificirenden  Stucke  durch  die  wagerechte  Lage  der  Friichte  von  anderen 
leicht  zu  uuterscheiden.  Durch  den  Glanz  am  meisten  Peltigera  polydactyla  ahnlich. 

71.  P.  venosa  (L.)  (Phlebia  venosa  Wallr.). — Thallus  einblatterig  und .  klein 
(2 — 3  cm  lang),  aufsteigend,  mit  vers chmiiler tor  Pasis,  im  Ganzen  facherfonnig 
gekerbt,  graugriin,  angefeuchtet  heUgrtth,  unterseits  ohne  Fasern.  Frflchte  rundlicli, 
graubraun,  mit  nicht  getheiltem  Rande. 

Diese  seltene  Art  fand  ich  in  der  Terasse  hinter  der  St.  Salvator-Kapellc. 
Dei  Schlappeuz  hat  sie  der  Heir  Pfarrer  Stransky,  im  Rozkoser  Thale  und  an  der 


Vftkova  stnln  meine  Schiller  gefunden.    Von  Peltigera  spuria    (lurch    die    Farbe 

zu  unter- 


der  Oberseite  und   duiv.h  die 
scheideu. 


braunen  Fasern  auf  der  Unterseite  leicht 


«■ 


27 


Umbiliearieae. 
Uebersicht  der  Gattungen. 

Umbilicaria.  Thallus  einbllitterig,  auf  der  Unterseitc  ohne  Haftfasern. 
Sporen  braun,  uach  mehreren  Richtungen  getheilt,  m  je  1 — 2  in  einem  Schlauche. 

Gyrophora.  Thallus  einblfittBig  oder  mehrblattrig,  unterseits  nackt  oder 
faserjg.  Friichte  selten  einfach,  meist  rillig  zusammeugerollt.  Sporen  nicht  getheilt, 
wasserhell,  zu  je  8  in  einem  Sporenschlauche. 

Umbilicaria  Iloffm. 

72.  U.  post,ulata  (L.).  —  Thallus  einbliittrig,  hiiutig,  am  Rande  zipfelig 
gelappt,  graubraun,  graubereift,  mit  zahlreichen,  biischell'onnigen  Auswiichsen. 
Thallusunterseite  ohne  Fasern,  mit  zahlreichen,  an  Grosse  variireuden,  oberseits 
Tafeln  bUdenden  Grubchen. 

In  der  Umgebung  von  Deutschbrod  our  an  den  Felsen  bei  Podebab  ge- 
fundeu.  Thallus  gewohnlich  bis  1  dm  breit,  steta  aber  fruchtlos.  Bei  ChotSbof 
lii'mliger. 

Gyropliora  Ach. 

A.  Thallus  unterseits  grau. 

7.3.  G.  Ursuta  (Ach.).  —  Thallus  papierartig,  fast  schlafl',  einblfittrig,  weiss- 
grau,  be  re  if  t  und  feinrissig,  unterseits  hellrothbraun  bis  dunkelbraun,  beini  Nabel 
dunkler.    Nur  steril. 

Am  Felsen  bei  PodSbab  gemeiusam  mit  Umbilicaria  und  Endocarpon  mi- 
niatum.  — 

74.  (}.  cylindrica  (L.).  —  Tliallus  (der  bei  Prod  entdeckten  Stiicke)  ein- 
blftttrig,  zipfelig-Iappig,  fast  glatt,  grau  und  grau- bereift,  mil,  schwarzfaserigem 
Rande.  Thallusoberiftche  rotligrau  mit  spiirlichen  Fft»ern.  l''riiclite  sit/end,  fast 
gerundet,  unvollkommen  eutwickelt. 

An  Steinen  des  Eisenbahndammes  nur  einige  Stiicke  vorgefuuden,  die  wahr- 
Soheinlicli  wie  andere  Pergpllanzen,  z.  B.  auf  demselbeu  Damme  durch  zwei  Jalire 
erschienenes  Ilioraoium  aurantiacum,  von  der  Pahn  lierbeigeschleppt  worden  ist. 
Durch  den  bewiiapsrten  Hand  von   der  vorigen  untersclieidbar. 

B.  Thallus  auf  der  oberen  Seite  grunbraun  bis  schwarz,  angefeuchtet  griin 
Werdend. 

75.  G.  polyphylla  (P.).  —  Thallus  dunnhiiutig,  fragil,  ein-  oder  mehr- 
bmttrig,  feucht  braungriin,  unterseits  schwarz,  glatt  und  nackt.  In  tier  Umgebung 
von  Deutschbrod  ohne  Fruchte.  Von  Studierendea  bei  Lipnitz  (tta  Lipnici)  gefunden ; 
'"  def  naheren  Umgebung  von  Deutschbrod  babe  ich  sic  sowie  audi  die  folgende 
Art  nicht  geseheu. 

7G.  G.  deusta  (L.)  (0.  ttocculosa  |Wulf|  Kbr.).  -  Thallus  dttnnblutig, 
grunbraun  oder  griinschwarz,  feucht  braungrun,  unterseits  gcrunzelt,  feinschuppig. 
R&nder  ruckw&rts  omgebogen:    (Msrseite  glatt,  schwarz  und  grubig. 

Nur  bei  Lipnit'z  (na  Llpnice)  und  steril. 


28 


Endocarpeae. 
Die  Gattung : 

Endocarpon.    'Phallus  einblfittrig  oder  mehrbEttrit 
Sporen  nicht  getheilt,  wasserhell. 


beiderseits  berindet. 


Endocarpon  Hod  wig. 

77.  E.  miniatum  (L.).  —  Thallus  ciu-  oder  mehrbliittrig,  mit  gerundeten 
Lappen,  sehr  ziilie,  rothbraun  oder  graubraun,  grau  bereift,  unterseits  glatt  odei 
warzig  gerunzelt,  hell-  oder  dunkelbrauu.  Miindimg  der  iin  Thallus  verborgenen 
Frucht  schwarz,  flach  oder  wenig  gewfilbt. 

In  der  Umgehung  von  Deutschbrod  wiicbst  sie  an  den  Chlystover  und  Po- 
dgbftber  Felsen.  Ich  fand  sie  auch  bei  Ilonov  in  der  Nahe  von  PHbislau  und  in 
der  [Jmgebung  von  Selau  (Zeliv). 

Die   in  Bdhmcn  entdeckten,   in   der  Umgebnng  von  Deutschbrod  aber 

fehlenden  Laubflechten. 

Cetraria  cuculata   (Beel.).     Ini   Riesengebirge   hiiufig.     Von   mir  selbst  an 
der  Schneekoppe  gesammelt 
„         nivalis  (L.).    Gemeinsam  mit  der  vorigen  Art. 
„        odontella  Ach..    Jeschken  bei  Libenec  (Dr.  Schmidt  u.  Weicker). 
„        juniperina  (L.).  Ach.  Von  Mann  unter  den  bohmischen  angefuhrtV 
Sticta  pulmonaria  (L.).     Bei  Mlhrisch-Zdar.  In  der  Umgebnng  von  Tabor. 
(Alex.  Bernard). 
„      scrobiculata  (Scop.).    Im  Walde  bei  Neu-Paka  (Mann),  bei  Karlsbad 

(L.  K.),  bei  Tabor  (Alex.  Bernard). 
„       linita  Ach.     Riesengebirge  (Kbr.),  bei  Tabor  (Alex.  Bernard). 
„       herbacea  Huds.    Nach  Man  in  Bohmeny 
Stictina  silvatica  (L.).    Nach  Mann  in  BohmenV 

„        fuliginosa  (Dicks.) Eeichenberg (Siegmund).  Bei Tabor (Alex Bernard ). 
1'armelia  encausta  (Sm.).     Auf  dem  Kamme   des    Kiesengebirges    (Stein). 
Jeschken  (Rbhrst.).    Im  Uiesengrunde  (Novak). 
„  sinuosa  (Sm.).    An  Baumen  im  Elbgrunde  (Stein). 

„  saxatilis  panniformis  Ach.     Jeschken  (Bbhrst). 

„  sty</m  (L.).     Jeschken  (IU)lirst). 

„  var.  lanata  (L).     Biesengrund  (Novak). 

„         fahlunensis  (L.).    Jeschken  (Ublirst).    Im  Uiesengrunde  von  mir 

selbst  gesammelt. 
„  hypmopta  Ach.     Ich  habe  sic  im  Riesengebirge   gesammelt  und 

erkannt,  dass  in  der  Umgebung  von  Deutschbrod  uur  Parmelia 
aleurites  wiiclist,  welche  jener  sehr  ahnlich  ist. 
Solorina  crocea  (L.).  Schneekopj)e  (Mosig).  Schneegru.be  (Limn.). 
„  saccata  (L.).    Beide  Abarten  am  alten  Bergwerk. 

„       genuina  Kbr.  Beim  Aupaf'all  (Fw.,  Kbr.),Teufelsgiirtchen(St.). 


29 


Solorina  saccata  spungiosa  Sm.  (limbata  Smf.).  Am  alten  BergwerkFw.,  Kbr.). 
Gyrophora  hypcrborea  (llolfin.).    Jeschken  (Siegni.).    I>»   Biesengebirge  von 
mir  selbst  gesamfielt. 
„  erosa  (Web.)-    Jeschken  (Rbhrst.). 

„         proboscidea    (h.).    Jeschken   (Fw.).    Im    Riesongebirge    hiiutig 

(Novak). 
„  spodochroa  (Ehrh.).     Bohinerwald  (Rbhrst.). 

Abart  depressa  (Ach.).    Hiuing  im  Riesengebirge  (Stein). 
Endocarpon  fluviatile  (Web.).    Teufelsgiirtcben  (Lad.),   an  Steinen  in  der 

A  u  pa  (Fw.,  Kbr.). 
Lcnormandia  viridis  (Ach.).  Schneekoppe  (Stein). 
„  Jungermanniac  Dell.    Riesengebirge. 


Ill  Die  Krustenflechten  der  UmgebuDg  von  Deutschbrod, 

Thallus  mehr  oder  weniger   krustig,  mit  der  ganzen  Basis  angewacbsen. 

Die  hochst  cntwickelten  Formen  besitsen  einen  aus  tichuppen  zusammengcsctzten 
Thallus,  bei  denen  auch  die  Rindenschicht  uuf  der  untercn  Seitc  mehr  oder  weniger 
entwiqheU  ist.  Darauf  folgen  diejenigcn,  dcrcn  Thallus  krustig  und  nur  an  der 
Peripherie  lappig  ist,  und  endlich  die  mit  nur  krusligem  Thallus,  denen  die  Rinden- 
schicht unterseits  vollkornmen  fehlt. 

Uebersicht  der  Familien. 

A.  Gymnocarpi. 
«)  Die  anfangs  goschlossene  Fruchtscheibe  Sfihet  sich  sptiter  mehr  oder  we- 
niger  und  ist  gerundet  (nur   (lurch  aussorlichcn  Einthiss   oder  durch  das 

Altei  anders  gestaltet). 

Pamarieae.  Thallus  klcinblattrig  oder  schuppig-krustig,  beiderseits  be- 
rindot.  Ohromidien  blaugriin.  Friichte  mit  eigenem  Gehiiuse  und  auch  vom  Thallus 
u»ehr  oder  weniger  berandet. 

Lecanoreae.  Friichte  anfangs  geschlossen,  spater  geoffnet,  gerundet,  scheiben- 
formig,  mit  einem  Ohromidien  enthaltenden  Thallusrande.  Paraphysen  gedriingt, 
aufrecht,  wenig  oder  gar  nicht  verzweigt. 

Pertusarieae.  Fruclitscheibe  punktformig,  in  Thallus  wiirzclien,  selten  schei- 
benartig  erweitert  und  vom  Thallus  berandet,  den  vorigen  ahnlich.  Durch  die  kleine 
Fruchtscheibe  aber  und  die  schlaffen,  verschiedenartig  verastelten  oder  bogigen 
Baraphysen  in  schleimiger  Masse  kentlich.  Durch  die  aussere  Form  almoin  viele 
von  ihuen  den  Angiocarpen,  lassen  sich  aber  von  denselben  durch  das  weiche  Exci- 
pulum  und  die  weiche  Subhymenialschicht  unterscheiden. 

Lecideae.  Friichte  gleich  vom  Anfang  an  geoffnet,  rundlich-scheibenartig, 
ohne  Thallusrand.  Im  eigeuen  Gehiiuse  (Excipulum)  koine  Ohromidien  vorhanden. 
Wenn  aber  der  Thallus  doch  einen  Rand  bildet,  so  ist  derselbe  nicht  ausdauernd. 


30 

b)  Fruchtchcibe  nur  rundlich  oder  verUiii^cit. 

Graphideac.  Frttchte  strichlSrmig  oder  uttregelffl&ssig  rundlich  oder  fleck- 
formig,  einfacli  oder  sternartig  gruppirt.  Kruste  einfach,  gelbgrtine,  rothbraune 
oder  braunrothe  Chromidien  einschliessend. 

B.  Angiocarpi.  Thallusschicht  uniwandelt  sich  in  eine  weiche  Masse, 
welehc  von  eincm  harten  Excipulum  bedeckt  ist,  in  dem  nur  am  Scheitel  eine  runde 
oder  strahlige  Offnung  entsteht. 

Verrucarieae.  Kruste  cinformig,  grime,  durcli  Thcilung  fortwachscnde  Chro- 
midien  enthaltend. 

l'yrenulaceac.  Kruste  einfacli,  gelbgriino  oder  rothbraune  Kottonehromidieu 
enthaltend. 

Ir*aiinixfica,e. 

Gattung  : 

Panridria.  Thallus  blattrig-schuppig,  in  der  Mitte  krustig  werdend,  an!' 
bleibendem,  blauschwarzem,  dcutlichem  Protothallus  ibrtwachsend.  Sporen  nicht 
getheilt  (Nro.  1). 

Pannaria  Del. 

78.  J',  brunnea  (Sw.).  Thallus  blattrig-schuppig,  graubraun  bis  durikelbraun. 
Schuppen  derb,  tief  zerschlitzt,  gedriingt,  sehuppig-kornige  Kruste  bildend.  Proto- 
tliallus schwarz.  Frttchte  cingesenkt,  mit  tlacher,  fast  brauncr  oder  schwarzbrauner 
Scheibe  mit  bleibendem,  geziilmtem  Thallusrande. 

f.  coronata  (Hoffm.).    Thallus  kornig-sehuppig,   blaulichgrau  oder  griinlich- 

grau.    Fruchjsrand  kornig. 
Bisher  nur  auf  diirrem  Boden   unter  dem  Pulverthurm   bei  Deutsehbrod. 
Sporenzeichnungen  660mal  vergrSssert  hinten  (Nro.  1). 


Lecanoread 

Uibersicht  der  Gat  tun  gen. 

A.  Frttchte  schliissel-  oder  scheibenforiuig. 

a)  Thallus   klein-blattrig-schuppig  oder  im   Centrum   krustig   uud  am  Ramie, 
lappig  (Placoidineae). 

Gasparrinia.  Sporen  zu  jc  8,  polarzweitheilig.  wasserhell  (Nr.  2).  Thallus 
in  der  Mitte  (grosstentheils)  krustig,  am  Uinfange  blattrig-lappig. 

Placodium.  Sporen  zu  je  8,  ungetheilt,  wasserhell.  Thallus  schuppig  oder 
im  Centrum  krustig  und  an  der  Peripherie  bliittrig. 

Acarospora.  Sporen  schr  zahlreich,  ungetheilt,  wasserhell.  Frttchte  anfangs 
erngesenkt.  Thallus  bliittrig-eingescnkt  oiler  im  Centrum  krustig  und  am  Rande 
schup|)ig  oder  krustig. 

b)  Thallus  einformig-krustig.  Frttchte  ansitzeud  oder  eingcscnkt  (Fulecanoreae). 


31 


a)  Sporen  zwei-,  vier-  oder  vieltheilig. 
*  Sporen  wasserhell. 

Callopisma.  Sporen  polarzweithoilig,  farblos  (Nr.  3  u.  4).  Frttphte  mit 
eigenem  Rande  und  bleibondem  (nur  bisweilen  verschwindendem)  Thallusrande. 

Lecania.  Sporen  viertbeilig,  farblos  (Nr.  5  u.  6).  Fruchte  eigenen  Ramies 
cntbebrend,  nur  vom  Thallus  berandet. 

llaematomma.  Fruchte  ausitzend  bis  eingesenkt,  mit  eigeneni  und  Thallus- 
Fxcipulum,  welches  aber  bald  verschwindet.  Sporen  wasserhell,  vier-  auch  viel- 
theilig,  haarformig. 

Dimerospora.     Sporen  ellijtsoidisch,  quer  zweitheilig,   farblos  (Nr.  7  u.  8). 
Fruchte  mit  Thallusrandc,  eigeneni  Rande,  oder  auch  randlos. 
**  Sporen  braunschwarz. 

Rinodina.  Sporen  braunschwarz,  zweitlieilig,  selten  viertbeilig  (Nr.  9—11). 
Fruchte  nur  rait  Thallusrandc. 
ft)  Sporen  einfach,  ungetheilt. 

Lecanora.  Sporen  farblos,  nicht  getheilt,  Klein  (Nr.  12—15).  Fruchte 
grosstentheils  nur  mit  Thallusrand,  selten  mit  eigencm  Rande. 

Aspicilia.  Sporen  ungetheilt,  wasserhell  (Nr.  16  u,  17).  Friichte  eingesenkt, 
mhugs  oft  mit  krugformiger,  spiiter  fast  flachor  Scheibe.  Chromidien  einzeln,  hell- 
grun,  dunnhautig. 

Ausserlich  dcr  (iattung  Urceolaria  iihnlich,  durch  Sporen  aber  leicht  kenntUch. 

B.  Friichte  krugfiJrmig  (das  Hymenium  bedeckt  die  Basis  der  oberlmlb 
verschmalerter  kleiner  Hohle)  und  eingesenkt.    Thallus  krustig. 

Gyaleda.  Fruchte  krugformig  mit  fleischigem  (nie  kohligeni)  Excipuluni: 
sporen  farblos,  quer-  und  langsgetheilt,  erst  viertbeilig  (Nr.  18). 

Urceolaria.  Sporen  vielthcilig,  nach  mehreren  Richtungen  getheilt,  duukel 
gefftrbt  (Nr.  19).  Fruchte  krugformig,  eingesenkt,  mit  eigeneni,  schwarz  gewordeiiem 
Excipulum,  welches  die  Scheibe  berandet;  urn  den  eigenen  Rand  zieht  sich  nocli 
der  Thallusrand  herum. 


ki 


Gasparrinia  Tornab. 
79.  G.nmrorum  (lloiliu.)  (Amphiloma.  miironuii  Kbr.).    Thallus  angedriiekt, 
'eisffirmig  verbreitert,  mit,  dicken,  gewolbton  Lappen,  im  Centrum  krustfg-wayzig, 
am  Rande   blattrig.     Friichte  anfangs  mit  vertiefter,  spiiter  gewblbter,   rothgelber 
Scheibe  mit  nicht  getheiltem  Rande. 

«)  major  (Whlbg.)   (vulgare  Kbr.).    Thallus  grosser,  mclir  dorb,  hellgelb  bis 

dottergelb,  oft  fein  bereift. 
ft)  miniata  (Hoffm.).    Thallus  kleiner,  rothgelb,  nicht  bereift. 

An  alten  Mauern  in  Deutschbrod.  Ad  Fclsen  in  Bfevnic.  An  alten  Zaunen 
und  Espen  mit  verkriimmertem  Thallus.  Die  SpOreB  <i.r>0mal  vergrossert  hinten 
(Nro.  2). 


32 


Placodium  Hill. 

80.  P.  auxicolum  (Poll.).  Thai  his  angedrttckt,  fest  angewachsen,  in  der 
Mitte  schuppig-rissig.  Lappen  gedrangt,  flach,  mit  ausgeschnitten-gekerbten  Randern. 
Friichte  im  Centrum  zahlreich,  angedrttckt,  anfangs  rait  flacher,  spiiter  gewolbter, 
gelbbrauner  bis  dunkelbrauner  Scheibc  und  schlaffem,  wellig  geziihneltcin  Thallus- 
rande.  — 

a)  vulgare  Kbr.  Thallus  gelbgrttn,  nicht  bcreift,  mit  dttnnem,  bliittrigem  Rande. 
In  der  Untgebung  von  Deutschbrod  an  Steinen  und  alten  Ilolzern  sehr  hftuflg. 
An  feuchtem  Gcstein  Thallus  schwiicher  und  Frttchte  wettiger. 

81.  P.  albescens  (Hoffifl.)  (Lccanora  galactina  [Ach.]  Kbr.  Syst.).  Thallus 
weinsteinartig,  mehlig,  angedrttckt,  weissgrau,  im  Centrum  gerunzelt-warzig,  an  der 
Peripherie  strahlend  gelappt.  Friichte  in  der  Mitte  angehauft,  mit  flacher  schmutzig 
rothbrauner  oder  blaugrauer,  nackter  oder  dttnn  berciftcr  Scheibe  und  bleibendem, 
weisslichem,  wellig-bogigem  Thallusrande. 

An  alten  Ma.uern,  bcsonders  an  der  Klostcrmaucr  gemein. 

Acarospora  Mass. 

82.  A.  discreta  (Ach.)  (A.  smaragdula  Kbr.  p.  m.  p.).  Thallus  last  knor- 
l>elig,  angedrttckt,  aufgedunsen-schuppig,  gran  oder  schwarzbraun.  Schuppen  unter- 
seits  schwarzlich,  rural lich,  grosstentheils  zu  einer  lockeren,  rissigen  Kruste  ver- 
einigt.  Friichte  einzeln  oder  zu  mehreren  in  jeder  Schuppe  eingesenkt,  rait  flacher, 
fast  gleichfarbiger  Scheibc  und  dickeni,  ungetheiltem  Thallusrande. 

In  der  Umgebung  von  Deutschbrod  an  Cestein  hiiufig.  Sporen  im  Schlauch 
sehr  zahlreich  etwa  1  (i  breit  und  3 — 5  p*)  lang. 

83.  A.  fuscata  Schrad.  Thallus  knorpelig,  locker  anliegend,  im  Centrum 
risaig,  an  der  Peripherie  sehuppig,  graugriiu,  graubraun  bis  dunkelbraun,  schwaeh 
gl&nzBncL  Schuppen  rund  oder  kantig-rund,  unterhalb  schwarz  rait  gedunsenem, 
geziilmtem  Rande.  friichte  zu  je  1—3  in  jeder  Schuppe  cingosenkt,  rundlich  oder 
fast  rillenformig,  vom  Thallus  berandet. 

rufescens  (Turn.)  (A.  suiaragdulax  vulgaris  Kbr.  pp.).  Thallus  dicker,  matt 

braun.  Friichte  eingesenkt,  entwcder  dauernd  punktformig  oder  spater  ver- 

schiedenartig  eckig. 

f.  smaragdula  (Whlbg.).  Thallus  gelbgrttn  oder  graugriin. 

An  Urgestein  hftuflg;  die  Form  smaragdula  1st  in  der  Umgebung  von 
Deutschbrod  weniger  hiiufig. 

Von  der  vorigen  Art  an  dem  aufgedunsonen,  aufgehobenen  Rande  der 
Schuppen,  zaheren  Thallus  und  unregelmassigcren  FrttChten  zu  untorscheidon. 

Callopisma  I)e  Not.  em. 

a)  Viele  Sporen  im  Schlauche  (iiber  20). 

84.  C.  vitellina  (Ehrh.)  (Candelaria  vitellina  Mass.,  Kbr.).  Kruste  wein- 
steinartig,  hellgelb  oder  dottergclb  und  dem  woisslichen  Protothallus  angewachsen. 

*)  ft  =  O'OOl   mm. 


33 


Frtichte  sitzend,  mit  flachcr  oder  ein  wenig  gewolbter,  gleichfarbiger  oder  schmutzig 
gelbgrttner  Scheibe  und  mit  hervorragendem,  nicht  gethciltcm  oder  kornig  ge- 
zahntem  Rande. 

An  verschiedenem  Gestein,  Mauern,  altem,  verarbeitetem  Holze  (die  Schindel- 
dacher  pflegen  ganz  gclb  zu  sein)  selir  haufig.  Dieser  Art  iihneln  viole  andere, 
koine  von  ihnen  besitzt  aber  eine  solclie  Mengo  von  Sporen. 

&)  Schlauche  mit  8  Sporeu. 

85.  G.  pyraceum  (Ach.)  (C.  luteoalbuni  Kbr.).  Kruste  dtinn,  kornig-staubig, 
weisslich  bis  schmutzig-grau,  oft  fehlend,  auf  weissem  Protothallus,  Fr ii elite  klcin, 
erst  oingesenkt,  bald  sitzend,  mit  flaclier  orange-  oder  dottergelber  Sclieibc  und  mit 
woisslichera,  diinnem,  ungctlieiltem,  spitter  verschwindendem  Rande.  Die  Sporen 
650mal  vergrossert  binten  (Nr.  3). 

f.  holocarpum  (Ehrli.)  (0.  aurantiaeum  var.  Kbr.).  Kruste  fast  fehlend, 
Frtichte  gedr&ngt,  mit  dunkel-  orangegelber  Scheibe  und  bollcrem,  ver- 
schwindendem Rande. 

An  Pappeln  und  Espen  haufig.  Nur  mit  Ililfc  des  Mikroskopes  von  8hn- 
hchen  Arten  untersclieidbar. 

86.  C,  cerinum  (Ehrh.).  Kruste  zusanimciihangend,  kiirnig-warzig,  grau, 
tlunn,  auf  blauschwarzem  Protothallus.  Frtichte  ansitzend,  mit  flaclier,  gelbcr 
'  l'l,cl°o  und  diinnem,   nicht  gethciltcm,   grauweissem,    ausdauerndcin  Thallusrande- 

Einige  Stiickchon  habe  ich  an  cinem  Sporbcrbaume  an  der  llunipoletzer 
' trasse  und  einer  Espe  an  dcr  PJibislauer  Strasse  gefunden.  Von  anderen  Arten 
leicnt  dadurch  untersclieidbar,  dass  der  Tliallusrand  dcr  Frucht  ausdaucrt  und 
anders  gefftrbt  ist  als  die  Scheibe.    Sporen  660mal  vergrossert  Mnten  (Nr.  4). 

87.  C.  ferrugihmm  (Huds.)  (Blastenia  ferruginca  Kbr.).  Thallus  dtinn,  zu- 
sanunenblngend,  glatt  oder  warzig  bis  rissig,  weissgrau  bis  scliwiirzlich,  auf  schwarz- 
grauem  Protothallus.  Frtichte  eingesenkt  bis  sitzend,  rait  flaclier  oder  schwach 
gewolbter,  rostigrothcr,  braunrother  bis  schwiirzlicher  Scheibe,  mit  gleichfarbigem, 
a«sdauerndem,  eigenem  Rande  und  verschwindendem  oder  vollkommen  fehlendem, 
weissgrauem  Thallusrande. 

obscurum  Th.  Fr.  Kruste  dtinn,  kornig  bis  rissig,  dunkelgrau  bis  schwiirzlieh. 
Frtichte  klein,  angedriickt,  rait  gelbrother,  rostigrothcr,  rothbrauner  bis 
schwiirzlicher  Scheibe  und  grosstentheils  mit  bleibendeni,  diinnem  eigenem 
Rando,  ohne  Tliallusrand.  Sporen  fast  wie  bei  der  vorigen  Art. 
Fine  der  Gattung  Blastenia  ahnliche  Abart;  in  dcr  ganzen  Umgebung  an 
btemen  haufig. 

Lccania  Mass. 

88.  L.  syringea  (Ach.)  [L.  fuscclla  (Schaer.)  Kbr.].  Kruste  schr  dtinn, 
sornig-staubig,  schmutziggrau  oder  weisslichgrau,  bisweilen  auch  fehlend,  auf 
weisslichem  Protothallus.     Frtichte  angehauft,  sitzend,   klein,   mit   bald   gewiilbtcr, 

>rauner  bis  schwarzlichbrauner,  schwach-grau-staubiger  Scheibe  und  nicht  ge- 
theiltem,  verschwindendem  Thallusrande.  Sporen  bis  zu  16  in  cinem  Schlauche; 
dieselben  650mal  vergrossert  siehe  hinten  (Nr.  5). 


34 

An  Pappelm  mid  Espeo  Mu&g.  &.usserlicii  ein-igan  Flfle&tena  ahaliob,  von 
denselben  aber  mil,  Hilfs  des  Mifcroskopes  leAcht  m  imtetfaeheideai*  Friicbte  East 
0*5  mm  breit.  Paraphysen  br&ualich  uad  die  Subhymenialschicht  wasserhell.  Sporen 
farblos  oder  schwach  braualch  and  gewohalioh   nicht  gekrummi 

81).  L.  Koerleriana  Labm.  Kruste  diina,  koraig^chuppig  odor  k8rhig- 
staubig,  grtiubraua  oder  weissgrau,  bisweilen  fehlend,  auf  undeutlicbem  Prototballus. 
Frtichte  erst  eingesenkt,  dann  Kit/end,  mit  bald  gewolbter,  nackter,  braunsehwarzer 
Scheibe  unci  bellem,  diiunom,  bald  vei\sebwiudendem  TbaUussaade.  Sporeii  zu  je  8i 
taeist  gekcttimmL    Siete  die  Sporen  660mal  fergrgssert  binten  (Nr.  6). 

Gettteinsehaftlich  mit  dor  vorigcn.  Art  an  alten  Pappeln  an  der  lifcviiitzor 
Strasse.  Von  der  vorigen.  Art  durcb  den  felilenden  1,'eif,  dnnklere  Srlieibenfarbe, 
sowie  audi  etc  wenig  machtigere  Kruste  uuterscbeidbar.  Miaache  Sporen  sind  an 
den  Septen  unbedeutend  edageaGbnurt. 

Haematomma  Mass. 

90.  //.  coccineum  (Deks.).  Thallus  weinsteinartig,  weiss  oder  hellgelblich. 
auf  faserigem,  weissem  Protothallus.  Frilchte  klein,  eingesenkt,  mit  flacher  oder 
riu  wenig  gewolbter,  bell  blutrotbcr  Scboibe,  mit  eigonem,  uadeutlicliem  Rande 
und  grossteatheils  mit  machtigem  and  staubigem  Thalkisraade. 

An  Graaitblocken  in  Hammer  atn  linkea  Cfer  iles  S'azaVa*Fluss«s  genug 
hauflg.    Anderswo  babe  icb  sie  bisher  aicht  gcsebon. 


Dimerospora  Th.  Fr. 

91.  D.  cyrtdla  (Acb.)  (Biatorina  sambucina  Kbr.).  Kruste  /art,  grossteri 
theils  koruig-staubig,  schnmtzlg  graugriin  bis  weisslich,  auf  bellerem  Prbtothallus. 
Friichte  angepresst,  klein,  erst  mit  flacher  Scheibe  und  diinneni,  belleni  Rtode, 
spiiter  mit  verscbiedetiartfg  gewSlbter,  gelbbrauaer,  rothbrauner  bia  fast  sehwar'zer, 
rand  loser  Scheibe.  Sporen  zu  8,  12 — 16,  Ianglich  Ids  fast  spindelfbrmig,  grade, 
I     5  [i  breit  und  10 — 15  p  lang. 

Ausserlicb  von  der  folgenden  Art  und  von  IUlimbia  Naegelii  schWer  zu 
uaterscheiden.  Auf  Pappelriride  gemeihschaftlicb  mit  Lecania  syringea  und  der 
folgenden  Art. 

92.  J).  Aimer  a  (Nyll.)  (liiatorina  Kbr.).  Kruste  scbr  /art,  feiurissig,  grau- 
weiss,  auf  weislicbem  Protothallus.  Friiohte  angedrtickt,  klein,  mit  bald  gewolbter, 
hellbrauuer  bis  schwarzlicher  Scheibe  und  dtlnnem,  bald  verscliwindendom,  bellerein 
oder  gleichfarbigem  Rande.  Sporen  zu  je  8,  meist  gekriimmt,  von  elliptischer  oder 
langlicher  Form.  (Siehe  binten  die  Zeichntmgea  650mal  vergrSssert  bei  Nr.  8). 

Auf  Pappelriaden,  mit  der  vorigen  Art  gemehi,  Lecania  syringea  und  Le- 
canora  Hageni,  sowie  mit  L.  Sambuci  gemeiaschaftlich.  Ms  ist  bisweilen  aehrschwer 
zu  uaterscheiden,  wo  der  Thallus  mancher  von  den  angefubrteu  Arten  outlet- 
I'rucbtc  etwa  0-5  mm  breit.  Sporen  stets  zu  8,  und  nur  wenige  von  ibuen  grade. 
Scheidewaad  deotlicL  Paraphysen  gegeii  die  Spitze  rotbbraun.  Subhymeaialaohicht 
farblos. 


35 

92.  B.  prolci/hrmis  (Mass.)  ( IJia.l.ori na,  probeifeifHUS  Mass.  Kbr.).  Kruste 
8ia  wenig  verdiekt,  weinsteinartig,  k#migiwarzig,  rissig-getlieilt  oder  staubig  auf~ 
gelost,  braungrtin,  graugriin bis  weisslichgrfin,  auf  undeutlichem  Protothallus.  Frflohta 
klein,  tofangs  mit  Uaclier,  spater  flacb  gewijlbter,  gclblichbrauner,  rothliijunior  bis 
«»'hwarzer,  nackter  odor  bereifter  Sclioibe  mit  zartom  Thallusrande.  Spore*  zu  je 
8  in  einem  Sporenschlauche,  liLnglich  und  gerade.  Die  Form  und  (irosse  dor  650mal 
vergrosscrten  Sporen  siehe  hinten  (Nr.  7). 

An  der  Kirchhofmauer,  an  don  (Iriindmauerii  dor  holzernon  Scheuer  in 
I'oiil.schbi'od  auf  eiuigcn  Pliitzen,  nirgcnds  aber  luiulig.  Fliichte  bis  1  mm  bocli. 
Tarapliysen  braun. 


Rinodina  Acb. 

94.  11  exigua  (Ach.)  (R.  metabolica  J Fr. ]  Kbr.).  Krnste  zart,  kdrnig-wai/j", 
°der  fast  rissig,  weissgrau  oder  graubraun,  oft  oline  Protothallus.  Frtichte  klein, 
•nit  bald  gewolbter,  braunschwarzer,  von  hellerem,  verschwindendem  Thallus  bo- 
randeter  Scheibe.  Sporen  klein,  zu  je  8  in  einem  Schiauche;  650inal  vcrgrossert 
siehe  hinten  (Nr.  9). 

pyrina  (Acli.)  (exigua  Kbr.).  Auf  Baiimrinden.  Kruste  staubig-k6rnig, 
weissgrau  oder  schmutziggrau,  mit  schwarzer  Scheibe  mit  grauem  und 
gezabntem  Randc. 

maculiformis  Hepp.  An  altoin  ilolz.  Kruste  selir  diinn,  staubig,  schmutzig 
braun,  oft  feblend.  Frtichte  gruppirt,  oft  cckig,  mit  brauner  Scheibe  und 
brauueni  Rande. 

Gemeine  Art  anNadel-  sowie  L&ubbaumen  and  altcm,  verarbeitetem  Holz. 
A'Usserlich  einjgen  Arten  ahnlich. 

95.  R.  sophodcs  (Acli.)  (R.  horiza  Kbr.).    Krusto  gcnug  machtig,   oft,  fasl 
eisformig  ausgebreitet,   graubraun   oder  griinbrattn,    von  soliwarzem  Protothallus 

Derandet.  Frtichte  im  TJialluscentrum,  angedriickt;  mit  fiaclior,  schwarzer  Scheibe 
'""'  lli('hf  getheiltam,  ausdauerndem  Thallusrande.  Sporen  klein,  an  beiden  Enden 
stuiupf.  zweizellig,  zu  je  8  in  einem  Schiauche. 

Fine  in  der  Umgebung  von  Deutschb-xod  seltonc  Flecht©.  Ioli  babe  nur 
"inigo  Stiickchen  an  Sperberbiiuraen  der  Ohoteborer  Strasso  gefunden,  Von  R.  exigua 
Wird  diese  Flechte  (lurch  die  dunklere  Kruste,  den  deuflicben  Protothallus,  von  dem 
816  berandet  ist,  und  durch  die  nur  in  dor  Form  variirendcn  Sporen  unfoi-scliieden. 

96.  1L  colobina  (Ach.)  (R.  loprosa  Scliaor.  —  R.  virella  Kbr.).  Krusto  zart, 
^'lig'-sfaubig,  graugriiu  bis  schwarzgTiin,  auf  fast  gleichfarbigem  Protothallus. 
Friteh-tq  sola-  klein,  angepresst  odor  eingesenkt,  mit  flachor,  schwarzer  Scheibe  und 
aickem,  ungetheiltem,  bleibendem  Thallusrande.   Sporen  klein,  zwcizellig. 

An   Woiden  und  Rirken  in  Brevnic. 


Mikroskppisch  lasst  sie   sich  von    don  iibrigen  durch  die  blaugrttnen, 


bei 
,l,'"  anderen  wenigstens  am  Ende  braunlichen  Paraphysen  unterscheiden.  Sub- 
Qymenialschicht  wasserhell.    Sporen  7—9  f*  breit  und  15—20  p  lang. 

97.  It  Conradi  Kbr.    Kruste   dtinn,    kornig-staubig,   braunlich   oder  grau- 
griiu auf  undcutlichom  Protothallus.    Frtichte  sitzend,  mit  bald  gewolbter,   braun* 

3* 


36 

scliwarzer  Scbeibe  und  fast  nicht  getheiltem,  graubraunem,  verschwindendem  Tballus- 
rande.  Sporen  bedeutend  gross,  vierzellig.  Biehe  die  Sporen  650mn1  vergrfissert 
hintcn  (Nr.  II). 

Auf  Boden  bei  der  Strasse  hinter  der  St.  Salvator-Kapelle.  Anders  wo 
babe  ich  sie  bisber  nicbt  gofundon  und  dortsclbst  nur  einige  Stuck  chen.  Junge 
Sporen  zweizellig. 

98.  />'.  confragosa  (Ach.).  Kruste  weinsteinartig,  warzig  bis  rissig-getheilt, 
weislichgrau  bis  grtingrau,  mit  durchscheinendem,  schwarzem  Protothallus.  Frlichte 
sitzend  odcr  eingesenkt,  mit  schwach  gewiilbter,  scliwarzer  Scbeibe  und  aus- 
dauerndem,  dickem,  hellem,  fast  nicbt  getheiltem  Thallusrande;  Sporen  zu  je  8. 
Siehc  die  Zeichnung  der  650mal  vcrgriisserten  Sporen  liinten  (Nr.  10). 

atrocinerea  (Fw.).  Kruste  aus  braungrauen,  gedrangten  und  llacben  Warzen 

zusammengesetzt.  Frlichte  angedriickt,  meist  mit  flacher  Scbeibe  und  dickem 

Kande. 

Auf  Amphibolit  in  der  Terasse  hinter  der  St.  Salvator-Kapelle  bei  Deutschbrod. 


Lccanora  A.ch. 

A.  Thallusfarbe  weiss,  weissgrau,  grau  oder  graugriin. 

90.  L.  air  a  (Hnds.).  Kruste  weinsteinartig,  kfirnig  oiler  warzig,  ira  Alter 
zerspnmgen,  weisslicb  oder  grau.  Frlichte  zahlreich,  mit  dunkelschwarzer,  glan- 
zender  Scbeibe  und  ganzraudigem,  nicbt  getheiltem  oder  wenig  gekerbtem,  dickem, 
ausdaucrndem  Thallusrande.  Sporen  oiformig,  zu  je  8  in  einom  Schlauche.  Para- 
pbysen  violett.  Krusten  gcwoliiilicli  dick,  flachh  ami  gross  und  grosser.  Mikroskopiscb 
durch  die  violettcn  Paraphyson  von  aiideren  Arten  selir  leicht  untersebcidbar. 
Ohne  Mikroskop  lasst  sie  sich  auch  an  don  grossen,  sebwarzen,  zablreicben  Friicbten 
erkennen,  dcren  Scheibe  nur  bei  den  ganz  alten  Stucken  gcwolbt  ist. 

In  der  ganzen  Umgebung  an  Felscn  gemein. 

100.  L.  sordida  Pers.  (Zeora  sordida  Kbr.).  Kruste  weinsteinartig,  rissig, 
weisslicb  oder  grauweiss,  auf  wcissem  Prototballus.  Frlichte  eingesenkt  oder 
sitzend,  mit  flacher,  spiiter  gewblbter,  verscbiedenartig  gef'iirbter  (scliwarzlieber, 
gelblicher,  grauer  bis  scliwarzer)  und  weisgrau  bereifter  Scheibe  mit  diiuncin  nicbt 
getheiltem,  spiiter  von  der  Scheibe  verdriingtem  Thallusrande.  Sporen  elliptisch, 
zu  je  8  in  einem  Schlauche. 

In  einigen  Abarten  an  Fclsen  gemein.  Von  den  ubrigen  Arten  durch  die 
erwahnten  Cbaraktore  leicht  untcrscheidbar.  Wunderbar  kamen  mir  die  sebwarzen 
Scbciben  dieser  Art  an  Stoinen  im  Hohlwegc  hinter  der  St.  Salvator-Kapelle  vor, 
in  denen  ich  die  schmarotzende  Flechte  Celidium  varians  (Dav.)  erkannte. 

101.  L.  caesioalba  Kbr.  Kruste  dtinn,  staubig-warzig,  weisslicb,  oft  fob  lend. 
Friichte  sitzend,  klein,  mit  flacher,  hellbrauner  bis  schwarzlicber,  dicht  blaugrau 
bereifter  Scheibe  und  machtigem,  dauerndem,  in  der  .Kegel  ein  wenig  gezahnclteni 
Kande.     Sporen  klein,  zu  je  8  in  einem  Schlauche,  elliptisch. 

An  Mauern  in  Deutschbrod  gemein.  Geme'msam  mit  Placed,  albescens, 
von  dem  sie  durch  die  kleineren  Friichte  und  den  ziirteren  Thallus  zu  unterscheiden 


37 


ist.  Kriichte  etwa  0'2-0'fi  «im  breit,  bisweilen  gruppirt,  manchmal  einzeln.  Sporen 
4—7  n  breit,   10—14  (i  lang. 

102.  L.  subfusca  (L.).  Krusto  ungleiclnnassig  kornig-warzig  oder  rissig 
getheilt,  iibrigens  glatt  genug,  von  meist  weissgrauer  Farbe.  Friichte  gclbroth,  hell- 
braun,  dunkelbraun  bis  schwarz,  mit  ausdauerndem,  ganzrandigem,  nicht  getheiltem 
Thallusrande.    Siehe  hinten  die  650mal  vergrosserten  Sporen  (Nr.  12). 

allophana  Acli.  (/3  distans  1.  allophana  Kbr.).  Kruste  ungleichmiissig  run- 
zelig  oder  kornig-warzig,  weisslich  oder  weissgrau.  Friichte  sitzend,  1  bis 
.'5  mm  breit,  mit  flacher  oder  schwach  gewolbter,  brauner  bis  braun- 
schwarzer  Scheibe  und  gokerbtem,  verbogenem  Rande. 

f.  Parisiensis  (Nyl.).  Auf  Baumrinde.  Scheibe  braunschwarz  bis  schwarz. 
Auf  der  Scheibe  oft  die  Flechte  Pharcidia  congesta  Kbr. 
gangalea  (Ach.).  L.  subfusca  var.  lainea  (Fr.)  Kbr.  Kruste  gleichmassig, 
dick,  rissig  gefeldert,  schmutzig  weisslichgrau,  Friichte  angepresst,  etwa 
1  mm  breit,  mit  miissig  gewolbter,  schwarzlicher  Scheibe  und  nicht  ge- 
theiltem Rande. 

coilocarpa  (Ach.)  (L.  subfusca  a  vulgaris  Kbr.  pp.).  Kruste  dfinn,  ungleich- 
mSssig  kSrnig-runzelig,  weisslichgrau.  Friichte  angedriickt,  etwa  1  mm 
breit,  mit  vertiefter  bis  flacher  Scheibe  von  schwarzbrauner  oder  schwarz- 
licher Farbe,  mit  meist  nicht  getheiltem  Rande. 

f.  pinastri  (Schaer.).    Kruste  fast  staubig,   aschgrau,   gelblichgrau  oder 

griingrau.    Friichte  etwa  0-5  mm  breit,  mit  massig  gewolbter  Scheibe. 

argentata  (Ach.).    Kruste  zart,    glatt  oder  ganz    nach-warzig,    weisslich. 

Friichte  sitzend,  1 — 1*5  mm  breit,  mit  flacher  oder  massig  gewolbter,  roth- 

brauner  Scheibe  und  ungetheiltom  Rande. 

f.  flavescens  (Smf.)  (L.  subf.  var.  chlaronea  Kbr.).  Scheibe  von  hellgelb- 
rother  Farbe. 
Gemeinsam  mit  L.  pallida  in  der  Umgebung  von  Deutschbrod  diehaufigste 
und  an  Abarten  reichste  Art.    Vorzugsweise  auf  Baumrinde,   audi  aber  an  altem, 
^erarbeitetem  Holz  und  Steiuen. 

103.  L.  pallida  (Schreb.).  [L.  albella  (Vers.)].  Kruste  glatt  oder  runzelig- 
Warzig,  dtinn,  weiss  oder  weissgrau,  auf  weisslichem  Brotothallus.  Friichte  mit 
flacher  oder  gewolbter,  weissgrauer,  blassrothgelber  bis  dunkelbrauner,  mehr  oder 
Weniger  dicht  bereifter  Scheibe  mit  nicht  getheiltem,  blcibendem  oder  verschwin- 
dendem  Thallusrande.  Sporen  zu  je  8  in  einem  Schlauche,  eiformig.  Das  Innere 
mit  dem  der  vorigeu  Art  (lbereinstimmend. 

«)  sordilescens  (Pers.)  [Z.  pall,  a)  albella  (Hoffin.)  Kbr.].  Friichte  0-6— l'5mm 
breit,  mit  flacher,  hell  fleischrothlicher,  weiss  bereifter,  deutlich  berandeter 
Scheibe. 

ft)  cinerella  (Flke),  Friichte  0-3—1  mm  breit,  mit  bald  gewolbter  mid  dann 
nicht  berandeter,  bell  fleischrfithlicher  bis  schmutzig  brauner,  weiss  be- 
reifter Scheibe. 

y)  angulosa  (Schreb.).    Friichte  bis  1  mm  gross,  gruppirt  und  dadureh  eckig, 
mit  flacher  oder  schwach  gewolbter,  schmutzig  gelber  bis  hellbrauner, 
reifter  odei  fast  nackter  Scheibe. 


be- 


38 


Sie  gehort  zu  don  baufigsten  Flechten  und  bedeckt  die  Rinde  besonders 
der  Laubbaume.  Dor  vorigen  Art  sehr  ahnlich  uud  von  dersolben  nur  durcli  die 
bereifto  Scbeibe  imterscbeidbar. 

104.  L.  intumescens  (Rbtscli.).  Kruste  diinn,  fast  liiiutig,  gcglattet,  spiiter 
z'artrissig,  WeiSSlibb  und  vom  sdiwarzen  Protothallus  berandet.  Fruciite  sit^fead, 
zerstreut,  in  der  Jugend  flacli,  dann  linsenfdrmig  gewolbt  und  fast  durclischcineud. 
Scheibe  fleiscbrotblich  bis  dunkolbraun,  biswcilen  feiu  bcrcift,  mit  dickeni,  rein 
woissem,  nacb  Innon  gekriimmtem  Rande,  der  spiiter  audi  gekerbt  zu  sein  pflegt. 
Sporen  zu  je  8  in  einein  Schlauche,  eiformig. 

Auf  glattcr  Rinde,  besonders  dor  Laubbaume.  Am  meisten  iihne'lt  sie  Lee. 
subfusca,  an  dor  glatten  Kruste  aber,  und  aiif'godunsenor,  fast  durchscheiucndoi' 
Scheibe,  und  diokem  weisslichem  Rando  wirst  du  sl'e  erkonnen. 

105.  L,  scrupulona  Acli.  Krusto  zart,  grau  oder  weisslich,  oft  kornig  odor 
rissig,  auf  schwarzlichem  Protothallus.  Friidito  gruppirt,  blassbraun  odor  schwarz- 
braun,  nackt  odor  weisslich  bereift,  mit  ganzrandigem  oder  fast  ganzrandigem, 
weisslichem  Thallusrapde.  Sporen  langlielielliptisch  und  stots  aur  zu  8  in  einem 
Schlauche,  wodurch  sic  am  besten  von  Lecanora  Sambuci  zu  unterscheiaerj  ist. 

An  I'a,|i|)oln  in  Doutschbrod  vide  Stucke  beisanuuon,  andorswo  weniger 
haufig,  — 

106.  L.  Sambuci  (Pers.)  (L.  scrupulosa  Fr.).  Krusto  sehr  diinn,  staubig- 
kornig,  weissgrau,  oft  fehlend,  auf  zartem,  weisslichem  Protothallus.  Ffttchte  klein, 
angedriickt,  gruppirt,  mit  flacher,  aaclfter,  rothbrauncr  Schoibo  und  Jbervorragendem, 
gezahntems  weissem,  bloibendom  Thallusrande.  Sppren  mehr  als  zu  8  in  einem 
Schlauche,  von  olliptischer  Form. 

Auf  glatter  Rinde  der  Laubbaume.  Sporen  5 — 7  ft  breit  und  9 — 12  ft  lang. 

107.  L.  Ilageni  (Ach.).  Kruste  diinn,  warzig  odor  staubig-warzig,  grau- 
weiss,  biswcilen  audi  fehlend.  Friichte  klein,  angedriickt,  gruppirt,  mit  flacher 
oder  govWilbtor,  schmntzig  gclbbraunor  bis  duiikolrotlibraiiner,  micktor  odor  blau- 
grau  bereiftcr  Scheibe  mit  dlinnem,  dcht  getheiltem  odor  gcziihntoni,  wcisslidioin 
Thallusrande.  Die  Form  und  Griisse  der  650mal  vorgrosserton  Sporon  siehe  hinten 
(Nr.  13).    Sporen  ni  je  8  in  einem  Schlauche. 

Vorzugsweise  an  Pappcln  haufig  und  der  vorigen   Art  ahnlich.  Die  Anzabl 
und   Form  der  Sporen  ist  bei  diescr  Art  oiuo  andere. 
II.  Thallusfarbe  versohiedonartig  gelb. 
a)  Thallusrand  bleibend. 

I  os.  L.  varia  (Kbrh.)  (L.  varia  a)  vulgaris  Kbr.).  Kruste  bornig-warzig 
oder  rissig-wiirzig,  hellgrtingelb  odor  schwefelgelb.  Fruc'ht®  siiaendi,  gewoilitinlich  mit 
flacher,  gelblicher  (blassgclber,  gelbrother  auch  gelbbrauner)  Scheibe  und  deutlichem, 
gradem,  bloibendom,  oft  bogig  geschl&ngeJterB  Rande.  Sforen  BHipiisoh,  zu  jc  8  in 
einem  Schlaoche. 

An  alten  Schindeldftchern  und  alten  Zaunen  sehr  biiulig.  Sporen  5  6  /< 
breit,  9 — 11  ft  lang.  Durcli  den  Fruchtsautn  taicht  von  ahnlicheti  y\ i(,<mi  iinter 
scheidbar. 

h)  Thallusrand  spater  verschwindend. 


;;<i 


101).  L.  petrophila  Tli.  l<'r.  (Zeora  orosthea  Kbr.)  [Leeanibra  orosthea  A.ch.). 
Kruste  dick,  bestattbt,  rissig,  inieHgrtSugelb  odor  bsauflgelb,  auf  weiesem  Proto- 
thallus.  FrMtte  augedrttckt,  mat  flaeher  oder  mfisaig  gewolbter,  schwii&licher  bis 
gslbbrauner,  aackter  oder  din  wenig  grunt  bereifter  Scheibe  mit  donnern,  gieioh- 
gefarbtefflj  uad  versehwiniendtemi  Rande.  Die  Sporen  siehe  Mfitea  660mal  ver- 
gros-seBt  (Nr.  15). 

An  Gneis  und  Granit  in  Hammer  bei  Deutschbrod. 

110.  L.  sulphurea  (Hoffm.)  (Zcora  sulphurca  Kbr.).  Krustc  weiasteinartig, 
ris«*g,  von  schmuteig  griinlidier  Parte.,  auf  undcutlichem  gleiclifarbigem  Proto- 
thallus. Kriicbte  anfanga  eiageBenkt,  daanangedrilckt,  mil,  braungrtaer  bis  schwaarz- 
griiuor,  bisweilo.u  griiiD  bereifter,  bald  machtig  gewolbter  Scbeibe  und  zartent,  gelbem, 
vorsobwindendeni  Tballusrande. 

An  Gneis  und  Granit  in  der  ganzen  Deutschbroder  Umgebung.  Dor  vorigen 
Art  iilinlicli,  durcb  die  Kruste  und  Kriicbte  zu  unterschciden. 

111.  L.  symmida  Acb.  (P.  varia  var.  syinmicta  Kbr.).  Ktaste  staubig 
kornio  o,i(>r  Btaubjg  aufgeldst,  hollgriiiigelb,  aid'  wcissom  Protothallus.  Kriicbte  an- 
gedrttckt  oder  sitzend,  mil,  bald  gewolbter,  gelblicher  odor  gfunsthwtalicher  Sclieibe 
""t  dllnnem,   versebwindeiidem   Rande. 

112.  L.  effusa  (Pers.).  Kruste  kiirnig  oder  warzig,  gvaugriin,  bisweilo.u 
fehleid.  Kruchte  aufsitzend  mit  rdthlicher  bis  duukelrolb  bran  nor  Sclieibe.  Die 
850riial  vergriiKserlen  Sporta  siehe  hinton  (Nr.  14).    An   Fobrea    im  Sprung. 

Von  [,.  varia  und  Symmicta,  deaea  sie  am  meisten  ilhnelt,  wirsi,  du  sie 
durch  die  jungen,  slots  schwiirzlichen  Friichte  untersoheiden. 


Aspicilia  (Mass.)  Th.  Fr. 

113.  A.  calcarra  (P.).  Kruste  weinsteinartig,  audi  aber  meblig,  zusammen- 
hjtogend  bis  tief  rissig,  am  Rande  oft  blattartig-lappig,  rein-weiss,  bliiulich-weiss 
l,iN  sekmutzig  graugriin,  auf  weisslichem  Protothallus.  Kriicbte  aafaugs  tief  eia- 
mmU.,  lvrugfdnnig,  bold,  spiiter  sich  wdlbend,  mit  wciss  odor  blaulich  bereifter, 
""'•'ber  und  schwarzer  Scheibe  und  eigeaem,  dunklem  Rande,  der  von  dem  ein- 
fachen  oder  runzelig  geschlangeltem  Tballusrande  sicb  abhebt.    Sporen  gross. 

Sie  wachst  an  Maue'rn  in  Deutschbrod  und  an  Terassen  bei  Deutschbrod 
llud  ist  nicbt  hiiufig.     Sporen  15—20  jx  broit  und  18—30  ft  lang. 

114.  A.  gibbosa  (Acb.).  Kruste  weinsteinartig,  hdckerig  uud  rissig,  weiss- 
^'"u,  Sbhmutzig  griingelb  bis  schwarzgrau,  a,uf  liellgrauem  Protothallus.  Frttohte 
Wfahgs  e&ngestokt,  krugfbrmig,  spiiter  heraustreteud,  mit  ffertiefter  oder  flaeher, 
"ackter,  scbwarzer  Scbeibe  und  bleibendem  oft  bogig  gescliliingoltem  ThflUusran.de. 
Sporen  zu  je  4—8,  gross.  Haufig  an  Kelson.  Der  folgenden  Art  sehr  ahnlich, 
&S8t  sich  abor  leicht  darnach  crkennen,  dass  Hire  Farbe  durcb  Kalilauge  uuver- 
•indert  hloibl  0(|(V|.  braualich  wird,  wogegen  die  der  folgenden  Art  gelb  wird. 

515.  A.  cinerca  P.  Kruste  weinsteinartig;,  rissig,  woissgra,u  bis  grau,  aid' 
SOhwaffeetB  ProtothallUBi  Kriicbte  orst  eingesonkt,  da.nn  b<>,raustreteud,  mit  bald 
flaeher,  schwroier,  oacikter  Scheibe  und  ausdauerndem,  diinnem,  nichi,  getheiltem 
Thallusrande.   Sporen  gross,  zu  je  8. 


40 

Weniger  hiiufig  als  die  vorige  Art,  docli  aber  in  der  Umgebung  von  Deutsch- 
brod  an  Felsen  gemein.    Durch  Kalilauge  wird  der  'Phallus  gelb,  spiiter  roth. 

116.  A.  bohemica  Kbr.  Kruste  weinsteinartig,  warzig  oder  rissig,  weissgrau, 
auf  zartem  Prototballus  von  derselben  Farbe.  Friichte  grostentheils  gruppirt,  eiu- 
gesenkt,  mit  ilacher  oder  massig  gewSlbter  Scheibe  mit  ausdauerdem,  hervortre- 
tendem,  diinnem,  weissgrauetn  Thallusrande.  Friichte  klein,  zu  je  8.  Siehe  die 
Sporen  (550mal  vergrossert  hinten  (Nr.  16). 

Sehr  zahlreich  an  Felsen  bei  Ranteich  in  der  Nahe  von  Deutschbrod  und 
als  Seltenheit  auch  am  Sperberbaume  unweit  von  demselben  Felsen.  An  den  mehr 
entfernten  Sperberbaumen  babe  ich  kein  einziges  Stiickclien  gefunden. 

117.  A.  complanata  (Kbr.  sub  Lecanora).  Friichte  klein-schuppig  oder  rissig. 
Schuppen  flach,  unregelmassig  eckig  bis  gekerbt,  gruppirt  oder  zerstreut.  Krusten- 
farbe  blaulichgrau  oder  briiunlicbgrau.  I'rototballus  von  scbwarzer  Farbe.  Fruchte 
klein,  fast  vollkommen  in  den  Schuppen  eingesenkt.  Scheibe  flach  oder  ein  weuig 
gewfilbt,  rothbraun  bis  schwarz,  mit  eigenein,  diinnem,  oft  versckwindendem  Bftnde 
und  dickem  Thallusrande.  Sporen  klein,  zu  je  8.  Siehe  die  Sporen  G50mal  ver- 
grossert hinten  (Nr.  17). 

Diese  Art  mit  vollkommen  entwickelten  Friichten  habe  ich  an  den  Gneis- 
stoinen  in  der  Terasse  bei  der  Schleifmiihle  in  Deutschbrod  entdeckt.  Die  Stiicke 
mit  entwickelten  Friichten  sihneln  mehr  der  Gattung  Lecanora  .als  Aspicilia.  Bisher 
wurdo  sie  in  Iiiihmen  nur  an  der  mittleren  Ader  des  Dasaltes  der  kleinen  Schnee- 
grubc  entdeckt  (Kbr.). 

Gyalecta  Ach. 

118.  G.  Steini  Novak.  Kruste  diinn,  warzig-uncben,  weissgrau  oder  grau, 
auf  Prototh  alius  von  deiselben  Farbe.  Friichte  in  der  Jugend  krugforinig  einge- 
senkt (ein  wenig  tiefer  als  bei  der  Art  Aspicilia),  spiiter  angedriickt,  mit  Ilacher 
bis  fast  gewolbter,  kornig-rauker,  braunscbwarzer,  in  feuchtem  Zustande  braun- 
rother  Scheibe.  Eigener  Band  diinn,  sowie  der  Thaliusrand,  welcher  in  der  Jugend 
hervortritt,  spater  aber  verschwindet.  Sporen  zu  je  8  in  einem  Schlauche,  elliptisch, 
farblos,  sich  in  der  Jugend  zuerst  quer,  dann  der  Lange  nach  theilend  und  endlich 
unregelmassig  getheilt.  Siehe  die  Sporen  hinten  (Nr.  18),  650mal  vergrossert,  in 
verschiedencn  Entwickelungsstadien. 

Ich  babe  diese  Art  auf  der  Heide  hinter  Parknau  bei  Chlystov  gefunden 
und  zur  Ehre  des  schlesischen  Liclienologen  Berthold  Stein  beuannt.  Paraphysen 
Hind  zusammengeklebt,  farblos,  oberhalb  gclbbraun  mit  breiter,  kdrniger,  gelbbrauner 
Decke.  Excipulum  gelbbraun  und  die  Subhymenialschicht  wasserhell.  Sporen  lobis 
12  //.  breit  und  18 — 22  ft  lang. 


Urceolaria  Ach. 

119.  U.  SCrupostZ  (L).  Kruste  weinsteinartig,  rissig  odor  stalling  aufgeldsl;, 
von  weisslicher  bis  schmutzig  dunkelbrauher  Farbe,  auf  weisslichem  Protothallus. 
Friichte  eingesenkt,  mit  heller,  schwarzer,  nieist  bereifter  Schdbe  mit  eigenem 
Rande,  der  anfangB  von  aufgedunsenem,  gezahntem,  verschwindendem  Thallusrande 
bedeckt  ist.     Die  tJ50mal  vergrdsserten  Sporen  hinten  (Nr.  19). 


41 


Eine  auf  Boden  mid  an  Felsen  in  tier  ganzen  Umgebuug  hiiufige  and 
vou  andereu  leiclit  unterscheidbare  Flechte. 

Pertusarieae. 
Die  Gattung : 
Pertusaria.    Sporen  nicht  getheilt,   farblos,    meist    mit    diclcer,  oft  mehr- 
schichtiger  Zellenhaut.    Frttchte  scheibenformig   gefiffnet,   mit  Thallusraude  odor 
punktformig  uud  in  Thalluswarzen  eingesenkt. 

Pertusaria  DC. 

120.   P.  communis  DC.    Kruste  fast  hiiutig,  runzelig-warzig,   rissig,  grau- 

grua  oder  schmutzig  grau,  auf  weisslichem  Protothallus.  Frttchte  einzeln  oder  einige 

beisammen,  in  kugeligen  Thalluswarzen  eingesenkt,  mit  sehr  winziger,  punktfdrmiger, 

dunkelgraugrtlner  oder  schwiLrzlicher  Scbeibe.  Sporen  zu  je  1 — 2  in  einem  Scblauche. 

«)  pertusa  (L.).   Kruste  fast  hiiutig,  mit  zahlreichen  Fruchtwarzen.     Sored  inn 

fehlcnd. 
P)  variolosa  Walk.    Kruste  gewohulich  steril,  in  zahlreiche,  weisse   Soredien 
aufgelost. 

An  Bftumen  in  der  ganzen  Umgebung.  Die  Abart  variolosa  haufiger.  P.  per- 
tusa habe  ich  bios  an  Tannen  gesehen. 

T^eciclea.e. 

Gberslcht    der  Gattungen. 

A.  Scbeibe  von  heller  Farbe,  Excipulum  hell  and  weich. 
«>)  Frttchte  sitzend  (Biatorineae). 

«)  Sporen  farblos. 

*  Sporen  nicht  getbeilt. 

Biatora.  Schliiuche  entbalten  wenige,  farblose  uud  nicht  getheilte  Sporen 
(Nr.  20).  Fmchtscbeibe  hell  oder  dunkel.  Excipulum  weich,  Subliymenialscliicht 
ferblos  oder  wenigstens  hell. 

**  Sporen  2-  bis  vieltheilig. 

Biatorina.  Schlauche  enthalten  wenige  farblose  und  zweitlieilige  Sporen. 
Fruchtscheibe  hell  oder  dunkel,  Excipulum  weich,  Subhy menials chicht  farblos  oder  hell. 

BiUmbia.  Sporen  langiich  bis  spindelfSrmig,  parallel  vier-  bis  vieltheilig 
(bisweilen  nur  zweitheilig),  farblos  (Nr.  21  u.  22).   Excipulum  weich". 

liacidia.  Sporen  grade,  nadelformig,  parallel  vieltheilig,  farblos  (Nr.  23 
u.  24).   Excipulum  wachsartig. 

Scoliciosporum.  Sporen  gekriimmt,  spiralig  eingerollt,  nadelformig,  zwei- 
theilig  bis  parallel  vieltheilig,  farblos  (Nr.  25).    Excipulum  weich. 

P)  Sporen  braun  (briiunlich). 

Abmthallns.    Fruchtscheibe  dunkel,   Excipulum  undeuthch,    Thallusschicut 
gelarbt.    Sporen  ellipsoidisch,  quer  zweitlieilig,  braun  (Nr.  26). 
b)  Friichte  gestielt  (Baeomyceae). 


42 

Baeomyces.  Sporen  spindelfdrmig,  farblos,  nidi!,  getheilt  oder  nndeutlich 
quer-zweitheilig.  Friichte  gestielt,  fast  kttgeHg,  von  btrachigerfi  Schleier  verhiillt. 
innen  von  spinnwebigem  Gewebe  ausgefiillt  uud  darum  hob.]  erscheinend. 

Sphyridium.  Sporen  langlich,  aicht  getheilt,  farblos.  Friichte  gestielt,  hut- 
formig,  nackt,  innen  flach. 

/>'.  Sdhetbe    dunkel,    meist  schwarz,    Kxcipulum    uud   Subhymeaialschicht 
gflosstentheile  dunkel,  oft  kohlig  (Fulecidineae). 
a)  Sporen  nicht  getheilt. 

a)  Sporen  zu  je  8  in  eincm  Schlauche. 

Lecidella.  Sporen  farblos,  nicbt  g^tlfeilt,  ellipsoidisch  (Nr.  27).  Fruclit- 
SCheibe  schwarz.  Suhhyiuenialsehieht  hellbniun  oder  dmikelhrauii,  nie  kohfig-schwarz. 

Lecidea.  Sporen  farblos,  nicht  getheilt,  ellipsoidisch.  Fruchtscheib'e'lsehWafz. 
Subhymenialschieht  schwarz,  kohlenartig. 
/3)  Sporen  zablreich,  klein. 

Sarcogyne.    Sporen  farblos,  nicbt  getheilt,  zahlreicti  in  Schlauchen  (Nr.  28). 
Friichte  aufsitzend,  mit  schwarzem  (entweder  allseitig  Oder  ^epigslehs  au'ssen  aus- 
gebildetem)  and  deutlichem  Excipulum.  ftfuste  (me'is'tj  anbedeutehd. 
/>)  Sporen  getheilt. 

a)  Sporen  zweitheilig. 

Catocarpus.  Sporen  quer  zweitheilig,  farblos  bis  dunkel,  mit  dicker,  wasser- 
reicher  Aussenschicht,  ellipsoidisch  (Nr.  2'.)).  Kxcipiilum  (meist)  schwarz,  kohlenartig. 

Buellia.  Sporen  ellipsoidisch,  quer  zweitheilig,  dnnkel,  ohne  wasserreiche 
Aussenschicht  (Nr.  30),  Excipulum  dnnkel,  oft  koHigi  Chromidien  grtln,  sichdurcb 
Theilung  vermehrend. 

PoetscMa.  Sporen  ellipsoidisch,  <\ucr  zweitheilig.  dnnkel,  wasserreicher 
Schleimschicht  entbehrend  (Nr.  31).  Excipulum  dnnkel,  meist  weicb.  Ohromddien  gelb 
oder  gelbroth,  sich  durcb  Sprossung  and  aicht  durch  Theilung  rerwrehrend. 

(i)  Sporen  mehrtheilig. 

JHplotomma.  Sporen  parallel  viertheilig,  aneb  aber  nach  eini^en  EMcKtungen 
getheilt,  dunkel  gefarbt,  wasserreicher  Aussenschicht  entliehrend  (Nr.  32).  ExcipultMM 
braun,  oft  noch  vom  Thallus  berandet.    SubhymenialscMcht  braun. 

llhkocarpon.  Sporen  parallel  viertheilig  oder  nach  einigeri  Ftichtungen  ge- 
theilt, ellipsoidisch,  farblos  bis  dunkel,  mit  dicker,  wasserreicher  Aussenschicht 
(Nr.  33     35).    ^xcipulum  (meist)  kohlig, 

Arlhrosporum.  Sporen  langlich,  parallel  v^erthelJig,  farblos,  ohne  wasser- 
reiche Aussenschicht  (Nr.  36).  Frachtscheibe  schwarz.    Subhymenialschieht  bell. 


Hiatora  Fr. 

A.  Friichte  in  der  Jugend  mit  Thallusrande. 

121.  B.  coarctala  (Sin.  (Zeora  coarctata  Khr.).  Ivrnste  woinsteinarti»\  weiss- 
grau  oder  grttugrau,  auf  undeutlicheni,  weisslichem  Protothalhm  FVuchte  sitzend 
oder  eingesenkt,  mit  flacher  oder  gewolbter;  tm  fenchten  Zustande  fast  durchschei- 


48 


nender,  cottar  bis  scbwarzer  Sclu'ilio.  mit  duuncin,  braunein  odflr  sehwa.rzem  Kande, 
der  nodi  von  ftusdauerndeaaa  oder  wscbwindeiidem,  tiadh  la&en  ^ngebogeaetna,  g&- 
wobnlich  rissig-gezanntem  Tballusrande  betfaadfit  ist.  Spofien  rand  bis  eiibnnig. 
bisweilen  cin  wenig  braunlicb,  6 — 12  ft  breit,  12 — 15  ft  lang. 

An  Urgebirgsgestein  in  dor  ganzen  Umgebung,  niclit  aber  seta  bfcflfig. 
Kruste  verscbiedenartig  dick,  ebenfalls  der  Tballusrand.  Mikroskopisch  leicht  zu 
erkennen. 

B.   Kriicbte  uur  mit  efgenfem  Uande;  Tballusrand  i'olilt. 

122.  B.  granulosa  (Ehrli.  1785).  |  T>.  decolorans  (IToffm.)  Kbr.  |.  Struste 
kiirnig-warzig,  0ft  staubig  aufgelost,  vveissgrau  oder  graugrttlj  auf  wcisslicbcni  IVoto- 
tballiis.  1'riicble  afigfedrflCkt;  init  erst  verfiefter,  bald  llacber,  s pater  gewftfcter 
Scheibe  von  erst  fleiscbrotblicber,  spiiter  rotlibrauncr  oder  sehwarzer  Parbe  und 
mit  eigenem  erst  bcllcni  und  bevvortretendem,  dann  Spatef  iindeutlichein  Rande. 
Sporen  langlicb-elliptiscb,  4—7  ft  breit  und  8— 16  ft  laog,  Diesolbeii  <;50mal  ver- 
gJ58sa6irt  liinten  (Nr.  20). 

A.uf  der  lleidc  bei  Glilystov  unweit  von  Deutscbbrod. 

12)!.  B.  obscurella  (Mi)  (1!.  pbaeostigma  Kbr.).  Kruste  sehr  diinn.  oft 
i'(>lilend,  k8W.ig,  weisslicbgram  griinlicbgrau  oder  grMllChbraufi^  mi  vveisslicboni 
lv<>(.otlialbis.  Frftcbte  klein,  angedriickt,  erst  mil,  flacher,  diinn  berandefer,  bald 
"ewiilbter,  nj(.]lt  i)oraiidct(  r,  braunschwarzer  oder  schwar/or  Scbeibe,  die  ange- 
''•uichteb  sich  braunrotb  fiirbt.  Sporen  langlicb-elliptiscb,  ■'•  4  «  breit  nnd  8  bis 
!2  ft  lang. 

In  der  Umgebung  von  Deutschbrod  1 


'Hlion  an  Liircbenbaumeii. 


Frlicbte  nur  etwa  0-2— 0-3  mm  gross.  Bxcipulum  braunlicb,  Subb.yinenial- 
scbiobt  farblos,  Parapbysen  oberlialb  verdickt  und  griinbraun,  ttbrigens  farblos. 

124.  />'.  lucida  (Acb.).  Kruste  ktoig-gfcaubig  oder  ineldig,  ge$  oder  griin- 
li(!,|K«'-lb,  auf  weisslicbem  Prototballus.  Frttclite  aftgedrttflkt,  klein,  mit  bald  gewiilbter, 
geibe*  und  niclit  berandcter  Scbeibe.  Sporen  walzenfbnnig  oder  langlicb  keulcn- 
^Wtaigj  1—2  ft  breit,    I     7  u  lang. 

An  Kelson  im  Hammer  am  linkcn  lifer  des  Sazawa-Klussos  nut  Krucbten, 
gWfibnlich  aber  steril  wie  gelbes  Mebl  an  Felsen  und  Baumen. 

125.  B.  ambigua  Mass.  (B.  tabeseens  Kbr.).    Kruste  zart,  grauweiss,  gran 
"('H»  oder    bellgraugrun,    meist  von  sebwarzen.  I'rotofhaHus    berandet,    Kriicbfe  am 
gedrttckt,   mit  flacber    oder    ein    wenig    gewolbfer    Scbeibe    von    unrein  lieller  oder 
rtunkelrolbbi-auner    bis    braunsebwaper   Parbe,    mit  diinnem,    erst   liorvortrcteudcim 
'sl'iiler    vcrscbwindendein,    diinkleni    Rande.    Sporen    eifdrmig,    6-^8  ft  breit,  12  bis 


l( 


ft  lang. 


In  der  ganzen  Umgebung  von Deutscbbrod,  oesonders  an  Tauuen  und  Buch- 
biiumen  haufig.  Der  Art  Lecidella  olivacea  sehr  almlich  und  von  derselben  eigentlicb 
uur  durch  die  Farbe  der  Frlicbte  zu  unterscheiden.  Parapbysen  farblos,  braunbcli, 
gCttn,  oben  und  unten  bisweilen  gelblicb.  Subliymenialschicbt  bellgelb  oder  rotbbraun. 

126.  B.  vliginosa  (Scbrad.).  Kruste  meist  diinn,  kbrnig  oder  staubig, 
dunkelgrftnbraun,  rotbbraun  bis  sebwarz,  auf  braunsebwarzem  Prototballus.  Frftttte 
klein.  angedrttckt  oder  fast  eingesenkt,  mit  lladier,  spiiter  gewolbter,  braunsebwarzer 


44 

oder  schwarzer  Seheibe  und  mit  eigenem,  dunnem,  verschwindendem  Bande  von 
derselben  oder  ein  wenig  hellerer  Farbe.  Sporeu  eiformig,  elliptisch  oder  liinglicli 
elliptisch,  3 — 8  [i  breit  und  8 — 17  ;*  lang. 

An  verwittertora  Gneis  bei  dor  Schleiiiniihle  in  Deutschbrod  mit  zahlreichen 
Friiehten. 

Biatorina  Mass. 

127.  B.  Ehrhartiana  (Acb.)  (Biatora  Ehrhartiana  Kbr.).  Krusto  diinn, 
kiirnig  oder  runzelig-warzig,  strohgelb,  gelblicbweissgrau,  auf  weisslicbom  Proto- 
thallus.  Friichte  angedriickt,  erst  mit  flachor,  diinn  berandeter,  spiitor  gewolbter, 
randloser  Seheibe  von  griingelber  oder  hellrothlichgelblichcr  Farbo.  Sporen  langlich 
bis  fast  stabfSrmig,  2 — 3  (i  breit,  7 — 10  ji  lang. 

Diese  Art  habe  icb  an  Nadelbaumen  gefunden  und  gewohnlich  einzellige, 
bisweilen  aber  audi  zweizellige  Sporeu  bemerkt. 

128.  B.  tricolor  (With.)  [B.  Griffithii  (Sm.)  Kbr.].  Kruste  genug  miichtig 
und  fast  rissig  oder  kornig-warzig  bis  kornigstaubig  oder  fehlend,  graugriiu  oder 
weisslichgrau,  auf  weisslichem  Protothallus.  Friichte  angedriickt,  mit  flacher  oder 
gewolbter,  bisweilen  bereifter  Seheibe  von  blaulichrothbrauner  bis  braunschwarzer 
Farbe.  Sporen  langlicli-elliptisch  oder  fast  spindelformig,  3 — 4  n  breit,  8 — 1G  (i  lang. 

An  alten  Birken  genug  hiiufig.  Von  einigen  iilmlieben  Arton  nur  mikro- 
skopisch  iinterselieidbar.  Exeipulum  nicht  tief,  miichtig  und  ebenfalls  die  Subliy- 
menialschicht.  Paraphysen  oberhalb  gelblich  oder  dunkelbraun. 


Bilimbia  D.  N. 

129.  B.  Naegelii  (Hepp.)  (B.  faginea  Kbr.).  Kruste  diinn,  unebeu,  kiirnig, 
oft  rissig  aufgelost,  weisslichgrau  oder  graugriin,  auf  helleni  Prototliallus.  Friichte 
angedriickt  oder  sitzend,  mit  flacher,  spiiter  gewiilbter  Seheibe  von  fleischroth- 
licher,  rothbrauner  bis  schwarzer  Farbe.  Band  diinn,  heller  gefiirbt  als  die  Seheibe, 
volJkoinmc.n  verschwindend.  Subhymenialschicht  farblos.  Sporen  liinglicli  bis  fast 
spiadelformig,  (meist)  viertheilig.  Siehe  die  Spores  660mal  vergn'isseri,  hinten 
(Nro.  21). 

Auf  Ahorurinde,  an  Espen  in  Hammer.  Sporen  selten  6 — Stheilig,  in  der 
Jugend  nicht  getheilt  oder  zweizellig.  Paraphysen  oben  violettbraun  bis  schwarzlic.lt. 
Sporen  selten  mehr  als  0'5  mm  breit. 

130.  B.  hypnophila  (Ach.)  [B.  sphaeroides  (Sinf.)  1.  muscorum  (Sw.)  Kbr. 
pp.  et  2.  terrigena  (Fw.)  Kbr.].  Kruste  ausgedehnt,  warzig-kiJrnlg  oder  staubig, 
weisslicli,  grflnlich  oder  grau,  auf  weisslichem  Protothallus.  Friichte  angedriickt 
oder  sitzend,  erst  mit  vertiefter,  spiiter  stark  gewolbter  bis  kugelformiger  Seheibe, 
anfangs  von  hellfleischrothlicher,  spater  verschiedenartig  brauner  bis  schwarzer  und 
bisweilen  gleich  vom  Anfang  von  schwarzer  Farbe.  Band  an  junger  Frucht  bemerklich. 
Subhymenialschicht  fast  farblos  bis  dunkelrothbraun.  Sporen  splndelfBrmig  oder 
langiiclispindeifonnig,  4  I2theilig.  Siehe  die  Sporen  660mal  vergrSssert  hinten 
(Nro.   22). 

f.  atrior  Stitzb.    Friichte  bald  gewolbt,  gleich  voin  Anfang  schwarz. 


45 

An  bemoosten  Mauern  in  Deutsehbrod  nur  die  Form  atrior  Stitzbg.  genug 
haufig  vorkommend,  am  meisten  an  der  alten  Kirchhofmauer.  Die  im  Schatten 
wachsenden  Arten  sind  von  hellerer  Farbe. 

181.  B.  trisepta  (Naeg.)  [B.  milliaria  (Fr.  pp.  min.)  Kbr.].  Kruste  ausge- 
breitot,  kiJrnig-staubig,  grttnlich  odor  grau,  auf  weisslichem  Protothallus.  Friichte 
angedrttckt,  mit  stark  gewolbter  bis  halbkugeliger,  niclit  berandeter  Scheibe  von 
schmutzig  grtlnbrauner  bis  schwarzer  Farbo,  Subhymenialschieht  farblos  bis  braun. 
Sporen  schmal-spindelformig  bis  fingerformig,  4theillg. 

f.  saprophila  Kbr.    Kruste  machtig,  nieist  staubig,  braungrttn.    Subhynienial- 
schiclit  (grflsstentheils)  braun. 
Auf  sich  absehiilendor  Rindc  eines  alten  Ahorns  an  der  Humpolctzer  Strasse. 


Bacldla  De  Not. 

132.  B.  rubella  (Ehrh.).  Kruste  kornig  odor  schuppig-warzig,  bisweilen 
fehlend,  graugrttn  oder  weisslichgrttn,  auf  weisslichem  Protothallus.  Friichte  sit- 
zend,  mit  flacher,  spater  gewolbter,  nackter  oder  diinn  bereifter  Scheibe  von  hell 
aiegelrother  Farbe,  mit  hellercm,  dickcm,  spater  verscliwindendem  eigenem  Rande. 

An  Birnbaumen  im  Klostergarten  and  alten  Wciden  in  Bfevnic.  Sic  gehort 
in  der  Umgebung  von  Deutsehbrod  zu  den  hftufigen  Flechten.  Sporen  nadelformig, 
3  bis  4  jh  breit,  50—100  ft  iang. 

L33.  B.  rosella  (Pers.).  Kruste  diinn,  kornig  bis  kornig-staubig,  zuweilen 
bis  rissig,  weisslichgrttn  bis  schmutzig  graugrun,  auf  l'rotothallus  von  derselben 
''  ill'bo.  Friichte  aufsitzend,  mit  vcrticftor,  spater  fiacher,  diinn  weiss-bereifter  Sclieibe, 
Vo"  fleischrothheher  oder  rosenrother  Farbe  und  mit  eigenem,  dickem,  hellercm 
und  ausdauerndem  Rande,    Die  Sporen  650mal  vergrossert  siehe  hiuten  (Nr.  23). 

Diese  Art  habc  ich  bisher  nur  an  Buchbaumen  unweit  von  Steken  gesehen. 

131.  B.  muscorum  (Sw.)  (Raphiospora  viridescons  Mass.,  Biatora  protensa 
Kbr.)  (ArthrorapiS  viridescens  Rb.).  Kruste  feinkornig,  fast  hautig,  graugriin  oder 
weisslichgrttn,  auf  undeutlichem  Protothallus.  Friichte  angedrttckt -sitzend,  mit 
braunschwarzer  oder  schwarzer,  erst  flacher,  bald  mftchtig  gewolbter  und  hocke- 
nwr  Scheibe  mit  zeitlich  verscliwindendem  und  schwarzem  Rande.  Die  Sporen 
650mal  vergrossert  siehe  tauten  (Nr.  .24). 

An  absterbenden  und  vermodcrnden  Pflanzen,  auf  nackter  Erde  in  der  Um- 
gebung von  Deutsehbrod  haufig. 

ScoLiciosporum  Mass. 

135.  S.  compactum  Kbr.  Kruste  genug  dick,  ein  wenig  kornig,  grauschwarz, 
schwarzgrun  oder  schwarz,  auf  schwarzlichcm  Protothallus.  Friichte  angedrttckt, 
mit  schwarzer,  erst  flacher,  spater  gewolbter  Scheibe  mit  erst  diinnem  und  gliin- 
zendem,  spater  aber  vollkoninieii  verscliwindendem  Rande.  Paraphysen  oben  bhvu- 
grttn,  dunkelgrttn  oder  griinschwarz. 

Sie  wachst  in  der  Umgebung  von  Deutsehbrod  auf  vielen  Orten,  wird  aber 
leicht  iibersehen,   weil  der  Thallus  anderen    tnorscheu  Arten  ahnlich  ist.     Audi  an 


46 


alten  Sehindeldachern,  wo  .sir,  doutlicher  ist  als  am  (lestein.  Die  Sporen  ha 
Schlariche  schwach  vergrossert  and  ails  deni  Sehlauche  hervortretencL,  480mal  ver- 
grossert  siehe  hinten  (Nf.  25). 

AluotliaUus  De  Not. 

!.'!().  A.  parmcliarum  (Smf.)  (A.  Smitliii  Pal.').  Schmarotzende  Art.  Kn'ichte 
horvorragend,  im  Alter  sitzend,  mit  bald  flaclior,  bald  gewfllbtei1  bis  kugfcliger 
nicht  glftnzender,  schwarzer  oder  braunschwarzer,  oft  graugrttn  bereifter,  ranher, 
randloser  Scheibe.  I'araphyseu  sehmutzig  braungcttn.  Sporen  3  5  ft  breit,  10 — 12  ^ 
lang,  grtinbraun.    Dieselben  650mal  vergrossert  siehe  liinton  (Nr.  26). 

Auf  Thallus  von  Pannelia  conepersa  am  Ufcr  des  ('hotcbofer  Teicb.es. 

Kacomyccs  Pcrs. 

137.  II.  rosms  Pers.  Kruste  ausgedehnt,  zusammenhangend^,  war,zig  oder 
hpckerig,  weisslich,  auf  graugrunem  Protothallus.  Friichte  fast  rund,  rosenroth,  auf 
weissem,  oyalem,  kraftigem  Stiele. 

Eino  gemeine  Art,  deren  Kruste  audi  einige  m*  Erdc  bedeckt.  Von  alien 
lciclit  unterscheidbar. 

Sphyridium  Hot. 

L38.  8.  byssoides  (L.).  Kruste  ausgedehnt,  kSrnig-schuppig,  kleink8rnig  bis 
fast  staubig,  am.  Rande  fast  schuppig.  Farbe  dor  Kruste  graugrtin  oder  vieissgrtin, 
auf  weissem  Protothallus.  Frttchte  eiri  wenig  gewolbt,  auf  seitlich  zusammenge- 
driickton,  rothlichen  Stieleh.    Scheibe  im  Ganzcn  von  rothbraiuior  V:\x\h\ 

In  dor  ganzei)  EJmgebung  auf  Erdc  hftufig.  Dor  vorigon  Fl'echte  iihnlich, 
durch  den  anders  gefarbten  und  hoHen  Stiel  kenntlich. 

Lccidclla  Kbr. 

189.    L.  pungens  (Kbr.  sub  IHatora).    Kruste  diinn,   k6rnig  Oder  schuppig, 
weissgrau  oder  weisslich,    auf  undeutlichcm   Protothallus.    Frtfehte  sftzend;   mil, 
vortiel'ter   oder   llachcr,    raulicr,   schwarzer   odor   rothbraunsehwarzer   Scheibe,    die 
angefenchtet  rothbraun  wird,  mil,  dickem,   glftnzend  schwarzem,  anfangs  hervnrtre. 
tendem,  spftter  verdr&ngtem  Rande.   Sporen  eifflrmig,  berandet. 

Hftafig  an  (ineis  und  audi  auf  der  Erde  wie  ein  Uborzug  von  vermo- 
dernden  Flechten.  Paraphysen  farblos,  oben  ein  wehtig  grtth,  SabhymenialscHchl 
gelbbraan. 

140.  L.  pilularis  (I)av  teste  Th.  Fries)  |  L.  goniophila  (Flke)  Kbr.].  Kruste 
last  weinsteinartig,  Warzig  gefeldert,  waxzig  bis  fast  fohlond,  graugelbhch,  gran 
grtinlich  odor  grii.nl  ichbraun,  auf  iimleutJiehem  I'rotothallus.  Friichte  angedriickt. 
anfangs  mit  flacher,  dick  berandeter,  bald  verschiedenartig  gcwdlhter,  randloser, 
nackter  und  schwarzer  Scheibe.  Sporen  eiforiuig-clliptixeli,  mit  schmaJcm  Rande, 
7 — 9  jii  breit  und   12 — 15  [i  lang. 

An  (ineis  in  der  Hnigehung  mid  audi  an  der  Klosterinauer  in  Deutschbrod. 
Siihliymeiiialschichl,  farblos,  Paraphysen  roth,  oben  schwarz. 


47 


141.  L.  sabuldoram  (Sehreb.).  Kruste  weiusteinartig,  kbcnig-warzig  oder 
rissig)  weisslich,  weissgrau  oiler  schmuteig-gr.a«u  Kriiohte  mil  sphwarzen  moist  Haclicr 
Scheibe  unci  dunnem,  dauerndem  Rande.  Sporen  in  aufgedunseneni  keuleoJoiapnigec 
Soblaucbei,  elliptisch,  diinn  b$randet,  Sielie  sie  liintcn  (!50mal  vergrossert  (Nr.  27). 
Parapbysen  oben  schon  blaugrtln. 

cnteroleuca  (Fr.)  (Lecidella  enteroleuca  Kbr.  L.  elacocliroma  v.  achrista 
Smf.).  Kruste  kfimig  warzig,  schuppig  bis  fast  staubig,  weisslichgrau,  griin- 
lichgrati  odor  sebmutzig-grau,  auf  schwarzem  Prototliallus.  Friichte  ftn- 
gedriickt-sitzend,  mit  flacber,  lange  und  dauernd  berandeter  ScheibB. 

f.  olwacea  (Hoffm,)   |  Kbr.   als  Art.  |.    Kruste   grflUgrua,   von  schwarzem 
Prototliallus  borandot  uud  durchkreuzt. 
Aul  Haunirinde  sehr  h&ufig.    Die  liiiufigste  ist  die  Form  olivacoa. 

lecidea  (Acb.)  Kbr. 

142.  L.  fuscoatra  (L.)  [L.  fumosa  (Hoffm.)  Kbr.],  Kruste  weiDsteinftrtig, 
risflig,  mit  llaolien  oder  hohlen,  braiincn  odor  graueiQ  Tlieilohcn,  ant'  doutlioheni, 
uoliwarzem  Prototliallus,  wolclier  bisweilon  die,  Kruste  nmsiiumt,  Friichte  ango- 
drtickt,  anfangs  mit  flacber  Md  diinn  berandeter,  sohwarzer,  nackter,  blaulirli  be- 
reifter,  spiLter  aufgodunsencr  und  randloser  Selicibc.  Sporen  elliptisch  bis  fast 
1;Juglich,  5—7  [i  brcit  und  10— bis  15  fi  lang. 

An  Gncis  auf  vielen  Orton,  audi  auf  nackter  Erde  a,n  dem  Damme  des 
CbotSbofer  Teiches.  Parapbysen  oben  grunlich,  ganz  oben  sebwarz,  Excipuluin  und 
Subhymenialscbiobt  sebwarz,  kpblig,  Schl&uche  scbmal-keulenformig. 

143.  L.  macrocarpa  (DC).  Kruste  weinsteinartig,  fcinrissig,  moist  diinn, 
zuweiieii  fast  feblend,  weisslich,  weissgrau  ode'i  schmutzig  graubraun,  grossten- 
tQeils  auf  undeutlichem,  schwarzem  Prototliallus.  Fruchte  sitzend,  erst  mit  fiacher, 
macbtig  berandeter,  spater  stark  gowiilbter,  randloser  Scheibe.  Sporen  elliptisch 
bis  langlich  elliptisch,  8     1 1  ft  brcit,  1(5—24  ft  lang. 

Sehr  gemein  an  alien  Felsarten  dor  Umgobung  von  Deutschbrod.  Durch 
den  maohtigcii  Hand,  die  grosson  Friichte  und  Sporen  von  anderon  loicht  ZU  un- 
toi'scbeiden. 

144.  L.  cmstulata  Aoh.  Kruste'  sehr  diinn,  weinsteinartig,  zusaiflmen- 
'liUIWnd  oder  zerstreut-warzig,  bis  fast  rissig.  grau.  weisslich-  odor  gelblichgrau. 
olt  auf  uudeutlichem,  schwarzem  Pratothallus.  Frlicbte  klein,  angedrttckt-sitzend, 
moist  mit  glanzender,  aicht  bereifter,  schwarzer;  fast  dauernd  flacber  und  diinn 
'^•'andcter  <>,ler  im  Alter  gewolbter  und  randloser  Solieibe.  Sporen  elliptisch  oder 
^nglicb-elliptiscli,  (>— <>  [i  broil,,   12—20  ft  lang. 

An  verschiedenom  Urgebirgsgestein  in  dor  Deutschbroder  Umgobung  ver- 
breitet.  — 

Parapbysen  grttn,  oben  braun.  Von  P.  mftcrocarpa  durch  die  kleiaen  Friiclite 
l(>i(,ht,  miters  cheid  bar.    i:\oipuluin  uud  Siibhymenialsehieht    hraunsehwarz. 

Sarcogryne  (Flot.)  Mass. 

145.  Kpruiuosa  (Sin.).  Kruste  weiss.  moist  feblend,  krustig-mehlig,  weisslicb 
°der  -van,  leinrissig,  auf  undeutlichem   Prototliallus.    Kriichte  angodriiokt  oder  fast 


48 

eingesenkt,  rand,  mit  schwarzer  oder  ein  wenig  rothlicher,  blau  bereifter,  selteu 
nackter  Seheibe,  mit  diinncm,  dauerndem,  im  Alter  bogigem  Raade.  Subhymenial- 
schicht fast  farblos. 

f.  macroloma  Flke.  Frachtseheibe  dicht  bereift.  Hand  beroift  und  aufge- 
dunsen. 

An  dor  Mauer  bei  der  hi.  Dreifaltigkeit  in  Deutschbrod  und  an  den  Kapellen 
auf  der  Kalvarie.  Excipulum  aussen  braunschwarz,  inncn  hell.  Subhymenialschicht 
getblich  oder  farblos.  Paraphysen  verlcimt,  oben  braun.  Sporen  elliptisch,  2  ft  breit, 
4 — 6  ft  lang. 

146.  S.  clavus  DC.  (S.  privigua  /J)  Clavus  Kbr.  —  Stcroopcltis  macrocarpa 
I)e  Not.).  —  St.  Carestiae  Be  Not.).  Kruste  undeutlich.  Fruchte  mittelgross,  kurz- 
gestielt,  rundlich  oder  bogig  geschlangelt,  erst  mit  vertiefter,  spiiter  flacher,  schwarz- 
lichcr  oder  dunkelrothbrauncr,  nackter  Seheibe  mit  schwarzem,  meist  dauerndem, 
anfangs  dickem,  spiiter  sich  verschmalerndcm,  rissig-warzigem  Ramie.  Subhymenial- 
schicht schwarzbraun  oder  rothbraun. 

An  Granit  in  der  Terasse  beiin  Kircbliof  und  miter  dem  Felde  „na  Pren- 
pfru".  Der  verkohlte  Stiel  steckt  in  den  Granitrisscn  und  man  sieht  nur  die  Frucht 
ohne  Tballus.    Die  Sporen  660mal  vergrossert  siohe  hinten  (Nr.  28). 

147.  8.  regularis  Kbr.  Kruste  diinn,  graubraun,  oft  fast  fcblcnd.  Proto- 
thallus  undeutlich.  Fruchte  aufsitzend,  rand,  anfangs  mit  flacher,  bald  halbkugelig 
gewolbter,  schwarzbrauncr  Seheibe  und  dtlnnem,  glattem,  anfangs  bervortretendem, 
spiiter  vcrsehwindendem,  schwarzem  Rande.  Subhymenialschicht  braun. 

Paraphysen  oben  gelbhraun.  Sporen  an  cinom  oder  beiden  Enden  mit 
oliger  Masse,  1-5—2  (i  breit  und  3—4  ft  lang.  An  Gneis  beim  Kirchbof  in 
Deutschbrod. 

148.  8.  simplex  (Dav.)  (S.  privigna  a)  simplex  Kbr.).  Kruste  undeutlich. 
I'liiclite  klein,  angedrackt,  fast  stets  bogig,  bisweilen  seitlich  zusammengedruckt 
und  gekrummt,  mit  verbogencr  oder  rauher,  schwarzer  Seheibe  und  dickem,  ber- 
vortretendem, dauerndem,  aufgedunsen-kornigem  Rande.  Subhymenialschicht  farblos. 

Aji  Granit  in  der  Umgebung  von  Deutschbrod  ziemlieh  verbreitet.  Friicbte 
viel  kleiner,  unregelmftssiger  als  die  der  vorigen  Arton.  Stets  macht  sie  den  Ein- 
druck  einer  eingetrockueteu  Flechte.    Sporen  1 — 2  ft  breit  und  3— fi  ft  lang. 

Catocarpus  Kbr.  em. 

149.  C.  badioater  (Flke.)  (Buellia  badioatra  Kbr.).  Kruste  weinsteinartig, 
rissig  oder  warzig,  braun  oder  rothbraun,  auf  sebwarzom  Protothallus.  Frttchte 
eingesenkt,  die  Kruste  nicht  iibcrragend,  mit  flacher,  nackter,  schwarzer  Seheibe 
und  diinnem,  horvortrctendem,  schwarzem  Rande.  Sporen  zeitlich  braun.  Die  Sporen 
660mal  vergrossert  siehe  hinten  (Nr.  29). 

An  Gneis  bei  der  Schleiftntthle  und  anderswo  geiiug  liiiufig. 


IJuellia  Dc  Not. 

150.  B.  myriocarpa  (DC.)  [15.  punctata  (Ach.)  Kbr.]     Kruste   kornig  oder 
kornig-staubig,  hcllgrau,  wcisslich  oder  graugriin,  bisweilen  audi  l'ehleud,  aufweiss- 


49 

lichem  Protothallus.  Frttchte  klein  bis  sefar  klein,  angedrttekt,  mil,  dacher  oder 
gewolbter,  berandetcr  odor  randloser,  schwarzer  Scheibe.  Sporen  4 — 8  (i  breit  und 
9—16  [i  lang. 

«)  pimctiformis  (Hoffm.).    Krustc  diinn,   zuwcilen  fast  fehlcnd,  weisslich  oder 

hellgrau. 
ft)  cMoropolia  (Fr.).    Kruste  dick,  kornig,  graugran  oder  schmutzig  grtlnlich. 
Selir  hauftg  an  Nadel-  und  Laubbaumen,  sowie  audi  an  altera  Holz.  Para- 
physen  braun,    oben  brainier.     Frttchte  0-2— (Hi  mm  gross.     Sporen   im   Ganzen 
elliptisch,  an  dor  Scheidewand  oft  zusammengezogen. 

151.  II  parasema  (Acb.).  Kruste  glatt,  warzig-kfirnig,  rein  weiss  oder 
weisslich,  auf  schwarzem  Protothallus.  Frttchte  aufsitzend,  rnit  fiacher,  glftnzend 
°der  nicht  gliinzcnd  schwarzer  Scheibe  und  dtiunem,  fast  bleibendem,  glftnzend 
schwarzem  Rande  oder  mit  gewSlbter,  randloser  Scheibe.  Sporen  5—10  n  breit 
und  15—30  p  iau„_    Dieselben  650mal  vcrgrossert  siehe  liinten  (Nr.  30). 

«)  disciformis   (Fr.)   (1!.  parasema  a)  tersa  Kbr.).     Krustc  weiss   oder  hell- 
grau.    Frttchte  1 — 2  mm  gross. 
ft)  microcarpa  Schaer.    Kruste  weiss   oder  hellgrau.    Frttchte  sehr  klein,  bis 
L  mm  gross. 

In  der  Deutsclibroder  Umgebung  vorzugsweise  an  Sperber-  und  Buchbaumen, 
plcJlt  aber  haufig.   Die  Abart  ft)  an  Fichte  in  Leithon.     Subliymcnialschicht  braun. 
'"apliysen  oben  braun;  ich  babe  aber  auch  grttnliche  gesehen. 


PoetscMa.   Kbr.  era. 

.  ^'  J'-  arthonioides  F6e  [Buellia  Ricasolii  (Mass.)  Kbr.].     Kruste  kornig- 

ppig,  ziemlich  dick,  von  grauweisser  Farbe.  Frttchte  eingesenkt,  spater  aufsitzend 

z  v7tt^Z''  -rait  vorticltcr'  sPater  gewolbter  Scheibe.  Subliymcnialschicht  braun.  Sporen 

neilig,  in  (ior  Mitte  stark  zusammengezogen,  4— 5  fi  breit  und  10 — 15  »  lang. 

7  l(:  W;ichst  an  Linden  bei  der  hi.  Anna,  ist  aber  sehr  klein  geblicbon,  mit 

Zwerg-Frttchten. 

Diplotomma  Fw. 

fein  '    • 153-  I)'  ath,romt  l^ch.).   Kruste  sehr  dttnn,  zerstreut,  kfiraig-warzig  oder 

naclfSS1S'    PrototIiallus  weisslich.    Frttchte  angedrttekt  oder  aufsitzend,  mit  meist 

rail  1^'  8C^wfrzer)  glanzloser  Scheibe  und  diinnem,  schwarzem  Rande.  Sporen  pa- 

6  "VlerfchoiIig.    Dieselben  660mal  vcrgrossert,  siehe  liinten  (Nr.  32). 

«)  pharcidia  (Ach.)  |l).  populorum  Mass.  Kbr.].  Kruste  weiss  oder  weissgrau, 

Frttchte  aufsitzend,  mit  bald  gewolbter  und  nicht  berandeter,  zuwcilen  fein 

bereifter  Scheibe. 

nitat  '  s'atter  K,in('le  <^er  Faubbaume.  An  einer  Rosskastanic  bei  der  hi.  Tri- 

1  >  an  Espe  und   Pappeln  bei  Wassennaun  in  Deutschbrod. 

tjjoj.1-  .^'  alboatrum   (Hoffm.).    Kruste   fast   weinsteinartig,    oder   ein  wenig 

thall  A'  War/'K"-rissif>,  weiss  oder  grauweiss,  oft  auf  undeutlichem,  schwarzem  Proto- 

dicht  hi       ftC^te  StCtS  einSesen]{t  Oder    im  Alter   hervortretend,    mit  schwarzer, 

Maugrau  bereifter,    erst  fiacher  und  von  Thallus  berandeter,   spater  m&chtig 

4 


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gewolbter  unci  nackter  Scheibe.  Sporen  sich  quer  urid  nach  anderen  Richtungen 
einigemal  theilend  unci  braun. 

epipolium  (Ach.)  [margaritaceum  (Smf.)  Kbr.].    An  Steinen.    Kruste  mehr 

weinsteinartig,  feinrissig  unci  rein  weiss.   Scheibe  flach,  bereift  unci  lange 

vom  Thallus  beranclet. 

la  der  Uingebung  von  Deutschbrod  habe  ich  lusher  nur  die  Abart  D.  albo- 
atrum  epipolium  sichergestellt  und  zwar  an  Gneis  bei  der  Schleifmtthle,  wosiege- 
meinschaftlich  mil,  Aspicilia  complanata  wiichst  unci  an  der  Mauer  des  Klostei- 
gartens  in  Deutschbrod. 

RhlzocarpoD.  Ram, 

A.  Eurhisodarpon  Stitzbg.  cm.  Sporen  zeitlich  braun  oder  schwarz  werdend. 

a)  Kruste  griin  oder  gelb. 

1.55.  B.  geographicum  (L.).  Kruste  weinsteinartig,  rissig,  von  hellgrttn- 
gelber  oder  hellgelber  Farbe,  auf  schwarzem  Protothallus.  Frttchte  nackt,  schwarz, 
schmal  berandet,  liber  die  Kruste  nicbt  hinreichend.  Sporen  zu  je  8  im  Schlaucbe, 
bald  schwarz  werdend,  11—18  ft  breit  und  20 — 35  ft  lang. 

An  Gneis,  Granit  und  Amphibolit  sowie  an  andcrem  Urgebirgsgestein  in 
der  ganzen  Deutschbroder  Umgebung.     In  einigen  Formen  vorkommend. 

156. 11.  viridiatrum  (Flke.).  Kruste  weinsteinartig,  rissig,  einzelne  Felderehen 
aufgedunsen  und  griingelb  geflirbt,  auf  schwarzem  Protothallus.  Frttchte  bald  liber 
die  Kruste  hervortretend,  mit  schwarzer,  nackter,  anfangs  flacher,  fast  unberandeter, 
bald  sich  wolbender  und  randloser  Scheibe.  Sporen  zu  je  8,  erst  farblos,  dann 
braungrttn  und  cndlich  schwarz,  6 — 9  ft  breit,  15 — 22  ft  lang. 

Ich  habe  sie  nur  an  den  Chlystover  Felsen  hinter  Perknau  gefunden,  dort 
aber  viele  Stiicke.  Die  Hyphen  bleiben  durch  Jod  unveriindert,  bei  der  vorigen 
Art  werden  sie  aber  blau.  Durch  die  iiber  die  Kruste  hervortretenden  und  dicsclbe 
uberragenden  Frttchte  von  der  vorigen  Art  leicht  zu  unterscheiden. 

b)  Kruste  weisslich,  grau  bis  braun. 

157.  B.  grande  (Flke.)  [B.  petraeum  form,  graude  Kbr.?].  Kruste  wein- 
steinartig, warzig,  grau  oder  bniunlich,  auf  schwarzem  Protothallus.  Frttchte  an- 
fangs mit  flacher,  diinn  bereifter,  bald  aber  gewolbter  unci  randloser,  nackter, 
schwarzer  Scheibe.  Sporen  zu  je  8  in  einem  Schlauche  unci  bald  schwarz  werdend. 
Die  Sporen  650mal  vergrossert,  siehe  hinten  (Nr.  35). 

An  Urgebirgsgestein  im  Hohlwege  bei  der  St.  Salvator-Kapellc  habe  ich 
einige  Stiicke  gesehen.  Die  Kruste  von  diesen  Stiicken  ist  nur  weissgrau.  Anderswo 
habe  ich  diese  Art  bisher  nicht  gesehen. 

B.  Siegertia  Kbr.  em.    Sporen  lange  farblos  bleibend. 

158.  B.  atroalbum  Arn.  [R.  petraeum  Kbr.  a)  vulgaro  Fw.  Kbr.  pp.  R. 
clistinctum  Th.  Fr.].  Kruste  weinsteinartig,  kleinrissig  oder  auch  warzig-rissig. 
Felderehen  Bach  oder  wenig  gewolbt,  grau,  graubraun  oder  rothbraun,  auf  schwarzem 
Protothallus.  Frttchte  klein,  aufsitzend,  mit  flacher  oder  ganz  wenig  gewolbter, 
sehr  dttnn  berandeter  oder  randloser,  nackter  und  schwarzer  Scheibe.    Frttchte  zu 


51 

je  8  in  einem  Schlauche,   farblos  odor  hellgrlin,   12—16  ft  breit,   24—32  n  lang. 
Siehe  dieselben  hinten  (Nr.  33). 

An  verschiedcnein  Urgebtrgsgestein  in  der  Deutschbroder  Uragebung  haufig. 
Bei  den  an  den  Chlystover  Felsen  vorkommenden  ist  die  Kruste  grau  gefarbt,  bei 
denen  an  den  Felsen  bei  Ranteich  nur  rothbraun,  wodurch  die  Formen  zu  untcr- 
scheiden  sind. 

159.  li.  obscuratum  (Ach.).  Kruste  weinsteinartig,  dtinn  und  kleinrissig. 
Felderchen  fiach,  chocoladenfarbig  oder  brauner,  auf  schwarzem,  gewohnlicb.  nicbt 
deutlichem  Protothallus,  Frtlohte  eingesenkt  oder  aufsitzend,  mit  flacher,  nackter, 
scnwarzer  Scheibe  mit  dauerndem,  dickem,  schwarzem  und  nacktem  Rande.  Sporen 
zu  je  8,  lange  farblos,  10—20  ft  breit  und  25—50  ft  lang.  Siehe  dieselben  650mal 
vergrossert  binten  (Nr.  24). 

f.  lavatum  (Fr.)  (11.  petraeum  /3)  lavatum  Kbr.).  Kruste  weisslich,  durch  eisen- 
laltigen  Stoff  gclbbraun  gefarbt.  In  der  Umgebung  von  Deutsclibrod  mit  rothbrauner 
Scbcibo. 

Sic  wlichst  in  der  Umgebung  an  Urgebirgsfelscn,  scltener  abcr  als  die 
vonge  Art,  der  sie,  was  die  Farbe  anbelangt,  nahe  kommt,  durch  den  dicken, 
''i^enen  ^an(i  von  dersolben  leicht  zu  unterscbciden  ist.  Die  Form  lavatum  (Fr.) 
babe  ich  nur  bei  der  St.  Salvator-Kapclle  geseben. 

Arthrosporum  Mass. 

160.  A.  accline  (Fw).     Kruste  diinn,   kornig-warzig,  weissgrau  oder  grau- 
tn,   auf  weisslichem  Protothallus.    Friichte  angedriickt,  mit  schwarzer,  flacber 


Scheibe 
kriinuut 


mit  (Uinnom  und  meist  dauerndem  Rande.     Die   meistcn  Sporen  sind  go- 


p ,  f       ^n  glatten  Rinden  der   Laubbftume.    In  Deutschbrod  an  Ahornen  an  der 
ger  Strasse  und  anderswo.  Ohne  Mikroskop  von  Lecidella  entcrolcuca  fast  nicht 
z«  unterschciden. 


Gri-aphicleae. 

Uebersicht   der  Gattungen. 

^  4.  Excipulum    deutlich,    oft  kohlig,   mit   meist   deutlich   hcrvortretendem 

'    Kr'iste  (grosstentheils)  gut  entwickelt  (Opegrapheae). 
V  Sporen  farblos,  4-  bis  mehrtheilig. 
mel  -fi    °pc<JraPl%a-    Sporen  liinglich  clliptisch  bis  spiudolforinig,    parallel  4-  bis 

FrftSt    r8'    ferbl0S  (Nr'  88  U'   39)'    Excil),llum   kohlenartig   oder   dunkelbraun. 
c  hnearisch  (selten  rundlich).     Kruste  einfiirmig,  anfangs  oft  unterrindig. 
b)  Sporen  vieltheilig. 

verz  -.  Zwac/chia-  Sporen  lang-lanzettlich,  parallel  vieltheilig,  farblos.  Friichte 
^ogen,  rundlich  oder  strichformig.  Excipulum  kohlenartig.  Kruste  anfangs 
,tCTnndig,  spater  oberflachlich,  einfiirmig. 

kohF      Graphfs-  Sporen  langlich,  parallel  vieltheilig,  farblos  (Nr.  37).    Excipulum 


Iruchte  strichformig.    Kruste  anfangs  unterrindig. 


4* 


52 

B.  Excipulum  undeutlkh,  ohne  eigenen  Eland.  Kruste  (meist)  spiirlicli 
entwickelt,  oft  nur  unterrindig  (Arthonieae). 

Arthonia.  Sporen  langlich-elliptisch,  spindelformig,  odcr  puppenformig  (die 
cine  ilalfte  dicker  als  die  andere),  selten  zweitheilig,  meist  parallel  Tier-  bis  mehr- 
theilig,  farblos  (Nr.  40  bis  41).  Frttchte  fleokenartig,  rund,  rundlich  odor  strich- 
formig,  ohne  Excipulum.    Kruste  einformig,  bisweilen  unterrindig. 

Celidium.  Epiphyten.  Frttchte  rund  odcr  fleckartig.  Excipulum  weich, 
oft  undeutlich.    Sporen  ellipsoidisch,  parallel  viertheilig,  farblos. 

Opegrapha  Ilumb. 

nil.  0.  varia  (Pers.).  Kruste  dttnn,  bisweilen  unterrindig,  weiss,  weisslich 
oder  graugrttn,  graubraun  odcr  grunbraun.  Frttchte  aufsitzend,  unregclmassig  rund, 
elliptisch  oder  lincarisch,  mit  schwarzer,  nacktcr  oder  bereifter,  meist  rhombischer 
Scheibe  und  schwarzem,  anfangs  mftchtig  hervortretendem,  spater  fast  yerschwin- 
dendem  Kandc.  Sporen  fingerformig  oder  breit  spindelformig,  4— 6theilig.  Siehe 
hinten  die  650mal  vcrgrosscrten  Sporen  (Nr.  38). 

pulicaris  (Iloffm.).  Frttchte  fast  elliptisch,  mit  vertiefter  Scheibe  und  aach 

I  linen  oingebogenem  Rande. 

An  Laubbiiumen  h&ufig,  weniger  h&ufig  an  Nadelbaumen.  Die  angefeuchtete 
Kruste  riecht  nach  Veilchen. 

\{\2.  0.  vulgata  (Acli.).  Kruste  diinn,  weisslich,  grauweiss  oder  graubraun. 
Frttchte  vortretend  oder  aufsitzend,  mit  kurz-linearischer,  sehr  schmaler,  nackter 
Scheibe  und  eigenem,  die  Scheibe  fast  vollkommen  bedeckendem,  schwarzem  and 
glanzlosem  Rande.   Sporen  schraal  spindelformig,  6— 8theilig. 

An  Nadclbiiumen  geniein. 

163.  0.  herpetica  (Ach.).  Kruste  ausgebreitet,  erst  unterrindig,  dann  sehr 
diinn  krustig  oder  sp&rlich  kornig,  graubraun  oder  grunbraun.  Prototh  alius  unter- 
rindig. Frttchte  hervortretend,  sehr  klein,  anfangs  punktforniig,  dann  unregclmassig 
rundlich,  elliptisch  oder  kurz-linearisch,  mit  flacher  oder  krumm  gefurchter, 
schwarzer,  glanzloser  Scheibe  und  diinnem,  anfangs  zusammenfliessenden,  sp&ter 
las!,  ganz  zurttcktretenden,  schwarzen  und.  glanzlosen  Etandern.  Sporen  finger-  oder 
spindelformig,    viertheilig.    Siehe  dieselbea  binten  650mal  vergrfissert  (Nr.  39). 

An  Laubbiiumen  und  Tannen  geniein..     Die  Kruste  riecht   nach  Veilchen. 


Zwackhia  Kbr. 

164.  Z.  involuta  (Wallr.  sub  Graphis)  (Opegrapha  involuta  Aut.).  ECruste 
anfangs  unterrindig,  dann  erst  auf  der  Oberfl&che  erscheinend,  fast  hautig,  diinn 
schuppig  bis  feinkornig,  von  rothbrauncr,  achmutzig  grunlicher  his  grttnbrauner 
Farbe.  Kriichte  sehr  klein,  her  vortretend,  fast  eingesenkt  oder  angedtiiekt,  un- 
regelm&Ssig  rundlich,  elliptisch  oder  ganz  kurz  lincarisch,  mit  vertiefter  his  flacher, 
nackter,  niattschwarzer,  im  Alter  kornig-rauhcr  Scheibe,  und  schwarzem,  anfangs 
aufgedunsenem,  nach  Innen  oingehogenem,  spater  fehlendem,  bisweilen  bis  zuriick- 
tretendem,  warzig-faserigem  Rande. 


53 

An  Tannen  im  Sommorwald.    Yon  Opegrapha  herpetica  uud  vulgata  nur 
mikroskopisch  zu  unterscheiden. 

Graphis  Adans. 

1G5.  G.  scripta  (L.).  Kruste  anfangs  unterrindig,  moist  bald  hervortretend 
U™1  diinn,  von  weisslicher  odor  weissgrauer  Farbe.  Frttchte  einfacb  odor  verlistolt, 
einzeln  oder  gruppirt,  krumm  gcfurclit,  gcrade  oder  gekrttmmt,  lang-lineariscli,  mit 
nnnenformiger,  schwarzer,  nackter  oder  blaugrau  bereifter  Scheibe  und  hervor- 
*<'I,<;iuI(mi,  parallelen,  machtigen,  schwarzen  Randern  und  bisweilen  mit  weissem 
Thallusrande.  Sporen  langlich,  S— 12theilig.  Dieselben  650mal  vergrSssert  siehe 
ainten  (Nr.  37). 

An  Baumrinde  wachst  sie  biiufig. 

Arthonia  Ach. 

ICG.  A.  vulgaris  Schaor.    Kruste  anfangs  unterrindig,  spater  oberflfichlich, 

unii,  von  weisslicher,    weissgrauer  oder  grttngrauer  Farbe.     Frttchte  eingesenkt, 

Ull°gelmassig  rundlicb  oder  stricbformig  und  nieist  sternartig  gruppirt,  mit  flacher 

01  er  scbwach  gewolbter,   dnnkelscbwarzer  Scbeibe.    Sporen  viertbeilig.    Siehe  die- 

selben  650mal  vergrossert  liinten  (Nr.  40). 

i-  ttwartziana  Acb.  Kruste  weisslich.  Friichte  rund,  mit  gewolbter  Sclieibe. 
Erne  an  Laubb&umen  hiiufige  Art. 

,li7-  A  minutula  Nyl.  (A.  dispersa  Schrad.  nee  Duf.   A.  cpipasta  Kbr.  et 

■  plur.  recent  nee  Ach.).  Kruste  anfangs  unterrindig,  spater  oberhalb  der  Kindc, 

zart,    weisslich  oder  weissgrau.    Friichte  klein,    angedriickt,   rundlicb,    lang- 

arisch,  einfach  oder  verzweigt,  mit  sehr  schmaler,   schwarzer  Scheibe.     Sporen 

meist  zweitlieilig. 

An  glatten  Rinden  der  Laubbiiume  biiufig.   Die  Sporen  G50mal  vergrossert 
'su'lu'  liinten  (Nr.  41). 

-4-  populina  Mass.  (A.  punctiformis   Mass.  Kbr.).    Kruste  meist  stets 

'(|uudig,  wenn  oberflachlicb  feinhiiutig,   grauweisslich  oder  graubraun.    Friichte 

.,  Ugs   auc1t  unterrindig,    dann   eingesenkt,    fleckenartig-rundlich  oder  elliptiscli, 

11  schwarzer,  glanzloser  und  flacher  Scheibe.    Sporen  4— Gtheilig. 

scl -  ■!      Al'  g*atter  liindc  einer  .iim8eri  Lillde  an  der  Vitkova  stran.    Subhymenial- 

'  J  lu'>tkaum  bemerklicli,  farblos.  Schlaucho  birnformig.  Fine  griinschwarze  Schicht 

Ckt  <lle  farblose  Hymcnialschicht. 


Celidium  (Ful.)  Kbr. 


I iiatora  verrucarioides 
glaucomarina  Nyl.).  Frttchte  ruadlich-fleckenartig, 


1G9.  C.  varians  (Dav.)  (Oelidiuni  grumosuin  Kbr. 
®pP-  —  ATthonia  varians  et  A 

t  llacher,    spater   m&ssig  gewSlbter,   glatter  oder  ein  wenig  rauher  Scheibe 
ei   »  p.      rzer  Farbe,  glanzlos.    Sporen  spindelformig  bis  fast  puppenfiirmig  (die 
e  Halite  miichtigor  als  die  audere,  wie  bei  den  Puppen),  4—6  »  breit  und  14  bis 
•^  v  lanjr. 


54 


Auf  der  Scheibe  der  Art  Lecanora  sordida  haufig. 
Vorzugsweise  bei  der  St.  Salvator-Kapelle  bei  Deutsclibrod. 

Verr  ulc  arieae. 

Die  Gattungen : 

A.  Parapliysen  zerfliessend. 

Lithoicca.  Erudite  in  die  Krusto  fast  ganz  oingoscnkt  oder  von  derselben 
iiberdeckt.  Excipulum  doppelt,  iiusseres  Thallus-Excipulum  und  eigenes,  inneres 
an  der  Basis  offenes  Excipulum  mit  deutlich  durchbolirtoin  Scheitel.  Parapliysen 
zerfliessend.    Sporen  ellipsoidisch,  nicht  getheilt,  farblos.    Siehe  hinteu  Nr.  42. 

Verrucaria.  Friichte  aufsitzend  oder  halb  eingesenkt.  Excipulum  einfach, 
kohlig,  unten  offen,  am  Scheitel  warzig  oder  einfach  durchbohrt.  Paraphysen  zer- 
fliesseud.  Sporen  ellipsoidisch,  nicht  getheilt,  farblos. 

B.  Paraphysen  deutlich. 

Thrombium.  Excipulum  einfach,  weich.  Paraphysen  fein  und  deutlich. 
Sporen  ellipsoidisch,  nicht  getheilt,  farblos.     Schliiuche  walzenfijruiig. 

Lithoicea  Mass. 

170.  L.  nigrescens  (Pers.)  (Verrucaria  fuscoatra  Wallr.  Kbr.).  Kruste  diinn, 
weinsteinartig,  fast  zusammenhangend  oder  rissig,  griinbraun,  dunkelbraun  bis 
dunkelschwarz,  auf  undeutlichem  Protothalus  von  derselben  Earbe.  Friichte  klein, 
fast  kugelig,  ganz  eingesenkt,  nur  mit  der  warzigen,  spiiter  durchbohrter  Mlindung 
hervorragend.    Die  elliptischen  S]>oren  650maJ  vergrossert  siehe   binton  (Nr.  42). 

In  Deutsclibrod  an  alten  Maueru  haufig  genug. 

Verrucaria  (Wigg.)  Mass. 

171.  V.  muralis  Ach.  Kruste  weinsteinartig,  rissig  oder  wulstig-warzig 
oder  verschiedeuartig  staubig  bis  fast  fehlend,  weisslieb,  auf  deutlicheui,  weisslichem 
Protothallus.  Friichte  klein,  aufsitzend,  nut  eingesenkter  Basis,  halbkugelig,  schwarz, 
bisweilon  grauweiss  bereift,  mit  undeutlich  eingedriicktein  und  fein  durchbohrtem 
Scheitel.   Sporen  eiformig   oder  breit-elliptisch,   6 — 8  fi  breit  und  12 — 16  (i  lang. 

Eine  an  alten  Mauern  gemeine  Art. 

Thrombium  Wallr. 

172.  Th.  epigaeum  (Pers.).  Kruste  diinn,  ausgetrocknet,  fast  staubig,  wenn 
feucht  schmicrig-gallertig,  griinlichgrau,  auf  undeutlichem  Protothallus.  Erudite 
klein,  braunschwarz,  fast  kugelig,  halb  eingesenkt,  mit  vorragendem,  abgeflachtem, 
deutlich  durchbohrtem,  im  Alter  zerfallcndem  Scheitel.  Sporen  langlich-olliptisch, 
5 — 6  (i  breit,  18 — 21  fi  lang. 

Eine  auf  diirrem  Sandboden  gemeine  Art.  Nach  dem  Eegen  sind  die  Eriidile 
deutlicher,  und  die  Kruste  schmierig.  Friichte  sehr  zahlreich  und  nach  Entleerung 
der  Sporen  niedergesunken,  So  dass  der  uutere  Tlieii  wie  eine  Fruchtscheibe  aussieht. 


55 


l?.y  renulac  e  ae. 


Die  Gattungen. 

Pyrenula.  Sporen  ellipsoidisch,  parallel  viertheilig,  gefiirbt  (siehe  Nr.  43). 
Excipulum  einfach,  schwarz.   Paraphysen  dcutlich. 

Arthropyrenia.  Sporen  keil-  oder  eiforrnig,  quer  zweitheilig  oder  puppen- 
formig  (die  eiue  Hftlfte  dicker  ala  die  andere),  parallel  4 — Gtheilig,  farblos  (Nr.  44). 
Excipulum  einfach,  dunkel.  Paraphysen  grosstentheils  undeutlich,  zu  einer  bau- 
schichten  Masse  vereinigt. 

Tichothecium.  Eine  parasitische  Gattung.  Excipulum  einfach,  schwarz. 
"araphysen  im  Scheine  zerfliessend.  Sporen  ellipsoidisch,  qner  zweitheilig,  gefiirbt 
(Nr.  45). 

Cercidospora.  Excipulum  einfach,  dunkel  uud  weich.  Paraphysen  dcutlich. 
Sporen  spindelformig  oder  fast  elliptisch,  quer-zweitheilig,  farblos. 

Pharcidia.  Epiphytisch.  Excipulum  einfach,  weich,  schwarz.  Paraphysen  in 
'  Chleim  zerfliessend.  Sporen  stabformig,  quer-zweitheilig,  farblos.  Siehe  hinten 
die  Zeichnung  (Nr.  46). 

Pyrenula  Ach. 

173.  P.  nitida  (Schrad.).    Kruste  zusammenhangeiid,  hautig-knorpelig  oder 

ri«sig,  mattglanzend,  grtinlichbraun,  golbbraun  bis  dunkelrothbraun,  selten  weisslicli, 

isweilen  auf  undeutlichem,  manchmal  auf  braungriinem  Protothallus,  welcher  die 

_"iste  umsaumt.    Frtichte  mittelgross,   anfangs  vom  Thallus  verhiillt,   spiiter  auf- 

sitzend,  halbkugelig,  braunschwarz  oder  schwarz,  mit  eingedruckter  Offnung.  Sporen 

^nglich-elliptis ch  oder  liinglich,  4—5  ft  breit  uud  16—21  ft  lang,   hellrothbraun. 

^selben  vergrossert  siehe  hinten  (Nr.  43). 

Auf  glatten  Puchrinden  im  Leithen  und  bei  Stocken.  Frtichte  zahlreich,  bis 
»»»»  gross  und  lanee  von  der  Kruste  verdeckt. 


Arthropyrenia  Mass. 

A.  Sporen  zweitheilig. 

174.  A.  analepta  (Ach.)  Kbr.    Kruste  fast   nur  unterrindig,    selten  ober- 
acnlich,  zerstreut  feinkoruig  und  grau.  Fruchte  vortretend,  zerstreut,  mattschwarz 

Otter  fast  glanzlos,  verschieden  gross,  abgeflacht  halbkugelig,  mit  verbreiteter  Basis. 
effnung  undeutlich  multerartig  und  sehr  klein.    Sporen  zweitheilig,   eiforrnig,  in 
' 0I'  Mitte  zusammengezogen,  3—4  ft  breit  und  12—15  ft  lang. 

An  glatten  Einden  der  Laubbaume,  z.  B.  an  der  grauen  Erie  an  der  Kal- 
varie  bei  Deutschbrod. 

175.  A.  stenospora  Kbr.  Kruste  nur  unterrindig.  Fruchte  auftretend,  zer- 
streut und  klein,  schwarz  glanzlos  und  meist  durch  Krustcn-  und  Rindentheilchen 
vcrunreinigt,  abgeflacht  halbkugelig,  mit  multerartiger  und  meist  deutlichcr  Offnung. 
hPoren  zweitheilig,  fast  stabformig,  3  ft  breit,  14—18  ft  lang. 

An  junger  Pinde  der  Laubbaume  in  der  Umgebung  von  Deutschbrod. 

B.  Sporen  vier-  und  mehrtheilig. 


56 

176.  A.  bohemica  Novak.  Die  Kruste  bildot  einen  dunueu  und  weissen 
Ulberzug,  welcher  glatt  und  ein  wenig  glanzend  ist.  Frtichte  scliwarz,  fast  glanzlos, 
halbkugelig  bis  kegelfflrmig,  bisweilen  ein  wenig  verbogcn,  aufsitzend,  am  Scheitel 
sich  durch  kleines  Loch  offneud.  Sporen  limglich,  zweizellig,  anch  aber  vierzellig, 
an  den  Schoidcwiindcn  zusamraengezogen,  farblos,  zu  je  8  in  walzformigen,  im 
Alter  keulenffirraigen  Schlauchen,  3 — 4  fi  breit  und  14 — 18  ft  lang.  Paraphysen 
ganz  deutlich. 

An  Einde  alter  Pftppel  in  Deutschbrod.  Siehe  die  Sporen  650mal  und  einen 
Schjauch  schwach  vergrossert  hinten  (Nr.  44). 

177.  A.  Persoonii  Mass.  (A.  punctiformis  Hepp.  et  Aut.  plur  an  Pers.?). 
Kruste  meist  dauernd  unterrindig,  selten  oberffiichlich  und  dann  fein,  weissgrau. 
Frtichte  klein  oder  sehr  klein,  mattschwarz,  angedriickt,  halbkugelig  mit  zerflies- 
sender  Basis  oder  abgestutzt  halbkugelig,  meist  mit  fein  durchbohrter  Mundung. 
Sporen  anfangs  zweitheilig,  bald  viertheilig,  zuweilen  6 — Stheilig,  langlicli,  oft  quer 
ninzelig,  3  ft  breit,  11 — 15  ft  lang. 

An  Laubbauinen.    Erie  bei  Wassermann  in  Brod. 

Tichothcciiim  IV. 

178.  T.  pygmaeum  Kbr.  Ein  Schraarotzer.  Friichto  sehr  klein,  fast  glanzend 
schwarz,  ganz  oder  fast  eingcsenkt,  kugelig,  mit  undcutlich-multerartiger,  sehr 
feiner  Miindung.  Sporen  zu  24 — 36,  elliptisch,  oft  in  der  Mitte  ein  wenig  zusam- 
mengezogen,  dunkelbraun,  8  ft  breit,  6 — 8  ft  lang. 

Auf  der  Kruste  der  (lattung  Lecidea  an  d(;r  Klostermaucr. 

179.  T.  Opegraphae  Novdk.  Frtichte  fast  ansitzeud,  klein,  auf  der  Kruste 
zerstrent,  glanzend  schwarz,  kugelig,  mit  nicht  multerartiger  Offnung.  Sporen  zu 
je  8,  im  Ganzen  eiformig-elliptisch  (langlich-elliptisch  bis  eifiirmig  mit  nicht  gleich 
grossen  Zellen),  anfangs  farblos,  spiiter  von  graublauer  bis  brauner  Farbe.  Die 
iilteren  Sporen  sind  bei  der  breiten  Scheidewand  zusammengezogen. 

Die  Sporen  650mal  vergriissert  siehe  hinten  (Nr.  45).  Diese  neue  Art  ent- 
deckte  ich  auf  der  Kruste  der  Gattung  Opegraplia  aus  Leithen  bei  Friedenau. 


Cercidospora  Kbr. 

180.  G.  minima  Stein.  Epiphytisch.  Frtichte  so  klein,  dass  sie  nur  durch 
die  Luppe  zu  sehen  sind,  gliinzend  schwarz  und  fein  durchstochen.  Sporen  zu  je  8, 
wasserhell,  quer-zweitheilig,  liinglich-elliptisch,  mit  bisweilen  ungleichen  Iliilften, 
bisweilen  mit  Olkorperchen,  viertheilig  erscheinend,  8 — 10  ft  breit  und  20 — 25  ft 
lang.  Schlauche  meist  rubenffirmig,  Paraphysen  sich  bald  krtimmend  und  ver- 
schwindend.     Subhymenialschiclit  graubraun  und  Excipulum  braunschwarz. 

Diese  Art  entdeckte  B.  Stein  auf  der  von  mir  benannton  Art  Gyalecta 
Steini.  Zugleich  gestattete  er  mir,  dass  ich  die  mir  mitgetheilte  Beschreibung 
dieser  Art  veroffentlichen  kann.  Die  Art  Gyalecta  Steini  Novak  wunle  bisher  nur 
auf  der  Heide  blnter  Perknau  entdeckt. 


57 


Pharcidia  Kbr. 


181.  Ph.  congesta  Kbr.  Epiphytisch.  Frtichte  wiiizig,  gruppirt,  schwarz 
glanzlos,  warzig  oder  kugelig,  Miindung  undeutlicli.  Sporen  stabfonnig,  zweitheilig, 
2-5  ft  breit  und  8—  1.2  ft  Lang.  Die  Sporen  650mal  vergrossert,  siehe  hinten  (Nr.  46). 

Auf  der  Scheibe  der  Art  Lecanora  subfusca  an  Sperberbaumen  an  der 
Humpoletzer  Strasse  Mufig  genug  vorkommend. 


TV.  Gallertflechten  dor  Umgebung  von  Dontschbrod. 

Thallus  (grSsstentheils  nicht  geschichtet),  Chromidien  und  Hyphen  in  galler- 
"ger  Masse  eingeschlossen,  welche  im  Feuchten  mftchtig  anschwillt  und  einer  Gal- 
le*te  ahnelt. 

Collemaceae. 

Die  Gattungen: 

Synechoblastu8.  Sporen  quer-zweitheilig  oder  parallel-vier-  auch  mehrtheilig, 
ngiich-elliptisch  odor  spindelformig,  farblos,  mit  eigenera,   bisweilen  audi  thallo- 
1  lscnem  Rande.   Chromidien  einzeln  oder  rosenkranzformig.   Thallns  raeist  blatt- 
art|g-   Rindenschicht  undeutlicli. 

Leptogium.    Sporen  ellipsoidisch,   meist  nach   einigen  Richtungen  getheilt, 
)los  (Nr.  47  hiuton).    Excipulum  doppelt.  Oliromidien  rosenkranzformig.  Thallus 
oiattartig.    Rindenschicht  deutlich. 

Collema.  Thallus  blattartig,  sclten  krustig  oder  fast  fehlend.  Rindenschicht 
'  eu"Wh.    Chromidien   einzeln   oder  rosenkranzformig.     Frflchte   schiisselformig, 
1,1  Lnallug  berandet.    Frftchte  ellipsoidisch,  erst  parallel  riertheilig,   moist  aber 
8lch  zeitlich  nnregelmftssig  theilend  und  farblos  (Nr.  48). 

Syncchoblastus  Trey. 

182.  S.  flaccidus  Ach.  Thallus  diinnhiiutig,  grossbklttcrig,  schmutzig  dunkel- 

j        oil (>r  grftnhraun,    unterseits   griinlichgrau  oder  blaugran,    blattartig  gelappt. 

ppen  gross,  breit  und  gerundet,  blasig  aufgedunsen,  nackt  oder  dichtkornig,  mit 

' '  getheiltem  oder  undeutlicli  gekerbteui  Rande.    Friichte   angedriickt  sitzend, 

^gross,  mit  flacher,    brauurother  Scheibe  und  cliinnem,   oft  gekerbtem,  anfangs 

Innen  eingebogenem,  hellgrtlnem  Rande.    Sporen  spindelformig,  meist  G — 7- 

leilig,  7_g  ft  breit,  22—28  ft  lang. 

An  Steinen  im  Thale  boi  „Certuv  stolek"  umveit  von  Chotebof  und  an 
,el8en  bei  Ronov  hinter  Pfibislau. 

Leptogium  Fr. 

,,.        .  18;)-  L.  sinuatum  (Huds.)  [L.  scotinum  (Ach.)  Nyl.  |.  Thallus  hiiutig,  klein- 
erig,  lockerrasig,  netzadrig,  blaugrau  oder  granbraun,  angefeuchtet  dunkelgrtii). 


58 

BliLttchen  gerimdet,  bisweilen  dachziegelig  gruppirt,  mit  ungetheilten  oder  seicht 
gekerbten  Random.  Friichte  klein,  aufsitzend,  mit  rothbrauner,  flacher  Scheibe, 
gleichfarbigem,  vortretend  aufgedunsenem,  erst  nacb  Innen  eingebogeuem,  eigenem 
uud  bald  zuriicktretendem  thallodischem  Rande.  Sporen  elliptisch,  bald  unregel- 
raiissig  vieltheilig,  16 — 15  ft  breit  und  24 — 40  ft  lang.  Siebe  die  Sporen  650mal 
vergrosseit  binteu  (Nr.  47). 

Auf  feuchter,  sparlicb  bewachsener  Erde.  Im  Hoblwege  bci  der  FFibislauer 
Strasse,  welcher  auf  die  Kalvarie  fiihrt.  Am  Abhang  bei  der  Schleifimihle.  Durcli 
die  ungetheilten  Lappen  am  leicbtesten  von  den  verwandten  Arten  zu  unterschoiden. 

184.  L.  tefmissimum  (Dcks.).  [L.  spongiosum  (Sm.)  Nyl.'|.  Tballus  derb 
genug,  sehr  kleinbl&tterig,  so  dass  dicbte  Rasen  oder  fast  Krusten  entsteben,  von 
griinlicber  oder  schwiirzlichbrauncr  Farbe.  Blattchen  lineariscb,  anliegend  oder 
aufsteigend,  zerschlitzt  getheilt,  mit  aufrecbten,  fingerformig  gespalteten  Enden. 

Bei  der  St.  Salvator-Kapelle  unweit  von  Deutscbbrod  an  nur  von  Flechten 
und  Moosen  bewaebsenen  Pliitzen,  gemeinschaftlich  mit  Rinodina  Conradi.  Friichte 
babe  icb  keine  geseben,  es  geniigen  aber  sterile  Stiicke  zur  Bcstimmung  der  Art. 

Collema  Hoffm. 

185.  C.  pulposum  (Bernb.).  Thallus  lederartig,  grossbliitterig,  im  trockenen 
Zustande  griinlicb-scbwarz,  braunsebwarz  bis  sebwarz,  feucbt  dunkelbraungriin,  stark 
quellend.  Eriicbte  aufsitzend,  gross  genug  (mit  Rande  bis  2  mm  im  Durchmesser), 
mit  erst  vertiefter,  spiiter  flacher  bis  massig  gewolbter  Scheibe  von  rothbrauner 
bis  braunschwarzer  Farbe,  mit  dickem,  ungetheiltem  oder  korniggekerbtem  Thallus- 
rande.  Sporen  eiformig  oder  zugespitzt-elliptisch,  parallel-viertheilig,  selten  un- 
regelmftssig  in  wenige  Theile  getheilt,  (i — 10  /t  breit  und  12 — 22  ft  king.  Siebe 
dieselbeu  hinten  650mal  vergrossert  (Nr.  48). 

In  des  Umgebung  von  Deutscbbrod  kommt  nur  die  Abart  C.  pulposum 
granulatum  Sw.  vor  und  zwar  nur  bei  den  Scheuern  an  der  1'rager  Strasse  mit 
zahlreichen  Fruchten. 

An  der  Laureta  bei  Jicin  kommt  die  Abart  G.  nudum  Schaer.  vor. 


Dio  in  Bohmeu  entdeckten,  in  der  ITmgc^bung  von  Deutschbrod  aber 

felilendcn  Kriistenilechten. 

Pannaria  conoplea  Ach.  (P.  rubiginosa  var.  conoplea  Kbr.). 

In  der  Umgebung  von  Karlsbad  (Bbhst.). 
Pannaria  lepidota  (Smf.)  (Massalongia  carnosa  /J)  lepidota  Kbr.).     An  Basalt  der 
kleinen  Schneegrube. 
„        microphytta  (Sw.).    An  Basalt  der  kleinen  Schneegrube  (Sw.). 
Psoroma  hypnorum  (Hoffm.).  a)  deaurata  (Ach.).    Nur  am  Ziegenrucken. 
(hjalohchia  nivalis  Kbr.     An  Basalt  der  kleinen  Schneegrube   (Kbr.).     Enter  der 
Kapelle  auf  der  Schueekoppe  (Kbr.) 
„  epixantha  (Ach.)  (G.  subsimilis  Th.  IV.).    Uiber  Moosen  am  Basalt  der 

lcleinen  Schneegrube. 
Placodium  concolor  (Rain.)  Te.ifelsgiirtchen  (Stein). 


59 


Placodmm  gelidum  (L).    In  der  Gegend  von  Heida  (Bbhst.). 
i)         circinatum  (Pers.). 

/3)  myrrhina  Ach.    Am  Milleschauer  (Rbhst.). 
Acarospora  flava  (Bell.). 

a)  chlorophana  (Whlbg.).    Schneekoppe   (Ludwig)  and  Felsenwand  des 
Teufelsgartchens  (Stein). 
Fritzea  lampropora  (Kbr.)   (Psora  lamprophora  Kbr.).    Basalt  der  kleinen  Schnee- 

grube  (Kbr.). 
Callopisma  aurantiacum  (Lghlft.).    Nach  Mann  in  Bohmen. 

»  variabile  (Pers.).    In  Bohmen  nach  Rabenhorst  an  mehreren  Orteu. 

Dimerospora  rugulosa   (Hepp.)  (Biatora  rugulosa  Hepp.     Biatorina  rugulosa  Kbr.). 

Elbegrund  (Stein). 
Rinodina  turfacea  (Wnbg.).  Uiber  Moosen  am  Basalt  der  kleinen  Schneegrnbe  (Kbr.). 
K        Biatorina  Kbr.  Am  Basalt  der  kleinen  Schneegrube  (Kbr.). 
,,        punnarioides  Kbr.    Am  .Basalt  der  kleinen  Schneegrube  (Kbr). 
Lecanora  tephraea  Kbr.    An  Gneis  der  Schneekoppe  (Kbr.). 

n        bicincta  Ram.  (Leora  Stenhammari  (Kbr.).    An  Felsen  im  Riesengebirge 

(Stein). 
»        nigrescens  (Th.  Fr.).    An  Granit  der  kleinen  Sturmhaube  (Stein). 
n        badia  (Pers.)  f.  pallida  Tw.    An  den  Felsen  von  der  Schneekoppe  zum 

Riesengrund  (Kbr.). 
»        frustulosa  (I)cks.).  Am  Basalt  der  kleinen  Schneegrube  (Fw.  Kbr.). 
Mosigia  gibbosa  (Ach.)  (Lecanora   Bockii  Fries).     Riesengrund  im  Riesengebirge 

(Fw.  Kbr.). 
Ochrolechia  tartarea  (L.)  Massal.  Krumau  (Kirchner),  Rothenhaus  (Saclis),  Jeschken 
(Rabenhorst). 
»  pallcscens  (L.)  parella  (L.).   Bei  Zinnwald  in  Bohmen. 

ITaematomma  elatinum  (Ach.).  An  Tannen  im  Riesengebirge  nicht  seltene  Art  (Stein). 
AspiciUa  tenebrosa  (Fw.)   (Lecidella  tencbrosa  (Fw.)].    Jeschken  bei  Reichenberg. 
,i        verrucosa  (Ach.).    Uiber   Moos  am  Basalt  der   kleinen  Schneegrube  im 

Riesengebirge  (Kbr.). 
,i        aquatica  (Fr.).    An  iiberflutheten   Felsen  im  Rieseugruude   (Fw.  Kbr.). 

Kesselkoppe  (Stein). 
»        alpina  (Smf.)  (A.  cinereorufescens  Kbr.). 

f.  ochracea  Kbr.    Auf  Magnetkies  im  Riesengrunde  (Kbr.). 
i,        microlepis  Kbr.   Am  Basalt  der  kleinen  Schneegrube. 
Jonaspis  svaveolens  (Ach.)  (Aspicilia   svaveolens  Kbr.).    Kesselkoppe  im  Riesenge- 
birge (Stein). 

chrysophana  (Kbr.  sub  Aspicilia,).  Am  Basalt  dor  kleinen  Schneegrube  (Kbr.). 
odora  (Ach.)  (Aspicilia  odora  Kbr.).  Aupafall  (Fw.  Kbr.).  Teufeisgartchen 
(Stein). 
Gyalecta  Fritzei  Stein.     An  iibernuthetem  Granit  cities   Baches   an  der  Westseite 
der  Kesselkoppe  (Stein). 

exantliematica  (Smith.).    Auf  Kalk  am  St.  Laurentius-Berg  (Mann). 
tiecoliga  Uformis  Kbr.    Am  Basalt  der  kleinen  Schneegrube  (Kbr.). 


CO 


Secoliga  Friesii  (Fw.)  Kbr.  An  morscheii  Wurzeln  alter  Fichten  am  Wege  oberhalb 

des  Arsenikschachtcs  ini  Riesengrunde  (Fw.  Kbr.). 
Thelotrema  lepadinum   Acb.    An  Fiohtea   und  Taimen   in  der  bohmischen  Schweiz 

(libhst.). 
Phialopsis  rubra  (Hoffm.).    Nach  Mann  in  BObmen   verbreitet.     Bei  Alt-Leipa  auf 
abgestorbenen  Moosen  (Schauter). 

Pertmaria  communis  DC.  f.  areolata  (Acb.)  [P.  rupestris  (DC.)  Kbr.],    Im  bobini- 
schen  Erzgebirge  (Rabenhorst). 

leioplaca   (Ach.).     Scbluckenau    (Karl).     Kuschwarda    im    Bohmerwalde 
(Kirchner),  Alt-Leipa  (Schauter). 
„  oculata  (Dcks.).    Auf  dem  Gipfel  der  Scbneekoppe  (Kbr.). 

corallina   (L.).    (P.  ocellata  (i)  coral  ina  (Acb.)   Kbr.    Mit  Frtlchten  auf 
dem  Gipfel  der  Scbneekoppe  (Stein). 
„  ocellata  (Wallr.).    An  den  Weckelsdorfer  und  Adcrsbacber  Felsen  (Kbr. 

Fritze). 
„  glomerata  (Ach.).    Am  Basalt  der  kleinen  Schneegrube. 

Varicellaria  rhodocarpa  (Kbr.  sub  Pertusaria).    Auf  nackter  Ftdc  und  liber  Moosen 

am  Hoheu  Rad  (Fw.). 
Bellonia  liussula  Kbr.    Ain  Basalt  der  kleinen  Schneegrube. 

Oatolechia  pulchella  (Schrad.)  [C.  Wahlenbergii  (Ach.)  Kbr.].  Gr.  Sturmhaube  (Haus- 
knecht).    Riesengebirge  (Weigel).     An  den  Abbiingen  der  Schneekoppe 
nach  dem  Riescngrunde  (Kbr.  St.). 
Psora  lurida  (Sw.).     Bei  Kaplitz  (Kirchner). 
„      decipiens  (Ehrh.).    Riesengebirge  (Weigel).    Lausek  (Kirchner).    Schlossberg 
bei  Teplitz  (Rabenhorst). 
Schaereria  cinereo-rufa  (Schaer.).  [Sch.  lugubris  (Fr.)  Kbr.].  Eesselkoppe  (St.). 

Thalleodoma  squalescens  (Nyl.).  Catillania  sphaeralis  Kbr.    Auf  Moos  in  Felsspalten 
der  Schneekoppe  (Kbr.).   Kesselkoppe  (Stein). 
„  candidum  (Web.).    Im  Riesengebirge  (Weigel). 

Btrangospora  moriformis  (Acb.)  (St.  trabicola  Kbr.).  Alte  Bretterz&une  im  Ausgang 

des  Riesengrundes  (Kbr.). 
Hacidia  carneola  (Acb.).  Zinkenstein,  Eichwald  (Rabenhorst).  Nach  Mann  in  .  Riilmieii 
verbreitet. 
„       inundata  (Fr.).  Kbr.  Kesselkoppe  im  Riesengebirge  (St.).  Die  kleine  Schnee- 
grube (St.). 
Artliror  aphis  flavovirescens  (Borr.)  Th.  Fr.  In  Bobmeu  soil  sie  verbreitet  sein(Rbst.). 
Bilimbia  sphaeroides   (Dcks.)   Th.   Fr.  —  B.  sphaeroides   Kbr.   1.   muscorum  Kbr. 
p.  p.  min.  Bei  Teplitz  (Sachs),  Kaplitz  (Kirchner),  Ueichcnberg  (Siegmund). 
„         sabulosa  Kbr.    Schneekoppe  (Kbr.).    Elbegnmd  (Fritze). 
„         coprodes  Kbr.  /9)  seposita  Th.  Fr.    Auf  Kalk  im  Riesengrunde  (Stein). 
„        obscurata  (Smf.)   [B.  sphaeroides   1.   muscorum   (Sw.)  Kbr.   pp.],     Uiber 
Moos  in  der  kleinen  Schneegrube  (Stein). 
Biatorina  synothea  (Ach.).     Nach  Mann  in   Bohmen  verbreitet. 
„         pineti  (Schrad.),  Reichenberg  (Siegmund). 


61 


Biut&rma  pyratiM  Kbr.  B.  luteoalba  (Turn.).     Bei  Prag  (Oorda).    Man  gibt  keinen 

Fundort  an. 
Biafora  fusca  (Schaer.)  (B.  vernalis  Kbr.)  y)  tristior  Nyl.    (Lecidea  riphaea  Kbr.). 
Auf  dem  Gipfel  der  Schneekoppe  (Kbr.  St.).  Teufelsgartchen  (St.). 
n       aenea  (Dai.)   (Lecidella  atrobruunea  Kbr.  a)  aechumena  Kbr.).     Auf  dem 

Gipfel  der  Schneekoppe  (Fw.  Kbr.). 
„       leucophaea  (Flkl.).    In  den  Thalern  des  Riescngcbirges  an  Urgcbirgsfelscn 

(Stein). 
»      fusca  Schaer.   Uiber  Moosen  auf  dem  Gipfel  der  Schneekoppe  (Kbr.  St.). 
),       Laureri  Fw.     Die  Felsen  im  Riesengrunde  (Laurer  u.  Flotow). 
»       gcochroa  Kbr.   Auf  nackter  Erde  auf  den  alten  Treppenstufen  der  Schnee- 
koppe (Kbr.). 
,,       mollis  (Wbg.).  (B.  rivulosa  Kbr.  p.  p.). 

f.  albescens  Kbr.   Teufelsgartchen  (Kbr.). 
„       lygaea  (Ach.)  |B.  rivulosa  /3)  Kochiana  (Hepp).  Kbr.  pp.].  Auf  dem  Gipfel 

der  Schneekoppe  (Stein). 
»       cinnabarina  (Smf.).    Im  Riesengebirge  (Fw.). 
»       Sieocnhaariana  Kbr.   Basalt  der  kleineu  Scbncegrube  (Siebenbaar). 
»       quernea  Dcks.  (Pyrrhospora  quernea  Kbr.).  An  Tannen  im  Riesengebirge  (Fw). 
i,       helvola  Kbr.  [B.  conglomerata  (Ileydn.).  Kbr.  Elbegrund  (Stein).  An  Vacci- 
nium  iiliginosum  am  Elbefalle. 
gibberosa  (Ach.)  (B.  conglomerata  Heydn.). 
b)  ligneraria  Kbr.    Elbegrund  (Stein). 
,,       Cadubriae  Mass.     An  Fichten  im  Riesengrunde  (Kbr.). 
„        trachona  (Ach.).    Im  Riesengrunde  (Kbr.). 
Lopadium  pemoideum  Ach.    /J)  muscicolum  Smf.  (Kbr.).     Uiber  Moosen  an  Felsen 

oberhalb  des  kleinen  Teiches  im  Riesengebirge  (Siebenbaar). 
Sphyridmm  speciosum  Kbr.    Auf  sandiger  Erde  in  der  kleinen  Schneegrube  (Kbr.). 
Btenhammara  turgida  (Ach.).  Fw.  Kbr.   Felsen  im  Teufelsgartchen. 
IhHillia  stellulata  (I)a,yl.)  (I!,  spuria/3)  minuluta  Kbr.  An  Felsen  des  Sclmeekoppen- 
gipfels. 
»       purasema  Ach.  muscorum  (Schaer.)  (B.  bryophilla  Kbr.).  An  Moosen  in  Fels- 

spalten  unter  dem  Gipfel  der  Schneekoppe  (Kbr.). 
„       chloroleuca  Kbr.    Elbegrund  (Stein). 
Gatocarpus  Koerberi  St.    Teufelsgartchen  (Kbr.). 

„  polycarpus  (Hepp.).    Basalt  der  kleinen  Schneegrube,    an   Granit  des 

kleinen  Teiches  (Stein). 
„  chionophilus  Th.  Fr.  (Rhizocarpon  geograficum  (L.)  var.  alpicolum  Kbr. 

p.  p.).    In  der  kleinen  Schneegrube  (St.). 
Khizocarpon  Montagnei  (Fw.)  Kbr.    Karlsbad  and  Kamnitz  (Rbhst.). 

„  calcareum  (Weiss.)  «)   Weisii  (Mass.)   (Siegortia  calcarea  Kbr.).  Kies- 

graben    an  der   Sclmeekoppe  (Fw.).    Teufelsgartchen  und   Elbegrund 
(Fw.  Kbr.). 
Rhizocarpon  postumum  Nyl.    An  Rollsteinen  des  Basaltes  der  kleinen  Schneegrube 
(Stein). 


62 


Lcddclla  coniops  (Wahlenb.  ?)  Schaer.  L.  s&buletorum  «)  lalypea  (Ach.).  Bei  Kaplitz 

(Kirchncr). 
„      goniopJiila  (Flk.).  Schacr.  Auf  Granit  am  Schoninger  auf  dei  Schlossruine 

Maidstein  ( Kirchner). 
LecideUa  polycarpa  Flk.  Iin  si'idlichcn  Bolimerwable.  Fohrenhan  (Kirchner). 

„        spilota  Fr.    An  der  Schlossruine  bei  Maidstein  (Kirchner),   bei  Teplitz 

(Mann). 
„        Armeniaca  (DC).  Um  die  Schneekoppe  (Fw.). 
„        hullata  Kbr.  Auf  dem  Schneekoppengipfel  (St.). 
„        aglaea  (Smf.).  Felseu  des  Uiesengebirges  (St.). 
„        nodulosa  Kbr.  Gneis  der  Schneekoppe  (Kbr.). 
„        Mosigii  (Hepp.).  Im  Riesengebirge  nicht  selten  (Stein). 
„        distans  (Kraphbr.).  Der  Schneckoppengipfel  (Kbr.), 
„        marginata  (Schaer.).  Am  A  bhang  dei  Schneekoppe  nach  Riesengrund  (Fw.). 
„        theoides  (Smf.).  An  einem  Magnetkiesblocke  im  Rioscngrundo  von  v.  Flotow 

gef  linden. 
„        albqjlava  Kbr.  Basalt  der  kleinen  Schnoegrube. 
„        Sudetica  (Kbr.).  Gliramerschiefer  an  der  Schneekoppe  (Kbr.).  Eesselkoppe 

(Stein). 
„        lapicida  (Ach.  non  Kbr.).  L.  polycarpa  Kbr.   p.  max.   p.  Teufelsgfixtchen 

(Stein). 
„        silacea  (Ach.).    [L.  lapicidia  (Fr.)  Kbr.].     An  oisenschiissigcni  Gestein  im 

Riesengrunde  (Fw.). 
„        lithophila  (Ach.).  f.  arenaria  Kbr.  |  Sarcogyne  arenaria  Kbr.].  Adorsbachcr 

Felsen  (Kbi.). 
„        plana  Lohm.  Granit  der  kleinen  Sturmhaube  (Stein). 
„        turgidula  Fr.  pulveracea  Th.  Fr.    An  altgestorbenen  Stammen  im  Riesen- 
grunde (Stein). 
„        neglecta  Nyl.  Auf  Moos  auf  dem  Gipfcl  der  Schneekoppe  (Kbr.). 
„        assimilata  Nyl.  infuscata  Th.  Fr.    Schneelcoppo  und  Kesselkoppe  (Stein). 
„        arefica  (Smf.).  Schneekoppe  (Fw.  Kbr.).  Holes  Rad  (Stein).  Schncegruben 

(Fw.  Kbr.).  Kleiner  Teich  (Kbr.). 
„        verrucula  (Norm.)   (Biatora  turfosa  Mass.  Kbr.).    An  morschcn  Pflanzen. 

Schneekoppengipfel  (Kbr.).  Schneegrubon  (Fw.). 
I.ccidea  cinercoatia  Ach.  (L.  contigua  Fr.)   f.  subcrelacea  Arn.     Basalt  der  kleinen 
Schneegrube  (St.). 
„      speirea  Ach.  f.  trullissata  (Kmphbr.)  (Porjilddia  trulissata  (Kmplibr.)  b)  mi- 
crocarpa  Kbr.).  An  den  Felswiinden  des  Teufelsgiirtchens  (Kbr.).  Felsen  unter 
dem  Gipfel  der  Kesselkoppe  (Stein). 
/xcidea  macrocarpa  (DC).  /3)  tumida  Mass.  Basalt  der  kleinen  Schneegrube. 

„       superba  Kbr.  Basalt  der  hleinen  Schneegrube  (Kbr.).  Teufeisgartchen  (Stein). 
„      ventricosa  Flke.  Schneekoppe  (Fw.  Kbr.).  Kesselkoppe  (Stein). 
„      silvicola  Fw.  An  Urkalk  im  Riesengrunde  (Fw.). 
„      monticola  Schaer.  Kalk  im  Riesengrunde  (Fw.). 
„      Jurana  Schaer.  Kalk  im  Riesengrunde  (Fw.). 


63 


Lecidea  crasaipes  Th.  Fr.  (Helooarpon  crassipes  Th.  Fr.  oliin.).  An  inorschen  Moosen 
am  Aufstiege  aus  der  kleinen  Schneekoppe  (Stein). 
»      albo-coerulescens  (Wulf.).    Bci  Kaplitz  (Kirclmer).     Nach  Maun  soil   sie  in 
Bohmen  verbreitet  sein. 
MyeoUastus  sanguinarius  (L.).    Haucnsteiner  Rcvier  (Opic).     Im  Ricscngebirge  an 

Bfiumen  und  Felsen  (Kbr.). 
Sporaslatia  testudinacea  (Ach.).  [Sp.  Morio  (Fr.)  Kbr.].  a)  palleus  (Mont.).  /J)  cora- 
cina  Smf.  An  Steinen  der  Schneekoppe  (Fw.  Kbr.). 
„  cinerea  (Scliaer.).    (Gyrothecium   polysporuin  Nyl.).    Gneis  und  Granit 

im  Eiesengebirge,'  Schneekoppe  (Kbr.).    Grosser  Teich  und  die  kleine 
Schnee  grube  (Stein). 
Placographa  xenophona  Kbr.  An  Granitfelsen  bei  dem  kleinen  Teiche  (Kbr.).  Basalt 

der  kl.  Sclmeegrube  (St.). 
Lecanactis  Dilleniana  (Ach.).  GlimmerscMcfer  im  Tcufelsgartcheu  (Stein). 

Opegrapha  saxicola  Ach.  Goldenkron  (Kirclmer). 

„  rupestris  (Pers.).    (Lecidea  saxicola  Ach.    Opegrapha  gyrocarpa  Fw.). 

«)  arenaris  Kbr.  Adersbach  (Fw.  Kbr.). 
Schismatomma  peristeum  Th.  Fr.    (Sell,  dolosum   Kbr.   Lecidea  dolosa  Ach.).    Im 
Eiesengebirge  hiiufig.  In  der  siichsischen  Schweiz  in  Bohmen  (Rbst.). 
Arthonia  sorbma  Kbr.     An  einem  abgostorbonen  Ebereschen-Stamme  im  Riesen- 
grunde  (Kbr.). 
»         cinereopruinosa  Schacr.  An  Tannen  bei  dor  Tafeliichte  (Fw.). 
i,        gregaria  (Weig.).   Kbr.     [A.    cinnabarina   (DC.)   Rbst.].    Bei    Kaplitz    in 
Bohmen  (Kirclmer). 
Trachylia  arthonioides  (Ach.).  An  scbattigen,  feucbten  Plfitzen  in  Adersbach  (Kbr.). 

Weckelsdorf  (Stein). 
Acolium  tympanellum  (Ach.).  An  Fichten  bei  Marienbad  (Flotow.). 
»        stigonellum  Ach.  Karlsbad  (Kbr.).  Bohmerwald  (Gattinger). 
»        Neesii  Fw.  Bei  Johannesbad  (Flotow?). 

vphictrina  mkrocephala   (Sin.).    (Sph.    Anglica  Nyl.).     Adersbach   und  Weckelsdorf 

( K  br.).  Schluckenau  (Karl). 
Lalicium  subtile  Ach.  (C.  parietinum  Ach.).  An  entrindeten  Buchen  im  Elbegrunde 
(Stein). 
n        nigrum  (Schaer.)  Kbr.  An  alten  Fichten  bei  der  Tafelfichte. 
i,        pusittum  Ach.  Karlsbad  (L.  K.).  Niemonscr  Park  (Scbauter). 
»        (jucrcinum  (Pers.).  Karlsbad  L.  K. 
»        hypcrdlum  Ach.  Karlsbad,  Marienbad  (Krb.). 
Vyphcliuvi  brunneolum  (Ach.).  Riescngebirge  (F'w.). 

Coniocybe  gracilenta  Ach.  Karlsbad,  am  Keilberg. 
n         pallida  (Pers.)  Fw.  Karlsbad  (L.  I!.). 

Mndopyrenium  rufescens  (Ach.).    Kesselkoppe  (Stein).    Basalt  der  kleinen  Schnee- 

grube  (Kbr.). 
Catopyrenium  cinereum  (Pers.).     Gipfel   der  Schneekoppe   in    den  Vertiefungen   uni 
die  Kapelle  (Kbr.).  Altcs  Bergwerk  (St.). 


64 


Microglaena  sphinctrinoides  Nyl.    (Weitenwebera   spll.    Kbr.).     An   Felsen   bei  dem 
kleinen  Teiehe  (Kbr.). 
„  leucothelia  Nyl.  liber  abstcrbonden  Moosen  und  Pflauzenresten  auf  der 

Schneekoppe  (Kbr.). 
Sphaeromphale  clopimum  (Wbg.)  (Stigmatomma  clopimom  Kbr.)   f.  lithinum  (Ach.). 

(Stigmatomma  spacideum  Kbr.).  Am  Basalt  der  Id.  Schneegrube. 
Sphaeromphale  fissa  (Payl.)  f.  elegans   (Wallr.   Kbr.   als  Art).     Aupafall,    Elbefall 
(Kbr.),  in  ciner  Wasserrinnc  der  Eesselkoppe  (St.),   am  Basalt  der 
kl.  Schneegrnbe  (Kbr.).  f.  umbrosa  Stein.    An  iiberfluthetem  Granit 
der  Kesselkoppe  (Stein). 
1'olyblastia  scotinospora  (Nyl.)  (P.  monstruin  Kbr.  f.  ecrustacea).  Teufelsg&rtchen  (St.). 

Thelidium  diaboli  (Kbr.  sub  Verrucaria).    (Sagedia   acneovinosa  Anzi.    Tb.  pyreno- 
pborum  Kbr.).  An  zoitweise  uberfluthetem  Granit  des  Schneegrabens  am 
Brunnenberge  (Stein),  sowic  auch  ira  ToufelsgJlrtchen.  (Kbr.  St.). 
Thelidium  pyrenophorum  (Ach.).     Im  Teufelsgartch.cn   die  kleiufriichtige  Form,    iiu 

Schuecgraben  die  grossfriiclitige  f.  alpina. 
Lithoicea  margacea  (Wbg.).   Verrucaria   margacca  (Wbg.  Kbr.).     An  (iberflutheten 

Steinen  im  Riesengrunde  (Kbr.),  im  kleinen  Teiehe  (St.). 
Verrucaria  Dufomei  DC.  Kbr.  An  Kalkfelsen  im  Riesengrunde  (Fw.). 
„        plnmbea  Ach.  An  Kalkfelsen  im  Riesengrurde  (Fw.  Kbr.). 
„         letabrosa  Kbr.     An  feuchten  Wiiuden  des  Basaltes   der  kl.  Schneegrube 
(Kbr.  St.). 
Lithoicea  chlorotica  (Ach.).  Hepp.     An  hohem  Gebirge  verbrcitet.    In  Nordbohmen 

(l'f.  Karl). 
Thrombium  CoUemae  Stein.     Auf  der  Scheibe  von  Collcma  furorum  am  Basalt  der 

kl.  Schneegrube  (St.). 
Microthelia  analeptoides  Bayl.  An  den  Stiimmchen  von  Daphne  Mezereiim  am  Basalt 

der  kl.  Schneegrube  (Stein). 
Microthelia  micula  (Fw.).  Bei  Moxdorf  in  Iiohmcn  (IIoll.) 

Segcstrella  lectissima  Fr.  Basalt  der  kleinen  Schneegrube  (Stein). 

Sagedia  Koerberi  (Fw.).    «)  major  Kbr.     An   feuchten  Granitfelsen   des  hohen  Ge- 

birges  beim  kleinen  Teich  (Fw.  Kbr.). 
Sagedia  chlorotica  Ach.  Altes  Bcrgwerk  im  Riesongrund  (Stein). 
„         grandis  Kbr.  Am  Basalt  dor  kl.  Schneegrube  (Khr.  Stein). 
„         abietina  Kbr.  Buchen  im  Elbegrunde  qei  St.  Peter  (St.). 
„        parvipuncta  Stein.     Auf  der  Kruste  von  Thelidium   diaboli  Kbr.   an  liber 
rieselten  Felsw&nden  im  Schneegraben  des  Brunnenbirges. 
I'yrenula  incrustans  Kbr.     tjber  morschen  Laubmoosen  am  Basalt  der  kl.  Schnee- 
grube (Kbr.). 
Arthropyrenia  disparsa  Lahm.    Auf  der  Kruste  von  Callopisma  ferruginea  var.  fe- 
stiva  und  Lecanora  subf.  v.  margaritacea  am  Basalt  der  kl.  Schnee- 
grube (St.). 
Leptorhaphis  Steinii  Kbr.     Auf  der  Kruste  von  Lecanora  frustulosa  am  Basalt  der 
kl.  Schneegrube  (Stein,  Kbr.). 


65 

Leptorhaphis  Koerberi  Stein.  Auf  der  Kruste  von  Korberiella  Wimmeriana  am  Ba- 
salt der  kleinen  Schneegrube  (Stein). 

Phaeospora  rimosicola  (Lght.).  (Xenosphaeria  rimosicola  Kbr.).  Auf  der  Kruste  von 
Ebizocarpon  calcareum  im  Tiiufelsgartchen  (Stein). 

Tichothecium  gemmiferrum  (Tayl.).  (Microthelia  propinqua  Kbr.).  Auf  der  Kruste 
von  verscbiedenen  Lecidea-Arten  im  Riesengebirge  (Stein). 

Tichothecium  stigma  Kbr.  Auf  der  Kruste  von  Fritzea  lampropbora  am  Basalt  der 
kl.  Schneegrube  (Kbr.). 

Die  in  BOhmen  entdeckten,   in  der  ITingebung  von  Dcntschbrod    aber 

fehlenden  Gallertflechten. 

Lecothecium  corallinoides  (Hoffm.).  Am  Glimmers  chief er  der  Kesselkoppe  im  Riesen- 
gebirge (Strieker). 
Atichia  glomerulosa  (Ach.)  (A.  Mosigii  Fw.).  «)  Mosigii  (Fw.).  An  uralten  Tannen- 

wipfeln  der  Tafelfichte  (Mosig). 
"hysma  compactwm  Kbr.  (Lempholemma  compactum  Kbr.).  Bei  Reichenberg  (Sieg- 

mund).  Karlsbad  (L.  K.). 
bynechoblastus  conglomerate  (Hoffm.).     Trosky.  Von  mir  mit  zahlreichen  Friichten 

gefunden. 
Synechoblastus  Lauren  (Fw.).     Kalkfelsen  im  Riesengrunde  unter  dem  Gipfel  der 
Schneekoppe  (Fw.  Kbr.).    Altes  Bergwerk  im  Riesengrunde  (Stein). 
tynechoblastus  flaccidus  Ach.  f.  abbreviatum  Wbg.    Am  Basalt  der  kleinen  Schnee- 
grube (Stein). 
^ollema  pulposum  Bernh.  a)  nudum  Schaer.  Im  Riesengrunde  und  anf  der  Schnee- 
koppe (Kbr.). 
''Ollema  furvum  Ach.  Basalt  der  kleinen  Schneegrube  (Stein).  Nach  Mann  bei  Prag  ? 
»        microphyllum  (Ach.).  Schlossgarten  bei  Teplitz  (L.  K.). 
»       byssinum  (Hoffm.).  Nach  Mann  in  Bohmeu. 
»       multifidum  (Scop.).  Schaer.  Nach  Mann  bei  Prag. 
Leptogium  minutissimum  Pike.  Bei  Niemens  und  Alt-Leipa  (Schauta). 

„         satuminum  (Dicks.).  Th.  Fr.  Rothenhaus  (Sachs),  Mallotium  saturninum 
(Dcks.). 
Bynalissa  ramulosa  Fr.  Collema  synalissum  Ach.  Nach  Mann  in  Bohmen. 


_C~5£~»- 


Verzeichnis  der  Gattungnamexi 

der  Fleehten  in  der  Umgebung  von   Deutschbrod. 


Seite 

Abrothallus 41,  46 

Acarospora 30,  32 

Amphiloma 31 

Anaptychia 22 

Artbonia 52,  53 

Artbopyrenia 55 

Artbrorhaphis 45 

Artbroaporum 42,  51 

Aspicilia 31,  39 

Bacidia      41,  45 

Baeomyces 42,  46 

Biatoria 41,  42,  53 

Biatorina 34,  35,  41,  44 

Bilimbia 41,  44 

Blastenia      33 

Bryopogon 6,  7,  15 

Buellia      42,  48,  49 

Callopisma 31,  32 

Candelaria 17,  24,  32 

Catocarpus 42,  48 

Oelidium 36,  51,  53 

Cercidoapora 55,  56 

Cetraria 7,  16,  17,  28 

Cladonia 9,  10,  15 

Collema     57,  58 

Cornicularia 6,  7,  15 

Dimeroapora 31,  34 

Diplotomma 42,  49 

Endocarpon 28 

Evernia 7,  15 

Gasparrinia 30,  31 

Grapbia 51,  53 

Gyalecta 31,  40 

Gyrophora 27 

Haematomma 31,  34 

Hagenia 22 

Imbricaria 21,  22 

Lecania 31,  33 


Seite 

Lecanora 31,  36 

Lecidea 42,  47 

Lecidella 42,  46 

Leptogium .    .    57 

Lithoicea .   .    54 

Menegazzia 17,  18 

Nephromium 24 

Opwgrapba 51,  52 

Pannaria 30 

Parmelia 16,  18,  28 

Peltigera 24,  25 

Pertuaaria      41 

Pbarcidia 37,  55,  57 

Pblebia 26 

Phyacia      17,  22 

Placodium     22,  30,  32 

Poetachia 42,  49 

Pyrenula 55 

Ramalina   . 7    8,  15 

Rhapbiospora 45 

Rhizocarpon 42,  50 

Rinodina 31,  35 

Sarcogyne 42,  47 

Scoliciosporum 41,  45 

Spbyridium 42,  46 

Stereocaulon 9,  15 

Stereopeltis 48 

Synechoblaatus 57 

Thrombium 54 

Ticbotbecium 55,  56 

Umbilicaria 27 

Urceolaria 31,  40 

Uanea 6,  7,  15 

Verrucaria 54 

Xantboria 17,  24 

Zeora      36,  39,  42 

Zwackhia 51,  52 


o-<3g>-o 


II.  Theil  cntkall: 
Br.  Em.   Boficky:  Petrogr aphische   Studien  an   den  Basaltges teinen  *^m™* 

Preis  toganze'n  "ersten  Half'te'des  'zweiten  Bandes  (I.  und  II.  Abtheilung  zusammen)  geb.  fl.  10- 

Z  W  E  I  T  E  R     BAND. 
Zweiter  Theil. 

III.  Botanischc  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

1'rodromus   der  Flora  von  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Ladislav  Celakovsky  ("^Theil) 
Preis 

IV.  Zoologische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Prof.  Dr.  Ant.  Fric:    Die  Wirbelthiere  Bohmcns. 

6)  „  „         Die  Flussfischerei  in  Bohmen 

o)      "         I        I         „         Die  Krustenthiere  Bohmens    Preis n.  <J  — 

V.  Cheraischc  Abtheilung. 

Prof.  Dr.  Em.  Boficky:  Uber   die  Verbreitung  des  Kali  und  der  Phoiphori&ure 

^t^^t^^^*^^^^^'^  IV.  u.  ^Abth/zusammeni  geb.  ft.  5- 

D  R  I  T  T  E  R     BAN  V>. 

I.  Topographische  Abtheilung. 

Verzeichniss  der  in  den  J.  1877-1879  vom  k.  k.  ^"--geogr  InBtitut  trigonom e trisch 
bestimmten  Ilohen  von  Bohmen  herausgegeben  von  Prof  Dr.  Karl  Konstka  una 
Major  R.  Daublebsky  von  Sterneck 

II.  Geologische  Abtheilung. 
Ileit. 

Hell,. 

Hi.  Heft.    j)ie   lieoiogie    ues    Dummauucu    u^e"" *—  2- 

Gustav  Laube.    Preis 

III.  Botanischc  Abtheilunu;. 

1'rodromus  der  Flora  von  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Ladislav  Celakovsky.    (HL  Tb.eil 
Schluss.)  Preis  .    ...       

IV.  Zoologische  Abtheilung. 

I.  Heft.    Die  Myriopoden  Bohmens  von  KV.  Rosicky     Preis. 60  Jr 

H.  Heft.    Die  Cladoceren  Bohmcns  von  Bohuslav  Hellick.    Preis «.  1  bU 

V.  Chemisch-petrologische  Abtheilung. 

Elemente  einer  neucn  chemisch-mikroskopischen  Mineral-  und  G  es  teinsanal^y  se 
von  Prof.   Dr.  Boficky.    Preis  •    ■ 

V  I  E  R  T  E  R    BAN  D. 

No.  1.  Studien  im  Gcbietc  der  bohmiseheii  Kreideformation  Die  Weissen- 
beraor  und  Malnitzer  Schichten  von  Dr.  Anton  Inc.     Preis.    •    •    •    •    n-  * 

No.  a.  Erlguterungen  zar  gcologischcn  Karte  der  Umgebungen  von  Prag  yon 
J.  Kreici  und  R.  Helmhacker ■    •    •    •    •        '  .V,'    '  L'i.'t.'lrsti 

No.  8.  Prodromal  der  Flora  von  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Ladislav  Celakovsky 
(IV    Thrill     Narhtriiae  bis  1880.     Verzeichniss  und  Register     . n.  -  *u 

No.  4.  teirolofische .sSdien    an  den  Porphyrgesteinen  Bohmens  von  Prof^Dr. 

No.  b.  IforVdM /lu.tgibieti." der  Ci'dl'ina'and  Mrd'lina  von  Prof/Ed.'Poip^chal. 

No.  6.  Der  Hangendflotzzug  im  Schlan-Rakonitzer  Steinkohlenbecken  von  Carl 
Feistmantel 


FtNFTER     B  A  1ST  O. 

No.  l.  Erlauterungen  zur  geologischen  Karte  desEisengebirges  (2el8zne  h 
"Helmh"A7r"en  f'^on,Ion  im  ostliehen  Uohmon  von  J    Krejci 

.  Stndien    im   G.ebiete   dor    boh'mis'chen'  Kr'ei'deform'ation.  'ill '  Die1*! 

schichten.    Von  Dr.  Anton  Fric fl 

)ie  mittolbdhm.  Sjteinkojblenablagerun'g  Von  Carl  Feistmantel' 


No.  3. 
No.  4. 
No.  5. 


No.  6.  P 


No.  1. 


n,-0  t  ;,"    ».».u.uinou»ui««tr8ng  von  uan  Feistmante      .    .11 

Die  Lebermoose  (Mnioi  Hepatici)  Bohmens  von  Prof.  Jos.  Dedefiek  fl 
Orographisch-geotektonische  Obersicht  des  silurischen  Gebietes 
mit  loron  Pohmon.   Von  Johann  Krejci  und  Karl  Feistmantel  fl 

Prodromus  der  Algenflora  von  Bohmen.   I.  Th.  Von  Dr.  A.  Hansgirg    fl 


ory) 
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2  — 
ser- 

3  — 
1-20 

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2— 

1-40 


S  E  O  HE  S  X  E  It     H  AN  T>. 


No. 
No. 

2. 
8. 

No. 

1. 

No. 

5. 

No. 

6. 

Geologie  des 


1T>0 


bohmischen  Erzgebirges.    11.  Theil.   Von  Dr.  Gustav  C.  LauVe" 

Untorsnchungen   iibor  dio  Fauna  dor  Gewasser  Bohmens.    I  MetamJrolS 
der  Tnchopteren.  I.  Serie.  Von  Fr.  Klapalek    .   .  mewmorpnose 

Prodromus  dor  Algenflora  von   BShmen.   I.  Th    Forts'  : 
Hansgirg ' 


Von    Prof.  Dr.  Anton 


S  I  E   n  E  N  T  E  R     B  A  N  O. 


No.  1. 
No.  2. 

No.  3. 


Die  Flechten  der  Umgebung  von  Deutschbrod  von  Jos.  Novak  fl     i_ 

Schick  VonXV?  i!  Abnt  Fri"he.B  Kreideformat1^  ™  Die  TepJitzeT 


l/wi.die  £x£mi8?he  Znsammensetzung  verschiedener  Ackererd'e'n  und 
Hanamann       me        """  iU,er  ihrSn  ft8r°n°°>i^hen  Worth.    Volt  J0S 

N0'  *'  SlmUb  mika^ ??  Sus^a'ss'er-Con'ohylien  dMnorfV  Po'hmon^ 
No'fi'  gien^y?omyceten  Bohmens  Von  lh:.  Dad.'  Ce'la'k'ov'sky'  (So'hn)  .'  .'      '   "fl     v'.IJI 

it-  Z  20 

A  O  IT  X  E  11      BAND. 

"&1-  flVirAfl^&Ti?irl"!*.iI1dtSr.,,*t0"-  '•"-•-'"•"or.ch.a,  v    J.  18e4 

"'  ™  JoTKaf'kT"  ^  V&™&  **  b°hm'  G  •»*»«■  TT-  *««  d.  bo'hm.  TeiThS 

No.  3.   Monographic  der'o's  t'raoodon 'li'o  ll  mens.  Von  Wen/el  Vav'ra    '    '    '      «'     a«! 

Ha°ndsrgirmgU8  '1<U'  A1«enfl°ra  von  Pobmen.   Zweiter  Theil!  Von  pVof.  Dr.  Anfo^ 

No- 6-  Bsaasaiissi  *\i&£\ii&jai?*\  v*?™1**^ 


©leichzeitig  mit  diesem  Hefte  werden  die  Titel  und  Inhaltsverzeichnisse 

zum  IV.,   V.,  VI.  und  VII.  Band  alien  Jenen  ausgeliefert,  welche  im 

Besitze  aller  dieser  Bande  sind. 


Dmok  von  Dr.  Ed.  GrSgv  In  Prag  1898.  -  Selbstrsrlag. 


DAS  ARCHIV 

fur  die 

naturwissenschaftlichc  Landesdurchforschung  von  Bohmen 

unter  Redaktion  von 

Prof.  Dr.   K.   Koristka  und  Prof.  J.   Krej6i 
enlMlt  folgende  Arheiten : 

E  Ft  S  T  E  Ft    BAND. 

I.  Die  Arbeiten  der  topographischcn  Abtheilung  (Terrain  und  Hohenverhaltnisse). 
Dieselbe  enthalt: 

a)  Das  Terrain  und  die  Hohenverhaltnisse  des  Mittelgebirges  und  des 
Sandsteingebirges  im  nordlichen  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Karl  Koristka. 
139  Seiten  Text,  2  chromolith.  Ansichten,  1  Proflltafel  und  11  Holzschnitte. 

b)  Erste  Serie  gemessener  Hohcnpunkte  in  Bohmen  (Seet.-Blatt  II.)  von  Prof. 
Dr.  Koristka.    128  Seiten  Text. 

c)  Hohenschichtenkarte,  Section  II.,  von  Prof.  Dr.  Kofistka.  Diesc  Karte  enthalt 
die  in  dem  Text  a)  besehriebene  Situation.  Sie  ist  58  Centimeter  lang,  41  Centimeter  hoch, 
im  Massstabe  von  1  :  200.000  gezeichnet,  und  es  sind  die  allgemeinen  Hohenverhaltnisse 
durch  Schichtenlinien  von  25  zu  25  Meter  und  durch  verschiedone  Farben  ausgedriickt. 
Preis  fl.  4- —    Preis  der  Karte  app A-  1'fiO 

II.  Die  Arbeiten  tier  geologischen  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Vorbemerkungen  oder  allgemeine  geologische  Verhaltnisso  des  nord- 
lichen Bohmen  von  Prof.  Johann  Krejci.    37  Seiten  Text,  7  Holzschnitte. 

b)  Studien  im  Gebiete  der  bohm.  Krei  deformation  von  Prof.  J.  Krejci. 
142  Seiten  Text,  1  chromolith.  Ansicht,  39  Holzschnitte. 

c)  Palaontologische  Untersuchungen  der  einzelnen  Schichten  der  bohm. 
Kreideformation  sowie  einiger  Fundorte  in  anderen  Formationen  von 
Dr.   Anton  Fric.     103  Seiten  Text,  4  chromolith.  Tafeln,  9  Holzschnitte. 

d)  Die  Steinkohlenbecken  von  Radnic,  vom  Huttenmeister  Karl  Feistmantcl. 
120  Seiten  Text,  40  Holzschnitte,  2  Karten  der  Steinkohlenbecken  von  Radnic  und  Bfas. 
Preis A-  4-50 

III.  Die  Arbeiten  der  botanischen  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

Prodromus   der  Flora  von  Bohmen  von  Dr.  Ladislav  Celakovsky.    (I.  Theil.) 
104  Seiten  Text.    Preis fl.  1'— 

IV.  Zoologische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Verzeichniss  der  KaferBohmens  vom  Conservator  Em.  Lokaj.  78  Seiten  Text 

b)  Monographic  der  Land-  und  Susswassermollusken  Bohmens  vom  Assi- 
stenten  Alfred  Slavlk.     54  Seiten  Text  und  5  chromolith.  Tafeln. 

c)  Verzeichniss  der  Spinnen  des  n6rdlichen  Bohmen  vom  Real-Lehrer 
Emanuel   B  a  r  t  a.     10  Seiten  Text.    Preis fl.  2" — 


V.    Chemische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

Analytische  Untersuchungen  von  Prof.  Dr.  Hoffmann.  16  S.  Text.  Preis    25   kr. 
Preis  des  ganzen  I.  Bandes  (Abth.  I.  bis  V.)  geb fl.  9-— 

Z  W  EITER,    BAND. 

Erster  Theil. 

I.  Die  Arbeiten  der  topographisclieu  Abtheilung   (Terrain-  und  Hohenverhaltniss 
Dieselbe  enthalt: 

aJDas  Terrain  und  die  Hohenverhaltnisse  des  I  s  e  r-  und  des  Riesen- 
gebirges  und  seiner  siidlichen  und  ostlichen  Vorlagen  von  Prof.  Dr.  Karl 
Kofistka.  128  Seiten  Text,  2  chromolith.  Ansicht.,  1  Proflltafel  und  10   Holzschnitte. 


S  T  U  D  I  E  N 


im  Gebiete  der 


BOHMISCHEN  KREIDEFORIVIATION. 


moo' 


11 


IV. 


Die  Teplitzer  Schichten. 


Von 


IFrof.  X3r.  ANT.   PEIC. 


Mit  vielcu  Textflguren. 


(Archiv  der  naturw.  Landesdurchforschung  von  Bohmen.) 
VII.  Band  Nr.  2.  (Geolog.  Abtheilung.) 


PR  AG. 

Commissions-Verlag  voji  Fr.  &ivnii8.  -  Druck  von  Dr.  Ed.  Gr6gr. 


VORWORT. 


.        weiteren  Schritt  der  monographischen  Bearbeitung  der  einzelnen  Schichten 
er  bohm.  Kreideformation  iibergebe  ich  hiemit  die  vierte  Studie:  Die  Teplitzer 

b('bichten.*) 

In   dieser  Arbeit   stellte   ich   mir   als  Hauptaufgabe  den  palaeontologischen 
arakter  der  so  bezeichneten  Schichten  zu  praecisiren  und  die  Vertheilung  der 
1(n  vorkomnienden  Arten,  je  nacb  den  einzelnen  Lagen  sicherzustellen. 

Fbenso  trachtete  icli   durcli   genaue  Profilaufnahme  das  Liegende  und  Han- 

?      e  dieses  Horizontes  ins  Klare  zu  bringen  und  namentlich  das  Verhiiltniss  der 

°ischichten  zu  den  Teplitzer  Schichten  durch   gewichtige  palaeontologische  That- 

sachen  klar  darzulegen. 

_    Die  Aufgabe  wurde  mir  dadurch  erleichtert,  dass  in  neuercr  Zeit  mehrcro 

1  ere  Gruppen  der  bohm.   Kreidepetrefacten    monographisch  bearbeitet  wurden, 

0  die  Spongien  und  Anthozocn  durch  llcrrnPr.  Ph.  Pocta,  die  niederen  Crustaceen 

llch  Herrn  J.  Kafka,  wahrend  die  vorbereitenden  Studien  anch  iiber  die  Echino- 

erinen  von  Prof.  Dr.  Ottomar  Novak  und  iiber  Gastropoden  und  Pelecypoden  von 

ttn  Wal.  Weinzettl  mir  viele  Belehrung  brachten.  Nur  die  Foraminiferen  harren 

c '  immer  einer  grtindlichen  Bearbeitung  und  werde  mich  demnach  in  folgendem 

;«if  die  Darstellung  der  grosseren  typischen  Arten  beschranken  mlissen. 

Die  Illustrirung   des   kritiscben  Verzcichnisses   wurde   durch   die  Fortschritte 

^nemigraphie  sehr  erleichtert  und  fur  die  praecise  Durchftlhrung  dor  zahl- 

c  'en  Figuren  bin  ich  der  Firma  Angerer  und  Goeschel  in  Wieu  zu  besondcrein 

uanke  verpflichtet. 

In  dor  Citirung  dor  Literatur  hatte  ich  mich  auf  das  nothigste  zu  beschranken 

1    nchtete  mich  dabei  durch  die  Rucksicht  auf  unsere  einheimischen  Frounde  der 

aeontologie,  welchen   die  grosseren  Werke  nicht  zuganglich   sind,   bei  denen 

aber  voraussetzen  kann,   dass  ihnen  die  im  Archive  erschienenen  Studien  iiber 


Weis  cenomanen   Perutzer  und  Korycaner  SoHchten  wurden  im  I,  Bands,   die  turonen 

des  T  v  r86r  un(1  M''llllilZ('''  Schichten  im  ll.  Bande,  die.  untersenonen  [serscHchten  im  V.  Bande 
''chives  fur  Landesdurchforschung  von  BtJhmen  verfjffentlicht. 


(lie  Weissenberger  und  Malnitzer  Schichten,  sowie  die  iiber  die  Iserschichten  vor- 
liegen.  Ebcnso  kann  ich  voraussetzen,  dass  sie  das  Eeussiscbe  Werk,  sowie  das 
Elbthalgebirge  von  Geinitz  eher  sich  werden  verschaffen  konnen  als  die  kostspieligen 
Werke  von  Goldfuss  und  D'Orbigny.  Auch  kann  icb  voraussetzen,  dass  die  in  den 
Bibliotheken  der  Lehranstalten  offers  anzutreffenden  Arbeiten  iiber  die  Reptilien 
und  Fiscbe,  iiber  Cepbalopoden  und  Crustacecn  der  bolrm.  Kreideformation  werden 
leicht  consultirt  werden  konnen.  Desshalb  citire  icb  in  Nachfolgendem  nur  die  oben 
erwiihnten,  leicht  zuganglichen  Werke,  weil  man  in  denselben  dann  die  (ibrigen 
Literaturnachweise  und  Synonime  findet. 

Aus  Rucksicht  auf  den  einheimiscben  Sammler  wurde  aucb  manche  Art  abge- 
bildet,  deren  Bild  scbon  anderwiirts  zu  finden  ist,  aber  in  solcben  Fallen  wahlte 
ich  racist  Stiicke  von  neuen  Fundorten,  von  denen  die  Fundscbicbt  genau  bekannt  ist. 
Urn  das  Bild  der  Fauna  der  Teplitzer  Schichten  vollstiindiger  bieten  zu  konnen, 
nabm  ich  in  nachstehende  Arbeit  auch  die  in  Geinitz  Elbthalgebirge  von  Strehlen  und 
Weinbohla  angefuhrten  Arten  auf,  in  der  Ueberzeugung,  dass  sie  bei  erasigein 
Sammeln  auch  bald  in  den  in  Bohmen  aufgeschlossenen  Teplitzer  Schichten  werden 
nachgewiesen  werden. 

Solche  Arten,  die  bisher  nicht  in  Bohmen  gefunden  wurden,  setzte  ich  in 
l'arcntheso  und  liess  sie  im  kritisclien  Verzciclraiss  rait  kleinercr  Schrift  setzen. 
Dadurch  wird  die  tabellarische  Uebersicht,  die  ich  waiter  unten  gebe,  zugleich  ein  Re- 
gister der  bisher  in  Sachsen  in  den  Teplitzer  Schichten  an  den  genannten  Fundorten 
aufgefundenen  Arten,  wie  es  meines  Wissens  nocli  nicht  zusammengestellt  wurde. 
Die  Zcit  zur  Zusaramenstellung  nachfolgender  Arbeit  konnte  ich,  bei  Ueber- 
haufung  rait  anderweitigen  Berufspflichtcn,  nur  rait  grosser  Milne  abgewinnen  und 
wenn  ich  nun  doch  zur  Vcroffcntlichung  schreite,  so  gescliiel.it  es  in  der  Ueber- 
zeugung, dass  zur  Bearbeitung  der  bohmischen  Kreideformation  eine  Kraft  designii'l 
werden  sollte,  die  sich  dem  (icgenstandc  vollkommen  widmen  konnte. 

Da  bei  der  mir  bevorstehenden  Arbeit  der  Organisirung  des  neuen  Museums 
die  Gefahr  bestand,  dass  meine  bisherigen  Krfahrungen  ttber  die  Teplitzer  SchichteS 
bei  weiterem  Aufschub  gar  nicht  zur  Publication  karaeii,  so  veroffentliche  ich  sie, 
so  wie  sie  sind,  und  rechne  dabei  auf  das  nachsichtige  Urtheil  der  Leser. 

PRAG  im  October  1888. 


Dr.  A.  Fric. 


I  Charakteristik  und  Gliederung  der  Teplitzer  Schichten. 


Die  Teplitzer  Schichten  wufden  von  Prof.  Reuss  grosstentheils  als 
»Oberer  Plftnerkalk11  beschrieben.*)  EinenThcil  derselben  fuhrt  or  als  unteren 
P&nerkalk  von  Koschtitz  an,  einen  anderen  als  Plfinermergel  von  Kystra;  beide 
letzteren  werden  wir  als  zum  unteren  Niveau  der  Teplitzer  Schichten  gehorig 
erkennen. 

Da  die  Ausdriicke  oberer  Planerkalk,  unterer  Planerkalk  und  Pliinermorgel 
llH''irfac]i  fiii-  verschiedenaltrige  Ablagerungen  gebraucht  wurden,  entschloss  sich 
Prof,  Krcjcf  und  ich,  diejenigen  Schichten,  die  (lurch  Terebratula  subrotunda  Schl. 
Jr-  semiglobosa  Ant.)  charakterisirt  sind,  nach  dem  am  besten  aufgeschlossenen 
terrain  bei  Teplitz  „Teplitzer  Scliichten"  zu  benennen.  In  Nachstcliendera  wird 
""'In-  auf  die  Gruppirung  und  das  Vorkommen  von  wichtigen  Arten  als  auf  petro- 
§raphische  Eigenthumlichkeit,  oh  mehr  kalkig  Oder  merglig,  Rucksicht  genommen 
Werden. 

Die  Verzeichnisse  von  Petrefacten,  welcho  Reuss  aus  dem  Planerkalke  an- 
ilniV:*)  enthalten  Arten  aus  zwei  sehr  verscbiedenen Horizonten,  nSmlicb  dem  Ceno- 
ma»  aus  den  Localit&ten  Weisskirohlitz,  den  Schillingen  bei  Bilin  und  dann  aus 
Vln|  jtlngeren  dem  untersten  Senon  angehorigen  von  Teplitz  und  Koschtitz  etc., 
w°ssha,lh  auch  das  Verzeichniss  auf  die  damalige  Zeit  sehr  reich  ausfiel. 

Ebenso  enthalt  das  Reussische  Verzeichniss  der  aus  dem  Pliinermorgel  her- 
s'anunenden  Arten***)  auch  die  Vorkommnisse  voii  zwei  im  Alter  sehr  verscbiedenen 
■Horizonten.  Der  Planermergcl  von  Kystra,,  Patch,  Koschtitz,  Hofeuz  und  Kautz 
gehort  dem  unteren  Niveau  der  Teplitzer  Schichten  an,  wahrend  der  Plfinermergel 
Vou  Luschitz,  Priesen,  Wollenitz  und  Grabern,  den  viel  jtlngeren  Priesener  Schich- 
1,111  angehort. 

Reuss  bemerkte  schon  die  Verscbiedenheit  der  zwei  Reihen  von  Fundorten, 
Wusste  sich  aber  dieselbe  nicht  zu  erkl&ren  und  vereinigte  die  Vorkommnisse  beider 
111  eiuem  Register. 

Der  Habitus  der  Teplitzer  Schichten  erinnert  sowohl  in  petrographischer  als 
auch  in  faunistischer  Hinsicht  an  die  Weissenberger  Schichten,  namentlich  an  den 
^ehlowitzer  Planer.     Merglige   und   mehr  teste  kalkigo  B&nke  wechsellagern,   da, 


1844 


*)  Reuss:  Geognost.  Skizzen  aus   Biihmen.   Die  Kreidegebilde  des  wostl.  BOhmens.   Prag 


i  pag.  17. 


**)  Reuss:  Versteinerungen  der  B.  Kreideformation  II.,  pag.  121. 
**)  Reuss:  Geogr.  Skizzen  1844,  pag.  48. 


6 


wie  dort,  nur  ist  hier  bei  den  Teplitzer  Schichten  die  Farbe  des  Gesteins  mehr 
grau  und  der  Kalkgehalt  bedeutender. 

Jedenfalls  haben  sich  die  Teplitzer  Schichten  unter  ganz  Shnlichen  Verhalt- 
nissen  aber  in  einer  spateren  Periode  wie  die  Weissenberger  abgelagert.  Quader- 
sande  komraen  darin  nirgends  vor.  Grosse  Ammonites  peramplus,  Nautilus  sublae- 
vigatus,  Haifischzahne  und  Inoceramen  sind  das  erste,  was  bei  einem  fllichtigen 
Besuche  eines  Steinbruches  in  die  Augen  fallt  und  an  die  obenerwahnten  alteren 
Schichten  erinnert. 

Sobald  man  emsiger  zu  sammeln  bcginnt,  so  begegnet  man  bald  Arten,  welche 
hier  zum  erstonmale  auftreten  und  unter  diesen  ist  es  vor  allem  die  Terebra- 
tula  semiglobosa,  Aut.  (sub  rot  und  a  Schl.),  welche  im  mittleren  Theile 
das  bezeichnendste  Petrefact  ist.  Darin  trifft  man  Micraster,  Holaster,  zahlreiche 
Schwamme  und  manche  Mollusken,  die  man  in  den  alteren  Schichten  vergebens 
suchen  mochtc. 

Klein  ist  die  /aid  der  speciell  fur  die  Teplitzer  Schichten  bezeichnenden 
Arten  und  diese  sind  zumeist  selten.  Abgesehen  von  den  Foraminiferen  sind  es 
hauptsachlich  folgende  sicher  bestimmte  Arten,  welche  hier  zum  erstenmale  auftreten: 


Lamna  acuminata,  Ag. 
Otodus  serratus,  Ag. 
Ptychodus  latissimus,   Ag. 
Acrodus  affinis,  Reuss. 
Acrodus  triangularis,  Gcin. 
Sphaerodus  tenuis,  Reuss. 
Ammonites  subtricarinatus,  d'Orb. 
Ilelicoceras  polyplocus,  d'Orb. 
Belemnites  Strehlensis,  Fr. 
Aptyclms  radiatus,  Fr. 
Pleurotomaria  pespectiva,  Mant. 
Trochus  amatus,  Gein. 
Turbo  decemcostatus,  Reuss. 
Turbo  Stoinlai,  Gein. 
Aporhais  stonoptera,  Goldf. 
Acteon  ovum,  Duj. 
Isocardia  sublunulata,  d'Orb. 
Cardium  deforme,  Gcin. 
Cardium  bipartitum,  d'Orb. 
Cardium  alutaceum,  Miinst. 
Cardium  semipapillatmn,  Reuss. 
Cardita  tenuicosta,  Saw. 
Area  Geinitzii,  Reuss. 
Area  striatula,  Reuss. 
Mytiius  Cottac,  Roiner. 
Modiola  tetragonus,  Reuss. 
Inoceramus  Cuvieri,  Saw. 


Lima,  granulata,  d'Orb. 
lima  divaricata,  Duj. 
Pecten  squamula,  Lam. 
Plicatula  nodosa,  Duj. 
Plicatula  radiata,  Goldf. 
Crania  barbata,  v.  Hag. 
Terebratula  semiglobosa,,  Saw. 
Lepralia  pediculus,  Reuss, 
Pollicipes  Koschticensis,  Kf. 
Bairdia  depressa,  Kf. 
Cythere  ornatissima,  Reuss. 
Cy there  Geinitzi,  Reuss. 
Cythere  reticulata,  Kf. 
Cythere  gracilis,  Kf. 
Cythere  cunoata,  Kf. 
Cythere  nodifera,  Kf. 
Cythere  serrulata,  Bosq. 
Cythere  elongata,  Gein. 
Cytherideis  laevigata,  Roem. 
Cytherella  ovata,  Rom. 
Cytherella  Muensteri,  Reuss. 
Cytherella  asperula,  Reuss. 
Lupeitcs  granulatus,  Fr. 
Micraster  breviporus,  Ag. 
Micraster  cor  testudinarium,  Gf. 
Eolaster  planus,  Mant. 
Offaster  corculum,  Goldf. 


sp. 


Psolus  sp.,  Poc. 
Nephthya  cretacea,  Poc. 
Parasmilia  centralis,  Reuss. 
Phyniatella  elongata,  Reuss. 


Phymatella  intumescens,  Rom. 
Ventriculites  Zippei,  Reuss. 
Coeloptychiuin  Frici,  Poc. 


Beachtung  verdient  audi  dor  negative  Charakter  diescr  Fauna  im  Vergleich 
mit  den  alteren  Schichten,  denn  verschwunden  ist  der  in  den  Weissenberger  und 
Malidtzer  Schichten  haufige  Ammonites  Woolgari,  Lima  elongata  ist  selten  geworden, 
Protocardium  hillanum  fehlt. 

Keine  Spur  der  Trigonien  und  knotigen  Pholadomien  der  Iserschichten  ist 
aufzufinden  und  verschwuuden  sind  die  zahlreichen  Bryozoen  und  die  Serpula 
socialis.  Von  den  fiir  die  Iserschichten  bezoiclmendcn  Echinodermen  ist  keine 
eiuzige  in  den  Teplitzer  Schichten  wiederzufhiden. 

Fin  Orientationschema  der  Lagerung  der  Teplitzer  Schichten,  welches  fur 
ganz  Bohmen  Giltigkeit  hatte,  lasst  sich  nicht  zusammenstellen,  denn  in  der  west- 
lichen  Hiilfte  Bohmens  begegnen  wir  einer  bedeutenden  Machtigkeit  und  Verschieden- 
fleit  der  Schichten,  wahrend  in  der  ostlichen  Hiilfte  (von  Melnik  ostwiirts)  wir  die 
Teplitzer  Schichten  nur  durch  eine  etwa  1  Meter  miichtige  Mergelschichte  ver- 
treten  finden. 


Schema  der  Schichtenfolge  im  westlichen  Bohmen. 

Wir  miissen  hier  zuerst  einige  Bemerkungen  iiber  die  petrographische  Be- 
schaffenheit  vorausschicken  und  dann  erst  die  palaeontologischen  Horizonte  andeuten. 

Die  Teplitzer  Schichten  sind  in  ihrem  unteren  Theile  meist  gelbliche  oder 
graue  Mergel,  welche  oft  den  Semitzer  Mergeln*)  oder  den  Baculitenthonen  der 
^riosencr  Schichten  zum  Verwechseln  ahnlich  sind  und  zur  Bildung  des  Nainens 
nPlanermergel11  Veranlassung  gegeben  haben  und  besonders  im  Egergebiet 
tadeutend  miichtig  sind.  In  der  Teplitzer  Umgebung  diirften  sie  bloss  durch  die 
inter  der  „Grundschicht"  liegenden  Letten  vertreten  sein.  (Vergl.  Settenzer  Profil 
Nro,  20.)  Man  trifft  diese  Pliiuermergel  meist  nur  an  Berglehnen  und  in  Schluchten 
an-  In  Steinbrhchen  sind  sie  selten  entbliisst  und  meist  von  dem  Schutte  ganz  verdeckt. 

Der  mittlere  Theil  ist  am  meisten  kalkreich  und  wird  als  sog.  K or per 
111  den  Steinbruchen  ausgebeutet,  um  zu  Kalk  gebrannt  zu  werden. 

Der  obere  Theil  wird  immcr  armer  an  Kalkbiinken,  die  mit  mergeligen 
Schichten  wechsellagern,  bis  sie  allmahlig  in  diinnplattige  klingende  Planer  iibcr- 
Sehen,  die  tias  llangende  der  Teplitzer  Schichten  bilden  und  das  Liegende  der 
^riesener  Schichten  darstellen. 

Ira  Einklange  mit  dieser  petrographischen  Verscbiedenhcit  finden  wir  audi 
(li«  Vertbeilung  der  Petrefacten  verschieden. 

Der  untere  Theil  ist  durch  Vorherrschen  der  Terebratulina  rigida,  der 
mittlere  durch  Terebratula  semiglobosa,  der  obere  durch  Rhynchonellen  chara- 
kteristisch.    Fingeheuder  betrachtet  finden  wir  nachstehende  Schichtenfolge: 


')  Vergleiche  Weissenberger  und  Malnitzer  Schichten  pag. 


8 


Fig.  1.   Schliffprobe  der  scharfen 

Schichte  von  Leneschitz. 

l.Spongiett-Nftd6l(Geodia),  2.  Hexa- 

ctinellide.  8.  Globigerina.   4.  Textil- 

laria.    5.  Cristellaria. 


Das  Liegende  dor  Teplitzer  Scliichten  ist  in  dem  Egergebiet  eine 
rauhe  oder  „scharfe"   Schichte,   welche   viele  Spongien  entha.lt,  nameatlich: 

Pleurostoma  Bohcmicum,  Amorphospongia  rugosa, 
Craticularia  vulgata,  dann  grosse  Exemplare  von 
Ostrea  semiplana  mit  aiifgewachsenen  Bryozoen. 
Die  Schliffprobe  zeigt  zahlreiche  Nadeto  von  Kie- 
selspongien,  namentlich  von  Geodia  communis  und 
von  Hexactelliden.  Von  Foraminifera  ist  wenig 
darin,  namentlich  sind  Globigerinen  und  kleine 
Textillarien  selten,  welche  in  andcren  Scliichten 
iiberwiegon. 

Diese  Schichte  ist  zugiinglich  bei  der  Lene- 
sebitzer  Ziegelei,  in  den  Lehmbriichcn  zwischen 
Laun  und  Malnitz,  sowie  bei  der  Podhrazmlihle 
bei  Slavetin. 

Nun  folgt  der  erste  Horizont:  der  des 
Planermergels  von  Kystra.  Dies  sind  graue 
Mergel  mit  sparsamen,  schlecht  erhaltenen  Petrefacten.  Fischschuppen,  nicht  sicher 
bestimmbare  Bivalven  und  Foraminiferen  herrschon  vor.  Auf  den  von  diesen  Mergeln 
gebildeten  Berglehnen,  welche  von  Wasserfurchen  durchzogcn  crscheinen,  kann  man 
oft  sehr  viele  Petrefacten  sammeln,  aber  dieselbcn  entstammen  den  hoher  obon 
licgendcn  Horizonten. 

Die  Schlemmprobe  zeigt  sehr  viele  Textilaria  globuJosa,  (ilobigerinen  selten, 
dann  Rosalina  amonoides  Reuss. 

Ich  fasse  unter  der  Benennung  des  Planermergels  von  Kystra  diejenigen 
grauen  und  braunen  Mergel  zusammcn,  welche  unterhalb  dem  Niv«!au  der  Kosch- 
titzer  Flatten  liegen.  Diese  Schichten  sind  entblosst  bei  der  Podhrazmlihle  unweit 
Slavetin,  sowie  am  Fusse  der  Berglehne  bei  Kystra,.  Hoi  Koschtitz  sind  sie  nur 
bei  sehr  niedtigem  Wasscrstande  zuganglich. 

Der  zwcitc  Horizont  ist  dcrjcnigc  der  Koschtitzer  Flatten,  in  welcliem 
ausscr  zahlreichen  Terebratulina  gracilis  grosse  Foraminiferen,  Haifischzahne  und 
Ostracodon  vorkommen. 

Es  sind  dies  fingerdicke  Flatten,  deren  Oberfliiche  Tausendo  von  klcinen 
Petrefacten  triigt,  die  theils  lose  darauf  liegen,  theils,  namentlich  die  grossercn, 
damit  fest  verbunden  sind,  so  dass  sic  an  die  Dudloy-Platten  des  englischen  Silurs 
(Minnern. 

Ausserdem  ist  die  ganze  Fliiche  mit  mikroskopischen  Foraminiferen,  Globi- 
gerinen, Textillarien  etc.  bedeckt.  Die  Darstellung  von  Fig.  2.  ist  mehr  vom  male- 
rischen  Standpunkt  ausgefiiiirt,  um  den  Beichthum  an  Petrefacten  zu  zcigen,  olme 
Anspruch  auf  exactes  Detail  der  einzelnen  ^Vrten  zu  machen. 

Diese  Anhiiufung  von  Petrefacten  auf  cine  diinne  Schicht  ist  nicht  loicht  zu 
erkliiren.  Entweder  crfolgte  die  Ablagerung  in  (iiner  stillen  Bucht  allmiihlig  durch 
lange  Zeit  hindurch  oder  sankcn  die  im  Wasser  suspendirten  Thiere  plOtzlich  zu 
Boden  in  Folge  einer  Vertaderung  des  Gasgehaltes  des  Wassers  (vielleicht  in  Folge 


9 

einer  Erruption).  Jedenfalls  sieht  man,  (lass  dieses  schone  und  reiche  Leben  plotzlich 
aufhorte,  da  liber  don  Platten  erne  meterdicke  Bank  festen  Gesteins  zu  liegen 
kommt,  in  der  nur  Fucoiden  wahrzunehmen  sind. 

Obzwar  man  nicbt  Ilberall   den  Reiehthum  an  Petrefacten  auf  cine  einzige 
Scbichte  concentrirt  findet  wie  in  Koscbtitz,  so  ist  doch  dieser  Horizont  bei  Teplitz, 


Fjg.  2.  Koschtitzer  Platte  4mal  vergrOssert.  Gezeicb.net  von  K.  Neumann.  1876. 
»Vesmir",  roc.  V.  sir.  240,  vykres  Ss.  90.  a  Haifischzahn  Oxyrhina  angustidens. 
?)  Terebratulina  gracilis.  V  Dorsalschale.  cBairdia  subdeltoidea.  a  Flabellina  elliptioa. 
«  Flabellina  Cordai?  /Frondicularia  inversa.  g  CristeUaria  sp.  h  Frondioularia  Cordai. 
»  I'VondicuIaria  striatula.  j  Haplophragmium  irregulare.  k  Nodosaria  Zippei.  I  Nodo- 
saria  annnllata.  m  Nodosaria  obsenra.    u  I'lanorlmlinn,  polysraphes. 

Bilin,  Podhraz,  Popelz  etc.  (lurch  das  hlufige  Auftreten  der  Terebr.  gracilis  kennt- 
*ic]l-  Dadurch  will  icb  nicht  bebaupten,  dass  dieser  kleine  Brachiopode  nicbt 
a'ich  in  bdlieren  Schiehtcn  vorkommen  sollte,  doch  geschieht  dies  dort  moist  nur 
Vei'einzelnt.  Von  der  Oberflache  der  Koscbtitzer  Platten  genommene  Scblemmprobe 
Zeigt  Unmassen  von  Globigerinen,  Textillarien,  Cristellarien,  dann  Spongiennadeln 
1Ul|l  Scbalen  von  glatten  und  verzierten  Ostracoden. 


Verzeichniss  der  fur  den  Horizont  der  Koschtitzer  Platten 
charakteristischen  Petrefacten. 

In  dieses  Verzeichniss  nehme  tch  ausser  den  in  unserer  Sammlung  bch'ndlichen 
*rten  audi  alle  diejenigen  auf,  welche  Reuss  aus  dem  sog.  „unteren  Planerkal  ke 
v°n  Koscbtitz"  anfuhrt,  weil  dieselben  von  ihm  hauptsiichlich  auf  den  Koseh- 
"tzer  Platten  gefunden  wurden. 


Oxyrhina  angustidens,  Reuss. 
Lamna  acuminata,,  Ag. 
Lauina,  subulata,  Ag. 
Lamna  raphiodon,  Ag. 


Otodus  appendiculatus,  Ag. 
Otodus  serratus,  Ag. 
Otodus  semiplicatus,  v.  Mflnst. 
Corax  heterodon,  Reuss. 


10 


Spinax  rotundatus,  Reuss. 
Ptychodus  mammillaris,  Ag. 
Acrodus  affinis,  Eeuss. 
Acrodus  triangularis,  Gein. 
Ilybodus  cristatus,  Ag. 
Pycnodus  complanatus,  Ag. 
Pycnodus  cretaceus,  Ag. 
Pycnodus  serobiculatus,  Reuss. 
Sphaerodus  tenuis,  Reuss. 
Gyrodus  mammillaris,  Ag. 
Enchodus  Halocyon,  Ag. 
Saurocephalus  marginatum,  Reuss. 
Terebratulina  gracilis,  Schotth. 
Bairdia  depressa,  Kf. 
Bairdia  arquata  var.  faba,  Reuss. 
Bairdia  inodesta,  Reuss. 
Bairdia  subdeltoidea,  v.  Mttnst. 
Cytherideis  laevigata,  Rom.  sp. 
Cytherideis  perforata,  Rom.  sp. 


Cytbere  elongata,  Reuss. 
Cythere  serrulata,  Bosq. 
Cythere  nodifera,  Kf. 
Cytbere  cuneata,  Kf. 
Cythere  gracilis,  Kf. 
Cythere  reticulata,  Kf. 
Cythere  Geinitzi,  Reuss. 
Cythere  ornatissima,  Reuss. 
Cytberella  asperula,  Reuss. 
Cytherella  Mtinsteri,  Rom.  sp. 
Cytberella  ovata,  Rom.  sp. 
Pollicipes  glaber,  Rom. 
Pollicipes  Bronni,  Rom. 
Pollicipes  Koschticensis,  Kf. 
Cidaris  Reussi,  Gein. 
Antedon  Fiscberi,  Gein. 
Psolus  sp.,  Poc. 
Nephthya  cretacea,  Poc. 


Von  Foraminiferen  fast  alle,  die  weiter  unton  in  der  tabellarischen  Uebersiclit 
angefiihrt  sind. 

Der  dritte  Horizont  ist  der  eigentliche  obere  Pliinerkalk  im  engeren 
Sinnc  des  Wortes,  fur  welchen  icb  die  Bezeichnung  ,,Hundorfer  Kalkstein" 
vorschlagen  wttrde  und  welcber  die  grossen  Ammonites  peramplus,  den  Spondylus 
spinosus  und  die  Terebratula  semiglobosa  fiilirt. 


Verzeichniss  der  fur  den  Hundorfer  Kalkstein  bezeichnenden 

Petrefacten. 


Oxyrhina  Mantelli,  Ag. 
Otodus  appendiculatus,  Ag. 
Corax  heterodon,  Reuss. 
Ptychodus  latissimus,  Ag. 
Nautilus  sublaevigatus,  D'Orb. 
Nautilus  rugatus,  Fr.  et  Schl. 
Ammonites  subtricarinatus,  D'Orb. 
Ammonites  peramplus,  Mant. 
Ammonites  Austeni,  Sbarpe. 
Scapbites  Goinitzi,  D'Orb. 
Belicoceras  polyplocus,  D'Orb. 
Belemnites  Strehlensis,  Fr. 
Pleurotomaria  linearis,  Mant. 
Pleurotomaria  perspectiva,  Mant. 
Turbo  decemcostatus,  Reuss. 


Turbo  Steinlai,  Gein. 
Trochus  amatus,  Gein. 
Acteon  ovum,  Duj. 
Cardium  deforme,  Gein. 
Cardita  tenuicosta,  Sow. 
Area,  Geinitzi,  Reuss. 
Area  striatula,  Reuss. 
Mytilus  Cottae,  Rom. 
Inoceramus  Brongniarti,  Park. 
Inoceramus  Cuvieri,  Sow. 
Inoceramus  latus,  Maul, 
Lima,  granulata,  D'Orb, 
Lima  Boperi,  Mant. 
Spondylus  spinosus,  Goldf. 
Ostrea  semiplana,  Sow. 


11 


Ostrea  frons,  Park. 
Crania  barbata,  v.  Hag. 
Crania  spinulosa,  Niles. 
Terebratula  semiglobosa,  Sow. 
Enoploclythia  Leacbi,  Mant. 
Bairdia  subdeltoidea,  Miinst. 
Cytherella  ovata,  Rom. 
Loricula  pulchella,  var.  gigas, 


Fr. 


Pollicipes  glaber,  Rom. 
Serpula  gordialis,  v.  Sch. 
Cidaris  subvesiculosa,  D'Orb. 
Micraster  breviporus,  A.gass, 
Micraster  cor  testudinariuin,  Goldf. 
Holaster  planus,  Mant. 
Ventriculites  angustatus,  Rom. 
Ventriculites  radiatus,  Mant. 


V<'n  den  grosseren  Foraminiferen  sind  die  haufigsten: 

Cristellaria  rotulata,  D'Orb.  Frondicularia  angusta,  Nilss. 

Flabellina  elliptica,  Nilss. 

Die  kleinen  Foraminiferen  miissen  erst  grtindlich  studirt  werden,  sic  bilden 
50~-90°/0  des  ganzen  Gesteins. 

Man  findet  den  Hundorfer  Kalkstein  in  geringer  Machtigkeit,  aber  urn  so 
oelenrender  beztlglich  der  Lagerung  an  der  Berglehne  bei  Kystra,  dann  in  halber 
none  der  steilen  Uferwand  bei  Koschtitz.  Ausserdera  in  den  zahlreichen  Stein- 
Dr<ichen  bei  Teplitz,  bei  Leitmeritz,  Clzkowic  u.  s.  w. 

Den  vierten  Horizont  bilden  die  Rhynchonellenschichten,  welche  die 
^nwacheren  Kalkbanke  und  das  merglige  Gostcin  der  hochsten  Lagen  der  Teplitzer 
schichten  darstellen. 

Anstehend  land  ich  sie  deutlich  oberhalb  den  Schichten  mit  den  grossen 
^•""iioniten  und  oberhalb  den  Schichten  mit  Micraster  und  Scaphites  an  der 
°chluchtlehne  in  Popelz  bei  Libochovic.  (Siehe  Profil  winter  unten.)  Dei  Koschtitz 
^(>,l<m  sie  an  den  verwitterten  und  abgeregneten  Berglehnen  (in  der  Richtung  gegen 
■kauri  hin)  Gelegenheit  Hunderte  von  Rhynchonellen  zu  sammeln,  unter  denen  alle 
V)l|'ietii,ten:  Cuvieri,  .octoplicata,  Mantelliana  und  pisum  in  zahlreichen  Uebergangen 
2,1  finden  sind.  In  Popelz  entstammt  dieser  Rhynchonellenschichte  audi  Turbo 
(lecemcostatus,  Reuss. 

PjS  ist  zu  hoffen,  dass  audi  in  der  Vertheilung  der  Foraminiferen  ein  Unter- 
°hied  zwischen  den  bier  angedeuteten  4  Horizonten  zu  konstatiren  sein  wird. 

Die  Unterscheidung  dieser  4  Horizonte  ist  als  erster  Versuch  anzusehen  im 

ereiche  der  Teplitzer  Schichten  den  einzelnen  Artgruppen  ihre  eigentliche  Lager- 

tatte  zu  iixiren  und   es   wird   Aufgabe   der  Localsammler   sein,    die   Richtigkeit 

leser  Auffassung  zu  prufen  und  dann  entweder  zu  bestatigen  oder  zu  verbessern. 

Jedenfals  will  ich  dadurch  Anregung  geben  zur  genauen  Praecisirung   der 

*«ndschicht  fur  jedea  einzelne  Petrefact. 

Von  den  Arbeitern  eingekaufte  Stiicke  sowie  die  auf  den  alten  abgeregneten 

•wuen  aufgelesenen  konnen  da  nicht  massgebend  sein,   sondern   man  muss   durch 

Keren  Besuch  der  Steinbrtiche  und  eigenhandiges  Hammern  bestrebt  sein,  einen 

icntigen   Einblick  in  die  Vertheilung  der  Arten  je  nach  den  einzelnen  Schichten 

Z11  erlangen. 


12 

Bei  dei-  wciter  iinten  folgenden  Schilderung  der  vcrschiedenen  Localitaten 
wird  man  vielfache  Bestfttigung  meiner  Ansicht  fmden,  aber  in  manchen  Fallen 
wegen  Mangel  an  gehorigem  Aufschlusse  in  Unsicherheit  bleiben. 

Das  Hangende  der  Teplitzer  Schichten  sind  im  westlichen  Bohmen  meist 
direkt  die  brannen  und  blauen  Thone  der  Pricsencr  Schicbten,  welcbe  dort,  wo  sie 
feucbt  liegen,  nirgerids  einen  Anhaltspunkt  geben,  eine  soharfe  Grenze  zwischen 
den  hochsten  Teplitzer  und  tiefeten  Priesener  Schichten  zu  Ziehen. 

Dort  aber,  wo  sic  bocb  und  trocken  liegen,  dort  nehmen  die  tiefeten  Lagen 
der  Priesener  Schicbten  den  Charakter  yon  w  e  i  s  s  e  n  klingenden  I  n  o  c  e  r  a  - 
menpliinern  an,  in  welcber  Form  sie  dann  im  ostlichen  Bohmen  eine  weite 
Verbreitung  bis  auf  die  mahrischc  Grenze  hin  haben. 

Dass  ich  diese  weissen  Inoceramenplftner  nicbt  mcbr  zu  den  Teplitzer  Schichten 
recbne,  hat  palaeontologiscbe  Griinde,  weil  ich  bei  Chotzeu  in  denselben  Ammo- 
oites  d'Orbignyanus  nachwies,  und  auch  im  tibrigen  ihr  microscopischer  Cha- 
rakter ganz  anders  ist  als  derjenige  dor  Teplitzer  Schichten. 

Im  westlichen  Bohmen  fand  ich  dieselben  z.  B.  bei  Teplitz  am  weissen  Wege, 
am  Fnsse  des  Schlossbcrges,  dann  am.  Trippelberg  bei  Kutschlin,  oberhalb  des 
Gaubenhofes  bei  Leitmeritz,  am  Wege  nach  Michelsberg,  sowie  auf  den  Anhohen 
von  Zidowec,  Sovice  etc.  in  der  Raudnitzer  (iegend. 


Schema  der  Teplitzer  Schichten  im  ostlichen  Bohmen. 


Von  der  senkrecbtcn  iiber  die  Stadt  Melnik  von  Nord  nach  Slid  gezogenen 
Linie  beginnend,  finden  wir  im  ostlichen  Bobmen  die  Teplitzer  Scbichten  selion  de- 
nials in  der  Art  entwickelt,  wie  wir  es  bei  Teplitz  und  an  der  Eger  von  Laun 
abwarts  fanden. 

Hier  sind  sie  sehr  wenig  mftchtig  und  sebwer  kenntlich,  so  dass  man  bei 
fluchtiger  Beobachtung  annehmen  konnte,  dass  in  dieser  Gegend  auf  die  Iserschichten 
direkt  die  Priesener  Schichten  zu  liegen  kommen. 

Urn  so  konstanter  findct  man  sie  aber  iiberall  bis  nach  Miibren  bin  auf  der 
Basis  der  klingenden  Inoceramenplaner  in  Form  von  etwa  1  m  machtigen,  meist 
gelblichbraunlichen  feucliten  Mergeln,  die  ungemein  roich  an  Foraminiferen,  na- 
mentlich  Haplophragmium  irregulare  sind  und  von  grosseren  Pctrefacten 
bloss  Terebratula  semiglobosa  liofern. 

Sic  verrathen  sich  oft  durch  Fiibrung  von  Wasser,  indem  sie  dasjenigc  auf- 
halten,  was  durch  die  Inoceramenplftner  herunter  sickerte. 

In  Steinbriichen  sind  sie  selten  entbltisst  und  meist  vom  Abraumgestein  verdeckt. 

Als  Localitaten  zum  Studium  dieser  Verhiiltnisse  empfiehlt  sich  besonders  Repin, 

dann  JUcany  bei  Podebrad,  Leitomyschl.  und  vor  allem  Abtsdorf  bei  B6hm.  Trftbau. 

Hit;  Gliedeinmg  und  Lagerung  dor  Teplitzer  Schicbten  in  Bohmen  dilrfte  aus 
nachfolgenden  drei  ttbersichtlichen  Tabellen  zu  ersehen  sein: 


13 


A.    Schema  der  Lagerung  dor  Teplitzer  Schichten  bei  Teplitz  und  am 

Fusse  des  Erzgebirges. 


Hangendes 


IV.  Ilorizont  der  Rhynchonellen 


Weiclie  Baculitenthone  oder  klingende  Ino- 
ceramenplaner  der  Priesener  Schichten. 


Die  liochsten  Lagen  des  Profils  von  Sct- 
tenz.    Nro.  3 — 7. 


III. 

Ilorizont  von  Hundorf    .    . 

II. 

Ilorizont  von  Koschtitz  .    . 

I. 

Ilorizont  von  Kystra  .    .    . 

Die  Eisenschicht  und  der  Korper  des  Set- 
tenzer  Profils.  Nro.  8 — 17. 


Grundschicht  und  Klotzelschicht  des  Profils 
von  Settenz. 


Unzugiinglich.  (Nro.  20  von  Settenz.) 


Liegendes? 


Sandige  Lagen. 


B.   Schema  der  Lagerung  der  Teplitzer  Schichten  im  EgergcMete. 


Han send e 


IV.  Ilorizont  der  Rhynchonellen 


Weiche  Baculitenthone  oder  klingende  Ino- 
ceramenplancr  der  Priesener  Schichten. 


Die  liochsten  Lagen  bei  Kystra,  Koschtitz 
und  Popelz. 


III.  Ilorizont  von  Hundorf 


II.  Horizont  von  Koschtitz 


I.  Ilorizont  von  Kystra 


Lie g end 


es 


Die  Aurmonitenschichte  von  Kystra,  Kosch- 
titz und  Popelz. 


Die  Koschtitzer  Platten  und  Terebratulina 
gracilis  Schichten  bei  Laun. 


Die  Pliiiienuergel  von  Kystra  und  danmter 
die  „scharfe"  Schichte  in  Leneschitz  und 
bei  der  Podhrazmiihlo. 


Malnitzer  Schichten. 


C.    Schema  der  Teplitzer  Schichten  im  Sstlichen  Bohmen. 


Weisse  klingende  Inoceramenpliiner  o.  graue 
Planer  mit  Ammonites  D'Orbignianus. 

IV.  Horizont  der  Rhynchonellen 

? 

III.  Horizont  von  Hundorf    .    . 

Graue  und  braunliche  Mergel  mit  Tere- 
bratula  semiglobosa  und  Haplophrag- 
mium  irregulare. 

II,  Horizont  von  Kosclititz  .    . 

I.  Horizont  von  Kystra   .    .    . 

? 

Bryozoenschichten  und  Trigonia  -  Schichten 
(mit  Callianassen)  der  Iserschichten. 

14 


II.  Beschreibung  dor  ira  Bezirke  der  Teplitzer  Schichten 
untersuchten  Localitaten. 

Die  orientirendon  Ausfliige  nach  Localitaten,  wo  die  Teplitzer  Schichten  zu- 
ganglich  sind,  fallen  in  die  verschiedenen  Jahrgange  der  systematischen  Landes- 
durchforschung,  in  denen  uur  wenige  Profile  griindlicher  aufgenommen  werdon 
konnten,  und  zwar: 

18G4  Teplitz  Graupen. 

1865  Gaubenliof  bei  Leitmeritz. 

1868  Popelz  bei  Libochovic. 

1869  Der  Sovice-Berg  bei  Eaudnitz. 

1870  Umgebnng  von  Laun. 

Eingehende  Detail  aufnahmen  von  Profilen  und  Einsammlung  von  Petrefacten 
mit  prftciser  Notinmg  der  Lagerschichte  wnrden  durchgefuhrt: 

1882  Mariaschein,  Laun,  Koschtitz,  Kystra  und  der  Sovice-Berg 
bei  Eaudnitz. 

1884  Abtsdorf,  Teplitz,  Bilin,  Mariaschein,  Laun,  Kystra,,  Popelz. 

1885  Podiebrad,  Wolfsberg,  Teplitz. 

1886  Chlomek  bei  Jungbunzlau. 

Ini  Ganzen  wurden  an  40  Localitaten  untersucht  und  an  250  ArteD  in  mehreren 
Hundert  Exemplaren  den  Museumssammlungeii  eingereiht. 

Die  ersten  Versteinerungen  aus  den  Teplitzer  Schichten  erhielt  unser  Museum 
in  den  vierziger  Jahren  von  Prof.  Reuss,  damals  Brunnenarzt  in  Bilin.  Der  Band- 
schrift  nach  zu  urtheilen,  kamen  auch  mehrere  Stucke  durch  Grafen  Kasp.  Stern- 
berg und  Prof.  Zippe  liinzu. 

Seit  dem  lie-inn  der  Landesdurchforschungs-Arbeiten  war  ich  bcimiht,  durch 
Einkaufe  in  den  Kalkbrlichen  der  Umgebung  von  Teplitz,  sowie  bei  den  1 1  en-en 
Seifert  und  Fassel,  unsere  Sammlung  zu  vervollstandigen.  Linen  aamhaften  Zu- 
wachs  erhielt  dteaelhe  durch  die  von  Dr.  Curda  aus  Postelberg  geschenkten  Petre- 
facten aus  der  Gegend  von  Laun.  Das  Prachtexemplar  des  A.mmonites  subtricari- 
natus  aus  Keblic  bei  Lobositz  erhielt  das  Museum  von  Herrn  Tschinkel  zum 
Geschenk,  den  Ammonites  Austeni  erhielt  ich  vom  Gymnasium  in  Mariaschein  hn 
Tausche.  Auch  von  Dr.  Holub  erhielt  das  Museum  eiuen  seltenen  Belemniten 
Das  I!,iesenexemplar  des  Amm.  peramplus  schenkte  der  Grundbesitzer  lien-  Zahalka 
in   Popelz  bei  Libochovic. 

Im  Einsammeln  waren  mir  behilflich  llerr  Seehars,  Oberlehrer  in  Mariaschein 
f  llerr  Mann,  Oberlehrer  in  Boltschitz,  llerr  Prof.  Barta  in  Leitomyschl,  Herr  Feigl 
Lehrer  in  Laun,  llerr  Hellich,  Btlrgermeister  in  Podiebrad. 

Auch  machten  mir  Prof.  Waagcn  und  Prof.  Laube,  die  unter  ihrer  Leitung 
stehenden  Samrrdungen,  mit  grosster  Zuvorkommenheit  zuganglich.     Mehrere  mite 


15 

Stticke  aquirirte  ich  aus  der  Verlassenschaft  des  leider  zu  frtih  verstorbenen  Prof. 
Raffelt  in  Leitmeritz. 

Allen  diesen  Herren  sage  ich  meinen  besten  Dank. 

Die  Originale  zu  den  Reussischen  Beschreibungen  und  Abbildungen  befinden 
sich  theils  im  Nationalmuseum  zu  Pest,  tlieils  im  Hofmineralienkabinet  in  Wien, 
smd  aber  nicht  als  abgebildete  Stticke  bezeichnet. 

_    Den  grSssten  Theil  des  vorliegenden  Materials  sammelte  ich  aber  selbst  mit 

memera  damaligen  Petrefactensammler  J.  Staska,  spatermit  dem  Museumsassistenten 

ef™  Dr.  Ph.  Pocta,  welcher  mich  durch  zwei  Jahre  auf  den  Excursionen  begleitete. 

ei  Anfertigung  der  Detailprofile  wurden  die  Petrefacten  mit  genauer  Angabe  ihrer 

Lagerstatte  versehen. 

.   Von   aUen   besuchten   Localitaten   wurden    auch   Handstticke    der   einzelnen 
ic  iten  und  Schlemraproben  eingesammelt,  welche  das  Material  zur  mikroskopi- 

q,  ^  Untersuchung  boten  und  noch  auf  lange  bin  brauchbares  Material  fur  spatere 

btudien  liefern  werden. 

Scl '  li      1<am  in  den  lotzten  dreissig  Jahren  eine  Sammlung   aus   den  Teplitzer 
dor?         ^  Unserem  Museum  m  Stande,  welche   ein  ziemlich  vollstandiges  Bild 
auch  fUQa  <lerselben  S'iol)t  und  in  nachfolgendem  verarbeitet  werden  soil,  wold  aber 
c»  iernerhin  die  Basis  zu  speciellen  Monographien  bieten  wird. 


1.    Die  Umgebung  von  Teplitz. 

reicl  a&-  TIl""'<-,lun«'  von  Teplitz  sind  die  uns  besch&ftigenden  Schichten  in  zahl- 
Po/?"  Stoin1)rii(''lll'ii  aufgeschlossen  und  namentlich  ist  eine  fast  ununterbrochene 
e  derselben  in  der  Richtungvon  Settenz-Hundorf-Loosch  anzutreffen,  welche  in 
br<,em  'md  demselben  Schichtencomplexe  arbeiten.  Selten  sind  aber  diese  Stein- 
Te  ]•+  so  Seoffhet,  dass  sie  zum  genauen  Studium  der  sammtlichen  Lagen  der 
der  h  '  Sc]licllt<'n  geeignet  wftren.  Meist  wird  nur  der  mittlere  Tract  ausgebeutet, 
rtih  t  J6  al8  Al,r;umi  beseitigt  und  die  tieferen  Schichten  entweder  gar  nicht  be- 
oder  man  findet  sie  mit  Schutt  verdeckt  oder  unter  Wasser. 

welcl   •°lt°n  ^det  "'an  anch  m  r>1'ucll°  oder  beim  Kalkofen  einen  erfahrenen  Maun, 
fiber  ?        einzelnen  Lagen   richtig  zu  bezeichnen  weiss  und  auch  Andeutungen 

dle  Fundschicht  der  grosseren  Petrefacten  zu  geben  im  Stande  ist. 
beiih  .  W<U'  ,K>'  ""'"10U1  Besuche  von  Settenz  im  Jahre  1884  so  glticklich,  in 
bracht  ZiehUngeD  g<instige  Um8tande  '"  Pickhardt's  Kalkbruch  zu  finden  und 
Nacb  6  8e^st  lr,ll"'ci'<'  Zeit  zu  und  nach  wiederholtem  Besuche  und  andauerndem 
suchen  in  den  einzelnen  Lagen  gelang  es  mir  Daten  zu  sammeln,  welche  zur 
wicbM  mens^un8  ,lcs  genauen  Profiles  ftihrten,  an  welchem  die  Vertheilung  der 
1  igsten  Petrefacten  versuchsweise  angedeutet  ist. 

Del      •       Z',',I""K  auf  die  Benennung  der  einzelnen  Lagen  fand  ich  eine  ziemliche 

oft     eifstimiaung  in  alien  iibrigen  Kalkbrttchen,  nur  sind  ftir  gewisse  Schichten 

weierlei  Benennungen   im   Gebrauche,     Die   Bezeichnungen  der  Nro.  12—17. 
st,,|wten  ttberall  (iberein. 


16 


Ackcrkrumi: 
Ziegellehm 


•  AbraumscMclitcu 


Bothsohicht 

Wilder  Stein 
Dreiviertelsclucht 

KOrper  od.  StarkschicM 

EisensoMoht 

BackOfen 

KlOtzelsehioht 
Grundschicht 
Letten 


Fig.  8.    Profil  der  Teplitzer  Schichten  im  Pickhardt's  Stelnbruche  bei  Scttenz  mil  einer  versuchs- 

weisen  Andeutung  der  in  den  einzelner,  Schiohten  rorwaltenden  Versteinerungen. 

Aufgenommen  18.  August  1884. 


17 


a.  Ackerkrume.    i  h.  Diluvialer  Ziegellehm.    2«s.  Tiefere  Schichte  von  Ziegellehm   mil,  grobein 

'•'i-i'lli'  untermischt.  26.  Oberste  graue  Mergelschicht.  3a.  Abraumsohiohte  weiss  mit  Fischresten. 
°o, ■  Abraumschichte,  graue  Merge] schicht.  4.  Plattige  Planerschicht  mit  Pycnodus.  5.  Graue 
Jjettensohiohte.   6.  Starkere  Banke  ron   Planerkalk.   7.  Mergelsohicht.   8.  Planerkalk  mit  Scyphia 

restate  und  Terebratula  semiglobosa.  9.  Mergelschichte.  10.  Planerkalk  mit  Amorphosp.  rugosa 
»n  tier  Basis  riesige  Spongiten.  11.  Mergelschicht.  12,  „Rothschicht",  Planerkalk  mitSchuppen 

l>»  Usmeroides  und  mit  Chondriten.   18.  Wilder  Stein.   14.  Dreiviertelschichte ;  oberste  Lage  des 

aauptiagers  _  J  m.     in.   KOrper  oder  Starkscbicbt  2£  m.    Nautilus  rugatus,  Spondylus  spinosus. 

die       ens°kicht.  Hauptlager  von  Ammonites  peramplus.   17.  „l!ac,k(Vfen".  Planerkalk,  in  welchem 

I'l-'n  !!'i')Snfin   Painschwrroel   vorkommen.     18.  Klotzelschiclit   in    senkreclite   Siiulcben   spaltender 

anerfealk  mit  sebr  wenig  Petrefacten,   19.  Grundsobicht  mit  sebr  haufiger  Terebratnlina  gracilis. 

20.  Letten.  Feuchte  Mergelschicbt,  unter  welclier  Sand  liegen  soil. 

■  tcli  gehe  uun  zur  Beschreibung  der  Schichtenfolge  im  Pickhardt's  Kalkbruche 
)0i'  und  glaube,  dass  audi  in  alien  anderen  Briichen  nach  anhaltenderer  Beobach- 
ll|g  aluiliclie  Schichtenfolge  wird  nachgewiesen  werden. 

Zu_oberst  liegt  eine  bis   1  m  machtige  dunkle   Ackerkrume  (1  a),   darunter 

geiber  Ziegellehm  (1/;)  mit  grossen  zahlreichen  LOsskindeln  und  mit  groben  Geroll- 

fiT6n  .in    den   tieferen    Schichtcn  (2  a).    Am   Contacts  mit  den   Mergelschichten 

(«u  sich  sehr  grosse  walzenformige,  verschieden  geformte  Concretionen,  welche 

nneren  eine  harte  quarzige  Beschaffenheit  zeigen. 
1 .    I)i('  Jiochsto  Lage  der  Teplitzer  Schichten  bildet  hier  eine  zorbrockelte  Kalk- 
lcilte  (3a),  die  aach  oben  und  unten  von  mergligen  Lagen  begrenzt  wird  (26,  3?;) 
n    zahlreiche  Trlimmer  von  Fischresten  fiihrt.  (Diese  rechnet  man  bis  ziv  Nro.  10. 
os  Profils  zu  den  Abraumschichten.) 

flft  1  Bl6  mm  folgende  1  m  machtl>  Schichte  (4)  entbilt  plattige,  auf  der  Ober- 
e'C|°  *reidige  Kalke,   die  am  Bruche  weisslich,  etwas  ins  rothliche  spielend,  sich 

^eisen.  Sie  sind  auch  reich  an  Fischresten  (z.  B.  Pyc- 

p,us)  und  dor  Schliff  zeigt,  dass  sie  zur  Halfte  aus 

gmenten  von  Foraminiferen  bestehen,   unter  denen 

mzelne  Globigerinen  eingestreut  sind. 

.  ^     Die  merglige,  br5cklige,  graubraunliche  Schichte  (5), 

sie  von  der  niichstfolgenden  Lage  festeren  Gesteins 

r  ■n? '   ei*wies   sich   bei   der  Schlemmung  als   sehr 

J'"'1'  an  Foraminiferen,  unter  denen  die  Textillaricn  80°/0 

I .  machten.  Einzelne  Globigerinen  und  Cristellarien  sind 

und  da  sowie  unreine  rauhe  Nadeln  untermischt. 
ingur  4.) 

riff         G  8tarlfe  Abraumschichte  (6)  1st  von  plan- 
m°?r  Beschaffenheit,  von  Farbe  grau,  die  Spaltflachen 

^,S    l'ostgelb.    Scheint  der  Ilauptfundort  der  kleinen  Rhynchonellen  zu  sein.    Der 
lit    zeigt   zur   Halfte    unreinen   Detritus,    zur    Halfte   Foraminiferen. 
Qichte  wird  auch  zu  Kalk  gebrannt. 


Fig.  4.  Schlemmprobe  der 

Schichte   Nro.  5.  des  Setten- 

zer  Profils.  Yergr.  50mal. 


Diese 


starker 


Nach 


ciner  schwachen  Mergelsohicht  folgt  eine  1\  m  machtige  Lage  (8)  von 


Je,'56n  Kalksteinbanken,  welche  reich  an  Ventriculites  angustatus  und 
>ratula   semiglobosa  ist.     Von  Rhynchonellen  kommen   einzelne  grosse 

mPlare  vor.  Das  Gestein  ist  ein  gelblich  und  grau  gefleckter  Planer,  welcher 
lichlj-V-+Q  ^^elgrauen  Chondriten  durchsetzt  ist,  in  welchen  die  Steinbrecher  Aehn- 

Keit  mit  der  „hebraischen  Schrift"   erl 


rkennen. 


Der  Diinnschliff  zeigt  die 

2 


18 


*'< 


:;;^ 


Fig.  5.   Schliff  lies  Kalksteins 

der  Schichte  Nro.  10.  des 
Settenzer  Profils.  Yergr.  SOmal, 


Halfte   aus   Detritus,   die  andere  Halfte  aus  sclir  kleincn  Textillarien,   bei  denen 
einzelne  Kammern  mit  schwarzer  Masse  erfullt  Bind. 

Nach  einer  mergligen  Zwischenschicht  (9)  folgen  zwei  starkere  Kalkstein- 
banke  (10),   welche  Achilleum  rugosum  (var.   elliptica)  ftihren  und  an  der  Basis 

selir  grosse  flache  Spongiten  enthalten,  welche  an  den 
Spongites  gigas  Fr.  (Weissenberger  Schichten  pag.  75.) 
erinnern.  Der  Schliff  zeigt  |  Foraminiferen,  unter 
denen  die  genug  haufigen  grosseren  Formen  die  Kam- 
niern  mit  Brauneisenstein  erfullt  zeigen. 

Mit  der  unter  einer  Lettenschichte  (11)  liegenden 
festen  Bank  der  Kothschicht  beginnt  die  Scbichtenfolge 
des  cigentlichen  besten  zum  Kalkbrennen  verwendeten 
Gesteins.  Diese  Bank  erhielt  don  Namen  „Roth- 
schicht"  (12),  weil  die  Kluftflachen  mit  einer  iiber 
1  mm  dicken  Schicbte  von  rostrothen  Brauneisenstein 
bedockt  sind,  wodurch  sie  schon  von  weitem  auffallen. 
Der  Schliff  zeigt  zur  Halfte  Foraminiferen,  die 
(irundsubstanz  1st  unrein  mit  vielen  Braunoisensteinkdrnern.  Die  Textillarien  und 
Globigerinen  klein  und  mittelgross ,  sehr  viele  Kalknadeln  und  Fragmente  grosseror 
Versteinerungen. 

DieSchlemmung  zeigt  grosse  und  kleino  Foraminiferen  in  zicmlich  gleichem 
Verhaltnisse  und  reprasentiren  dieselben  viel  mehr  Gattungen  als  die  hiiheren  Schich- 
ten aufweisen.  Ausserdem  findet  man  in  der  Schlemmung  sehr  viele  kurze  dicke, 
im  Inneren  unreine  Kalknadeln. 

Auf  die  Rothschicht  folgt  nach  unten  bin  der  sogenannte  Wilde  Stein  (13). 
Dies  ist  eine  60  cm  miichtigo  Schichte  von  schwarzlich  (nicht  blaulich)  grauem, 
riuib  anzufiihlendem  Gestein,  das  frisch  gebrochen  fiir  den  Laien  auch  wie  Kalkstein 
aussieM,  aber  gar  nicht  zum  Brennen  taugt.  Die  Arbeiter  bezeichnen  ihn  als 
klanglos  und  schwer,  er  verwittert  in  flache  schalige  Kugeln,  welche  auf  den  Halden, 
dem  Regen  und  der  Hitze  ausgesetzt  ganz  zerfallen. 

Der  Schliff  zeigt  nur  etwa  i  Foraminiferen,  von  denen  wenigc  ganz  sind, 
hie  und  da  sehr  grosse  Globigerinen.  Die  Grundsubstanz  unrein,  ungleich. 

Die  Schlemmung  zeigt  viel  mittelgrosse  Textillarien  und  einzelne  grosse 
Globigerinen,  Cristellarien,  sowie  Ostracodenschalen  von  wahrscheinlich  neuen  Arten 
Ausserdem  sind  ganz  feine  Stacheln  von  Echiniden  hauflg. 

Nun  folgen  sechs  Kalksteinbanke  (Nro.  14— 19.)  von  verschiedener  Miichtigkeit 
und  Beschaffenheit,  welche  alle  zum  Kalkbrennen  ausgebeutet  werden.  Die  oberste 
Lage  wird  Dreiviertel-Schicht  genannt  (14)  wegen  der  constant  beobachtetefl 
Machtigkeit  von  f  Ellen  alten  Maases  (etwa  50  cm).  Darunter  kommt  die  2 \  "> 
miichtige  Starkschicht  (15)  auch  Korper  genannt.  In  derselben  kommt  Nautilus 
rugatus  vor  und  hier  ist  der  Spondylus  spinosus  am  haufigsten.  Das  Gestein  ist 
schwer,  die  Spaltfliichen  moist  nur  rostgelb,  die  Masse  grau  und  gelblich  gefleckfc 
Der  Schliff  zeigt,  dass  nur  etwa  \  aus  kleinen  Foraminiferen  besteht,  dereB 
Kammern  rein  (nicht  mit  Brauneisenstein  erfullt)  sind.  Grosse  Foraminiferen  sind  spai- 
sain  eingestreut  und  die  Grundmasse  enthalt  feine  zahlreiche  Brauneisensteinkorner. 


19 

Auf  diese  Schiclito  beziehen  sich  die  chemischen  Analysen,  welcbe  bei  Gele- 
genbeit  dor  im  jahre  1883  zu  Teplitz  abgebaltenen  Ausstellung  zuganglich  waren 
Und  von  denen  ich  hier  ein  Beispiel  wiedergebe. 

Analyse   des   Kalkes   aus   den    Stiickkalkwerken    von   Karl 

Endisch  in  Loosen  bei  Dux.    Angefuhrt  vom  k.  k.  Bergratli 

Adolf  Patera. 


Probe  Nro.  3. 

Kieselsaure 15.0 

Eisenoxyd      1.3 

Tlionorde 5.7 

Kalkerde Spur 

Koblensaure  Kalkerde  ....  70.5 
„  Talkerde      .    .    .  Spur 

„  Eisenoxydul     .    .    5.9 


22.0%  in  Salzs&ure 
loslicbe  Thone. 


76.4°/0  in  Salzsiiure 
loslicbe  Bcstandtbcile. 


98.4 


die       °l    Kl'k   S<)11   V01'z'isiicbe  Dienste   bei  Wasserbauten   leisten    und   wird  in 

weite  Umgebung  von  Teplitz  und  nach  Sacbsen  vorfiibrt. 
Kail        den  Looschei"  Kalkwerken  werclen  jahrlich  bis  800.000  Centner  gebrannten 


erzengt.    Der  Kalk 


Wo   1  — eu<     I'^-i    ixam.    wuu    am    ^muiiu    ail    geioscm,    eaiweuer    „trocKen  , 

Zerff  n       ZuSatZ  von  wenig  Wasser  (10°  Liter  auf  10  Centner  Kalk),  wodurch  das 

1  'cn  ^  Pulver  erzielt  wird,  odor  „nass"  mit  viel  Wasser. 
EWj'T?  ''''Tlitzer  Kalkwerkgesellscbaft   liess   audi   Druck-   und  Zugproben   fiber 

sioUv  i       ^es  Mortels  vornehinen,    deren   Resultate    aus    beigefligter  Tabelle    er- 
"Ult|ich  sind. 


TePlitzer   Kalk 


Druck-Proben  J 


Grosse  Wurfel  . 


Kleine  Wiirfel  . 


Zu8-Proben 


30tagige  Probe 

i  Theil  Kalk  1 1  TheH  Kalk" 
2TheileSand  [  sTheileSand 


90tagige  Probe 

i  Theil  Kalk  j  i  Theil  K.-dk 
STheileSand  8TheileSand 


Kilogramm    per  Q  Centimeter 


6.89 


20.38 


7.32 


10.82 


26.70 


7.75 


29.8 
65.2 
15.2 


18.2 


46.2 


10.5 


Wird  m  f°Igt  die  festeste  Kank'  die  sogenannte  Eisenscbicbte  (16);  diese 
Amnio  °?  ^  Arbeiteni  l"ll),'l';lJI  als  das  Hauptlager  der  grossen  Exemplare  von 
Windier      I  Pei'a"»plus  bezeichnet.    Sie  ist  wenig  machtig  (6—8  cm),   ungemein 

8>  schwer  zu  zerschlagen,  zeigt  die  Spaltfliichen  rostroth. 
ke]Ull01'  "Chliff  liisst  sie    als    die   reiebste  an  Foraminiferen   er- 
eni    denn  derselbe  zeigt  fast  gar  nicbts  anderes  als  kleine  Textillarien  und 


20 


i  IKjnMi 


V  '-« 


Fig.  0.    Schliff  der  Eisen- 
schichte   Nro.   16.  des  Settenzer 

Profit.   Vergr.  60mal. 
Hi,'   graue  Masse  bei  starkerer 
Vergriisserung  aus  lautcr  Globi 
gerinen  u.  Textillaricn  bestehend. 


Globigerinen,   die  gewiss  90°/0  der   ganzen  Masse  betragen  (Fig.  6.).    Grossere 
Foraminiferen  sind  selten,  alter  auffallend  sind  hellgrune  (Glauconit?)  Korner. 

Unter  der  Eisenschicht  liegt  die  I  m  starke  Lag« 
welche  „Back6fen"  (17)  genannt  wird.  Sio  ist  grau 
mid  gclblichweiss  schackig  und  in  derselben  konstaj 
tirte  ich  das  Vorkoramen  der  grossen  Wirbol  von  Oxy- 
rhina  Mantelli. 

Am  Schliff  zeigen  sicb  |  der  Masse  aus  Fora- 
m  in  Keren,  hie  und  da  Reste  gnisserer  Petrefacten  und 
zahlreiche  Spongiennadeln.  Die  Kammcrn  der  Fora- 
niiniferen  sind  meist  rein. 

Die  unter  den  Backofen  liegende  Schichte  zeis 
eine  senkrechte  Zerklttftung  in  unregelmassige  Siiul- 
chen,  wesshalb  sie  „Kli>tzelschicht"  (18)  genannt 
wird.  Das  Gestoin  ist  compactor  als  die  hflher  lifl 
genden  mehr  kreidigen  Kalke,  die  Spaltccken  scharf. 
Das  G  ostein  klingt  unter  dem  Hammer. 

Grossere  Petrefacten  konnte  ich  nicht  darin  findon* 
Der  Scldiff  besteht  etwa  zur  Ilalfte  aus  kleinen  Fori 
miniforcn  und  doron  Triimmer;  grosse  Globigerin6| 
sind  sparsam  eingestreut. 

Die  Ursache  der  Saulchenbildung  mat;  die  seii 
dass  diese  Schichte  auf  barter  Unterlage  liegt  COT 
die  ganze  Wucht  der  hoheren  Schichteu  zu  tragen  hfl$ 
Von  besonderem  Interesse  ist  die  letzte  dor  fostcD 
Kalkbiinko,  welche  Grundschicht  gonannt  wird  f  L9| 
Man  ist  iiberrascht  (lurch  dio  H&ufigkeit  der  Tore- 
bratulina  gracilis  und  wird  unwillkiihrlich  zur  Paralle- 
lisirung  der  Grundschicht  mit  den  Koschtitzer  riatton  geflihrt.  Audi  sind  dariD 
die  Ostracodcn,  Bairdia  subdeltoidea  und  depressa  auffallend  haufig.  Von  grosses 
Foraminiferen,  Cristellaria  rotulata  und  Frondicularia  angusta. 

Das  Gestein  ist  gleichmiissig  weissgrau  compact  (erinnert  an  den  lithograph! 
schen  Stein),  hat  fast  muschligen  Bruch  mit  scharfen  Kanten. 

Der  Schliff  zeigt  sich  als  zur  .Ilalfte  a,us  Textillarien  und  Globigerinen  n"1' 
reinen  Kammern  bestehend. 

Das  Liegende  der  schwer  zug&nglichen  Grundschicht  soil  grauer  Letten  (2i 
sein,  der  auf  sandigcn  Schichteu  liegt.  (Die  Sicherstellung  des  Liegenden  der  Tepli' 
tzer  Schichten  bei  Settenz  durch  Abtaufung  eines  kleinen  Schachtes  ware  im  InteresS6 
der  Wissenschalt  sehr  wiinschenswcrth.) 

In  einem  der  weitcr  westlich  gelegcnen  Steinbriiche  bei  TiOosch  liegt  tibi 
den  im  Pickhardt's  Steinbruch  geschilderten  Schichten  noch  cine  an  2  m  miichtigfi 
Lage  von  lettigem  Pliinermergel,  welche  wahrscheinlich  schon  den  Priesener  Schick 
ten  angchort. 

Die  Schlemmung  zeigt  zwar  audi  viol  Textillarien  und  Globigerinen,  abf 
hat  im  Ganzen  doch  cinen  von  den  Schloinnumgen  der  tieferen  Teplitzer  Schichte!1 


I 


Fig.  7.    Schliff  der  Grundschicht 
Nro.  19.  des  Settenzer  Profils. 

Vergr.  50mal. 


21 


abweichenden  Charakter,   indem  mehrere  Gattungen  auflreten,  die  wahrscheinlich 

scnon  als  fur  die  Priesener  Schichten  bezeichnend  sicli  lierausstellen  werden. 

Ein  ganz  anderes  Aussehen  hat  das  Hangende  der  Teplitzer  Scliichten  in  der 


ung  zwischen  dem  Sandberg  und  dein  Schlossberg,    ostlich  von  Teplitz.    An 


Nieder 

( (>|u  Bogenannten  „Weissen  Weg"  zieht  sich  eine  Schlucht,  in  welcher  man  von 

n'iten  aufsteigend  zuerst  Scliichten  mit  Terebratula  semiglobosa  antrifft,  dann  hohere 

mit  Micraster  breviporus;   weiter  sind   blattrige  Lagen  mit  Achilleum  rugosum 
ltva,    Dentalium,    dann  graue  Kalke  mit  Terebratulina  chrysalis,   womit  meiner 

Ansicht  nach,  hier  die  Teplitzer  Schichten  abschliessen. 

Die  nun  folgenden  weissen  klingenden  an  Inoceramen   reichen  Plattcnkalke, 
©trachte  ich  als  die  uutersten  (hier  trocken  liegenden)  Lagen  der  Priesener  Schichten. 

(  '  tend  hier  ein Fragment  einer  Scheere  des  interessanten  Krebses  Stenocheles*), 
olclier  im  gleichen  Niveau  auch  in  den  weissen  Inoceramenkalken  bei  Repin  auf- 

gefunden  wurde. 

Der  allgemeine  palaeontologische  Charakter  der  Teplitzer  Schichten  in  der 
Wgebung  ,von  Teplitz  ist  aus  nachstehendem  Verzeichniss  zu  ersehen,  das  ich 
er  ohne  Angabe  des  speciellen  Fundortes  der  einzelnen  Arten  gebe. 

Ich  thue  das  desshalb,  weil  bei  den  wenigsten  Stucken  der  genaue  Fundort 
u  ler  festzustellen  war  und  weil  es  dem  Palaeontologen  fur  die  Beurtheilung  eines 
saaunenhangenden  Schichtenkomplexes  gleichgiltig  sein  kann,  ob  der  oder  jener 
einbruch  zm-  Catastralgemeinde  Loosch  oder  Hundorf  gerechnet  wird. 


verzeichniss  der  in  der  Umgebung  von  Teplitz,  namentlich  bei 
Settenz,  Hundorf  und  Loosch  gefundenen  Petrefacten. 


Plesiosaurus  sp.?  Zehenglieder. 
Otodus  appendiculatus,  Ag. 
Oxyrhina  Mantelli,  Ag. 
Lamna  subulata,  Ag. 
Corax  heterodon,  Reuss. 
Ptychodus  latissimus,  Ag. 
■Ptychodus  mammillaris,  Reuss. 
Pycnodus  scrobiculatus,  Reuss. 
Pycnodus  cretaceus,  Ag. 
Hypsodon  Lewesiensis,  Ag. 
Cladocyclus  Strehlensis,  Gein. 
Enchodus  Halocyon,  Ag. 
Osmeroides  Lewesiensis,  Ag. 
,!('i'.yx  ornatus,  Ag. 
Lepidenteron  longissimum,  Fr. 
Nautilus  sublaevigatus,  D'Orb. 
Nautilus  rugatus,  Fr.  et  Seal. 
Nautilus  galea,  Fr.  et  Schl. 


Ammonites  peramplus,  Mant. 
Ammonites  Austeni,  Sharpe. 
Helicoceras  polyplocus,  D'Orb. 
Scaphites  Geinitzii,  D'Orb. 
Baculites  (undulatus),  Fr. 
Aptychus  complanatus,  Gein. 
Turritella  multistriata,  Reuss. 
Pleurotomaria  linearis,  Mant. 
Pleurotomaria  perspectiva,  Mant. 
Turbo  decemcostatus,  Reuss. 
Turbo  Steilai,  Gein. 
Trochus  amatus,  Gein. 
Etostellaria  Burmeisteri,  Gein. 
Mitra  Roemeri,  D'Orb. 
Acteon  ovum,  Duj. 
Isocardia  cretacea,  Goldf. 
[socardia  turgida,  Reuss. 
Cardium  deforme,  Gein. 


)  CrustaoeeD  der  bohm.  Kreideformation,  pag.  40. 


22 

Cardium  alutaceum,  Miinster. 

Ostrea  semiplana,  Sow. 

Gardita  parvula,  Miinster. 

Crania  barbata,  v.  Hag. 

Cardita  modiolus,  Nilss. 

Terebratula  semiglobosa,  Sow. 

Cardita  tenuicosta,  Sow. 

Terebratulina  gracilis,  Schl. 

Mutiella  Ringmerensis,  Gein. 

Terebratulina  chrysalis,  Schl. 

Eriphyla  lenticularis,  Goldf. 

Rhynchonella  plicatilis,  Sow. 

Nucula  semilunaris,  v.  Buch. 

Bippothoa  desiderata,  Nov. 

Nucula  pectinata,  Sow. 

Membranipora  confluens,  Reuss. 

Area  subglabra,  D'Orb. 

Membranipora  clliptica,  v.  Hag. 

Area  Geinitzii,  Reuss. 

Berenicea  confluens,  R6m.  sp. 

Mytilus  Cottac,  Rom. 

Lepralia  pediculus,  Reuss. 

Teredo,  sp. 

Enoploclythia  Leachii,  Reuss. 

Gastrochaena  amphisbaona,  Gein. 

Bairdia  subdeltoidea,  v.  Miinst. 

Panopaea  gurgitis,  Brongn. 

Bairdia  depressa,  Kf. 

Venus  ovalis,  Sow. 

Pollicipes  glaber,  Rom. 

Venus  Goldfussi,  Gein. 

Serpula  biplicata,  Reuss. 

Venus  parva,  Sow. 

Serpula  depressa,  v.  Miinst. 

Corbula  caudata,  Nilss. 

Serpula  gordialis,  v.  Schl. 

Perna,  sp.  ? 

Serpula  pustulosa,  Gein. 

Inoccramus  Brongniarti,  Park. 

Serpula  rotula,  Goldf. 

Inoeeramus  Cuvieri,  Sow. 

Cidaris  subvcsiculosa,  D'Orb. 

Inoceramus  latus,  Mant. 

Pliymosoma  radiatum,  Schl. 

Inoeeramus  Cripsii,  Mant. 

Micraster  cor  testudinarium,  Goldf. 

f                                                  Lima  Sowerbyi,  Gein. 

Micraster  breviporus,  Ag. 

Lima  dichotoma,  Reuss. 

Holaster  planus,  Mant. 

Lima  Hoped,  Mant. 

Craticularia  subseriata,  Rom.  sp. 

Lima  elongata,  Sow. 

Ventriculites  angustatus,  Rom. 

Lima  (cf.  aspera.) 

Ventriculites  radiatus,  Mant. 

Pecten  serratus,  Nilss. 

Ventriculites  Zippei,  Reuss.  sp. 

Pecten  cretosus,  Defr. 

Ventriculites  cribrosus,  Phill.  sp. 

Pecten  Dujardinii,  Romor. 

Plocoscyphia  labyrintbica,  Reuss. 

Vola  quiquecostata,  Sow. 

Plocoscypliia  pertusa,  Gein. 

Spondylus  spinosus,  Sow. 

Rhizopoterion  cervicorne,  Goldf.  sp. 

Spondylus  latus,  Rom. 

Phymatella  elongata,  Reuss.  sp. 

Plicatula  inflata,  Sow. 

Cliona  Conybeari,  Brongn. 

Exogyra  lateralis,  Reuss. 

Amorphospongia  globosa  v.  Hag.,  sp- 

Ostrea  hippopodium,  Nilss. 

Achilleum  rugosum,  Reuss.  var.  ellipticf 

Von  Foraminiferen  filhre  ich  nur 

eine  Anzabl  der  grdsseren  haufigeren  Forme11 

an.     Die  kleineren  miissen  erst  monographisch  bearbeitet  werden. 

Nodosaria,  Zippoi,  Reuss. 

Textillaria  grosse  und  kleinc  Arten  11J 

Frondicularia  angusta,  Nilss. 

den  Schlemmungen  und  Schliffen. 

Flabellina  clliptica,  Nilss. 

Globigerina  marginata  etc.  etc. 

Cristellaria 

rotulata,  D'Orb. 

23 


2.    Umgebung  von  Osseg,  Judendorf,  Rosenthal  nnd  Mariaschein. 

Am  Fusse  des  Erzgebirges  trifft  man  die  Teplitzer  Schichton  in  gehobener 
Jiage  als  den  nordlichen  Rand  dcr  Mulde  an,  deren  siidliclien  Rand  wir  bei  Teplitz 
sennen  gelernt  haben  und  deren  Centrum  von  der  Braunkohlenformation  ausge- 
flUlt  ist. 

Die  einzelnen  Lagcn  sind  bier  mebr  kalkig,  die  mergligen  Zwischenmittel 
schwacher.  Die  meisten  Steinbrtiche,  in  denen  sie  entblosst  sind,  wurden  bereits  ver- 
assen,  weil  die  Gewinmmg  des  Kalksteins  hier  wegen  viol  Abraum  schwieriger  und 
Jostspieliger  ist,  als  bei  Teplitz.  Der  palaeontologisebe  Cbarakter  ist  ganz  derselbe 
wie  bei  Teplitz,  aber  ich  fand  keine  giinstige  Gelegenheit  ein  Lihnliches  Profil  auf- 
'"'■'"aen  zu  kiinnen  wie  bei  Settenz. 

Ein  Kalkbruch  war   vor  einigen  Jaliren  bei  Osscg   geoffihet  am   Fusse  des 

erSes  „Strobnitz"  und  ich  fand  in  der  Sammlung  des   Stiftes  zu  Osseg  eine 
rp     ,   Vou  dort  stammenden  Arten,   die  mit  den  gewohnlichen  Vorkommnissen  der 

ePbtzer  Kalkbruche  iibereinstimmen. 

erzeichniss  der  im  Kalkwerke  am  Fusse  der  Strobnitz  bei  Osseg 
au*gefundenen  Arten.  Nach  der  im  Stifte  daselbst  aufbewahrten 

Sammlung. 

Oxyrhina  Mantelli,  Ag. 


Oxyrhina  angustidens,  Reuss. 
Otodus  semiplicatus?  v.  Miinst. 
Corax  heterodon,  Reuss. 
Nautilus  sublaevigatus,  D'Orb. 
Helicoceras  Reussianum,  D'Orb. 
Mitra  Roemeri  D'Orb. 
Heurotomaria  linearis,  Mant. 
Cardita  tenuicosta,  Sow. 
Eriphyla  lenticularis,  Goldf. 


Venus  sp. 
Inoceramus  Brongniarti,  Park. 
Inoceramus  Cripsii?  Mant. 
Lima  Hoperi,  Mant. 
Spondylus  spinosus,  Sow. 
Exogyra  lateralis,  Reuss. 
Plocoscyphia  labyrintbica,  Reuss. 
Pleurostoma  bohemicum,  Zitt. 
Ventriculites  sp.  n.? 


Wiederholt  in  verscbiedenen  Jahren  besuchte  ich  die  Reihc  von  Steinbruchen, 
Welche  in  der  Linie  Judendorf-Rosenthal-Graupen  und  Mariaschein  zu  treffcn  ist, 
sammelte  auf  den  Halden  und  kaufte  von  den  Arbeitern,   und  revidirte  die  Samm- 

Utl8'ou  in  dor  Scliule  sowie  im  Kloster  zu  Mariaschein,  worauf  icb  das  Vorkommen 

011  lachfolgenden  Arten  sicherstellte : 

"erzeichniss  der  in  den   Teplitzer  Schichten  bei  Mariaschein  und 
Rosenthal  aufgefundenen  Arten. 


Corax  heterodon. 
Oxyrhina  angustidens? 
Ammonites  peramplus. 
Ammonites  Austeni. 
Nautilus  sublaevigatus. 


Helicoceras  polyplocus. 
Helicoceras  Reussianum. 
Scaphites  Geinitzii. 
Pleurotomaria  linearis. 
Turbo  decemcostatus. 


24 


Aporrhais  megaloptera. 
Mitra  Roemeri. 

Acteon  ovum. 
Dentalium  cidaris. 
Cardium  dcforme. 
Mutiella  Ringmerensis. 
Tollina  concentrica. 
Venus  Goldfussi. 
Area  Geinitzii. 
Gastrochaena  amphisbaena. 
Inoceramus  I  Irongniarti. 
Inoceramus  Cuvieri. 
Lima  Hoped. 
Spondylus  spinosus. 
Spondylus  latus. 


Pecten  serratus. 
Ostrea  Mppopodium, 
Exogyra  lateralis. 
Terebratula  semiglobosa. 
Terebratulina  gracilis. 
Terebratulina  chrysalis. 
Rhynchonella  plicatilis. 
Holaster  planus. 
Micraster  cf.  cor  anquinum. 
Micraster  breviporus. 
Ventriculites  angustatus. 
Ventriculites  cribrosus. 
Coeloptycliium  Frifiii. 
Enoploclythia  Leachi. 


Unter  den  vor  Jahren  oingesammelten  Handstiicken  lassen  sich  die  typischen 
Formen  des  Settenzcr  Profils  wiedererkennen,  namentlich  die  an  Chondriten  reicbe 
Scliicht  8.,  die  Starkschicht  15.  und  die  Grundschicht  19. 


3.    Umgelmng  von  Kilin. 

In  der  durch  die  Arbciten  von  Reuss  klassisch  gewordenen  TJmgebung  vol) 
Bilin  sind  es  namentlich  drei  Localitiiten,  welchc  uns  als  zu  den  Teplitzer  Schichten 
gchorig  beschaftigen  werden. 

Vor  allem  ist  es  der  Sauerbrunnberg  bei  Bilin,  welcher  Reuss  so  viol  lieferte, 
aber  gegenwartig  (lurch  Waldkultur  dem  Palaeontologcn  unzugiinglich  wurde.  Ein 
etwas  bedenklicher  'Besuch  der  Localit&t  tiberzeugte  mich,  dass  hier  der  tiefste 
Horizont  der  Teplitzer  Schichten,  von  Alter  <\r.\-  Planermergel  von  Kystra  und  dem- 
jenigen  dor  Kosclititzer  Platten  ansteht.  Dafiir  spriclit  auch  das  nach  Reuss  zu- 
sammengestellte  Verzeiclmiss  der  Petrefacten,  unter  denen  die  Tercbratulina-  gra- 
cilis die  haufigste  Erscheinune  ist. 


Nucula  semilunaris. 
Pecten  curvatus. 
(Pecten  subaratus). 
Spondylus  latus. 
Ostrea  semiplana. 


Terebratulina  gracilis. 
Pollicipcs  conicus. 
Serpula  granulata. 
Autedon  Fischeri. 
Cystispongia  verrucosa. 
Aniorphospongia  globosa. 


Die  hoheren  Lagen  der  Teplitzer  Schichten  findet  man  in  der  Fortsetzung  de* 
den  Sauerbrunnberg  bildenden  Berglehne  beim  sog.  Ganghof,  hier  siud  tiefe  Wasser- 
risse,  auf  deren  abgeregneten  Elachen  icb  eine  Reihe  von  Arten  aurloste,  welche 
den  mittleren  Horizont  der  Teplitzer  Schichten  bezeichnen. 


25 

Ich  fand  daselbst: 

Inoceramus  Brongniarti.  Plocoscyphia  labyrinthica. 

Terebratula  semiglobosa.  Amphithelion  tenue. 

Cidaris  subvesiculosa.  Rhizopoterion  cervicorne. 

Trochosmilia  laxa.  Chonella  sp. 

Die  dritte  Localitat  in  dor  Nahe  Bilins  ist  der  Kutschliner  Berg,  den 
Rouss  vielfach  als  Fundort  von  Petrefacten  aus  den  Teplitzer  Scbichten  anfuhrt. 
Dieselben  starnniten  meist  aus  den  daselbst  geoffneten  Steinbriichen,  die  den  sog. 
Korper  (Nro.  15  des  Settenzer  Profils)  ausbeuten. 

Icb  glaube  bier  die  Hauptglieder  der  Teplitzer  Schicbtcn  wiedererkannt  zu 
haben  und  gebc  ein  scb.ematiscb.es  Orientationsscbema  zum  Verstandniss  dicser 
interessanten  Localitat.  (Fig.  8.) 


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Fig.  8.    Schema  der  Schichtenfolge  am  Trippelberge  bei  Kutschlin. 

•  gneiss.    2.  Cenomanes,  Rudistenkonglomerat.    Selten  zugangliche    Efluftausfullung  im   Gneiss. 

«•  -Leplitzer  Scbichten,  unterer  KoscMtzer  Horizont  mit  kleinen  Terebratulina  gracilis.  4.  Teplitzer 

°cuchten  mittlerer  Borizont  mit  Terebratula  semiglobosa  (etwa  Nro.  15.  des  Profils  von  Settenz). 

''•  ''Jattenpliiner  mit  Inoccramen.    C.  Tertiaerschichten   mit  Blattabdrticken  und  selteneren  Fisch- 

resten.     7.  Trippel.  Diatomacecnschichten  mil  lii'uiligen  Fischen. 

Die  Basis  des  Berges  besteht  aus  Gneiss  (1),  in  dessen  Kliiften  seinerzeit 
Reuss  das  Hippuritenkonglomerat  (2)  mit  Petrefacten  der  Korytzaner  cenomanen 
"chichten  aufgefunden  hat.  Dasselbe  ist  selten  zuganglich. 

Direkt  dariiber  liegen  merglige  Schichten  mit  zablreicben  kleinen  Tcrebra- 
™iina  gracilis  (3)  und  glaube  icb,  dass  dieselben  den  Pliincrmergeln  von  Kystra 
llIid  den  Koschtitzer  Plattcn  im  Alter  gleichkommen.  Dann  folgen  machtigere  Kalk- 
Oanke  (4),  welche  im  Steinbruche  zeitweise  abgebaut  werden  und  die  typiscben 
"srsteinerungen  Pleurotomaria  linearis,  Spondylus  spinosus  etc.  liefern. 

Die  hoheren  Lagen  der  Schichte  (4)  sind  mebr  kalkarm,  diirften  dem  Rhyn- 
cnoncllen]iorizont  cntsprecben  und  gebeu  nacli  oben  in  klingende  Inoceramenpltoer 
(5),  fiber,  die  wir  als  Liegendes  der  Priesener  Scbichten  auffassen.  Darauf  liegen 
('u>  Diatomacaeen  Schiefer  (6)  der  Tertiiirformation  mit  zablreicben  Blattabdrtlcken 


26 


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und  den  Schluss  dor  Schichtenfolge  bildet 
dor  sogen.  Trippel  (7)  mit  zahlreichen  Msch- 
abdriicken  und  Insektenrcsten. 

Die  genaue  Durchftihrung  dor  ange- 
deuteten  Gliederung  der  Schichtenfolge  der 
Teplitzer  Schichten  am  Kutschliner  lierge 
durfte  fur  einen  in  der  Nahe  wohnenden 
Palaeontologen  eine  lohnende  Aufgabe  sein. 

Stidlich  bei  Bilin  wurde  in  neuerer  Zeit 
auch  ein  Kalkbruch  geoffnet,  der  aber  die 
Teplitzer  Schichten  nocli  wenig  entblosste, 
um    dort   ein   eingehenderes  Studium  zu  er- 


moglichen. 


4.    Umgebung  von  Laun. 

An  den  Egerufern  oberhalb  und  unter- 
halb  Laun  fin  den  wir  die  Teplitzer  Schichten 
an  vielen  Orten  dera  genaueren  Studium  zu- 
giinglich  und  in  manchen  Beziehungen  cr- 
halten  wier  hier  einen  besscren  Einblick  in 
ihre  Lagerung  und  in  die  Vertheilung  der 
Petrefacten  als  in  der  Teplitzer  Gegend. 

Sic  [iegen  in  der  Niederung  dor  Eger 
und  fallen  massig  gegefl  Norden,  gegen  das 
eruptive  Mittelgebirge  ein,  wobei  ihre  Schich- 
ten, namentlich  die  kalkigen  Lagen  immer 
machtigcr  wcrden.  (Vergl.  Profil  Fig.  9.) 

Schreiten  wir  von  dem  Hochplateau  bei 
Perutz  „I5ytiny"  (-B),  welches  auf  permischer 
Unterlage  die  Pcrutzer,  Korycaner  und  Weis- 
senberger  Schichten  triigt,  herab,  so  treffen 
wir  bei  Slavetin  (S)  noch  eine  Scholle  von 
Weissenberger  Pliinern  und  dann  bei  der  Pod- 
hrazmuhlc  auf  den  Mallnitzer  Griinsanden  ( I.) 
und  dor  Launer  Knollenschicht  (2)  die  tiefsten 
Lagen  der  Teplitzer  Schichten  (3—4),  writer 
hin  gegen  den  Egerfiuss  kommen  die  mittlcren 
Teplitzer  Schichten  darauf  zu  liegen  (5 — 6) 
und  bilden  den  oberen  Theil  der  Berglehne 
bei  Kystra  (A). 

Am  Egerufer  selbst  bei  Koschtitz  (As) 
trifft  man  die  tieferen  Lagen  (4)  nur  bei 
niedrigem  Wasserstand  entblosst  und  zugang- 
lich   und    die  Uferlehue    wird  hauptsachlicb 


27 

von  den  Ammoniten  (5)  und  Rhynchonellcnschichten  gebildet.  (Von  der  Podhraz- 
miihle  angefangen  werden  in  dor  Gegend  gegen  Koschtitz  hin  die  Teplitzer  Schichten 
von  Pyropconglomeraten  bedeckt.) 

In  der  Richtung  gegen  den  Weinberg  bei  Wunitz  (7)  werden  die  Teplitzer 
Schichten  von  vielen  abwechselnd  grauen  und  braunlichen  Lagen  der  Priesener 
Schichten  bedeckt  (7),  welche  am  Gipfel  des  genannten  Berges  cine  festere  kalkige 
Hattenschicht  bilden  (8). 

Dieses  quer  durch  das  Egcrthal  gefiihrte  Profil  kann  so  ziemlich  als  das 
Normale  angeseben  werden  fiir  die  Lagerung  der  Teplitzer  Scliichten  von  Malnic 
fiber  Lauu  und  Koschtitz  bis  liber  Libochovic  gegen  Brozan  bin. 

Ich  schreite  nun  zur  Scbilderung  von  einigen  Localitaten  westlich  von  Laun, 
welche  aber  nicht  so  belehrend  sind,  als  die  zwischen  Laun  und  Libochovic  gcle- 
genen,  die  weiter  unten  beschrieben  werden  sollen. 

Rcclites  Egerufer  von  Malnitz  bis  Laun. 

Lie  von  Rcuss  erwiihnten  und  als  arm  an  Petrefacten  bezeiclmeten  kleinen 
Ablagerungen  bei  der  Hasina  Mlihle  (siidlich  von  Malnitz)  und  bei  Malnitz*)  ge- 
,1(")1'('11  'loin  unteren  Niveau  der  Teplitzer  Schichten  an,  bieten  aber  wegen  ungenii- 
gendem  Aufschlusse  wenig  Gelcgenheit  zu  einem  eingehenderen  Studium,  wie  wir 
es  anstreben. 

Eine  viel  bessere  Localitiit  zTim  Studium  der  tieferen  Lagen  der  Teplitzer 
Schichten  ist  eine  Anbohe  oberhalb  der  Malnitzer  Griinsandsteinbriiche ,  welche 
anf  der  iiltoren  Generalstabskarte  als  „Lehmb  ruche",  auf  der  neuesten  als 
Weisser  Berg  bezeiclmet  ist. 

Ueber  die  Lagen,  welche  unmittelbar  auf  dem  Griinsand  (2)  liegen,  fiihrt  ein 
WeS  und  sind  dieselben  auch  durch  den  Schutt  der  hohercn  Lagen  verdeckt  und 
daher  schwer  zuganglich. 

Sie  sind  ein  fein  glauconitischer  grauer  Planer,  welcher  ziemlich  viel  Petre- 
facten enthalt : 


Lamna  sp. 
Coprolith. 
Lepidenteron. 
Lima  Hoped. 


Pecten  Nilssoni. 
Spondylus  spinosus. 
Ostrea  hippopodium. 
Ostrca  semiplana. 
Terebratulina  gracilis. 


Nun  I'olgt  ein  selir  feiner  bliiulicher  Mergel  mit  rostiger  Oberflache  (4),  welcher 
fast  gar  keine  grosseren  Petrefacten  enthiilt. 

Lie  Schlemmung  zeigt  sehr  viele  Foraminiferen,  unter  denen  ausser  Texti- 
farien  auch  verschiedene  Arten  von  Nodosarien  und  anderc  Gattungen  vorkommen. 
Das  hellgriine  Mineral  tritt  bier  ebenfalls  auf. 


')  Weissenberger  Schichtoii  Seite  6C>,  Profl]  Nro.  14. 


28 

Die  mit  5  bezoichneten  Schichten  sind  das  Bereich  des  Achilleum.  Sic  werden 
diirch  cine  ctwas  festere  Bank  in  einc  obere  und  cine  untere  Halfte  getheilt.  Die 
tnergligen  Schichten  unter  der  festeren  Hank  (5a)  zeichneten  sich  (lurch  ungeniein 
liaufige  Fischreste  (Trtlmmer)  aus  und  enthielten  ausserdem  Area  Bubglabra  und 
gute  Exemplare  von  Frondicularia  angusta. 

Die  festere  Bank  (56)  cnthalt  sclir  zahlroiche  grosse  Achilleum  bisquitiforme 
Fr.,  von  der  wir  auf  ursprttnglicher  Lagerstatte  Exemplare  bis  30  cm  auffanden. 
Auf  der  Unterseite  diescr  Achilleum  sind  fest  angewachsen:  Ostrea  vesicularis, 
Exogyra  lateralis,  Terebratulina  gracilis,  grosse  Nodosarien,  Cristellarien  und  Fron- 
dicularien  sowie  Ostracodenschalen. 


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Fig.  10.    Profil  der  Anhohe  „Lehmbriiche"  zwischen  Laun   und  Malnitz. 
1.  Typischer  Grflnsand  (ftasak),  der  in  den  unter  der  Anhohe  gelegenen  Steinbrttchen  ausrebeutet 
trird.    2   Glaucointisclier  I'liuier  mil,  Coprolithen  und  Austern.    8.  Graue  Mergelschichte  fein  elan 
conitisch.    4.  Sehrfemer  brftunlicher  Merge]  mit  rostiger  Oberlliiche.  ivti-efuotenie,..-.    r,  Sdiid.tr,. 
iiut  Acmlleum.    55.  Die  eigenthche  Lage  dor  grossen  Achilleum.  6.  Weisse  men-line  Scbic.lite  mil, 
Frondicularia  angusta  und  kleinen  Austern,    7.  und  8.  Petrefaotenarme  Schichten;  welche  an  die 

i  laculitenthone  erinnern. 

Die  dariiber  folgenden  Merge!  (5c)  enthielten:  Fischschuppen,  Mutiella  Eing- 
merensis,  Exogyra  lateralis,  Ostrea  semiplana  (mit  aufgewachsener  Membranipora 
depressa  Hag.),  Terebratulina,  gracilis  hiiufig,  Terebratulina  chrysalis,  Pleurostoma 
bohemicum  und  Achilleum  rugosum. 

Die  Schleinmung  der  Schichte  5  zeigte  J  Spongiennadeln  und  Echiniten- 
stacheln,  dann  grosse  Foraminiferen  der  Gattungen  Cristellaria,  Globigcrina,  be- 
dorntc  Ostracodenschalen  und  das  griine  Mineral, 

Ueber  der  Achilleum-Schichte  folgen  weisse  Mergel  (6),  dcren  Schleinmung 
sich  als  reich  an  glatten  und  dornigen  Ostracodenschalen  und  rauhen  Kalknadeln 
erweist;  von  Foraminiferen  sind  wenige  vorhanden,  aber  die  meist  grossen  Exemplare 
gehoren  sehr  verschiedenen  Gattungen  an.  Dann  folgt  cine  graue  und  eine  gelblich- 
weisse  (7,  8)  Lage  von  Mergeln,  welche  sehr  arm  an  grossercn  Petrefacten  sind, 
deren  Schlemmung  aber  cine  imgeheuere  Masse  von  kleinen  Foraminiferen  lieferte. 


29 

Obgleich  sie  dem  Aussehen  nach  schon  sehr  den  Baculitenthonen  dor  Priesener 
Schichten  ahnlich  sehen,  durften  sie  doch  noch  zum  unteren  Niveau  dor  Teplitzer 
Schichten  gehoren  und  im  Alter  den  Koschtitzer  Flatten  nahe  kommen. 

In  Laun  selbst  fand  ich  im  Jahre  1870  an  dem  steilen  Egerufer,  wo  jetzt 
die  Zuckerfabrik  stelit,  auch  die  unteren  Lagen  dor  Teplitzer  Schichten  zuganglich 
(Vergl.  Weissenb.  Sch.  p.  61.  Fig.  16.),  land  daselbst  auch  das  grosse  Achilleum 
bisquitiforme,  dann  die  Tama  divaricata,  welche  wir  spiiter  als  auch  fur  die  tieferen 
Lagen  bezeichnend  erkennen  wcrden.  Diese  Schichten  neigten  sich  in  ostl.  Richtung 
immer  mebr  zum  Flusse  und  waren  weiter  bin  von  dem  Planermergol  von  Alter 
der  Koschtitzer  Schichten  bedeckt. 


linkcs  Egerufer  von  Lencscliitz  bis  laun. 

Oberhalb  dor  Ziegelei  in  Leneschitz  (nordlich  vom  Meierhofe  Neuhof)  linden 
sich  dio  tiofsten  Lagen  dor  Teplitzer  Schichten  durch  Graben  und  Wasserrisse 
°ntblosst.  Sie  liegen  auf  etwas  glauconitischen  Pliinern,  die  ich  noch  als  zu  den 
Malnitzer  Schichten  gehSrig  betracbte.  (Vergl.  Weissenb.  Schichten  p.  50.) 

Es  ist  eine  tiefe  Lage  von  rostfarbigen,  sandigen,  rauh  anzuftthlenden  Pliinern, 
welche  vide  Craticularia  Zitteli  Poc.  entbalt,  dann  folgt  eine  briiunliche  Mergel- 
schicbt  mit  Pleurostoma  bobemicum  und  vielen  grossen  Ostrea  scmiplana.  Die 
Schlemmung  liefert  grosse  Mengen  von  Foraminiferen  der  Gattung  Globigerina 
und  Textillaria  sowio  Spongiennadeln.  Die  nun  folgende  blauliche  Schichte  entbalt 
das  Acbilleum  bisquitiforme  Fr.  und  rugosum  var.  elliptica. 

Die  Reihenfolge  schliesst  hier  mit  weisslichen  Mergeln  ab. 

Im  ganzen  sind  es  hier  dieselben  Schichten  wie  auf  den  Lehmbriichen  am 
rechten  Egerufer  und  ein  intensives  Stadium  beider  Localitaten  wird  deren  Ueber- 
einstimmung  wohl  noch  klarer  hervorbeben. 

Schwieriger  ist  die  Deutung  der  unterhalb  Leneschitz  am  Egerufer  anste- 
henden  dunkelgrauen  plfairigen  Schichten,  die  bloss  vom  Flusse  aus  und  diess  noch 
sehr  schwierig  zuganglich  sind.  Ich  untersuchte  dieselben  an  einer  Localitat  „Mo- 
r*cka  straft"  bei  ausgiebiger  Hilfe  des  Schwimmmeisters  von  Laun  Herrn  Forst. 

Es  lassen  sich  an  den  daselbst  in  einer  Kobe  von  etwas  6  m  anstehenden 
Schichten  drei  Niveau  unterscheiden. 

1.  Am  Flussufer  sind  zu  untcrst  dunkelgraue  Mergel  wahrscheinlich  vom  Alter 
(l°1'  Planermergel  von  Kystra.  Dann  folgen  blassgraue  planrige  Merge]  mit  sehr 
We«ig  Petrefacten  und  mit  schwarzen  Fucoidenstengeln. 

Darauf  liegen  die  dunkleren,  an  Petrefacten  reichen  Schichten  in  der  Miich- 
tigkeit  von  etwa  1  m,  welche  folgende  Arten  lieferten: 


Schuppon  von  Osmeroides. 
Rissoa  Reussi. 
Voluta  elongata,  D'Orb. 
Cerithimn  fasciatum. 


Frondicularia  angusta. 


Dentalium  polygonum. 
Nucula  pectinata. 
Cardita  tenuicosta. 
Rhynchonella  plicatilis. 


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Die  Schlemmung  der  mergligen  Schichten  crgab  eine  grosse  Menge  von  Tex- 
tillaria  und  Globigerinen  von  kleiner  und  grosser  Form,  dann  Planorbulina  ammo- 
noides,  Cristellaria  ovalis,  Nodosaria  etc.  sowie  Ostracoden-Schalen  und  Spongien- 
Nadeln. 

Weiter  stroinabwarts  trcten  die  Teplitzer  Schichten  vis  a  vis  Laun  unterhalb 
des  Dorfes  Dobromefic  auf.  Sie  sind  wenig  aufgeschlossen,  aber  die  zugiinglichen 
gelblichen  Planer  sind  voll  von  kleinen  Petrefacten,  welche  auf  das  Niveau  der 
Koschtitzer  Platten  erinnern. 

Weiter  oben  am  Fusse  des  Berges  Hoblik  sind  auch  an  einer  Stelle  die 
tiefsten  Lagen  der  Teplitzer  Schichten  zugftnglich  und  entsprecben  wahrscheinlich 
den  sog.  Plancrmergeln  von  Kystra  und  den  Koschtitzer  Platten.  Ich  fand  daselbst : 


Cladocyclus  Strehlensis,  Schuppe. 
Osmeroides  Lewesiensis,  Schuppe. 
Cyclolepis  Agassizi,  Schuppe. 
Fischwirbel. 


Terebratulina  gracilis,  sehr  hiiufig. 
Nodosaria  Zippci. 
Frondicularia  angusta. 
Cristellaria  rotulata  etc. 


Am  Fusse  des  siidlichen  Abhanges  des  Rannay-Berges  sind  auch  an  Wasser- 
rissen  und  abgeregneten  Lehnen  Petrefacten  der  Teplitzer  Schichten  zu  finden,  doch 
land  ich  diese  Localitaten  ftir  nicht  genug  gtinstig  zum  eingehendcn  Stadium.  Von 
iilmlichen  Fundorten  bei  Krondorf  (Kftonov)  erhielt  ich  in  neuerer  Zeit  von  Prof. 
Feigel  in  Laun  eine  L'eibe  schoner  Petrefacten  aus  don  Teplitzer  Schichten,  aber 
olme  genauere  Angabe  der  Fundschichte. 

So  gibt  es  noch  am  linken  Egerufer  in  der  Richtung  iiber  Wunitz  und  Brozan 
sehr  viele  Stellen,  wo  die  Teplitzer  Schichten  aufgeschlossen  sind,  aber  die  Auf- 
z&hlung  aller  kann  nicht  Aufgabe  vorliegender  Arbeit  sein,  welche  sich  auf  griind- 
licheres  Studium  gut  aufgeschlossener  und  somit  belehrender  Profile  beschranken 
muss,  welche  den  Charakter  der  in  dieser  Gegend  abgelagerten  Schichten  bezeichnen. 


5.    Umgebung  von  Kystra  und  Koschtitz. 

Behufs  der  Erlangung  der  richtigen  Einsicht  in  don  Bau  und  die  Gliederung 
der  Teplitzer  Schichten  in  der  Umgebung  des  durch  Reuss  Arbeiten  klassisch  ge- 
wordenen  Ortes  Koschtitz,  muss  man  mit  dem  Studium  der  Localitaten  in  der 
Richtung  des  auf  Seite  26  gegebenen  Profils  in  der  Ordnung  Podhrazrniihle,  Kystra, 
Koschtitz  beginnen. 

Ich  war  zuerst  bemiiht  das  Liegende  der  Teplitzer  Schichten  sicher  zu  stellen 
und  untersuchte  die  Schlucht,  welche  sich  von  Veltcz  gegen  die  Niederung  „v  Luhu" 
hinzieht. 

Hier  traf  ich  nur  machtig  aufgeschlossene  Planermergel  von  Kystra  (Nro.  4. 
des  Profils)  mit  sehr  mangel  halt  erhaltenen  Petrefacten,  konnte  aber  deren  Bezie- 
lumg  zu  den  tieferen  Schichten  nicht  eruiren.  Erst  im  Jahre  1882  traf  ich  in  einer 
mehr  ostlich  gelegenen  der  oben  erwahnten  parallelen  Schlucht  bei  der  Podhraz- 
rniihle einen  sehr  gttustigen  Aufschluss,  zu  dessen  Schilderung  ich  nun  tibergehe. 


31 


Profil  bei  der  Podhrazmtthle  nordlich  von  Slavntin. 

Schreitet  man  von  Slavetin,  das  an  der  Strasse  von  Laun  nach  Perutz  gelegen 
ist,  in  nordlicher  Richtung  einein  kleinen  Bache  entlang  gegen  die  Eger  hin,  so 
gelangt  man  zur  PodhrazmuMe.  Am  Bache,  ostlich  von  der  Miihle  steht  der  typi- 
sche  Griinsand  an,  der  bei  Cencic  und  Malnitz  die  tiefste  Lage  der  Malnitzer 
Schichten  bildct  (vergl.  Weissenb.  und  Malnitzer  Schicbten)  und  hier  audi  die 
gewdhnlichen  Petrefacten:  Protocardia  Hillana,  Ammonites  peramplus  etc.  ftlhrt. 
(Profil  Fig.  ll—l.) 

Darauf  folgen  planerige  Scliicbten,  aus  welchen  drei  festere  Petrefacten  fuhrende 
Banke  hervorragen,  die  wohl  den  Launer  Knollcn  entsprecben  diirften.  In  den 
unmittclbar  auf  dem  Griinsande  liegenden  Schichten  fand  ich  folgende  Arten : 


Fischwirbel. 

Pleurotomaria  soriatogranul  ata. 

Lithodomus  spatulatus. 

Modi ola  capitata. 

Inoceramus  Brongniarti. 

Lima  clongata. 

Lima  multicostata. 


Lima  pseudocardium. 
Ostrea  hippopodium. 

Exogyra  lateralis. 
Magas  Geinitzii. 
I  !a  irdia  subdeltoidea. 
Cristellaria  rotulata. 
Flabellina  elliptica. 


Die  erste  feste  Panic  (2)  lieferte: 

Schuppe  von  Osmeroides  lewesiensis.     Eryphila  lenticularis. 
Nautilus  sublaevigatus.  Nucula  pectinata. 

Dentalium?  Gervillia  solenoides. 

Ostrea  hippopodium. 

Die  zweite  festere  Bank  (3)  cntbielt: 
Schuppen  von  Osmeroides. 
Ammonites  Woolgari. 
Scaphites  Geinitzii. 
Turritella  sp. 


Dentalium  glabrum. 
Dentalium  cidaris. 
M 1 1  tiella  Ringmerensis. 
Siliqua  truncata. 


Ostrea  hippopodium. 

Sehr  reicli  an  Petrefacten  envies  sich  die  dritte  feste  unterhalb  des  Fahrweges 
Selegene  Bank  (4)  und  glaube  ich  darin  bereits  ein  Aequivalent  der  Malnitzer 
Av('Uanenschichte  zu  erkennen.     (Vergl.  Weissenb.  Schichten,  pag.  58.) 

Ich  sammelte  daselbst: 


Ammonites  peramplus  jun. 

Turritella  multistriata. 

Turbo  sp. 

Aporrhais  megaloptera. 

Natica  (Roemeri). 

!  A  v  e  11  a  n  a   A  r  c  h  i  a  c  i  a,  n  a. 

Dentalium  cidaris. 

Cardium  pustulosum 

Isocardia  sublunulata  ? 


Crassatella  protracta. 
Astartc  acuta. 
Eryphila  lenticularis. 
Nucula  pectinata. 
Leda  siliqua. 
Pectunculus  lens. 
Modiola  capitata.. 
Tellina  semicostata. 
Venus v 


32 


Avicula  anomala. 
Inoccraraus  Brongniarti. 
Lima  Sowerbyi. 
Lima  septemcostata. 
Lima  tecta. 
Lima,  psoudocardium. 
Lima  elongata. 
Pecten  lacvis. 


Pecten  Nilssoni. 

Pecten  curvatus. 

Pecten  Dujardinii. 

Spondylus  spinosus. 

Ostrea  bippopodiuin. 

Anomia  radiata. 

Rhynchonella  plicatilis  (gallina),  35  mm. 

Pollicipes. 


Bairdia  subdeltoidea. 


Oberhalb  des  Fahrweges  triflt  man  cine  sehr  festc,  etwas  glauconitische  Bank, 
welche  sich  sehr  rauh  anfub.lt  und  am  mikroskopischen  Schliff  sich  als  sehr  reich 
an  Spongiennadeln   envcist.     Icfa   nemu:   dieselbe   die   „scharfe   Schichte"    (5). 


!  i 


Fig.  11.    Profil  bei  tier  Podhrazmiihle  n'drdlich  von  Slavetin  (unweit  Laun), 

1.  Blockigm.'  Gri'msand  d<ir  Malnitzer  Schiohten.  2.  und  8.  Festere  Planers  chichten  vom  Alter 
der  Launer  Knollen.  i.  Petrefactenreiche  Pl&nerschichto  mit  grossen  Uliynchonelleu.  5.  Scharft 
Spongienschichte.  r>.  Festere  Schichte  in  grauen  mergligen  Lagen  mit  Terehratulina  gracilis  Tep- 
litzer  Schichten.  (Orientationsprofil  Fig.  9— 4.)  7.  Br&unliche  plaBtische  Schichten.  8.  Pyropensande. 

'.).  Ackerkrume. 


Dieselbe  enthielt: 
Lepidenteron. 
Crassatella  arcacea. 
Poctunculus  lens. 


Viele  unbestimmbare  Bivalven. 
Spondylus  spinosus. 
Ostrea  scmiplana. 
Scyphia  sp. 

Der  Schliff  zeigte  wenig  Foraminiferen,  unter  denen  Globigerina  sehr  selten 
war,  von  Textillarien  sind  meist  grosse  Formen  und  sehr  wenig  kleine  wahmehmbar. 
Unter  den  Spongiennadeln  erkannte  Herr  Pocta  diejenigen  von  Geodia  communis 
und  Fragmente  von  Hexactinelliden. 


33 

Es  ist  dies  dieselbe  Schichte,  welche  wir  bei  Leneschitz  und  auf  den  Lehm- 
briichen  als  das  Lager  von  Craticularia  vulgata,  Plourostoma  bohemicum,  Achilloum 
I'ugosum  haben  kennen  gelernt. 

Ich  halte  die  „scbarfe  Schichte11  flir  das  unmittelbare  Liegende  der 
Teplitzer  Schichten.  Dariiber  liegen  miirbe  Mergel,  auf  deren  Oberflache  lose 
Exemplare  von  Ostrea  semiplana  und  Achilleum  rugosum  herumliegen  und  in  der 
darauf  liegenden  festeren  Bank  (6)  findet  sich  sehr  haufig  die  Tcrebratulina 
gracilis,  weshalb  ich  diese  flir  eine  Andeutung  der  sog.  Koschtitzer  Flatten  und 
d°i'  »Grundschicht"  des  Profiles  von  Scttenz  (pag.  16)  halte. 

Die  Schlammungen  der  Schichte  (6)  zcigten  im  Ganzen  sparliche  Foramini- 
feren,  unter  denen  Textillaria  globulosa  haufig,  Globigerinen  dagegen  selten  warcn. 
Auch  wurde  darunter  Eosalina  amonoides  constatirt. 

Die  letzte  festere  Bank  (7)  bestcht  aus  plastischcn  Thonen  und  envies  sich 
als  sehr  arm. 

Die  Schlammung  der  Schichte  (7)  zeigte  ein  Fragment  der  fur  die  Koschtitzer 
flatten  bezeichnenden  stachligen  Ostracoden,  von  Foraminifercn  die  Textillaria  glo- 
"Ulosa  in  sehr  klcinen  Exemplaren. 

Leber  den  auf  die  Schichte  (7)  folgenden  Mergel  liegen  bis  2  m  miichtige 
Pyropensando  (8),  [in  denen  wirklich  ein  Pyrop  hier  vor  einigon  Jahrcn  von  Herrn 
Lisec  gefunden  wurde],  dann  Ackerkrume  (9). 

Profil  an  der  Berglelme  von  Kystra. 

G-elangt  man  von  der  Podhrazmiihle  auf  die  Egerniederung  „v  Luhu",  wo 
schone  Wicsen  nacb  Norden  hin  von  dem  Vegetationssaume  des  Egerflusses  ab- 
Segrenzt  werden,  so  sieht  man  zur  rechten  Hand  eine  lange  steile  Berglelme,  die 
Slcl'  bis  zum  Orte  Kystra  hinzieht. 

Dies  ist  eine  fiir  das  Verstandniss  der  Teplitzer  Schichten  sehr  wichtige 
IjOcalitiit,  denn  hier  sind  die  cinzelnen  Schichten  noch  wenig  miichtig  und  liegen 
111  schoner  Reihenfolge  von  den  Malnitzer  angefangen  aufeinander. 

Gleich  am  Umbuge  des  Weges,*)  unterhalb  desselben  gegen  den  Bach  hin, 
stehen  die  an  Petrefacten  reichen  Schichten  an,  die  wir  am  Profile  von  Podhraz 
;i,«  die  hochsten  Malnitzer  mit  4  bezeichnet  haben.  Sie  fallen  steil  am  Bachufer 
•«)  und  enthielten  ausser  mehreren  kleinen  Petrefacten  auch  cinen  grossen  Ainmo- 
nites  peramplus,  der  ganz  mit  zahlreichen  Exemplaren  der  Lima  divaricata  be- 
^achsen  war. 

Die  darauf  folgenden  Schichten  enthaltcn  sehr  viel  verwitterte  Schwefelkies- 
1(nollen  und  Platten  (zum  Theil  an  der  Oberflache  in  Brauneisenstein  und  Gyps 
"mgewandelt).  Auf  den  abgeregneten  Flachen  liegen  viele  Ostrea  semiplana,  und 
das  grosse  A.chilleum  bisquitiforme. 

Jodenfalls  ist  dies  die  „scharfe"  Schichte  Nro.  5  des  Profils  von  Podhraz, 
^ro-  5  des  Profils  der  Lehinbruche. 


*)  Das  Profil  ist  stark  vcikin-zt  und  die  SchioMen  4,  5  melirero  Sohritte  vom  Wege  abwarts. 

3 


34 

Oberhalb  des  Weges  am  Fusse  dor  Berglehne  stchon  die  eigentlichen  „P1  aner- 
m  erg  el  von  Kystra"  von  Reuss  an  (6),  enthalten  Fischschuppen,  Foraminiferen 
und  undeutliche  Bivalven.  Sie  sind  von  dem  Schutte  der  hoher  liegenden  Schichten 
verdeckt  und  in  den  in  sie  einschneidendon  Furchen  liegen  ausgewaschene  Pctre- 
facten,  deren  ursprilngliches  Lager  die  oberhalb  gelagerten  Schichten  8,  9  bildeten. 

In  der  oberen  Halfte  der  Berglehne  trifft  man  Schichten  mit  auffallend  vielen 
Terebratulina  gracilis,  welche  bier  den  Horizont  der  Koschtitzer  Flatten  andeuten  (7). 

Aus  beidcn  diesen  Schichten  riihren  die  Petrefacten  her,  welche  Reuss  als  im 
Pliincrmergel  von  Kystra  vorkommencl  angibt. 


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-v-  J^'jyK'  '  .via.- 


Fig,  12.  Berglehne  bei  Kystra.  (Nummern  anschliessend  an  diejenigon  des  .Prodis  bei  der  Podhraz- 

miihle.  Der  Theil  unter  dem  Wego  stark  verkiirzt.) 

4.  Petrefactenreiche  Avellanenschichte  (Malnitzer  Schichten).  6.  Scharfe  Spongienschichte  mitAchil- 
li'uni  bisauitaorme.  6.  u.  7.  Schichten  mit  Terebratulina  gracilis.  (Planennergel  von  Kystra  Reuss ) 
8.  Feste  Plftnerkalkschichte  mit  riesigen  Ammoniten.  (Planerkalk  von  Kystra,  Reuss.)  9.  Schwachere 
Planerkalkschichte,   auf   welche   weisshche,  mttrbe  Schichten  mit  Micraster  breviporus   folgen. 

io.  Pyropensande.   11.  Ackerkrume. 


Verzeichniss  der  im  Planermergel  von  Kystra  (Profil-Nro.  6.  und  7.) 
vorkommenden  Petrefacten. 


Ptychodus  mammilaris?  Kleiner  Neben- 

zahn. 
Aulolepis  Reussi.  Schuppen. 
Osmeroides  Lewesiensis. 
Fischkiefer  mit  langen  Spitzen-Zahnen, 
Fischwirbel. 

Turritella  Noegeratbiana. 
Natica  vulgaris. 
Aporrhais  stenoptera. 


Rissoa  Reussi. 
Dentalium  sp. 
Cardita  tenuicostata. 
Nucula  semilunaris. 
Nucula  pectinata. 
Avicula  anomala, 
Gervillia  solenoides. 
Pecten  Dujardinii  jun. 
Pecten  Nilssoni. 


35 


Pecten  sqnamula. 

Ostrea  Proteus. 

Ostrea  hippopodium  var.  vesical. 

Exogyra  lateralis, 

Ter  ebratulina  gracilis . 

Pollicipes  glaber. 


Bairdia  subdeltoidea. 
Frondicularia  inversa. 
Frondicularia  angusta. 
Flabellina  elliptic;!. 
Cristellaria  rotulata. 
Baplostiche  sp. 


Abies  minor,  Vel.  Plattnadeln. 

Oberhalb   dieser  grauen  Planormergel  gewalirt  man  schon  von  weitem  eine 

feste  liet'vorragende  Planerkalkschichte  (8),  welche  das  mittlere  Niveau  der  Teplitzer 

Schichten  andeutet  und  der  Eisenschicht  (16)  des  Settenzer  Profits  entsprechen  diirfte. 

Es  ist  dies  der  Hauptsitz   der  riesigen  Exemplare  von  Ammonites  peramplus, 

„eren  Wohnkammern  eine  reiche  Fundgrube  fur  kleinere  Pctrefacten  namentlich  fiir 

CaPhiten  ist.  Diese  Schichte  ist  diejenige,  welche  Prof.  Reuss  als  oberer  Pliinerkalk 

on  Kystra  anfiihrt  und  die  beim  Doric  gleicben  Namens  zuweilen  zum  Kalkbrennen 

oenutzt  wird. 

Ich  fand  in  dieser  Schichte:   Corax   heterodon,   Ammonites  peramplus  grosse 
Xemplare  hiiufig,  Scaphitcs  Geinitzii,  Baculites  sp.,  Cardita  tenuicostata. 

Auf  miirbere  Schichten  folgt  eine   ahnliche   ganz   schwache   feste  Bank  (9), 
worauf  dann  weissliche  plastische  Mergel  folgen,   die  dem  „K6rper"  des  Settenzer 
u,hls  sowie  den  hoheren  Schichten  entsprechen  diirften. 

Micraster  breviporus  ist  hier  blufig  und   niehr   in   den   tieferen   Lagen  zu 
,lon,  wahrend  Micraster  cf.  cor  testudinarium  in  den  hoheren  Lagen  und  zwar 
•     ener  Y01'kommt.    Dann  traf  ich  hier  Terebratula  semiglobosa  und  in  don 
0c<isten  Lagen  die  Rhynchonella  plicatilis. 

Den  Schluss  der  Schiehtenfolge  bilden  die  Pyropensande  (10)  und  die  Acker- 
lfl'ume  (ii). 


"rofli  dei.  gteilen  Berglehne  am  linken  Egerufer  oberhalb  Koschtitz. 

Von  Kystra,  gelangt  man  iiach  A.bschneidung  dor  his  gegen  Patek  hin  reichcn- 
011  Aiishieguno;  der  Eeer,  ttber  Radonitz  und  Wolenitz  an  das  steile  linke  Egerufer 
"voschtitz,  eine  der  bcriihmtesten  und  interessantesten  Localitiiten  im  Eereiche 
aer  Teplitzer  Schichten. 

Lurch  sehr  niedrigen  Wasserstand  des  Flusses  begiinstigt,  konnte  icli  hier 
16  Schiehtenfolge  im  Jahre  1808  genau  untersuchen  und  das  Niveau  der  Kosch- 
ltz01'  Platten  sicherstellen, 

Schon  Reuss  unterschied  hier  einen  unteren  Pliinerkalk*),  niimlich  die  Kosch- 
zer  Tlatten  und  einen  oberen  Pliinerkalk,   die  Schichten  mit  den  grossen  Ammo- 
„  °n  und  mit  Terebratula  semiglobosa,  welche  dem  mittlcron  Niveau  der  Teplitzer 
chichten  entsprechen. 

)  In  den  meisten  andereu  Fallen  bezeichnete  Reuss  mit  dem  Worte  „Unterer  Planerkalk" 


Sohi 


'iclitcn 


von  cenomanem  Alter,  •/,.  B.  die  von  Weisskirchlitz  etc. 


3* 


36 

Ich  fand  nun  die  Schichtenfolge  nachstehend: 

Die  Basis  der  Wand  (bei  hoherem  Wasserstande  unzuganglich)  bilden  grain' 
Planermergel,  welclie  im  Alter  dem  Nro.  6.  des  Profils  von  Kystra  entsprechen  (!)• 
Darauf  folgt  die  merkwtlrdige  Anluufung  von  Petrefacten,  die  an  eine  diinne  etwas 
festere  Mergelschichte  angeschmiegt  sind  und  unter  dem  Naincn  der  Koschtitzei' 
Flatten  (2)  bekannt  sind.  (Ueber  deren  Entstehung  vergleiche  pag.  8.) 

Ausser  Unmassen  von  Foraminiferen  und  Ostracoden  ist  es  von  grosseren  Petre- 
facten nanientlich  die  Terebratulina  gracilis,  die  diesen  Ilorizont  bezeiclmet. 


iuaiBB— iifewfei 


\. 


V-'-Y 


,..,.., 


^vH^5^" 


Fig.  13.    Berglehne  am  linken  Egerufer  bei  Koschtitz.  0.  Egerfluss. 

1.  Fliinermergel  (etwa  der  Nro.  G.  des  Profits  von  Podhraz  entsprecliend).  2.  Lago 
der  Koscbtitzer  Flatten;  ein  Theil  derselben  an  der  Untcrseite  eines  atigesttateii 
Blockes  der  Scbichte  3.  3.  Machtige,  bloss  Fucoiden  fuhrende  Bank.  4.  Planerkalk 
mit  riesigen  Ammonites  peramplus.  Fundort  der  Loricula  pulcbella  var.  gigas. 
5.  Schichten  mit  Terebratula  semiglobosa.  (>.  Kbynchonellen-Sebichten.  7.  Pyropen- 
sand.    8.  Gelber  Ziegellehm.    9.  Ackerkrume. 


Die  Flatten  bleiben  bei  dem  Herabsturzen  der  dariiber  liegenden  miicbtigei1 
Bank  (3),  an  deren  Untcrseite  haften  und  miissen  sorgfaltig  abgeldst,  dann  voi'- 
sichtig  gewaschen  und  getrocknet  werden.  Das  Waschon  muss  in  einem  Gefasse 
gescliehen,  da  der  Etlckstand  einen  wahren  Schatz  fiir  mikroskopische  Untersuchung 
bietet.  —  Das  Vcrzeickniss  der  hier  vorkominenden  Arten  gab  ich  auf  Seite  9i 
abor  dasselbe  durfte  kcinen  Anspruch  auf  absolute  Vollkommenlieit  macbon. 


37 


Ober  den  Platten  liegt  cine  etwa  1  in  liolie  Bank  von  gelblichem  festem 
"lauergestein,  das  nur  dichotomisch  sich  thcilende  Fucoidenstengel  cnthiilt  (3). 

Dartiber  folgen  kalMge,  grosse  flache  Knollen  bildendc  Kalke  (4),  aus  denen 
°ft  riesige  Ammonites  peramplus  hervorragen  oder  tbeilweise  darin  noch  stecken, 
w&hrend  die  von  ihnen  abgebroclienen  Fragments  am  Ufer  herumliegen.  Diese 
Wohnkammern  der  Ammoniten  lieferten  uns  eine  Menge  der  grossen  Exemplare 
V°Q  Scaphites  Geinitzii,  dann  das  Prachtexemplar  von  Loricula  pulchella  var. 
gigas  sowie  Mytilus  Cottae. 

Etwas  hoher  liegende  Banke  (5)  enthalten  vorherrschend  die  Terebratula 
s°raiglobosa  sowie  zahlreiche  Micraster  breviporus,  Spondylus  und  andere  Arten, 
(be  im  BK5rper"  des  Settenzer  Profiles  ihren  Sitz  haben. 

Nach  oben  hin  werden  die  Scbicbten  immer  diinner  und  miirber  und  enthalten 

■Wflallcnd    viele  Rhynchonellen  (6).    Diese  Schichten  sind   weiter   Strom   aufwiirts 

n  mebreren  Orten  auf  abgcregneten  Lebnen  sowie  auf  flachen  Hutweiden  entblosst, 

0  dann  die  Rhynchonellen  in  grosser  Menge  auf  der  Oberfliiche  liegen  untcrmischt 

«  den  Bestandtheilen  der  Pyropensande,  die  audi  an  der  steilen  Wand  des  Kosch- 

itzer  Profils  auf  den  Rhynchonollenschichten  liegen  (7). 

Eine  etwa  2  m  miicbtige  Lage  von  gelbem  Ziegellelim  (8)  und  schwarze  Acker- 
a'ume  (9)  schliessen  hier  die  Reihenfolge. 


Verzeichniss  der  in  Koschtitz  oberhalb  der  Koschtitzer  Platten  (im 

0lgentlichen   oberen  Planerkalke,  Nro.    11—15.  des   Settenzer   Profils)  aufgefun- 

denen  Arten. 


Ptychodus  mammilatus. 
Corax  heterodon. 
Coprolithen. 
Nautilus  rugatus. 
Nautilus  sublaevigatus. 
Ammonites  peramplus. 
Scaphites  Geinitzii. 
Paculites  sp. 
Bolemnitos  Strehlensis. 
Turritella  multistriata. 
Aporrhais  Reussi. 
Cerithium  pseudoclathratum. 
Dontalium  cidaris. 
Acmea  sp. 

Isocardia  sublunulata. 
Cardita  tenuicosta. 
Astarte  acuta. 
Nucula  pectinata. 
Area  Geinitzii. 
Area  undulata, 
Area  striatula. 


Mytilus  Cottae. 

Lima  Sowerbyi. 

Lima  elongata  (selten). 

Lima  Hoperi. 

Lima  granulata. 

Lima  divaricata. 

Pccten  Nilssoni. 

Pecten  curvatus. 

Ostrea   hippopodium  var.   vesicularis. 
(Riesenexemplar  von  8  cm  Breite.  An- 
satzflache  4  cm  und  6  cm.) 

Ostrea  semiplana. 

Exogyra  lateralis. 

Mehrere  nicht  sicher  bestimmbare  Bi- 
valven. 

Terebratula  semiglobosa. 

Terebratulina  gracilis  (selten). 

Terebratulina  chrysalis. 

Loricula  pulchella,  var.  gigas. 

Pollicipes. 

Enoploclythia  ? 


38 


Bairdia  subdeltoidea. 
Micraster  breviporus. 
Micraster  cf.  cor  testudinarium, 
Cidaris  subvesiculosa. 
Ventriculites  radiatus. 


Ventriculites  angustatus. 
Pleurostoma  scyphus. 
Flabellina  elliptica. 
Cristellaria  rotulata. 

Abies. 


6.  Umgebung  von  Libochovic  und  Lobositz. 

Am  rechten  Egerufer  gegentiber  von  Libochovic  liegt  das  Dorf  Popelz  ganz 
auf  Teplitzer  Schichten  und  schon  vor  Jaliron  erhielt  ich  daselbst  vora  Grundbesitzer 
Herrn  Zahalka  ein  riesiges  Exemplar  von  Ammonites  peramplus,  das  gogenwiirtig 
die  geologische  Sammlung  unseres  Museums  ziert.  Ich  fand  mm  bei  einem  spa- 
teren  Besuche  des  Ortes  in  einer  gegen  Osten  hin  gelegenen  Schlucht  ein  beleb- 
rendes  Profil  (Fig.  14.). 


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Fig.  14.   Profil  der  oberen  Halfte  der  Teplitzer  Schichten  am  Bache  bstlich  im  Dorfe 

Popelz  bei  Libochovic. 

l.  Schichte  mit  Scaphiten  und  Micraster.  a.  Festers  petrefactenarme  Schichte. 
:;.  Rhynchonellenschichte.  4.  Eflingende  Schichte  mit  mstrothen  Fucoiden.  r>.  11  arte 
Schichte  mit  breiten  Fucoiden.  6.  Graue  and  braune  Merge]  mit  Fischschuppen. 
7.  Braune  festere  arme  ScHchte.  8.  Feste  runde  Concretionen  ftthrende  Schichte  am 
neuen  Wege  von  Popelz  nach  Osten  hin  gut  zu  beobachten. 

In  einem  Steinbruch  unterhalb  den  Baches  wurde  das  weiterunten  abgcbildctc  ricsige 
Exemplar  des  Am.  peramplus  gefunden. 


Ich  stellte  sicher,  dass  der  grosse  Ammonit  aus  einem  gelegentlich  geoffneteut 
nun  verscliiittcton  Steinbruche  herrtthrt,  welcher  noch  tiefere  Schichten  entblosstei 
als  die  am  Profil  verzeichneten,  Es  waren  dies  jedenfalls  dieselben,  die  wir  affl 
Koschtitzer  Profil  mit  4  bezeichnet  haben.  Somit  wind  die  in  der  Schlucht  ent- 
blossten  den  Nro.  5.  und  6.  entsprechend,  was  sich  auch  aus  der  Vertheilung  def 
Petrefacten  ersiebt. 


39 


An  der  im  Ganzen  aus  grauem  Mergel  bestehenden  schroffen  Schluchtlehne 
lassen  sich  8  festere,  meist  nur  wenige  Centimeter  machtige  Schichten  wahrnehmen, 
die  durch  1—2  Meter  starke  miirbe  Schichten  von  einandcr  getrennt  sind. 

Die  tiefste  (1)  lieferte  Scapbiten  und  Micraster;  die  folgende  (2)  war  leer, 
wiihrend  die  (lurch  ein  Gestriipp  bezeichnete  (3)  sich  als  eine  Rhynchonellenschichto 
erwies  und  Turbo  decemcostatus  enthielt. 

Die  nlichst  hohere  (4)  war  eine  klingende,  mit  rostrothen  Fucoiden  besetzte, 
ai*  Welche  sich  eine  bedeutend  feste  Lage  (5)  mit  breiten  Fucoiden  anschloss. 

Die  nach  oben  folgenden  Schichten  iihneln  schon  bedeutend  den  Priesener 
Baculitenthonen  (6)  sind  graue  und  braune  Mergel  mit  Fischschuppen,  (7)  eine 
festere  petrefactenarme  Schicht. 

Die  8.  Lage  ist  durch  rundc  Concretionen  charakteristisch,  deren  ich  ctwas 
goiter  nach  Osten  hin  an  einem  neu  angelegten  Wege  mehrere  Reihen  bcobachten 
{°nnte,  ohne  abor  in  denselben  deutliche  Petrefacten  aufzufinden. 

Die  Knollenbildung   scheint  bier  eine  ganz  locale  Erscheinung  zu   scin,    die 
c  l  anderwarts  nirgend  so  entwickelt  wicderfand. 

Ohne  genauere  Angabe  der  Fundschicht  besitzen  wir  folgende  im  Jahre  1865 
gesammelte  Arten: 

Corax  heterodon.  Ventriculites  radiatus. 

Cardium  alutaceum.  Ventriculites  angustatus. 

Tellina  concentrica.  Guettardia  trilobata. 

Cardita  tenuicosta.  Tragos  globularis. 

Ventriculites  Zippei.  Leptophragma  fragilis. 

Bevor  wir  diese  Gcgend  verlassen,  mag  noch  erwahnt  wcrden,   dass  auch  in 
en  Pyropensanden,  welche  bei  Dlazkowitz  gewonnen  werden,  Petrefacten  aus   den 
_eplitzer  Schichten  auf  secundiirer  Lagerstatte   vorkommen  und  findet  man  derer 
11  uem  kleinen  Museum  zu  Trebnitz  eine  hiibsche  Sammlung. 

Namentlich  sind  es  Brachiopoden,  Terebratula  somiglobosa,  Rhynchonella  pli- 
Cawlis,  Terebratulina  gracilis  und  chrysalis,  dann  Fragments  grosser  Inoceramen- 
s|;lialen  etc.,   die   dort  zusammen  mit  den  aus  den  jungeren  Priesener  Schichten 
animenden  in  Brauneisen  umgewandelten  kleinen  Petrefacten  vorkommen. 

Dieses  Vorkommen  ist  fur  unser  Studium  der  Teplitzer  Schichten  von  neben- 
8achlicher  Bedeutung. 

Von  grosserem  Interesse  sind  die  in  neuerer  Zeit  aufgeschlossenen  Kalkstein- 
oriiche  bei  Clzkovic  und  Vrbitschan.  *) 

Sclion  im  Jahre  1860,  als  uns  vom  Herrn  Tschinkel  aus  den  Steinbriichen  bei 
el>litz  das  Prachtexemplar von  Ammonites  subtricarinatus  eingesandt wurde, 
6Suchte  ich  die  dort  aufgeschlossenen  Teplitzer  Schichten,   land  aber  sehr  wenige 
andere  Petrefacten. 

f        In  neuerer  Zeit  untersuchte  ich  namentlicb  die  Aufscldusse  bei  Clzkovic  und 

aH  (biss  hier  nur  das  mittlere  und  obere  Niveau  der  Teplitzer  Schichten  zuganglich 

und  keine  glinstige  Gelegenheit  zur  Praccisirung  der  Fundschicht  einzelner  Arten 

rnanden  ist.    Die  in  nachstehendem  Verzeichniss  aufgez&hlten  Arten  sind  tlieils 


)  lleber  dis 


'ublikationen  dea  Prof.  Zahalka  fiber  diese  Gegend  vergl.  welter  unten. 


40 

von  den  Arbeitera  gekauft,  theils  auf  den  Halden  des  Abraumgesteines  aufgelesen 
und  theils  von  mir,  Herrn  Dr.  Pocta  und  Herrn  liukovsky  durch  tagelanges  Klopfen 
aus  dcm  znm  Brennen  aufgeschichteten  Kalkstein  acquirirt,  der  namentlich  deffi 
„K6rper"  sowie  den  Bbynchonellenschichtcn  gehorte. 

Eine  Sache  ist  bier  auffallead,  dass  namlich  die  Terebratulina  gracilis  auch  in 
den  hoheren  Schichten  haufiger  vorzukommen  scheint  als  an  den  bisher  beschriebenen 
Localitiiten. 


Verzeichniss   der  in  den  Kalkbriichen  bei  Ciikovic   aufgefundenen 

Arten.  *) 


Otodus  a,ppendiculatus. 
Oxyrrhina  Mantelli. 
Corax  heterodon. 

*  Pycnodus  complanatus. 
Coprolithes. 

Scbuppen  von  Aulolepis  Reussi. 

Sclmppcn  von  Cladocyclus  Strchlensis. 

Ammonites  peramplus. 

Nautilus  sublaevigatus. 

Scaphites  Geinitzii. 

Baculites  sp. 

Helicoceras  Beussianum. 

Aptychus  radiatus. 

Aptychus  cretaceus. 

*  Natica  vulgaris. 

*  Pleurotomaria  linearis,  Mant. 
Turbo  decemcostatus. 
Trochus  amatus. 

Cerithium  pseudoclatbratum. 
Turritella  sp. 
Actcon  ovum. 

*  Cardium  allutaceum,  Goldf. 
Eripbyla  lenticularis. 
Isocardia  sp. 

Nucula  pectinata. 
Inoceramus  Cuvieri. 
Inoceramus  Brongniarti. 
Lima  Sowerbyi. 
Lima  Hoperi. 
Lima  elongata. 
Lima  granulata. 


Pccten  Dujardinii. 
Pccten  curvatus. 
Spondylus  spinosus. 
Spondylus  latus. 

Ostrea  hippopodium,  var.  vesicularis. 
Ostrea  semiplana. 
Exogyra  lateralis. 
Terebratula  semiglobosa,  Sow. 
Terebratulina  gracilis. 
Terebratulina  chrysalis. 
Rhynchonella  plicatilis,  var.  pisum,  varj 
Cuvieri,  var.  Mantelli. 

*  Magas? 

V  *  Crania  barbata? 

*  Membranipora  curta,  Nov. 

*  Membranipora  irregularis,  v.  Hag. 
:,<  Membranipora  elliptica. 

*  Membranipora  tuberosa, 

*  Hippothoa. 

*  Berenicea  radians. 
Serpula  gordialis. 

*  Serpula  granulata. 
Pollicipes  glaber. 

*  Pollicipes  sp. 
Bairdia  subdeltoidea. 
Micraster  cor  testudinarium. 
Micraster  breviporus. 

V  Holaster  planus. 
Phymosoma  radiatum. 
Cidaris  Reussi. 
Anted  on  Pischeri. 


*)  Die  mit  einem  Stern  bezeichneten  Arten  beflnden  sich  in  der  Sammlunff  des  HerrD 
Vineenz   /aluilka,  Prof,    in   Raudnitz,  die  iil>i-i^cn  in  der  Nanindiiiu>-   des  Museums  zu  Prag. 


41 


Craticularia  subseriata. 
Leptophragma  fragilis. 
Pleurostoma  bohcmicum. 
Ventriculites  angustatus. 
Ventriculites  radiatus. 
Ventriculites  cribrosus. 
Plocoscyphia  labyrinthica. 
Ithizopoterion  cervicorne. 

*  ?  Cyrtobolia  formosa. 

*  Cystispongia  verrucosa. 


*  Cyrtobolia  Morchella. 

*  Astrobolia  acuta,. 
Clionella  sp. 

*  Doryderma  ramosa. 
Phymatella  intumescens. 

*  ?  Tremabolites  megastoma. 
Amorphospongia  globosa. 
Achilleum  rugosura. 
Cristellaria  rotulata. 

Picea  calcarea. 


7.    Umgcbung  von  Leitmeritz. 

Die  Teplitzer  Schicliten  behalten  bier  nocb  iiber  den  Elbefluss  hiniiber  den 
Charakter,  wie  wir  ibn  bei  Teplitz  und  im  Gebiete  der  Eger  beobachtet  baben. 

Es  sind  aber  wenig  Orte,  wo  man  bier  ein  gutes  Profil  studieren  konnte, 
denn  alio  die  Anhiihen  nach  Osten  von  Leitmeritz,  wo  diese  Schicliten  anstehen 
Oder  vielmebr  wo  wir  voraussetzen,  dass  sie  anstehen,  sind  durch  Weingarten  ganz 
"nzuganglich  und  wo  man  doch  Kings  cines  Weges  einzudringen  sucht,  findet  man 
lur  die  von  den  hSchsten  Schicliten  herabgefallenen  klingenden  Inoceramenplaner, 
die  schon  zu  den  Priesener  Schicliten  gehoren. 

Ueber  die  tiefstcn  Lagen  der  Teplitzer  Schicliten  wurde  ich  durch  oin  Petre- 
fact  belehrt,  welches  Herr  Ig.  Ant.  Gaube,  Civilingenieur  in  Leitmeritz  auf  der 
Ausstellung  zu  Teplitz  ausgcstellt  hat  und  das  er  mir  gefiilligst  zur  naheren  Unter- 
suchung  eingesandt  hat. 

Dasselbe  stellt  einen  glatten  Steinkern  von  olivenbrauner  Masse  dar,  welche 
S&nz  derjenigen  gleichkbmmt,  wie  sie  die  Petrefacten-Steinkeme  an  dem  Contacte 
dor  Iser-  und  Teplitzer  Schicliten  beim  Eriedkofe  in  Ghotzen  aufweisen.  (Vergleiche 
feerschichten  pag.  54.) 

Das  Exemplar  riihrt  aus  einem  Steinbruche  in  der  Flur  „Augeste"  bei 
Leitmeritz  aus  einer  Tiei'e  von  G  in  her. 

Die  einzige  Localitiit,  wo  man  sich  von  der  Uebereinstimmung  der  hier  ent- 
wickelton  Schicliten,  mit  denen  von  Teplitz  uberzeugen  kann,  ist  der  Kalksteinbruch 
bebn  Gaubenhofe  nordlich  von  Leitmeritz  am  Wege  nach  Michelsberg  gelegen. 
Schon  im  Jahre  18G5  untersuchte  ich  hier  Schichte  fur  Schichte  und  erkannte, 
dass  die  tiefsten  Lagen  reich  an  Terebratulina  gracilis  sind.  Die  in  der  Regel 
zu8anglichon  Lagen  sind  an  4  m  miichtige  „Hundorfer  Kalke",  welche  demKorper 
(15)  des  Settenzer  Profils  entsprechon. 

Auf  den  Kalkschichten  liegt  eine  ctwa  1  m  miichtige  Lage  von  blaulichem 
erdigen  Gestein,  das  reich  an  Chondriten  ist  und  dem  „Wildeu  Stein"  (Nro.  14  des 
Settenzer  Profils)  entspricht. 

Die  nun  folgenden  hohcren  Lagen  entsprechen  den  Abraumschichten  von 
Settenz  (Nro.  11—2). 


42 


Verzeichniss  der  im  Kalkbruche  am  Gaubenhofe  bei  Leitmeritz 
aufgefundenen  Petrefacten. 


Otodus  appendiculatus. 
Oxyrhina  Mantelli. 
Pycnodus  sp. 
Cladocyclus  Strehlensis. 
Ein  Fischzahn  ncucr  Gattung. 
Scaphites  Geinitzii. 
Baculites  sp. 
Aporrhais  Keussi. 
Turritella  sp. 
Cardita  tenuicosta. 
Mutiella  Ringmerensis. 
Nucula  pcctinata. 
Nucula  semilunata. 
Venus  ovalis. 
Lima  Iioperi. 
Spondylus  spinosus. 


Spondylus  latus. 

Ostrea  hippopodium,  var.  vesicularis. 

Exogyra  lateralis. 

Terebratula  semiglobosa. 

Terebratulina  gracilis. 

Rhynchonella  plicatilis. 

a)  grosse  Exemplare   der  var.   octo- 
plicata. 

b)  mittelgrosse  var.  Cuvieri. 

c)  var.  Mantelliana. 
Serpula  gordlalis. 
Phymosoma  granulosum. 
Micrastcr  breviporus. 
Micraster  cf.  cor  anguinum. 
Plourostoma  bohemicum. 
Amorphospongia  globosa. 


Cristellaria  rotulata. 

Oben  in  der  Richtung  nach  Michelsberg  gehen  die  Teplitzer  Schichten  all- 
mfthlig  in  den  weissen  klingenden  Inoceramenplaner  iiber,  der  dann  in  der  ganzen 
Gegend  ostlicli  von  Leitmeritz  die  Gipfel  der  Anhohen  einnimmt. 

Diese  Anhohen,  welclie  machtige  Lagen  der  Teplitzer  Schichten  bergen,  sind 
dem  Geologen  fast  ganz  unzuganglich,  da  ihre  Lehnen,  wie  schon  oben  erwahnt 
wurde,  mit  Weingiirten  bedeckt  sind.  In  der  Ackerkrume  gewahrt  man  nur  Bruch- 
stiicke  der  hochst  gelegenen  Inoceramenplaner,  ans  denen  auch  die  stufenffinnigen 
Absatze  and  die  Grenzmauern  der  Weinberge  gebildef  sind. 

Nur  zufallige  Aufschliisse  beim  Strassen-  oder  Bahnbau  diirfen  dem  Local- 
geologen  in  der  Zukunft  Gelegenheit  bieten,  hier  die  Schichtcnfolge  genauer  con- 
statiren  zu  konnen. 

Es  scheint  iibrigens,  dass  in  ostlicher  Richtung  bin  die  Teplitzer  Schichten 
schon  keine  machtigeren  Kalkbiinke  fuhren,  sonst  wiirde  man  ihnen  zu  lieb  doch 
hie  und  da  einen  Steinbruch  angelegt  haben. 


8.    Umgcbimg  von  Raudnitz. 

Ich  untersuchte  die  Umgebung  von  Raudnitz  1868  und  18(59,  namentlich 
die  Localitaten  Zidovec  und  den  Sovice-Berg  bei  Brozdnka.  Das  Profil  der  letztge- 
nannten  Localitat  fand  verkleinerte  Aufnahme  in  dem  ersten  Band  des  Arcliivs  p.  105. 

Ms  ich  mich  mit  dem  Studium  der  Teplitzer  Schichten  spcciell  zu  befassen 
begann,  erkannte  ich,  dass  hier  koine  so  belehrenden  Aufschliisse  vorhanden  sind 
als  bei  Teplitz  und  Koschtitz  und  dass  es  nur  einem  Localsammler  gelingen  kann, 
nach  und  nach  Material  zu  sanimeln,  aus  dem  man  die  Vertheiluna  der  Petrefacten 


43 

nach  einzolnon  Schichten  ersehen  konnte.  Ich  munterte  daher  den  mich  einmal 
oegleitenden  ehemaligen  Schiller  Herrn  Professor  Zahalka  aus  Raudnitz  auf,  er 
moge  zur  Ffirderung  meiner  Arbeit  die  Petrefacten  der  Teplitzer  Schichten  in  der 
Uingebung  von  Raudnitz  mit  genauer  Beriicksichtigung  der  Fundschiohtc  sammeln. 

Derselbe  unterzog  sich  dieser  Aufga,be  mit  seltenem  Eifer  in  der  ganzen  Um- 
gebnng  von  Raudnitz  und  veroffentlichte  die  gewonnenen  Resultate  selber.  Ich  kann 
Hnch  daher  liier  kiirzer  fassen  und  werde  mich  auf  meine  eigenen  Beobachtungen 
oeschriiuiccn  und  im  Detail  auf  die  Publicationen  des  Prof.  Zahalka  verweisen.*) 

Die  Teplitzer  Schichten  haben  in  der  Gegend  von  Brozan  und  Raudnitz  einen 
Meist  planermergligen  Charakter  und  die  in  den  Steinbriichen  zugiinglichen  Schichten 
entsprechen  dem  Korper  sowie  den  Abraumschichten  des  Settenzer  Profils.  In  den 
fl°chsten  Lagen  kominen  bei  Rohatec  nach  Prof.  Zahalka  schono  Spongien  der 
jattungen  Thecosiphonia  vor  und  wcrden  diese  Lagen  von  ihm  als  zu  den  Priesener 
schichten  gohorig  angefiihrt;  da  abor  unter  den  in  dieser  Spongienschicht  vor- 
^oiumenden  Arten  die  Torebratula  semiglobosa  aufgezahlt  wird,  welche  das 
typischste  Leitfossil  der  Teplitzer  Schichten  ist,  das  noch  nie  in  echten  Priesener 
c'uchten  vorgefunden  wurde,  so  ist  zu  ersehen,  dass  die  Spongienschichte  von  Rohatec 
n°ch  zu  den  Teplitzer  Schichten  zu  rechnen  ist.  Auch  von  den  iibrigen  der  aufge- 
undenen  Petrefacten  ist  keines,  das  nicht  in  den  Teplitzer  Schichten  vorkommen 
Wlil*dc,  dagegen  nicht  cine  einzige  fur  die  Priesener  Schichten  speciell  charakto- 
ristische  Art. 

Meine  Auffassung  wird  erst  in  der  niichsten  Studio  uber  die  Priesener  Schichten 
lni'e  ausfubrliche  Bogriindung  finden. 

Der  Beweis,  dass  in  dieser  Gegend  nur  die  hijehsten  klingenden  Inoceramen- 
Planer  zu  den  Priesener  Schichten  gohoren,  kann  nicht  hier,  sondern  weiter  nach 
^'sten  in  ihrer  Fortsetzung  durchgefuhrt  werden,  wie  ich  es  schon  weiter  oben 
!'■  12.  angedeutet  habe. 

Fur  das  Studiura  des  Liegenden  der  Teplitzer  Schichten  ist  von  hervorragender 
i5°deutung  der  am  rechten  Elbeufer  gegeniiber  von  Raudnitz  gelegene  Soviceberg, 
Welcher  durch  seine  aus  dem  Terrain  hervorragende  Form  zum  Studium  seines 
!«ies  von  weitom  auffordert. 

Ich  machte  von  dieser  Localitiit  bereits  Erwiihnung  in  den  Weissenbcrger 
schichten  p.  84.  und  in  den  Iserschichten  p.  7G.  und  will  jetzt  ein  zusammen- 
langondes  Bild  der  hier  obwaltenden  Verhiiltnisse  entwerfen. 

Her  Soviceberg  ist  ein  inselformiger  Rest  der  Kreidebalagerungen ,  welche 
eiIlst   als   zusammenhangende  Decke   die   Niederung   zwischen  Leitmeritz,   Brozan 


T  *)  Cenek  Zahalka,  Prraf  zprava  o  geologickycli  pomfirech  v^siny  Brozanske.    Krajina  mezi 

'"vosicemj,  Oi£kovicemi  a  Lukavcem,    (Zpriivy  o  zasedanf  kral.  Seskc  spoleciiosti  nauk  ze  due 
•  frjna  1884.)  S  geologiokou  mapou  a  prfifezem. 

C.  Zahalka,   Geologie   vysiny   Kohatecke  u  lioudnice  n.  L.   (Zpravy  0  za^edani  kral.  ceske 
sP°locnosti  nauk  1885,  str.  868.) 

»         '!.  Zalialka,  Drulia  zprava   o  geologickych  pomSrech   vysoeiny   Brozanske.    Krajina   mezi 
'Skovicemi,  Lukavcem,  Libochovicemi  a  Budyni.  (Vestnlk  kral.  iesk.6  Bpoleftnosti  nauk  28.  ledna 
'•)  S  geologiokou  mapou  a  prfifezy. 


44 

und  Raudnitz  einnahm.  Hier  weisen  die  Teplitzer  Schichten  zum  letztenmale  eine 
bedeutende  Miichtigkeit  auf,  wie  sie  weiter  ostlich  nicht  wiederkehrt. 

Der  stidliche  Abhang  in  der  Richtung  gegen  den  Elbestrom  bin  gestattet  die 
Schichtenfolge  von  den  tiefsten  Lagen  an  bis  zum  Gipfcl  des  Sovicebcrges  zu  vorfolgen. 

Am  rechten  Elbcufcr  beim  Dorfe  Brozanek  findet  man  die  Wehlowitzer  Pliiner, 
welche  sich   von  der  Anhohe  des  langen  Pliinerzugcs  zwiscben  Gastorf  und  Weg- 

12 
11 
10 


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fib*  « 


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Fig.  15.    Schemati$ches  Profil  des  Sovice-Berges  bei  Brozanek  nordi5stlich  von  Raudnitz. 

1.  und  2.  Graue  glauconitische  Planer  mit  Callianassen  bohemica.  3.  Festere  glauconitisohe  Bank. 
4.  und  5.  Praune  Planer  mit  Area  subglabra.  (Weissenberger  und  Malnitzer  Schichten.)  —  6.  San- 
dige  Knollenplaner  der  Pischitzer  Uebergangsscliicbten.  7.  Sandige  Folder  den  zerfallenen  Koko- 
finer  Quadern  entsprechend.  (Iserschichten.)  —  8.  Graue  Mergel  vom  Alter  der  Plilnermergel  von 
Kystra  und  der  Koschtitzer  Platten.  9.  Festere  Piinke  vom  Alter  des  Kcirpers  des  Setteuzer 
Profils.  10.  HOcbste  (Rhynchonel)en)  Page  der  Teplitzer  Schichten  [Abraumschichten  des  Proflls 
von  Settenz].  (Teplitzer  Schichten.)  —  11.  Klingende  Inoceramenplaner.  (Liegendes  der  Priesener 

Scbichten.)    12.  DiluviaJgerolle. 


stiidtl  allmiihlig  bis  zum  Flussufer  herabgesenkt  haben  (Profil  Nro.  1.,  2.)  in  Form 
von  grauem,  stark  glauconitiscben  Gesteine,  welches  folgende  Arten  von  Petre- 
facten  lieferte: 


Callianassa  (bohemica?). 
Ammonites  Woolgari. 
Baculites  sp. 
Natica  Gcntii. 


Eriphyla  lonticularis. 
Leguminaria  truncatula. 
Inoceramus  Brongniarti. 
Lima  elongata. 
Exogyra  lateralis. 


45 


Eine  festere,  stark  glauconitische  Bank  (3)  dttrfte  als  das  A  equivalent  des 
Malnitzer  Griinsandes  aufzufassen  sein,  da  die  daselbst  vorkommenden  Exemplare 
v°n  Area  subglabra  und  Eriphyla  lenticularis  ganz  dasselbe  flachgedriickte  Aus- 
sehen  haben,  wie  in  den  Steinbriichen  bei  Cencic  und  Malnitz.  Oberhalb  dieser 
Bank  treten  Quellen  zu  Tage. 

Dariiber  folgen  etwa  12  ra  braune  Planer,  walirscheinlich  vom  Alter  der  Launer 

nollen  (4,  5),  welche  Enoploclythia  Leachii,  Area  subglabra  und  Spongien  enthielten. 

le  weiter  oben  anstebenden  mehr  sandigen  Planer  fiibren  drei  Reihen  von  Knollen- 

agen  (6),  die  sehr  reich  an  Turritellen  sind,  die  ich  friiher  als  Turritella  Fittoniana 

Wffasste,  welche  aber  aucb  zu  T.  Noegerathiana  (Goldf.)  gehdren  konnten. 

Die  iibrigen  darin  aufgefundenen  Arten  weisen  darauf  bin,   dass  wir  es  bier 
lt  den  tiefsten  Iserschichtcn,    init  den  Biscbitzer  Uebergangsscbicliten   zu  tbun 
aben,  wie  sie  weiter  ostlich  uberall    an  der  Basis   des  ersten  Kokofiner  Quadcrs 
auftreten.    Ich  fand  darin: 


Natica  lamellosa. 
Avicula  sp. 
Isocardia  gracilis. 
Pholadomya  aequivalvis. 


Area  subglabra. 
Inoceramus  sp. 
Lima  pseudocardium. 
Ostrea  semiplana. 
Rhynchonella  plicatilis. 
Die  Kokofiner  Quader,  die  nun  dem  Alter  nach  folgen  sollten,  stehen  hier 
ar  nicht  als  nrassige  Felsen  an,  sondern  verrathen  ihre  Gegenwart  in  zerfallenem 
ustande  in  den  sandigen  Feldern  (7),  welche  die  Anhohe  des  eigentlichen  Sovice- 
>ei8'es  umgeben  und  den  Bodcn   der  armseeligcn  Fahrenwiildchon  bilden,  welcher 
m  Wege  von  Wettel  nach  Raudnitz  den  Wanderer  ermiidet. 

Die  untere  Halfte  des  aus  dem  Terrain  hervorragenden  Sovice-Berges  bilden 

t>  aue  Morgel  (8),  welche  (lurch  Vegetation  total  unzuganglich  sind  und  von  denen 

lr  nach  don  stellenweise  hiiufigen  Terebratulina  gracilis  schliessen  konnen,  dass 

_e  dem  Planermergel  von  Kystra  entsprechen  und  in  ihren  hoheren  Lagen  den 

0l'izont  der  Koschtitzer  Flatten  bcrgen.    Nach  oben  werden  die  Fliiner  weisser 

Jester,  verrathen  sich  durch  die  Fiihrung  von  Terebratula  semiglobosa  als  zum 

eren  Niveau  der  Teplitzer  Schichten  gehorig  (9). 

In  den  obersten  Lagen  (10)  tritt  iihnlich  wie   an  der  Lehne  bei  Kystra  der 
eite  Micraster   cor  testudinarium  auf  und  ganz  allmahlig  gehen    die  Schichten 
ach  oben  in  die  klingenden  Inoceramcnkalke  iiber  (11).    Dieselben  werden  von 
(Uluvialem  Gerollo  bedeckt. 


9.    Umgelmng  von  Melnik  und  Repin. 

Auf  den  breiten  Riicken  der  durch  labyrintische  Thaler  zerklufteten  Iser- 
"ichten,  die  sich  in  westlicher  Richtung  von  Melnik  hinziehen,  licgen  mergelige 
11,1  kalkige  Ablagerungen  in  kleinen  isolirten  Inseln,  welche  in  der  Regel  Veran- 

■  ssung  zu  ciner  Ansiedelung  gaben,  weil  sit1  zur  Anlegung  von  Brunnen  auf  diesen 
n8t  wasserarmen  Hochplateau  Gelegenheit  boten.    So  bei  Hostin,  Vysokd,,  Repin, 

fell^no  und  Lieben. 


4(5 

In  der  Niihe  dieser  Ortschaften  findet  man  nnr  gelegentlich  ausgebeutete,  meist 
verlassene  Steinbrtiche,  in  denen  die  weissen  mid  grauen  pMnvigkalkigen  Flatten 
gewonnen  wurdcn,  aus  denen  fast  alle  diese  Ortschaften  erbaut  sind. 

Diese  weissen  klingendcn  Plattenpliiner  sind  reich  an  Inoceramen,  an  zer- 
driicktcn  Echiniden,  an  Scaphitcn  und  Foraminiferen,  rait  ciner  Erhaltungsweise, 
wie  wir  sie  in  den  Baculitenthoncn  der  Priesener  Schichten  zu  selien  gew8hnt  sind. 

Sie  mogen  der  Basis  der  Priesener  Schichten  angehoren  und  werden  eingehend 
erst  in  der  niichsten  Monographic  bcsprochen  werden. 

Es  sind  dies  dieselben  Schichten,  die  wir  im  westlichen  Bohmen  als  das  Han- 
gende  der  Teplitzer  Schichten  kennen  gelernt  haben. 


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r 


Fig.  16.    Profil  im  Steinbruche  des  Herrn  Pixa  Nro.  35.  in  Hostin  ndrdlich 

von  Byschitz. 

1.  Lettige  Mergel  mit  Haplophragmium  irregulare.  (Teplitzer  Schichten),   8.  Blftuliche 

Plattenplaner.    8.  Peste   Bank,  die  als  Baustein  gewouneu  wird.    4.  Plattenplaner 

(Kfidlak).    5.  Die  diumsteu  weissen  Plattenplftner  mit  Callianassa  brevis.  (Priesener 

Schichten  tiefste  Lage.)   (>.  Sehr  schwaohe  Ackerkrume. 

Boi  einem  fliichtigon  Besnche  dieser  Steinbruche  gewahrt  man  nichts  anderes 
als  diese  Plattenplaner  und  kiinnte  meinen,  dass  dieselben  direkt  auf  den  Iser- 
schichten  liegen.  1st  man  aber  so  glucklich,  eine  gut  und  frisch  aufgeschlossene  Stelle 
zu  finden,  so  gewahrt  man,  da,ss  die  Basis  der  Plattenpliiner  cine  etwa  1  in  mftchtige 
Schichte  eines  grauen  plastischen  Thones  bildet. 

Diese  Schichte  stellt  im  ganzen  ostlichen  ISobmen  das  Aequivalent  der  Teplitzer 
Schichten  dar  und  man  kann  sie  in  verschiedener  Machtigkeit  iiber  Jungbunzlau, 
Koniggrfttz,  Loitomyschl  bis  Abstdorf  vcrfolgen. 

Zu  dieser  Auffassung  gelangte  ich  vor  Jahren  auf  Grimdlage  der  Lagerungs- 
verhaltnisse,  aber  lange  wollte  es  nicht  gclingen  den  palaeontologischen  Beweis  fill* 
diese  Behauptung  zu  liefern.  Aus  nachfol  gender  Schilderung  wird  man  nun  erkeimen, 
dass  jetzt  kein  Zweifel  iiber  das  palaeontologisclie  Alter  bestehen  kann  und  dass 
wir  hier  sicher  den  Teplitzer  Horizont  vor  uns  haben. 

Als  Beispiele  fftr  die  hier  herrschenclen  Verhiiltnisse  wiihle  ich  nur  2  Localitftten. 

Vor  allem  ist  der  Besuch  der  Anholie  von  Hostin  (ostlich  von  Melnik,  nordlich 
von  Byschitz)  zu  empfehlen,  wo  die  uns  beschaftigenden  Schichten  nahe  am  Orte 
in  zahlreichen  klcinen  Steinbriiclien  cntbldsst  sind.    Die  tiefste  Lage,  die  seltcn  un- 


47 

verdeckt  anzutreffen  1st,  sind  gelblickbraune  plastische  Merge!  (Fig.  16. 1),  welche  bei 
der  Schl&mmung  cine  Menge  der  fiir  die  Teplitzer  Schichten  bezeichnenden  Foramini- 
teren  aufwe i sen,  namentlich  das  grosse  Haplophragmiu m  i r r e g u  1  a r e,  welches 

as  Niveau  der  Koschtitzer  Platten  andeutet.  —  Alle  dartlber  liogenden  Schichten 
gehSren  zu  den  Inoceramenpltaern,  welche  ich  in  der  nachsten  Studie  iiber  die  Prie- 

ener  Schichten  genauer  behandeln  werde  und  hier  nur  auf  die  Profilerkliining  verweise. 

Ganz  dieselben  Verhiiltnisse  trifft  man  bei  Vysoka  an,  dann  zwischen  Jenikov 

u'w  Stfem,  bei  Slivno  u.  s.  w.    Bei  Vysoka  muss  unter  den  Teplitzer  Schichten 

{- le  glauconitische  Contactschichte  mit  den  Iserschichten  liegen  (vergl.  Iserschichten 


]g-  17.   Profil  der  Anhohe  von  Repin,  aufgenommen  von  Herrn  Jos.  Jarisa,  Lehrer  in  Repin. 

8."  Zwiu"  Df'1  Das  rhal  unter,ialb  ftepin.  —  l.  Erster  Kokofiner  Quader.    2.  Zwischenplaner. 

6'  Gp)k     tv  Kokofiner  Quader.   4.  Trigonienschichten.    5.  RhynchoneUenlage.  (Iserschichten.)  — 

tea\  '°er  Merge!  mit  Terebratula  semiglobosa  und  Haplophragmium  irrogulare.  (Teplitzer  Schich- 

'l    '•  Weisse  klingende  Inoceramenpliiner.  (Priesener  Sch.)   8.  Diluvialer  Lehm  u.  Ackerkrume. 

8-  54.),  derm  ich  erhielt  von  dort  die  typischen  glatten,  olivenbraunen  Steinkerne 
rch  nomi  p],_  q_  p.ukovsky,  doch  werden  dieselben  nur  gelegentlich  auf  Feldern 
6unden  und  die  Contactschichte  stent  nirgend  an. 

^  Bezuglich  des  Liegenden  ist  die  Gegend  von  Pepin  sehr  belehrend  und  ich 
.     e  bier  ein  Profil,  das  Herr  Jos.  Jansa,  Lehrer  in  Pepin,  nach  dem  Muster  der 

ttteinon  Kreidestudien  iiblichen  Profile  angefertigt  hat. 
Qu  j  (1<>m  °™8eu  Tlial°  «T)ftl"  unterhalb  Pepin  stehen  die  beiden  Kokofiner 
ader  (l,  3)  ail)  getheilt  durch  einen  Zwischenpliiner  (2),  darauf  folgen  die  Trigo- 
braascnicliten  (4)  und  eine  an  Rhynchonellen  reiche  Lage(5);  darauf  liegen  gelblich 
k0'fne  Plastische  Mergel  der  Teplitzer  Schichten,  in  demon  ausser  zahlreichen 
d0l. '?,'," "lf,>n'n'  besonders  Haplophragmium  irregulare,  auch  vier  Exemplars 
6^'rerebratula  semiglobosa  aufgefunden  wurden  (6).  Diese  Mergel  haben 
An]  8r°SSe  ln'a,<tisclie  Bedeutung  fiir  ftepin,  da  sie  auf  der  Hohe  des  Ortes  das 
8©n  von  Brumien  ermoglichen,  wahrend   im  Thale  „I)ul"  Noth  una  Wasser  ist. 


den       aK  ,l;msendo  (lor  Teplitzer  Schichten  sind  hier  wieder  die  plattigen  klingen- 
Stoii  nplaner'  (lio  aber  selten  znganglich  sind  und  behufs  Bauten  aurmittels 

j      en  gewonnen  werden.    Pie  Decke  der  Kreidegebilde  bilden  zweieiiei  Diluvial- 
m  und  dann  die  A.ckerkrunie. 


48 


10.    Umgebung  von  Benatek  und  Jungbunzlau. 

Von  Benatek  besitzt  unser  Museum  seit  alten  Zeiten  einen  Zahn  von  Ptychodus 
latissimus  in  einem  Gesteino,  das  sehr  an  dasjenige  von  Hundorf  erinnert.  Ich 
konnte  eine  ahnliche  Schichte  in  Benatek  nirgend  gewahr  wordon  und  falls  liier 
nicht  ein  Irrthuni  beziiglich  des  Fundortes  obwaltet,  so  ware  es  moglicli,  dass 
beim  Graben  von  Griinden  zu  einem  Gebaude  in  der  am  Plateau  gelegenen  Partie 
von  Benatek  einmal  die  Teplitzerschichten  entblosst  wurden  und  hier  der  grosse 
Fischzahn  aufgefunden  wurde. 

Unweit  von  Benatek  beim  Dorfe  Sedlec  fand  icb  an  der  Basis  der  Priesener 
Schichten  eine  Lage  mit  zahlreichen  Austern,  welclie  bier  das  Niveau  der  Teplitzer 
Schichten  andeuten  diirften.  Es  ist  dies  eine  stark  glauconitische  grobe  Sandkorner 
entbaltende  Contactschichte  zwischen  den  hochsten  Iserschichtcn  und  den  tiefstcn 
Teplitzer  Schichten,  almlich  wie  am  Friedhofe  bei  Chotzen.  Es  kann  daher  eine 
Mischung  von  Petrefacten  beider  Schichten  hier  nicht  iiberraschen.  Die  Gastropoden 
finden  sich  als  olivenbraune  glatte  Steinkerne  der  Gattungcn  Mitra  und  Aporrhais 
mit  vielen  Eindriicken  nach  Serpularohren,  ausserdem  fand  ich  Exogyra  conica, 
Inoceramus-Schaalenfragmcnte,  Magas  Geinitzii,  Serpula  gordialis,  Achilleum 
rug  o  sum  var.  elliptic  a. 

Die  Schliimmung  lieferte:  Frondicularia  inversa,  Textillaria  conulus,  dann  die 
Gattungen:  Nodosaria,  Globigerina,  Cristellaria,  Dentalina,  Plauorbulina.  *)  Von 
Ostracoden:  Cytherella  ovata,  C.  Miinsteri,  Bairdia  subdeltoidea,  was  alles  auf  den 
Jlorizont  von  Koschtitz  hinweist. 

Diese  glauconitische  Contactschicht  wird  in  dieser  Gegend  bei  Bezno  durch 
Ackeriing  aufgewiihlt  und  die  Steinkerne  der  grosseren  Petrefacten  wurden  vorfl 
Lehrer  Herrn  Vanek  eifrig  gesammelt  und  unserem  Museum  eingesendet. 

Sehr  schwierig  sind  die  Teplitzer  Schichten  audi  am  Fusse  des  Chlomek- 
Berges  bei  Jungbunzlau  zu  eruiren. 

Schreitet  man  von  Jungbunzlau  nach  Siiden  gegen  Bezdecin  iiber  die  hochsten 
Lagen  der  Iserschichten,  so  gewahrt  man  vor  dem  Fusse  des  Chlomck-Berges  eine 
Welle  im  Terrain,  welche  die  Teplitzer  Schichten  bergen  durfte,  aber  diesclbc  ist 
von  Vegetation  ganz  verdeckt  und  nur  in  einem  Wasserrisse  gelang  es  mir  etwaS 
von  dem  braunlichen  plastischen  Mergel  zu  sammeln,  welcher  reich  an  Foramini- 
feren  ist  und  sehr  an  denjenigen  erinnert,  der  am  Platteau  bei  Melnik  die  Teplitzer 
Schichten  vertritt. 

Die  tiefste  Schichte,  die  am  nordlichcn  Abhango  des  Chlomek-Berges  gut  zu- 
ganglich  ist,  zeigt  vicle  grosse  Foraminiferen,  welche  wir  in  der  Ilegel  in  den 
Inoceramenpliinern  bei  Melnik  und  Repin  finden  und  werden  der  Basis  der  Priesener 
Schichten  entsprechen. 

Die  Schichte  mit  loser  Ostrea  semiplana  durfte  audi  weitcr  gegen  Turnau 
gelegentlich   den   Teplitzer   Horizont    zu    eruiren    helfen.    Aus    einer   Mittheilung 


*)  Das  grttndliche  Studium  der  Foraminiferen  wurde  soeben  von  einer  jungeren  Kraft  i» 
Angriff  genommen  und  durfte  in  nicht  zu  langer  Zeit  die  Kenntniss  dieser  kleinen  ThierfornieB 
vervollstiindigen. 


49 


koines  der  Wissenschaft  so  Mb.  entrissenen 
■treundes  Dr.  U.  Schlonbach  entnahm  ich  seiner 
^eit,  dass  an  den  damals  frisch  entblossten  B6- 
schungen  der  Bahn  zwischen  Bakov  und  Turnau 
diese  Ostreenschichte  zu  bemerken  war. 

11.    Umgebung  von  Podiebrad. 

Ostlich    von   Podiebrad    erhebt  sich    aus 

^r  Elbeniederung  der  Wolfsberg  (Voskovrch), 

eine  isolirte  Scholle  von  jiingeren  Kreideablage- 

f^ngen,   welche  weiter  nordlich   ein  zusammen- 

kangendes  Plateau  in  der  Richtung  gegen  Jicfn, 

{  Wn  ostlich  bis  an  die  Landesgreuze  bei  Abts- 

d°i'f  bildet. 

Zur  Orientirung  iiber  die  Frage,  wo  bier 

.      Teplitzer  Schicbten  zu  suchen  seien,  nahm 

lch  das  Profil  von  Podiebrad  iiber  den  Wolfs- 

bor8'  bis  nach  KSnigstadtl  auf  (Fig.  18.),  wobei 

lc«  ausgiebig  von  Herrn  Hellich,  Burgermeister 

on  Podiebrad,  unterstiitzt  wurde,  (lessen  Petre- 

actensammlung  die  Belege  fur  meine  Auffassun- 

S'en  enthalt. 

Ueber  die  Schichten,    auf  denen  die  ge- 

";iImte  Stadt  selbst  steht,  belehrte  mich  eine  tiefe 

ochacht  bei  der  Ringhofer'scben  Fabrik  [unweit 

j?m  Bahnhofe]    (Fig.    18.    1.),    welche  graue 

p'gel  vom  Alter  der  Semitzer  Mergel  und  fe- 

ere  Knollen,  welche  die  Dfinover  Knoll  en  der 

°)ssenberger  Schichten  hier  vertreten,  lieferte. 

ea  Mergeln  fand  ich  Schuppen  von  Osraeroides 

(l  Cyclolepis  Agassizi,  dann  Spondylus  spino- 

'  Cristellaria  rotulata,  Frondicularia  angusta 

ul  viele  Gattimgen  von  Foraminiferen. 

Einen  weiteren  Einblick  in  die  Schichten- 

p0lSe   gewahrt   ein    Steinbruch    „SkaIka,"    bei 

4tek   (2),   wo   das   Einfallen  der  Schichten 

^e8en  Nordost  bin,  unter  den  Wolfsberg  deutlich 

j   rzunehmen  ist.  Die  entblossten  Planer  haben 

6  Machtigkeit  von  8  ra  und  cs  ist  die  tiefste 

e  Bank  bloss,  welche  als  Baustein  verwend- 
oar  iof     ui 

J°i'i  wanrend  die  noheren  Lagen  an  der  Luft 

^fallen. 

'n  der  tiefsten  Rank  liegen  oben  flache 
6  Knollen,   welche   die   moisten   der   von 


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50 


reliefert  haben.    Die  Sammluns 


Lima  Sowcrbyi. 

Lima  pseudocardium. 

Pecten  Reussi. 

Pecten  Dujardinii,  hiiufig  und  gross. 

Spondylus  spinosus. 

Ostrea  semiplana. 

Ventriculites  radiatus. 

angusta. 


diesem  Fundorte  bekannt  gewordenen  Petrefacten 
des  Herrn  Hellich  enthalt  von  bier: 

Nautilus  sublaevigatus. 

Aporrhais  Reussi  var.  megaloptera. 

Muticlla  Ringmerensis. 

Pinna  decussata. 

Inoceramus  Brongniarti. 

Lima  Hoperi. 

Lima  multicostata. 

Frondicularia, 

Nach  dieser  Fauna  zu  urtheilcn,  haben  wir  bier  die  Wehlowitzer  Planer  der 
Weissenberger  Schichten  vor  uns. 

Jtingere  Schichten  treffen  wir  in  zahlroichen  klcinon  Steinbriichon  nordlich  von 
dem  „Laner  Kanal"  (pr)  cntblosst  (3).  Es  sind  dies  weissliche  plattige  Planer,  deren 
Gesammterscheinung  an  den  plattigen  Griinsand  von  Malnitz  erinnert,  nur  das  hier 
weniger  gruner  Glaukonit  vorlianden  ist.  Hier  ist  der  Fundort  von  schonen  Exem- 
plaren  des  Ammonites  Austcni,  von  welchem  ieh  nach  einem  von  hier  stam- 
menden  Excmplarc  schon  die  Abbildung  gegebon  babe  (Cephalopod.  d.  B.  Kreide- 
formation,  Taf.  6.)  und  von  dem  zahlreiche  Exemplare  in  der  Sammlung  des 
H.  Hellich  vorliegen. 

Ausserdem  fanden  sich  grosse  Ammonites  pcramplus,  ein  grosser  Helicoceras, 
Scaphites  Geinitzii,  Natica  Roemeri,  Cardium  pustulosum,  Area  subglabra, 
Gyprina  quadrata,  Lima  elongata,  Lima,  dichotoma,  Ventriculites  radiatus. 

Ich  glaube  hier  die  Malnitzer  Schichten  wioder  zu  erkennen. 

Auf  ahnlichc  Schichten  stosst  man  auch  in  Grfiben  ostlich  vom  Wolfsberg 
und  an  den  Ufern  der  „stekla  struha"  bei  Odfepos,  wo  II err  Hellich  folgende 
Arten  sammelte: 

Nucula  sp. 

Inoceramus  Brongniarti. 

Pecten  pulchellus. 

Pecten  Nilsoni. 

Von  hier  an  bis  zum  Fusse  des  Wolfsbcrgcs  sind  die  Schichten  so  griindlich 
von  Feldern  bedeckt,  (hiss  nicht  die  geringste  G-elegenheit  zu  deren  Studium  ge- 
boten  erscheint.  Doch  sieht  man  hier  im  Terrain  eine  Welle  (N),  welche  die  Vertreter 
der  Iserschichten  bergen  diirfte,  was  erst  gelcgentlich  beim  etwaigen  Graben  eines 
Brunnens  oder  bei  einem  Bahnbau  wird  entschieden  werden  ki'innen. 

Am  Wolfsberg  selbst  sind  an  dor  entblossten  Siidseite  die  Teplitzer  Schichten 
durch  herabgerutschte  Inoceramenplftner  ganz  verdeckt,  und  urn  die  Lagerung  der- 
selben  zu  studircn,  muss  man  weiter  nordlich  die  steile  Berglehne  bei  Rafiany  und 
Vrbicc  untersuchen.  Hier  bilden  sic  die  Basis  der  Lehne  in  Form  von  braunlichen 
Letten,  welche  zur  Bildung  von  Quellen  beitragen  und  zu  egyptischen  ZiegelD 
(vepfovice)  verarbeitct  werden  (5).  Sie  sind  reich  an  Fischschuppen  und  die  Schlaffl' 
mung  lieferte  viele  kleine  Echinitonstacheln,  dann  glatte  und  bedornte  Ostracoden- 
schalen  sowie  die  gewShnlichen  kleincn  Formen  von  Foraminiferen,  welche  in  den 
Teplitzer  Schichten  in  der  Regel  vorkommen. 


Pecten  levis. 

Pecten  curvatus. 

Ostrea  hippopodium,  var.  vesicularis. 

Zahlreiche  Gristellarien. 


51 

Die  Inoceramenplaner  von  grauer  Farbe  ((!)  sehr  arm  an  andere  Petrefacten 
nehmen  den  grossten  Theil  der  Anhohe  cin  nnd  erst  ganz  oben  sind  die  weissen 
klingenden  Inoceramenplaner  in  einer  Reihe  kleiner  Steinbriiche  geoffnet  (7). 

Diese  lieferten  am  Wolfsberg  den  interessanten  Krebs  Stenocbeles  eso- 
Cl'uis,  dann  Callianassa  brevis,  zahlreiche  flachgedruckte  Scaphitcn  und  Echiniden 
l,,;>'  haufigste  Inoceramus  scheint  I.  latus  zu  sein.  Es  tritt  bier  eine  Erscheinung 
Geutlich  hervor,  dass  nftmlich  die  Inoceramenplaner  in  ostlicher  Richtung  immer 
'm>l11'  an  Macktigkeit  znnebmen.  Wahrend  die  Teplitzer  Schichten  in  Form  von 
waunen  Letten  sammt  den  grauen  nnd  weissen  Inoceramenpltaern  bei  Hostin  und 
liePin  kaum  2—3  m  miichtig  waren,  haben  sie  hier  am  Wolfsberg  das  lOfacbe. 

In  der  Richtung  von  Chlumec  und  Koniggnitz  ist  immer  weniger  Gelegenheit 
ae«  Teplitzer  Horizont  zu  verfolgen  und  nur  ostlich  von  Koniggriitz  bei  Svinarek 
ammelte  ich  an  der  bier  vortretenden  Lehne  auf  abgeregneten  Fliichen  Petre- 
acten,  die  den  Teplitzer  Schichten  angehoren. 

Woiter  nordlich  bei  Smific  fand  ich  am  Wege  nach  Smrzov  Schichten  mit 
ei'ebratulina  gracilis  anstehend,  welche  dem  Teplitzer  Horizont  angehoren  durften ; 
8le  lieferten  auch  Serpula  gordialis,  Terebratula  chrysalis,  Plicatula  nodosa. 

Beidc  diese  Localitiiten  empfehle  ich  der  Beachtung  von  Localsammlern. 


12.    Umgebung  von  Chotzen,  Leitomyschl  und  Abtsdorf. 


Bei  Chotzen  glaubte  ich  die  Teplitzer  Schichten  an  der  oft  erwahnten 
°calitat  beim  Friedhofe  suchen  zu  sollen  und  fiihrte  den  hier  anstehenden  ocker- 

geiben  Letten  in  dem  dortigen  Profile  (Iserschichten  pag.  55.)  als  Teplitzer  Schichten 
tt  Fragezeichen  an.  Die  Schliimmung  zeigte  keine  Spur  von  Foraminiferen  und 
s  ist  sehr  wahrscheinlich,  dass  dieser  Letten  der  Tertiarfonnation  des  Wiener 
ecKens  angehort,   welcher  bei  Triebitz  und  Landskron  von  Mahren  nach  Bohmen 

Seine  Auslaufcr  entsendet.     ■ 

Leber  die  Lagerung  der  Teplitzer  Schichten  in  der  Umgebung  von  Leito- 
1  y  s  c  h  I  gab  ich  ein  Profil  in  der  Studie  iiber  die  Iserschichten  pag.  74.  Am 
°ltacte  der  Iserschichten  mit  den  hier  m&chtig  entwickelten  Priesener  Schichten 
egen  graue  merglige  Letten,  in  welchen  Prof.  Barta  die  Terebratula  semiglobosa 
*acbgewiesen  hat.  Die  Fundstelle  liegt  in  Leitomyschl  selbst  am  linken  Flussufer, 
°  die  Strasse  nach  Policka  umbiegt  und  waren  daselbst  die  Schichten  bei  Gelegen- 
eit  eines  Baues  kurze  Zeit  zugiinglich.  Die  Exemplare  des  gcnannten  Brachiopoden 
nd  in  unserer  Sammlung  aufbewahrt. 

^        Deutlicher  erkennt  man   die  Lagerung   der  Teplitzer  Schichten  in  den  Stein- 

uc]leil   von   a  1>  t  s  d  o  i-  f  (Fig.    19.).     Auf   den   an   Callianassen   rcichen   und  von 

Onlungen  nach  Spongien  durchlocherten  Iserschichten  (1,   2)  liegt  eine  knotige 

gelbe  (3)  und  eine  glauconitische  Contactschichte  (4)  mit  olivenbraunen  glatten 

i  ''"'kei'iien   von   Petrefacten,   wie   am   Friedhofe  bei  Chotzen.    Darauf  liegt   eine 

starke  graue  merglige  Schicht,  welche  in  ihrer  unteren  Lage  Qahe  der  Contact- 

Olchte  die  Terebratula  semiglobosa,  als  Seltenheit  fuhrt. 

4* 


52 

Die  Schlammung  lieferte  ciri  grosses  Exemplar  der  Nodosaria  Zippei,  dann 
Nodos.  cylindracea,  grosse  Globigerinen  und  Cristellarien ,  sowie  die  Gattungen 
Rotalina  und  Bulimina. 

Die  letzte  Schiclite  sind  hier  weisse  klingende  Inoceramenplaner  (6). 

Ich  fand  einen  guten  Aufschluss  in  dem  Steinbruche  hinter  dem  Hause  Nro.  248, 
von  dem  ich  das  Profil  gebe.    Noch  deutlicher  fand  ich  dieselben  Lagerungsver- 


Fig.  19.     Profil  im  Steinbruche  hinter  dem  Hause  Nro.  248  in  Abtsdorf. 

l.  Iserschiohten  mit  Callianassen.  2.  Iserschiohten  mit  HOhlungen  nach  Spongien. 
8.  Knotige  rostige  Lage.  A.  Glanconitische  Contactsehiclite  wie  am  Friedhofe  bei 
Chotzen.  5  Graue  Mergel  der  Teplitzer  Schichten  mit  Terebratula  semiglobosa  in  der 
Nahe  der  Scbichte  4.   6.  Klingende  weisse  Inoceramenplaner  der  Priesener  Schicliten. 


haltnisse  im  Killer's  Sandsteinbruch,  den  ich  spateren  Forschern  zum  Detailstudiuffl 
empfehle.  Die  Callianassenscliichten  haben  da  cine  Machtigkeit  von  8  m,  die  beideB 
Contactschichten  1  m,  die  merglige  Teplitzer  Schiclite  i  m,  die  klingenden  Inocera- 
menplaner \\  m. 

Wenn  ich  nun  die  Reihe  der  geschilderten  Localitiiten  iiberblicke,  zu  deren 
richtigem  Verstandniss  ich  erst  in  den  letzten  Jahren  gekommen  bin,  kann  ich 
mich  nicht  des  Wunsches  erwiibren,  alle  die  Ortc  von  neuem  besuchen  und  noch 
genauer  untersuchen  zu  konnen.  Dies  muss  wohl  der  niichsten  Generation  von 
Palaeontologen  iiberlassen  werden  und  ich  werde  mich  gliicklich  schatzen,  falls  mil' 
das  Schicksal  es  gestatten  wird,  noch  die  Priesener  und  Chlomeker  Schichten  i11 
ahnlich  bindiger  Weisc  wie  die  iilteren  Schichten  zu  behandeln. 


53 


III.   Tabollarischo  Uobersicht 

<ler  in  den  Teplitzer  Schichten  aufgefundenen  Petrefacten. 

(Die  eingeklammerten  Arten  sind  bislier  nur  aus  Sachsen  bekannt.) 


Reptilia. 

(Plesiosaurus  Bernardi.  Owen.). 
Kesiosaurus  sp.? 

Pisces. 
Selachii. 

(Chimaera  Agassizi.  Buckland.) 
(Chimaera  Mantelli.  Buekiand.) 
Oxyrhina  Mantelli.  Ag.  .  . 
Oxyrhina  angustidens.  Bams. 
Lamna  acuminata,  Ag.  .  ■ 
Lamna  subulata.  Ag, .  .  ■ 
'"'iiiiii;!,  raphiodon.  Ag.  ■  . 
(Notidanus  microdon.  Ag.)  . 
Otodus  appendicular.  ./i/7. 
Otodus  Bemiplicatus.  «.  Mf»««. 
Otodus  serratus.  Ag. .  •  • 
~0rax  heterodon.  .#«?«»».  .  • 
kpinax  rotundatus.  Beuss.  • 
*tychodus  mammillaris.  Ag. 
^tychodus  latissimus.  Ag.  ■ 
yyclioduK  decurrcns.  Ag.  ■ 
Acrodus  affinis.  Beuss.  .  • 
^crodus  triangularis.  ffe». . 
■Hybodus  cristatus.  Ag.  .    • 


Ganoidei. 

Pycnodus  cretaceus  ^. .    •    • 
£ycnodus  complanatus.  Ag. 

^ycnodus  SCrobiculatUS.  Beuss.  ■ 

kphaerodus  tenuis.  Beuss.     •    • 
^yrodus  mammillaris.  Ag,  ■    ■ 
vHemilampronites  Steinlai.  Gem.) 
(Hemicyclus  Streblensis.  Oein.) 


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Teleostei. 

Enchodus  Halocyon.  Ag.     ■    ■ 
Osmeroides  Lewesiensis.  Ag.  . 
(Osmeroides  divaricatus.  Gein.) 
Cyclolepis  Agassizii.  Gein.  ■    ■ 
Aspidolepis  Steinlai,  Gein.  .     • 
Saurocephalus  marginatus.  Beusa  sp 
( Saurocephalus  lanciformis.  Harlan.) 
(Saurocephalus  ?  dispar.  Eebert.) 
Hypsodon  Lewesiensis.  Ag..     . 
Cladocyclus  Strehlensis.  Gein.  ■ 
(Acrogramatolepis  Steinlai.  Gein 

Beryx  ornatus.  Ag 

Lepidenteron  longissimuin.  Fr. 

Mollusca. 

Cephalopoda. 

Nautilus  sublaevigatus.  D'Orb. 
Nautilus  rugatus.  Fr.  et  Sehl.    ■ 
Ammonites  subtricarinatus.  D'Orb 
Ammonites  peramplus.  Mont.  ■ 
Ammonites  Austeni.  Sharpe. 
Scaphites  Geinitzii.   D'Orb.  ■    . 
Helicoceras  Reussianum.  Fr.    . 
Helicoceras  polyplocus,  irorb. 
Baculites  undulatus.  D'Orb.  $    . 
Belemnites  Strehlensis.  Fr. 
Aptychus  cretaceus.  MUnat.  •     . 
Aptychus  radiatus.  Fr.  ■    ■    . 
Aptychus  complanatus.  Gein.   ■ 

Gastropoda. 

Turritella  multi striata.  Beusa.    ■ 
Turritella  Neogerathiana.   Goldfut 

Scala  decorata.  Gein 

Natica  vulgaris.  Beusa.    •    ■    ■ 
Natica  Gentii.  Sow.    .... 

Rissoa  Reussi.  Gein 

Pleurotomaria  linearis.  Mant.  ■ 
Pleurotomaria  perspectiva.  Mant. 
Turbo  decemcostatus.  Beuas,    . 
Turbo  Steinlai.  Gein 


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Trochus  amatus.  Gem 

Aporhais  stenoptera.  Goldf..     .    . 
Apo.iiia.is  Reussi.  Gein.  sp.   .     ■     ■ 

Mitra  Romeri.  D'Orb 

Cerithium  pseudoclathratum.  nsm. 
(Patella  angulosa.  Gein)     .    .    . 

Actoon  ovum.  Duj 

Dentalium  Cidaris.  Gein.     ■    •    • 


Pelecypoda. 

Isocardia  cretacea.  Goldf.     ■ 
Isocardia  sublunulata.  D'Orh. 
isocardia  turgida.  Beuss.     . 
Cardium  deforme.  Gein. 
Cardium  bipartitum.  iyo,-h. 
Cardium  alutaceum.  Munst. 
Cardium  semipapillatum.  Bcu, 
Cardium  lineolatum.  iieuss, 
Cardita  parvula.  Munst.  ■ 
Cardita  modiolus?  miss. 
Cardita  tenuicosta.  Sow.. 
Astarte  acuta.  Beuss.   .     ■ 
Mutiella  Ringmerensis.  Gem 
^riphyla  lenticularis.  GoUf. 
Nucula  semilunaris,  v.  Buck 
^ucula  pectinata.  Sow.   . 
Pectunculus  sp.  ?  .    .    . 
Ajca  subglabra.  worb.  . 
™rca  Geinitzii.  Beuss. 

A''Ca  Striatula.  Beuss.  .      . 

Area  undulata.  Beuss. 

Pinna  ? 

Mytilus  Cottao.  Bow,.    . 
Gastrochaena  amphisbaena.   Gein 
»      —       var.  cingulata.  Fr. 
Modiola  tetragonus    .    . 
Panopaea  Gurgitis.  Brongn 
*ellina  concentrica.  Reusa. 
Venus  laminosa.  Beuss.    . 
Venus  ovaiis.  Sow.      .     . 
venus  Goldfussi.  Gein.    . 
ivenus  Reussiana.  Gem.) 
^°rtmla  caudata.  miss.  . 
^ervillia  solenoides.  Defr. 


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56 


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Perna  ?  sp 

Inoceramus  Brongniarti.  Park. 
Inoceramus  Cripsii.  Mant. 
Inoceramus  Cuvieri.  Sow. 
Inoceramus  latus.  Mant.  ■ 
Lima  Sowerbyi.  Gein. 
Lima  granulata.  rrori.   . 
Lima  divaricata.  Buj. 
Lima  semisulcata.  miss. 

Lima  Hoperi.   Beshai/es.     . 

Lima  dichotoma.  iieuss.  . 
Lima  elongata.  Sow.    ■     . 
Pecten  Mlssoni.  Goidf.   . 
Pecten  squamula.  Lam.   . 
Pecten  serratus.  miss.     . 
Pecten  cretosus.  Befr. 
Pecten  Dujardinii.  BSm.  . 
Pecten  curvatus.  Gein.    . 
Vola  quinquecostata.  Sow.  sp. 
Spondylus  spinosus.  Gold/. 
Spondylus  latus.  ESm.     ■ 
Plicatula  nodosa.  Buj.    . 
Plicatula  inflata.  Sow. 
Plicatula  radiata.  Gold/.  . 
(riicatula  granulosa.   Gem.) 
Exogyra  lateralis.  Bmet. 
(Exogyra  conica.  Sow.)    . 
Ostrea  Proteus,  iieuss.     . 
Ostrea,  semiplana.  Sow.   . 
Ostrea  hippopodium.  miss. 
Ostrea  irons.  Park.     .     . 
Anomia  semiglobosa.  Gein. 
Anomia  subtruncata.  B'Orb. 
Anomia  subradiata.  jteuss. 
Anomia  immitans.  Fr.     . 


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Brachiopoda. 

Crania  barbata.  v.  Bag,  .  .  ■ 
Crania  spinulosa.  NUss.  ■  .  . 
Terebratu  la  semiglobosa.  Sow.  ■ 
Terebratwlina  gracilis.  Sehlott.  ■ 
Terebratulina  chrysalis.  ScUoit. 
Rhynchonella  plicatilis.  Sow.    . 


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57 


Bryozoa. 

Hippothoa  desiderata.  Nov. 
Membranipora  confluens.  Reuaa. 
Membranipora  depressa.  v.  Uaag 
Membranipora  ol  Liptica,.  v.  Eaag. 
jperenicea  confluens.  mm.  sp 
Lepralia  pediculus.  muss.  . 

Crustacea. 

Lupeitos  granulatus.  Fr.     . 
Enoploclytia  Leacbi.  Mant. 
Callianassa  sp.  ?  .    .    . 
Cytberella  ovata.  RSm.    . 
Cytherella  Munsteri.  Hews. 
^ytherella  asperula.  Beues. 

Cytherella  sp 

Qythere  ornatissima.  muss. 
^ythere  Geinitzii.  Reuas. 
^ythere  reticulata,.  Kafka. 
^ytbere  gracilis.  Kafka. 
Wthere  cuneata.  Kafka. 
^ythere  nodifera.  Kafka. 
J^ythere  serrulata.  Bosq. 
^ythere  elongata.  Gem.  .. 
^ytheridea  perforata,  mm. 
^ytherideis  laevigata.  RSm. 
*jairdia  subdeltoidea.  Munat 
^airdia  modesta.  items.  ■ 
j^tii'dia  arquata,  var.  faba 
r^dia  depressa.   Kafka. 
'  ollicipos  Kosticensis.  Kafh 
^ollicipes  glaber.  nam.   . 

^OlllCipeS   COniCUS.  Reus* 

*°Uieipes  Bronni.  mm.  .    . 
IScalpellum  angustatum.  z>«».) 
■koiicula  pulcbella,  Sow.  var.  gigas 

Fr 

Vermes. 

Serpula  umbilicata.  ».  Sag. .  . 

vperpuia  macropus.  Sow.)    .  . 

«erpula  biplicata.  Hems.     .  . 

"Srpuia  depressa.  v.  Mamt. .  . 


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58 


Serpula  gordialis.  ».  SeU. 
Serpula  pustulosa.  Qei%. . 
Serpula  rotula.  Gold/.  . 
Serpula  granulata.  Sow.  . 
(Serpula  ampulacea.  Sow.) 

Echinodermata. 


D'Orb. 


Cidaris  Eeussi.  Gem.  . 
Cidaris  subvesiculosa 
Phymosoma  radiatum 
Micraster  cor  testudinarium.  Gold/. 
Micraster  breviporus.  Agassi*  . 
Holaster  planus.  Mant.  sp.    .    . 
Offaster  (cf.  corculum.)  GoUf.sp. 
Stellaster  quinqueloba.  Goid/.sp. 
Mesocrinus  Fischeri.  Gem.  sp. . 
PSOIUS  sp 


Anthozoa. 

Nephthya  cretacea.  Potoa.  .  • 
Micrabatia  coronula.  Gold/,  sp. 
Parasmilia  centralis.  Momt.  sp. . 
Coelosmilia  ?  laxa.  m,  b.  et  iMme. 

Porifera. 

Craticularia  vul^ata.  PoK    .    . 
Craticularia  subseriata.  Mm.  sp. 
Leptophragma  striatopunotatum. 

Mom.  sp 

Leptophragma  fragilis.  Bsm.  sp. 
Pleurostoma  bohemicum.  zittl, 
Pleurostoma  scyphus.  Poc.  .    . 
Pleurostoma,  ramosum.  Gerstersp. 
Guettardia  stellata.  mm.    .    . 
Ventriculites  angustatus.  RSm. 
Ventriculites  radiatus,  Mant.    . 
Ventriculites  Zippei.  Beuss  sp.  . 
Ventriculites  cribrosus.  Phiii.  sp. 
Ventriculites  marginatus.  PoHa. 
Ventriculites  convolutus.  Emde. 
Plocoscyphialabyripthica.  Beuss  sp 


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59 


Plocoscyphia  labrosa.  Smiu  sp. 
Plocoscyphia  pertusa.  Gem. 
Rhizopoterion  cervicorne.  Ooidf.ap, 
Cystispongia  verrucosa.  BSm.  sp. 
Coeloptychium  Frici.  Poiia. 
Doryderma  ramosa.  Mant.  sp.    ■ 
Phymatella  intumescens.  Rom.  sp 
Phymatella  elongata.  Reuss  sp. . 
Thecosiphonia  erecta.  PoSta.    • 
Cliona  Conybeari.  Brongn.   ■    ■ 
Ainorphospongia  globosa.  v.iiag.sp 
A.chilleum  rugosum,  var.  elliptica 
Achilleum  bisquittiforme.  Pr.  . 
Spongites  saxonicus.  <?«».    .    • 

Poraminiferae. 

(Lagena  globosa.  Montg)  .  . 
Nodosaria  Zippei.  Beuss.  •  ■ 
(Nodosaria  bactroides.  Reuss.)  . 
(Nodosaria  inflata.  Reuss)  .  . 
Nodosaria  obscura.  Hems.  .  ■ 
Nodosaria  paupercula.  Reuss.  ■ 
(Nodosaria  amphioxys.  Beuss.)  ■ 
(Nodosaria,  Insula.  Reuss.)  .  . 
(Nodosaria  acicula.  Reuss.)  .  . 
(Nodosaria  Naumani.  Reuss.)  . 
(Nodosaria  affinis.  Beuss.)  ■  ■ 
(Nodosaria,  obsoiescens.  Reuss.) 
(Nodosaria,  multilineata.  Beuss.) 
(Nodosaria  oligOStegia.  Beuss.)  ■ 
(Nodosaria  discrepans.  Beuss.)  ■ 
(Nodosaria  distincta.  Beuss.)  ■ 
(Nodosaria,  strangulata.  Reuss.) 
(Nodosaria  cognata.  Reuss.).    ■ 

Nodosaria,   annulata.  Beuss.   .     . 

Nodosaria,  Lorneiana.  D'Orb.    ■ 

(Nodosaria,  peracuta.  Beuss.)  ■ 
Nodosaria  nodosa,.  D'Orb.  .  . 
(Nodosaria  gracilis.  D'Orb.)     . 

'Nodosaria,  sororia.  Benss.)  ■  ■ 

Nodosaria  communis.  Beuss)  . 

Nodosaria  defiexa.  Beuss.)  .  . 

'Nodosaria,  legumen.  Beuss.)  . 


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60 


Nodosaria  aculeata.  D'Orb. .    . 
(G-Iandulina  cylindi'acea.  Reus,?) 
(Glandulina  mutabilis.  nevus.)  . 
Vaginulina  costulata.  Mm.  .    . 
Frondicularia  angusta.  miss.    . 
Frondicularia  canaliculate,  Beuss. 
Frondicularia  marginata.  items. 
Frondicularia  angustissima.  Beuss 
Frondicularia  trisulca.  miss.     . 
Frondicularia,  simplex,  itcnss.    . 
Frondicularia  striatula.  items.  . 
Frondicularia  tenuis.  Beuss. 
Frondicularia  microsphaera.  items 
Frondicularia  inversa.  Beuss.    .     . 
Frondicularia,  Cordai.  Beuss.     . 
Frondicularia  d'Arcluacina.  D'Orb 
Flabcllina  rugosa.  D'Orb.    .     . 
Flabellina  elliptica.  miss.    .    . 
Flabellina  Baudouiniana.  D'Orh. 
(Flabcllina  ornata.  Beuss.)    .     . 
Cristellaria  elongata.  D'Orb.     . 
Cristellaria  ovalis.  Beuss.     .    . 
Cristellaria  denticulate.  Beuss. 
Cristellaria  corapressa.    jyOrb. 
(Cristellaria  recta,   D'Orb.) .     . 
Cristellaria  ScbJonbachi.  Beuss. 
(Cristellaria  Kirsteni.  Beuss.)    . 
(Cristellaria  navicula.  D'Orb.). 
(Cristellaria  intermedia.  Bems.) 
(Cristellaria  oligostegia.  Beuss.) 
(Cristellaria  lobata.  Beuss.)  ■     . 
Cristellaria  rotulata.  D'Orb.     . 
(Cristellaria  nuda.  Bems.)    .     . 
(Cristellaria  lepida.  Beuss.)  .     . 
(Polymorphina  globosa.  v.  m.  sp 
(Polymorphina  lacrima.  Beuss.) 
(Polymorphina  horrida.  Beuss.) 
Bulimina  D'Orbignyi.  Beuss.    ■ 
(Bulimina  intermedia.  Beuss.)  . 
Bulimina  Freslii.  Beuss.  .    .    . 
Bulimina  Murchisoniana.  D'Orb. 
Bulimina  truncata.  Beuss.    .    . 
Bolivina  tegulata.  Beuss.      .    . 
Textillaria  conulus.  Beuss.   ■    ■ 


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61 


Textillaria  praelonga.  Beuss.    . 
Textillaria  obtusangula.  BSm.  . 
Textillaria  turris.  D'Orb.      .     . 
Textillaria  Baudouiniana.  D'Orb. 
Globigerina  cretacea.  D'Orb.    . 
Globigerina  marginata.  Beuss.  . 
Planorbulina  ammonoides.  Beuss. 
(Planorbulina  polyraphes.  Beuss.) 
(Planorbulina  lenticula.  Beuss.) 
Rotalia  umbilicata.  vorb.  .    . 
Rotalia  nitida.  Beuss. .    ,    .    . 
(Cornuspira  cretacea.  Beuss.)    . 
Haplophragmium  irregul.   Bom.sp 
(Haplopliragmium  aequale.  BSm.sp.] 
(Haplostiche  foedissima.  Beuss)    . 
(Haplosticbe  dentalinoides.  Beuss.) 
■Tritaxia  tricarinata.  Beuss.  .    . 
(Verneuillina  Bronni.  Beuss.)    . 
(Verneuillina  Miinsteri.  Beuss.) 
Ataxophragmium  variabile.  D'Or 
(Plecanium  Partschi.  Beuss.)    . 
Plecanium  concinnum.  Beuss.   . 
G-audryina  rugosa.  d'Oi-i.    .    . 
Noiiionina  compressa.  Bom. .     . 
■Truncatulina  laevigata.  Bom.   . 


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Das  Verhaitniss  der  in  den  Teplitzer  Schicbten  nachgcwiescnen  328  Arteu  zu 
aei*  in  den  anderen  Kreideschichten  Bohmens  vorkommenden  lasst  sicb  gegenw&rtig 
'""'  mit  Ausscbluss  dor  Forarniniferen  durchftihren,  denn  die  von  den  letzteren 
*Us  den  Teplitzer  Schicbten  in  Bohmen  und  Sachsen  von  Beuss  angefuhrten  Arten 
la')(!<i  meist  cine  vie]  grSssere  verticals  Verbreitung,  als  man  bisher  annahm.  Zabl- 
reicbe  Schlamm-  und  Schliffproben  aus  alien  Schicbten  der  bohm.  Kreideschichten, 
"©lche  behufs  der  neuen  Verarbeitung  unserer  Forarniniferen  gemacbt  wurden, 
Weisen  darauf  bin. 

Somit  bleiben  zur  Vergleiclumg  232  Arten  aus  den  Teplitzer  Scbichten  iibrig, 

011  doncn  48  schon  in  den  cenoinanen  Korycaner,  71  in  den  Weissenberger,  45  in 

' e"  Malnitzer,  49  in  den  fserschichten   vorkommen.    Es  bleiben  dann  134  Arten, 


(52 


welche  zum  erstenmale  in  den  Teplitzer  Schichten  auftrcten.  Davon  wurden  16 
Arten  bisher  nur  in  Sachsen  (Strehlen  und  Weinbohla)  angetroffen;  somit  sind  in 
Bohmen  118  Arten  in  den  Teplitzer  Schichten  neu  auftretend.  Wie  viele  davon 
dann  in  die  jiingeren  Priesener  Schichten  iibergehcn,  wird  erst  nach  der  neuen 
Verarbeitung  der  letzteren  klar  hervorgehon. 

Ueber  die  Zulassigkeit  der  Parallelisirung  mit  dem  franzosischen  Turon  und 
Senon  habe  ich  mich  bereits  friiher  (Weissenberger  Schichten  pag.  7.)  ausgesprochen 
und  will  hier  nur  beifiigen,  dass  die  iibliche  Bezoichnung  der  Teplitzer  Schichten 
als  Turon  gewiss  noch  fraglich  ist. 

Der  Umstand,  dass  die  Iserschichten ,  welche  sicher  untor  den  Teplitzer 
Schichten  liegen,  entschieden  senone  Formen  wie  Trigonia  limbata  und  Pholadomya 
nodulifera  fiihren,  deutet  darauf  hin,  dass  diese  Frage  durchaus  nicht  als  gelost  zu 
betrachten  ist. 


63 


IV.  Kritisches  illustrates  Verzeichniss  der  in  den  Teplitzer 
Schichten  vorkommenden  Versteinerungen. 

Dieses  Verzeichniss  1st  zur  Orientirung  und  Einftihrung  in  die  palaeontolo- 
gische  Wissenschaft  zusammengestellt,  und  zwar  in  btindiger  Kiirze,  welche  bei 
den  Publikationen  der  Landesdurchforschung  zu  beobachten  ist.  (Vergl.  Weissen- 
berger  Schichten  pag.  95.) 

Es  bringt  kurze  Hinweisungen  auf  die  palaeontologischen  Hauptwerke  und 
auf  specielle  Monographien  ohne  den  ganzen  Balast  der  Synonymik  mitzuschleppen. 
Bei  Arten,  wo  ich  diesen  Hinweis  in  meinen  Schriftcn  liber  die  Weissenberger, 
Malnitzer  und  Iserschichten  bereits  gegeben  habe,  verweise  ich  hier  auf  die  bc- 
treffenden  Stellen. 

Die  Abbildungen  beschriinken  sich  nicht  bloss  auf  neue  Arten,  sondern  bieten 
auch  Darstellungen  von  den  charakteristischen  Leitpetrefacten,  deren  die  Freunde  der 
''alaeontologie,  denen  die  grossen  Werke  unzugiinglich  sind,  am  meisten  brauchen. 

Arten,  von  denen  ich  in  den  fruheren  Monographien  bereits  Eiguren  gegeben 
habe  und  die  in  den  Teplitzer  Scbichten  in  ganz  ahnlicher  Form  auftreten,  habe 
ich  nicht  von  neuem  abgebildet  und  verweise  auf  die  dort  gegebenen  Abbildungen. 


Vig.  20.  Plesiosaurus  Bernardl,  Owen. 

Von  Strehlen  bei  Dresden. 
Oopie  nach  Geinitz.    Nattirl.   (ivosse. 


.«.    , 


'  a 

Fig.  21.    Plesiosaurus?  sp.  aus  den  Teplitzer 

Schichten  von  Loosch.    Natiirl.  Grosse. 
a  von  unten,   b  von  der  Seite,    c  von  hinten. 


(Plesiosaurus  Bernardi,  Owen.)  (Geinitz,   Elbthalgeb.  II.  pag.  230.  Tai  43.  Fig. 
13—15,)  —  Fig.  20. 

Ich  gebe  die  Abbildung  dieses  Saurierzahnes ,  der  in  den  Teplitzer 
Schichten  in  Strehlen  und  Weinbohla  in  Sachsen  vorgefunden  wurde,  urn 
die  einheimischen  Sammler  auf  diese  Art  iiufmerksam  zu  machen. 

Plesiosaurus?  sp.  Fig.  21. 

Mehrere  /ebon  eines  grossen  Sauriers  wurden  vom  f  Herrn  Mann, 
Oberlehrer  in  Holtschitz  bei  Brttx,  im  Looscher  Steinbruche  aufgefunden. 


64 


(Chlmaera  Agassizi,  BuoMand.)  (Geinitz,  Elbthalgeb.  II.  pag.  206.  Taf,  39.  Fig.  8 — 10.) 

(CMmaera  Mantelli,  Buckland.)  (Geinitz,  Elbthalgeb.  II.  pag.  206.  Taf.  39.  Fig.  1 1  —  12.) 

Beide  Arten  kommen  im  Planerkalke  bei  Strehlon  vor,   sowie  in  der 

englischen  Kreide.    (Der  einheimische  Sammler  moge  ausser  dem   citirten 

Werke   beziiglich  des  Aussehens  der  Gattung  aueb  vorgleichen   Fric   Reptil. 

u.  Fische  der  bohm.  Kr.-Form.   pag.  17.  Fig.  40.  imd  Vesralr  IX.  pag.  64. 

Fig.  22.) 

Oxyrlnna  Mantelli,  Ag.  (Reuss  I.  pag.  5.  T.  III.  Fig.  1—6,  Fr.  Rept.  u.  Fische 

pag.  7.  Fig.  12.,  pag.  18.  Fig.  41.)  —  Fig.  22. 

Diese  bekannte,  weit  verbreitete  Haiflschart  kommt  in  den  Teplitzcr 
Schichten  itberall  vor,  wo  dieselben  in  grosserem  Maasstabe  ausgebeutet 
wcrden  und  die  Ziihne  erreichen  cine  Langc  von  45  mm.  Wir  besitzen  den- 
selben  aus  den  verschiedenen  Kalkbriichen  bei  Teplitz,  dann  von  Laun,  Ko- 
schtitz,  Cizkovic  u.  s.  w. 

Zu  der  Art  gehoren  wahrscheinlicb  die  grossen  Wirbel,  die  iin  Kalk- 
bruche  bei  Loosch  in  lotzteror  Zeit  hiiufiger  vorkommon  nnd  bis  85  mm 
Durchmesser  besitzen.  Anch  glaube  ich,  dass  die  grosseren  Coprolithen,  von 
denen  icb  Fig.  22.  ein  Fragment  abbilde,  zu  diescr  Art  gehoren. 

In  neuester  Zeit  wurde  die  Zugehorigkeit  der  grossen  Wirbel  zu  Oxyrlnna 
von  Bassani  direkt  nachgewiesen  (Memorie  della  Societa  Italiana  dolle  Science. 
Napoli.  20.  2.  88.),  indem  dersolbe  an  einem  Exemplare  von  Castellavazzo 
(Museum  von  Pavia)  die  Zahne  neben  der  wohlerhaltenen  Wirbelsaule  vorfand. 


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-  V"  * 


Mg.  '2ii.    Lamna  acu- 
minata, Ag. 


Fig.  22.   Ooprolith,   der  wahrscheinlich 

der  Oxyrhina  Mantelli  angehOrt.  Aus  den 

Teplitzer  Schichten  von  Cizkovic. 


Fig.  24.    Lamna  subu- 
lata,  Ag. 


Oxyrhina  angustidens,  Reuss.  (Reuss  I.  pag.  6.,  7.  Taf.  III.  Fig.  7—10.   Frifi, 
Rept.  u.  Fische  pag.  8.) 

Kommt  auf  den  sogenannten  Koschtitzer  Platten  vor.  —  Geinitz  filhrt  die 
Art  auch  von  Strehlen  an.  Wir  besitzen  dieselbe  von  Osseg  und  Teplitz. 

Lamna  acuminata,    Ag.   (Reuss  I.   Fig.  8.  Agass.  Vol.  3.  Taf.  37.   Fig.  54.,   57. 
Fric  Rept.  u.  Fische  pag.  9.)  —  Fig.  2;;. 

Reuss  fuhrt  diese  Art  von  Koschtitz  an,  ohne  cine  Abbildung  zn  geben. 
Ich  gebe  hier  Fig.  2.'!.  <iine  Copie  der  Figur  bei  Agassiz,  urn  unsere  Sammler 
auf  diese  Art  aufmerksam  zu  machen.  Wir  besitzen  diese  Art  nicht  und 
wisscn  auch  nicht,  wohin  das  Original  gekommen  ist. 


65 

lamna  subulata,  Ag.  (Reuss  II.  pag.  100.  Taf.  14.  Fig  25.  Frig  Kept.  u.  Fische 
pag.  9.)  —  Fig.  24. 

Reuss  fiihrt  die  Art  von  Kosclititz  und  von  Kautz  an.  Kommt  haufig  im 
Pliinerkalke  von  Strehlen  und  Weinbohla  vor. 

lamna  raphlodon,  Ag.   (Reuss  I.   pag.  7.   Taf.  III.  Fig.  34—36.  Fric  Rept.  und 
Fische  pag.  10.  Fig.  17.  Fric  Weissenberger  Schichten  pag.  97.  Fig.  34.) 

Kommt  auf  den  Koschtitzer  Platten  vor,  jedoch  viel  seltener  als  dies  in 
den  cenomanen  Korycaner  Schichten  der  Fall  es  ist.    Geinitz  fiihrt  sie  auch 
von  Strehlen  an. 
(Notidamis  microdon,  Agass.)   (Geinitz  Elbthalgcb.  II.  pag.  210.  Taf.  40.  Fig.  1.) 
Fig.  25. 

Geinitz  fiihrt  diese  Art  von  Strehlen  an  und  ich  mache  hiemit  die  ein- 
heimischen  Saminler  auf  diesen  interessanten  Haifischzahn  aufmerksam. 


Fk-  25.  Notfdanus  mi- 
crodon, Ag. 


Fig.  26.  Fragment  der  Wirbel- 
siiule  eines  liaifisches  aus  dem 
Pliinerkalke  von  Loosch.  Wahr- 
scheinlicli  zu  Otodus  appendicu- 
lar gehorig.    Natiirl.  Grosse. 


Fig.  27.  Copvolitli  aus  dem  Pliiner- 
kalke von  llundorf.  Wahrschein- 
lich  zu  Otodus  appendiculatus  ge- 
horig. Natiirl.  Grosse. 


Otodus  appendiculatus,  Ag.  (Reuss  I.  pag.  5.  Taf.  III.  Fig.  22—29.  II.  pag.  99. 
Geinitz  Elbth.  I.  pag.  294.  Taf.  65.  Fig.  6.  7.  Fric  Rept.  und  Fische  pag.  5. 
Fig.  5.)  —  Fig.  26.  und  27. 

Gehort  zu  den  haufigen  Erscheinungen  in  den  Teplitzer  Schichten,  ist 
aber  schwer  sicher  zu  bestimmen,  wenn  die  Seitenziihnchen  abgebrochen  sind. 
Ich  gebe  auch  die  Abbildung  eines  Fragmentes  der  Wirbelsaule,  das  ich  bei 
Loosch  sammelte  und  von  dem  ich  glaube,  dass  es  dieser  Art  angehort. 

Otodus  semiplicatus,  v.  Munster.  (Fric  Rept.  und  Fische  pag.  7.  Reuss  I.  pag.  5. 
Taf.  III.   Fig.  20.  u.  21.) 

Reuss  fiihrt  die  Art  von  Koschtitz  an.  Einen  deutlich  gefalteten  Neben- 
zahn,  welcher  dieser  Art  angehoren  dlirfte,  fand  ich  in  der  Sammlung  des 
Stiftcs  Osseg  und  riihrt  derselbe  aus  dem  jetzt  verlassenen  Kallcwerke  am 
Fusse  der  Strobnitz  her.  Derselbe  ist  7  mm  breit  und  hoch,  tragt  auf  der 
Aachen  Seite  4  Falten,  die  bis  zur  halben  Hohe  reichen  und  zwischen  welche 
sich  unten  kleinere  einlegen.  Die  gewolbte  Seite  ist  glatt.  Die  langere 
Kante  ist  fein  gezahnelt,  die  ktlrzere  trftgt  unten  zwei  grobe  Zacken.  Dieser 
Rest  deutet  auf  ein  viel  grosseres  Exemplar,  als  es  lusher  von  dieser  Art 
bekannt  ist. 

5 


Otodus  serratus,  Ag.  (Reuss  I.  pag.  5.   Fric  Rept.  u.  Fische  pag.  7.)  —  Fig.  28. 
Wurde  von  Reuss  nur  einraal  in  den  Teplitzer  Schichten  von  Koschtitz 
vorgefunden. 
Corax  hctcrodon,  Reuss.  (Reuss  I.  pag.  3.  Taf.  III.  Fig.  49—71.   Fric  Rept.  und 
Fische  pag.  11.  Fig.  23.     Weissenb.  Schichten  Seite  96.  Fig.  35.) 

Fine  haufige  Erscheinung   iiberall,    wo    der    Planerkalk    der   Teplitzer 
Schichten   gewonnen  wird   Oder   gut   cntbliisst  ist.    Wir   besitzen   ihn   von 
Koschtitz,  Teplitz,  Kystra,  Osseg  etc. 
Spinax  rotundatus,  Reuss.    (Reuss  pag.  8.  Taf.  IV.  Fig.  12—14.) 

Reuss  fiihrt  diesen  Haifisch-Flossenstachel  aus  den  Teplitzer  Schichten 
von  Koschtitz  an.  Es  sind  dies  glatte  Stacheln,  deren  Bestimmung  Reuss 
nur  als  provisorisch  bezeichnet.  —  Spinax  marginatus  Reuss  erwies 
sich  als  ein  Zahn  von  Saurocephalus. 


Fig.  28.    Otodus  serratus, 

Ag. 


Fig.  80.     Ptychodus  latissimus,  Ag. 

Aus  den  Teplitzer  Schichten  am   Eger- 
ufer  bei  Koschtitz.    Ansicht  von  oben. 


Fig.  29.  Ptychodus  mammi- 
laris?  Ein  kleiner  Seitcu- 
znJin  aus  der  vordersten 
Partie  des  Kiefers  v.  Ilun- 
dorf.  (Coll.  Eaffelt.) 


Ptychodus  mammillaris,  Ag.  (Reuss  I.  pag.  2.  Taf.  II.  Fig.  11—13.  Fric  Rept. 
u.  Fische  pag.  14.  Fig.  33.)  —  Fig.  20. 

Diese  Art  scheint  den  tieferen  Lagen  der  Teplitzer  Schichten  anzugc- 
horen,  indem  sie  Reuss  als  haufig  auf  den  sogenannten  Koschtitzer  Platten 
anfiihrt.  Seltener  ist  sie  in  dem  mittleren  Niveau,  welches  in  den  Kalk- 
briichen  bei  Teplitz  ausgebeutet  wird.  Aus  diesem  stanrmt  der  Fig.  29.  abge- 
bildete  kleine  Nebenzahn,  der  bios  eine  grossere  Falte  triigt. 

Ptychodus  latissimus,  Ag.   (Reuss  I.  pag.  1.  Taf.  II.  Fig.  5—8.  Fric  Rept.  u. 
Fische  pag.  15.)  —  Fig.  30. 

Diese  prachtvolle  Art  kommt  in  den  mittleren  Lagen  der  Teplitzer 
Schichten  vor,  etwa  in  Nro.  15.  des  Profils  von  Scttenz.  Es  kommt  die  Art 
selten  in  den  Kalkbriichen  von  Settenz,  Loosch  und  Hundorf  vor  und  cine 
prachtvolle  Gruppe,  die  wahrscheinlich  einem  Individuum  angehort  und  die 
aus  dem  Settenzer  Steinbruche  des  Herrn  Pickliardt  stammt,  wurde  dem  If.  k- 
Hofmineraliencabinete  zu  Wien  von  f  Lehramtskandidaten  Raffelt  aus  Leit- 
meritz  geliefert.  —  Unser  Museum  erhielt  von  dem  eifrigen  Sammler  Herrn 
Fassel  in  Teplitz  (Bohm.  Saal)  ein  grosses  Exemplar  dieser  Art,  welches  wahr- 
scheinlich zu  der  Raffelt'schen  Gruppe  gehort.  Ausserdem  bositzt  unser  Museum 
aus  Sternberg's  Zeiten  ein  Exemplar  aus  Benatek  an  der  Iser,  was  darauf  hin- 
deuten  wurde,  dass  auf  den  [serschichten  daselbst  irgendwo  der  Planerkalk 


67 

der  Teplitzor  Schichten  liegt,  der  nur  gelegentlich  bei  Gnmdgrabungen  ent- 

blosst  werden  dtlrfte.    Mem  Nachsuchen  daselbst  war  vergebens.  —  Reuss 

ftihrt  die  Art  auch  von  Kosclititz  an. 
Ptychodus  decurrens,  Ag.  (Reuss  I.  pag.  1.  Taf.  II.  Fig.  10.  Fric  Rept.  u.  Fische 

pag.  14.  Fig.  34.) 

Diese  Art  ist  kleiner  als  latissimus  und  durch  die  Verzweigung  der  Rippen 

an  den  Seiten  des  Zahnes  charakteristisch.  Reuss  fiihrt  dieselbe  von  Hundorf 

und  Koschtitz  an. 
Aerodus  alfinis,  Reuss.  (Reuss  I.  pag.  1.  Taf.  II.  Fig.  3—4.  Fric  Rept.  u.  Fische 

pag.  15.)  —  Fig.  31. 
Aerodus  triangularis,   Gein.    (Reuss  I.  pag.  2.  Taf.  II.  Fig.  14.,  16.  Fric  Rept. 

u.  Fische  pag.  16.  Fig.  38.)  —  Fig.  32. 

Reuss  fiihrt  beide  Arten  aus  den  Teplitzer  Schichten  von  Koschtitz  an. 


Fig,  81.  Acrotlus  affinis, 

Reuss. 


i.<!.  82.  Acrodus  triangula- 
ris, Gein. 


Fig.  88.  Hybodus  cristatus, 

Reuss.  Von  Koschtitz. 
Naturl.  Gr.  (Nach  Reuss.) 


1 


Hybodus  cristatus,  Reuss.  (Reuss  I.  pag.  2.  Taf.  II.  Fig.  20.  Fric  Rept.  u.  Fische 
pag.  13.  Fig.  27.)  —  Fig.  33. 

Diese  Art  wurde  von  Reuss  nur  einmal  in  Koschtitz  gefunden. 
ycnodns  cretaceus,  Ag.  (Fric  Rept.  u.  Fische  pag.  22.  Taf.  II.  Fig.  1—4.) 

Reuss  fiihrt  diese  Art   unter    dem  Namen  P.  rhomboidalis   nnd  P.  sub- 
deltoideus  aus  dem  unteren  Niveau  von  Koschtitz  an.  Ich  fand  einen  schonen 
Unterkiefer  aus  dem  Teplitzer  Kalke  von  Loosch  in  der  Sammlung  des  f  Ober- 
lehrers  Mann  in  Holtschitz  bei  Komotau. 
Pycuodus  coniplanatus,  Ag.  (Fric  Rept.  u.  Fische  pag.  21.  Taf.  II.  Fig.  5.) 

Wird  von  Reuss  aus   den  Teplitzer  Schichten  von  Koschtitz   angefiihrt 
wo  sie  im  tieferen  Niveau   auf  den  Koschtitzer  Plattcn   (unterer  Pliinerkalk 
von  Reuss)  vorkam. 
^'nodus  scrobiculatllS,  Reuss.  (Fric  Rept.  u.  Fische  pag.  22.  Taf.  II.  Fig.  6.,  7.) 
Reuss  fiihrt  diese  Art  aus  Koschtitz  an.     Das  geologische  Cabinet  der 
deutschen  Universitat  in  Prag  besitzt  einen  grossen  Pycnoduskiefer  von  Hun- 
dorf, dessen  Zahne  mit  ahnlichen  Griibclum  besetzt  sind,  wie  man  es  fur  I'. 
scrobiculatus  als  bezeichnend  halt.     Eine  Habere  Beschrcibung  dieses  Restes 
ist  sohr  wiinschenswerth. 
8Phaerodus  tenuis,  Reuss.   (Reuss  Geogn.  SK.  II.  pag.  220.,  257.  Fric  Rept.  u. 
Fische  pag.  24.) 

Von  Reuss  auf  den  Koschtitzer  Flatten  gefunden. 
'•y»'«dus  mammillaris,  Ag.    (Reuss  I.  pag.  9.  Taf.  VII.  Fig.  28.   Fric  Kept.  u. 
Fische  pag.  25.) 

Von  Reuss  auf  den  Koschtitzer  Flatten  gefunden. 


(Uemilampronites  Stehilai,  Gein.)  (Elbthlgb.  II.  pag.  220.  Taf.  44.  Fig.  3, 4.)  —  Fig.  34. 

Selten  im  Planerkalke  von  Strehlen. 
(Hemicyclus  Strehlensis,  Gein.)   (Elbthlgb.  II.  pag.  220.  Taf.  45.  Fig.  1.)  —  Fig.  35. 
Vereinzelt  im  Planerkalke  von  Strehlen. 
Enchoclus  Halocyon,  Ag.  (Reuss  I.  pag.  13.  Taf.  IV.  Fig.  65.  u.  66.    Fric  Kept, 
und  Fische  pag.  35.  Taf.  7.  Fig.  1—4.) 

Diese  Art,  welche  bei  uns  im  Wehlowitzer  Fischplaner  der  Weissenberger 
Schichten  ihr  eigentliches  Lager  hat,  wird  von  Reuss  auch  aus  den  Teplitzer 
Schichten  von  Hundorf  und  Koschtitz  angefiihrt.  Nach  Geinitz  war  dieselbe 
in  fruheren  Zeiten  in  Strehlen  hiiung. 
Osmeroides  Le/wesiensis,  Ag.  (Fric  Rept.  und  Fische  pag.  32.  Taf.  VII.  Fig.  5,  6. 
Taf.  VII.  Fig.  1.)  —  Fig.  36. 

Einzelne  Schuppen  kommen  zuweilen  vor,  aber  namentlich  hiiung  decken 
dieselben  die  rohrenformigen  Korper,  welche  wir  weiter  untcn  untcr  dem 
Namen  Lepidcnteron  besprechen  werden. 


Fig.  34.    Hemilampronites       Fig.  85.  Hemicyclus  Streh- 
Steinlai,  Gein.  lensis,  Gein. 

Vergrdssert.  Nach  Geinitz.      Vergrossert.  Nach  Geinitz. 


Fig.  36.  Osmeroides  Lewe- 
siensis,  Ag. 

Vergrossert. 


(Osmeroides  divaricatus,  Gein.) 

Geinitz  fiihrt  diese  Art,  welche  sich  durch  bedeutendere  Grosse  von  dor 
vorigen  unterscheiden  soil,  aus  Strehlen  an. 
Aulolepis  Reussi,  Gein.   (Fric  Rept.  und  Fische  pag.  34.  Fig.  59.) 

Diese  kleinen,   diinnen,  runden  Schuppen   kommen   ebcnfalls   auf  dem 
Lepidenteron  vor. 
(Aspidolepis  Steinlai,   Gein.)    (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  234.    Taf.  46.  Fig.  4.) 
Vereinzelnt  im  Planerkalke  von  Strehlen.  —  Fig.  37. 
Sanrocephalus  ?  marginatus.   [Spinax  Marginatus,  Keuss.]  (Geinitz  Elbthalgeb.   II. 
pag.  222.  Taf.  43.  Fig.  3-8.)  —  Fig.  38. 

Dieser  Zahn  wurde  von  Reuss  in  Koschtitz  gefunden  und  fur  einen 
Flossenstachel  angesehen.     Geinitz  bildet  mehrere  von  Strehlen  ab.     Auch 
fiihrt  er  von  demselben  Fundorte 
(Saurocephalus  laneiformis,  Harlan.), 

(Sanrocephalus  dispar,  Hebert.)  an,  welche  viel  kleiner  sind  und  nicht  die  schief 
abgestutzte  Spitze  haben.  Ein  Rest,  an  dem  ahnliche  Zahne  in  Verbindung 
init,  dem  Kiefer  stehen  wiirden,  hiitte  bedeutenden  Werth  fur  die  Losung  del 
Frage.  In  neuerer  Zeit  wurde  die  erstere  Art  sowohl  in  den  Iserscliichten  von 
Vinar,  sowic,  auch  in  den  Priesener  Schichten  von  Chotzen  vorgefunden. 


69 

Hypsodon  Lewesiensis,  Ag.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  Taf.  42.  Taf.  43.  Fig.  I.,  2. 
Fric  Rept.  u.  Fische  pag.  40.  Taf.  6.) 

Zahlreiche  Reste  fiihrt  Geinitz  von  Strehlen  an. 

Cladocyclus  Strehlensis,   Gein.    (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  224.  Taf.  45.  Fig. 
2—9.  Fric  Rept.  u.  Fische  pag.  44.  Fig.  66.)  —  Fig.  39. 

Die  grossen  Scliuppen  dieser  Art  kommen  bei  uns  in  Bolimen  in  den  etwas 
jiingeren  Plattenplanern  vor,  welche  wir  aus  spilter  darzustellenden  Griinden 
schon  zu  den  Priesener  Schichten  zahlen.  Geinitz  fiihrt  sie  von  Weinbohla 
und  Strehlen,  sowie  aus  den  Baculitenthonen  (Priesener  Schichten)  von 
Zatschke  bei  Pirna  an.  Aus  den  Teplitzer  Schichten  in  Bohmen  besitzen 
wir  diese  Scliuppen  von  Hundorf. 

(Acrogrammatolepis  Steinlai,  Gein.)    (Elbthalgeb.  II.  pag.  223.  Taf.  45.  Fig.  22.) 
Figur  40. 

Ich  gebe  die  Abbildung  dieser  seltenen  Schuppe  nach  Geinitz,  um  die 
einheimischen  Sammler  darauf  aufmerksam  zu  machen. 


%  87.    Aspidolepis 

Steinlai,  Gein. 
^opie  nach  Geinitz. 


Fig.  38.  Sauroce-      Fig.  89.  Cladocyclus  Streh-      Fig.  40.  Acrogrammato- 
phalus    margina  lensis,  Gein.  lepis  Steinlai,  Gein. 

tus,  Reuss.  Copie  nach  Geinitz. 


IJeryx  ornatus,   Ag.     (Reuss  pag.  12.  Fric  Rept.  und  Fische  pag.  43.  Taf.  V. 
Kg.  2.,  3.) 

Reuss  fiihrt  einen  grosseren  Rest  aus  den  Teplitzer  Schichten  von 
Kutschlin  an  und  einzelne  Schuppen  von  Koschtitz.  Bin  schones  Fragment 
bofindet  sich  in  der  geologischen  Sammlung  der  dcutschen  Universitiit  in 
Prag.  Ein  fast  ganzes  Exemplar  soil  nach  Aussage  der  Arbeiter  von  einem 
Privatsammler  in  Briix  angekauft  worden  sein. 

J<'I»i<lentcron  longissimum,  Fr.  (Fric  Reptilien  und  Fische  pag.  19.) 

Ich  erwahne  hier  des  wurmartigen  Gebildes  bios  darum,  weil  seine 
Obcrfliiche  mit  zahlreichen  Fischschuppen  bedeckt  ist,  deren  genaues  Studium 
einer  spateren  Zeit  aufbewahrt  bleibt.  Osmeroides,  Cyclolepis,  Beryx  etc. 
kommen  darauf  neben  Fischknochcn  vor.  In  meiner  Auffassung  als  Wurm- 
rohre  wurde  ich  neuerdings  durch  Exemplare  bekraftigt,  welche  im  inneren 
aur  leere  Steinmasse  cnthielten  und  nur  die  Obertliiclie  mit  Schuppen  be- 
deckt zeigten.  Wir  besitzen  solche  Rohren  von  Hundorf  und  den  meisten 
gut  aufgeschlossenen  Local  itiiten. 


70 


Nautilus  sublaevigatus,  d'Orb.  (Fric  et  Schlonbach  Ceph,  pag.  21.  Taf.  12.  Fig.  1.) 

Kommt  in  den  Teplitzer  Schichten  im  mittleren  Niveau    vor,  aber  viel 

seltener  als  in  den  Weissenberger  und  Malnitzer  Schichten.  An  seiner  Ober- 

flache  findet  man  oft  zahlreiche  Austern,   Serpulen  und  den  Bohrschwamni 

Cliona  Conybeari.  Wir  besitzen  denselben  von  Settenz-Hundorf. 

Nautilus  rugatus,  Fr.  (Fric  et  Schlonbach,  Cepbalopoden  pag.  23.  Taf.  12.  Fig.  2. 
Taf.  15.  Fig.  2.) 

Kommt  selten  und  meist  sehr  verdriickt  in  Hundorf  und  Koschtitz  vor. 
Reuss  fuhrt  ihn  unter  dem  Nam  en  N.  elegans  Sow.  an,  olmc  ihn  naher  zu 
beschreiben  und  abzubilden.  Derselbe  ist  durch  die  grobe  Berippung  vom 
N.  sublaevigatus  leicht  zu  unterscheiden. 

Ammonites  (Schloenbachia)  subtricarinatns,  d'Orb.  (Fric  et  Schlonbach,  Cepha- 
lopoden,  pag.  26.  Taf.  1.  Fig.  1—3.) 

Von  dieser  Art,  welche  eigentlich  erst  in  den  viel  jiingeren  Ohlomokcr 
Schichten  haufiger  auftritt,  ist  in  den  Teplitzer  Schichten  bis  her  nur  ein 
Prachtexemplar  von  34  cm  Durchmesser  gefunden  und  zwar  in  den  nun- 
mehr  verlassenen  Kalkbriichon  zwischen  Wrbican  und  Keblitz  bei  Lobositz. 
(Geschenk  des  Herrn  Tschinkel  in  Lobositz.) 


r 


Fig.  41.   Ammonites  peramplus,  Mant. 

Photographic  des  Exemplars  von  Cizkovic. 

Natilrl.  Grosse  84  cm. 


Fig.  42.    Ammonites  Austeni,  Sharpe. 

Aus  dem  Teplitzer  Sch.  v.  Mariascliein. 
|  naturl.  Grosse.  Nach  einer  Photogra- 
phic gczeichnet. 


Ammonites  (Pachydiscus)  peramplus,  Mant.    (Fric  et  Schlonbach  Ceph.  pag- 
38.  Fig.  8.  Taf.  1—4.)  —  Fig.  41. 

Der  Eiese  unter  unseren  Ammoniten  kommt  hauptsachlich  in  den  tieferen 
Lagen  des  mittleren  Niveaus  vor  (vergl.  Profil  Fig.  3.  Nro.  16.).  Das  griisste 
Exemplar  von  Popelz  bei  Libochowitz  hat  cinen  Durchmesser  von  84  cm, 
eine  Breite  der  Miindung  von  20  cm.  Ein  ahnliches  Exemplar  von  Cizkovic 
bei  Lobositz  hat  bei  gleichem  Langendurchmesser  die  Miindung  28  cm  breit. 
Diese  Art  tritt  liberal]  auf,  wo  der  Planerkalk  der  Teplitzer  Schichten  gul 
an  einer  Thallehne  entblosst  ist  oder  in  Steinbriichen  ausgebeutet  wird. 


71 

Die  Wohnkammer  der  grossen  Exemplare  enthalt  in  dor  Regel  eine  Menge 
kleiner  Petrefacten,  so  ■/..  B.  fand  ioli  in  Koschtitz  in  einer  derselben  das 
Prachtexemplar  der  Loricula  (Crustaceen  der  bohm.  Kreideformation  Taf.  I.), 
viele  Exemplare  des  Scaphites  Geinitzii,  dann  Mytilus  etc.  —  Unsere 
Sammlung  besitzt  Exemplare  von  Hundorf,  Gaubenhof  bei  Leitmeritz,  von 
Popelz  und  vielen  andercn. 
Ammonites  (Desmoceras)  Austeni,  Sharpe.  (Fric  et  Schlonb.  Cephalopoden 
pag.  36.  Taf.  6.  Fig.  12.)  —  Figur  42. 

Das  abgebildete  Exemplar  erliielt  unser  Museum  als  Ceschenk  vom  Stifte 
S.  J.  zu  Mariaschein  bei  Toplitz.  Dasselbe  hat  einen  Durchmesser  von 
.r).r)  cm  und  seine  Windungen  sind  viel  gewolbter  als  diejenigen  bei  den  Exem- 
plaren  aus  den  Weissenberger  und  Malnitzer  Schichten. 


■^ig.  44.    Helicoceras 

•vHissianum,  Gein.  Von 

Uikovio  bei  Lobositz. 

Natilrl.  Grosse. 


Fig.  48.    Scaphites  Gfei- 
nitzii,  D'Orb. 

Natilrl.  Griisse  v. Maria- 
schein. 


Fig.  45.  Helicoceras  polyplocum,  D'Orb. 
Von  Hundorf.     I  natilrl.  Grosse. 

Ansicht  von  vorne.  Ansicht  von  hinten. 


Scaphites  Geinitzil,  D'Orb.  (Eric  et  Schlonbacli  Cephal.  pag.  42.  Taf.  13.  Fig.  7., 
8.,  10.,  12.  Taf.  11.  Fig.  11.)  —  Figur  43. 

Kommt  in  vcrschiedener  Grosse  vor.    Das  abgebildete  Exemplar  stellt 
die  mittelgrosse  Form  dar.  In  den  Wohnkammern  des  Ammonites  peramplus 
von  Koschtitz  fand  ich  Exemplare  bis  zu  einer  Liinge  von  55  mm. 
Helicoceras  Ilcussianum,  Gein.  [H.  armatum,  D'Orb.]  (Fric  et  Schlonbacli,  Ceph. 
pag.  47.  Taf.  14.  Fig.  14-19.  Taf.  16.  Fig.  9.)  —  Fig.  44. 

Windungsfragmentc    kommen   in   Hundorf,    Oizkovic   und   Kystra   vor, 
reichen  aber  kaum  zur  sicheren  Bestimmung  der  Art  aus. 
Helicoceras  polyplocum,  D'Orb.  [Turrilites  polyplocus,  Gein.]  (Fric  et  Schlonbacli, 
Ceph.  pag.  48.  Geinitz  Cher.  pag.  67.  Taf.  13.  Fig.  1.)  —  Fig.  45. 

Das  schone  abgebildete  Exemplar  von  80  mm  Lange  befindet  sich  in 
der  Sammlung  des   deutschen  Polytechnicums  in  Prag  und  wurde  mir  von 
Prof.  Waagen  gefalligst  zur  Abbildung  geliehen.  Sonst  sind  selbst  Fragmcnte 
in  Hundorf  seltcn. 
Baculites  undnlatus,  D'Orb.?  (Fric  et  Schlonbacli,  Cephal.  pag.  49.) 

Schalenlose  Steinkerne  von  Baculiten,  welche  dem  Faujassi  var.  bohemica 
sehr   aahe  stehen,   finden  sich   auch   hie   und   da  namentlich  in  Koschtitz, 


72 

Gaubenhof,  Kystra  etc.,  sind  aber  kaum  zu  einer  genauen  Bestimmung 
tauglich.  Geinitz  fiihrt  einen  ahnlichon  Rest  unter  dem  Naincn  Bac.  bacu- 
loides,  Mant.  von  Strehlen  an. 
Belemnites  Strehlensis,  Fr.  (Fric  ct  Schlonbacli,  Ceph.  pag.  18.  Taf.  16.  Fig. 
10—12,  17  a.)  —  Fig.  46. 
(Belemnitella  plena,  Blainw.,  var.  Strehlensis.)  (Fric,  bei  Geinitz  Elbthalgebirge,  II. 
pag.  180.  Taf.  31.  Fig.  13.) 

Wir  besitzen  bios  ein  einziges  Exemplar  dieser  schlanken  Art,  welclio  un- 
serer  Sammlung  vom  Afrikareisonden  Dr.  Holub  gescbenkt  wnrde,  der  in  seincn 
Studienjahren  eifrig  in  der  Umgebung  von  Laun  Petrcfacten  gesammolt  hat. 


Fig.  40.   Belemnites  Streh- 
lensis, Fr. 
Von  Koschtitz.  Natiirl.  Gr. 


Fig.  47.    Aptychus  radiatus,  Fr.    Von  Clikovic. 
A.  Natiirl.  Grosse.  B.  8Jmal  vergrossert.  O  Frag- 
ment der  Schale  stark  vergrossert. 


Aptychus  cretaceus,  Miinster.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  193.  Taf.  35.  Fig.  5.) 
Von  diesem  Aptychus,  welchen  wir  in  Bohmen  in  Verbindung  mit  Sca- 
phites  gefunden  haben,  bildot  Geinitz  auch  ein  grosses  Exemplar  aus  den 
Tcplitzer  Schichten  von  Strehlen  ab.  Ein  zukunftiger  Monograph  der  Aptychcn 
wird  wohl  zu  prufen  haben,  ob  diess  nicht  cine  andere  Art  ist  als  die, 
welche  dem  Scaphites  Geinitzii  angehort. 

Aptychus  radiatus,  n.  sp.  —  Fig.  47. 

Aus  dem  Planerkalk  der  Teplitzer  Schichten  von  Gizkovic  bei  Lobositz 
besitzen  wir  einen  13  mm  langen  Aptychus,  der  ziemlich  stark  gewolbt  ist 
und  dessen  vorspringende  Anwachsstreifen  zur  ITiilfte  mit  radialen  Rippchen 
besetzt  sind.  Die  Inncnnache  ist  glatt.  Wahrsclieiidich  gehort  dieser  Aptychus 
einem  Bacuiiten  an. 


7)5 

Aptyehus  complanatus,   Gem.  (Fric  et  Schlonbach,   Ceph.  pag.  51.  Taf.  14. 
Fig.  9.,  10.  Reuss  I.  pag.  25.) 

Von  dieser  Art  ist  es  nicht  festgestellt,  ob  sie  wirklich  aus  don  Teplitzer 
Schichten  stammt. 
Tnrritella  multistriata,  Reuss.  (Fric,  Weissenberger  Schichten  pag.  103.  Fig.  38.) 
Scheint  in  den  tieferen  Lagen  der  Teplitzer  Schichten  hiiufiger  vorzu- 
komrnen  als  in  den  hoheren. 
Turritella  Noeggerathiana,  Goldf.  (1843.  Goldfuss,  Petref.  Germ.  III.  pag.  107. 
Taf.  197.   Fig.  1.  1880.  Fric,  Weissenberger  Schichten  pag.   103.  Fig.   39. 
Iserschichten  pag.  94.  Fig.  56.  Turrit.  Fittoniana,  Munst.) 

Selten  im  unteren  Niveau  von  Kystra.  Die  Exemplare  aus  den  Teplitzer 
Schichten  sind  nicht  genug  gut  erhalten,  urn  die  Frage  zu  entscheiden,  ob 
diese  Art  zu  Noeggerathiana  Oder  Fittoniana  gehort. 
Scala  decorata,  Gein.  (Weissenberger  Schichten  pag.  105.  Fig.  41.) 
Selten  im  Pliinerkalke  von  Cfzkovic. 


Fig.  48.    Pleurotomaria  linearis,  Mant.    Aus  dcm  mittleren  Niveau  der  Teplitzer 

Schichten  von  Ilundorf. 

re.  Von  oben.   b.  Von  der  Seite.  c.  Windungsfragment. 

Natica  vulgaris,   Reuss.   (Natica  lamellosa,   Rom.   Fric  Weissonbergerschichten, 
pag.  105.  Fig.  43.) 

Wird  von  Reuss  aus  dem  tieferen  Niveau  (Planermergel)  von  Kystra, 
angcfuhrt.  Die  verdriickten  und  schalenlosen  Exemplare  lassen  kaum  erne 
sichere  Bestimmung  zu.  Die  von  Reuss  als  Litorina  rotundata,  Sow.  ange- 
fuhrte  Art  diirfte  audi  hierher  gehoren. 

Natica  Gentii,  Sow.  (Geinitz  Elbthalgebirge.  II.  Taf.  29.  Fig.  12-14.  Fric  Weissen- 
berger Schichten  pag.  106.  Fig.  45.) 

Kommt  in  sehr  mangelhaften  Exemplaren  bei  uns  in  den  Teplitzer 
Schichten  und  dann  in  StreMen  vor. 


74 

Rissoa  Reussi,  Gein.  (Fric,  Weissenbergef  Sehichten  pag.  106.  Fig.  46.) 

Nach  Reuss  selten  ira  tieferen  Niveau  von  Kystra. 
Pleurotomarla  linearis,  Mantell.  —  Fig.  48. 

1st  eine  der  wenigen  fur   die  Teplitzer  Sehichten  bezeichnenden  Arten, 
welche  iiberall,  wo  dieselben  gut  zngtoglich  sind,  vorkommt. 
Pleurotomaria  perspectiva,   Mant.  (1874.   Geinitz  Elbthalgeb.  II.  2.  pag.  166. 
Taf.  29.  Fig.  11.)  —  Fig.  49. 

Diese  Art  zeichnet  sich  von  der  vorigen  durch  hohere  abgerundete  Um- 
giinge  und  durch  engeren  Nabel  aus.  Sie  kornmt  bios  als  Steinkern  bei 
Hundorf,  Settenz,  Loosch,  Mariaschein  vor.  Geinitz  fiihrt  sie  von  Strehlen, 
Weinbiihla  und  von  Oppeln  in  Oberschlesien  an. 

(Reuss  fiihrt  noch  PI.  sublaevis,  Gein.  als  sehr  selten  von  Koschtitz 
an.  Obne  Vergleichung  des  Originals  ist  ein  Urtheil  dariiber  nicht  miiglich- 
Ebenso  ist  es  nicht  zu  entscheiden,  was  Reuss  unter  PL  gurgites  Bron- 
gniart  gemeint  hat,  die  er  von  Hundorf  und  Kutschlin  anfuhrt.) 


Fig.  49.    Pleurotomaria  perspectiva,  Mant.   Von  Hundorf. 

a.  Von  vorne.    b.  Von  unten. 


Turbo  decemcostatus,  (v.  Buch.)  Reuss.  Solarium  decemcostatum,  Reuss.  (Verst. 

pag.  48.  Taf.  X.  Fig.  1.,  2.  Geinitz  Elbthalgeb.  II.  2.  pag.  164.  Taf.  29  Fie  98  ) 

—  Fig.  50.  "     b'      ! 

Diese  Art  kommt  selten  in  Hundorf  und  Cizkovic  vor. 

Trochus  amatus,  Gein.  (1874.  Geinitz  Elbthalgeb.  II.  2.  pag.  164.  Taf.  29.  Fig  7.) 

Von  dieser  Art,  welche  Geinitz  von  Strehlen  und  von  vielen  andereu 

Localitiiten  in  Deutschland  anfuhrt,  bositzen  wir  bios  ein  i''ragnicnt  von  Hundorf. 

Turbo  Steinlai,  Gein.  (Elbthalgeb.  II.  pag.  164.  Taf.  29.  Fig.  9.)  —  Fig.  51. 

Kommt  hiiung,  nach  Geinitz,  in  Strehlen  vor,  aus  Bohmen  sind  bisher 
bios  2  Exemplare  aus  der  Sammlung  des  f  Oberlehrers  Mann  in  Holtschitz 
bei  Komotau  bekannt. 


75 

l>io  Rostellarieo  Kind  in  den  Teplitzer  Schichtea  so  mangelhaft  erhaltem,  class 
deren  Bestimmung  meist  ganz  unmoglich  ist.  Reuss  fiilirt  R.  ParMnsonii 
von  Hundorf  an,  deren  Vorkommen  daselbst  unwalirscheinlicli  ist. 

RosteHaria  (cakarata)  stenoptera,  Sow.  (Aporhais.)  RosteHaria  stenoptera,  Gholdf. 

—  Fig.  52. 

Reuss  fiihrt  sie  aus  dem  unteren  Niveau  (Planermergel)  von  Kystra  an, 
Wir  besitzen  von  dort  nur  cin  mangelhaftes  Exemplar.  Icli  gebe  einc  Abbildung 
aus  jiingeren  Schichten,  urn  die  Sainmler  darauf  aufmerksam  zu  niachen. 


Fig.  50.    Turbo   decemco 
status,  Keuss.Von  Cfikovic. 

.Natiirl.  Grosse. 


Fig.  51.    Turbo  Steinlai, 

Gein.    Vim  Hundorf. 

Natiirl.  Grosso. 


Fig.  62.  Rostellarla  (Apor- 
hais)  stenoptera,  Goldf. 


RosteHaria  (Aporhais)  Reussi,  Gein.  Var.  megaloptera.  (Elbthalgeb.  pag  169. 
Taf,  30.  Eig.  9—11.  Vesmlr  XIII.  pag.  7.) 

Geinitz  fiihrt  die  Art  als  haufig  aus  dem  Pliinerkalke  von  Strehlen  und 
Weinbohla  an;  wir  besitzcn  nur  schlechtc  Exempjare  von  Koschtitz. 
Cerithinm  pscmloclatliratiim,  D'Orb.  (1874.  Geinitz  Elbthalgeb.  II.  2.  pag.  175. 
Taf.  81.  Eig.  5.) 

Fiihrt  Geinitz  von  Strehlen  an.  Wir  besitzen  es  von  Koschitz  und  Ctzkovic. 

(Patella  angulosa,  Gein.)'  Fiihrt  derselbc   als   auf  den  Schalen   von  Hamiten  etc. 
vorkominend  an. 


Fig.  53.    Acteon  ovum,  Duj.    Von  Hundorf.    Natiirl.  Grosso. 

* 

Acteon  ovum,  Dujardin.  (Reuss  I.  pag.  50.  1874.  Geinitz  Elbthalgeb.  II.  2.  pag. 
17(5.  Taf.  29.  Fig.  16.,  17.)  —  Fig.  53. 

Selten  in  Hundorf,  Kutschlin  und  Cizkovic,  nach  Geinitz  in  btrelilen. 

I>entalium  (Maris,  («ein.  (Eric  Weissenb.  Schichten  pag.  112.  Fig.  63.) 

Kommt  in  Koschtitz  im  mittlereu  Niveau  vor. 
Isocardia  cretacea,  Goldf.  (Reuss  n.  2.  Taf.  42.  Fig.  29.)  —  Fig.  54. 

Diese  Steinkerne   kominen  selten  in  Hundorf  vor   und  es  ist  schwer  zu 
entscheiden,  ob  manche  derselben  nicht  zu  Cardium  deforme  gehbren. 


76 

Isocardia  sublunulata,  D'Orb.   (Isocardia  lunulata,  Rom.  bei  Eeuss  II.  pag.  2. 
Taf.  40.  Fig.  17.   Frig  Weissenb.  Schichten  pag.  114.  Fig.  68.) 

Mangelhafte  Steinkeme  besitzen  wir  von  Koschtitz  und  Sulevic. 

Isocardia  turgida,  Reuss.  (Reuss  Verstein.  II.  pag.  2.  Taf.  40.  Fig.  16.)  —  Fig.  55. 

Kommt  nach  Reuss  selten  als  Stoinkern  in  Hundorf  vor.  Unsere  Sammlung 

besitzt  nichts  ahnliclies  und  es  waren  diese  unschonen  Reste,  welche  moist 

von  Sammlern  verschmftht  werden,  dennoch  eifriger  zu  sammeln,  damit  man 

mehr  Sicherheit  in  Bezug  auf  ihre  Deutung  gewinnt. 


Fig.  54.   Isocardia  cretacea,  Goldf. 
Copie  nach  Reuss.   i  naturl.  Grosse. 


Fig.  55.  Isocardia  turgida, 

Reusa.  Stelnkern,  Copie  nach 

Reuss.    Natilrl.  Grosse. 


Cardium  deforme,  Gein.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  64.  Taf.  17.  Fig.  8.)  —  Fig.  56. 
Aus  der  Reihe  der  rauhon  Cardien  fiihrt  Reuss  das  Cardium  pustulosum 
als  hiiufig  von  Hundorf  an.  Geinitz  sondert  die  in  den  Teplitzer  Schichten 
bei  Strehlen  vorkommende  Form  als  Car.  deforme  ab  und  legt  Gewicht  darauf, 
dass  auf  der  Vorderseite  starkere  Rippen  mit  schwacheren  abwechseln.  Wir 
besitzen  die  Art  von  Hundorf,  Rosenthal,  Mariaschein  etc. 


Fig.  50.    Cardium  deforme,  Gein,    Von  Hundorf. 

Naturl.  Grosse. 


Cardium  Mpartitum,   D'Orb.   (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  64   Taf   17    Fie   21 
Taf.  18.  Fig.  5.)  —  Fig.  57.  '       ' 

Diesen  langlichen  Steinkern  besitzen  wir  von  Koschtitz,  Sulevic,  Cfzkovic 
und  Odfepes. 


77 

Cardium  alutaceum,  Mtinster.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  1.  pag.  65.  Taf.  18.  Fig. 
6.,  7.  Reuss  Verstein.  II.  pag.  1.  Goldfuss  Petref.  Gennaniae  II.  pag.  220. 
Taf.  144.  Fig.  5.)  —  Fig.  58. 

Eine   fiir   die   Teplitzer   Schicliten   sehr  bezeichnende   Art,    die    nicht 
selten  in  Hundorf  und  Strehlen  vorkommt. 
Cardium  semipapillatum,  Reuss.  (Reuss  Verstein.  II.  pag.  1.  Taf.  40.  Fig.  12.) 
—  Fig.  59. 

Kommt  sehr  selten  im  unteren  Niveau  bei  Kystra  vor,  ura  dann  spater 
in  den  Priesener  Schicliten  wiederzukehren. 


Fig.  57.  Cardium  bipartitum, 

D'Orb.   Von  CiSkovic. 

Natiirl.  Grosse. 


X  ...  •-'       fe 


Fig.  58.   Cardium  alutaceum, 

Miinst.  Von  Hundorf. 

Natiirl.  Groase. 


Fig.  59.   Cardium  semipapillatum, 

Keuss.    a.  liatiirliche  Grosse  von 
Kystra.   b.  Schalenstiiek  vergr. 


Fig.  60.    Cardita  parvula,  Miinst. 
Copie  nach  Goldfuss. 


Cardium  lineolatum,  Reuss.  (Reuss  Verstein.  II.  pag.  1.  Taf.  35.  Fig.  17.) 

Eine  Heine  Art,  die  mit  90—100  sehr  feinen  gerundeten  Rippen  geziert 
ist.  Nach  Reuss  selten  im  unteren  Niveau  der  Teplitzer  Schichten  (Pliiner- 
mergel)  von  Patek.  Wir  besitzen  die  Art  von  Sulevic. 

Cardita  parvula,  Miinst.  (Goldfuss  Taf.  133.  Fig.  13.  Reuss  Verstein.  II.  pag.  3.) 
—  Fig.  60. 

Reuss  ftihrt  die  Art  als  sehr  selten  von  Hundorf  und  Kutschlin  an,  ohne 
dieselbe  abzubiklen.  Icb  niache  hiemit  (lurch  die  Kopie  nach  Goldfuss  auf 
diese  Art  aufmerksam,  damit  entschicdcn  werden  kann,  ob  diess  nur,  wie 
Geinitz  meint,  eine  kleino  Cardita  tenuicosta  oder  eine  selbstitndige  Art  ist. 


78 


Cardita  modiolus,  Nils.  (Reuss  Verstein.  II.  pag.  3.  Taf.  37.  Fig.  13.1  —  Fig.  61. 
Ein  sehr  zweifelhafter  Steinkem   von  Reuss  aus  dem  Hanerkalk  von 
Hundorf  angefiihrt. 
Cardita  tcmiicosta,  Sow.  (Gcinitz  Elbthalgeb.  II.  1.  pag.  60.  Taf.  17.  Fig.  11—13. 
Reuss  Verstein.  II.  pag.  4.  Taf.  33.  Fig.  16.)  —  Fig.  62. 

Einc  fur  die  Teplitzer  Schichten  sehr  bezeichnende  Form,  welche  ttberall 
zu  linden  ist,  wo  dieselbcn  gut  aufgeschlossen  sind.  Wir  besitzen  sic  von 
Hundorf,  Koschtitz,  Kystra,  Popelz,  Sulevic  und  zwar  aus  deiu  mittleren  Niveau. 


Fig.  61.   Cardita  modiolus,  Nilss. 
Copio  nach  Reuss. 


Fig.  62.  Cardita  tenuicosta,  Sow. 
Von  Hundorf. 


Astarte  acuta,  Reuss.  (Fric  Weissenb.  Schichten  pag.  115.  Fig.  73.) 

Selten  im  Pliinerkalke  von  Koschtitz. 
Muticlla  Ringmerensis,   Gein.   (Elbthalgeb.  II.   pag.  61.  Taf.  16.   Fig.  11—13. 
Fric  Iserschichten  pag.  101.  Fig.  64.) 

Die  unter  dicsem  Namen  aus  den  Teplitzer  Schichten  angefultrte  Art 
bezieht  sich  auf  eine  Menge  verschieden  verdriicktcr  schalenloser  Steinkerne, 
an  denen  man  sehr  selten  etwas  von  der  radialcn  Verzierung  wahrnimmt.  Sowohl 
die  Gattungs-  als  Artangehorigkeit  ungewiss. 
Eriphyla  lcntieiilaris,  (Goldf.)  Stol.  Lucina  lenticuiaris.  (Frig  Weissenb.  Schichten 
pag.  117.  Fig.  78.) 

Kommt  selten  und  schlecht  erhalten  in  den  Teplitzen  Schichten  von 
Koschtitz  und  Hundorf  vor. 

Niicula    semilunaris,   v.  Buch.   (Reuss   II.   pag.    7.   Taf.    34.   Fig.    14 16.   Fric 

Weissenb.  Schichten  pag.  117.  Fig.  80.) 

Selten  in  Kystra,  Hundorf,  Sauerbrunnberg  bei  Bilin,  Leitmeritz  etc.  Ob 
die  aus  dem  Planermergel  von  Kystra  von  Reuss  angefuhrte  N.  producta, 
Nils,  wirklich  eine  selbstiindige  Art  ist,  wird  erst  ein  spftterer  Monograph 
entscheiden  kiinnen.  Geinitz  fiihrt  noch  von  Strehlen  eine  sehr  ahnliche  Art 
an,  N.  sublineata,  Gein.  (Elbthalgeb.  II.  pag.  58.  Taf.  17.  Fig.  6 — 8.) 
Bfucula  pectinata,  Sow.  (Fric  Weissenb.  Schichten  pag.   117.  Fig.  70.) 

Hiiufig  in  Hundorf,  Kutschlin,  Koschtitz,  Kystra  etc. 
Pectunculus  sj>. 

Wir  besitzen  aus  den  Teplitzer  Schichten  bios  ein  mangelhaftes  Exemplar 
eines  Pectunculus  von  Gfzkovic,  das  eine  nahere  Rostiminung  nicht  zuliisst. 
Reuss  fiihrt  aus  Kystra  Pect.  reticularis  und  inscnlptus  an,  fiber  die  man 
sich  ohne  Vergieichung  der  Originale  kaum  ein  sicheres  Urtheil  bilden  kann. 
Area  (Cucilllaea)  SUbglabra,  D'Orb.  (Fric  Weissenb.  Schichten  pag.  119.  Fig.  85. 
Iserschichten  pag.  103.  Fig.  67.) 

ScMecht  crhaltene  Steinkerne,  welche  aber  immer  nach  der  voni  Wirbel 
nach  unten  sich  ziehenden  Furche  zu  erkennen  sind,  kommen  in  Hundorf, 
Kutschlin  etc.  vor. 


79 

Area  Geinitzii,  Reuss.  (Verstein,  II.  pag.  11.  Tat  34.  Fig.  31.  Geinitz  Elbthalgeb. 
II.  pag.  55.  Taf.  16.  Fig.  7.,  8.)  —  Fig.  63. 

Selten  im  Planerkalk  von  Koschtitz,  Hundorf,  sowie  in  Strchlen. 


Fig.  63.   Area  Geinitzii,  Reuss.  Von  Hundorf. 
a.  naturliche  Grosse.    b.  vergrosserte  Hilll'te. 

Area  striatula,  Reuss.  (Verstein.  II.  pag.  12.  Taf.  34.  Fig.  28.)  -  Fig.  64. 

Nach  Reuss  nicht  selten  im  unteren  Planermergel  von  Laun  (unteres 
Niveau  der  Teplitzer  Schichten).  Wir  besitzen  ein  schemes  Exemplar  von 
Hundorf,  ein  anderes  aus  der  Sammlung  des  f  Oberlehrers  Mann  in  Holtsehitz 
bei  Komotau. 

Area  undulata,  Reuss.  (Reuss  Verstein.  II.  pag.  12.  Taf.  34.  Fig.  33.,  39.)  —  Fig.  65. 
Diese  kleine  Art  fiihrt  Reuss  als  selten  aus  dem  Planermergel  von  Kystra  an. 
pinua  decussata,  Goldf.  (Fric  Weissenb.  Schichten  pag.  120.  Fig.  86.) 

Die  Gattung  Pinna  kommt  meines  Wissens  nirgend  in  den  Teplitzer 
Schichten  vor.  Reuss  erwahnt  bios  Spuren  davon  aus  dem  oberen  Planerkalk 
von  Chlum  bei  Bilin. 


Fig.  64.  Area  striatula,  Reuss, 

Von  Hundorf.    Is'atiirl.  (iriissc. 


Fig.  (!5.  Area  undulata,  Reuss. 
Oojiie  nadi  Reuss  vergriissert. 


%tihis  Cottae,  Rom.  (Reuss  Verstein.  II.  pag.  14.  Taf.  33.  Fig.  4.  Geinitz  Elb- 
thalgeb. I.  1.  pag.  214.  Taf.  48.  Fig.  4—8.)  —  Fig.  66. 

Kommt  selten  im  Planerkalke  von  Hundorf,  Mariaschein,  Koschtitz  vor. 
Ich  fand  grosse  Exemplare  in  der  Wohnkanimer  eines  riesigen  Exemplars 
von  Ammonites  peramplus. 

G»stroehaen;i  ampliisbaena,  Gein.  (Fric  Weissenb.  Schichten  pag.  122.  Fig.  93.) 
—  Fig.  (17. 

Die  normale  Form  dieser  Pohrinuschel  kommt  hiiufig  in  den  Teplitzer 
Schichten  vor.  Namentlich  findet  man  Fragmente  auf  den  abgeregneten  Halden 
der  Steinbriiche.     Ausserdem    findet  man  Fragmente,   welche   vorspringende 


80 

Querringe  zcigen,    unci  wclche  ich  vorderhand   als  varietas   cingulata   be- 
zeichnen  will. 

Modiola  tetragonus,  Eeuss.  (Reuss  Verstein.  II.  pag.  15.  Taf.  33.  Fig.  6.)  —  Fig  68. 
Nach  Reuss  selten  im  Planerkalke  von  Brozan;   wir  besitzen  bios  das 
abgebildete  Exemplar. 


lillllfsi?'? 


Fig.  66.    Mytilus  Cottae,  Romer. 

Von  Koschtitz.    a.  natilrl.  Grosse.    6.  ein 

Fragment  stark  vergrossert. 


Fig.  67.    Gastrochaena  amphisbaena, 

Gein.  var.  cingulata  Fr. 
Von  llundorf. 


Fig.  68.    Modiola  tetragonus,  Eeuss.   Von  Brozan. 
Copie  nach  Reuss.     lOmal  vergrossert. 


Fig.  60.  Venus  ovalis,  Sow.    Von  Ilnn- 
dorf.  Natilrl.  Grosse.  Copie  nach  Reuss, 


Fig.  70.    Venus  Goldfussi,  Gein. 
Von  llundorf. 


Panopaea  Gurgitis,  Brongniart.  (FriS  Weissenb.  Schichten  pag.  125.  Fig.  100.) 
Nach  Reuss  selten   im  Planerkalke  von.   llundorf.    Die  genauo  Lager- 
schichte  unbekannt. 

Tellina  concentrica,  Reuss.  (Frie  Weissenb.  Schichten  pag.  126.  Fig.  103.) 

Selten  und  schlecht  erhalten  in  Popelz,  bei  Libochowitz  und  Kystra. 
Venus  ovalis,  Sow.  bei  Reuss.  (Nucula  concentrica,  Geinitz.)    (Reuss  II.  pag.  21. 
Taf.  34.  Fig.  22.)  —  Fig.  69. 

Nicht  sehr  hftufig  bei  Hundorf  und  Kutschlin.     Geinitz   vereinigt  diese 
Art  mit  V.  faba. 


81 

Venus  (ioldfussi,   Gem.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  67.  Taf.  18.  Fig.  16.,  17.) 

—  Fig.  70. 

Selten  im  Planerkalke  von  Hundorf,  Mariaschein,  Cfzkovic  und  Strelilon. 
(Venus  Reussiana,  Gein.)  (Elbthalgeb.  II.  pag.  (56.  Taf.  18.  Fig.  14.,   15.) 

1st  eine  niedrigere  breitere  Abiinderung  der  V.  faba  und  kommt  selten 
bci  Strehlen  vor. 
Corbula  caudata,  Nils.  (Frig  Weissenb.  Schichten  pag.  128.  Fig.  107.) 

Selten  im  Planerkalke  von  Hundorf  und  Strehlen. 
GervilUa  solenoides,  Defr.  (Fri6  Weissenb.  Schichten  pag.  129.  Fig.  109.) 

Selten  im  Planerkalke  von  Mariaschein  und  Kystra. 
Perna?  —  Fig.  71. 

Ein  rathselhaftes,  leider  sehr  fragmentares  Petrefact,  das  ich  selbst  in 
den  Steinbruchen  bei  Hundorf  sammelte,  zeigt  eine  diinne  blattrige  Sehale, 
welche  auf  der  Innenflliche  vcrtiefte  Rippenfurcb.cn  triigt,  welche  am  Stem- 
kerne  hervorspringende  Positive  hinterliessen.  Es  erinnert  theils  an  die  Gattung 
Perna,  theils  an  Placuna,  bei  welcher  letzteren  auch  solche  hohle  Rippen  auf 
der  Innenflache,  wenn  auch  nicht  so  scharf  randig  vorkommen. 


Fig.  71.    Perna?  sp.    Aus  dem  Plilnerkalke  von  Hmidorf.    Natiirl.  Grosse. 

a.  Kippen  am  Steinkeme.    b.  Tiefere  concentrisch  geseliiohtete  Lage. 

c.  Kaulie  Obersekiehte. 


h 


mmiW 


"■    J 

Fig.  7-2.    Inoceramus  Brongniarti,  Park.    a.  Sclilossstiick.    6.  Schalenstuck. 


tnocAP. 


Oceramus  Brongniarti,  Park.    (Geinitz  Elbthalgeb.   II.   Taf.  11.  Fig.  3— 10. 
Taf.  13.  Fig.  3.    Eric  Weissenb.  Schichten  pag.  130.  Fig.  111.)  —  Fig.  72. 


8y 

Die  haufigste  und  am  sichersten  bestimmte  Art,  welche  bedeutende 
Dimensionen  in  den  Teplitzer  Schichten  erreicht  hat,  wie  man  nach  den 
mehr  als  1  cm  dicken  stangligfaserigen  Schalenfragmenten  und  grossen  Schloss- 
stiicken  mit  gekerbten  Ligamengriibchen  schliessen  kann.  Sie  ist  durch  die 
Rechtwinkligkeit  und  durch  das  schraffe  Abfallen  des  vorderen  Randes  be- 
zeichnend.  Ueberall  in  den  Teplitzer  Schichten,  z.  B.  in  Hundorf,  Osseg, 
Mariaschein,  Rosenthal,  Sulevic  etc. 
Inoceramus  Cripsi,  Mant.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  49.  Taf.  13.  Fig.  11—15.) 
—  Fig.  73. 

Unser  bestes  Exemplar,  das  ich  in  nat.  Grosse  abbilde,   stimmt  in  der 
Form  mit  der  von  Geinitz  Taf.  13.  Fig.  12.  als  In.  Cripsi  dargestellten  Figur. 
Aehnliche  Exemplare  besitzen  wir  von  Hundorf. 
(Inoceramus  laMatus,  Gein.) 

Das  Vorkommen  dieser  fiir  die  Weissenberger  Schichten  so  bczeichnenden 
Art  in  den  Teplitzer  Schichten  ist  sehr  unwahrscheinlich.  Die  von  Reuss 
angefuhrten  Exemplare  diirften  sich  auf  schmale  Formen  von  I.  latus  be- 
ziehen,  bei  denen  die  Wirbel  nicht  wesentlich  iiber  den  Schalenrand  vor- 
treten.  Geinitz  behauptet,  dass  davon  in  Strehlen  nur  jiingere  verktimmerte 
Exemplare  vorkamen.  (Wohl  kaum  sicher  bestimmbare.) 


s- 


Fig.  73.   Inoceramus  Cripsi,  Maut. 

Von  Hundorf.    Natiirl.  Grosse. 

Unten  Querprofil. 


Fig.  74.    Inoceramus  Cuvieri,  Sow. 

Von  Hundorf.    Natiirl.  Grosse. 

/;  ./''.  Querprofil. 


Inoceramus  Cuvieri,  Sow.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  1.  pag.  48.  Taf.  13.  Fig.  6 8. 

Reuss  Verstein.  II.  pag.  25.)  —  Fig.  74. 

Bestimmbare  Exemplare  von  Inoceramen  sind  in  den  Teplitzer  Schichten 
in  Bohmen  selten  und  unter  denen  glaube  ich  nur  wenige  als  sicher  zu 
I.  Cuvieri  gehorig  erkannt  zu  haben.  Ich  gebe  von  einem  die  Abbildung, 
welche  sowohl  mit  der  von  Schliiter  als  sicher  Cuvieri  erkannten  Figur  bei 
Goldfuss  Taf.  111.  Fig.  1.,  sowie  mit  dem  von  Geinitz  aus  Strehlen  abge- 
bildeten  Exemplare  iiber einstimmt. 

Inoceramus  latus,  Mantell.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  1,  jK,,g.  45.  Taf    13    Fig   4 
5.)  —  Fig.  75. 


83 

Diese  Art  zieht  Schlatter  zu  Inoceramus  orbicularis,  Miinster.  Ich  bo- 
schriinke  mich  darauf,  die  Abbildung  eines  Exemplars  von  Hundorf  zu  geben, 
welches  Geinitz  als  die  schmale  Form  von  I.  latus  bezeichnet  und  auf  Taf. 
13.  Fig.  5.  abbildet.  Solche  Exemplare  mogen  fruher  als  I.  labiatus  aus  den 
Teplitzer  Schichten  angefiihrt  worden  sein. 
(Inoceramus  striatus,  Mautell.) 

Von  dieser  bei  uns  im  Cenoman  (Korycaner  Schichten)  typisch  vorkom- 

menden  Art   erwahnt  Geinitz,    dass   sie  in  Strehlen  in  kleinen   sparlichen 

Exemplaren  vorkommt.  Audi  Reuss  fuhrt  die  Art  von  Hundorf  an.  Wir  be- 

sitzen  nichts,  was  wir  mit  Sicherheit  als  zu  dieser  Art  gehorig  bezeichnen  konnten. 

Um&  Sowerbyi,  Gein.  (Eric  Weissenb.  Schichten  pag.  133.  Fig.  120.) 

Selten  im  Pliinerkalke  von  Hundorf. 
Lima  graunlata,  Desh.    (Goldfuss  Petref.   Germ.  II.  pag.  88.  Taf.  103.  Fig.  5. 
Reuss  Verstein.  II.  pag.  32.  Taf.  38.  Fig.  21.)  —  Fig.  76. 

Selten  im  Pliinerkalke  von  Cizkovic  bei  Lobositz.    Reuss  fuhrt  die  Art 
aus  den  jiingeren  Schichten  von  Priesen  und  Werschowitz  an. 


Fig.  75.   Inoceramus  latus,  Mantell. 

Von  Hundorf.    Nattlrl.  Grosse. 

f,  /'.  QuerprofiL 


Fig.  76.    IJma  granulata,  Desh. 

a.  Schale  von  CiZkovic  6mal  vergrftssert. 

6.  Quersohnitt  (lurch  die  Rippenverzie- 

rung  stark  vergrossert. 


Lima  divaricata,  Duj.  (Geinitz  Elbthalgeb.  I.  pag.  205.  Taf.  42.  Fig.  18.)  —  Fig.  77. 
Diese  Art  sieht  im  Gesammthabitus  sehr  iilmlich  derjenigen,  welche  ich 
in  den  Weissenb.  Schichten  pag.  130.  Fig.  113.  unter  dem  Namen  L.  tecta, 
Goldf.  angefiihrt  habe.  Sie  unterschcidet  sich  nach  Geinitz  von  derselben 
dadurch,  dass  die  Rippen  gekornt  sind  und  in  dcr  Mitte  dcr  Schale  unter 
einem  Winkel  nach  links  und  rechts  auseinander  gehen  und  sich  iiberdies 
theilen.  (Vergl.  Fig.  77.)  Ich  fand  diese  Art  ziemlich  haufig  in  Koschtitz  und 
Kystra  in  den  Schichten,  welche  die  grossen  Ammoniten  fiihren,  auf  deren 
Schalen  sic  sich  festsetzten. 

6* 


84 

Lima  scmisulcata,  Nils.  (Fric  Weissonb.  Schichten  pag.  131.  Fig.  115.) 

Selten  im  Pliinerkalke  von  Sulovic. 
Lima  Hoperi,  Mant.  (Fric  Weissenb.  Schichten  pag.  136.)  —  Fig.  78. 

Eine  der  hiiufigsten  Erscheinungen  iibcrall,  wo  die  Teplitzer  Schichten 
gut  aufgeschlossen  sind.  Bei  jungen  gehen  die  radialen  Linien  iiber  die  ganze 
Schale,  bei  alten  findet  man  sie  bios  am  Wirbel  und  an  den  Seitenriindern. 
Wir  besitzen  die  Art  von  Hundorf,  Mariaschein,  Koschtitz,  Kutschlin,  Kystra 
und  Cizkovic. 
Lima  dichotoma,  Reuss.  (Reuss  Verstein.  II.  pag.  35.  Taf.  38.  Fig.  10.  Fric 
Iserschichten  pag.  115.  Fig.  86.) 

Diese  in  den  Iserschichten  blunge  Art  wurde   ursprunglich  von  Reuss 
nach  einem  Exemplare  von  Hundorf  beschrieben. 


Fig.  77.    Lima  divaricata,  Duj. 
Bruchstiick  der  Schale  vergrossert. 


Fig.  78.    Lima  Hoperi,  Mant. 
Von  Hundorf.   Natttrl.  Grosse. 


Fig.  79.    Pecten  squamula,  Lam. 

Aus  dem  Planermergel  von  Kystra. 

5mal  vergrossert. 


Fig.  80.  Pecten  seratus,  Nilsson. 

Von  Mariaschein.  Fragment  der  Schale 

vergrossert. 


Lima  elongata,  Sow.  (Fric  Weissenb.  Schichten  pag.  131.  Fig.  116.) 

Selten  im  Pliinerkalke  von  Hundorf. 
Pecten  Mlssoni,  Goldf.  (membranaceus,  Zittel.)  (Fric  Weissenb.  Schichten  pag.  135. 
Fig.  124.  Iserschichten  pag.  116.  Fig.  88.) 

Diese  Art  besitzen  wir  von  Koschtitz,  Kystra,  Stdevic,  Leitmeritz  (Gau- 
benhof).  Sie  kommt  meist  in  don  mergligen,  an  Fischschuppen  reichen  Lagen  vor. 
Pecten  squamula,  Lam.  (Reuss  Verstein.  II.  pag.  27.  Taf.  39.  Fig.  12.)  — Fig.  79. 
Wir  besitzen  von  dieser  Art  ein  einziges  Exemplar  aus  dem  Planer- 
mergel  von   Kystra.     Reuss  fiihrt   Exemplare   aus   den  jiiugeren  (Priescner) 
Schichten  von  Luschitz  und  Priesen  bei  Laun  an. 
Pecten  serratus,  Nils.  (Reuss  Taf.  XXXIX.  Fig.   19.)  —  Fig.  so. 


85 

Von  diesem  Pecten  aus  dor  Gruppe  des  I',  acuminatus  und  serratus 
besitzen  wir  aus  den  Teplitzer  Schichten  kein  geniigendes  Material,  nachdem 
die  Artfrage  gelost  werden  konnte.  Reuss  fiihrt  denselbon  aus  den  Teplitzer 
Schichten  von  Kutschlin  an.  Wir  besitzen  ein  Exemplar  von  Rosenthal,  von 
dem  ich  ein  Fragment  mit  Vergrosserung  der  Schalenskulptur  abbilde. 
Pecten  eretosus,  Defr.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  34.  Taf.  10.  Fig.  5.,  6.) 

Geinitz  fiihrt  die  Art  aus  dem  Planerkalke  von  Strehlen,  Weinbohla, 
sowie  aus  Hundorf  an.    Wir  besitzen  bios  ein  mangelhaftes  Exemplar  von 
Sulevic,  von  dem  es  nicht  sicher  ist,  ob  es  nicht  ein  junger  P.  serratus,  Nils.  ist. 
Pecten  Dnjardinii,  Rom.  (Fric  Weissenb.  Schichten  pag.  137.  Fig.  129.) 

Nicht  selten  im  Planerkalke  von  Koschtitz,  Cfzkovic,  Hundorf,  Popelz  etc. 


Fig.  81.    Spondylus  spinosus,  Gold.    Von  Hundorf. 
£  natiirl.  Grosse. 

l>ecten  cui'vatiis,  Gem.  (Fric  Weissenb.  Schichten  pag.  135.  Fig.  127.) 
Nicht  hiiufig  in  Koschtitz  und  Kystra. 
(Pecten  subaratus,  Nils.)  (Reuss  II.  pag.  29.  Taf.  39.  Fig.  16.) 

Reuss  fiihrt  dieso  Art  als  sehr  selten  aus  dem  oberen  Planerkalke  des 
Sauerbrunnberges  bei  Bilin  an.  Sowohl  die  Sclbstandigkeit  der  Art,  wolclie 
dem  P.  pulchellus  (Weissenb.  Schichten  pag.  135.  Fig.  130.)  alrnelt,  sowie  die 
Fundschichte  sind  zweifelhaft. 

(Reuss  fiihrt  audi  P.  asper   aus  dem   oberen  Planerkalke  von  Hundorf 
an.  Das  Vorkommen  dicser  typisch-cenomanen  Art  in  den  Teplitzer  Schichten 
ist  sehr  unwahrscheinlich  und  es  ist  die  Untersuchung  der  Reussischen  Ori- 
ginale  frtlher  vorzunehmen,  bevor  man  die  Thatsache  als  sicher  hinstellt.) 
»Ola  qiihiqueeostata,  Sow.  (Fric  Iserschichten  pag.  117.  Fig.  90.) 

Diese  Art  besitzen  wir  von  Sulevic,  Rosenthal  und  Hundorf. 
SPOndylus  spinosus,  Goldf.  (Geinitz  Elbthalgeb.  H  pag.  31.  Taf.  9.  Fig.  1—3.) 
—  Fig.  81. 

Eine  der  haufigsten  Versteinerungen  der  Teplitzer  Schichten,  welche 
ihr  Tlauptlager  im  mittleren  Niveau  hat.     Moist  werden  Exemplare  mit  ab- 


86 

gebrochcnen  Spitzen  odor  blosse  Stcinkerne  vorgefunden,  namentlich  auf  don 

abgeregneten  Berglehnen,   wo  sie  daim  auf  tieferen  Scbichten  liegen,  aus 

denen  sie  aber  nicht  stammen.  Wir  besitzen  die  Art  aus  Hundorf,  Koschtitz, 

Rosenthal,  Mariaschein,  Cfzkovic  etc. 
Spondylus  latus,  R8m.  (Fric  Weissenb.  Scbichten  pag.  138.)  —  Fig.  82. 

Steinkeme  finden  sicli  in  Hundorf,  Kutschlin,  Popelz,  (Sizkovic,  Sulevic  etc. 

Bei  Spondylen  sollten  vorsichtig  auch  die  negativen  Lager  gesammelt  werden, 

da  man  an  denselben  die  Bewaffnung  dor  Aussenseite  studiren  kann. 
Plicatula  nodosa,  Duj.   (Geinitz  Elbthalgeb.   II.  pag.  32.   Taf.  9.  Fig.  5.  Reuss 

Verstein.  II.  pag.  37.  Taf.  31.  Fig.  16.,  17.  PI.  poctinoides,  Sow.)  — Fig.  83. 
Selten  bei  „Podhorni  ujezd"  unweit  Chlumec,  gesammelt  von  Herrn  Vincenc 

Sandera  und  bei  Kftenov  unweit  Laun,  gesammelt  von  Herrn  Lehrer  Feigel. 
Plicatula  inflata,   Sow.   (Reuss  Verstein.  II.  pag.  37.    Goldfuss  Petref.  Germ.  II. 

pag.  102.  Taf.  107.  Fig.  6.)  —  Fig.  84. 

Reuss  fuhrt  die  Art  als  selten  im  Planerkalke  von  Kutschlin  und  Hundorf 

an,  ohne  eine  Abbildung  zu  geben. 


Fig.  82.    Spondylus  latus,  Romer.    Von  Hundorf.    Naturl.  Grosse. 
a.  Schalenfragment  vergrossert.    b.  Oberschale.    c.  Unterschale. 


Fig.  83.    Plicatula  nodosa,  Puj. 

4mal  vergrossert. 

a.  Unterschale.    b.  Oberschale. 

Von  Podhorni  lijezd. 


Fig.  84.  Plicatula  inflata,  Sow. 
Oopie  nach  Goldfuss.    Naturl.   Griisse. 


Plicatula  radiata,  Goldf.  (Reuss  Verstein.  II.  pag.  37.  Goldfuss  Petref  Germ  II. 
pag.  102.  Taf.  107.  Fig.  7.) 

Reuss  fuhrt  dieselbe  aus  dem  unteren  Niveau  von  Koschtitz  an. 
(Plicatula  granulata,  Gein.)   (Elbthalgeb.  II.  pag.  32.  Taf.  9.  Fig.  4.) 

Geinitz  fuhrt  die  Art  als  auf  Micraster  angewachsen  von  Strehlen  an. 
Die  Abbildung  macht  auf  mich  den  Eindruck  einer  Crania. 
Exogyra  lateralis,  Reuss.  (Fric  Weissenb.  Scbichten  pag.  140.  Fig.  136.) 

Haufig  in  Hundorf,  Mariaschein,  Kystra,  Koschtitz,  Cizkovic  etc.  (Geinitz 
fuhrt  auch  Exogyra  conica,  Sow.  als  selten  von  Strehlen  an.) 

Ostrea  Proteus,  Reuss.  (Reuss  Verstein.  II.  pag.  41.  Taf.  27.  Fig.  12 27.)  —  Fig.  85. 

Diese  Reussische  Art  umfasst   wahrscheinlich  die  ganz  jungen  Stadien 
verschiedener  Austemarten.    Bei  fleissigem  Sammeln  diirfte  es  moglich  sein, 


87 

ganze  Reihen  von  Uebergangen  zu  Ostrea  hippopodium  odor  zu  0.  serai- 
plana  zu  finden. 
Ostrea  semiplana,  Sow.  (Frifi  Weissenb.  Schichten  pag.  141.  Fig.  138.) 

Eine  dor  hiiufigston  Arten  in  den  Teplitzer  Schichten,   deren  Schalen 
moist  auf  den  abgeregneten  Halden  der  Steinbriicho  herumliegen. 


/fcv 


Fig.  85.   Ostrea  proteus,  Eeuss. 

Von  Kystra. 

Copio  nacli  Reuss.   Natiirl.  Grosse. 


Fig.  8G.  Ostrea  frons,  Park. 

Natiiri.  Grosse. 
a.  von  Sulevic.    b.  von  Kriindorf. 


Ostrea  hippopodium,  Nils.  (Fric  Weissenb.  Schichten  pag.  140.  Fig.  137.) 

Hiking  mit  der  vorigen  Art  auf  abgeregneten  Halden  und  Berglehnen. 
Ostrea  frons,  Park.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  30.  Taf.  8.  Fig.  12.)  —  Fig.  86. 

Selten  in  Sulevic  bei  Lobositz  und  in  Kftenov  bei  Laun  (Lehrer  Feigel.) 
Anomia  scmiglobosa,  Gein.  (Fric  Weissenb.  Schichten  pag.  142.  Fig.  141.) 

Selten  bei  Hundorf. 
(Anomia  subtruncata,  D'Orb.)  (Fric  Weissenb.  Schichten  pag.  141.  Fig.  139.) 

Nach  Geinitz  bis  3  cm  gross  aus  dem  Plancrkalke  von  Strehlen. 
Anomia  subradiata,  Reuss.  (Fric  Weissenb.  Schichten,  pag.  143.  Fig.  143.) 

Selten  bei  Koschtitz. 
Attomia  immltans,  Fr.  (Fric  Weissenb.  Schichten  pag.  142.  Fig.  140.) 

Selten  bei  Hundorf. 
Crania  barbata,  v.  Hag.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  28.  Taf.  8.  Fig.  1.,  2.  Crania 
Ignabergensis,  Schl.)  —  Fig.  87. 

Geinitz  fiihrt  diese  Art  von  Strehlen  und  Hundorf  an. 


\'';t:V;s. 


Fig.  87.    Crania  barbata,  v.  Hag.    Copio  nach  Geinitz. 
a.  Oberscbale.    b.  Untersclialo. 


Cran 


nia  spinulosa,  Nils.  (Reuss  II.  pag.  53.) 

Wird  von  Reuss  aus  den  Teplitzer  Schichten  von  Wunitz  (unweit  Koschtitz) 

angefiihrt,  aber  nicht  abgebildet. 

Terebratula  semlglobosa,  Sow.  (T.  subrotunda,  Schl.  Gein.  Elbth.  II.  pag.  23.)-  Fig.  88. 

Kommt  hauptsiichlich  im  mittleren  Niveau  dor  Teplitzer  Schichten  vor 

und  ist  ttberall  hiiufig,  wo  dieselben  aufgeschlossen  sind.    Von  besonderem 


Interesse  sind  Exemplare,  welche  im  Hangenden  dor  Iserschichten  in  Repin, 
Leitomischl  und  Abtsdorf  gefunden  wurden  und  im  ostlichen  Bohmen  den 
Horizont  dor  Teplitzer  Scliichten  zu  erkennen  helfen. 


Fig.  88.    Terebratula  semiglobosa,  Sow.    Naturl.  Grossc.    Von  Hundorf. 
a.  Bauchseite.    b.  Rttckenseite.    c.  Von  der  Seite.    d.  Von  hinten. 

Terebratulina  gracilis,  v.  Schlotheim.  (T.  rigida,  Sow.  Geinitz  Elbthalgeb.  II. 
pag.  24.  U.  Schlcinbach  Krit.  Studion  iiber  Kreidebrachiopoden.  Palaeonto- 
graphica  XIII.)  —  Fig.  89. 

Kommt  besonders  haufig  im  untersten  Niveau  der  Teplitzer  Schichten 
vor;  so  z.  B.  in  der  sog.  Grundschiclit  in  Scttenz  (vergl.  pag.  16.),  dann 
am  Fusse  (!)  des  Sauerbrunnberges  bei  Bilin  und  in  den  tiefsten  Schichten 
des  Planerkalkes  am  Kutschliner  Berge.  Die  meisten  in  Sammlungen  vor- 
liegenden  Exemplare  sind  auf  abgeregneten  Halden  gcsammelt  olme  genaue 
Angabe  der  Fundschichte. 

Terebratulina  chrysalis,  Schl.(T.  striatula,  T.  Faujassi.  Reuss  II.  pag.  49.)— Fig.  90. 
Selten  im  Planerkalke  von  Hundorf;  hiiufiger  in  Cizkovic. 


Fig.  89.    Terebratulina  gracilis, 
v.  Schlotheim.    Von  Krondorf. 


Fig.  90. 


Terebratulina  chrysalis,  Sold. 

Von  Cizkovic. 


Rhynchonella  plicatilis,  Sow.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  26.  Taf.  7.  Fig.  6—1 
Frig  Iserschichten  pag.  123.  Fig.  100.  var.  Guvieri.  Fig.  101.  Mantel liam 
—  Fig.  91. 


15. 

a.) 


89 


Kommt  in  mehreren  Varietaten  vor,  die  als  octoplicata,  Cuvieri,  Man- 
telliana  und  pisum,  frtther  als  Arten,  angeftihrt  wurden.  Diese  Rhynchonellen 
kommen  in  einein  liohereu  Niveau  als  die  Ter.  semiglobosa  vor,  was  icli 
an  den  Profilen  von  Koschtitz  und  Popelz  (pag.  38.)  nachzuweisen  Gele- 
genlieit  liatte. 


Fig.  91.    Rhynchonella  plicatilis,  Sow.,  var  octoplicata.    Von  Krondorf. 
Natiirl.  Grosse.    a.  Ruchenseite.    5.  Hintere  Ansicht. 


Die  Bryozoen  der  b.  Kreidcformation  wurden  in  neuerer  Zeit  von  Dr.  Ottomar 
Novak  bearbeitet  und  in  den  Abbandlungen  der  kais.  Akademie  in  Wien  veroffentliclit. 
Die  im  Nachfolgenden  gegebenen  kleinen  Abbildungen  sind  mit  Einverstiindniss  des 
Autors  aus  diesem  Werke  genoraraen.  Viele  Arten  sind  nacb  Exemplaren  aus  den 
cenomanen  Korycaner  Scliicbten  gezeichnet,  aber  da  sie  ebenso  in  den  Teplitzer 
"chichten  vorkommen,  so  wird  dies  wohl  kauni  etwas  schaden. 

Ich  beziehe  mich  in  der  Bezeiclmung  nur  auf  genanntes  Werk,  wo  die  iibrige 
Synonimik  und  ausfuhrliche  Bescbreibung  zu  finden  ist.  (Die  von  Bezdekov  bei 
Raudnitz  angeftihrten  Arten  Proboscina  intermedia  und  Diastopora  acupunctata,  Nov. 
gehoren  nicbt  den  Teplitzer,  sondern  den  Weissenberger  Scbichten  an.) 

Hippothoa  desiderata,  Nov.  (Novak  pag.  10.  [86].  Taf.  1.,  2.)  —  Fig.  92. 
Aus  den  Teplitzer  Scbichten  von  Hundorf  auf  Micraster. 


<8* 


Fig.  92.    Hippothoa  desiderata,  Nov.    a.  Vier  Tafeln  ernes 

Seeigels  mit  aufgewachsener  Hippothoa  in  natiirl.  Grosse. 

b.  Ein  Exemplar  vergrossert. 


^Icmbi 


Jranipora  conflueus,  Reuss.    (Novak  pag.  11.  [87].  Taf.  II.  Fig.  17.,  18.) 

—  Fig.  93. 

Selten  in  Hundorf. 
Membranipora  depre§sa,  v.  Hag.    (Novak  pag.  12.  [88].  Taf.  II.  Fig.  9.  10.) 

—  Fig.  94. 


90 

Auf  Ostrea  semiplana  im  tiefsten  Niveau  der  Teplitzer  Schichten  in  den 
Lehmbriichcn  bei  Laun. 

Membranipora  elliptic,  v.  Hag.    (Novak  pag.  13.  [89].  Taf.  II.  Fig.  11—16.) 
—  Fig.  95. 

Auf  Micraster  aufsitzcnd  in  don  Teplitzer  Schichten  von  Hundorf. 


Fig.  98.    Membranipora  confluens,  Reuss. 
a.  In  nattirhcher  GrOsse  auf  einem  Seeigel.    />.  Vergrfissert. 


Fig.  94.  Membranipora  depressa,  v.  Hag. 
VergrOssert. 


Fig.  1)5.  Membranipora  elliptica,  v.  Hag. 
Von  Hundorf.    VergrOssert. 


uJ»f%M 


iMMm 

toH 

Fig.  90.   Berenicea  confluens,  ROmer. 

Vergrossert. 


Fig.  97.  Lepralia  pediculus,  Rouss. 
Von  Hundorf.    Vergrossert. 


Berenicea  confluens,  Rom.  sp.  (Novak  pag.  22.  [98].  Taf.  4.  Fig.  1 9—22.)  —  Fig.  96- 
Auf  Austern  aufgewachsen  im  Planerkalke  von  Hundorf  und  Kutschlin- 

Lepralia  pediculus,  Reuss.  (Novak  pag.  17.  [93].  Taf.  I.  Fig.  12.)  —  Fig.  97. 
Kommt  auf  Micraster  in  Hundorf  und  Strehlen  vor. 


91 

lupestes  granulatus,  Fr.  (Die  Crustaceen  der  bohm.  Kreideformation  von  Dr.  A. 
Fric  und  J.  Kafka  pag.  49.  Taf.  10.  Fig.  8.  Textfigur  Nro  71.) 

Ein  selir  mangelhaft  erhaltenes  Schild  einer  pellagischen  Krabbe,  welches 
durch  die  Verzienmg  der  Schale  die  Verwandtschaft  zur  Gattung  zeigt.  Aus 
den  Teplitzer  Schichten  von  Rohatec,  nordlich  von  Raudnitz. 
Enoploclythia  leachii,  Reuss.  (Fric  und  Kafka,  Crustaceen  pag.  27.  Taf.  9.  Fig.  9. 
Textfigur  Nro.  46—52.) 

Die  Exemplars  aus  den  Teplitzer  Schichten  von  Hundorf,  Kutschlin,  Kystra 
und  Strehlen  weichen  nicht  von  denen  aus  den  Weissenberger  Schichten  ab. 

(Das  Vorkommen  der  Gattung  Callianassa  in  den  Teplitzer  Schichten  ist 

sehr  zweifelhaft,  denn  bios  Reuss  erwiihnt  kleiner  Scheeren  aus  dem  Planer- 

mergel  von  Koschtitz,  ohne  davon  eine  Beschreibung  oder  Abbildung  zu  gebcn.) 

Cytherella  ovata,  Rom.  sp.  (Cytherina  complanata,  Reuss.  Elbthalgeb.  II.  pag.  151. 

Taf.  28.  Fig.  4.,  5.)  —  Fig.  98. 

Hftufig  im  Pliinerkalke  von  Koschtitz  und  Kutschlin. 


Fig  08.  Cytherella  ovata,  Rttm.  sp. 

»•  u.  5.  nach  Reuss,  c.  eine  ovale  Form 

von  Koschtitz.    50mal  vergrossort. 


Fig.  99.    Cytherella  Miinsteri,  Rom.  sp. 
a.  u.  b.  nach  Reuss. 


Cytherella  Miinsteri,  R5m.  sp.  (Cytherina  parallela,  Reuss.  Fric  und  Kafka  pag. 
18.  Fig.  41.)  — -  Fig.  99. 

Nicht  selten  in  den  Teplitzer  Schichten  bei  Koschtitz,  namentlich  in  dem 
Schlammmatcrial,  das  beim  Waschen  der  Koschtitzer  Flatten  gewonnen  wurde, 
welche  Bemerkung  fur  alle  von  Koschtitz  angefuhrten  Ostracoden  gilt. 


Fig.  100.  Cytherella  asperula,  Reuss. 
Vergrosserte  Reussiseho  Figur. 


Fig,  101.   Cytherella?  sp. 

Von  Koschtitz.  r>Omal  vergrossert. 


Cytherella  asperula,  Reuss.  (Cytherina,  asperula,  Reuss.  Fric  und  Kafka,  Crusta- 
ceen pag.  19.  Fig.  42.)  —  Fig.  100. 

Kinzeln  in  den  Teplitzer  Schichten  von  Koschtitz. 


92 


Cytherella  (?)  sp.  (Fric  und  Kafka  Crustaceen  pag.  19.  Fig.  43.)  —  Fig-.  101. 

Auf  den  Koschtitzer  Flatten  kommen  zahlreiche  Schalenbruchstiicke  vor, 
welche  sehr  wahrscheinlich  auch  einer,  nicht  naher  bekannten  Ostracodenart 
angohoren.  Ich  gebe  in  Fig.  101.  cine  Abbildung  von  eincm  solcben  Bruch- 
stiicke,  auf  welcliem  der  Schalenrand  und  die  in  Reihen  geordneten  Grtlbchen 
auf  der  sonst  glatten  Oberfiache  der  Schale  zu  sehen  sind.  Derselbe  weist 
darauf  bin,  dass  diese  Ostracodenart  im  Verhaltnisse  zu  den  iibrigen  Kreide- 
ostracoden  von  einer  sebr  bedeutenden  Grosso  war. 

'  .      .  ■■  . 


Fig.  102.  Cythere  ornafissima,  Rouss. 
Copie  nach  Ileuss. 


Fig.  10.'!.    Cythere  Geinitzi,  Reuss. 
Von  Koschtitz.    Copie  nach  ReuSS. 


Cythere  ornatissima,  Reuss.  (Fric  und  Kafka  pag.  15.  Fig.  30.)  —  Fig.  102. 

Ziemlich  haufig  in  den  Teplitzer  Scbicbten  von  Koschtitz,  seltener  bei 
Kystra. 
Cythere  Geinitzi,  Reuss.  (Fric  und  Kafka  Crustaceen  pag.  15.  Fig.  31.)  —  Fig.  103. 

Ziemlich  haufig  in  den  Teplitzer  Schicbten  von  Koschtitz. 


\\Uilj 


itefe 


Fig.  104.  Cythere  reticulata,  Kafka. 

nomal  vergrossert.  a.  Seitenansicht. 

b.  u.  c.  Bauchansichten  von  2  vcrsch. 

Exemplaren. 


a  h 

Fig.  105.  Cythere  gracilis,  Kafka. 

50mal  vergrdssert.    Von  Koschtitz. 
a.  Seitenausicht,   b.  Bauchansicht. 


Cythere  reticulata,  Kf.  (Fric  und  Kafka  Crustaceen  pag.  15.  Fig.  32.) Fig.  104. 

Nicbt  selten,  aber  meist  abgerieben  in  Koschtitz. 
Cythere  gracilis,  Kf.  (Fric  und  Kafka  Crustaceen  pag.  16.  Fig.  33.) Fig.  105. 

Ziemlich  haufig  im  Schlainmmateriale  von  Koschtitz. 
Cythere  cuneata,  Kf.  (Fric  und  Kafka  Crustaceen  pag.  16.  Fig.  85.) Fig.  100. 

Selten   in   Koschtitz. 


93 


Fig.   107. 


Cythere  nodifera,  Kf.  (FriS  und  Kafka  Crustaceen.) 

Selten  in  Koschtitz. 
Cythere  serrulata,  Bosq.    (Cytherina  cornuta,  Reuss.  II.  pag.  105.  Taf.  24.  Fig. 

20.,  21.  Fric  und  Kafka  Crustaceen  pag.  16.  Fig.  36.)  —  Fig.  108. 
Selten  in  den  Teplitzer  Schichten  von  Koschtitz  und  Brozan. 


*^ytvj 


Fig.  106.    Cythere  cuneata,  Fig.  107.  Cythere  nodifera,  Fig.  108.  Cythere  serrulata, 

Kf.  60ma)  vergrOssert  von  i<r.  50mal  vergrOssert  von  Bosq.  Original  SOmal  vergr. 

Koschtitz.  a.  Seitenansicht.  Koschtitz.  a.  Seitenansicht.  b.  Bauch- 

i>.  Bauchansicht.  ansicht. 


Fig.  109.    Cythere  elongata,  Reuss  sp. 

Copie  nach  Reuse. 


Fig.  110.   Cytheridea  perforata,  Rom. 
Copie  uach  Reuss. 


Fig.  in.  Cytherideis  laevi-      Fin.  112.  Bairdia  subdeltoi-      Fig.  113.   Bairdia  modesta, 

gata,  1,'oin.  sp.  dea,  Mtinst.  Yon  Koschtitz.      Reuss.  Original  nach  cinem 

SOmal  vergrOssert.  Exemplare  von  Koschtitz. 

°ythere  elongata,  Reuss.  (Fric  und  Kafka  Crustaceen  pag.  17.  Fig.  37.)  —  Fig.  109. 

Selten  in  Koschtitz;  war  lusher  nur  aus  Saclisen  bekannt. 
Cytheridea  perforata,  Rom.  sp.  (Cytherina  Hilseana,  Rom.  Frid  und  Kafka  Crus- 
taceen pag.  17.  Fig.  38.)  —  Fig.   1 LO. 
v  In  Koschtitz,  Kriindorf,  Strehlen  und  Weinbohla. 

ytherideis  laevigata,  R5m.  sp.     (Cytherina  attenuata,    Reuss.   Fric  und  Kafka 
Crustaceen  pag.  1 7.  Fig.  39.)  —  Fig.  111. 
In  Koschtitz,  Strehlen  und  Weinbohla. 


94 

Bairdia  Sllbdeltoidea,  v.  Miinst.    (Fric  und  Kafka  Crustaceen  pag.  13.  Fig.  23.) 
—  Eig.  112. 

Sehr  hiiufig  in  dem  Schliimmmatcrial  von  Koschtitz,  obenso  in  Strehlen 
und  Weinbohla. 
Bairdia  modesta,  Eeuss.  (Fric  und  Kafka  Crustaceen  pag.  13.  Fig.  24.)  —  Fig.  113. 
Hilufig  in  Koschtitz,  kommt  bereits  in  den  Semitzer  Mergeln  der  Weissen- 
bergcr  Schichten  vor. 
Bairdia  arcuata,  var.  faba,  Eeuss.    (Cytherina  faba,  Reuss.  Fric  und  Kafka  Cru- 
staceen pag.  13.  Fig.  25.)  —  Fig.  114. 

Findet  sich  scbon  in  den  Weissenberger  Schichten  bei  Semitz,  in  den 
Teplitzer  bei  Koschtitz,  in  den  Priesener  bei  Luschitz  und  Priesen. 


Fig.  114.    Bairdia  arcuata,      Fig.  116.    Pollicipes  KoSti-      Fig.  115.  Bairdia  depressa, 
var.  faba.  censis,  Kf.  Tergum  v.  Ko-  Kf.  Von  Koschtitz. 

Copie  uach  lleuss.  sehtitz,  4nial  vergrossert.  50mal  vergrossert. 


Fig.  117.    Pollicipes  glaber,  Homer. 

c  Carina,  t  Tergum,  s  Scutum,  si  obere  Laterale  (uach  lleuss),  d  Carinolaterale,  rl  Rostrolaterale, 

I  untercs  Laterale.    Alle  4mal  vergrossert. 


95 

Bairdia  depressa,  Kf.  (Frifi und Kafka  Crustaceen  pag.  14.  Fig.  26.)  —Fig.  115. 

Die  Form  der  Schale  ist  der  von  Cytherella  Miinsteri,  R8m.  sp.  ahnlich. 

Sie  ist  jedoch  verhaltnissmassig  breiter  und  die  Riickenansicht  zeigt  einen 

nocli  grosseren  Unterschied  in  der  Wolbung,  da  die  Schalen  dieser  Art  sehr 

gleichmasig  und  flach  gewolbt  sind.    Wie  bei  den  iibrigen  Bairdien  ist  auch 

bier  die  Oberfliiche  der  Scbale  glatt  und  gliinzend.  Diese  Art  kommt  ziemlicb 

oft  bei  Koscbtitz  vor. 

°Hicipes  Koiticensis,  Kf.  (Fric  und  Kafka  Crustaceen  pag.  11.  Fig.  19.)  —  Fig.  1 1 G. 

In  dem  unteren  Niveau  der  Teplitzer  Schicbten  bei  Koschtitz. 


a  h 

Kg.  118.  Pollicipes  Bronni. 

Carina  4mal  vergrOssert. 

«  von  oben,  b  von  der  Seite, 

«  Qucrschnitt. 


Fig.  Hi).  Pollicipes  conicus, 

Reuss.  Copie  nach  Reuse. 

a  von  oben,  b  v.  der  Seite, 

c  Querschnitt. 


Fig.  121.  Lorleula 

var.  gigas 
Naturl.  Grose  v. 


pulchella, 

Fr. 
Koschtitz. 


Fig.  120.    Scalpellum  angustatum,  Dix.  (>mal  vergrossert. 
von  der  Seite,  b  von  oben,  c  Querschnitt,   d  in  natiirlicher  Grosse. 


poUici 


iicipcs  glaber,  R6m.  (Fric  und  Kafka  Crustaceen  pag.  8.  Fig.  13.)  —  Fig.  117. 

Hiiufig  in  den  Teplitzer  Scbicbten  in  Koscbtitz,  Kystra,  Hundorf,  in 

Streblen  und  Weinbohla.  Ich  gebe  von  dieser  Art  die  Abbildung  von  Exem- 

plaren  aus  den  cenomanen  Korycaner  Schicbten,  welche  kaurn  von  denen 

p         ;ll's  den  Teplitzer  abweichen. 

"Uicipes  Bronni,  R5m.  (Fric  und  Kafka  Crustaceen  pag.  9.  Fig.  14.)  —  Fig.  118. 
p  .      •        Selten  in  den  Teplitzer  Schicbten  von  Koscbtitz. 

"icipes   conicus,  Reuss.     (Verstein.  I.  pag.   17.  Taf.  V.   Fig.  13.    Fric  und 
Kafka  Crust,  pag.  11.  Fig.  21.)  —  Fig.  119. 


96 

Eeuss  beschrieb   die  Art  nach   einer  einzigen  Carina  vom  Sauerbrunn- 

berge  bei  Bilin. 

(Scalpellum  angiistatum,  Dix.  sp.)  Fric  und  Kafka  Crust,  pag.  6.  Fig.  8.)  — Fig.  120. 

Diese  Art  besitzen  wir  bios  aus  den  Korycaner  Schichten,  aber  Geinitz 

fiilirt  sie  auch  aus  den  Teplitzer  Schichten  von  Strehlen  und  Woinbohla  an. 

Loricula  pulchella,  Sow.  var.  gigas,  Fr.  (Fric  und  Kafka  Crustacecn  pag.  3.  Taf.  1- 

Fig.  1.)  —  Fig.  121. 

Das  Prachtexemplar  dieses  schonen  Cirripeden  wurde  18G5  von  meinem 
f  Petrefactensammler  Staska  in  der  Wohnkammer  eines  riesigen  Ammonites 
peramplus  gefunden.  Der  Ammonit  stammte  aus  dem  mittleren  Niveau  der 
am  linken  Egerufer  vor  Koschtitz  entblossten  Teplitzer  Schichten  und  ent- 
hielt  ausser  der  Loricula  noch  riesige  Exemplare  von  Scaphites  Geinitzii, 
Mytilus  Cottae  und  vielen  anderen  Petrcfacten.  Die  emsige  Verarbcitung 
der  Wohnkammern  grosser  Ammoniten  und  Nautilen  ist  sehr  zu  empfehlen. 
(Serpula  umbilicata,  v.  Hag.)  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  202.  Grundriss  Taf.  16. 
Fig.  24.) 

Nach  Geinitz  aufgewachsen  auf  Inoceramen,  Spondylen  und  Terebratuleu 
in  Strehlen. 
(Serpula  macropus,  Sow.)  (Iserschichten  pag.  129.  Fig.  115.) 
Nach  Geinitz  bis  5  cm  lang  in  Strehlen. 
Serpula  hiplicata,  Reuss.  (Reuss  I.  pag.  18.  Taf.  V.  Fig.  23.) 

Durch  stftrkere  Falten  der  Anwachsstrcifen  charakterisirt.     Nach  Reuss 
auf  Micraster  in  Hundorf. 
Serpula  deprcssa,  v.  Miinst.  (Reuss  I.  pag.  18.  Taf.  5.  Fig.  28.) 
Nach  Reuss  auf  Rhynchonella  von  Hundorf  aufsitzend. 


Fig.  122.   Serpula  gordialis,  v.  Sohl.   Von  Krondorf  in  natiirl.  Grosse. 


Serpula  gordialis,  v.  SchL  (Reuss  I.  pag.  19.)  —  Fig.  122. 

Von  dieser  veranderlichen  Art  fiihrt  Reuss  die  var.  infibulata  von  Hundorf 

und  var.  implicata  von  Brozan  an.  Das  abgebildete  schime  Exemplar  erhiclt 

das  Museum  von  Herrn  Feigel,  Lehrer  in  Laun ;  es  stammt  aus  den  Teplitzer 

Schichten  von  Krondorf. 
Serpula  pustulosa,  (Join.  (Reuss  I.  pag.  19.  Taf.  V.  Fig.  25.  Geinitz  Elbthalgeb- 

II.  pag.  201.  Taf.  37.  Fig.  5.) 

Diese  durch  einen  gekrauselten  Kiel  unci  dreieckigen  Querschnitt  kennt- 

liche  Art  kommt  auf  Inoceramus  Brongniarti  aufgewachsen  in  Hundorf  und 

Strehlen  vor. 


97 

Serpuia  rotula,  Goldf.  (Reuss  I.  pag.  18.  Taf.  XIII.  Fig.  94.) 

Diese  kleine  flache  Serpula  sieht  einem  zusammengedriickten  Ammoniten 
ahnlich,  Sie  ist  involut,  am  Riickon  gekielt,  an  den  Seiten  mit  einer  flachen 
Furche  versehen.  Feine  koncontrische  Linien  zieren  die  Oberflache.  Auf  Spon- 
dylus  spinosus  aufgewaohscn  seiten  in  Hundorf  und  Kutschlin. 
Serpula  granulata,  Sow.  (Reuss  I.  pag.  20.  Taf.  XIII.  Fig.  9(3.) 

Durch  12  erhabene  feine  Liingskerben  kenntlicb.  Sebr  seiten  im  oberen 
Planerkalke  am  Sauerbrunnbcrge  bei  Bilin. 
(Serpula  ampullacea,  Sow.)    (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  200.  Taf.  37.  Fig.  6—9.) 
Geinitz  fuhrt  die  Art  aus  dera  Planerkalke  von  Strehlen  an.  Reuss  nur 
aus  den  cenomanen  Schicliten  in  den  Schillingen  bei  Bilin. 

Die  Revision  der  Echinodermen  wurde  von  Dr.  Ot.  Novak  vorgenommen, 
p     her  eino  grossere  Monograpbie  iiber  dieselben  in  den  Abhandlungon  der  k.  bobm. 

esellschaft  der  Wissenscbaften  zu  veroffentlichen  begonnen  bat.  Die  Zeichnungen 
^u<i  nach  seinen  zur  Publication  vorbereiteten  Tafeln  verfertigt.     (Vergl.  Dr.  Ot. 

ovak:  Studien  tiber  Echinodermen  der  bobm.  Kreideformation  Nro.  1.  Abhandl. 
aer  k.  bobm.  Gesell.  der  Wissenschaften  VII.  Folge,  2.  Band  1887.) 


VoT,  «a*    ;  ,  Cldar's  Reussi,  Gein. 

a      f.l't|1,lon-  c°Pie  nach  Geinitz. 

•  nattlrl.  Grosse,   b.  vergrossert, 

o.  Querschnitt. 


Fig.  124.   Cidaris  subvesiculosa,  D'Orb. 

Von  Eundorf.    Oopie  nach  Geinitz. 

a.  Ganzes  Exemplar,   b.  Abulacralplatte  vergrossert. 

c,  Stachel  vergrossert. 


Cidai 


'»s  Reussi,  Gein.  (Elbthalgeb.  II.  pag.  7.  Taf.  2.  Fig.  5.  und  6.)  —  Fig.  123. 
Einzelne  Stacheln  fiihrt  Reuss  von  Koschtitz,  Geinitz  von  Strehlen  und 
Weinbohla  an. 


98 

(Maris   subvesiculosa,  D'Orb.  (Gcinitz  Elbthalgeb.  IT.  pag.  6.  Taf.  2.  Fig.  1. 
bis  4.)  —  Fig.  124. 

Das  abgebildete  Exemplar  von  Hundorf  befmdet  sicli  in  dor  Sammlung 
der  Bergakademie  zu  Freiburg.  Einzelne  Staclieln  sammelte  ich  beim  Gang- 
hof  unweit  Bilin. 


' ■■,  —    : 


a 


f 


Fig.  125.   Phymosoma  radiatum,  Schliiter.  (Cypliosoma  radiatum  Sorign.) 

a.  Gauzes  Exemplar  in  natiirl.   Grosse  von  unten.    b.   Von  der  Seite. 

e,  Stacliel  in  natiirl.  Grosse.  d.  Vergrossert  von  der  Seite.    e.  Von  unten. 

/.  Ambulacralreihe  vergrossert. 


Fig.  126.    Micraster  cf.  cor.  testuclinarium,   Goldf. 
a.  Von  oben.    b.  Von  der  Seite.    Natiirl.  Grosse. 


Phymosoma  radiatum,  Schliiter.  [Cyphosoma  radiatum  Sorign.]  (Geinitz  Elbthal- 
geb. II.  pag.  9.  Taf.  2.  Fig.  7.)  —  Fig.  125. 

Der  eingebiirgerte  Namen  Cyphosoma  wurde  in  Phymosoma  geandert, 
da  sich  ersterer  als  bereits  ciuem  Insekte  vergeben  envies.  Staclieln  nicht 
selten  in  Hundorf,  Strehlen  etc.,  gauze  Exemplare  seltener. 


M 


99 

icraster  cf.  cor  testudinarinm,  Goldf.  sp.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  11. 
Taf.  4.  Fig.  1—4.)  —  Fig.  120. 

Gehort  einer  hoheren  Lage  an  als  dor  Micr.  breviporus,  was  man  an 
der  Berglehne  bei  Kystra  wahrnehmen  kann.  Die  Art  wurde  friiher  als 
Micraster  cor  anquinum  angefiihrt  (Keuss  II.  pag.  50.),  welclior  aber  viol 
jungeren  Schichten  der  oberen  weissen  Schreibkreide  angehort  und  in  seiner 
typischen  Form  nie  in  Bohmen  gefundcn  wurde.  Uebrigens  finden  sich  in 
Frankreich  zwiscben  beiden  Arten  Uebergiinge,  welcbe  selbst  Fachiminner 
nicht  mit  Sicherheit  zu  dieser  odor  jener  Art  zu  stellen  wisscn. 


Fig.  127.    Micraster  breviporus,  Ag.    In  natiirlicher  Grosse.    Haufig  meist  ohne 
Schale  in  Hundorf.    a.  Von  oben.   b.  Von  unten.    c.  Yon  der  Seite. 

"•ieraster  breviporus,  Ag.  [Micraster  Leskei  des  Moulins.]  (Geinitz  Elbthalgeb. 
II.  pag.   13.)  —  Fig.  127. 

Derselbe  scheint  einem  tieferen  Niveau  anzugehoren  als  M.  cor  testudi- 
narium,  wie  ich  mich  namentlich  an  der  Berglehne  von  Kystra  iiberzeugte. 
(Vergl.  Profil  auf  Seite  34.) 
(Ananchytes  ovata.  Echinocorys  vtUgaris.)    [Vergl.  Novak  Studien  pag.  9.] 

Diese  Art  wurde  vielfach  als  in  Bohmen  in  den  Teplitzer  Schichten 
vorkommend  angefiihrt.  Fine  genaue  Untersuchung  der  Exemplare  zeigte, 
dass  dies  sammtlich  Holaster  planus  ist.  Dennoch  findet  man  den  wahren 
Echinocorys  zuweilen  bei  den  Handlern  in  Teplitz,  aber  diese  Exemplare 
riihren  aus  der  weissen  Schreibkreide  von  Kiigen  her,  welche  in  den  Teplitzer 
Fabriken  vielfach  verarbeitet  wird. 

blaster  planus,  Mant.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  9.  Taf.  3.  Fig.  2.,  3.  Anan- 
chytes  ovata  bei  Reuss  II.  pag.  50.)  —  Fig.  128. 

Diese  Art  wurde  friiher  unter  dem  Namen  Ananchytes  ovata  vielfach 
aus  Txihrnen  angefiihrt.  Sie  untcrscheidet  sich  von  derselben  durch  diinnere 
Schale  und  durch  abweichende  Stellung  des  Afters.  A.  ovata  gehort  einem 
viol  jiingeren  Niveau  der  weissen  Schreibkreide  an  und  ihr  Vorkommen  in 
Bohmen  ist  sehr  unwahrscheinlich.  Meist  verdriickte  Exemplare  im  Pliiner- 
kalke  von  Hundorf,  Kutschlin,  Sauerbrunnberg  bei  Bilin  etc. 

7* 


100 

Offaster  (cf.)  corculum,  Goldf.  (Ananchytes  corculum  Reuss  II.  pag.  56.)  —  Fig.  129. 
Reuss  flihrt  die  Art  als  selten   im  oberen  Pliinerkalk  von  Pokratitz  an, 
oline  eine  Abbildung  zu  geben.    Das  abgebildete  Exemplar  befindet  sicb  in 
der  geol.  Sammlung  des  deutschen  Polyteclmikunis  zu  Prag. 


Fig.  128.    Holaster  planus,  |Maut.  Von  Mariaschein. 
a.  I  naturl.  Grosse.   6.  Scheitel  stark  vergrossert. 


*4^ 


Fig.  129.    Offaster  (cf.)  corculum,  Goldf.    Von  Hundorf. 
a.  Von  oben.    h.  Von  unten.    c.  von  der  Seite.   d.  Vergrosserte  Ambulacralplatten. 

Stellaster  qulnqueloba,  Goldf.  sp.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  17.  Taf.  6.  Fig.  ?•) 
—  Fig.  130. 

Geinitz  flihrt  die  Randplatten  von  Strcblen  an,  wir  besitzen  sie  von 
Popelz  bei  Libocbovic. 
Mesocrinus  Fischeri,   Gein.  sp.   (Antedon  Fischeri,  Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag- 
18.  Taf.  6.  Fig.  9-12.)  —  Fig.  181. 

Diese  Seelilie  wurde  frliher  unter  dem   Namen   Bourgueticrinus   aud 
Bohmen  angeftihrt  (Reuss  II.  pag.  59.  Taf.  XX.  Fig.  28—33.)  und  soil  nacb 


101 

Carpenter  der  Gattung  Mesocrinus  angchoren.  Reicheres  Material  wird 
wohl  dicse  Zweifel  16sen.  Wir  besitzen  bisher  nur  Saulenglieder.  Reuss 
ttlhrt  sie  aus  don  Teplitzer  Schichten  von  Kutschlin,  Krondorf,  Koschtitz 
und  dem  Sauerbrunnberg  bei  Bilin  an. 


Fig.  130.  Stellaster  quinqueloba,  Goldf. 

sp.    Randplatten  in  naturl.  Grosse  von 

Popelz  bei  Libochovic. 


Fig.  131.  Mesocrinus  Fischeri,  Gein.  sp. 

VergrOssertes  Saulenglied. 

Copie  nach  Geinitz. 


Mollis?  sp.  Pocta.  (Sitzungsber.  d.  kais.  Akad.  der  Wiss.  Juli  1885.)  —  Fig.  132. 

Scltene  Brucbstiicke   dieser  gitterformigen  Kalkkiirper,   die   denjenigen 

der  jetzt  lebenden  Holotlruriengattung  riosus  sehr  iibnlich  sind,  fanden  sich 

im  Schlamm-Materiale,  das  von  den  Koschtitzer  Platten  abgewaschen  wurde. 


Fig.  132.    Psolus?  sp.  Po6ta. 

Kalkkorperchen    einer   Ilolothurie   von 

Koschtitz.    llOmal  vergrossert. 


Fig.  188.    Nephthya  cretacea,  Pocta. 

Aus  dein  unteren  Niveau  v.  Koschtitz. 

25mal  vergrossert. 


Pig- 184.  Micrabacia  coronula,  Godf.  sp. 


Fig.  135.  Parasmilia  centralis,  Mant.  sp. 
Von  iidovic  bei  Raudnitz.  a.  Naturl. 
Grosse.    b.  Querschnitt  vergrossert. 


Nephthya  cretacea,  Pocta.  (Sitzungsber.  d.  kais.  Akademic  der  Wiss.  in  Wien. 
Band  XCII.  pag.  8.  Taf.  1.  Pig.  7.  Pocta  die  Antliozoen  der  bohm.  Kreide- 
formation.  Abhandl.  der  k.  bohm.  Gesell.  der  Wiss.  VII.  Polge.  Band  2.)  — 
Pig.  133. 


102 

Die  Scleriten  dieses  Polypen  wui'den  bei  der  Untersuchung  des  durcli 
Abwaschen  der  Koschtitzer  Platten  gewonnenen  Materiales  vom  Museums- 
assistenten  Herrn  Kafka  gefunden  und  Ilerrn  Pocta  zur  Beschreibung  ubergeben. 

Micrabacia  coronula,  Goldf.  sp.  (Pocta  Anthozoen  pag.  .'52.  Fig.  12.  und  13.)  — 
Fig.  134. 

1st  aus  den  Teplitzer  Schichten  von  Postelberg,  Wollenitz  bekannt. 
Farasmilia  centralis,  Mant.  sp.  (Pofita  Anthozoen  pag.  43.  Fig.  20.)  —  Fig.  135. 

Selten  im  Planerkalke  bei  Zidovic  unwoit  Raudnitz. 
Coelosmllia  ?  Iaxa,  M.  E.  et  Haine.  (Pocta  Anthozoen  pag.  42.) 

Ein  Querschnitt  im  Gestein  fraglichen  Alters  von  Neudorfel  bei  Teplitz. 

Craticnlaria  vulgata,  Poc.  (Pocta  Beitr.  z.  K.  d.  Sp.  I.  pag.  15.  Fig.  im  Texte  3. 
Taf.  I.  Fig.  7.  a  b.)  —  Fig.  136. 


Fig.  136.    Craticularia  vulgata,  Poc.    Nattirliohe  Grosse. 


Fig.  137.  „Craticularia  subseriata,  Rem. 

Von  Cizlcovic.    Natiirl.  Grosse. 


Fig.  138.   Pleurostoma  bohemicum,  Zitt. 
Von  Leneschitz.    Naturl.  Grosse. 


Craticxilaria  subseriata,  Rom.  sp.  (Scyphia  subseriata,  Rom.  Kreide.  pag.  9- 
Taf.  III.  Fig.  8.  Reuss  Kreide.  pag.  75.  Taf.  XVIII.  Fig.  7.  Pocta  Beitrage 
III.  pag.  33.)  —  Fig.  137. 

Selten  in  Hundorf,  Kutschlin  und  Cizkovic. 

Leptophragma  striatopunctata,  Rom.  sp.  (Rom.  Kreidegeb.  pag.  9.  Taf.  Ill- 
Fig.  7.  Pocta  Beitr.  I.  pag.  18.) 


i 


103 


In  den  „scharfen"  Schichten,  welche  das  Licgende  der  Teplitzer  Schichten 
bilden,  oberhalb  dor  Ziegelei  in  Leneschitz,  sowio  von  Cfzkovic. 
leptophragma  fragilis,  Rom.  sp.     (Scyphia,  116m.   Kreidegeb.  pag.  8.  Taf.  III. 
Fig.  11.  Pocta  Beitr.  III.  pag.  84.  Taf.  I.  Fig.  20.) 

Haufig   in   den   Teplitzer   Schichten   nordlich   von   Raudnitz,   Cfzkovic, 
Hrobce,  Zidovic,  Rohatce.  Gesammelt  von  Prof.  Zahalka. 
Pleurostoma  bohemicum,  Zitt.    (Zitt  Studien  iiber  fossile  Spongien  I.  pag.  48. 
Pocta  Beitr.  z.  K.  d.  Sp.  I.  pag.  21.  Fig.  ira  Textc  7.  Taf.  II.  Fig.  7.)  —  Fig.  138. 
Hiiufig  in  den  tiefsten  Lagen  der  Teplitzer  Schichten  zusammen  nut 
Achilleum  rugosum  in  Leneschitz,  in  den  Lehmhriichen  bei  Laun,  dann  bei 
Michelsberg  bei  Lcitmeritz  und  in  Cizkovic.    Auf  den  abgeregneten  Halden 
der  Steinbruche  wird  es  oft  gesammelt. 
Plcurostoma  scyphus,  Poc.  (Beitr.  z.  K.  d.  Sp.  pag.  21.  Fig.  im  Texte  8.  Taf.  II. 
Fig.  4.)  —  Fig.  139. 

Das  einzige  Exemplar  aus  den  Teplitzer  Schichten  von  Koschtitz  erhielt 
unser  Museum  von  Prof.  Dr.  Ott.  Novak  zum  Geschenk. 


Fig.  139.    Pleurostoma  scyphus,  Pocta.    Von  Koschtitz.  Natiirl.  Grosse. 

I'leurostoma  raraosum,  Gerster  sp.    (1881.  Gerster  Nova  Acta  pag.  23.  Taf.  I. 

Fig.  1-5.) 

Selten  in  Bruchstucken  bei  Leneschitz  und  Gizkovic. 

Gllettardia  stellata,  Mich.  (Pocta  Beitr.  I.  pag.  24.)  —  Fig.  140. 

Romer  fiihrt  die  Art   aus  Bohmen  von  Malnitz   an,   wo   es  wohl   auch 
aus  der  „scharfen"  Schichte  der  Lehmbruche  herriihren  durfte.  Wir  besitzen 
cin  einziges  Exemplar  von  Mariaschein. 
Guettardia  trilobata,  Rom.  sp.   (1864.  Rom.  palaeontographica,  pag.  14.  Taf.  V. 
Fig.  8.  Pocta  Beitr.  z.  K    d.  Sp.  I.  pag.  23.  Fig.  im  Texte  9.) 

Der  vorigen  ahnlich,  aber  nur  dreilappig.  Aus  den  „scharfen"  Schichten 
an  der  Basis  der  Teplitzer  in  Leneschitz. 


104 


Ventriculites  angustatus,  Rom.  (Scyphia  angustata,  Reuss.  Verstein.  II.  pag.  74. 
Taf.  XVII.  Fig.  11.  Elbthalgeb.  II.  pag.  1.  Taf.  I.  Pig.  3.  Porta  Beitr.  L 
pag.  30.)  —  Fig.  141. 

Eine  der  haufigsten  Erscheinungen  in  den  Teplitzer  Schichten,  wo  sie  im 
mittleren  Niveau  dem  sog.  „K6rper"  ihr  Hauptlager  hat.  Auf  abgeregneten 
Halden  und  Berglehnen  findet  sic  sich  haufig.  Im  festen  Gestein  trifft  man 
oft  ihro  zierlichen  Querschnitte  in  Schwefelkies  verwandelt.  Localitaten: 
Kutschlin,  Hundorf,  Mariaschein,  Rosenthal,  Leneschitz,  Koschtitz,  Cizkovic 
und  iiberall,  wo  die  Teplitzer  Schichten  gut  aufgeschlossen  sind. 


Fig.  140.    Guettardia  stellata,  Mich. 

Von  Mariaschein.    Natiirl.  Grcisse. 


torn. 


Fig.  141.  Ventriculites  angustatus,  Rt 

Von  Cfzkovio.  Natttrl.  Grosse. 

«.  Gauzes  Exemplar,    b.  Querschnitt. 

c  Eine  Masche  vergrossert. 


Fig.  142.    Ventriculites  radiatus,  Mant. 
Von  Kystra.    Natttrl.  GrSsse. 


Fig.  148.    Ventriculites  cribrosus,  Thill. 
Sp.    Von  Teplitz.    Natttrl.  Grfisse. 


105 


14. 


Ventriculites   radiatus,   Mant.    (Reuss  Kreide.  pag.   74.  Taf.   XVII.  Fig 
Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  3.  Pocta,  I.  pag.  32.)  —  Fig.  142. 

llaufige  Bruchstiicke  in  den  Teplitzer  Schichten  von  Hundorf,  Koschtitz, 
Popelz,  Kutschlin,   Kystra,   Cizkovic  etc.;   auch  in  Strohlen  und  Weinbbhla. 
ventriculites  Zippei,  Reuss.  sp.  (Reuss  Kreidogeb.  pag.  76.  Taf.  XVIII.  Fig.  5. 
Pocta  Beitr.  I.  32.) 

Ahnlich  dem  radiatus,  aber  init  regelmiissigen  rhombischen  Vortiefungen. 
Selten  in  den  Teplitzer  Schichten  von  Kutschlin  und  Hundorf. 
Ventriculites  cribrosus,  Phill.  sp.  (1883.  Hinde  Catal.  pag.  113.  Taf.  XXVI. 
Fig.  2.  Pocta  Beitr.  III.  pag.  34.    Ventr.  radiatus  var.  subcylindrica  Pocta 
I.  pag.  33.)  —  Fig.  143. 

Bisher  ein  einziges  Exemplar  in  den  Teplitzer  Schichten  von  Hundorf. 


m  t ',( t, 


Fig.  144.  Ventriculites  marginatus,  Poc. 

Von  Kystra.    Natiirl.  Grosse. 


Fig.  145.    Plocoscyphia  labyrinthica, 
Reuss.    Verkiestes  Exemplar. 
Von  Hundorf.    Natiirl.  Grosse. 


Ventriculites  marginatus,  Poc.  (Beitr.  III.  pag.  34.)  —  Fig.  144. 

Die  Art  kommt  in  ziemlich   verschiedenen   Grossen  in   den  Teplitzer 
Schichten  nordlich  von  Raudnitz,  in  Cizkovic,  Rohatec  und  Zidovic  vor. 
entriculites  convolutus,  Hinde.  (Hinde  Catalogue  of  fossils  Sponges  pag.  110. 
Taf.  XXV.  Fig.  5.  5  a.  Pocta  liber  2  neue  Spongien  pag.  3.  Sitzungsber.  der 
k-  bohrn.  Gesells.  d.  Wissensch.  1885.) 
p.  Bios  ein  Fragment  bekannt  von  Sulevic  bei  Lobositz, 

^ocoscyphia,  labyrinthica,    Reuss.     (Reuss  Kreideverst.   pag.   77.  Taf.  XVIII. 
Kg.  10.  Pocta  Beitr.  z.  K.  d.  S.  I.  pag.  36.)  —  Fig.  145. 

Haufig  meist  vcrkiest  wird  der  Schwamm  auf  den  1 1  ah  I  en  der  Teplitzer 
Schichten  oder  fest  im  Pliinerkalke  eingewachsen  vorgefunden.    Fundorte: 
Kutschlin,  Hundorf,  Cizkovic  etc. 
l°Goscyphia  labrosa,  Smitt.  sp.    (1848.  Annals  pag.  368.  Taf.  6.  Fig.  4.  Pocta 
Beitr.  III.  pag.  35.) 

Ein  Exemplar  von  Cizkovic  befindet  sich  in  der  Sammhmg  des  Prof. 
Zahalka  in  Raudnitz. 


106 

Plocoscyphia  pertusa,  Gein.  (Porta  (lber  2  neue  Spongien.  Stzgsber.  dor  k.  b. 
Gesell.  d.  Wiss.  1885.  pag.  3.  Elbthalgeb.  I.  pag.  20.  Taf.  2.  Fig.  5.  Taf.  3. 
Fig.  1.)  —  Fig.  146. 

Selten  in  Settenz  und  Ilundorf. 
Rhizopoterion  cervicorne,  Goldf.  sp.  (Siph.  cerv.  Goldfuss  I.  pag.  18.  Taf.  VI 
Fig.  11.   Siph.   cerv.  Reuss  Vcrst.  pag.  73.  Taf.  XVI.  Fig.   15.  Taf.  XVII. 
Fig.  2.  Pocta  Beitr.  III.  pag.  36.)  —  Fig.  147. 

Fragmente  dor  Stangel  sind  aus   den  Teplitzer  Schichten  bekannt  von 
Ilundorf,  Kutschlin,  Zabovfosk  und  Chudovlic. 


Fig.  L46.  Plocoscyphia  pertusa,  Gein. 
Von  Hundorf.    Nattirl.  GrOsse. 


Fig.  147.   Rhizopoterion  cervicorne, 
Goldf.  sp.  Von  /iabovfesk.  Natiirl.  Gro'sso. 


Fig.  148.    Coeloptychium  Frici,  Pofita.    Von  Mariaschein.    \  nattirl.  GrOsse. 


Cystispongia  verrucosa,  Reuss  sp.  (Manon  verrucosum.  Verst.  d.  bohm.  Kr.  II. 
pag.  77.  Taf.  XX.  Fig.  6.  Pocta  Beitr.  III.  pag.  36.  Taf.  I.  Fig.  29.  a  b.) 

Reuss  fuhrt  die  Art  aus  den  Teplitzer  Schichten  vom  Sauerbrunnberge 
und  von  Kutschlin  an.  Prof.  Zahalka  besitzt  ein  Exemplar  von  Cfzkovic. 
Coeloptychium  Fridi,  Poc.    (Beitr.  z.  K.  d.  Sp.  I.  pag.  41.  Fig.  fm  Texte  19.) 
—  Fig.  148. 

Ein  einziges  Exemplar  aus  den  Teplitzer  Schichten  von  Mariaschein. 
Doryderma  ramosum,  Mant.  sp.  (Mantell  G.  Yorkshire  pag.  162.  Taf.  XV.  Fig.  11. 
Spongia  ramosa  Reuss.  Verst.  I.  pag.  79.  Taf.  20.  Fig.  7.,  8.    Pocta  Beitr. 
II.  pag.  30.) 

Nach  Reuss  nicht  selten  in  den  Teplitzer  Schichten  von  Kutschlin  und 

am  Sauerbrunnberge  bei  Bilin.  Wir  besitzen  sie  von  Clzkovic.  Die  Fragmente 

sind  meist  durch  Vcrwandlung  in  Schwcfelkiese  zur  Unkenntlichkeit  vcriindert. 

Phymatella  iutumescens,  Rom.  sp.  (Rom.  Spongitarien  pag.  26.  Taf.  XL  Fig.  I- 

Podta  Beitrage  II.  pag.  33.) 

In  den  Sammlungen  der  bohm.  Universitat  zu  Prag  sind  zwei  in  Schwofcl- 
kicss  verwandeltc  Excmj.)iare  von  Koschtitz. 


107 

"hymatelLa  elongata,  Reuss  sp.  (Siplionia,  elongata  Reuss,  Kr.  II.  pag.  73.  Taf. 

XLIII.  Fig.  4.    Pocta  Beitrage  III.  pag.  32.)  —  Fig.  149. 

Aus  den  Teplitzer  Scliichten  von  Kntschlin  unci  Ilundorf.  Unser  Museum 

besitzt  kein  Exemplar,  aber  mehrere  sollen  aus  Bohmen  in  der  geol.  Samm- 

lung  zu  Breslau  sich  befinden. 
Tbecosiphonia  erecta,  Poc.  sp.    (Jerea  errecta  Pocta,.  Vesmfr  XIV.  pag.  35.  — 

Pocta  Beitrage  III.  pag.  37.  Textfigur  Nro.  11.  Taf.  I.  Fig.  30.)  —  Fig.  150. 
Aus  den  hochstcn  Lagen  dor  Teplitzer  Scbichten  von  Rohatec  nord- 

lich  bei  Raudnitz.    Das  abgebildete  Prachtexemplar   befindet   sich   in    der 

Sammlung  des  Prof.  Zahalka. 


Fig.  Hi).    Phymatella  elongata, 

■KeiiBs.  sp.    Copie  nach  Itcuss  in 
i  natiirl.  Grdsse. 


Fig.  150.    Thecosiphonia  erecta,  Pocta  sp. 
Von  .Rohatec  in  I  natiirl.  Grdsse. 


Fig.  151.    Cliona  Conybeari,  Bronn  sp.    Copie  nach  Geinitz.    Natiirl.  Griisse. 


Cliona  Conybeari,  Bronn  sp.  (Pocta  Beitrage  III.  pag.  13.)  —  Fig.  151. 

Auf  der  Oberflaclio  der  Steinkerne  von  Ammoniton  und  Nautilen  finilon 
sich  Erhabenhciton,  von  denen  man  beliauptet,  dass  sic  eincm  Bohrschwamine 
iingeboren.  Die  bewoisenden  Kieselnadeln  wurdcn  aber  lusher  nicht  gefunden. 


108 


Amorphospongia  globosa,  v.  Hag.  sp. 


(,ig.  5.    Geinitz 


(Tragos  globularis,  Reuss.)    (Reuss  Verst.  II.   pag.  78.   Taf.  XX 
Elbthalgeb.  II.  pag.  4.  Taf.  1.  Fig.  2.)  —  Fig.  152. 

Diese  Schrotkorn  ahnliclie  Gebilde,  welche  bisher  fur  Schwamme  ge- 
balten  wurden,  sollen  nacb  don  nouesten  Untersuchungen  von  Munier  Cbalmas 
Friichte  von  eigenthtimlichen  Algen  scin.  —  Auf  dem  vergrosserten  Durch- 
schnitte  zeigt  sich  eine  Eindenschicbte,  welcbe  aus  cinem  dichten  Gewcbe 
von  Nadeln  zu  bestehen  scheint.  Im  Inneren  wechseln  lichte  und  dunkle 
radiale  Streifen.  Die  lichten  Streifen  scbeinen  audi  ein  Geflechte  von  Na- 
dcln  zu  sein,  welche  ebenso  wie  die  der  Eindc  kalkig  sind.  Die  dunklen 
Streifen  sind  mit  erdiger  Masse  odor  mit  Scbwefelkies  gefiillt.  Findet  sich 
auf  den  abgeregneten  Halden  oder  an  Berglehnen,  wo  die  Teplitzer  Schichtcn 
ontblosst  sind.  Reuss  fiihrt  sie  von  Kutschlin,  vom  Sauerbrunnborg  bei 
Bilin  an,  Geinitz  von  Strcblen  und  Weinbohla ;  wir  besitzen  sie  von  Ilundorf, 
Cfzkovic  und  Gaubenbof. 


Fig.  52.    Amorphospongia  globosa,  v.  Hag.  sp.    Von  Gaubenhof. 

a.  Ganzes  Exemplar  in  nattirl.  GrOsse.    b.  Querschnitt.    c.  Eadialer  Sclmitt 

6mal  vergrossert.    d.  Oberflache  vergrossert. 


Achillcum  rugosum,  Reuss,  var.  elliptica.    (Reuss  Verst.  II.  pag.  79.  Taf.  XX. 
Fig.  4.    Pocta  Beitrage  III.  pag.  32.)  —  Fig.  153. 

Das  Achillcum  rugosum  kommt  bei  uns  in  zwei  Formen  vor,  von  welchen 
ich  die  eine  als  var.  elliptica  anfuhre  und  die  andere  als  selbstandigc  Art 
Ach.  bisquitiforme.  Die  var.  elliptica  ist 
stets  kleiner  und  auf  beiden  Enden  zugespitzt, 
von  der  LSngsfurche,  die  auf  der  gewolbten 
Fliiche  sich  hinzieht,  gehen  rechts  und  links 
Runzeln  nach  aussen  und  hinten.  Die  Unter- 
flache  ist  flach  und  raub.  Am  Querschnitt  fand 
Pocta  viele  Foraminiferen  und  stellenweise 
horizontale  Schichtung.  (Von  der  Reussischen 
Abbildung  lasst  sichnicht  entscheidcn,  welcbe 
von  beiden  Formen  hat  zur  Darstellung  kom- 
mon  sollen.)  —  Diese  Art  hat  eine  grossere 
verticale  Verbreitung  als  die  andere.  Fruhor 
war  sie  nur  aus  den  Teplitzer  Schichten  von 

Kutschlin  und  vom  Sauerbrunnberg  bei  Bilin     „Fig-  188-  Achilleum  rugosum, 

.  lieuss,  var.  elliptica.    Yon  Lene- 

bekanut.  Ich  traf  Sie  scbon  in  den  Bemitzer         schitz  in  naturlicher  Grosae. 


109 

Mergeln  der  Weissenberger  Schichten,  dann  namentlich  haufig  in  den  „s char- 
fen"  Lagen  an  der  Basis  der  Teplitzer  Schichten  in  Leneschitz,  in  den  Lehm- 
bruchen bei  Laun  und  bei  Kystra  etc.  Sie  liegen  in  der  Kegel  auf  den  abge- 
regneten  Halden  und  Berglehnen  und  werden  von  Sammlern  leicht  ubersehen. 

A.chilleum  bisquittiforme,  Fr.  —  Fig.  154. 

Dieses  grosse  Achilleum  kommt  an  der  Basis  der  Teplitzer  Scliichten 
vor  und  konnte  ich  in  den  Lehmbruchen  bei  Laun  ganz  genau  die  Lager- 
scliichte  sicherstellen.  (Vergl.  Profil  auf  Seite  28,  Fig.  10.)  Dasselbe  hat 
ini  Ganzen  die  Form  eines  Bisquitts  (alter  Form),  das  eine  Ende  ist  schon 
abgerundet  und  oben  miissig  gewolbt,  unten  etwas  concav  und  mit  zahl- 
reichen  Austern,  Foraminiferen  etc.  bewachsen.  Der  mittlere  Theil:  ist  ver- 
engt,  der  hintore  ausgebreitet  und  sich  flach  verlierend.  Die  Kunzeln  ziehen 
sich  iiber  die  ganze  obere  Seite  und  lassen  langs  der  Achse  einen  Streifen  frei. 
Liinge  24  cm.  Ich  fand  die  Art  haufig,  aber  immer  nur  den  abgerundeten  Vorder- 
theil  in  den  Lehmbruchen  bei  Laun,  in  Leneschitz  oberhalb  der  Ziegolei. 


i 


w 


a  b 

Fig.  154.    Achilleum  bisquittiforme,   Fr.    Von  den  Lehmbruchen  bei  Laun. 
a.  J  natttrlicher  Grosse.  b.  Der  Vordertheil  von  unten.  Natllrl.  Grosse. 

1.  Ostrea  semiplana.  '2.  Terebratulina  gracilis.  8.  u.  4.  Ostrea  hippopodium.  5.  Nodo- 

saria  Zippoi.  6.  Oristellaria.  i.  Frondicularia  inveraa.  8.  Dentalina.  9.  Junge  Ostrea. 

10.  u.  11.  Lairdia  subdeltoidea. 


sP<>ngites  saxonicns,  Q-ein.  (Fric  Iserschichten  pag.  134.  Fig.  128.) 

Diese   aoch    immer    rftthselhaften   Gebilde    kommen   in    den   Teplitzer 

Scliichten  nur  selten  und  in  unkemrfclichen  Bn  ich  stuck  en  vor. 


110 

Die  Foramiiiiferen  der  bShmischen  Kreideformation  harren  noch  immer  einer 
monographischen  Bearbeitung  und  meine  wiederholten  Versuche  jiingere  Krafte  zur 
Losung  dieser  Frage  anzueifern,  blieben  ohne  Erfolg.  Es  ist  auch  einzusehen,  dass 
os  dankbarere  Zweige  naturwissenschaftlicher  Arbeit  gibt  als  die  Krcideforaminifeven, 
wo  man  nach  langer  emsigcn  Arbeit  zu  dem  Resultate  kommt,  dass  manche  Gat- 
tung  und  Art  kanm  von  jetzt  lobcnden  Formon  abweiclit. 

Ich  beschranke  mich  daher  in  Nachfolgendem  auf  die  bildliche  Darstellung  dor 
grosseren  hftufigeren  Formcn  und  von  den  kleineren  gab  icli  nur  von  einigen  Gat- 
tungen  ein  Bild  und  verweise  im  Uebrigen  auf  die  neuere  Reussische  Arbeit  in 
Geinitz  Elbtlialgebirge. 

Bei  der  Sichtung  des  Materiales  und  Zeichnung  der  Exemplare,  sowie  bei  der 
sehr  schwierigen  Anfertigung  von  Diinnschliffen  des  miirben  Planergesteins  war  rnir 
Herr  Dr.  Ph.  Pocta  behilflich. 

Der  sich  wiederholende  Umstand,  dass  von  Strehlen  Arten  angefuhrt  werden, 
die  in  Bohmen  nur  in  den  jiingeren  Priesener  Schichton  nachgewiesen  wurden,  diirfte 
sich  folgendermassen  erklaren  lassen.  Entweder  sind  die  von  Strehlen  citirten  Fora- 
miiiiferen aus  einer  der  hochsten  Lagen  der  dortigcn  Steinbriiche,  welcho  don  Prie- 
sener Schichten  entsprcchcn,  oder  ist  dort  in  den  Teplitzer  Schichten  intensiver 
gesammelt  worden  als  in  Bohinen. 

(lagena  globosa,  Montg.)    (Rcuss  Elbthalgeb.  I.  pag.  78.  Foram.  d.  Kreidem.  von 
Lemberg  pag.  22.  Taf.  I.  Fig.  2.)  —  Fig.  155. 
Sehr  sclten  in  Strehlen. 


Fig.  155.    Lagena  globosa,  Montg. 

Nach  ltouss  stark  vergrossert. 


Fig.  157.    Nodosaria  annulata,  Reuss. 
6mal  vergrflssert  toju  Kosclititz. 


Fig.  15(1.    Nodosaria  Zippei,  Eeuss. 
6mal  vergrossert. 


Nodosaria  Zippei,  Renss.     (Eeuss  Verst.  I.  pag.  25.   Taf.  VIII.  Fig.  1 3.  Elb- 
thalgeb. II.  pag.  79.)  —  Fig.   156. 

Sehr  hiiufig  und  bis  12  mm  lang  in  den  Teplitzer  Schichten,  namentlich 
auf  den  sog.  Koschtitzer  Flatten.  Hundorf,  Kutschlin,  Koschtitz,  Krondorf  etc. 


111 


(Sodosaria  bactroldes,  Eeuss.)    (Elbthalgeb.  pag.  80.) 

Sehr  selten  in  Strehlen. 
CVodosaria  Inflata,  Eeuss.)    (Elbthalgeb.  pag.  80.) 
Selten  in  Strehlen  und  Weinbohla. 
■Nodosaria  obscura,  Eeuss.  (Eeuss  Verst.  I.  pag.  26.  Elbthalgeb.  pag.  81.) 
Nach  Eeuss  im  Pl&nermergel  von  Kystra.  Sehr  selten  in  Strehlen. 
Nodosaria  paupercula,  Eeuss.  (Eeuss  Verst.  I.  pag.  26.  Taf.  XII.  Fig.  12.  Elb- 
thalgeb. II.  pag.  81.  Taf.  II.  Fig.  5—7.) 

Sehr  selten  im  Pl&nermergel  von  Koschtitz,  sowie  in  Strehlen  undWeinbohla. 
CVodosaria  amphioxus,  Reuss.)  (Elbthalgeb.  II.  pag.  82.  Taf.  20.  Fig.  8.) 

Sehr  selten  in  Strehlen. 
CVodosaria  fusula,  Eeuss.)  (Elbthalgeb.  II.  pag.  82.  Taf.  20.  Fig.  9.) 

Selten  im  Planer  von  Strehlen. 
CVodosaria  acicula,  Eeuss.)    (Elbthalgeb.  II.  pag.  82.  Taf.  20.  Fig.  10.) 

Sehr  selten  im  Planer  von  Strehlen. 
CVodosaria  ffaumani,  Eeuss.)    (Elbthalgeb.  II.  pag.  82.  Taf.  20.  Fig.  11.) 

Sehr  selten  im  Planer  von  Strehlen. 
CVodosaria  affims,  Eeuss.)    [Nicht  N.  aft'.,  D'Orb.]    (Elbthalgeb.  II.  pag.  83.  Taf.  20. 
Fig.  12.    Eeuss  Verst.  I.  pag.  26.  Taf.  13.  Fig.  16.) 

Sehr  selten  im  Planer  von  Weinbohla.  In  Bohmen  in  den  jiingeren  Prie- 
sener  Schichten. 
CVodosaria  obsolescens,  Eeuss.)  (Elbthalgeb.  II.  pag.  83.  Taf.  20.  Fig.  14.) 

Sehr  selten  im  Planer  von  Strehlen. 
(Nodosaria  multilineata,  Eeuss.)     (Elbthalgeb.  II.  pag.  83.  Taf.  20.  Fig.  13.) 

Sehr  selten  im  Planer  von  Strehlen.  In  Bohmen  in  den  Priesener  Schichten. 
CVodosaria  oligostega,  Eeuss.)    (Eeuss   Verst.   I.   pag.  27.    Taf.  13.    Fig.  19.,  20. 
Elbthalgeb.  pag.  83.  II.  Taf.  20.  Fig.  15—18.) 

Nicht  selten  bei  Strehlen,  sehr  selten  bei  Weinbohla. 
CVodosaria  discrepans,  Eeuss.)   (Eeuss  Sitzungsber.  d.  k.  Akad.  d.  Wissenschaften, 
Wien.  Band  40.  pag.  40.  Taf.  3.  Fig.  7.) 

Durch  Ungleichhcit  der  Kammern  ausgezeichnet ;  sehr  selten  im  Planer 
von  Strehlen. 
CVodosaria  distincta,  Eeuss.)   (Sitzungsber.  d.  k.  Akad.  d.  Wissenschaften,  Wien. 
Pand  40.  pag.  40.  Taf.  2.  Fig.  5.) 
Selten  im  Planer  von  Strehlen. 
(Nodosaria  strangulata,  Eeuss.)  (Sitzungsber.  d.  k.  Akad.  d.  Wissenschaften.  Band 
40.  pag.  41.  Taf.  2.  Fig.  6.) 

Sehr  selten  im  Planer  von  Strehlen. 
CVodosaria  eognata,  Eeuss.)    (Eeuss  Sitzungsber.   d.  k.  Akad.  d.  Wissenschaften, 
Wien.  Band  40.  pag.  39.  Taf.  I.  Fig.  9.) 
_  Sehr  selten  im  Planer  von  Strehlen. 

Vodosaria  annulata,  Eeuss.  [Dentalina  annulata,  Gilmbel.]  (Eeuss  Verst.  I.  pag.  27. 
Taf.  VIII.  Fig.   I,,  67.  Taf.  Kill.  Fig.  21.)  —  Fig.  157. 

Sehr  hfuilig  auf  den  Koschtitzer  Platten,  dann  im  Planerkalke  von  Kutschlin, 
Wollenitz,  im  Planermergel  von  Kystra,  Brozan  etc. 


112 


Nodosaria  Lorneiana,  D'Orb.  (Reuss  Vcrst.  I.  pag.  27.  Taf.  8.  Fig.  5.  Elbthalgeb. 
II.  pag.  86.) 

In  den  Teplitzer  Scliichten  von  Koschtitz  und  in  WeinbOhla. 
(Nodosaria  peracuta,  Eeuss.)    (Reuss  Elbthalgeb.    II.    pag.  80.   Taf.  20.    Fig.  21.) 
Selten  im  Planer  von  Weinbohla. 

Nodosaria  nodosa,  D'Orb.    [Dentalina  nodosa,  D'Orb.]   (Reuss  Verst.  I.  pag.  28. 
Taf.  28.  Fig.  13.  Elbthalgeb.  II.  pag.  86.  Taf.  13.  Kg.  22.) 

Nach  Reuss  im  Planermengol  von  Kystra.  Selten  im  Planer  von  Strehlen 
und  Weinbohla. 
(Nodosaria  gracilis,  D'Orb.)    [Dentalina  gracilis,  D'Orb.]  (Reuss  Verst.  I.  pag.  27. 
Taf.  8.  Fig.  6.  Elbthalgeb.  II.  pag.  86.) 

Selten  im  Planer  von  Strehlen,   in  Bohmon  in  den  jungcrcn  Priesener 
Schichten. 
(Nodosaria  sororia,  Reuss.)    (Sitzungsber.  d.  k.  Akad.  d.  Wissensch.,  Wien.  Band 
40.  pag.  186.  Taf.  2.  Fig.  8.) 

Selten  im  Planer  von  Strehlen. 
(Nodosaria  communis,  Reuss.)    (Reuss  Yerst.  I.  pag.  28.  Taf.  XII.  Fig.  21.    Elb- 
thalgeb. II.  pag.  87. 

Nicht  selten  im  Planer  von  Strehlen,  in  Bohmen  in  den  jungeren  Prie- 
sener Schichten. 
(Nodosaria  dcflexa,  Reuss.)    (Reuss  Sitzungsber.  d.  k.  Akad.  d.  Wischensch.  Wien. 
Band  46.  Taf.  2.  Fig.  19.) 

Sehr  selten  im  Planer  von  Strehlen. 
(Nodosaria  legumen,  Reuss.)   (Reuss  Verst.  I.  pag.  28.   Taf.  13.   Fig.  23.  und  24- 
Elbthalgeb.  II.  pag.  88.  Taf.  20.  Fig.  22.) 
Nicht  selten  im  Planer  von  Strehlen. 

Nodosaria  aculeata,  D'Orb.    (Reuss  Verst.  I.  pag.  28.  Taf.  12.  Fig.  29.  Elbthal- 
geb. II.  pag.  88.) 

Nicht  selten,  aber  immer  zerbrochen  im  Planermergel  von  Kystra  und 
in  Strehlen. 

Glandulina  cylindracea,  Reuss.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  25.) 
Sehr  selten  im  Planermergel  von  Kystra. 
((ilandulina  imitabilis,  Reuss.)   (Sitzungsber.   der   k.   Akad.   d.  Wissensch.    Wien. 
Band  46.  pag.  58.  Taf.  5.  Fig.  7—11.) 
Selten  im  Planer  von  Strehlen. 

Vaginulina  costulata,  Rom.  sp.  (Marginulina  costulata  Reuss  I.  pag.  28.  Taf.  13. 
Fig.  25.  Elbthalgeb.  II.  pag.  90.  Taf.  20.  Fig.  24.) 

Nicht  haufig  im  Planermergel  der  Teplitzer  Schichten  in  Kystra. 
Frondicularia  angiista,   Mils.    (Reuss  I.  pag.  29.   Taf.  VIII.   Fig.  13.    und  14. 
Elbthalgeb.  pag.  91.  Fric  Weissenb.  Schichten  pag.  149.  Fig.  153.) 

Sehr  haufig  in  den  mergligen  und  kalkigen  Lagen  der  Teplitzer  Schichten 
in  Koschtitz,  Kystra  etc. 
Frondicularia  apiculata,  Reuss.  (Reuss  Verst.  I.  30.  Taf.  VIII.  Fig.  24.) 

Sehr  selten  im  unteren  Niveau  der  Teplitzer  Schichten  in  Koschtitz. 


113 

•rondicularia  canaliculata,  Reuss.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  30.  Taf.  VIII.  Fig-.  20.,  21.) 

Selten  in  Koschtitz,  Strehlen  und  Weinbohla. 
Frondicularia  marginata,  Reuss.  (Verstein.  d.  b.  Kr.  I.  pag.  30.  Taf.  XII.  Fig.  9. 
Reuss  Sitzungsber.  Wien.  Band  40.   Taf.  50.  Fig.  3.    Gein.   Elbthalgeb.  II. 
Pag.  93.) 

Selten  in  den  Teplitzer  Schicbten  in  Bohmon,  sowie  in  Weinbohla. 
(Frondicularia  angustissima,  Eeuss.)     (Sitzungsber.    der   k.    Akad.   d.    Wissenscb. 
Wien.  Band  40.  pag.  197.  Taf.  4.  Fig.  6.) 
Selten  in  Weinbohla. 
Fr°ndicularia  trisulca,  Nils.  (Reuss  I.  pag.  30.  Taf.  VIII.  Fig.  22.) 
Selten  im  Planermergel  von  Koschtitz. 

•r°ndicularia  simplex,  Reuss.   (Verst.  I.  pag.  31.  Taf.  VIII.  Fig.  30.) 

Sehr  selten  im  unteren  Niveau  von  Koschtitz. 
r°ndicularia   striatula,   Reuss.   (Reuss  Verst.  I.    pag.  30.   Taf.  VIII.    Fig.  23. 
Taf.  8.  Fig.  23.  Taf.  43.  Fig.  11.    Gein.  Elbthalgeb.  II.  Taf.  21.    Fig.  2.) 
Sehr  selten  ini  Planer  von  Strehlen  und  Weinbohla  sowie  in  Koschtitz. 


F: 

''"Hal 


g.  158.  Frondicularia  in- 
vcrsa,  Eeuss. 
vergr.  von  Koschtitz. 


Fig.  151).  Frondicularia  Cordai, 

Eeuss. 
6mal  vergrossert  von   Koschtitz. 


Fig.  160.    Flabellina  ellip- 

tica,  Miss. 
Cmal  vergr.  von  Koschtitz. 


Fr 


ndicularia  tenuis,  Reuss.     (Reuss  I.  pag.  30.  Taf.  8.  Fig.  25.    Gcinitz  Elb 
tbalgeb.  II.  pag.  94.  Taf.  21.  Fig.  3.) 
Sehr  selten  im  Planer  von  Koschtitz. 
^'ondicuiaria  microsphaera,  Eeuss.)    (Elbthalgeb.  II.  pag.  94,  Taf.  21.  Fig.  4.) 
j,  Sehr  selten  im  Planer  von  Weinbohla, 

r°naicularia  inversa,  1 


Reuss.     (Reuss  Verst.  I.  pag.  31.   Taf.  8. 


Fig.  15—19. 


Taf.  13.  Fig.  42.   Geinitz  Elbthalgeb.  II.   Taf.  21.  Fig   5—7.)  --  Fig.  158. 
Selten  im  unteren  Niveau  der  Teplitzer  Schichten  in  Koschtitz,  dann  in 
_       Strehlen  und  Weinbohla. 

°ndicularia  Cordai,  Reuss.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  31.  Taf.  8.  Fig.  26—28.  Taf. 
13.  Fig.  4i.  Taf_  24  Kg  38  Reugs  Denkscln.iften  d.  k.  Akad.  Wien.  Band  7. 
M  25.  Fig.  3.)  —  Fig.  159. 

Hiiufig  in  Koschtitz  und  Kystra.  Selten  in  Strehlen  und  Weinbohla. 


114 


(Frondicularia  d'Archiacina,  D'Orb.)   (Eeuss  Verst.   d.  b.  Kreid.  I.  pag.  31.  Taf. 
13.  Fig.  39.  Elbthalgeb.  pag.  96.) 

Selten  und  schlecht  erhalten  in  WeinbShla. 
Flabellina  rugosa,  D'Orb.  (Eeuss  Verst.  I.  pag.  33.  Taf.  VIII.  Fig.  31—34.,  68. 
Taf.  XIII.  Fig.  49—53.  Elbthalgeb.  pag.  98.) 

Sehr  geraein  im  Schlammmaterial  der  Koschtitzer  Platten. 
Flabellina  elliptica,  Nilss.    [Flabellina  cordata,  Reuss.J    (Reuss  Verst.  I.  Taf.  8. 
Fig.  37—46.,  78.   Elbthalgeb.   pag.  97.)  —  Fig.  160. 

Sehr  gemein  in   den  Teplitzer   Schichten   und   neben  Cristellaria  und 
Frondicularia  wegen  ihrer  Grosse  mit  freiem  Auge  zu  erkennen. 
Flabellina  Bandouiniana,  D'Orb.    (Reuss  Verst.  I.   pag.  32.  Taf.  8.   Fig.  36. 
Elbthalgeb.  pag.  99.) 

Selten  im  Planerkalke  von  Koschtitz,  in  Strehlen  und  Weinbohla. 
(Flabellina  ornata,  Reuss.)    (Reuss  Verst.  I.  pag.  32.  Taf.  13.  Fig.  48.) 

In  Sachsen,  in  Strehlen,  in  den  Teplitzer  Schichten,  in  Bohmen  bisher 
nur  in  den  jtingeren  Priesener  Schichten. 


• 


Fig.  161.   Cristellaria  ovalis,  Reuss 
6mal  vergrossert  von  Koschtitz. 


Fig.  162.   Cristellaria  rotulata,  D'Orb. 
6mal  vergrossert  von  Koschtitz. 


Cristellaria  (Margiinilina)  elongata,  D'Orb.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  29.  Taf.  XIII- 
Fig.  28—32.    Elbthalgcb.  pag.  100.) 

Reuss  fiihrt  die  Art  aus  den  Teplitzer  Schichten  von  Kystra,   Gcinitz 
von  Strehlen  und  Weinbohla  an. 
Cristellaria   ovalis,   Reuss.    (Reuss  Verst.  I.  pag.   34.   Taf.  8.    Fig.  49.   Taf.  12- 
Fig.  19.  T.  13.  Fig.  60-63.  Gein.  Elbthalgeb.  II.  Taf.  22.  Fig.  6—11.)  — 
Fig.  161. 

Haufig  in  den  Teplitzer  Schichten  von  Koschtitz,  Kutschlin  etc.,   dann 
in  Strehlen  und  Weinbohla. 
Cristellaria  denticnlata,  Reuss.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  30.  Taf.  VIII.  Fig.  12.) 

Sehr  selten  im  unteren  Niveau  der  Teplitzer  Schichten  von  Koschtitz. 
(Cristellaria  compressa,  D'Orb.)  [Marginulina   compressa,   Reuss.]  (Elbthalgeb.  fl- 
pag.  101.  Reuss  Verst.  I.  pag.  29.  Taf.  13.  Fig.  33.) 

Selten  im  Planer  von  Strehlen  und  Weinbohla;   in  Bohmen  bisher  nur 
in  den  Korycaner  und  Priesener  Schichten. 
(Cristellaria  recta,  D'Orb.)  (Reuss  Verst.  I.  pag.  33.  Elbthalgeb.  II.  Taf.  22.  Fig.  2.,  3. 

Nicht  selten  im  Planer  von  Strehlen. 
(Cristellaria  Schloenbachi,  Reuss.)    (Elbthalgeb.  II.  pag.  102.   Sitzungsber.  der  k- 
Akad.  der  Wissensch.  Wien.  Band  46.  pag.  65.  Taf.  6.  Fig.  14.  mid  15.) 
Aus  dem  Planer  von  Weinbohla. 


115 

(Cristellaria  Kirsteni,  Reuss.)     (Elbthalgeb.  II.  pag.  102.) 

Selten  im  Planer  von  Strehlen. 
(Cristellaria  navlcula,  D'Orb.)    (Verst.  (1.  b.  Kr.  1.  pag.  34  Taf.  12.  Fig.  27.   Elb- 
thalgeb. II.  pag.  102.) 

Selten  in  Strehlen,  bei  ims  bisher  nur  in  den  jimgeren  Priesener  Schichten 
gefunden. 
(Cristellaria  intermedia,  Reuss.)  (Reuss  Verst.  I.  pag.  33.  Taf.  XIII.  Fig.  57.  u.  58. 
Elbthalgeb.  II.  pag.  103.  Taf.  22.  Fig.  4.  u.  5.) 

Sehr  seltene  Jugendexeraplare    von  Weinbohla,    in   Bohmon    aus    den 
jungeren  Priesener  Schichten. 
(Cristellaria  oligostegia,  Reuss.)  (Reuss  Elbthalgeb.  II.  pag.  103.    Sitzungsber.  der 
k.  Akad.  der  Wissensch.  Wien.  Band  40.  pag.  213.  Taf.  8.  Fig.  8.) 
Sehr  selten  in  Strehlen. 
(Cristellaria  lobata,  Reuss.)  (Elbthalgeb.  II.  pag.  104.  Taf.  22.  Fig.  12.  Taf.  23.  Fig.  1.) 
Sehr  selten  im  Planer  von  Strehlen. 
Cristellaria  rotulata,  D'Orb.    (Reuss  Verst.  I.  pag.  34.  Taf.  VIII.  Fig.  50.,  70. 
Taf.  XII.  Fig.  25.)  —  Fig.  162. 

Sehr  hiiufig  auf  den  Koschtitzer  Platten  und  audi  in  alien  iibrigen  Lagen 
der  Teplitzer  Schichten.    Koramt  in  alien  Schichten  der  bohmischen  Kreide- 
forraation  vor. 
(Cristellaria  nuda,  Reuss.)  (Sitzungsber.  d.  k.  Akad.  d.  Wissensch.,  Wien.  Band  44. 
pag.  328.  Taf.  VI.  Fig.  1—3.  Elbthalgeb.  II.  pag.  106.  Taf.  XXIII.  Fig.  2.,  3.) 
Selten  im  Planer  von  Strehlen. 
(Cristellaria  lepida,  Reuss.)    (Elbthalgeb.  II.  pag.  106.  Taf.  XXIII.  Fig.  4.) 

Nicht  selten  im  Planer  von  Weinbohla. 
(Polymorphic  lacrima,  Reuss.)    (Verst.  d.  b.  Kreidef.  I.  pag.  40.  Taf.  XIII.  Fig. 
83.  Taf.  XII.  Fig.  6.     Elbthalgeb.  II.  pag.  107.) 
Nicht  selten  im  Planer  von  Strehlen. 
(PolymorpMna  horrida,  Reuss.)   (Reuss  Verst.  II.  pag.  110.  Taf.  XLIII.  Fig.  14. 
Elbthalgeb.  pag.  107.) 

Sehr  selten  in  Weinbohla. 
1>0Jymorpliina  glomerata,  Rom.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  40.  Taf.  XII.  Fig.  32.) 
Nicht  selten  in  Koschtitz. 
(Polymorphic  gi0bosa,  v.  Mttnst.  sp.)   (Elbthalgeb.   II.   pag.  107.  Reuss  Verst.  I. 
pag.  40.  Taf.  XIII.  Fig.  82.) 

Nicht  selten  im  Planer  von  Strehlen. 
Bl*li»lina  D'OrMgnyi,  Reuss.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  38.  Taf.  XIII.  Fig.  74.) 
Nach  Reuss  ziemlich  hiiufig  im  Planermergel  von  Kystra. 
(Bullmina  intermedia,  Reuss.)    (Reuss  Verst.  I.  pag.  37.  Taf.  13.  Fig.  71.     Elb- 
thalgeb. II.  pag.  108.) 

Hiiufig  im  Planer  von  Strehlen  und  Weinbohla,  in  Bohmen  in  den  Prie- 
sener Schichten  von  Lusclutz. 
B«Hmina  Preslii,  Reuss.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  38.  Taf.  XIII.  Fig.  72.) 
Selten  im  Schliimmmaterial  der  Koschtitzer  Platten. 

8* 


116 

Bulimina  Murchisoniaiia,  D'Orb.  (Beuss  Verst.  I.  pag.  37.  Taf.  VIII.  Fig.  69., 
72.  Taf.  XIII.  Fig.  70.) 

Selten  in  den  Teplitzer  Schichten  von  Kutschlin  irad  Kosclititz. 
Bulimina  trimcata,  Kcuss.  (Reuss  Verst,  I.  pag.  37.  Taf.  VIII.  Fig.  73.) 

Sehr  selten  in  Koschtitz. 
Holivina  tegulata,  Rouss.    (Virgulina  tegulata,  Reuss,   Verst.  I.  pag.  40.  Taf.  13. 
Fig.  81.    Elbthalgeb.  II.  pag.  109.  Taf.  23.  Fig.  (',.) 

Im  Planermergel  von  Kystra,  selten.    Hliufig   im  Planer  von  Strchlon, 
selten  in  Weinbohla. 
Textilaria  couulus,  Reuss.  (Rouss  Verst.  I.  pag.  38.  Taf.  VIII.  Fig.  59.  Taf.  XIII. 
Fig.  75.  Elbthalgeb.  II.  pag.  110.) 
Haufig  in  Kystra  und  Strehlen. 
Textilaria  globulosa,   Reuss.    (Textilaria  globulosa  Reuss.  I.  pag.   39.  Taf.  XII. 
Fig.  23.)  —  Fig.  163. 

Diese  Meine  Foraminifcre  ist  die  hliufigste  Erscheinung  in  den  Schliim- 
mungen  der  Teplitzer  Schichten.  Dieselbe  wurde  von  Reuss  in  seinem  Workc 
Verstcinerungcn  der  bohm.  Kreideforraation  boschrieben  und  abgebildet,  aber 
merkwiirdiger  Weise  in  der  neueren  Verarboitung  der  Foraininiferon  in  Gei- 
nitz  Elbthalgcbirge  gar  nicht  erwahnt.  Aus  Verschen  wurde  sie  in  dor 
pag.  61.  gegebenen  tabellarischen  Uebersicht  ausgclassen. 


Fig.  188.    Textilaria  globulosa,   Reuss. 

Aus  dcu  Teplitzer  Schichten  von  llepin. 

Geueichnet  von  Jar.  I'erner.  llOmal 

vergrossert. 


i 


Fig.  164.  Globigerina  cretacea,   D'Orb. 

Gezeichnet  von  Jar.  Perner. 

60mal  vergrossert. 


Textilaria  praelonga,  Reuss.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  39.   Taf.  XII.   Fig.  14.   Elb- 
thalgeb. II.  pag.  111.  Taf.  23.  Fig.  7.  und  8.) 

Sehr  haufig  in  Koschtitz.     Solten  in  Weinbohla. 
Textilaria  obtusangula,  Rom.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  38.  Taf.  VIII.  Fig.  58.) 

Haufig  in  den  Teplitzer  Schichten  von  Kutschlin. 
Textilaria  turris,  D'Orb.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  39.  Taf.  VIII.  Fig.  76.  Elbthalgeb. 
II.  pag.  110.) 

Selten  im  untersten  Pliinerkalk  (Koschtitzer  Niveau)  von  Kutschlin. 
Textilaria  Baudouiniana,  D'Orb.  (Textilaria  Partschi,  Rouss  Verst.  pag.  39.  Taf.  39. 
Taf.  XIII.  Fig.  80.) 

Selten  im  Planermergel  von  Kystra. 
Globigerina  cretacea,  D'Orb.    (Reuss  Verst.  I.  pag.  36.  Taf.  VIII.  Fig.  55.    Elb- 
thalgeb: II.  pag.  112.)  —  Fig.  164. 

Selten  im  unteren  Niveau  von  Kosclititz  und  ebenfalls  selten  in  Strehlen- 


117 

Globigerina  marginata,  Reuss  sp.   (Eosalina  marginata,  Reuss  Verst.  T.  pag.  36. 
Taf.  VIII.  Fig.  54.  und  74.  Taf.  XIII.  Fig.  68.  Elbthalgeb,  II.  pag.  112.) 

Sehr  haufig  im  Pliinermergel  von  Kystra,  Kosclititz   und  Kutsehlin,   in 
Strehlen  und  Weinbohla. 
Planorbulina  ammonoides,  Reuss.  (Rosalina  ammonoides,  Reuss.  Verst.  I.  pag.  36. 
Taf.  L3.  Fig.  66.    Elbthalgeb.  II.  pag.  114.  Taf.  23.  Fig.  9.) 

Nicht  selten  im  Pliinermergel  von  Kystra  und  im  Planer  von  Strehlen. 

(Planorbullna  polyraphes,  Reuss.)  (Rotalina  polyraphes,  Reuss.  Verst.  I.  pag.  35. 
Taf.  12.  Fig.  18.  Elbthalgeb.  II.  pag.  114.  Taf.  23.  Fig.  10.) 

Selten  im  Planer  von  Strehlen,  in  Rohmen  in  den  jiingeren  Priesener 
Schichten. 

(Planorbullna  lenticula,  Reuss.)  (Reuss  Verst.  I.  pag.  35.   Taf.  XII.  Fig.  17.  Elb- 
thalgeb. II.  pag.  115.  Taf.  23.  Fig.  11.) 

Selten  im  Planer  von  Strehlen,  in  Rohmen  in  den  Priesener  Schichten 
von  Luschitz,  Rannay  etc. 
Kotalia  umbilicata,   D'Orb.  var.  nitida  Reuss.     (Rotalia  nitida,  Reuss.  Verst.  I. 
pag.  35.  Taf.  8.  Fig. 52.    Elbthalgeb.  pag.  IK!.  Taf.  23.  Fig.  12.) 

Sehr  vereinzelnt  im  untercn  Niveau  von  Koschtitz.     Gemein  im  Planer 
von  Strehlen. 

(Cornuspira  cretaoea,  Reuss.)  (Operculina  cretacea,  Reuss.  Verst.  I.  pag.  35.  Taf.  13. 
Fig.  64.  und  65.    Elbthalgeb.  pag.  117.) 

Sehr  selten  im  Pliiner  von  Strehlen,  in  Rohmen  in  den  jiingeren  Schichten 
von  Luschitz  und  Priesen. 


Fig.  165.    Haplophragmium  irregulare,  Rom.  sp.  Von  Koschtitz  Gmal  vergrossert. 

J'aPlophragminm  irregulare,  Rom.  sp.     (Spirolina  inaequalis,  Reuss.  Verst.  I. 
pag.  35.  Taf.  8.  Fig.  62.,  (36.,  75.    Elbthalgeb.  pag.  119.)  —  Fig.  165. 

Eine  der  bezeiclmendsten  Arten  fur  die  Teplitzer  Schichten.  Sehr  haufig 
im  unteren  Niveau  derselben,  nanientlich  auf  den  Koschtitzer  Flatten.  In 
grossen,  typischcn  Exemplaren  audi  in  den  von  mir  als  zum  Teplitzer 
Horizont  gehorigen  Mergeln,  die  im.  ostlichen  Rohmen  auf  den  Iserschichten 
liegen,  nanientlich  in  Repin.  Audi  haufig  in  Strehlen  und  Weinbohla. 
(Haplophragmium  aequale,  Rem.  sp.)  (Elbthalgeb.  II.  pag.  120.) 
Selten  im  Planer  von  Strehlen. 


118 

(llaplostiohe  foedissiraa,  Eeuss.)  (Dentalina  foedissima,  Reuss.  Sitzungsber.  dor  k. 
Akad.  der  Wissensch.  Band  40.  pag.  189.  Taf.  3.  Fig.  2.  und3.  Elbthalgeb. 
II.  pag.  121.  Taf.  24.  Fig.  1—3.) 
Im  Planer  von  Strohlen. 
(iraplostiche  dentalinoides,  Reuss.)    (Elbthalgeb.  II.  pag.   121.  Taf.  24.  Fig.  4— 0.) 
Haufig  im  Planer  von  Strehlen. 

Tritaxia  tricarinata,   Reuss.    (Textilaria  tricarinata,  Reuss.   Verst.  I.  pag.   39. 
Taf.  8.  Fig.  60.    Elbthalgeb.  II.  pag.  122.) 

Sehr  gemein  im  unteren  Niveau  in  Koschtitz,  seltener  bei  Kystra.  Auch 
sehr  haufig  in  Strehlen  und  Weinbohla. 
(Verneullina  Broimi,  Reuss.)    (Reuss  Verst.  I.   pag.  38.   Taf.  12.  Fig.  3.     Elbthal- 
geb. II.  pag.  123.) 

Nicht   selten   im  Planer   von   Strehlen,    in   Bohmen   in   den   Priesener 
Schichten  von  Luschitz. 
(Vcmcullina  Mlinsteri,  Keuss.)    (Textilaria   triquetra,    Reuss.    Verst.   I.    pag.   39. 
Taf.  13.  Fig.  77.     Elbthalgeb.  pag.  124.) 

Selten  im  Planer  von  Strehlen,  in  Bohmen  in  den  Priesener  Schichten 
von  Luschitz. 

Ataxopliragmium  variabile,  D'Orb.  (Bulimina  variabilis,  Reuss.  Verst.  I.  pag.  37. 
Taf.  8.  Fig.  56.,  76.  und  77.    Elbthalgeb.  pag.  124.) 

Haufig  im  unteren  Niveau  in  Koschtitz,  Kystra   und  im   oberen  von 
Kutschlin;  ebenso  gemein  im  Planer  von  Strehlen. 
(Plecairium  Partschi,  Reuss.)   (Textilaria  Partschi,    Reuss.   Sitzungsber.   der  kais. 
Akad.  der  Wissensch.  Wien.  Band  40.  pag.  233.  Taf.  14.  Fig.  6.  [icon  mala]. 
Elbthalgeb.  II.  pag.  126.  Taf.  24.  Fig.  13.) 
Ziemlich  haufig  in  Strehlen. 
(Plecanium  concinnum,  Reuss.)   (Textilaria  concinna,  Reuss.   Verst.  II.  pag.  109. 
Taf.  24.  Fig.  54.) 

Reuss  fiihrt  die  Art  aus  den  cenomanen  Schichten  von  Weisskirchlitz 
an.    Nach  Geinitz  haufig  im  Planer  von  Strehlen. 

Gaudryina  rugosa,  D'Orb.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  38.  Taf.  12.  Fig.  15.,  24.    Elb- 
thalgeb. II.  pag.  126.) 

Selten  im  Planermergel  von  Kystra,    ziemlich   haufig   im  Planer   von 
Strehlen. 

Nonionina  compressa,  Rom.  (Reuss  Verst.  I.  pag.  35.  Taf.  VIII.  Fig.  51.) 
Nach  Reuss  haufig  in  Ilundorf,  Kutschlin  und  Koschtitz. 


Pflaiizenrestc.  Reste  von  Pflanzen  kommen  in  den  Teplitzer  Schichten 
eigentlich  gar  nicht  vor,  denn  das,  was  bisher  von  dort  angefuhrt  wurde,  ist  sehr 
fraglich  oder  ist  mit  thierischen  Resten  in  enger  Beziehung.  Die  Chondriten  von 
welchen  Geinitz  zwei  Arten  anfuhrt,  werden  von  manchen  als  Produkte  von  im 
Schlamm  bohrenden  Wiirmern  angesehen.  Abies  minor  sind  lilngliche  Haufen  von 
Blattnadeln  und  Coniferen,  welche  vielleicht  von  einem  terebcllaartigem  Wurme 
zum  Aufbau    des  Geniuses    vei'wendet   wurden.     Es  bleiben  nur  die  fiir    manche 


119 

Schichten  bezeichneuden  sich  dichotomisch  theilenden  Fucoidenstiingel ,   von   denen 
ich  eine  Abbildung  gebe. 

Chondrites  Mantelli,  A.  R8mer.  (Geinitz  Elbthalgeb.  II.  pag.  231.  Taf.  46.  Fig. 
6.  und  7.)  —  Fig.  166. 

Nicht  selten  in  Ilundorf.    Nach  Geinitz  vercinzelnt  im  Planerkalke  von 
Strehlen. 


Fig.  1G6.    Chondrites  Mantelli,  A.  Komer.  Von  Ilundorf.  Natttrl.  Grosse.  (Kaffelt.) 

Chondrites   furcillatus,  A.  Reiner.    (Geinitz  Elbthalgeb.   I.  pag.  304.  Taf.  67. 
Fig.  7.    II.  Taf.  46.  Fig.  5.) 

1st  eine  zartere  oft  dichotomisch  sich  theilende  Form,  welche  zuweilen 
manche  Banke  ganz  erfiillt,  zum  Beispiel  in  Settenz  die  Schichte  8. 

Abies  minor,  Velenovsky.  (Die  Gymnospermen  der  bohm.  Kreideforrnation  Seite  33. 
Taf.  V.  Fig.  14.  und  15.,  Taf.  VIII.  Fig.  1.) 

Nicht  selten  findet  man  langliche  Anhiiufungen  von  Blattnadeln  dieser 
Conifere  in  den  Kalken  der  Teplitzer  Schichten,  z.  B.  in  Hundorf  und  in 
Cfzkovic.  Dieselben  diirften  von  einem  Wurme  zum  Aufbaue  seiner  Rohre 
benutzt  worden  sein,  wahrend  die  Zweige  am  Ufer  lagen. 

Fucoides  ?  diohotomus,  Fr.  —  Fig.  167. 

Gewisse  Banke  des  Planerkalkes,  die  sonst  arm  an  Petrefacten  sind, 
fuhren  zahlreiche  dichotomisch  sich  theilende  schlanke  Stftngel,  die  an  den 
Theilstellen  erweitert  sind  und  wahrscheinlich  Fucoiden  angehoren.  Nament- 
lich  fand  ich  dieselben  in  dev  festcn  Bank,  welche  in  Koschtitz  auf  die 
petrefactenreichen  Flatten  folgt.    Vergl.  Profil  Fig.  13.  3. 


J 


"'*«*»»'"  ■    ■ 


Fig.  1G7.    Fucoides  dichotomus,  Fr.    Nattirliclie  Grosse  von  Koschtitz. 


Alphabetisches  Verzeichniss  der  angefuhrten  Localitftten. 


Abtsdorf  ....      Scite  51 

Bakov 49 

Benatek 48 

Bilin,  Ganghof     ....  25 
Bilin,  Sauerbrunnberg     .  24 

Brozanek 44 

Budin 43 

Chotzen 51 

Cizkovic 40 

Dobromeric  (Laun)      .    .  30 

Gaubcnhof 41 

Hostin      46 

Hundorf 15 

Judendorf 2. 'J 

Jungbunzlau 48 

KOniggratz 51 

Koscbtitz 35 

KrOndorf 30 

Kutschlin 25 

Kystra 33 


Lauu Soitc  26 

Lehmbrttche 27 

Leitmcritz 41 

Leitomyschl 51 

Leneschitz,  Moficka  stran  29 
Leneschitz,  Ziegelci     .    .  29 

Libochovic 38 

Lobositz 38 

Loosch 21 

Malnitz 27 

Malnitz,  Hasina  Mttlilc   .  27 

Marias  chein 23 

Melnik 45 

Odfepes 50 

Osseg 23 

Patek  bei  Podicbrad    .    .  49 

I'odhrazmuhlc 31 

Podiebrad 49 

Popelz       38 

Racany 50 


Rannay-Berg    .    .     Seite  80 

Repin 47 

Rohatec 13 

Rosenthal 23 

Raudnitz      42 

Sedlcc       48 

Settenz 15 

Smific      51 

Smrzov 51 

Sovice-Berg      43 

Svinarek      51 

Teplitz 15 

Turnau    49 

Vrbice      50 

Vysoka     47 

Weisscr  Berg  bei  Laun  .  27 

Wolfsberg 49 

Zidovee 42 


INHALT. 


Solto 

Vorwort 3 

I.  Cbaraktcristik  und  Gliedcrung  der  Teplitzer  Schichten 5 

Schema  dor  Scbichtcnfolge  im  wcstlichen  BOhrnen 7 

Schema  der  Teplitzer  Schichten  im  (istlichen  Bcihmen 12 

II.  Beschreibung  der  im  Bereiche  der  Teplitzer  Schichten  untorsuchtcn  Localitftten  .  14 

1.  Umgebung  von  Teplitz 15 

2.  Umgebung  von  Osseg,  Judendorf,  Rosenthal  unci  Mariaschcin      .    .    .  23 

3.  Umgebung  von  Bilin 24 

4.  Umgebung  von  Laun 26 

5.  Umgebung  von  Kystra  und  Koscbtitz 30 

6.  Umgebung  von  Libochovic  und  Lobositz        ;j8 

7.  Umgebung  von  Leitmeritz 41 

8.  Umgebung  von  Raudnitz ...       42 

9.  Umgebung  von  Melnik  und  Repin 45 

10.  Umgebung  von  Benatek  und  Jungbunzlau .48 

11.  Umgebung  von  Podiebrad 49 

12.  Umgebung  von  Ohotzen,  Leitomyschl  und  Abtsdorf 51 

III.  Tabcllarische  Uebcrsicht  der  in  den  Teplitzer  Schichten  aufgefundenen  Petrei'acton  53 

IV.  Kritisches  illustrirtes  Verzeichniss  der  in  den  Teplitzer  Schichten    vorkommenden 
Versteinerungen 63 


i)  Zwcite  Serie  gemessencr  Hohenpunkte  in  Bohmen  (Sect.-Blatt  III.)  v  on  Prof. 

Dr.  Kofistka.    84  Soiten  Text. 
')  Hohenschich  tenkarte,   Section  III.,   von   Prof.  Dr.  Kofistka.    (Diese  Karte 

cnthalt  die   in  dom  vorstelienden  Text  angegebene  Situation  ira  Massstabe  von  1  :  200.000). 
d)  Hohenschichten   des   lliesengobirges   von   Prof.   Dr.   Kofistka  im  Maasstabe 

von  1  :  100.000.     Preis  dieser  Abtbeilnng fl    450 


II.    Die  Arbeiten  der  geologischen  Abtbeilung.    I.  Tbeil  enthalt: 

<*)  Prof.  Dr.  Ant.  Fric:  Fauna  der  S  teinkohlenf  ormation  Bohmens  mit  4  Tafeln. 
h)  Karl  Feistmantel:  DieStcinkohlenbecken  bei  Klein-Pf f lep,  Lisek,  Stilecj 

Holoubkow,  Mireschau  und  Letkow  mit  9  Holzschnitten. 
cj  Jos.  Vala  und  Jl.  Helmhacker:   Das  Eisensteinvorkommen  in  der  Gogend 

von  Prag  und  Beraun  mit  6  Tafeln,  9  Holzschnitten  und  1  Karte. 
d)  11-  Helmhacker:    Geognostische  Bcschreibung   einos  Theiles   der  Gegend 

zwischen   Beneschau  und  der  Sazava,  mit  1  Tafel  und  1  Karte. 

Dieser  Theil  cnthalt  448  Seiten  Text,   11  Tafeln,   18  Ilolzsclmitte  und  2  geol.  Karten. 

Preis fl.  4-_ 


Dr.  E 


II.  Tbeil  cnthalt: 

m.   Boficky:  Pe trogr aphischc   Studien  an   den  Basaltges 
mit  294  Seiten  Text  und  8  Tafeln.    Preis 


t  o  i  n  e  n 


Bohmens 
fl.  3-50 


reis  der  ganzen  ersten  Halfte  des  zweiten  Bandes  (I.  und  II.  Abtbeilung  zusammen)  geb.  fl.  10 


Z  W  E  I  T  E  R     BAND. 

Zweiter  Theil. 

III.  Botanlsohe  Abtlieilung.    Dieselbe  cnthalt: 

r°dromus  der  Flora  von  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Ladislav  Celakovsky  (II.  Tbeil) 
288  Seiten  Text  und  1  Tafel.    Preis fl.  260 

IV.  Zoologisehe  Abtbeilung.    Dieselbe  enthalt: 

«J  Prof.  Dr.  Ant.  Fric:    Die  Wirbelthiere  Bohmens. 
J      »         „         „  „         Die  Fl  us  sfischcroi  in  Bohmen. 

CJ      »         „         „  „         Die  Krustenthiere  B6hmens. 

Mit  1  Tafel,  100  Holzschnitten,  272  Seiten  Text.    Preis fl.  3  — 


V.   Chemisehe  Abtbeilung. 

r°i.  Dr.  Em.  Boficky:  Ubcr  die  Verbreitung  des  Kali  und  der  Phosphorsaure 

p    .     ln  'Ion  Gcsteinen  Bohmens.    58  Seiten  Text.    Preis 60  kr. 

us  der  ganzen  zweiten  Halfte  des  zweiten  Bandes  (III.,  IV.  u.  V.  Abth.  zusammen)  geb.  fl.  5-— 

I>  R  I  T  T  E  R    BAND. 
I.    Topograpbische  Abtheilung. 

erzeichniss  der  in  den  J.  1877—1879  vom  k.  k.  mil.-geogr.  Institut  trigonometrisch 
hestinimten  Ilohen  von  Bohmen  berausgegeben  von  Prof  Dr.  Karl  Kofistka  und 
Major  R.  Daublebsky  von  Sterneck  mit  1  Karte fl.  1-80 


II.  Geologischc  Abtbeilung: 


eft.    Petrographische   Studien    an    den   Phonolithgesteinen    Bohmens    von 

II   Heft     }>>rot"  Dr"  Km-  Boficky  mit  2  chromolith.  Tafeln,  96  Seiten  Text.  Preis      .    fl.  1  — 

ctt.    Petrographische   Studien    an    den    Melaphyrgesteinen    Bohmens    von 

Hi   11  ft     •Pr.of-   I)r-  Em-   Boficky  mit   2  chromolith.  Tafeln.     88  Seiten  Text.     Preis  fl.  V— 

eit.    I)ie   Geologic    des    bohmischen    Erzgebirges    (I.   Theil)    von    Prof.    Dr. 

Gustav  Laube   mit  mehreren  Holzschnitten   und  einer  Profiltafel.    216  Seiten   Text 

Preis      fl.  2'— 


rod 


III.  Botaniscbe  Abtbeilung: 

r°mus  der  Flora  von  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Ladislav  Cel'kovsky.    (III.  Theil. 
Schluss.)     320  Seiten  Text.    Preis fl.  2-40 


IV.  Zoologische  Abtheilung: 

I.  Heft.    Die  Myriopoden  Biihmens  von  F.  V.  Rosicky  mit  24  Holzschnitten.  U  Sjiten 

II.  Heft,    me'  Clfdoceren    Bohmons"   Von'  Bo'hus'lav'  He'll'ic'h '.mit  7o"  HoMehMtten. 
132  Seiten  Text 

V.  Chemisch-petrologische  Abtheilung: 

Elemente  einer  neuen  chemisch-mikroakopischen  Mineral^ 

von  Prof.  Dr.  BoHcky  mit  3  Holzschnitten  und  2  hth.  Tafeln.  80  beiten  lext.  fl.  1  4U 

v  i  e  b,  t  e  n   band. 

v„    1      st„,H„„    ;m    (labiate    dor    bohmischen    Kre  ideformation.    Die   Weissen- 
N°-  \Serg;elrei"ndmMal0nbAzte°r   Schichten  von  Dr.  Anton  Fric   mit   158  IMUW; 

No    2   ErU?teLuCntenPrzur'ge'ol'ogisc'hen   Ka'rie'  der   Umgebungen   von'p'rag   v,m 

J    Kreici  und^R    Ilelmhackcr  mit  1  Karte,  mehrcren  Profiler Mind  I  olzsclyii  ten  fl  *50 

No.  8.  Prodromus   dor   Flora   von   Bobmen   von   Prof.  Dr.   Ladislav   Celakovsk*. 

(IV   Theil.)    Nachtriige  bis  1880.    Verzeichniss  und  Register  .   . ■  n.  -w 

No.  4.   PetroTogisehc    Studien    an  den  Porphyrgesteinen  Bohmens   von  ^Dr. 

No.  5^1*  files  Fiussg'eb'ietea'd'er  Ci'dl'ina'u'nci  Mrdli'na  Von  Prof.  Ed.'p'o  special 

No.  6.    Der  HangendflOtzzug  im   Schlan-Rakonitzer  Steinkoblenbccken  von  Carl 
Feistmantel 


F  XI  N  F  T  E  It     B  A  IS  D. 

No    1     Erlauterungen  zur  geologischen  Karte  des Eisengebirges  (2elezn6 hory) 
und  d"  an/renzenlen  Gegenden  im  ostlichen  Bbhmen  von  J.  Krejcf  und 

siuIdei,enhlmkGebi'ete    d'er    'boh'mis'cheY  Reformation.  "  HI.'  Die   W 
schichten.  Von  Dr.  A 
Die    mittelbohmisch 

20  Holzschnitten 

Die  Lebermoose  (Musci  Hepatici)  Bobmens  von  1  rot. 
Ornirranhisch-aootektonis  cbo   Ubersicht   des   _ 
mittleren  Bobmen.  Von  Johann  Krejci  und  Karl  Feistmantel. 
Karte  und  vielen  Holzschnitten  ....  •   •   •   ■   •   •   • 

No    G   Prodromus    der   Algenflora  von   Bobmen.    ftrstcr 

phyceen    Phaeophyccen  und  einen  Theil  der  Chloropbyceen.  Von  Dr.  Anton  Hansgugj 


No. 

No. 

No. 
No. 


8. 


.nton  Fric.  Mit  132  Textfiguren  .    .    .   .    .    ._.  .     .    ■    ■   ■&.  8>- 

;he  Steinkohlenablagerung  von  Garl  leistmante  .    M« 

n.  1  «« 


Jos.  Dedccek.  fl.  I  — 
silurischen   Gebiotes     i™ 


Theil  enthaltend  die 


2- 

Rhodo- 


S  E  O  II  S  T  E  B    BAND. 

Die  bohmischen  Torfo  vom  naturbistorischen  und  wirthschaftlicheii 
Standpunkte.  Von  Prof.  Fr.  L.  Sitcnsky.  (Die  deutsche  Ausgabe  noch  mchtvo  e  «U 
Die   Sttsswasserbryozoen   Bohmons.    Von   Josef   Kafka.    Mit  91  AbbUaung^ 

cTrunlziigo    einer    Ilyetogr'aphie  'des'  Konig'reichc  s   Bohm'en.  '  Nach  "mohr- 
jahngen  Beobachtungsergebnissen  von  700  ombrometrlschen  Stationen  ontworien  von  Dg 
F.  J.  Studnicka.   Mit  einer  Karte  und  mehreren  Holzschnitten    ...  .   .  .   •  fl.    J  - 

Geologie  dos  bohmischen  Erzgebirges.  Von  Dr.  GustavO.  Lanbe.  II.  WU 
Goolo-io  des  ostlichen  Erzgebirges  oder  des  Gebirges  zwischen  Joach msthal-Gpttesgao 
und  der  Elbe.  Mit  8  LandscWtsWern,  7  geolog.  Durchschnitten,  5  Abbildungen  im  rest. 

Untersuchungen  iiber  die  Fauna  der  Gewasser  Bobmens  von  Fr.  K1'M,;i|*.^ 

Prodromus  der  Algenflora  von  Bohmen.  Erster  Theil  enthaltend  die  Rhodo- 
phycS  Phaeophyceen  und  Chlorophyceen.  Von  Prof.  Dr.  Anton  Ilansgirg    .  fl.    8.-T 

SIEBENTEB    BAND. 

No.  2.  Studien  im  Gebiete  der  bohmiscben  Kreideformation.IV.  Die  Tcplit/or 
Schichten.  Von  Prof.  Dr.  Ant.  Fric.  Mit  167  Textfiguren. 


No.  l. 

No.  2. 
No.  3. 

No.  4. 

No.  5. 
No.  8, 


DmoV   von  Dr.  Ed.  Gr6gr  In  Prag  1889.  -   SdbltTuUg 


DAS  ARCHIV 

fur  die 

naturwissensckaftliche  Landesdurchforschung  von  BtJhmen 

unter  Redaktion  von 
Prof.   Dr.    K.   Kofistka   und   Prof.   J.   Krejci 


E  Ft  S  T  E  rfc     JSANE>. 

I.  Die  Arbeiten  der  topographiscken  Abtheilung  (Terrain  und  Ilohenverhaltnisse). 
Dieselbe  enthalt: 

a)  Das  Terrain  und  die  Ho  h  en  v  e  r  h  alt  nis  s  e  des  Mittelgebirges  und  des 
Sandsteingebirges  im  nordlichen  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Karl  Kofistka. 
139  Seiten  Text,  2  chromolith.  Ansichtcn,  1  Proflltafel  und  11  Holzschnitte. 

b)  Erste  Serie  gemessener  Hohenpunkte  in  Bohmen  (Sect.-Blatt  II.)  von  Prof. 
Dr.  Kofistka.    128  Seiten  Text. 

c)  Hohensehichtenkarte,  Section  II.,  von  Prof.  Dr.  Kofistka.  Diese  Karte  enthalt 
die  in  dem  Text  a)  beschriebene  Situation.  Sie  ist  58  Centimeter  lang,  41  Centimeter  hock, 
im  Massstabe  von  1  :  200.000  gezeichnet,  und  es  sind  die  allgemeinen  Ilohenverhaltnisse 
durch  Schichtenlinien  von  25  zu  25  Meter  und  durch  verschiedene  Farben  ausgedriickt. 
Preis  fl.  4—    Preis  der  Karte  app n-  1"60 

II.  Die  Arbeiten  der  geologischen  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Vorbemerkungen  oder  allgemeine  geologische  Verhaltnisse  des  nord- 
lichen Bohmen  von  Prof.  Johann  Krejci.    37  Seiten  Text,  7  Holzschnitte. 

&)  Studien  im  Gebiete  der  bohm.  Kreideformation  von  Prof.  J.  Krc.j  ci. 
H2  Seiten  Text,  1  chromolith.  Ansicht,  39  Holzschnitte. 

c)  Palaontologische  Untersuchungen  der  einzelnen  Schichten  der  b6hm. 
Kreideformation  sowie  einiger  Fundorte  in  anderen  Pormationen  von 
Dr.   Anton  Fric.     103  Seiten  Text,  4  chromolith.  Tafeln,  9  Holzschnitte. 

d)  Die  Steinkohlenbeckon  von  Kadnic,  vom  Hiittenmeister  Karl  Feistmantel. 
120  Seiten  Text,  40  Holzschnitte,  2  Karten  der  Steinkohlenbecken  von  Radnic  und  Bras. 
Preis fl-  4'50 


III.  Die  Arbeiten  der  botaniscben  Abtbeilung.    Dieselbe  enthalt: 

Prodromus   der  Flora  von  Bohmen  von  Dr.  Ladislav  Celakovsky. 
104  Seiten  Text.    Preis 


(I.  Theil.) 
fl.  !•- 


IV.    Zoologisehe  Abtbeilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Verzeichniss  der  Kafer  Bohmens  vom  Conservator  Em.  Lokaj.  78  Seiten  Text 

b)  Monographic   der   Land-   und  Susswassermollusken  Bohmens   vom   Assi- 
stenten  Alfred  Slavik.    54  Seiten  Text  und  5  chromolith.  Tafeln. 

c)  Verzeichniss    der  Spinnen    des    nordlichen   Bohmen    vom   Real-Lehrer 
Emanuel   Bart  a.    10  Seiten  Text.    Preis fl.  2'— 


V.    Chemiscbe  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

Analytische  Untersuchungen  von  Prof.  Dr.  Hoffmann.  16  S.  Text.  Preis    25   kr. 
Preis  des  ganzen  I.  Bandes  (Abth.  I.  bis  V.)  geb fl.  9  — 

25  W  EITER    BAND. 

Erster  Theil. 
I.  Die  Arbeiten  der  topographisclicn  Abtheilung  (Terrain-  und  Ilohenverhaltnisse) 
Dieselbe  enthalt: 

ojDas  Terrain  und  die  Ilohenverhaltnisse  des  Iser-  und  des  Rieson- 
gebirges  und  seiner  siidlichen  und  ostlichcn  Vorlagen  von  Prof.  Dr.  Karl 
Kofistka.  128  Seiten  Text,  2  chromolith.  Ansicht.,  1  Proflltafel  und  10  Holzschnitte. 


liber  die  chemischc  Zusammensetzung 


imd 


uber  ihren  aqronomischen  Werth. 


Von 


Vo: 


Dr.  JOS.  HANAMANN, 

•teher  <lcr  agriculturchemischen  Vcrsuchsstation  Lobosiu,   wirkliclu-m    iM iii-Ji.-.l.-   .In-   l>t;jniiis<:licn    Liimlesdurcliforschung, 
Correspondent  dcr  k.  k.  geologischen  Reichsanstalt,  wirkl.  Mitglicde  der  nwtoorologischen  Gesellschaft  etc.,  etc. 


Mit  mehreren  Tafeln. 


ARCHIV  DER  NATURWISSENSCHAFTL.  LANDESDURCHFORSCHUNG  VON  BOHMEN. 

(VII.  Band,  Nro.  3.) 


PRAG. 

In  Commission  bei  Fr.  Uivnar,     -  Druck  vim  dr.  Ed.  Gr^gr. 
1890. 


Einleitung. 


Nachdem  schon  mehrere  Agricultur-Chemiker  des  vorigen  Jahrhunderts  auf 

den  entschiedenen  Nutzen  der  chemischen  Bodenuntersuchungon  hingewiesen  hatten, 
dlirfte  wohl  Davy  der  Erste  gewesen  sein,  der  Bodenanalysen  vornahm.  In  den 
dreissiger  Jahren  dieses  Jahrhunderts  trug  wesentlich  ScMbler  zur  Weiterentwicke- 
lung  der  Bodenuntersuchungen  bei,  doch  legte  er  nach  dem  damaligen  Standpunkte 
der  Wissenschaft  in  erster  Linie  den  ira  Wasser  16slichen  Bodenbestandtheilen  und 
inter  ihnen  ganz  besonders  dem  Humus  grossen  Werth  bei.  Doch  wusste  man  nicht 
°inmal  den  Humus  richtig  zu  bestimmen. 

Man  gliihte  den  Boden,  der  Gliihverlust  war  Humus.  Damals  glaubte  man, 
dass  die  Pflanzenwurzeln  nur  die  im  Wasser  loslichcn  Stoffe,  insbesonderc  den 
Humus  aufzunehmen  vermflgen  und  dass  der  Humus  die  Pflanzen  mit  Kohlcnstoff 
versieht,  wahrend  wir  jetzt  positiv  wissen,  dass  es  die  Kohlensiiure  der  Luft  thut, 
doch  erinnerte  Schiibler  stots  daran,  dass  es  bei  Bodenuntersuchungen  nothwendig 
s°i,  auch  die  schwerloslichen  Stoffe  in  den  Erden  zu  beriicksichtigen. 

Die  cpochcmachenden  Lehren  Liebigs,  die  aber  schon  in  Sprengels  Arbeiten 
8ich  aussprachen,  mussten  auch  fur  die  Entwickelung  der  Methode  der  chemischen 
^odcnanalyse  von  Bedeutung  werdcn.  Es  wurde  die  innige  Beziehung  zwischen 
don  mineralischen  Nahrstoffen  und  dem  Gedeihen  der  Pflanzen  erkannt  und  namcnt- 
lich  auf  die  Bestimmung  der  Phosphorsiiure,  des  Kalis,  Kalkes  etc.,  welche  durch 
Starke  Mineralsauren  aus  dem  Boden  ausgezogen  werden,  grosser  Werth  gelegt.  Von 
Sprengel  riihren  gute  Methoden  zur  Bestimmung  einzelner  Bodenbestandtheile  her; 
er  empfahl  die  Untersuchung  des  Ober-  wie  Untergrundes,  doch  legte  schon 
Schubler  mehr  Gcwicht  wie  Sprengel  auf  die  Form  des  Vorkommens  der  einzelnen 
l!csta,ndtheilc  in  der  Ackererde.  Boussingault  wollte  nur  den  Gehalt  der  Erdc  an 
T}'on,  Sand,  Kalk  und  Humus  durch  die  Bodenanalyse  ermittclt  haben.  Die  alte 
Unthersuchungsmethode  erfuhr  durch  Urn  keine  Verbcsserung.  Durch  die  ttber  Vcr- 
anlassung  des  preussischen  Laudesidconomie-Collegiums  ausgefiihrten  zahlreichen 
fiodonuntcrsuchungen  wurde  der  Worth  dor  Bodennalyse  nicht  erkannt,  weil  jeder 
Chemiker  nach  einer  andercn  Methode  arbeitete  und  daher  die  gefundenen  Werthe 


unter  einander  nicht  vergleichbar  waren.  Daher  drang  E.  Wolff  aus  Ilohenheim 
auf  eine  Einigung,  nach  welcher  Mothode  Boden  untersucht  werden  sollen. 

E.  Wolff  legte  mit  Recht  hohes  Gewicht  auf  die  Formen,  in  denen  die 
einzelnen  Pflanzenn&hrstoffe  im  Boden  vorkommen,  verlangte  die  Untersuchung  von 
vierbis  fiinf  Bodenausztigen  mit  immer  starkeren  Losungsmitteln,  zuletzt  die  Analyse 
des  aufgeschlossenen  Rtickstandes,  wodurch  aber  die  Untersuchung  sehr  complizirt 
und  ihrc  Durchfuhrung  zeitraubend  wird. 

Knop's  Methode  erofmete  neue  Gesichtspunkte.  Schldsing  gab  cine  priicisere 
Trennungsmethode  der  mechanischen  Boclengemengtheilc.  Er  ist  dorErste,  welcher 
eine  genaue  Thonbestimnmngsart  beschreibt.  Lining  legte  der  Bodenanalyse  hohen 
Werth  bci,  indem  er  die  Landwirthe  zu  tiberzeugen  sich  bemiihte,  dass  sie  vol' 
allem  wissen  miissen,  welche  Nahrstoffe  der  von  ihnen  bewirthschaftete  Boden  den 
Culturpflanzen  in  assimilirbarer  Form  iiberschiissig  zu  bieten  vermag  und  an  welchen 
er  relativ  Mangel  leidet.  Von  den  letzteren  fiihrc  er  seinem  Boden  zuniichst  so 
viel  zu,  bis  der  Mangel  getilgt  ist,  und  ersetze  dann  von  ihnen  alljahrlich  (lurch 
Zukauf  eine  ebenso  grosse  Quantitiit,  wie  er  mit  seinen  verkauflichen  Productcn  aus 
der  Wirthschaft  ausfiihrt. 

Urn  diese  Ersteren  braucht  er  sich  so  lange  nicht  zu  kummern,  als  ihr 
Ueberschuss  vorhiilt.  Der  Angelpunkt  jedes  Fortschrittes  im  Ackerbaue  ist  nach 
Liebig  der,  dass  man  lernt,  aus  den  natuiiichen  Quellen  soviel  Stickstofthahrung 
zu  schopfen,  als  man  braucht.  Tausende  von  Thatsachcn  lehren,  dass  das  moglich 
ist.  Unter  alien  Umstiinden  hat  es  der  Landwirth  als  seine  erste  und  wichtigste 
Aufgabe  zu  betrachten,  dass  er  eben  so  hohe  und  immer  steigende  Ertriige  erzielen 
lernt  ohne  Zukauf  der  theueren  Salpetersaure  und  des  theueren  Ammoniaks.  Das 
war  der  Kern  der  Liebig'schen  Lehre. 

Binder  hat  die  Wissenschaft  die  Bodenanalyse  noch  nicht  dahin  ausge- 
bildet,  dass  sich  mit  Hilfe  derselben  die  Menge  des  in  einem  Boden  vorhandenen 
disponiblen  Nabrstoffcapitals  klar  und  riclitig  bestiramcn  liisst;  von  dem  Moment 
an,  wo  diese  Kenntniss  geboten  sein  wird,  vermag  man  die  Praxis  des  Ackerbaues 
auf  wahrhaft  rationeller  Grundlagc  zu  betrciben.  Wenn  heute  die  mechanische 
Bodenanalyse  einen  bosseren  Credit  geniesst,  licgt  der  Grand  nur  darin,  dass  man 
leichter  findot  und  besser  wciss,  was  fruchtet,  als  hier.  Die  Eleraentc,  welche  die 
Grundlage  der  Pflanzennahrung  bilden,  koinmen  in  dem  Erdboden  in  sehr  verschie- 
denen  Verbindungen  vor,  welche  leicht,  schwer  o der  gar  nicht  assimilirbar  sind,  die 
physiologisch  als  mehr  oder  minderwerthig  odor  auch  als  ganzlich  werthlos  gelten 
miissen.  Die  einfache  Bostimmung  dor  Summc,  in  welcher  diese  Stoffe  in  einem 
fraglichen  Boden  auftreten,  erlaubt  noch  kein  Urthcil  daruber,  ob  derselbc  in  Bezug 
auf  das Pflanzenwachsthum  als  reich  odor  arm  ausgestattet  zu  betrachten  ist;  denn 
os  kommt  vorzuglich  darauf  an,  den  physiologisch  wirksamen  Stickstoff,  das  Kali 
etc.  kennen  zu  lernen. 

In  der  vorliegenden  Abhandlung  sind  die  Resultate  mehrjahriger  Unter- 
suchungen,  welche  sich  auf  den  Boden,  das  wichtigste  Besitzthum  des  Landwirthes 
beziehen,  niedergelegt.  In  einer  Zeit,  wo  man  immer  und  immer  wieder  den  Schwer- 
punkt  der  Bodenuntersuchung  in  dio  blosse  Erforschuug  seiner  physikalischen  Eigen- 
schaften  legt;  manche  geradezu  bebaupten,   der  Boden  bestimme  seine  Vegetation 


nur  im  untergeordneten  Masse  durcli  seine  chcmisclie  Beschaffenheit,  vielmehr  durcli 

seme  physikalischen  Eigenschaften,   diese  seien  fiir   den  Ernahrungsprocess   der 

nanzen  von  holier  Wichtigkeit  und  fiir  die  Ausbildung  nutzbarer  Pilanzensubstanz 

°n  dem  grfissten  Einfluss;  in  einer  Zeit,  wo  Bodenphysiker  geradezu   behaupten, 

ass  die  physikalische  Analyse  mit  Hilfe  des  Mikroskops  und  mineralogiscber  Kennt- 

nisse  die  chemische  Bodenanalyse  in  den  meisten  Fallen  zu  crsetzen  im  Stande  ist, 

Sonnte  es  Wunder  nelnnen,  so  viel  Fleiss  auf  pbysikaliscli-chemischc  Bodenanalyseu 

VGi'wendet  zu  selien. 

Mit   Becht   rief  diesen  Verfechtorn    einer   einseitigen  Bodenuntersuchung 
loiossor  Braungart  in  soinen  sebr  interessanten  „geobotanisch-landwirthschaftlichen 


Zander 
dem 


ungen  durcli  Bohmen"  zu,  dass  die  citirte  Anschauung  scliwcrer  Irrthurn  sei, 

nur  dor  Umstand  einigerniassen  entschuldigend  zur  Seite  stelit,   dass   er  sebr 

aUgemein  verbreitet  ist. 

Gelegentlich  eines  Besuches   des  nordbohmischcn  Sandsteingebirges  spricht 

u  braungart  folgendermassen  aus:  „  An  diese  Felsenpforten  sollte  man  in  grossen 

ettern   schreiben:   fliehet  bier,    Botaniker,  denn  bier  gibt  es  keine  Pflanzen,  aber 

a        ^onunet  herein,  fiir  alio  jene,  welche  inder  physikalischen  Natur  des  Bodens 

wiclitigste  Agens  der  lokalen  Pflanzenvertheilung  gefunden  zu  haben  glauben. 

ni)  physikalischen  Standorten  fehlt  es  nicht,  aber  an  Pflanzen!"  Nach  dem  Besuche 

J31  Herrschaft  Wittingau  sagt  er:  „dass  der  Boden  geradezu  mit  seinen  zahlreichen 

ysikalischen  Bodenschattirungen  vom  Flugsande  bis  zum  Letten,  in  alien  Stufen, 
denen, 


i'uhrt 


wits   die  zahlreichen  sorgfaltigen  ohemischen  Analysen  dieser  Boden  ausgc- 


constatirt  wurde,  und  dass  daher  audi  der  Dolomit,    welcher   auf  den 
1  Schwarzenberg'schen  Besitzungen  in  Cheynov  vorkommt  und  den  der  durch- 

Jgste  Besitzer 


in  der   Versuchsstation  Lobositz  beweisen,  nur  der  Mangel  an  Kalk  geinein- 

ist,   wie   nicht  leicht  ein  anderes  Gebiet  berufen  zu  sein  scheint,  endgiltiges 

.      eisinatcrial   zu   Gunsten  einer  ebenso  im  wissenschaftlichen  wie  im  prahtischen 

110  bedeutsamen  Frage   zu  liefcrn  und  so  audi  auf  bohmischer  Erde  den  Nach- 

8   fiir  die   herrschende   Irrlehre  beizubringen."    Verfasser  bat  nur   noch  beizu- 

8en,  dass  in  den  socbon  angefuhrten  Wittingauer  Boden  eine  ehen  so  grosse  Ar- 

i  an  loslichcr  (kohlensaurer  und  humussaurer),  mitunter  auch  an  der  gesammten 

Magnesia 

fttrstlic 

c  'tigste  Besitzer  gegenwartig  im  grossten  Massstabe  abbauet,  brennt  und  zum 
ocke  der  Felddtingung  nach  Wittingau  fiihren  lasst,  dort  „walire  Wunder  wirkt", 
.!  micu  der  Worte  des  dortigen  Herrschaftsleiters  Susta  zu  bedienen.  Die  mittel- 
Ssigen  Ernten,  welche   die  Hulsenfruchte  von  jeher  auf  dieser  Herrschaft  gaben, 
Unsicherheit,  mit  welcher  der  Bothklec  in  diesen  kalireichen  Boden  fortkommt, 
j  '  UnDefriedigende  Wachsthum  und  Gedeihen  der  Kleegattungen  uberhaupt,  veran- 
da.   ert  den  durchlauchtigsten  Besitzer  mit  der  Ergrllndung   der  Ursachen   dieser 
htndwirthschaftliche  Production  beeintrachtigenden  Erscheinung  an  seine  agro- 
ische  Versuchsstation  naher  heranzutreten,  und  die  vor  vielen  Jahren  in  dieser 
m  vorgenommenen  Untersuchungen  und  gewonnenen  Ergebnisse  hat  Verfasser 

lor,?!      m  Titel:  „Beitrage  zur  Kenntniss   der  Ackererden  in  Leitmeritz  im  Jahre 


1877" 


veroffontlicht  und  die  Mittel  angegeben,  (lurch  welche  zunachst  der  Kleehau 


uoen  werden  konnte,  welcher  bei  lippigerem  Gedeihen  weiter  die  Aufschliessung 
\  erwerthung  der  Bodenschatze  des  Untergrundes,  sowie  die  Ausniitzung  der 


6 

Pflanzenniihrstoffe  dor  Atmosphiire  in  dor  rentabelsten  Weise  vollbringt.  Es  fehlte 
wohl  niclit  in  friiheren  Jahren  an  Vcrsuclicn  die  Wittingauer  Felder  zu  kalken, 
aber  einmal  traten  sic  vereinzelt  auf,  das  anderemal  waren  es  niclit  die  geeigneten 
Kalke,  welche  man  beniitzte.  Ueberhaupt  wurde  die  Kalkung  fiir  unrentabel  ge- 
halten,  weil  man  das  Dungmaterial  ans  grossen  Entfernungen  beziehen  musste. 

Durch  die  zablreichen  Bodenanalysen  kam  aber  Ueberzengung  in  die  prak- 
tiscben  Gemiither,  an  Stelle  planlosen  Herumtappcns  trat  methodisches  VersucheD, 
allgeineinere  und  intensivere  Benutzung  der  angeratbenen  Mittel,  iiber  deren  Qua- 
litat  und  Vcrwendbarkeit  die  Untersuchung  des  Chemikers  cntscbieden  hatte,  und 
so  wurden  die  Schiitze,  welche  die  Natur  in  weisser  Fiirsorge  im  Schoosse  angrcn- 
zender  Gesteine  niedergelegt  hatte,  an  dencn  der  Landwirth  lebensiang  voriibcrging, 
ohne  deren  Wichtigkeit  fur  die  Verbesserung  seiner  wirthschaftlichen  Existcnz  zu 
abnen,  ail's  Licht  gezogen  und  dem  bediirftigen  Boden  cinverleibt,  der  sich  hiefiir 
sehr  dankbar  zeigte  und  bluhende  und  lohnende  Culturen,  wic  sic  vordem  nicht 
bestanden,  hervorbringt.  Coutejean,  *)  ein  Schiller  des  beruhmtestcn  Vorkiimpfei'S 
des  physikalischen  Einflusses,  niimlich  Thurmanrts,  sagtc  sich,  nachdem  er  langc  an 
den  Ansicbton  Thurmann's  festgohaltcn  und  bedeutende  Studien  in  bcinaho  ganZ 
Frankreich  und  namentlich  in  dem  Centralalpenplateau  angestellt  hatte,  von  den 
Anschauungen  seines  Lehrers  los  und  nachdem  er  die  neue  Lehre  mit  dem  Eifei't 
welcher  aus  cincr  aufrichtigen  Uoberzeugung  und  aus  dem  Einfiusse  hervorgeht, 
welcben  stets  ein  bervorragender  Lehrer  iiussert,  an  Thatsacben  priifto,  sail  er  sich 
zu  folgenden  Bemerkungen  veranlasst:  „Wenig  geschen  habend,  glaubte  icb  an  den 
physikalischen  Einfluss  des  Bodens,  noch  mehr  beobachtet  habend,  bin  icb  ein 
Parteigenosse  der  entgegengesetzten  Meinung  geworden." 

Die  erschopfende  Ergriindung  der  wirkenden  Ursachen  mag  noch  fur  Jahf* 
hundertc  ein  Problem  der  Naturforschung  soin  und  wenn  die  gegenwartigen  Boden- 
analysen nicht  alien  Anforderungen  entsprcchen,  so  darf  man  niclit  glauben,  dasS 
der  grosse  Fleiss,  den  man  auf  die  Bodenuntersuchung  verwendet  hat,  vergeblich 
gewesen  ist.  Vollkommcn  werden  unserc  Ansicbton  iiber  die  Natur  des  fruchtbareH 
Bodens  niemals  sein,  stets  wird  sich  in  den  Untersucliiingsmethoden  die  Erkenntniss 
der  Zeit  wicderspiegeln,  zu  der  man  nach  und  nach  auf  dem  Gebiete  der  Pflanzefl- 
physiologie  gclangte.  Damit  sind  wir  weit  entfernt,  den  physikalischen  Einfluss  aut 
das  (iedeiben  der  Gcwiichse  liiugncn  zu  wollen;  denn  ein  Mangel  an  bodenkonsti- 
tuirenden  Stoffen  ist  glcicbbedeutend  mit  cincr  daucrnden  Entwertliung,  die;  went1 
sie  behoben  werden  solltc,  wonn  nicht  iibcrhaupt  unmoglich,  doch  meist  einen  solchen 
Aufwand  von  Miihe,  Zeit  und  pekuniiiren  Opfern  erheiscbt,  (lass  dadurch  die  Kenta' 
bilitiit  geradezu  in  Frage  gestcllt  ist.  Dcrartige  Unternehmungcn  werden  nur  dann 
lohnend  sein,  wenn  sich  die  zur  Verbesserung  des  Ober-  oder  Untergrundcs  geeignetc 
Erdart  unter  oder  iiber  densclben  befindet,  so  dass  sic  auf  billige  Weise  durch  den 
Pflug  und  andere  Ackcrwerkzeuge  vermiscbt  werden  konncn.  Im  andcron  FftUe 
wird  man  sich  in  der  Walil  der  anzubauenden  Pjlanzen  nach  der  phydlcalischnf1 
BcscJiaffenheit  des  Bodens  richten  milssen. 


*)  Brannffart,  die  Wisscnschaft  in  dor  Bodnnkimdo  1870. 


Hilgard  *)  sagt  mit  Recht,  „dass  gewisse  Eigenthiimlicbkeiten  der  Flora 
und  vor  Allem  gewisse  wunschenswerthe  Resultate  des  Ackerbaues  fast  immer  im 
Zusammenhange  mit  einem  verhaltnissmftssig  hohen  Kalkgehalte  des  Bodens  stehen. 
Die  Gegenwart  eines  bedeutenden  Kalkgebaltes  offenbart  sicb  aber  nicbt  allein  in 
den  Spezies  der  Biiume  mid  Krauter,  sondern  audi  oft  besonders  deutlich  in  den 
Eigenthumlicbkeiten  der  individuellen  Entwickelung  derselben  Spezies.  Zu  den 
Pflanzen,  deren  Vorkommen  oder  Vorwiegen  als  sicheres  Zeichen  eines  bohen  Kalk- 
gebaltes gelten  kann,  gehoren  in  den  siidwestlicben  Gebieten  der  Vereinigten  Staaten 
z-  B.  der  Tulpenbaum,  die  Linde,  die  wilden  Pflaumen  etc.  Die  Bedeutung  des  Vor- 
konirnens  der  meisten  dieser  Pflanzen  ist  dem  Farmer  so  geliiufig,  dass  er  sicli 
darnach  sein  Urtheil  iiber  den  Boden  bildet.  Umgekehrt  dient  die  Anwesenheit 
anderer  Pflanzen  allgemein  dazu,  den  Wertb  des  Bodens,  welcbem  sie  angehdren, 
herimterzudrucken,  indem  sie  thatsachlich  den  Mangel  oder  die  Abwesenbeit  des 
Kalkes  anzcigen."  Hilgard  erliiutert  das  Gesagte  an  zwei  Eicbenarten.  Dasselbe 
was  fiir  die  gonannten  Eicben  gilt,  hat  audi  im  Allgemeiiien  fur  andere  Baumarten 
und  Pflanzen  Geltung,  welcbe  weit  vcrbreitet  sind  und  auf  vorscbiedenen  Bodenarten 
vorkommen.  Ein  holier  Kalkgehalt  befordert  im  Ganzen  einen  niedrigen  aber  gedrun- 
genen  compactcn  Wuchs  und  reiche  Tragbarkeit.  Die  Abwesenheit  des  Kalkes 
dagogen  bewirkt  sogar  in  Boden,  die  sonst  eine  gute  Zusammensetzung  haben, 
einen  diinneu  Wuchs  und  geringe  Tragfahigkeit.  „In  grosscm  Massstabe  zeigt  sich 
dieselbe  Erscheinung  audi  an  den  niedrigen  gedrungenen  Baumformen  in  den 
Wasserarmen  Gebieten  von  Kalifornien  und  Oregon.  Dieselben  sind  nur  zuin  Tlicil 
eine  Foige  des  Sonnenbrandes,  zum  grossten  Tbeil  eine  Eolgc  des  hohen  Kalkgebaltes 
Jener  Boden,  welcher  sicli  in  Folge  der  Geringfiigigkeit  der  Niederschliige  dort  in 
viel  stiirkerem  Grade  angehiiuft  hat,  als  in  Boden,  welche  einer  stiirkeren  Aus- 
laugung  (iurch  meteorische  Niederschliige  ausgesetzt  sind". 

Sowie  die  mechanische  und  physikalische  Bescliaffenheit,  so  darf  audi  die 
c'»emische  Zusammensetzung  der  Boden  nicht  nebensachliche  Beriicksichtigung  finden. 

Jeder,  welcher  sich  mit  Bodenuntersuchungen  befasst  bat,  gibt  zu,  dass 
der  Boden  nicbt  allein  durch  seine  chemische  Zusammensetzung,  sondern  audi 
duvcli  seine  pbysikalischen  Eigenschaften  von  grossem  Einfluss  auf  die  Entwickelung 
Und  das  Leben  der  Pflanzen  ist.  Wenn  audi  Eeuchtigkeit  und  Warme  die  iippige 
Entwickelung  der  Pflanzen  wobl  vorziiglich  bedingen,  wenn  audi  manche  Cultur- 
PHanzen  einen  wesentlich  sandigeren,  andere  einen  bindigeren  Boden  vorziehen, 
So  gedeihen  sie  docb  nur  iippig,  wenn  sie  alle  zu  Hirer  Ernahruiig  nothwen- 
digen  Stoft'e  in  ausreichendem  und  aufnabmsfiibigem  Zustande  vorfinden,  und 
v°r  dem  Einfluss  der  ihrem  Gedeiben  abtriiglichen  und  geradezu  scbiidlichen  Stoft'e 
bewahrt  bleiben.  Schon  Sprengel  der  Vorkampfer  Liebig's  sagte  in  seiner  1837 
ei'schienenen  Bodenkunde,  dass  ausser  der  chemischen  Untersuchung  des  Bodens 
auch  die  Erkenntniss  seines  pbysikalischen  "Verhaltens  von  hervorragendcr  Bedeutung, 
die  Art  der  Gesteine,  woraus  der  Sand  zusammengesetzt  ist,  von  Wichtigkeit  sei 
Ul*d  dass  eine  griindliche  Bodenuntersuchung  audi  den  Untergrund  in  das  Bereich 
ihi-er  Betracbtung  ziehen  muss.    Wie  oft  findet  man  pbysikalisch  uberaus  iihnliche 


*)  Nobbe's  landwirthschal'tliclie  Versuchastationcn  1887. 


8 


Thonboden,  die  hinsichtlich  ihrer  chcmischen  Zusammensetzung  sehr  verscliiodcn 
sind.  Sandboden  der  Tertiarformation  sind  physikaliscb  den  Diluvialsandb&den 
vollkommcn  illmlich  und  chemisch  ist  die  Bodenbeschaffenheit  durcliaus  verscbieden. 
So  liosson  sich  nocli  viele  Beispiele  anfuhrcn.  Nacb  zablreicben  Analysen  schwankt 
der  Gchalt  der  Accidite  und  Basite  der  so  ungemeineoniplizirten  krystallinischen 
Gesteinsbildungen  nacb  ihrer  cbemiscben  Verwandtscbaft  in  folgendcn  Grenzcn: 

A  ccidite  Basite 

Kieselsiiure 54—  79% 42—  63°/0 

Thonerde 10—  23  „ 10—  21  „ 

Eiscnoxyduloxyd      .    .  0\8— 7'0  „ 4—17,, 

Kalk 0-1  -  40  „ 1-8—  15  „ 

Magnesia 0-1— 1-5  „ 1*1— 11  „ 

Kali 1-3— 8-0  „ 0-1—   8  „ 

Natron 0-4— 91)  „ 0*2—    8  „ 

Phosplmrsaure  ....  0-1—O8  „ Q-1^2-0  „ 

Wasser 0'4— 1-5  „ 0-2-3'3  „ 

Manganoxydnl  .    .    .    .  0*0— 0-5  „ O-O-O'S  „ 

Fiir  den  Agriculturchemiker  ist  es  von  Wichtigkeit,  dass  innerhalb  der 
beiden  Gruppen  der  krystalliniscben  Gosteinc  die  Unterscbiede  der  Gesteinstypen 
mehr  in  den  Struktur-  und  Altersversobiedenheiten  als  in  der  cbemiscben  Zusammen- 
setzung  begriindet  sind.  Dagegen  seben  wir,  in  welcben  weiten  Grenzcn  scbon  in 
den  Gesteinen  und  wie  wir  weiter  wissen,  scbon  bei  einer  und  derselben  Gesteinsart 
sicb  die  wichtigsten  Pflanzenniibrstoffe  bcwegen;  um  wie  viel  grosser  werden  jene 
Unterscbiede  in  den  Verwitterungsprodukten  derselben  nnd  in  den  yon  diesen  Ge- 
steinen abstammenden  mctauiorphosirten  Verbindungen  sein,  so  dass  man,  wenn 
man  audi  die  geognostischo  Abstammung  der  Boden  kennt,  die  cbemiscben  Be- 
standtbeile,  welclie  in  ibnen  vorhcrrschen  werden,  zwar  vermuthen,  abor  nicht 
vorhersagen  kann  so,  dass  die  cbemisebe  Bodenanalyse  biedurcb  entbebrlicb 
werden  wiirdc.  Da  der  Ertrag  eines  Feldes  abcr  von  dem  in  minimalster  Quantitat 
im  Boden  vorhandenen  Nahrstoff'e,  wie  Liebicj  gozeigt  bat,  sicb  abhiiugig  erweist, 
so  ist  es  klar,  dass  gcrade  die  in  geringster  Menge  im  Boden  vorhandenen  Niihr- 
stoffe  audi  das  grosste  Interesse  fur  den  Landwirtb  besitzen.  Aus  diesen  Erorte- 
rungen  geht  also  zur  Genttge  bcrvor,  dass  der  Landwirth  audi  die  Qualitat  und 
Quantitat  der  im  Boden  vorhandenen  Niibrstoffe  kennen  lernen  muss  und  dass  die 
Bodenanalyse  audi  in  dieser  Richtung  geniigenden  Aufscbluss  geben  soil. 

Die  Eruchtbarkeit  eines  Bodens  ist  daher  —  abgesehen  von  kliinatischcn 
Verhiiltnissen  —  abbangig  von  seiner  chemischen,  wie  von  seiner  mechanischen  und 
physikalischen  Beschaffenheit.  Die  cbemisebe  Beschaffenheit  ist  nicht  nur  bedingt 
durch  die  Art  und  das  gegenseitige  Verhaltniss  der  Bestandtbeile,  sondern  audi 
durch  den  Loslicbkeitszu stand  und  die  Bindungswoise  derselben. 

Soil  daher  cine  Analyse  Aufscbluss  nicht  nur  iiber  don  Reichthum,  sondern 
audi  iiber  die  Eruchtbarkeit  eines  Bodens  geben,  so  muss  sie  alle  oben  genannten 
Punkte  nacb  Miiglichkeit  in  Betracht  ziehen.  Zwar  gelingt  es  im  Laboratoriuin 
nicht,  die  Losungsmittel  ganz  in  derselben  Weise  einwirken  zu  lassen,  in  welcher 
sie   in  der  Natur  wirken,   audi   gestattot  uns   die    pliysikalisch- cbemisebe  Unter- 


suchung  kaum  genligenden  Aufschluss  fiber  die  verschiedenen  Arten  der  Bindxmg 
der  Stoffe  im  Boden  zu  geben,  welch'  Letztere  sich  z.  B.  darin  anssert,  dass  cin 
n°ch  ganz  uncultivirter  Boden,  obgleich  er  an  und  fur  sich  die  einer  Pflanzenart 
nothigen  Stoffe  enthalt,  doch  desshalb  nocb  nicbt  fiihig  ist  sio  zu  ernahren,  wahrend 
er  andere  Pflanzen  von  gleichem  oder  selbst  grosserem  stofflichen  Bedurfhiss  schon 
zu  ernahren.  vermag.  Bindung  der  Stoffe  ist  somit  der  Widerstand,  welchen  der 
Boden  der  Abgabe  gewisser  Bestandtheile  an  die  Pflanzen  entgegensetzt,  ein  Wider- 
stand,  der  von  manchen  Pflanzen  besiegt,  dagegen  von  andern  nicht  iiberwunden 
Wlrd  und  der  erfahrungsgemass  mit  der  Cultur  des  Bodens  abnimmt.  So  lange  man 
den  Boden  einfach  als  den  Trager  der  Pflanzen  ansah,  wurde  die  chemische  Unter- 
suchung  des  Bodens  sehr  vernachlassigt,  weil  man  einzig  und  allein  den  physika- 
hschen  Eigenschaften  eincn  wichtigen  Einfluss  auf  die  Vegetation  zuschrieb.  Heute 
^ochte  man  noch  laugnen,  dass  die  chemische  Natur  des  Bodens  die  Pflanzen- 
produktion,  d.  h.  die  Ernten  beeinflusst,  und  doch  spielt  die  chemische  Natur  des 
bodens  in  alien  Fallen  eine  deutlich  walirzunehmende,  in  gewissen  Fallen  sogar  eine 
eatscheidende  Kolle. 

Ohne  Zweifel  iiben  auch  die  physikalischen  Eigenschaften  einen  betracbt- 
liclien  Einfluss  auf  die  Entwickelung  der  Pflanzen  aus,  alter  sic  allein  konnen  uns 
seine  gentigende  Kenntniss  einer  Erde  und  ihrer  Beziehungen  zu  den  Ernten  ver- 
Scbaften.  Wenn  nun  zwar  auch  die  chemische  Analyse  des  Ackerbodens  nicht  im 
otande  ist,  alle  Fragen  zu  loson,  die  man  an  sie  in  landwirtbschaftlicbor  Beziebung 
Wcnten  kann,  so  ist  doch  nicht  zu  verkennen,  dass  dieselbe,  wenn  sie  nach  be- 
Surumten  feststehenden  Gmndsatzen  ausgefiihrt  wird,  die  cinen  Vergleich  dor  Ana- 
ysen  untorcinander  zulassen,  unsere  Kenntnisse  eines  Bodens  wesentlicli  befordert 
und  eine  Anzahl  Fragen  aufklart,  die  ohne  sie  vollstiindig  dunkel  geblieben  waxen. 

Der  Zweck  der-  Bodenanalyse  ist  stets  der,  zu  erfahren  wie  reich  der 
«oden  an  gewissen  Nahrstoffen  ist,  welche  fehlen,  welche  in  geringer  Menge,  welche 
lai  Uberflussc  vorhanden  sind.  Die  absolute  Menge  des  cinzclnen  Pflanzennahrstoffes 
^Stinamt  zwar  nicht  allein  die  Hohe  der  Erntc,  aber  es  kann  fur  den  Landwirth 
Uicht  gleichgiltig  sein,  ob  er  sehr  kleine  oder  iiberrascbend  grosse  Mengen  werth- 
Yoller  Pflanzenuahrstoffe  in  seinem  Boden  angchauft  hat  und  auf  Kosten  derselben 
^s  umlaufende  N&hrstoffecapital  in  der  billigsten  Wcise  ergiinzen  kann;  und  da 
[ll°  Analyse  lehrt,  dass  der  Landwirtli  blufig  mit  Bodenartcn  zu  thun  hat,  die  bis 
°  U  Kali  und  bis  20%  Kalk  entbalten,  also  auf  Tausende  von  Jaliren  mit  Kali 
°«er  Kalk  verselien  sind,  so  wird  es  sich  in  solchen  Fallen  inehr  darum  handein, 
die  billigsten  Mittel  ausfindig  zu  machen,  um  das  in  verschiedenen  Zustiinden  der 
^Slichkeit  und  Bindung  vorhandene  Kali  in  assimilirbaro  Formen  iiberzufiihren,  als 
djesen  Dungstoff  von  Aussen  zuzufiihrcn.  Es  hat  also  die  Bestimmung  der  absoluten 
M('»ge  einzelner  Nfthrstoffe  ebensoviel  Werth,  als  die  Bestimmung  jener  Mengen  in 
^rschiedenen  sauren  Bodonausziigen,  welche  jetzt  schon  and  welche  in  nachster 
eit  fur  die  Pflanzen  aufnelimbar  sind. 

Den  von  mehreren  Seiten  cmpfohlenen  essigsauren  Auszug  konnte  der  Ver- 
ier sich  nicht  entschlicssen  auszufuhren,  da  er  nur  die  Arbeit,  welche  so  schon 
eil»e  sehr  bedeutende  war,  vermehrt  biitte,  ohne  dass  sich,  wio  vergleichende  Untor- 
BUchungen  verdiinnter,  kalt  erhaltener   salzsaurer  und  heisser  essigsaurer  Ausziige 


H  '  ■■■ . 


10 


zeigten,  die  Moglichkeit  eines  besseren,  allgemein  giltigen  Vergloiclics  der  ausgezo- 
genen  Bodenbestandtheile  herausstellte.  Zehnprocentige,  kalte  salzsaure  und  salpeter- 
saure  Bodenausziige  entsprachen  daher  dem  vorliegenden  Zweck  und  wurden  neben 
heissen  salzsauren  Auszligen  dargestellt.  Ein  Auszug  mit  Kohlensaure  erschion  dem 
Verfasser  sehr  problematisch,  cin  Wasserauszug  vollig  ungeniigend,  worm  es  darauf 
ankommt  zu  bestimmen,  ob  die  vorhandene  Menge  annahernd  nicht  iiur  dem  mo- 
mentanen  Bediirfnisse  geniigt,  sondern  don  Pflanzen  fur  einen  langeren  Zeitraum 
zur  Verfiigung  zu  stehen  im  Stande  ist. 

Schon  Liebig  sagt  in  seinem  klassischen  Werke  „ Die  Naturgesetze  des 
Feldbaues":  „Wenn  man  Ackererde  kalt  mit  Salzsaure  24  Stunden  in  Beruhrung 
stehen  lasst,  so  nimmt  diese  einc  gewisse  Menge  Kali  etc.  auf.  Behandelt  man  die 
Erde  mit  kochender  Salzsaure,  so  crhiilt  man  das  Doppelte  bis  Achtfache  und  nach 
vorhergegangener  Aufscbliessung  mit  Flusssaure  den  ganzen  Kaligolialt  der  Erde". 
„Ohne  einen  Irrthum  zu  bogehen,  wird  man  voraussetzen  konnen,  dass  die  von 
kalter  Salzsaure  der  Erde  entziehbaren  Pflanzenniihrstoffe  am  schwiicbsten  angezogen 
sind  und  ihrer  Form  nach  den  physikalisch  gebundcnon  am  niicbstcn  stehen,  jedenfalls 
so  nahe,  dass  sie  durcli  die  gewohnlichen  Verwittcrungsursachen  sehr  lcicht  in 
diese  Form  der  Verbindung  iibergchen  konnen!" 

Es  besteht  aber  noch  cin  grosser  Unterscliied  zwischon  den  Bodenaus- 
ziigen,  welche  mit  kalter  concentrirter  und  denjenigen,  welche  mit  kalter  miissig 
und  sehr  stark  vordiinnter  Salzsaure  dargestellt  werden.  Es  scheint  10%  Salzsiiurc 
diesem  Zwecke  am  meisten  zu  dienen,  wenn  es  sich  urn  die  Ermittelung  des  ZU- 
giinglichen  Kalis,  und  10°/0  Salpetersiiure,  wenn  es  sicli  urn  diejenige  der  zugiing- 
lichen  Phosphorsiiure  handelt.  Die  mit  kochender  Salzsaure  aus  dem  Boden  ausge- 
zogenen  Bestandthcile  der  Ackererde  entlialten  vorzugsweise  jene  zeolithartigen 
Verbindimgon,  die  sich  in  jedem  guten  Ackorboden  in  bestandigor  Zersetzung  und 
Auflosung  befinden,  wenn  auch  die  Pflanzenniihrstoffe,  welche  sie  enthalten,  erst  in 
fernen  Zeitriiumen  in  den  aufnehmbaren,  physikalisch  gcbundenen  Zustand  iiber- 
gehen.  Ihre  Mengen  kenncn  zu  lernen,  ist  ebenfalls  von  der  grossten  Wichtigkeit, 
und  sie  mtissen  in  einer  vollstandigen  Bodenanalyse  Beriicksichtigung  finden. 

Urn  anniihernd  die  Gesammtmenge  der  Phosphorsiiure  zu  erhalten,  ist  die 
P.ehandlung  der  Erde  mit  kochender  concentrirter  Salpetersiiure  ocler  Konigswassor 
unentbehrlich,  sie  kann  mit  Vortlieil  nach  der  von  Gasparin  angegebenen  Methode 
vorgenommen  werden. 

Uie  Phosphorsaure  ist  dcrjenige  Pflanzenniihrstoff,  welcher  moist  nnr  in  sehr 
geringen  Quantitiiten  im  Boden  vorzukommen  pflcgt  und  an  dem  es  oft  sehr  mangelt, 
wahrend  alio  iibrigen  Niihrstoffe  in  verhiiltnissmiissig  grosser  Menge  vorhanden  sind. 
Unter  gewissen  Verliiiltnissen  kann  also  der  Phosphorsiiuregohalt  des  Bodens  als 
Massstab  seiner  Ertragsiahigkeit  dienen.  Wir  werden  sohen,  dass  auch  der  Kalh 
und  die  Magnesia  auf  ein  Minimum  im  Boden  herabsinkcn  konnen,  auf  eine  Menge, 
in  welcher  sie  kalkbediirftige  Pflanzen  nur  nothdurftig  zu  erniihren  vermogen. 

Pie  Stickstoffquellen  fliessen  in  so  unglcichen  Zeiten  und  Mengen,  dass  sic 
in  unseren  Breitegradcn  als  wcscntlicher  Beitrag  zur  Stickstoll'nahrung  fttr  die 
Pflanzen  niemals  mit  Sicherheit  in  Eechnung  gestellt  werden  konnen.  Ja  haufig  ist 
der  Verlust  an  Stickstoff  in  den  Wassern,  welche  die  Drainage  aus  dem  Boden  cut- 


11 

fernt,  grosser  als  die  Stickstoffmenge  betrftgt,  welche  durch  die  Atmosphftre  dem 
Boden  zugeftihrt  wird.  Ganz  ungelost  ist  die  landwirthschaftlich  hoebwichtige  Frage, 
ob  die  oberirdischen  Organe  insbesondere  der  peronnirendon  Leguminosen  den  gebun- 
denen  Stickstoff  der  Atmosphftre  und  in  welcher  Mengc  zu  entzichen  vermogen,  so 
dass  wir  die  richtige  Erkenntniss  der  tftglichen  Erfahrung,  dass  fur  unsere  hoheren 
wirthschaftlichen  Anspriiche  beide  Quellcn  dor  Atmosphftre  und  des  Bodens  nicht 
hinreichend  und  ihre  Zufuhr  im  Dttnger  neben  den  Mineralstoffen  stets  unsere 
Hauptaufgabe  bleiben  wird,  audi  heute  noch  festhalten  miissen. 

Ein  Hektar  Feld  ist  gleich  1  Million  Quadrat-Deziinetcr.  Auf  a/2  Meter 
Tiefe  rnacht  dies  5  Millionen  Kubikdezimetcr  odor  mindestens  5  Millionen  Kilo  Erde- 

Ein  zclmtel  Procent  Phosphorsiiure  betrftgt  auf  l/»  Mcter  Tiefe  =  500° 
Kilo,  wo  der  Gelialt  der  rohen  Ackercrde  unter  5/100  Procent  =  0'05°/o  Pliosphor- 
siiure oder  2500  Kilo  fallt,  da  wird  man  auf  die  Deckung  des  Fhosphorsaurebe- 
darfes  der  Pflanzen  von  Aussen  her  bedacht  sein  miissen,  denn  von  dieser  Monge 
ist  kaum  die  Hiilfte  bis  ein  Eiinftel  momentan  disponibel  oder  in  kalter  10°/0  Sal- 
petersiiure  loslich.  In  der  Wittingauer  Tertiiirformation  kommen  Felder  vor,  welche 
Wie  Miihlhof,  Purkrabsky  pr.  ha  kaum  2500  Kilo  Pliosphorsiiure  auf  75.000  Kilo  Kali 
enthalten. 

Erreichbar  sind  davon  alter  fur  die  nachste  Zukunft  kaum  500  Kilo  Phos- 
Phorsaure  und  5000  Kilo  Kali,  wciter  3000  Kilo  Kalk  und  250  Kilo  Bittererde. 
Dies  gibt  statt  wie  bei  einem  idealen  Normalboden  auf  1  Pliosphorsiiure,  2  Kali, 
12  Kalk,  1  Bittererde:  auf  1  Theil  Pliosphorsiiure,  10  Kali,  6  Kalk,  J/2  Bittererde. 
Die  Fhosphorsiiure,  die  Bittererde  und  Kalk  im  Minimum  oder  auf  2  Kali  nur  0'2 
Phosphorsiiure,  1-2  Kalk  und  0-2  Bittererde. 

Ein  Hectar  Eeld  soil  aber,  am  eine  gute  Weizen-  und  Riibenernte  zu  geben, 
auf  die  Tiefe  der  Wurzeln  nach  Liebig  5-10.000  Kilo  Kali  und  2000-5000  Kilo 
Phosphorsiiure  im  aufnehmbaren  Zustande  enthalten.  Diese  Forderung  ist  aber  cine 
entschieden  iibertriebene,  wie  die  Pflanzenniihrstoffmengen  verschiedener  Siiureextrakte 
sehr  fruchtbarer  Boden  beweisen,  welche  viol  geringcre  Quantitiiten  enthalten. 
Freilich  erfullcn  die  bezeichneten  Losungsmittel  des  Bodens  nicht  ganz  ihre  Auf- 
gabe,  denn  wir  wissen,  dass  im  Boden  nicht  nur  Wasser,  Kohlensiiure  oder  eine 
Organische  Siiurc,  sondern  auch  eine  Anzahl  von  Salzen  die  Losung  der  im  Boden 
vorhandencn  Niihrstoffe  vermitteln ;  wir  wissen  ferner,  dass  die  Pflanze  sich  nicht 
Passiv  bei  der  Aufnahmc  dor  ihr  nothwendigen  Niihrstoffe  verhiilt,  sondern  selbst 
zur  Loslichwerdung  der  fiir  sie  erforderlichen  Nahrung  beitriigt.  Aus  einem  richtig 
'lurcligofiihrten  Vergleich  von  Bodenanalyscn  liisst  sich  aber  selbst  ein  Zusammen- 
bang  zwischen  chemischer  Zusammensetzung  und  Ertragsfabigkeit  des  Bodens  nicht 
verkonnen,  er  kann  aber  nur  bei  jenen  Substanzen  hervortreten,  die  im  Boden  nicht 
im  Ueberfluss,  sondern  nur  in  so  geringer  Menge  vorkommen,  dass  die  Pflanze  im 
Verhaltniss  zu  den  iibrigen  Pflanzennfthrstoffen  nicht  soviel  von  innen  vorfmdet, 
als  sie  aufzimehmen  im  Stande  ist,   sondern  mehr  odor  wenigcr  Mangel  an  rhnen 

leidet.  .      ,      _  „       , 

Lange,  bevor  es  eine  Agriculturchemie  gab,  bestand  bcreits  das  Kalken  der 
Thonboden,  und  ohne  ein  vergleichendes  Studium  der  Ackerboden  konnte  die  voile 
Bedeutung  des  Kalkes  fur  den  Boden  kaum  erkannt  und  gewiirdigt  werden.  Selbst 


12 

die  spftter  von  den  Agriculturchemikern  aufgestellte  Behauptung,  „der  Kalk  mackt 
reiche  Vater,  aber  arme  Sonne",  war  niclit  geeignet  der  vermehrtcn  Verwendung 
des  Kalkes  Balm  zu  brechen,  indem  dieser  Satz  alle  jeno  Landwirthe  von  dessen 
Benlitzung  abhielt,  welche  niclit  Pachter  waren  oder  iiber  genttgende  Diingermongen 
geboton.  Gewisse  Eigenthumlichkeiten  dor  Mora  kalkreicher  Gcbiete  konnten  erst 
dann  crkannt  und  begehrenswerthe  Besultate  in  der  Landwirtkschaft  erzielt  werden, 
wenn  dem  Studiura  des  Bodens,  welclies  goradc  die  liiezu  berufenon  Agricultur- 
cheraiker  vornehm  ignorirten,  mehr  Aufmerksamkeit  geschenkt  und  die  Bodenana- 
lysen  ira  Zusammenbang  mit  Vegetationsversuchen  und  statistisclien  Zusammen- 
stellungen  der  Bewirthscbaftungsergebnisse  dieser  Boden  betrachtet  wurden. 

Die  nachhaltig  fruchtbarsten  Ackerboden  des  herrschaftliehen  (Irossgrund- 
besitzes,  welche  wenig  oder  gar  niclit  gediingt  werden  und  in  don  frucbtbarsten 
Landstrichen  Bohniens  liegen,  wie  der  Schelchowiteer,  Malnitzer,  Wchinitzer  Boden, 
sind  von  Natur  aus  sebr  reicb  an  don  wichtigstcn  Pflanzenniihrstoffen  und  an  auf- 
geschlossenen  Silikatbasen.  Aus  oinigon  bundert  Bodenanalysen  der  herrschaftliehen 
Feldfluron  gobt  horvor,  dass  jene  Ackerboden  zu  den  an  Phosphorsiiure  sobr  armen 
zu  rechnen  sind,  welche  von  O'Ol— 0'05°/0,  zu  den  sobr  reicben,  welche  0'20— 0-50°/0 
Phosphorsaure  des  Rohbodcngcwichtes  enthalten. 

Es  stellt  sich  der  Durchschnittsgehalt  an  Phosphorsaure  in  LOO  GewichtS- 
theilen  der  Erden  und  in  100  Kilogrammen  folgendermasscn  heraus: 

An  in  kalter  verdiinnter  Salpetersiinre  loslieher  Phosphoi'saure. 

In  Procenten:  In  100  Kilogrammen: 

Sebr  arme  Boden  .    .  Spur  —0-01 Spur  —  10  Grm. 

Arme  Boden  .   .     0-01— 0-05 1.0  grm—  50 

Reiche  Bodon  .     0-05— 0-10 50         —100 


An  Phospborsaure  sebr  arme 
Anne 

Reiche 

Sebr  reiche , 


Gesammtphosphorg&ure : 

In  Procenten :      In  100  Kilogr. : 

des  Rohhodens. 

0-0 1—  0-05  odor  10—  50  grm. 

0-05— 0-10      „     50—100      „ 

0-10— 0-20      „    100-200      „ 

0-20  -  0-50      „  200—500      „ 


a 

:0 


An  Kalkerde  sehr  arme 

Arme 

Kalkbaltige     .    .    . 
Kalkreiche  .... 


An  Kalkerde: 

In  Procenten:    In  100  Kilogr.: 
den  Rohhodens, 
O'Ol—  0-05  oder      10—      50  grm. 
0-05-  0-20     „         50-    200     „ 
0-20-  POO     „       200-  100O     „ 


lO 


2-00 -15-00 


2000—15000 


Es  ist  noch  festzusetzen,  was  man  unter  niedrigem  und  hohem  KalkgehaK 
des  Bodens  zu  versteben  bat;  oft  sclion  wurdo  erwiihnt,  dass  der  Beobachtung  nach 


13 


der  Kalkgehalt,  wenn  er  sich  in  der  nattirlichen  Flora  deutlich  auspriigen  soil,  nm 
so  holier  sein  muss,  je  thoniger  der  Boden  ist.  So  findet  man  auf  sehr  schwerem 
i'honboden  noch  bei  O'500/0  Kalk  keine  Kalkptlanzen,  wahrend  Sandboden  schon 
Dei  0-15°/0  Kalkwuchs  zu  zeigen  beginnt,  leicliter  Lelimboden  etwa  bei  0*25%. 
Jeder  Boden,  dessen  Kalkprozentsatz  fiber  O75°/0  gelit,  zeigt  Kalkwuchs,  and  wenn 
der  Gehalt  auf  2*0  steigt,  soheint  das  Maximum  der  speziellen  Wirkung  erreicht 
zu-  scin;  d.  h.  grossere  Mengen  bringen  keine  auffallendere  Wirkung  hervor.  Es 
!st  daher  faktisch  einfach  unrichtig,  wenn  ein  „Kalkboden"  erst  dann  als  solcher 
genannt  wird,  wenn  der  Gehalt  fiber  2°/0  steigt,  so  class  Siiuren  Aufbrausen  bewirken. 
Die  wesentlichen  Eigenschaften  cines  solchen  Bodens  werden  schon  mit 
Vlel  kleineren  Mengen  erreicht. 


An  in  kalter  10°/o  Salzsaure  nach  24  Stunden  losl.  Kali. 

In  Procenten :     In  100  Kilogrammen : 
0   O'Ol— 0-02  oder     10—  20  grm. 


Anne  .  .  . 
Eeiche  .  , 
Sehr  reiche 


j   0-03— 0-10 
Jw   020—0-40 


30- 

200- 


-100 
400 


An  loslicliem  Kali  (in  heisser  cone  Salzsaure). 


Sehr  arme  .  . 
Armc  .... 
Beinahe  reiche 
Reiche  .  .  . 
Sehr  reiche 


In  Procenten :         In  100  Kilogr. : 
0-05— 0-09   oder    50—    90  grm. 
0'20      „      100—  200      „ 
0-40      „     300—  400      „ 
0-60      „     400—  600      „ 
0-70—  1  -00      „      700—1000     „ 


a  o-io 

I    0-30 
m   0-40 


An  Gesammtkali  (in  Flusssaure  und  Salzsaure). 

In  Procenten :     In  100  Kilogr. : 
0-2— 0'5  oder    200—  500  grm. 
0  5—1-0     „        500—1000     „ 
1-0— 2-0     „       1000-2000      ,, 
3-0— 4-0     .      3000—4000      „ 


Sehr  arme 
Arme    .    . 
Beiche 
Sehr  reiche 


a 

:© 


Liebig  hielt  eine  Stickstotfdttngung  bekanntlich  ffir  uberflussig  und  erkannte 
ei'St  am  Ende  seines  Lebens  seinen  Irrthum,  welcher  darin  bestand,  dass  er  den 
gesammten  gefundenen  Stickstoffgehalt  des  Bodens  fur  activ  hielt,  wahrend  nur  ein 
8efr  kleiner  Theil  desselben  in  Wirklichkeit  zu  activen  StickstoftVerbindungen 
v«rwcst,  wolchc  sich  in  verschieden  thiitigen  Boden  in  unterschiedlichen  Mengen 
111  jedem  Jahre  bilden.  Immerhin  wird  ein  grosserer  Stickstoffgehalt  der  Feinerde 
a,lf  grossere  Humusmengen  im  Boden  schliessen  lassen  und  auf  die  Fahigkeit  des 
B°dons  audi  grossere  disponible  Mengen  activen  Stickstoffcs  den  Pflanzenwurzeln 
Zur  Verfugung  stellen  zu  konnen. 

Der  organische  Stickstoff  bildet  den  Vorrathsstickstoff,  welcher  jedes  Jahr 
(nach  Schlosing  ungefahr  2°|0  Stickstoff),  die  assimilirbaren  Verbindungen  der  Pflanze 
Uefert,  mehr  oder  weniger,  jo  nach  Klima,  Witterung,  Bodenbeschaffenheit,  immerhin 


14 


nur  einen  sehr  geringen  Bruchtheil,  wie  aus  zahlreichen  Diingungsversuchen  her- 
vorgeht.  Noch  weniger  geniigen  gewisscn  Culturpflanzen  mit  kurzer  Vegetationszeit 
die  atmospharischen,  in  den  Niederschlagen  herabfallenden,  gebundenen  Stickstoff- 
mengen,  so  dass  sich  selbst  Ackerboden  mit  bedeutenden  organischen  Stickstoff- 
vorrathen  fur  eine  Diingung  mit  Salpeter,  Ammoniak  oder  Stallmist  in  den  meisten 
Fallen  sehr  dankbar  verbalten  und  unter  alien  Umstanden  noch  ein  viel  grosserer 
Vorrath  an  geeigneten  Stickstoffverbindungen  in  dcm  Nahrboden  vorhanden  sein 
muss,  damit  die  Pflanzen  eine  landwirthschaitlick  lohnende  Entwickclung  zeigen. 

Der  geringste  Stickstoffgehalt  eines  Bodens  ist  0*05— 0-10°/0-  Bodcnarten 
mit  solchen  Stickstoffmengen  miissen  aufgeforstct  werden,  mogen  die  wirthschaft- 
lichen  Bedingungen  ihres  Standortes  welche  immer  sein,  sio  sind  nicht  geniigend 
mit  Stickstoff  versorgt. 

Ein  Blick  auf  die  Zusammenstellung  unserer  Stickstoffgchalte  der  Feinerden 
von  guten  Ackerboden  zeigt,  dass  eine  Ackercrde  auf  20 — 30  cm  Tiefe  als  stick- 
stoffarme  gelten  wird,  wenn  sie  enthiilt  an: 

Stickstoff                   in  Procenten      in  100  Kilogramm : 
Stickstoffarm     .    .    .    .  0*05— 0-10  oder    50— 100  gnu. 
Stickstoffhaltig  .    .    .    .  0-10— 0-15     „      100-150     „ 
Stickstoffreich    ....  0'16— 0*20     „      100—200     „ 
Sehr  reich 0*30— 0*90     „      .300—900     „ 

So  grosse  Stickstoffmengen,  wie  sie  die  viertc  Tloihe  gibt,  findet  man  in 
den  Alluvionen  ehemaliger  Teiche  und  Moorboden,  in  Kirchhofboden  und  Garten- 
erden,  in  der  russischen  Schwarzerde  etc.,  und  sic  bodingen,  wenn  sie  audi  einen 
grosseren  Vorrath  an  mineralischon  Nahrstoffcn  der  Pflanzen  besitzen,  die  grosse 
und  nachhaltige  Fruchtbarkeit  dieser  Bodcn. 

Je  tiefere  Bodcnschichten  man  auf  Stickstoff  untersucht,  um  so  geringere 
Mengen  findet  man.  In  den  vom  Pfluge  nicht  mehr  beriihrten  Bodcnschichten, 
unterhalb  eines  halben  Meters  sind  in  den  Ackerboden  nur  noch  0-02  bis  0-09 
Procent,  im  Mittel  0*04  Stickstoff  in  der  Feinerde  enthalten. 

Der  organische  Stickstoff  ist  der  Hauptfactor  jenes  Capitals,  welches  dor 
Verpiichtcr  dein  Piicliter  loiht,  die  Zinscn  sind  durch  jenen  Anthcil  von  Salpeter 
und  Ammoniakstickstoff  vertretcn,  welcher  sich  jedos  Jalir  aus  dem  Vorrathsstick- 
stoff  bildet. 

Aus  den  Versuchen  von  Lawes  und  Gilbert,  Deherairfs  mit  Ackcrerden  und 
Jouliess  mit  natiirlichen  Wiesen,  sowie  aus  den  Versuchen  mehrerer  anderen  Forscher 
geht  zur  Gcniige  hervor,  dass  wenn  auch  dor  Verlust  und  Gewinn  an  Stickstoff 
in  den  Ackererden  dem  Verlust  und  Gewinn  an  Kohlenstoff  im  Humus  nicht  pro- 
portional ist,  dass  fur  die  bciden  gonanntcn  Stoffe  doch  eine  gesetzmassige  Be- 
zichung  bestcht,  so  dass  mit  der  Menge  des  Kohlenstoffes  die  Stickstoff menge,  audi 
umgekehrt,  mit  der  Stickstoffmenge,  die  Kohlenstoffmenge  steigt  "oder  fixllt. 

Aus  nachfolgcnden  Untersuchungcn  geht  weiter  hervor,  dass  im  Allgcmeinen 
die  Ackerboden  um  so  fruchtbarcr  sind,  je  mehr  sie  bei  gutcm  physikalischcii  Ver- 
halten  feinerdige  Bestandthcile  enthalten,  je  mehr  leicht  verwitterndes  pflanzen- 
niihrendes  Material  sie  besitzen,  je  grossere  Absorptionen  sie  bei  glcichzeitiger  Ge- 
genwart  grosserer  Mengen  von  Sesquioxyden  zeigen,  je  mehr  aufgcschlossene  Silicat- 


15 


basen  sie  enthalten,  je  wenigor  leicht  losliche  Magnesiasalze  in  ihnen  vorherrschen, 
je  grosser  die  Gliihverluste  derselben  sind,  je  mehr  Stickstoff  sie  enthalten,  mit  einem 
Worte,  je  mehr  sie  sich  in  ihrer  Zusammensetzung  dem  „Schelchowitzcr  Boden" 
niihern.  Solche  Erden  sind  nicht  nur  vorttbergehend,  sondern  nachhaltig  fruchtbar, 
sie  bringen  ungediingt  sehr  hohe  Ertriige  hervor  und  bedtirfen  nur  eines  ihrer 
Mischung  zusagenden  Klimas  und  einer  nach  diesem  sich  richtenden  entsprechenden 
Unterlage,  um  die  denkbar  hochsten  Ertriige  zu  Tage  zu  fordern. 

Vorliegende  Definition  eines  fruchtbaren  Bodens  darf  nicht  missverstanden 
werden.  Es  giebt  Bodenarten,  welche  grosse  Mengen  Feinerde  enthalten  oder  beinahe 
ganz  aus  ihr  bestehen  und  doch  nicht  fruchtbar  sind;  ja  unter  den  hier  angefuhrten 
Boden  ist  die  Krendorfer  „Durrwiese"  gleich  ein  solcher  Boden.  Nichts  fehlt  ihm, 
uw  fruchtbar  zu  sein,  als  eine  Verminderung  seines  Bittersalzgehaltes.  Wiirde  die 
Hauptmasse  einer  Feinerde  aus  Talkerde  bestehen,  so  ist  dem  Landwirthe  mit  der 
vielen  Feinerde  wenig  geholfen.  Nur  von  einem  richtigen  gegenseitigen  Verhliltniss 
zwischen  Sand  oder  Gesteinskornchen  und  Thon,  Kalk,  Talk,  Humus,  von  einem 
gewissen  Grad  der  Verwitterung  dor  feinerdigen  Masse  hiingt  die  Fruchtbarkeit 
des  Bodens  ab.  Aus  vollig  verwitterten  Gesteinen  bestehendo  Boden  sind  arm  und 
infruchtbar,  Sie  haben  die  wesentlichsten  Pflanzenniihrstoffe  verloren.  Ebenso  exi- 
stiren  Boden,  welche  grossere  Mengen  aufgeschlossener  Bason  und  doch  kleine  Ab- 
s°rptionen,  und  umgekehrt,  kleine  Mengen  aufloslicher  Basen  und  sehr  hohe  Ab- 
SOrptionen  zeigen,  woraus  wir  deutlich  sehen,  dass  diese  wichtige  Eigenschaft  der 
Erden  nicht  allein  von  der  Menge  der  aufgeschlossenen  Basen,  sondern  audi  von 
der  Feinheit  und  der  Menge  der  Thontheilchen  und  von  dem  Verwitterungszustand 
einer  Erde  abhiingt. 

Die  Silikate  bilden  den  Hauptbestandtheil  der  meisten  Bodenarten,  doch 
Sibt  es  auch  unter  den  angeiiihrten  Erden  einige,  die  20  bis  30  Prozent  kohlen- 
sauren  Kalkes  in  ihrer  Feinerde  enthalten. 

Der  nach  der  Schlosing'schen  Methode  ormittelte  Thongehalt  der  Acker- 
boden  wechselt  in  den  verschiedenen  Bodenarten  von  3  bis  35°/0  des  natiirlichen 
bodens.  Sandboden  werden  solche  sein,  die  3  bis  10%,  sandige  Lehmboden,  die 
10  bis  15%,  Lehmboden  die  15  bis  20%,  Thonboden  die  bis  28%  und  strenge 
Thonboden,  die  bis  35%  Thon  enthalten.  Doch  kommt  es  sehr  auf  die  Menge  des 
gleichzeitig  vorhandenen  kohlensauren  Kalkes  an,  welchen  Grad  der  Plasticitat  ein 
Boden  zeigt;  donn  seine  Bundigkcit  kann  schon  bei  kleineren  Thonmengen  weit 
grosser  sein,  als  sie  in  der  innigen  Kalkthonmischung  bei  weit  grosseren  Mengen 
des  letzteren  zu  sein  pflegt.  Sandboden  mit  ein  Prozent  Kalkkarbonat  konnen  schon 
als  kalkreich  gelten,  wahrend  ein  Thonboden  erst  bei  einem  doppelt  so  hohen 
Kalkgohalt  diese  Bezeichnung  verdienen  wird. 

Die  Menge  des  an  Kieselsaure  gebundenon  Thoncrdc-Eisenoxydes  betragt 
in  lcichten  Erden  8  bis  10%,  in  mittleren  12  bis  16%,  in  reichen  16  bis  20,  in 
sehr  reichen  Erden  20  bis  30%  der  Feinerde.  Die  Menge  der  Monoxyde  bewegt 
sich  in  leichteren  Erden  zwischen  1  bis  3%,  in  mittleren  zwischen  3  bis  6%,  in 
reichen  und  sehr  reichen  Boden  zwischen  5  bis  8%  des  Feinbodens. 


16 

Unter  den  untersuchten  Biklen  kaben  wir  ferner  solchc,  die  zum  grossten 
Theile  aus  Quarz,  dann  aber  auch  solche,  welche  aus  Feldspath,  Glimmer,  uberhaupt 
aus  kalireichen  Substanzen  bestehen. 

Die  Tertiarboden  uuterscheiden  sicb  von  den  ubrigen  Boden  durch  einen 
hohen  Quarzgehalt,  der  durchsclmittlich  bis  gegen  70%  botriigt.  Viel  Feldspath 
und  Glimmer  enthalten  die  Gneisboden  und  der  Boden  des  Rothtodtliegenden. 

Eine  bohe  hygroskopische  Feuchtigkeit  deutet  gewohnlich  auf  einen  gros- 
seron  Humusgelialt  des  Bodens.  Der  Humus  macht  den  Thonboden  lockerer,  den 
Sandboden  bindiger,  beeinflusst  giinstig  die  warmchaltende  Fahigkeit  beider  Boden. 

Die  wasserhaltende  und  wasserleitende  Fabigkeit  des  Bodens,  die  Capilla- 
ritiit  und  Absorption  etc.  werden  von  dem  Grad  dor  Verwitterung  der  Silicate 
bestimmt.  Wir  haben  es  mit  Boden  zu  thun,  die  nur  0\3%  bis  6%  hygroskopische 
Feucbtigkeit  zuriickhalten  und  mit  Boden ,  die  nur  2  bis  8  %  gebundenes 
Wasser  in  ihrcr  Fcinerde  enthalten,  mit  Erden,  die  eine  Absorption  von  30  bis  50 
und  mit  solchen,  die  eine  von  100  bis  118,  ja  deren  Silicate  darin  149  besitzen- 
Der  Humusgelialt  wechselt  bei  den  Mineralboden  von  1  bis  3%,  ausnahmsweise 
erreicht  er  4  und  mehr  Prozente;  bei  den  Moorboden  steigt  cr  bis  auf  13%  der 
Feinerde,  wohl  auch  noch  hoher,  woher  es  kommt,  dass  der  Gliihverlust  mancher 
Feinerdo  iiber  20%  betriigt. 


Untersuchungsmethode. 

Zur  Trennung  der  verschiedenen  mechanischen  Glieder  des  Bodens  be- 
dienten  wir  tins  verschiedener  Siebe  und  zvvar  des  drei  Millimeters-,  des  ein  und 
des  0-5  Millimetersiebes,  und  trennten  auf  trockenem  Wege  alle  groboren  sandigen 
Gemengtheile  des  Bodens  von  den  feineren  Bestandtheilchen,  welche  man  Feinerde 
nennt,  zum  Unterscbiede  von  den  grobsandigen  Mineralien,  die  unter  dem  Namen 
Bodenskelett  angefiihrt  wurden. 

Auf  diese  Art  erhalt  man  die  Glieder  des  Bodenskelettes  in  drei  verschie- 
denen Grossen  als:  Grohes  Qestein,  welches  grosser  1st  als  der  Koriandersamen, 
Mittelkies,  welcher  die  Grosse  des  Rubensamens  und  Feinhies,  welcher  nicht  einmal 
die  Grosse  der  Hirse  besitzt,  und  ermittelt  in  reingewascbenem  und  dann  getrock- 
netem  Zustande  ihre  Gewichtsmengen.  Die  oben  besprochene  Feinerde  trennt  man 
dutch  Schlammen  weitor  in  zwei  Theile,  in  einen  sandigen  und  einen  thonigen 
Theil;  letzteron  nennt  man  fiilschlich  Thon.  Kein  Schlammapparat  entspricht,  wenn 
es  darauf  ankommt,  nicht  nur  Theilchen  von  verschiedener  Feinbeit,  sondcrn  auch 
gleicher  Beschaffenheit  von  einander  getrennt  zu  erhalten,  den  Anforderungen  der 
Wissenschaft.  Der  grossen  Unvollkommenheit  der  Schlammanalyse  half  zwar  thcil- 
weise  Schlosing  ab,  indom  er  ein  Vcrfahren  zur  Trennung  des  Tliones  vom  Sande, 
eine  Trcnnungsmethode  auf  mechanisch-chemischem  Wege  ersann,  vermfige  welcher 
man  in  den  strengsten  Boden  nicht  mehr  als  20%  Thon  findct.  Trotzdem  ist  der 
praktischen  Bodenanalyse  mit  der  genannten  Methodc  nicht  gedient,  weil,  wenn 
auch  der  feinste  Sand  niemals  die  Eigcnschaften  des  Tliones,  jener  Verbindung  von 
kicselsaurer  Thonerdc  mit  Wasser  zeigen  kann,   welche  wir  „Thon"  nennen;    doch 


17 


derselbe  audi  die  Funktionen  oines  plastischen  Bindemittels  erfiillen  kann  in  dem 
Masse,  als  seine  Feinlieit  zunimmt,  wenn  er  sich  audi  niemals  so  entschieden 
oaUen,  knotton  und  formen  lasst,  wie  der  befeuchtete  Thon.  *)  Yerfasser  bediente 
sich  daher  der  Knop'schen  Methode  zur  Bestimmung  nicht  des  Thones,  sondera  der 
thonigen  feinsten  Gemengtheile  der  Ackererden.  Man  hat  dann  Skelet,  Feinerde 
und  zwei  wesentliche  Glieder  der  Feinerde  und  die  ganzo  unveriinderte  Feinerde, 
seiche  der  Analyse  unterworfen  wird.  Die  Schliimrnanalyse  maclit  una  den  Boden 
dttrchsichtig  und  das  Mikroskop  gestattet  die  einzelnen  Skeletglieder  nicht  nur 
leicht  zu  bestimmen,  sondera  sich  auch  von  der  Beschaffenheit  und  Reinheit  der 
aDgesc]iliiminten  Massen  tiberzeugcn  zu  kiinnen.  Einen  grossen  Werth  wird  man 
aber  der  Schliimrnanalyse  iiberhaupt  nicht  beilegen  diirfen. 

■    Schon  Hilgard   zeigte    und  Verfasser   kann   es  bestiitigen,    dass  konische 
"Chlammgefiisse  ganz  unrichtige  Resultate  ergeben,    ebenso  alle   Mcthoden,   welche 

as  Absetzen  der  Erde  aus  einor  bestimmten  Hone  des  Wassers  in  bestimmter  Zeit 
**W  Grundlage  nehmen.    Osborne  kritisirte  in  einem    englischen  Fachblatte   die  ge- 

)l'auchlichsten  mechanischen  Bodenuntersuchungen  und  kam  zu  dem  Ergebnis,  dass 
&ucn  die  /MoWsche  (Berliner)  Schlammmethode  nur  bei  sandigen  Boden,   wie  sie 

n  der  Provinz  Brandenburg  vornehmlich  vorkommen,  bei  Boden,  die  sehr  wenig 
J-hon  und  Stoffe   von   grosser   Feinlieit    enthalten,    richtigo  Resultate    ergebe,    bei 

lumus  und  thonreichen  Lehmboden  aber  unrichtig  sei  und  dass  der  Fehler  8 — 14% 
oetragen  konne. 

Auch  bietet  diese  Methode  in  technischer  Hiusicht,  in  Bezug  auf  Zeiter- 
"Paniis  etc.  koine  Vortheile  vor  dem  Bechcrverfahren,  welches  diesen  mechanischen 
^iialysen  zu  Grunde  liegt.  Doch  wurde  auch  da,  wo  es  bemerkt  ist,  die  Schlosing'sche 
Methode  versucht  und  angefiihrt. 

Die  in  der  lufttrockenen  Erde  zuriickbleibende  Wassermenge  nennt  man 

ie  hygroskopische  Fcuchtigkeit  der  Erde.  Sic  ist  um  so  grosser,  je  poroser  und 
1Unnisrcicher  die  Erden  sind.  Das  hygroskopische,  das  chemisch  gebundene  Wasser, 
niches  aus  den  Ackererden  erst  bei  heftiger  Gliihhitze  entweicht,  und  der  aus 
1  °m  Kohlenstoffgehalte  der  Erde  berechnete  Humus  bilden  zusammen  den  Gliih- 

enust.  Ein  holier  Gliihverlust  ist  ein  gutes  Prognostikon  ftlr  eine  Ackererde.  Das 

le'nisch  gebundene  Wasser  gehort  in  den  meisten  Fallen   den  wasserhaltigen  Sili- 

aten  an.    Moistens  sind  diese  in  Salzsiiuro  loslich.    Die  Bestimmung  des  Humus 

ann  auch  durch  Verbrennen  der  organischen  Substanz  mit  Chromsauro  und  Sal- 
P6tersaure,  Entwickelung  der  Kohlensiiure  und  Auffangen  derselbcn  in  Barytwasser 
S^chclien.  Aus  dem  kohlensauren  Baryt  wird  der  Kohlenstoff  der  Kohlensaure,  aus 
chesem  nach  dem  Verhiiltniss  6:10  der  Humusgehalt  auf  Procente  der  lufttrockcnon 
,4(ie  berechnet,   genaucr  durch   die  Elemcntaranalyse  bestimmt.    Untcr  Feinboden 

t  die  starkgegliihte  und  mit  kohlensaurem  Amnion  behandelte,  hierauf  wieder  mit 

°nlensaure  gesattigte  lufttrockene  Feinerde  zu  verstehen. 

..  Die  Bestimmung  der  /Sulfate  geschah  durch  Kochen  dor  Erde  mit  Salz- 

aure  und  Wftgung   ties  schwefolsauren  Baryts.    Die  Bestimmung   dor  Carbonate 
1  in  dor  Art  vorgenommcn,   dass  man  die  Feinerde  mit  dem  gleichen  Gewiclit 

*)  Ausserdem  gibt  diese  Methode  im  mechanischen  Theilo  keine  genugenden  Trennungen 
u.  kanu  durch  die  cliemische  Behandlung  eine  Vcriinderaig  dor  Bodetitextur  herbeifuhren. 


18 


sehr  feingeriebenen  chlorsauren  Kali's  mischt  unci  durchfeuchtct,  dann  in  einein 
Tiegel  rasch  erhitzt,  die  gcgliihte  Erde  nach  dem  Erkalten  mit  etwa  zweiprocen- 
tiger  Salzsaure  auszieht,  in  dieser  Losung  nach  dem  Ausfallen  dcr  Sesquioxyde 
Kalk  und  Talkerde  wie  gcwohnlich  pracipitirt  und  wfigt.  Die  chemischo  Analyse 
der  Feinerde  wird  in  bekannter  Weise  durchgefiihrt :  Das  Kali  wird  in  der  salz- 
sauren  wie  fiusssauren  Losung  dcr  Erde  genau  bestimmt.  Die  Phosphorsdurehe- 
stimmung  gcschieht  nach  vollstiindiger  Abscheidung  der  Kieselsiiure  und  Zerstorung 
der  organischen  Substanzen  nach  Sonnenscheins-Methodc,  in  bekannter  Art  und 
"Weise.  Der  Itieselmure  Thonruckstand  wird  bestimmt,  indom  man  2  gr.  Erde  mit 
50  Cn.  einer  Salzsaure,  die  in  100  gr.  genau  5  Gewichtstheile  Chlorwasserstoff  ent- 
hiilt  und  fur  jedes  Prozent  kohlensauron  Kalk's  und  Talkerde  0'87  grm.  Chlorwasser- 
stoff mehr  enthalt  und  zur  Trockene  abdunstet.  Dann  iibergiesst  man  mit  100  Cn- 
Wasser,!  fiigt  1 — 2  gr.  kryst.  Chromsilure  hinzu,  kocht  bis  aller  Humus  zorstoi't 
ist,  giesst  nach  dem  Erkalten  20  Cn.  gewohnlicher  cone.  Salzsaure  dazu,  mischt, 
filtrirt,  wtischt  aus,  trocknet,  gliiht,  wiigt  diesen  Kiickstand.  Der  von  der  Salzsaure  auS- 
gezogene  Theil  des  Bodens  wird  als  loslicher,  die  Zeolithe  enthaltender  Bestand- 
theil  der  Ackererde  angefiihrt.  Die  Absorptionsbestimmung  wird  in  der  von  Knof) 
angefiihrten  Weise  vorgenommen,  indem  man  100  gr.  lufttrockene  Ackererde  mit 
10  grm.  Kreidepulver  mischt  und  200  Kubikcontimtr  Salmiaklosung  hinzufiigt,  die 
in  200  Cn.  1  gr.  trockenes  Salmiak  enthalt.  Nach  mehrtagigem  Stehen  und  haU- 
figem  Schiitteln  der  Erden  wird  filtrirt  und  bestimmte  Mcngcn  des  Filtrates  im 
Azotometer  mit  untcrbromigsauren  Natron  behandelt,  die  Menge  des  entwickelten 
Stickgases  gemessen,  welche  in  der  Flussigkeit  vor  und  nach  der  Vermischung  mit 
Ackererde  enthalten  war,  und  aus  der  Differenz  die  absorbirte  Stickstoffmenge 
berechnet. 

Der  Quarzgehalt  der  Feinerde  wurde  in  der  von  Knop  angegebenen  Art 
bestimmt,  dass  die  mit  Salzsaure  und  Natron  ausgekochte  Erde  gegluht  und  hicrauf 
mit  saurem,  schwefelsauren  Kali  geschmolzen,  nach  dem  Erkalten  ausgewaschen 
und  das  zuriickblcibende  Gestein  gegluht  wird.  Der  gewogene  Kiickstand  ist  ziemlic" 
reiner  Quarz.  Die  Kieselsiiure  kann  durch  Kochen  mit  Soda,  vom  Quarz  getrenm 
werden.  Handelt  cs  sicli  um  die  Ermittelung  dcr  loichter  odor  schwerer  loslichen 
Kali-  und  Phosphorsiiuremengen  der  Erden,  so  wird  ein  kalter  und  heisser  salzsaurei' 
Auszug  bereitet  und  in  jedem  dersclben  nach  den  beaten  analytischen  Methods 
die   Bestimmung   dieser    Korpcr   vorgenommen. 

Die  Geologic  lehrt  uns,  dass  die  Stoffe,  welche  den  Korper  einer  FeiH" 
erde  ausmachen,    sich   auf   folgende  wenige  Gliedcr  reduciren  lassen: 

Apatite 

Ferrophosphate 

Kochsalz 

Glaubersalz 

Anhydrit 

Bittersalz 

Gyps 


Phosphate 
Chloride 

Sulphate 


{ 


*;  Dio  Bonitirung  dor  Ackererde  Leipzig  1871. 


19 


Carbonate 

Silikate  u. 
Kieselsiiure 


Kalkerde 

Talkerde 

Sesquioxyde  (Thonerde,  Eisen-Manganoxyd), 

Monoxyde  (Natron,  Kalk,  Magnesia,  Kali). 

Nur  ausnahmsweise  gibt  es  Eeinerden,  wclche  mehr  oder  weniger  als  l°/„ 
ihres  Gewichtes  entweder  von  Bittersalz,  Eisenvitriol,  kohlensaurem  Natron  oder 
grossere  Quantitiiten  von  Chloriden  enthalten  und  durch  diesen  Gehalt  an  leicht- 
loslichen  Salzen  unfruchtbar  sein  konnen. 

Jeder  Boden  entbiilt  ausser  Tbon,  Sand,  noch  Bestandtheile  zaolithischer 
Natur,  welclie  aus  wasserfreien  Eeldspathen  durch  Wasseraufnahme  bei  der  fort- 
schreitenden  Verwitterung  hervorgegangen  sind,  einen  grosseren  Grad  von  Loslich- 
kcit  in  Salzsaure  besitzen  und  zu  den  Absorptionsorscheinungen  des  Bodens  in 
Beziehung  zu  stehen  scheinen.  Die  Zeolithe  sind  aber  auch  in  schwachcren  Siiuren, 
wie  Essigsiiure,  Humussaure  und  Kohlensiiure  loslich,  wenn  audi  die  Aufliisung 
^ngsamcr  vor  sich  geht.  Die  aufgelosten  Bestandtbeile  des  Zoolithen  gehcn  nicht 
wieder  aus  der  Losung  in  ihre  urspriinglichc  Gestalt  zuriick,  nur  unter  ganz  be- 
sonderen  Vcrluiltnissen  kann  es  stattfinden.  Die  durch  die  Zersetzung  des  Zeolitlien 
frei  werdcnde  Kieselstiure  hat  die  Eigenschaft,  sich  in  Soda  zu  losen.  Ziemlicli 
kiclit  werden  die  kalihaltigen  Zeolithe  im  Boden  zersetzt. 

Die  salzsaurcn  Ausziige  der  Ackorerden  enthalten  vorzugsweisc  jene  zeolith- 
ai'tigen  Bestandtheile  des  Bodens,  die  sich  in  jedem  guten  Ackerboden  in  bestlin- 
uiger  Zersetzung  und  Auflosung  befinden.  Ihre  Menge  und  das  Quantum  der  in 
Anon  cntbaltenen  wichtigstcn  Pflanzennahrstoffe  zu  kennen,  ist  ebenfalls  von  der 
grossten  Wichtigkeit  und  deshalb  diirfen  sie  in  einer  vollstiindigen  Bodenanalyse, 
Wclcho  neben  den  physikalischen  Eigenschaftcn  auch  den  Zustand,  in  welchem  sich  die 
wichtigstcn  Nahrstoffe  des  Bodens  befinden,  angeben  soil,  nicht  unberiicksichtigt  bloiben. 

Der  Thon  der  Bodenarten  wird  durch  verdiinnte  Salzsaure  und  Salpeter- 
S;iure  nicht,  wohl  aber  durch  Kochen  mit  cone.  Schwefclsiiure  vollstiindig  zersetzt. 
■D&8,  was  nach  der  Einwirkung  all  dicser  chemischen  Losungsmittel  von  dem  Boden 
tibi-ig  bloibt,  sind  die  noch  nicht  verwitterten  Mineralstoffe  der  Ackerboden. 

Es  konunen  aber  auch  Substanzcn  im  Boden  vor,  die  nicht  als  Nahrstoffe 
hir  die  Pflanzen  anzuschen  sind,  doch  aber  fiir  dieselben  unverkennbar  eine  gewisse 
^edeutung  besitzen. 

Die  chemische  Bodenanalyse  hat  somit  weiter  die  Aufgabe,  uns  auch  Auf- 
Schluss  liber  die  im  Boden  vorhandencn  Mengen  der  Stofi'e  zu  geben,  die  zwar 
nicht  direkte  Nalirungsmittel  der  Pflanzen  sind,  doch  aber  fur  dieselben  bedeutungs- 
V°U  crschcinen  konnen. 

Beschaffenheit,    Lage,  Abstammung   und   landwirthschaftlicher  Wert  der   unter- 

suchten  Bodenarten  und  Gesteine. 


Tertiarboden. 

Die  in  das  Bereich  der  beiden  Tertiiirbccken  von  Budweis  und  Wittingau 
fellendcn  Bodenschichten  lassen  ungeachtet  der  ausserordentlich  wechselnden  Boden- 

'2* 


20 

beschaffenheit  von  Kies  bis  zum  Thon  dcnnoch  nicht  unschwer  ihre  geognostiscbe 
Abstamniung  vom  Urgebirge  erkennen,  welches  seine  miichtigste  Entwickelung  in 
der  siidlichen  Hiilfte  von  Bohmen  erlangte,  die  beiden  genannten  Tertiiirbecken 
allseitig  umscbliesst  und  von  einander  trennt.  Der  ungemeine  Wasserreichthum 
dieser  Gegend  musste  in  den  Niederungen  zu  natiirlicben  Ansammlungen  des 
atrnospharischen  und  Quellwassers,  begiinstigt  durch  die  thonige  Unterlage  fuhrcn, 
zu  welchen  natiirlichen  Wasserbehliltern  spiiter  noch  grosse  kiinstliche  Teiche  hin- 
zukamen,  die  formlichen  Landseeen  glcichen. 

Was  aus  diesen,  einst  von  Waldern  starrenden,  von  Siimpfen,  Moriisten 
und  Gewassern  bedeckten  Landstrichen  seither  geworden,  habcn  sie  dem  Wirken 
und  Walten  der  Schwarzenberge  zu  verdanken.  Der  westliche  Theil  des  Wittin- 
gauer  Gebietes  mit  mehr  bindigem  Boden,  und  thonigem  Untorgrund  umfasst  Teiche, 
Acker  und  Wiesen,  der  ostliche  Theil  Sand  und  Moorbodenmitausgedehnten  Wiildern. 

In  Mulden  sind  diese  vcrschiedenen  Ablagerungen  von  machtigen  und  aus- 
gedehnten  Torflagern  iiberdeckt.  Diese  Verschiedenartigkeit  des  Bodens  und  seiner 
Beniitzung  trftgt  wesentlich  dazu  bei,  den  schiidlichen  Einfluss  des  mehr  rauhcn 
Klimas  und  des  sehr  excessiven  wechselnden  Witterungscharakters,  untcr  welchein 
die  Gegend  vielfach  zu  leiden  hat,  abzuschwiichon. 

Die  Tertiiirboden  von  Frauenberg  und  Wittingau  unterscheiden  sich  von 
den  iibrigen  untersuchten  bithmischen  Boden  durch  eineu  hohen  Quarzgehalt,  der 
durchschnittlich  bis  gegen  70°/0  betragt. 

Die  einzigen  alteren  Analysen  von  bohmischen  Ackerbodcn  staminen 
von  Professor  Hoffmann  in  Prag  und  sind  im  Jahresbericht  der  Fortschritte  der 
Agricultur-Chemie  des  Jahres  1859/60  (Berlin  18G0)  erschienen.  Unter  15  Boden- 
analysen  finden  sich  zwei  von  Boden  des  fiirstlich  Schwarzenberg'schen  Besitzes. 
Dis  eino  Analyse  gibt  die  Zusammensetzung  eines  Witingauer,  die  andcre  die  eines 
Postelberger  Culturbodens.  Erstere  lautet: 

Mcchanisclie  Analyse: 

Steinchon,  Grob-  und  Feinsand 78 

Schliimmerde 22 


100 


Chcmischc  Zusammensetzung : 

Chemisch  gcbundenes  Wasser  u.  org.  Stoffe 2,f).'50() 

Kieselsauro 89-0731 

Kohlensiiure Spur  kohlens. 

Schwcfclsaure 0-0036 

Phosphorsiiure 0-1001 

Eisenoxyd [0-9189 

Sesquioxyde  ...   J 

Thonerde (2-7366 

Kalkerde Kalk  tiberhaupt   ....  0-0774 

An  Monoxyden  (Talkerde,  Natron,  Kali)  zusammen  .    .    .  4-0464 

99-686! 


Kalks 


3-6556 


21 

Hoffmann  legte  aber  gerade  wie  seine  Zeitgeuossen,  den  Bodenanalysen 
geringen  Werth  bei  und  weil  jeder  Chemiker  nach  einer  anderen  Methode  arbeitete, 
so  waron  die  gefundenon  Werthe  untereinander  nicht  vergleich     . 

Knop's  Verdienst  bestand  vorztiglich  darin,  eine  Methode  geschaffen  zu 
flaben,  nach  welcher  Analyscn  der  verschiedensten  Chemiker  zum  erstenmale  untcr- 
einauder  vergleichbar  wurden,  obwohl  or  zu  wenig  Rttcksicht  auf  die  oft  in  ge- 
fingster  Menge  im  Boden  enthaltonen  kostbarsten  Niihrstoffe  der  Pflanzen,  wie 
Kali,  Phosphorsaure  und  Stickstoff  nahra. 

Friiher  untersu  elite  man  die  ganze  von  Steinen  und  groberom  Sande  befreite 
*rae,  mdem  man  sie  nach  dem  Trocknen  zu  einem  feinen  Pulver  zerrieb  und 
theses  analysirte.  Jotzt  verwendet  man  nur  die  Feincrde  zur  Untorsuchung.  Nach 
unseren  22  Analysen  der  Wittingauer  Tertiiirboden  hat  der  von  Hoffmann  unter- 
s«chte  Boden  die  grtisste  Aehnlichkcit  mit  dem  Boden  von  Berghof  (u.  sw.  Jiljl), 
Wenn  die  auf  Fcinerde  bezogene  und  mit  Feinerde  durchgefiihrte  Analyse  auf  100 
'jewichtstheile  roher  Erde  umgerechnet  wird. 

I>ie  Analyse  ergab  in  100  Gewichtstheilen  lufttrockener  Roherdc 

Ilanamann :                Hoffmann : 
Gluliverlust 3-95 2-63 


In  100  Gewichtstheilen  geglllhten  Bodens: 

Kieselerde 91-22 91-97 

Basen  (Oxyde) 8-69 7-95 

Kalkerdekarbonat  ....    0'09 0-08 


100-00 


H)l)-(X) 


Hoffmann  fand  ebenso  geringe  Kalkmengen  in  der  untersuchten  Wittingauer 
*rde  als  wie  wir  gefunden  haben.  Zur  weiteren  Bestiitigung  des  oben  mitgetheilten 
m°gen  die  Resultate  der  analytischen  Untorsuchung  einiger  Wittingauer  Erden  und 
z^ar  des  Ober-  wie  Untergrundes  folgcn,  nachdem  vorher  die  mit  grosster  Sorgfalt 
"estimmten  Ibslichcn  Kalk-  und  Magnesiamengen,  welche  in  hundert  Gewiclitsthcilen 
^  wasserfreien  Ackerkrume  enthalten  waren,  geordnet  nach  zunehmenden  Kalk- 
S°halt  hier  angefiihrt  worden  sind: 

Kohlensaurer  Kalk :        Magnesia : 

1.  Dworcc 0-05 Spur 

2.  Muhlhof 0-00 — 

3.  Wall 0-06 — 

4.  Berghof 0'07 — 

5.  Wranin 0-07 — 

6.  Muhlhof 0'08 — 

7.  Lhota 0-08 Spur 

8.  Dworec 0-08 — 

9.  Muhlhof 0-09 Spur 

10.  Dworec 0-09 — 

1 1 .  Dworec 0-09 — 


22 


Kohlensaurer  Kalk :        Magnesia : 

12.  Dehetnik 0-09 — 

13.  Miihlhof 009 — 

14.  Berghof 0-1.0 Spur 

15.  Schaloun 0-12 — 

16.  Berghof 0-12 — 

17.  Schaloun 0-12 — 

18.  Dworec 0-13 — 

19.  Dworec 0'13 Spur 

20.  Schwainberg    ....  014 002 

21.  Neuhof 0-20 — 

22.  Berghof 0-23 (Spin-) 


Bekanntlich  zcigt  die  Braunkohlenformation  in  Bohmen  koine  so  grosse 
Mannigfaltigkeit  in  ihrer  Gliederung  wio  in  andoren  Liindern.  Die  ausgcdehnten  Ab- 
lagernngcn  der  marinen  Schichten  fehlen  beinahe  ganz  und  wio  alle  Siisswasser- 
formationen  fiillen  die  bohmischen  Tertiarablagerungen  nur  isolirtc  Becken  aus- 
Das  an  Braunkohlen  reiche  Becken  folgt  dem  siidlichen  Fusse  des  Erzgcbirges, 
zwei  andere  Becken  dehnen  sich  in  der  Umgebnng  von  Frauenberg  und  Wittingau 
aus  und  sind  wohl  aus  einem  zusammenhangenden  Binnensce  abgesetzt  wordcn, 
dessen  weite  Ausdehnung  cinzelne  nordlich  und  stidlich  vorkomroende  Abl:i,gerungen 
darthun.  Die  beinahe  horizontal  gclagerten  Schichten  ruhen  unmittelbar  auf  krystal- 
linischen  Gesteinen  Gneis  und  Granit,  die  auch  stellenweise  ohne  bedeutende  Ele- 
vation mitten  in  der  Ebcnc  hervorbrechen.  Dem  Wittingauer  Braunkohlenbecken 
fehlen  die  Kohlen,  woiterbin  die  Basalte,  welche  im  nordwestlichen  Bohmen  die 
Entstehung  kalk-  und  magncsiahaltiger  Schichten  ermoglichcn.  Der  Boden  ist  un- 
glaublich  arm  an  Kalk  und  Magnesia,  so  wohl  nahe  an  der  Obornacho  wie  in  del 
Tiefe.  Deshalb  fehlt  den  Teichrandern  seltsamer  Weise  das  gcmcine  Eohrschilf 
Diese  im  kalkhaltigen  Thonschlanim  ftppig  wuchornde  Pflanze  lasst  sich  um  Witting''-11 
nicht  in  einem  Exemplare  in  den  ungeheuren  Teichen  blicken,  erscheint  aher  sofoi't 
in  einigen  entfernten  Wasserbassins,  welche  mergcligen  Untcrgrund  besitzen,  unter 
gleichen  klimatischen  Verhaltnissen. 

Der  kalkarme  Boden  spiegelt  sich  ferner  in  einigen  Ginstcrarten,  dann  in 
mehreren  andcren  Pflanzen,  wie  in  Glycerias  spectahilis  und  Typha  angustifolia  ah. 
Zwischen  den  Teichen  breiten  sich  die  Elilcheu,  welche  dor  Landwirthschaft  zugc- 
wiesen  sind  aus,  deren  Betrieb  durch  die  gemischte  Bewirthschaftung  von  Waldj 
Wiesc  und  Teich  cine  erhebliche  Unterstiltzung  erhalt. 

Das  Ackerland  besitzt  fast  durchwegs  schwer  durchlassendcn  Untorgrund, 
in  der  Ackerkrume  aber  herrscht  die  grosste  Mannigfaltigkeit,  Lehmboden  wechselt 
mit  Thon-  und  Sandboden  oft  aut  einer  und  dcrselben  Meierei  in  iiberraschendei' 
Weise,  so  dass  es  nothwendig  war,  um  ein  richtiges  Bild  der  Zusammensetzung 
dicscr  Boden  zu  erhalten,  eine  grossere  Anzahl  Ackererden,  welche  den  verschie- 
densten  herrschaftlichen  Meierhofcn  angehoren,  zu  untersuchen,  selbstverstiindlich 
mit  der  Vorsicht,    dass  das  Untersuchungsmatcrial  mehreren  Punkten   eines  FeldeS 


23 

entnommen,  innig  gemengt  und  eine  verjtingte,  die  durchschnittliche  Zusammensetzung 
cl«s  Peldes  angebende  Erdprobe  erhalten  wurde,  so  dass  die  die  Bodenmischungen 
enthaltenden  Erdproben  die  Zusammensetzung  der  grossten  und  wichtigsten  Feld- 
flachen  reprasentiren.  Es  wurden  nicht  nur  Erdproben  des  Obergrundes,  sondern 
auch  des  Untergrundes  untersucbt,  weil  die  Zusammensetzung  und  das  Gefiige  des 
Bodens  in  weit  grosserer  Tiefe  auf  die  Vegetation  von  Einfluss  sind,  als  man  in 
frtiherer  Zeit  geahnt  hat. 

Bis  zum  Jahre  1850  war  der  Betriebseinrichtung  einer  Mehrzahl  von  Meier- 
hofen  eine  verbesserte  Dreifelderwirthschaft  zu  Grunde  gelegt.  Spiiter  erhielt  der 
Futterbau  am  Felde  durch  die  Aufnahme  von  Bothklee  mit  italieniscben  Raygras 
Und  Thymoteusgras  in  die  Rotation  eine  wesentliche  Erweiterung,  gegenwartig  aber 
wird  sogar  der  Riibenbau  betrieben  und  an  einer  grossen  Mannigfaltigkeit  in  der 
Vegetabilischen  Produktion  boi  sorgfilltiger  Viehzucht  festgehalten. 

Am  sichersten  gedeihen  in  den  siidbohmischen  tertiiiren  Ablagerungen  Korn 
u^d  Hafer.  Nicht  alle  Feldlagen  sind  fur  den  Weizen  und  Gerstenanbau  geeignet. 
A«f  den  besseren  Aeckern  kann  selbst  ein  befriedigender  Rapsertrag  erzielt  werden. 
^agegen  gaben  die  Hulsenfriichtc  nur  mittelmiissige  Ernten,  der  Rothklee  war  in 
dieser  Bodenformation  eine  sehr  unsichere  Futtcrpflanze  in  Folge  der  Kalkarmuth 
des  Bodens.  Unter  den  Hackfruchten  kommt  am  besten  die  Kartoffel  fort.  Die 
Jtobe  findet  nur  theilweise  die  nothige  Tiefgriindigkeit.  Sehr  storend  erweist  sich 
°e_i  ihrer  Cultur  das  geringe  Austrocknungsvermogen  des  Bodens  nach  erfolgten 
Niederschliigen,  die  in  dieser  Gegend  hiiufig  eintreten  und  die  damit  verknupfte 
starke  Krustenbildung,  welchem  Ubelstande  durch  fortgesetzte  Drainage  entgegen 
gearbeitet  wird.  Das  intensivste  Wirthschaftsverfahren  vcrfolgt  die  Meierei  Berghof, 
a,1f  Welcber  sehr  sandiger  und  thoniger  Boden  regellos  wechselt,  doch  ist  sie  durch 
']le  daselbst  am  weitesten  fortgeschrittene  Drainage  und  mechanische  Bewiiltigung 
jlos  Bodens,  welche  seit  einigen  Jahren  audi  durch  den  Dampfpflug  bewirkt  wird, 
)e  ahigt,  hoberc  Ertriige  abzuwerfen. 

tlber  die  Bodenbeschaffenheit  geben  die  Bodenanalysen  vollkommenen  Auf- 
schlUSS)  iernen  ung  den  Reichthum  oder  die  Armuth  an  aufgeschlossenen,  wie  abso- 
liteu  Mengen  wichtiger  Pflauzennahrstoffe,  den  Vcrwitterungzustand  des  Bodens 
'111(1  seine  Zusammensetzung  in  verschiedenen  Tiefen  kennen.  Im  Yerein  mit  der 
Keautniss  der  Aschenzusammensetzung  der  auf  den  untersuchten  Boden  gewon- 
*?.0u°n  Culturpfianzen  erhalten  wir  selbst  fiber  den  momentanen  Mangel  oder 
l'1)crschuss  verschiedener  Boden  an  Pflanzenniihrstoffen  wichtige  Aufschliisse  und 
Kenntniss   iiber  den  Bedarf  derselben  an  verschiedenen  Beidiingern. 


Stickstoffgehalte  verschiedener  Ackererden. 

In  1000  (low.  der  lufttrockenon  Feinerde  waren  enthalten  Stickstoft. 

Im  Obergnmde      Im  Untcrgrando 
0—25  cm.  Tiof'e  25—50  cm. 

Im  Schelchowitzer  Teichboden  von  Lobositz   .  3'87 3-02 

„    Moorboden  von  Wittingau    ...    •   •    •    •  ;i-14 — 

,,    Malnitzer  Teichboden  von  Postelberg    .   •  2-85 2-60 


24 


Wittingau : 


Im  Obergrunde      Im  irnf.ergrunde 


0—25  cm.  Tiefe 

Berghof  u  Jilji  k  dvoru 1-63 

„       velka  lejkovnice L'68 

Dvorec  bci  d.  Budw.  Strasse         1-10 

Miihlhof  pulkrabsky 1-41  J 

Neuhof  na  vrSku 1-74  j 


Netolitz : 

M.  Peterhof  Schwambergfelder 1-51 

Schwarzcnberg  Sadafelder 1*85 

Zitna  spaleny  Griinde      1*18 

Kramerhof  pejsarka     1*68 

Neuhof  Bergfeld 1-52 

Zittolieb : 

Meierei  Zittolieb  Boden  v.  Dolik 2-4G 

Hinter  dem  Schiittbodcn 1*90 

Unter  dem  Fasangarten 2-24 

Ober  der  Kirche 2-24 

Gogen  Laun  (Strasse) 1/74 

Meierei  Brdloch  fiber'm  Waldchen 1*85 

„  „  „        Garten 1*69 

Rotschov-Flur,  Tabulka \    .    .    .  1-GO 

Meierei  Divitz-Grossstiick 1-40 


Lobositz ; 

Grossstuck 1-74 

Galgenfeld     1-70  |  .o 

Aujezd 1-93  I  L^ 

Kottomif 1-65 


25—80  cm. 

.  0-46 
.  0-56 
.  0-28 
.  0-45  | 
.  0-50  j 


.  0-45  ^ 

. 

.  0-33 

.  056 

1 — 1 

.  0-22 

• 

.  0-39 

■ 

0-82 
089 
0-70 

052 


era 

CO 


.  089] 

.  1-06 

.  061 

.  0.89 

o 

.  033 

,~, 

.  072 

.  0-95 

.  0-40 

CO 

1  - 


CO 


Krumau : 

Krenau,  Kapellenhof 1-63 

„        Kogler-Quirten 1-57 

Favoriten  Kladner  Quirten 1*23 

Untcres  Stadtholzfcld 1-63 

Neuhof  Rundfeld 1-53 


. 

.  0'67  ) 

. 

.  0-78 

.  0-70 

1— 1 

.  0-80 

• 

.  088 

CD 
O 


Bei  Berghof  werden  die  Aecker  gegenwartig  reichlich  gekalkt  und  jiihrlich 
ansehnliche  Mengen  Superphosphate  angesohafft  und  neben  Schilf,  Torfstreu  und 
Stalldiinger  verwendet.  Die  Fiicalien  der  Stadt  Wittingau  kommen  siiinmtlich  del" 
furstUchen,  etwas  tiefer  als  die  Stadt  liegenden  Uberrieselungswicsc  zu  Gute,  W° 
sie  sich  zweckmlssig  vertheilen,  so  wic  die  zahlreichen  Meliorationen  die  Besserung 


25 


der  Futterverhaltnisae  der   Herrschaft  bezwecken   und   dor  bedeutungsvollen  Ent- 
wickelung  dor  Viehzucht  eine  gesicherte  Grundlage  gewahren. 

Die  folgenden  physikalisch-chemischcn  Analysen  von  fiinf,  den  grossten 
Ackerflachen  angehiircnden  Boden  des  herrschaftliehen  Besitzes  zoigen  in  physika- 
lischer  Bcziohung'f  die  groaae  Mannigfaltigkeit  dor  Ackerkruraen  selbst  in  einer 
Sektion.  Ea  wechaelt  das  Bodenskelet  von  13  bis  39°/0.  Dor  Gehalt  der  Feinerde 
von  87— 61°/0.  Die  Menge  der  tbonigen  Substanz  in  der  Feinerde  von  12—53%. 
^ie  Hauptmaaae  des  Bodenskelctes  bestcht  aus  eisenschiissigem  Quarzsand  mit 
Glimmorresten  und  nnverwitterten  Gneis  und  Granit,  sowie  Hornblende-Fragmenten, 
lni  Korn  nach  unten  hin  grober,  nach  oben  feiner  werdend. 

Gelegentlich  der  Bildung  dieser  Ablagerungen  wurden  die  leicht  loslichen 
Kalk-  und  Talkverbindungen,  theilweise  selbst  Phosphate  aus  den,  an  diesen  Stoffen 
olmehin  iirmeren  Mineralien  der  primaren  Formation  ausgewaschen  und  die  Vcr- 
yitterungsprodnktc  durch  die  Gewalt  des  fliessenden  Wassers  mannigfach  vertheilt, 
•1°  nach  ihrer  spezifischen  Schwere,  bald  in  grosscren  oder  geringeren  Entfcrnungen 
v°n  ihrem  Stammgebirge  abgclagert.  So  entstand  bier  mehr  Thon,  dort  Sandboden. 

So  verschieden  die  untersuchten  Boden  physikalisch  znsammengesetzt  sind, 
das  eine  habcn  sie  mit  einander  gcmein,  dass  in  ihnen  einzelne  chemische  Bestand- 
thoile,  wie  Gyps,  kohlensaure  Magnesia  nur  spurenweise,  Kalkkarbonat  in  sehr  ge- 
ringen  Mangcn  von  DO — 0-2%  des  Feinbodens  vorkommen,  wiihrend  die  in  zeoli- 
tnischen  Verbindungen  enthaltenen  Kaligehalte  nur  von  0-10— 0-22%,  die  Phos- 
I'hoi'siiuremengen  von  0*038— 0-128%  des  Feinbodens  differiren,  dagegen  sind  diese 
Widen  iiberhaupt  sehr  quarz-  und  kalireich,  wenn  audi  dieses  wichtige  Alkali  in 
Scnwcr  loslichen  Verbindungen  zugegen  iat. 

Manche  Ackerboden  sind,  wie  die  „bejkovnice"  bereits  vortrefflich  aufge- 
Sehlosscn,  geben  eine  Absorptionszahl  von  82,  die  grosste,  welche  in  diesen  Boden 
<fer  Domaine  iiberhaupt  gefunden  wurde,  bci  cinem  loslichen  Silikatbasenbestande 
von  12'3%  des  Feinbodens. 

Die  physikalischen  Analysen,  namentlich  die  Bereitung  und  Bestimmung 
v°n  Skelet,  Feinerde,  Quarz,  Humus  und  Thon  sind  von  dem  friiheren  Assistenten, 
Jotzt  Adjuncten  Ilr.  L.  Kou¥imslcy  durchgefiihrt  worden,  dessen  fleissiger  Untcr- 
Btfttzung  der  Verfassor  an  dieser  Stelle  dankbar  gedenkt. 


26 


Cheraische  Zusammensetzung. 


Meier  el  Berghof 


Jilji  kc  dvoni 


Unlwrnnil 


VclkA  bejkovnloe 

Olimmind  I!iiI«tiiii(I 


In  100  Gew. 

Skelet     .  .  .  . 
Feinerde  .   .   .   . 


Rohbodens  sind  enthalten: 


In   100  Gew. 

Sandiger  Theil   . 
Thonige  Substanz 


Feinerde  sind  enthalten: 


In  100  Gew.  Feinerde  sind: 


Hygroskopiscbes  Wasser  ... 
Humus  und  gebundenes  Wasser 

Gliihverlust 

Stickstoff  (Gesammtstickstoff)  . 


In  100  Kilo  Feinboden  sind  Grammes: 

Zuganglicb.es  Kali1) 

Gebundenes  Kali 8) ' 

Schwerl8slicb.es  Kali 3) 

Gesammtkali 

Natron  (in  Clli.  ISslich) 


Zugangliche 


\j\  Phosphors 


satire 


Gebuudene 
Gesammtphosphorsaure     .    . 
Aufgeschlossene  Silikatbasen 


In  Proc.  des  Humus  u. 

Gyps 

Kalkkai'bonat 

Bittererdekarbonat    .   . 
Phosphorsaure    .... 

Kali 

Natron 

Bitter  orde 

Kalk 

Eisenoxyd  

Thonerde     

Kieselsaure  etc.     .   .   . 

Quarz 

Absorption 


wasserfr.  Feinbodens: 


29-3 
70-7 


40-0 
60-0 


76-0 

24-0 


01.6 

;$8-4 


13-1 

86-9 


46-5 

53-5 


0-96 
4-64 


560 
0-163 


5-72 
0-046 


')  u.  *)  loslich  in  10%  kalter  Salzsiiure. 

a)  u.  »)  loalich  in  dicscr  Saure  in  der  Siedhitze. 

3)  nach  Behandlung  mit  Flusssfture  in  Salzsanre  ldslich. 


2(> 

82 

1710 


1818 
89 
20 
44 


64 

3870 


Spur 
045 

Spur 
006 


1-82 


(>45 
0-48 
0'49 

10-63 

16-01 
69-91 


19 
170 

1780 


1969 

46 

8 

100 


108 
3950 


o-u 


1-97 


0-50 
0-68 
0-32 

13-46 

82-97 


47 


2-67 
7-68 


10-35 
0-168 


45 

175 

1540 


1760 
74 
19 
56 


(0 

12270 


001 

0-26 

Spur 

0-07 


•76 


0-62 
0-58 
0-33 

19-11 

23-35 
53-91 


82 


8-9 
91-1 


56-4 
43-6 


9-82 
0056 


33 

291 
1600 


1924 

232 

120/ 


128 
1080 


0- 1 2 


I  -92 


0-74 
1-26 
0-27 

1845 
■77-24 


27 


Avis  dcm  Vergleich  der  loslichen  Kalimengen  des  Obergrundes  gegeniiber 
dem  Untergrunde  ergibt  sich  unter  der  Voraussetzung,  dass  der  Kaligehalt  in  bciden 
Bodenschichten  einst  gleich  gross  war,  eine  geringe  Kaliabnabme  in  der  vom  Pfluge 
durchwiiblten  Ackerkrumc,  doch  nocb  weit  bcmerklicher  wird  sie  bei  dem  Ver- 
gleich der  Phosphorsiiuregehalte  beider  Bodensclncbten. 

Die  Menge  diescr  werthvollen  Substanz  wechselt  in  den  untersnchten  Boden 
ausserordentlich,  geht  aber  nur  selten  liber  7io7o  des  Kohbodengcwichtes  hinaus, 
dje  Produktionsfiihigkeit  der  einzelnen  Bodenlagen  nnd  der  Jahrgiinge  ist  sehr  ver- 
Schieden.  So  betragt  der  Kornerertrag  bei  Weizen  und  Roggen  (Korn)  17—35  hi., 
°ei  Hafer  21-49  hi.,  bei  Zuckerriibe  110—200  MCtr.,  bei  Hiilsenfrlichten  von 
9— 17  hi.;  der  Strohertrag  ist  in  der  Begel  sehr  gut,  bcsonders  beini  Korn.  Der 
schwerere,  an  Eisenoxydul  reiche  Boden  der  Tertiarformation  crheischt  bei  seiner 
Bearbeitung  grosse  Vorsicht  und  das  Aufschliessen  des  Untergrundes  kann  da  nur 
Recessive  mit  Untergrundwuhlern  geschehen.  Diese  Liindereien  umfassen  die  kalk- 
iii'mston  Bodentypen  des  ganzen  herrschaftlichen  Besitzes,  weshalb  auch  die  Hiilsen- 
ft'Uchte  nur  mittelmassige  Ernten  gcben,  der  Bothldee  aber  eine  sehr  unsichere 
^'utterpflanze  war.  Noch  einmal  so  reich  an  Kalk  sind  Primarbdden ;  doch  immer- 
llin-  noch  tiberaus  arm  an  diesem  Begleiter  jedes  fruchtbaren  Bodens  gegeniiber  den 
Bfiden  der  Diluvialformation  und  des  Basaltes.  Aber  selbst  fur  das  Gedeihen  und 
,lio  qualitative  Beschaffenheit  der  Getreidearten  ist  es  sehr  denkwiirdig,  dass  sich 
eine  grossere  Mischung  von  kohlensaurem  Kalk  im  Allgemeinen  sehr  giinstig  zeigt, 
'isbesondere  auch  fiir  den  Weizen  und  die  Gerste.  Vergleicht  man  den  Ertrag  der 
kalkarmen  Urgebirgsbfiden  mit  jenen  der  Kalkgebiete,  so  findet  man  bei  gleicher 
°der  iilmlicher  Lage,  Dtingung,  Klima  eincn  nahmhaften  Unterschied  unter  densel- 
ben  und  noch  augenfitlliger  tritt  dieser  Uuterschied  in  der  Vegetation  da  hervor,  wo 
kalkarme  Gesteine  mit  kalkreichen  wechseln. 

Von  den  Cheynover  Kalksteinen  *)  enthalten  nach  den  vorgenommenen 
Analysen  die  Pacova  und  Kladrubska  Hora,  krystallinische  Ablagerungen  im  Urge- 
bil'go,  einen  durchschnittlichen  Gchalt  an  kohlensaurem  Kalk  von  55—68%,  einen 
Gel»alt  an  Bittererdekarbonat  von  28— 48°/0,  sind  somit  dolomitischer  Natur, 
wiilu-end  der  in  unausgiebigen  zerstreuten  Lagern  auftretende  Freilesser  Stein  60% 
Kalk  und  25%  Kalkkarbonat,  der  Pozderazes  54—60%  Kalk  und  32—42%  Kalk- 
^arbonat  und  der  Letztere  abweichend  von  den  anderen  Kalksteinen  sehr  wenig  Magne- 
siakarbonat  1—4%,  dagegen  in  griisserer  Menge  kieselsaure  Magnesia  enthalt.  Bei 
dei"  Kladrubska  Hora  kommen  durchschnittlich  auf  zwei  Aequivalente  kohlensauren 
Kalkes  1  Aequival.  koklensaure  Magnesia,  aber  nur  in  tieferen  Lagen,  wahrend 
die  oberen  Schichten  des  Feldes  aus  reinen  Kalksteinen  bestehen.  Diese  herrhchen 
Kalklager  bei  dor  friiher  geschilderten  Bodenbeschaffenheit  des  siidbohmischen 
Territoriums  nicht  umfangreich  ausbauen  und  industriell  verwerthen,  hiesse  an  den 
wfcl'tigsten  Mitteln  zur  Verbesserung  der  landwirthschaftlichen  Existenz  des  Land- 
^irthes  lebenslang  voriibergehen,  ohne  einen  vergrabenen  Schatz  zu  heben,  mit  dcm 
m&a  die  Bediirfnisse  der  Landwirthschaft  leicht  befriedigen,  den  Boden  wesentlich 
Vcrbessern,  die  Ertriige  nahmhaft  steigern  konnte. 


*)  An  Phosphors&ure  sind  diese  Kalkatelne  whr  arm. 


28 


Bei  entsprechender  Pflego  kommen  zwar  Culturpnanzen  audi  noeli  auf 
Boden  fort,  wo  ihr  spontanea  Auftreten  unbedingt  ausgeschlossen  ist,  aber  diese 
kiinstliche  Ziichtung  tangirt  erapfindlich  die  rentenwirthschaftliche  Frage.  Will  man 
einen  rationellen  Fruchtfolge-Entwurf  verfassen,  uberhaupt  cine  entsprechende 
Wirthschaftsorganisation  durcbftthren,  so  muss  man  neben  don  klimatischen  Ver* 
haltnissen  die  Natur  des  Bodens  kennen.  Aus  dor  Erkenntniss  des  Bodens  orgeben 
sich  die  billigsten  und  wirksamsten  Mittel  zur  Verbesserung  und  Abliilfe  von  selbst. 
Der  Kalk  wirkt  in  den  betrachteten  Boden  verbessernd,  indem  er  die  physikalische 
Beschaffenheit  des  Bodens  gunstig  abiindcrt,  den  schwerloslichen  Nahrstofibestand 
derselben  ergiinzt,  das  hcisst  dtingt.  Zumal  in  feuchtcn  Jahren  leiden  die  schweren 
Thonboden  an  grosser  Niisse.  Ein  Ubermass  von  Feuchtigkeit  ist  aber  durclnve^s 
nicbt  vortheilhaft  fur  die  Vegetation,  denn  die  Wurzeln  der  Pflanzen  sind  unter 
solchen  Umstanden  im  Boden  nicht  nur  leicht  Faulnissprocessen  ausgesetzt,  sondern 
cs  ist  auch  der  ganze  Chemismus  in  der  Ackererde  gohemmt.  Bringt  man  Kalk 
oder  Mergel  auf  einen  schweren  Thonboden,  der  auch  nicht  arm  an  Humus  ist,  so 
wird  die  Zersetzung  der  organischen  Massen  wesentlich  gesteigert  und  jeder  saure 
Humus  neutralisirt  und  die  so  wiehtige  Salpoterbildung  im  Boden  eingeleitet.  Gleich- 
zeitig  wird  reichlich  Kohlensaure  gebildet,  welclie  wieder  forderlich  auf  das  Manzen- 
wachsthum  wirkt,  wcil  sie  die  Zersetzung  mancher  Silikate  beschleunigt  und  somit 
dazu  beitragt,  das  umlaufende  Nahrstofikapital  im  Boden  zu  erhohen.  Eine  hohe 
hygroskopische  Feuchtigkeit  deutet  gewolmlich  auf  einen  grosseren  Humusgehalt 
des  Bodens.  Der  Humus  macht  den  Thonboden  lockerer,  den  Sandboden  bindiger, 
beeinflusst  daher  gunstig  die  warmehaltende  Fahigkeit  cinos  Bodens,  was  fur  das 
Gedeihen  der  Vegetation  von  nicht  geringem  Einfluss  ist.  Unter  den  untersuchten 
siidbohmischen  Boden  haben  wir  ferner  quarzreiche,  im  Allgemeinen  aber  auch 
kalireiche  Boden  vor  uns  in  verschiedonen  Zustanden  der  Verwittorung.  Die  ana- 
lytisch  festgestellte  Armuth  des  Neogenbodens  an  Magnesia,  an  Kalk  und  Phos- 
phorsdure  rechtfertigt  daher  die  besondere  Empfehlung  dieser  drei  Dungmittel, 
welche  neben  Stalldunger,  als  die  lohnendsten  Dungstoffe  dieser  Ackererden  ausge- 
breitete  Verwendung  verdienen. 

Ausserdem  werden  gegenwlirtig  noch  von  der  mitten  in  dem  ausgedehnton 
herrschaftiichen  Territorium  liegenden  furstlich.  Schwarzenberg'schen  Zuckerfabrik 
Budweis  wiihrend  der  Campagne  allein  tiiglich  100  Zentner  etwas  Stickstoff,  Phos- 
phorsaure  und  kalihaltiger,  vorziiglicli  feinzertheilter  Saturationskalkschlamm,  durch 
100  und  30  Tage  hindurch  kalkbedurftigen  Nachbarbesitzungen  zugefuhrt,  was 
jahrlich  einem  Quantum  von  13000  MCtr  entspricht.  Grosse  Quantitiiten  Kalk 
liefern  die  Kalkofen  von  Cheynov  an  dolomitischem  Uricalkstein  und  es  ist  durch 
fortgesetzte  forcirte  Kalkung  des  dieses  Mineralkorpcrs  bediirftigsten  Bodens  ein 
sehr  giimtiger  Erfolg  erzielt  worden,  wie  weitor  unten  ziffermiissig  angegeben 
werden  soil. 

Der  Kalk  ist  der  machtigo  Zauberor,  der  Wecker  einer  iippigen  Vcg(^ta,tioH 
des  Kloeos  und  der  Lcguminosen  iiberhaupt  und  so  der  Schopfer  cines  hohen 
Ertrages  geworden  und  fiihrt  gleichzeitig  neben  Drainage  und  Tiefackcrung  zu  be- 
deutenden  Erfolgen. 


29 


Mitder  allgemeinea  Verweadung  des  Kalkes  wird  die  Morgenrothe  einer  scho- 
neren  Zeit  fiir  die  Landwirthschaft  des  siidbohmischen  Landergebietes  herangeferochen 
s°in.  Ausserdem  konnte  man  die  mangelhafte  Beschaffenheit  verschiedener  Boden 
wohl  durch  Zufuhr  der  ihnen  fehlcnden  thonigen  oder  sandigen  Erdbestandtheilo. 
verbessorn,  aber  abgesehen  davon,  dass  man  die  zur  Verbesserung  nothige  Erdart 
selteu  in  der  Nahe  findet,  ist  es  keine  leichte  und  mit  billigen  Kosten  durcbiuhr- 
baro  Unternehmung,  einem  Boden  soviel  Sand  oder  Thon  beizumengen  und  dieso 
nilt  der  zu  verbessernden  Erde  so  zu  vermischen,  um  nur  einigermassen  den  feh- 
lenden  Bestandtbeil  zu  ersetzen,  wie  cs  die  Natur  auf  leichte  Weise  durch  die 
Vei'mittelnde  TMtigkeit  gewaltiger  Fluthen  erzielte  uud  taglich  vollfuhrt. 

Die  Rektification  ungiinstiger  physikalischer  Verhaltnisse  ist  nur  dann  in 
Einklang  zu  bringen  mit  den  wirthschaftlichen  Bedingungen  der  Produktion,  wonn 
fie  zur  Verbesserung  der  Ackerkrurne  taugliche  Erdart  unmittelbar  untor  diesor 
1X&  Untergrunde  in  cincr  Tiefe,  welche  mit  dem  Pfluge  erreichbar  ist,  lagert.  Eino 
aHmahlige  Vertiefung  dor  Furche  und  Vermengung  mit  den  unterlagernden  Erd- 
schichten  kann  dann  im  Verlaufe  kurzer  Zeitriiume  eine  Verbesserung  des  Ober- 
Ri'undes  bewirken.  Selten  aber  sind  die  Verhaltnisse  so  giinstig,  dass  die  geeignete 
■Erganzung  aus  dem  Untergrunde  bewirkt  werden  kann  und  dann  besitzen  wir  im 
Mergel  und  KaTk  unschiitzbare  Mittel,  durch  welche  einer  fehlerhaften  Boden- 
Wischung  mit  einem  vcrhiiltnissmiissig  geringen  Aufwande  abgeholfen  werden  kann. 
^s  ist  bekannt,  dass  die  Zufuhr  an  Kalk  zu  den  Verwitterungsprodukten  verschie- 
dener  Gestcine  stets  auch  eine  giinstige  physikalische  Wirkung  in  dem  Verhalten 
des  Bodens  zur  Warme  und  zum  Wasser  hervorbringt,  bei  starkeren  Zufuhren 
Selbst  die  Coharenzverhaltnisse  des  Bodens  giinstig  beeinfmsst,  aber  auch  eine  che- 
toische  Wirkung  in  der  Aufschliessung  der  Silikate,  Phosphate,  sowie  der  humoscn 
J^standtheile  des  Bodens,  welche  die  Salpetersaure-  und  Kohlensiiurebildung  befordert, 
bewirkt.  Der  Cheynover  Kalkstein  wirkt  auch  noch  durch  den  Gehalt  an  Magnesia. 

Seit  der  Entwickelung  der  wichtigen  Absorptionsgesetze  aber  wissen  wir, 
dass  bei  Kalkmangel  im  Boden  auch  die  Auswaschung  und  Entfiihrung  des  so  wich- 
%n  Pflanzennahrstoffes  Kali  und  in  dessen  Gefolge  von  Humusstoffen  statt  linden 
tonne,  denn  das  Kali  wird,  wenn  es  sich  in  Losung  befindet,  aus  der  Ackererde 
nur  dann  absorbirt,  wenn  die  zur  ZoolitliBildung  erforderlichen  alkalischen  Erden 
na-mentlich  Kalk  vorhanden  sind.  Knop  hat  gezeigt,  dass  reiner  Kaolin  kein  Kali 
aus  der  Losung  absorbirt,  dass  er  dies  aber  vermag,  wenn  ihm  Kreidepulver  bei- 
gemengt  wird.  St&rkere  Kalkungen  verbessern  daher  physikalisch  auch  den  Boden 
*n  der  Art,  dass  sie  die  Absorptionsfahigkeit  desselben  bedeutend  steigern ;  chemisch, 
111  dem  sie  ihm  das  kostbare  Kali  besser  erhaltcn. 

Eine  der  grossten  Meiereien  der  im  Tertiiirboden  liegenden  Herrschatt 
^ittingau  ist  Dworec  mit  280  ha  Ackerland  und  250  ha  Wiesen-  und  Weideland 
Und  mit  vorwiegend  schwerem  Boden.  Den  am  wenigsten  fruchtbaren  Boden  zeigt 
jm  Allgemeinen  die  Meierei  Miihlhof  mit  130  ha  Ackerland  und  140  ha  Wicsenland. 
U°iner  Sandboden  wechselt  da  mit  Moorboden  und  strengem  Lehmboden,  nur  aus- 
nahmsweise  kommen  bessere  Bodenparthien  zum  Vorschein. 

Die  physikalisch-chemischc  Zusammensetzung  der  Boden  von  Dworec  gibt 


fob, 


°nde  Zusammcnstellim^ : 


30 


Chcmisclie  Zusammensetzung. 


u  Budw. 

silnice 


I'l'li! 


K  sosni 
pod 

strict. 


za 

ovuincm 

V. 

Okwnind 


In  100  Gew.  Rohbodens  sind  enthalten: 


Skelet . 
Feinerde 


In  100  Gew.  Feinerde  sind  enthalten: 


Sandiger  Theil   . 
Thonige  Substanz 


In  100  Gew.  Feinerde  sind: 


Ilygroskopiscbes  Wasser  .    .   . 
1 1 1 1 1 n  ii s  und  gebundenes  Wasser 

Ciluhverlust 

Gesammtstickstoff 


In  100  Kg.  sind  enthalten  Grammes: 

Zugiingliches  Kali 

Gebundenes  Kali 

Schwcr  loslicbes  Kali 

Gcsammtkali 

Natron  (in  Clh.  loslicli) 


%££?  |  »*»«•«. 


Gesammtphospborsaure     .   . 
Aufgeschlossene  Silikatbasen 


In  Proc.  des  Feinbodens: 


Gyps . 

Kalkkarbonat 

Bittererdekarbonat 

Phosphorsaure 

Kali 

Natron 

Bittererde 

Kalk 

Eisen,  Thoncrdc  u.  Manganoxyd 

Kieselsaure  etc 

Quarz 

Absorption 


16-41 
83-59 


65-50 
34*50 


1-35 

4-95 


6-30 
0-110 


61 

217 
1332 


1610 
40 

19 

75 


94 

7820 


0-15 
Spur 

0-09 
1-61 

0-48 

0-62 

0-75 

14-38 

25-97 
55-10 


66 


18-19 

81-81 


63-50 
36'50 


0-028 


29 
251 

1630 


1910 
47 

11 

57 


68 
7049 


Spur 
Spur 

006 
1-91 
0-50 
1-28 
0-10 
14-04 

81-19 


47-89 
52-1 1 


84.80 
15-20 


0-88 
4-69 


5-57 
0-141 


60 

574 


0-10 
Spur 
0-06 


0-52 

0-46 

13-76 

61-53 


50 


32-09 
67-91 


78-40 
21-60 


1-14 
5-21 


6-35 

0-045 


=  1 


575 


Spur 
0-14 
Spur 


0-35 

0-71 

14-14 

59-20 

"52 


31 


Es  charakterisiren  sich  die  Boden  der  Mcierei  Dworec,  wie  die  vorliegenden 
Zahlen  lehren,  zunachst  durch  einen  grossen  Gehalt  an  Feinerde.  Er  betragt  bei 
den  vier  untersuchten  Bodenproben  52,  68,  64  85°/0  im  Obergrund  imd  61,  82, 
90  und  91%  im  Untergrund.  30°/0  dieser  Feinerde  sind  streng  tbonige  Substanz. 
Eine  Aufackerung  des  Untergrundes  ist  bei  diesen  BSden  verwerflich,  dagegen  wird 
sich  die  Vollendung  der  Drainage  und  die  Verwendung  grosserer  Kalkmengen  von 
besonderen  Nutzen  erweisen. 

Die  starken  animalischen  Diingungen,  welche  der  Boden  empfangen  hat, 
iiussern  sich  in  dem  vorhaltnissmiissig  grosseren,  im  Mittel  2°/0  betragcnden  Humus- 
gehalt  des  Obergrundes.  Mit  den  Boden  des  friiher  betrachteten  Meierhofes  haben 
sie  die  Kalk-  und  Magnesiaarmut,  den  Kali-  und  Quarzreichthum  gemein.  Aber 
die  Boden  von  Dworec  sind  gleichartiger  verwittert  und  aufgeschlossener  als  die 
von  Berghof,  denn  es  entfallen  auf  einen  Theil  aufgeschlossener  Basen  folgende 
kesquioxydmcngen : 


Dworec : 

Berghof: 

Sesquioxyde     Absorption 

Sesquioxyde     Absorption 

Nro. 

1.   . 

.    .    .1:2-6.    .    .    .  50  .    . 

.    .1:4-0.    .    .    .  30 

Nro. 

3.   . 

.    .    .1:1-8.    .    .    .  66  .    . 

.    .1:2-0.    .    .    .66 

Nro. 

4.   . 

.    .    .1:1-6.    .    .    .  68  .    . 

.    .1:1-6.    .    .    .66 

Nro 

5 

.    .1:1-5.    .    .    .82 

Die  Phosphorsaure  variirt  zwischen  0-036— 0-094°/0  des  Feinbodens.  Der 
Obergrund  ist  reicher  an  ihr,  als  der  Untergrund.  Man  sieht,  class  durch  das  Herauf- 
holon  des  Untergrundes  weder  der  physikalische  noch  der  chemische  Bcstand  des 
Obergrundes  gebessert  eher  noch  verschlechtert  werden  kann,  dass  die  Mittel  zur 
^erbesserung  des  Bodens  von  Aussen  kommen  und  nacli  beiden  Eichtungen  tliatig 
sein  miissen.  Der  Landwirth  besitzt  zwar  Ackergeriithe,  wodurch  er  befahigt  ist,  die 
"ngimstigen  Folgen  der  Tiefackerung  zu  beseitigen,  ohne  auf  den  Vortheil  der  Tief- 
cultur  verzichten  zu  miissen,  sic  miissen  aber  mit  Kalk  und  Mergel  in  diesem  Falle 
Hand  in  Hand  gehen. 

Kalk  niitzt  aber  auf  Boden,  die  an  Niisse  leiden,  gar  nicht,  so  lange  nicht 
eine  Trockenlegung  des  Bodens  vorangegangen  ist,  dann  aber  wirkt  der  Mergel 
ganz  gewaltig,  namentlich  auf  Moorboden  und  Thonbbden.  Eine  Reihc  Aschen- 
analysen  haben  ubrigens  den  Verfasser  zu  der  Uberzeugung  gebracht,  dass  auch 
die  Pflanzc  selbst  —  wie  dies  schon  Hellriegel  aussprach  —  bonutzt  werden  kann, 
"W  die  relativen  Mengen  der  im  Boden  vorhandenen  Pflanzenniihrstoffe  festzustellen. 
^io  Untersuchung  ganzer  Pflanzen  kann  aber  zu  irrigen  Ergebnissen  fiihren.  In 
den  hoher  gelegenen  jiingeren  Pflanzentheilen  spricht  sich  die  Differenz  zwischen 
»arm«  lmd  „reich"  weniger  gut  aus.  Sie  iiussert  sich  aber  sehr  deutlich  in  den 
Wteren  und  tiefer  gelegenen  Pflanzentheilen,  besonders  im  Stroh  und  in  den  Wurzeln 
vieler  nicht  perenirenden  Pflanzen.  Selbstverstiindlich  werden  die  betreffenden  Pflanzen- 
theile  immer  nur  von  Pflanzen  genommen  werden  miissen,  welche  sich  in  dem 
g'eichen  Entwickelungsstadium  befmdon. 


32 

Zu  diesem  Endc  wurde  Korn-  und  Gerstenstroh  von  schweren,  mittleren 
und  leichten  Feldern  vcrschiedener  Meierhofe  der  Herrschaft  Wittingau  untersucht 
und  folgendcs  analytische  Ergebniss  erhalten: 


Chemische  Untersnchung 

von  Wittingauor  Kornstroh,  Gewilchs  doa  Jahroa  1879, 

Nro.     I.  Berghof  „za  kulovou  zahradou",  leichter  Boden. 
Nro.    II.  Wranln  „za  stodolou",  mittlercr  Bodcn, 
Nro.  III.  Muhlhof  „doubi"  schwerer  Bodcn. 


Wassergehalt  des  Kornstrohcs  in  %     ■    •    • 
Stickstoffgehalt  dcr  wasserfr.  Substanz  ,   .   . 

Proteinstoffe    °/0 

Reinasche  % 

In  100  Gew.  Rohasche  sincl  enthalten: 

Kohle  und  Sand 

Kioselsiiure 

Schwefelsaure      

Phosphorsaure 

Kohlensaure 

Chlor 

Kali 

Natron 

Kalk 

Magnesia 

Eisenoxyd 

Summa  . 
Fiir  Chlor-  Sauerstoff  ab 


Nro.  I. 


Nro.  II. 


Nro.  III. 


10-62 
0-56 
8*50 
2-83 

6-400 
44-125 
4-272 
3-013 
1-150 
0-805 
27-652 
1-777 
6-821 
3-987 
0-657 


100-659 
0-181 


100-478 


11-27 
0-56 
3-50 
3-43 

8-605 
47-450 
3-526 
3-105 
0-845 
Spur 
25-659 
0-795 
5-213 
3-935 
0-524 


99-657 


11-05 
0-55 
3-43 
4-27 

8-455 
58-400 
2-833 
2-832 
Spur 
Spur 
14-725 
4-717 
5-110 
2-252 
0-599 


99-923 


Aus  diesen  Strohasclienanalyscn  sowohl  als  auch  aus  den  folgenden  des  Wit* 
tingauer  Gerstenstrohes,  vcrglichcn  mit  den  iiberhaupt  vorliegenden  Aschonanalysen 
dieser  Pflanzcntheile,  gelit  klar  hervor,  dass  sich  dor  Kalk  in  beiden  Stroliarton 
unter  alien  iibrigen  mineralischen  Pflanzennahrstoff'cn  im  Minimum  befindet,  so  dass 
eine  Dflngung  mit  diesem  Stoffe  audi  eine  Vermehrung  desjenigen  assimilirbaren 
PnanzenniihrstofFes  bedeutet,  welcher  im  Bodcn  in  geringster  Menge  zugegen  ist. 


33 


Chemische  Untersuchung 

von  Wittingauer  Gerstenstroli,  Gewachs  das  J.  1879. 

Nro.     I.  Berghof  „u.  sv.  Jiljl  na  kratkych",  nach  Kartoffeln.  Leichter  Boden. 
Nro.    II.  Berghof  „u  sv.  Jiljl,  na  kratkych",  nach  Zuckerriibe.  Mittlcrer  Boden. 


Nro.  III.  Berghof  „cirkvicnl  k  spoli".  Schwerer 

Boden. 

Nro.  I. 

Nro.  II. 

Nro.  III. 

Wassergehalt  des  Gerstenstrohes  in  %     .... 
Stickstoffgchalt  in  d.  wasserfr.  Subst.  °/0      .    .    • 
Entsprechende  Proteinstofie  in  % ' 

Das  Gerstenstroli  ergab  an  Beinasche    ... 

10-65 
0-84 
5-25 
4-98 
4-52 

10-45 
0-84 
5-25 
6-34 
5-69 

12-62 
0-82 
5-12 
6-64 

5-88 

In  100  Gew.  Rohasche  waren  enthalten: 

9-315 

44-107 
4-740 
4-045 

Spur 
7-365 

22-042 
1-503 
2-530 
2-512 
2-952 

10-269 

48-476 
3-490 
2-822 

Spur 
7-424 

21.714 
2-260 
1-770 
1-512 
1.806 

11-051 

49-420 
4-014 
2-963 

Spur 
6-250 

20-160 
1-388 
2-760 
1-506 
1-818 

Chlor  .              

Kali                                     

Kallc    .   .                         

1-661 

1-675 

1410 

Suinrna  .    .    . 

99-450 

99-868 

99-920 

Nach  den  Kornstroh-Aschcnanalysen  f'ehlt  cs  aber  audi  den  drei  Boden  von 
Bei'ghof,  Miihlhof  und  Wranln  an  dor  so  unentbchrlichen  Phosphorsiiure,  die  dort 
audi  gegenwiirtig  rnit  Erfolg  zum  Dungen  beniitzt  wird. 

Wir  sehen  also,  dass  die  Rcsultate  der  Aschcnanalysen  des  Strobes*)  mit  den 
Ergebniasen  der  Bodenuntersuchungen  iibereinstimmen  und  dass  die  zur  Benlitzung 
empfohlenen  Diinger  audi  thatsiichlich  rontabel  wirken,  moge  noch  durch  folgende, 
Von  dor  fiirstlichen  Domaine- Administration  Wittingau  ausgewiesene  Ertragsstci- 
§ei'ungen  bei  Anwendung  des  Bolomit-Kalkes  von  Oheynov  erhiirtet  werden. 

Menge  der  Aschenhestandtheile  in  100  Gew.  der  Troclcensubstanz  bei  hoherem, 
mittleren  und  niedrigerem  Gehalte  des  Stops  an  Alkali  und  zwar   bei  Boggenstroh, 
Gerstenstroh  (nach  E.  Wolff). 
*)  Siehe  S.  34. 


34 


3  q 

a^ 

O 

"3 

o 

"3 

M 

3 

M 

'm 

oo 

e 

5b 

« 

3 

o 

a 

CO 

in 

w 

Hi 

Schwefel- 
saure 

r/j 

o 

E 

i  Reich.     .    . 

Winterrogen.  Stroh  J  Mittel    .  . 

1  Arm   .   .   . 

44-1 
47-9 
52-6 

10-01 
9-22 
8-31 

0-88 
1-03 
1-21 

4-14 
4-11 
4-09 

1-18 
1-30 
1-46 

0-39 
0-50 
0-63 

2-31 
2-46 
2-66 

1-31 
1-30 
1-29 

22-76 
27-01 
32-08 

1-30 
1-20 
1-09 

Wittingauer  (  Schwerer  Boden 
R.oggenstroh  (  Mittlcrer  Boden  . 
(Kornstoli)    {  Leichter  Boden  . 

42-7 
34-3 
28-3 

7-89 
9-76 
8-4G 

2'20 
0-30 
036 

2  38 
1-98 
2-08 

1-05 
1-50 
1-22 

0-28 
0-20 
0-20 

1-32 
1-18 
0-92 

1-32 
1-34 
1-31 

20-26 
18-04 
13-49 

0-24 

Mittel:  .   .    . 

.'!5-l 

8-70 

0-99 

2-15 

1-26 

0-23 

1-14 

1-32 

19-26 

0-21 

Gerstc.  Stroh     Mittel 

{  Arm      .... 

47-6 
48-0 
49-4 

18-76 

10-97 
6-86 

2-01 
1-97 
1-9G 

3-53 
3-73 
4-08 

1-17 
1-25 
1-37 

0-00 
0.33 
0-62 

1-97 
2-15 

2-44 

2-15 

1-78 
1-30 

22-12 
24-97 
29-56 

0-94 

109 
f20 

Wittingauer  (  ^!'™  ^'J™  . 

Gerstenstroh     Mlttlerer  B°den  . 
uerstenstroh  ^  Leichter  Boden  _ 

58'8 
56-9 
45-2 

13-13 

13-54 
10-85 

0*90 
1-41 

0-74 

1-80 
1-10 
1-25 

0-98 
0-94 
1-24 

1-18 
1-13 
1-45 

1-93 
1-76 
1-99 

2-62 
2-17 
2-33 

32-19 

30-22 
21-72 

4-07 
4-62 
3-62 

Mittel :  .   .    . 

536 

12-51 

1-02 

1-38 

1-05 

1-25 

1-89 

2-37 

28-04 

4-10 

Lobositzer  Gerstenstroh  im  Mittel 

5.5-8 

13-44 

1-51 

3  00 

1-39 

0-19 

1-95 

3.21 

23-70 

7.43 

Ertriige 

in  Meterzentnern  pr  ha  nach  den  Angaben  der  Wittingauer  Bircktion. 


o 

o=l 

1° 

CO 

ffi 

o 

3 

a 

o 

i-3 

o 

CO 
C 
| 

a 
a  so 

J! 

o 

o 

a 

a 

"3 
,5 

a 

m 

3 

Gekalkt  .... 
Ungekalkt  .    .    . 

38 

28 

27 

22 

52  1    42 
38      2G 

33 

19 

32 
21 

34 

22 

44 
24 

35 
21 

>  Lnzcrnklce 

MtrCtr.  pr  ha. 

Gekalkt  .... 

Ungekalkt  .    .    . 

290 
240 

253 
208 

303 
240 

275 
223 

180 
145 

210  1  220 
148    148 

275 
185 

275 
170 

>  Zuckerrtibe 

Hktltr  pr  ha. 

Gekalkt  .... 

32-5 
22-5 

24-51    38 
20-0     ;w 

31-0 

22-5 

24-5 
17-0 

251    261    27 
19 1    22  1    21 

28 

22 

\  Gerstcnkorn 

Ungekalkt  .    .    . 

Zollctner  pr  ha. 

Gekalkt  .... 
Ungekalkt  .    .    . 

23-5 
18-5 

21 
17 

27 
19 

23-5 
18-0 

19  | 

14 

24'5 
15-5 

22-5 
16-5 

24-5 
16-5 

3 1  -5 
27 

>  Gerstenstroh 

Vegetationsversuclie  mit  Pflanzen  in  sehr  verdi'mnten  Salzlosungen'haben 
dargethan,  dass  die  Kali-  und  salpetersauren  Salze  bei  gleichzeitiger  Gegenwart 
sines  Kalksalzes  von  den  Pfhnzenwnrzeln  in  weit  grosserer  Menge  aufgenomnicn 
werden,  als  dies  der  Fall  ist,  wenn  die  Base  des  letzten  Salzes  fehlt. 


35 


Ans  kalkarmen  Verwitterungsprodukten  tritt  das  Kali  sehr  loicht  aus.  Das 
1)11  kieselsaurem  Kali  reiche  Wasser,  welches  solche  Bodengebiete  durchzieht,  nimmt 
yeichlich  die  in  Alkalien  loslichon  Humuskorpcr  auf  und  fiirbt  sich  gelb  und  schwarz, 
jauchenartig  und  entfiihrt  dem  Boden  die  wertvollen  Humusktirper.  Gerade  der  grosse 
Verlust  des  wertvollsten  Theiles  dor  organischen  Substanzen  ist  nocli  viel  zu  wenig 
gewiirdigt  wordon.  Audi  der  Goldbacli,  welcher  die  Wittingauer  Teiclie  speist,  ist 
ounkelbraun  gefarbt  und  fuhrt  ein  sehr  weiches,  kalkarmes  Wasser.  Dasselbe  ist 
^r  Fall  bei  der  Lysimeterflussigkeit  oder  den  Drainwiissern  der  Wittingauer  Acker- 
Wden.  Die  Bodenflussigkeit  der  kalkreichen  Erden  ist  ein  hartes,  lmmusarmes  und 
•liirinn  sehr  farbloses  Wasser.  Abgesehen  davon,  (lass  der  Kalk  ein  nothwendiger 
Nahi-stoff  fttr  die  Pflanze  ist,  verbindet  sich  der  Kalk  niit  den  Humussauren  zu  in 
Wasser  unaufloslichen  Salzen  und  somit  schlagt  der  Kalk  die  Humussauren  aus 
,ler  Bodenflttssigkeit  nieder. 

TertiftrbOden. 


Hersch.  Wittingau 


'"  100  (lew.  Roliliwlons  siml : 

Skelet    . 
Feinerde    . 


M.  Berghof 


Jllji  u  dvorfi 


grund 


In  100  (icw.  Feinerdc  and : 
Sandiger  Theil 

^honige  Substanz    .   .   . 

1,1 100  (Jew.  Feinerde  sind : 

§ygroskopisohes  Wasser 
uumus  u.  gebund.  Wasser 

;l)ihverluSt   .    .       .    . 
^esammtstickstoff   .  .   . 
,    '"  100  Kilo  Fcinbodeiisf,  p. 
Zugangliches  Kali   .  .  . 
?«>undeaes  Kali .... 
»cnwerl6sliches  Kali  .   . 

S^ammtkali 

patron  (Chi.  loslich)  .   . 
£u8angl,     i  ; 

Uebundene  '  Phosphor- 
Sammt-  /      sii"n' 
Al%schlossene  Silikatb. 

11 "»«•  (1.  Humus  n.  wasser.  Fcinli. 

;yp3  •  •  .  . 

:''kkarl,onat    .    .'   .'   .'   | 
S"tererdekarbonat .  .   . 

iirhorsaurc 

patron   \ 

gittererde  .  . 

Kalk   .         

*;isenoxy(j  \ 

.'.'oiierde   . 

(Veselsauro    .   ,' 

Absorption 


70-0 
24-0 


29-3 
70-7 


0'9G 
4-04 


5-60 
0168 


26 

82 

1710 


Untor- 
gnmd 


40-0 

oo-o 


61-0 

38'4 


V  oik  ft 

bejkovnloe 

Obev-  j  Untor- 

pfrnnd   !  grund 


13-1 

8G-9 


4C-5 
3-5 


2'67 
7-68 


'72    10-35 
0-04(1    0-168 


19 
170 

1780 


45 

175 

1510 


1818 

19(19 

89 

46 

"    20 

8 

44 

100 

1760 
74 
19 
56 


8-9 
91-1 


M.  Dworoc 


u  lludw. 

silnloe 

ohor-    Unter- 

gl'lllld      grund 


56-4 
43-6 


65-50 
34-50 


9-8 
0-056 


33 
29] 

1 600 


64 

3870 


Spur 
0-15 

Spur 
0-06 
1-82 
0-45 
0-48 
0-49 

ilO-63 


16-01 
69-91 

47 


108    75 
3950  12270 


0-01 
0-26 
Spur 
0-07 
1-76 
062 
0-58 
0-33 


0-11 
1-97 

0-50 
0-68 
0-32 

13-45 

■82-97 


19-11 

28-85 

52-91 

82 


1924 
282 

8 
120 


128 
11080 


0-12 
1-92 
0-74 
1-2(1 
0-27 

18-45 
■77-24 


16-41 

83-59 


1-35 

1-95 


18-19  14-45 
81-81  85-55 


M.  Miiblhof 


Purkrabsky 


Obor-     Untcr- 
grund    ffrand 


63-50 
36-50 


15-00 
85-00 


Nadojo 
Moorbod 

(  IIki i-_ 

grund 


40-07 
59-93 


62-04 
87-96 


0-93 
4-73 


6-30      6-601   5-66 
0-110  0-028  0-141 


61 

217 
1882 


29 

251 

1630 


161.0 
40 
19 

75 


1910 
47 
11 

57 


22 

112 

1346 


1 480 

86 

9 

43 


72-34 
27-66 


4-18 
0045 


19 

233 
1748 


78-44 
21-56 


4-13 

18-49 


22-62 

0-314 


43 
114 

1213 


M.  Ncuhof 


Na  vi'Skn 

Ober-     Unter- 
grund     grund 


43-91 

56-09 


81-16 

18-84 


2000 

54 

4 

81 


94  !  68 
7820  7049 


0-15 
Spur 
0-09 
1-61 
0-48 
0-62 
0-75 

14-38 


25-97  | 

65lI2I 

66 


0-06 
1-91 
0-50 
I  -28 
0-40 

14-04 
81-19 


52    35 
6320  5267 


0-11 

Spur 
o-<>, 
1-48 
0-47 
0-62 
0-38 

12-21 

18-17 
60-21 


0-03 
2-00 
0-56 
0-85 
0-27 

10-85 
85-46 


1370 
60 

Spur 
88 


0-82 
4-14 


4-9(1 
0-174 


.",2 

27 

1301 


1360 
46 
29 

67 


32-00 
68-00 


69-90 
30-10 


5-45 
0-050 

20 
40 

1780 


.1840 
36 


67 


38 
10430 


0-40 
0-02 
0-04 
1-37 
0-52 
0-01 
0-10 

16-01 

25-90 
55-54 


69 


96 

2280 


013 

0-09 
1-36 
0-41 
0-39 
0-96 

9-43 

9-31 

78-14 


82 


62/ 


70 
4040 


Spur 

0-07 
1-80 
0-35 
0-80 
0-75 

11-74 
1  84-552 


3* 


36 

Die  Verbindungen  der  llumussauren  mit  Kalk  oxydieren  an  der  Luft  viel 
schneller  als  Humus  fur  sicli  und  desbalb  sind  kalkreiche  Erden  humuszehrend. 
Dor  Untergrund  dor  Wittingauer  Boden  enthalt  audi  Eisenoxydul,  mitunter  Schwefel- 
cisen,  welche  unter  der  Mitwirkung  des  Kalkes  in  das  unschadlidie  Eisenoxyd 
umgewandelt  werden.  Aus  dieser  Eigenschaft,  die  thonigcn  Partikeln  der  Eeinerde 
zu  inkrustiercn,  das  Eisenoxydul  und  den  Humus  zu  oxydieren,  erklart  sich  aucU 
die  giinstige  Anwendung  des  Kalkes  bei  der  Dungung  uberbaupt.  Mit  der  Kalk" 
armut  steht  in  innigster  Wcdiselbezichung  die  artenarme  Flora  der  kalkarmen 
Gebiete,  sowohl  in  Hinsicht  auf  die  wildwachsenden  wie  audi  auf  die  kultivirten 
Gewiichse. 


Lliiiln 


Wall 


Wraniii 


In  100  Gewichtstheilen  ties  Obergrundes  sind: 


Skelet . 
Feinerde 


36-80 
63-20 


iOO'OO 


40-46 
59-54 


100-00 


53-77 
46-23 


26-44 
73-56 


100-00;  IOO'OO 


In   100  Gewichtstheilen  des  Untergrundes  sind: 


Skelet  . 
Eeinerde 


47-32 

52-68 


100-00 


42-52 

57-48 


100-00 


60-20 
39-80 


100-00 


In  100  Gewichtstheilen  der  Feinerde  des  Obergrundes: 


Hygroskopiscbes  Wasser 
Gebundenos  Wasser  .  . 
Humus 

Gluhvcrlust 


1-16 

2-27 
1-82 


5-25 


1-92 
1-74 

a -si; 


Koblcnsauror  Kalk  .  . 
Koblcnsaure  Magnesia  . 
Gesammt-Kalkerde  .  . 
Gesammt-Bittererde  .  . 
Gesammt-Phosphorsaure 

Sesquioxyde 

Aufgeschlossene  Basen  . 


Auf  1  Theil  aufgeschloss.  Basen  entfallen: 


Gesammtsesquioxyde 

Absorption 


0-22 
Spur 

0-870 
0-820 
0-080 
13-40 
5-73 


2-3 
54 


6-52 


2-65 
4-51 
4-63 


11-79 


In  100  Gewichtstheilen  Feinboden  sind: 


10-30 

89-70 

Too^oo 


l.U 

4-35 
1-59 

Tol 


0-14 

0-13 

— 

Spur 

0-890 

5-540 

0-500 

0-280 

0-009 

0-077 

10-64 

L6-92 

3-65 

6-38 

2-9 

2-6 

36 

69 

o-io 

0^850 
0-370 
0-083 
14-46 
6-95 


2-0 
53 


Zusammensetzuiig  dev  Wittingauer  Ackererdeu. 


In  llH)  Gew.  b&neimn 
Helens  sind  enthalten : 

Hygroskopisches 
Waaser     .... 

Gebundenes  Wasser 

Humns 

Gliihverlust      .    .    . 
Gegliihter  Boden    . 

In  IM  (Jew.  wasser-  u.  humus- 
freien  Bodens  sind  futhalten : 

Grober  Quarz     .    . 
Feiner  Quarz 

(Mikros)   .... 
Kieselsaure  .... 

Gesammtkieselsaure 

Basen 

Kohlensaurer  Kalk 

Summa   .    .    . 

Gesamnitquarz    .    . 

Silikatbas.  u.  Kiesel 

saure     

Thon   (nach  Schlo- 

sing)      

Zeolithe 

Absorption  .    .    .    . 


0-42 
0-82 

0-42 


0-46 
1-42 
0-89 


0-51 
1-24 
0-75 


9      10     11      12     13     14     W     16 


0-68 
2-40 
0-87 


0-46 
1-44 
1-00 


1-23 
2-08 
2-14 


1-35 
1-99 
1-61 


0-92 
3-13 

0-74 


0-73 
1-43 
1-15 


0-77 
1-99 
1-52 


1-22 
2-34 
1- 


0-99 
2-27 
0-99 


1-29 
2-80 
1-01 


0-82 
3-20 
1-17 


0-80 
3-29 
0-76 


11  I  18 


1-05 
2-76 
1-33 


2'48 
2-89 
8-19 


19  |!  20     21 


1-29' 
3-40 

0-92 


1-15  2-32 
2'71  5-47 
1-52      1-11 


1-66     2-77 
98-34  97-23 


58-54 

29-06 
7-32 


43-91 

43-83 
5-53 


2'50     3-88     3-95     2'90     5"45 
57-50  96-12  96-05  97-10  9455 


39-45 

47-69 
6-28 


40-46 

36-24 
15-40 


29-26 

49-45 
12-26 


47-89 

32-06 
11-81 


53-77 

26-44 
11-32 


4-95 
95-05 


31-75 

53-16 
6-33 


4-79 
95-21 


12-08 

57-62 
19-70 


3-31     4- 
96-69  95- 


36-80 

38-08 
1503 


32-09 

40-20 
16-88 


524 
94-76 


20-18 


56-11 


4-25 
95'75 


24-52 


48-28 


5-10     5-19 
94-90   94-81 


11-76  16-61 


11-25 

62-24 
13-62 


26-44 

40-48 
20-87 


4'85 
95-15 


14-45 

56-64 
13-55 


5-14   13-56 
94-86   86-44 


21-50 

51-54 
12-82 


40-07 

33-29 
15- 


5-61 
94-39 


16-41 

46-06 
23-51 


5-38     8-90 
94-62   91-10 


14-47    13-13 

44-89  46-88 
25-69   21-46 


94-92  93-27  93"42 
5-02  6-66  6-49 
0-06'    0-07     0-00 


92-10 

7-82i 


90-97   91-76 
8-91     8-19. 


91-53 
8-40 ! 


91-24  89-40  89-91 
8-67   10-52:    9-95j| 


0-08;i    0-12'    0-06      0-06     0'09     0-08     0*14 


100-00 

100-00, 

87-60 

87-74 

1234 

12-19 

3-02 

3-63 

1-15 

1-28 

15 

18 

12-77 

4-12 
1-36 
18 


100-00 

100-00 

100-00 

100-00 

100-00 

76-70 

78-91, 

79-95 

80-21 

84-91 

23-22 

21-17 

20-00 

19-73 

15-00 

5-98 

9-39 

8-46 

8-69 

6-89 

2-16 

2-74 

2-99 

2-95 

3-08 

21 

33 

26 

32 

31 

10  ■  '.v 
69-70 

30-22 

11-14 

3.23 
43 


89-17  88-05 

10-74  11-83' 

0-09     0-12 


89-41   87-11    87-79   84-64  85'86 
10-51    12-69   12-14: 15-27   14-04 

0-08     0-20     0-07     0-09     O'lO 


89.32  85-98  85-05   81-47 

10-44   13-89   14-82   18-30 

0-24     0-13     0-13     0-23 


100-00 

100-00 

100  00 

100-00 

10000 

100-00 

100-00 

100-00 

100-00: 

10000 

74-88 

72-29 

76-29 

72-80  73-49 

66-92 

71-09 

73-04 

73-36 

62-47 

24-98 

27-62 

23-59 

27-12 

26-37 

33-01 

28-82 

26-86 

26-40 

37-40 

10-68 

10-08 

9-24 

13-07 

14-16 

9-06 

14-03 

16-09 

11-09 

14-91 

3-62 

3-90 

4-09 

4-36 

5-04 

5-11 

5-41 

5-51 

6-25 

6-54 

34 

35 

1 

36 

49 

51 
1 

39 

57 

42 

41 

55 

100-00 

59-36 


10000 

60-01 


40-51   39-70 


18-43 
7-63 
58 


22'23 

10-06 

77 


1.  M.  Miihlhof,   F.  piskova.   2.  M.  Neuhof,  F.  na  vrsku.  3.  M. 
5.  M.  Berghof,  F.  u  sv.  Jilji  ke  dvoru.   6.  M.  D-vrorec,  k  sosni 


M.  =  Meierei,  F.  =  Feld.  Die  Ackererden   sind   folgenden   Feldern   entnommen: 

Bergbof,  F.  za  Kulovou  zahradou  k  svetu.  4.  M.  Lhotta,  F.  MistroYy  2. 
pod  smetanou.  7.  M.  Wall,  F.  pod  kfedle.  8.  M.  Dehetnik,  F.  dlouhy  u  feky.  9.  M.  Muhlhof,  F.  Doubl.  Altere  Neubriiche  bei  Kusovy.  10.  M. 
Schwammberg,  F.  Kracata  nad  cestou.  11.  M.  Dworec,  F.  za  ovcinem  V.  12.  M.  Schalauu,  F.  u  splavu  malem.  13.  M.  Berghof,  F.  u  doubi. 
Neben  dem  Hopfengarten.  14.  M.  Xeuhof,  F.  Velky  kus.  15.  M.  Wranin,  F.  u  lisy  vedle  cesty.  16.  M.  Muhlhof,  F.  Purkrabsky.  17.  M. 
Berghof,  F.  Clrkviom  k  spoli.  18.  M.  Xadeje,  F.  Pfi  krazi  skutku.  Moorhoden.  19.  M.  Dworec,  F.  u  stare  silnice.  20.  M.  Dworec.  Ein- 
gezogene  Pachtfelder  an  der  Budweiser  Strasse.  21.  M.  Berghof,  F.  Velka  bejkovnice. 


38 


Auffallend  ist  in  dem  untersuchten  Felde  des  Meierhofes  Lhotta  die  Phos- 
phorsaurearmut ,  bei  dem  von  Wall  der  Humnsreichthum ,  bei  dem  Felde  von 
Wranln  der  geringe  Humusgehalt  An  Phosphors&ure  ist  kerne  witersuchte  Ackererde 
retch.  Die  Menge  aufgeschlossener  Basen  liegt  zwischen  4 — 6%,  das  Verhaltniss 
zwischen  den  aufgeschlossenen  und  der  Gesammtmenge  an  Sesquioxyden  ist  ein 
ziemlich  constantes,  zwischen  1 :  2*0 — 1 :'  2'3— 1 :  2*6— 1*2  :  9  vorlaufendes  und  ist 
wie  1  : 25  im  Mittel  mehrerer  Analysen.  Vor  sechszehn  Jahren  boniitzte  man  den 
Zablater  Teichschlamm  als  Dung-  und  Compostmaterial  in  der  Meinung,  dass  der- 
selbe  an  Kalk  und  Phosphorsaure  reich  sei.  Die  chemische  Untersuchung  dieses 
Schlammes  ergab,  dass  derselbe  ebenso  kalkarm  sei,  wie  die  Erdcn  jener  Folder, 
zu  deren  Verbesserung  or  beniitzt  wurde.  Der  Zablater  Teichschlamm  enthalt 
nftmlich  nur  0'053°/0  Kalkerde  und  0  097%  in  conccntrirter  Salzsaure  loslicher 
Magnesia,  dagegen  bis  zu  cinem  halben  Procent  des  trockenou  Schlammes  Stick- 
stoff  und  etwa  7,,,%  Phosphorsaure.  Chemisch  tragt  er  also  durch  seinen  Stickstoff, 
physikalisch  durch  seinen  Thonerdereichthum  zur  Verbesserung  namentlich  von 
Sandboden  bei,  kann  ein  gutes  Compostmaterial  abgeben,  aber  an  Kalk  wird  er 
den  Boden  niemals  bereichein. 

Rucksichtlich  des  Phosphorsaurogehaltcs  gehoren  die  untersuchten  Wittin- 
gauer  Erdcn  sowohl  beziiglich  der  zuganglichen,  wie  der  gebundenen  Phosphor- 
saure zu  den  phosphorsaurcarmen  Boden  des  herrschafttichen  GrossgrundbesitzeS, 
audi  sind  sie  an  zuganglichem  Kali  nicht  reich,  obwohl  sie  dem  Gesammtkaligehalt 
nach  zu  den  kalireichen  Erden  gehoren.  Der  grosste  Theil  dieses  Alkali  ist  in 
feldspathigen,  schwor  loslichen  Verbindungen  zugegen  derm  beziiglich  des  zu- 
ganglichen und  des  leichter  verwitterbaren,  in  unseren  Analysen  als  „gebundenes" 
Kali  bezeichneten  Antheils  konnen  diese  Boden  nicht  eimnal  als  beinahe  kalireiche 
Erden  geschatzt  werden,  und  es  konnen  gleichzeitig  zwci  Wege  beniitzt  werden, 
den  losliclicn  Kaligehalt  des  Bodens  zu  erhohen.  Sorgfftltige  Bodenbearbeitung , 
rcchtzeitige  oftere  Kalkung,  wodurch  die  Eeldspathe  zerlegt  werden,  sind  im  Stande, 
den  gebundenen  Kaliantheil  flussig  zu  maclien,  wiibrend  guter  Stalldiinger,  Osmose- 
diinger,  Kainit  und  Holzasche  eiuen  entsprechenden  Ersatz  fur  das  in  den  Ernten 
entzogene  Kali  abgeben,  rationell  angewendet,  direkt  und  indirckteineKalierschopfung 
in  der  Ackerkrume  verliindorn  werden. 

Die  vorhergehende  Zusainmenstellung  giebt  die  in  den  rohen,  wasserfreien 
Erden  enthaltenen  Mengcn  von  Quarz,  Kieselsaure,  zeolithischen  Basen,  von  zu- 
ganglichem  Kalk  und  den  gesammten  Basen  der  mit  Musssiiure  aufgeschlossenen 
Boden,  den  Thongehalt  und  die  Stickstoffabsorptionen  in  Zahlen  nach  Knopp's  Be- 
rechnung,  in  den  Obergriindcn  der  Erden  aller  Meiereien  der  Herrschaft  an  und 
die  grossartigen  Differenzen,  welche  die  genannteu  Bodenbestandtheile  in  dieseu 
Feldfluren  gleicher  geognostischer  Abstammung  zeigcn.  Das  zweite  sUdbohmische 
Tertiarbecken  breitet  sich  zwischen  Frauenberg  und  Budweis  aus  von  dem  Wittin- 
gauer  Becken  nur  durch  ein  niedriges  Mittclgebirge  geschieden.  Das  Flotzgebilde 
in  dem  Frauenberger  Boden  besteht  ebenfalls  aus  denselben  Abhigerungen,  wie  das 
Wittingauer  und  ist  wohl  aus  cinem  zusammenhangenden  Binnensee  abgelagert 
worden.  Auch  bier  wechseln  Schichten  von  Sand,  Lehm  und  Thon  bis  zum 
Letten,  graue  und  bunte  mitnnter  eisem-eiche  aber  auch  sehr  feuerbestandige,  iin 


39 


Wkalischen  Erden  (iberaus  arme  Thone,  die  wenig  organische  Uberreste  enthalten 
"IH|  an  vielen  Stellen  Thoneisensteine  einschliessen. 

Es  kGnnten  noch  mehrere  Analysen  verschiedener  Ackerboden  von  Frauen- 


ler9  angeflihrt  werdon 


als  Beweis  der  gleichen  Abstammung  und  Beschaffenheit 


dieses  Terti&rlagers  mit  deni  Wittingauer  Neogen,  wo  audi  ausgiebiges  und  gutes 
^material  fflr  Thonwaarenfabrikate  gewonnen  wird,  dieselben  sollcn  jedocli  einer 
sPilteren  Publication  vorbehalten  bloiben.  Aus  der  folgenden  Zusammenstcllung 
ergibt  sich  auch  die  Phosphorsdurebediirftigkeit  der  Ackererden  des  siidbohmischen 
Tertiargobietes. 

Phosphorsfiuregehalte  bohm.  Ackererden,  ausgedrttckt  in  Procenten 

des  rohen  Bodens: 

111  loo  (Jew.  lufttrock.  Untergrttnde  nachbenannter  Bflden  oder  Gesteine  sind  enthalten  an  in 
cone,  heisser  Salpeterailure  loslicher  Gosammtphosphorsiiure. 


Wittingauer  Tertiarboden 


Phosphor- 

sSure 


Wittingauer  Tertiarboden 


Phosphor- 

siiiiro 


J-  Lhotta.  Fold  Mistrovy     . 
M.  Berghof  (za  Kulovou  zahradou 

k  svetu) 

*[•  Nadeje  (pfi  krazi  skutku)  . 
vj-  Schalaun  (u  splavu  malem) 
J-  Neuhof  (na  vrfiku)    .... 
M--  Dwdrec  (k  sosni  pod  smetanou) 
\  Miihlhof.  Doubt,  alterc  Neu- 

wiicho 

}}■  wall  (pod  kfedle)     .... 
M.  Berghof  (u   doubl)  Neben 

Hopfeng 

J}'  Miiblliof  (Purkrabsky)      .    . 
xvl-  Scliwannnberg  (Kracata  nad 

cestou)      


O-OOl 

0-023 
0-023 
0-028 
0-030 
0-031 

0031 
0-036 

0-048 
0-049 

0-051 


M.  B-woroc  (u  stare"  silnice) 
M.  Dworec  (anBudweiser  Strasse) 
M.  Wranfn  (u  Ksy  vedlc  cesty) 
M.  Debetnlk  (dlouhy  u  feky)   . 
M.  Neuhof  (velky  kus)  .    .    .    . 
M.  Schwammberg  (u  baby  Nro.  1) 
M.  Berghof  (u  sw.  Jiljl  ke  dvoru) 
M.  Berghof  (velka  bejkovnice) 
M.  Wondrov  (Frauenberg)  Ter 

tiar 

Grenzwerthe  von  O023°/0  bis 

0-111%  Phosphors. 
Mittel:  0-0503 


Untersuclit:  L.  Konrimsky. 


0-053 
0-060 
0-061 
0-074 
0-076 
0-080 
0-090 
0-111 

0-050 


SMbOlimische  Urgebirgsboden. 

Das  Urgebirge  erreicht  seine  mftchtigste  Entwickelung  in  Bohmen  in  seiner 
Sll(lliclion  Hftlfte,  ein  ausgedehntes,  flachgewolbtes,  von  Thalera  unregelmlissig  durcli- 
S(*nittcnes  Hochland  bildend,  welches  slldlich  vom  Granulit  durchbrochen,  westlich 
Jnd  ostlich  von  Granit  umschlossen  ist  und  grosstentheils  aus  grauem  Gneis  besteht, 
™*  an  wenigen  Punkten  Hornblendeschiefer,  Gliminerschiefer,  kornigen  Kalkstein 
Ulld  rothen  Gneis  einschliesst. 

Dor  in  Siidbohmen  verherrschende  graue  Gneis  liefert  durch  Verwitterung 
J*e  thonreiche  Bodendecke,  welche  gflnstige  Vorbedingungen  der  Land-  und  Wald- 
^hschaft  bietet.  Ob  wold  ahnlich  zusammengesetzt  wie  Granit,  gibt  der  Gneis  gut 


40 


verwittert,  meist  kulturfiihigeren  Boden  wie  der  Granit,  weil  or  geschichtct  ist, 
das  Wasser  besser  zuriickhiilt ,  wio  der  massige  Granit,  Granulit  Oder  gar  dor 
massigc,  meist  sehr  zerklliftete  Porphyr. 

Alle  krystallinischen  Gesteine  zeigen  abcr  cine  Unzahl  von  Ubergangen  in 
der  Struktur  und  Zusammensetzung  und  treten  als  Aggregate  ausserst  wecbselndw' 
Mineralindividueii  auf,  welche  mebr  oder  weniger  leicbt  verwittern  und  deshalb 
verwittert  derjenige  Gnois  am  schnellsten,  welcher  reich  an  Glimmer  und  Feldspath 
ist.  Zuerst  zerfij-llt  das  Gestein  in  Grus  und  licfert  allmahlich  einen  feinkornigen 
sandigen  Lehm,  der  bei  fortschreitender  Verwitterung  in  einen  Tbonboden  von  be- 
deutendem  wasserfassenden  Vcrmogen  iibergeht.  Ein  soldier  Boden  ist  in  einem 
heissen  trockenen  Klima  schatzenswert,  wahrend  er  in  einem  kalten  feucbtcn  Klimft 
einen  geringeren  Wert  besitzt. 

Der  Gneisboden  zeichnet  sicb  bekanntlich  durch  einen  holien  Kieselsiiure- 
gehalt  aus.  Seine  Machtigkeit  wcchsclt  sehr.  Der  Gehalt  an  Feinerde  schwankt  von 
30 — 50°/0  in  abfallenden  Lagen,  wo  der  Feinerdegehalt  nach  der  Tiefe  zu  stets 
zunimmt,  wechselt  derselbe  in  den  aufgelagerten  erdigen  Verwitterungsprodukten 
von  50—80%.  Der  graue  Gneis  verwittert  leicbter  wio  der  rothe  Gneis.  BedeU* 
tungsvoll  fur  die  siidbohmische  Landwirtbschaft  ist  audi  die  konstatirte  Gliederung 
der  bohmischen  Gneisformation  in  eine  altere  an  Silikaten  reiche  Abtheilung  und 
in  eine  den  Amphibolschiefer  und  Kalk  fuhrende  jirngere  Abtheilung.  Der  kalk" 
fiihrende  Gneis  liegt  im  siidlichen  und  sudostlichen  Bohmen  inselformig  auf  deffl 
alteren  kalklosen  Gneis  und  es  erkliirt  sich  daraus,  wie  benachbartc,  der  aussereB 
Beschaffenheit  nach  ahnliche  Gneisboden  doch  einen  sehr  verschiedencn  landwirt- 
schaftlichen  Wort  haben  konnen*).  Bei  den  Gneisen  des  Erzgebirges  hat  man 
iibrigens  wenn  nicht  die  gleichen,  so  doch  ahnliche  Beobaclitungen  geinacht.  Die 
Gesteine  des  Urgebirges  sind  in  Betreff  ihrer  Reichhaltigkeit  an  Phosphatcn  bis 
jetzt  wenig  untersucht  worden.  Als  das  einzige  in  denselbcn  vorkommende  Phospba'; 
kennt  man  den  Apatit  und  dessen  feinkornige  und  erdigc  Varietat,  den  Phosphorit. 
Analyse  eines  grauen  Gneises,  dessen  Verwitterungsproductes  und  des  zu  Feinerde 
zerfallenen  Bodens  aus  der  Umgebung  von  Netolitz. 

I.  Gneis  II.  Sandiges  Vcrwittergsprodct  Feinerde 

Gliihverlust    .    .    2-269 6-365 6-361 

Kicselsiiure    .    .  62-710 45-262 6P775 

Thonerde    .    .    .  14-680 19-440 15-240 

Eisenoxydul   .    .    6-500  Eisenoxyd  13-271  Eisenoxyduloxyd     8-245 

Kalk 2-357 3-830 1-569 

Magnesia    .    ■  .    5-290 7-914 D722 

Kali 4-456 3125 .    4-425 

Natron   ....    2-269 0-330 0-350 

Phosphorsiiure  .    0456  .    .    .    .    .    0-530 .    Q-313 

100-987   ....    100-067  ......    .    100-000 

Merkwiirdig  reich  waren  die  untcrsuchten  Gcsteinsproben  an  Phosphors&ui'6 
0-45 — 0-53  °/o,    wahrend  der  Phosphorsiiuregehalt   einer  grosscn   Zahl    von   Erden 


*)  Nacli  Kicju    -  Komers  Jahrbuch  l8(ii). 


■~^\»w<rv!!ri^ 


HHHHHHHH1HHMHMB 


41 


derselben  Formation    die   Zahl  0-31 .  %  nur  ausnahmsweise   erreicht.     Gewohnlich 
Uegen  die  Phosphorsauremengen  der  Gneisc  selbst  zwisohen  0-1— 0-5%. 

Der  Einfluss  der  Athmosphiirilien  aussert  sicli  doppelt,  mechaniscli  und 
chemisch  und  wirkt  so  vorbereitend  fllr  die  nachfolgende  Zerlegung  der  Silicate, 
seiche,  die  schwerloslichen  nicht  ausgenommen,  erst  durch  das  Kohlensaure  fiihrende 
Wasser  zersetzt  werden. 

Wabrcnd  der  Verwittenmg  wird  zuniichst  der  Glimmer  angcgriffen ,  das 
Eisenoxydul  oxydirt  und  in  Eisenoxydhydrat  umgewandelt,  das  Natron  und  die 
Kieselsaure  aber  am  starksten  gelost  und  ausgewaschen,  dagegen  vermindert  sich 
nicht  das  Kali,  vermchrt  sich  relativ  die  Phosphorsiiure  und  die  Magnesia.  1st  der 
Glimmer  durch  das  ganze  Gcstein  vertheilt,  so  nimmt  dieses  eine  tiefbraunrothe 
Farhe  an  vorausgesetzt,  dass  die  Zersetzung  unter  reichlichem  Zutritt  von  Sauer- 
stoff  vor  sicli  ging.  Spater  wie  der  Glimmer  zersetzt  sich  der  Natronfeldspath, 
;y°bei  Kieselsiiure,  Natron,  Kalkerde  ausgewascben,  dagegen  Magnesia,  Eisenoxydul 
una  Wasser  aufgenommen  werden. 

Zum  Vergleich  rnoge  eine  Analyse  des  rothen  Gneises  und  seines  Ver- 
witterungsproduktes  aus  Nordbbhmen  und  zwar  aus  dem  Steinbruche  von  Libochovan 
an  der  Elbe  mitgetheilt  werden,  der  ein  schwer  verwitternder,  zum  Pflastern  des 
Tl'ippelweges  langs  der  Elbe  beniitzter,  sehr  barter  Stein  ist,  das  Felsenthor  des 
fusses  gegcn  Libochovan  bildet,  an  beiden  Ufern  steil  emporragt,  und  der  Gegend 
eil*en  ungemein  malerischen  Eeiz  verleiht. 

Nicht  leicht  findet  man  grossere  Differenzen  in  den  einzelnen  Bostandtbeilen 
Vei'schiedener  Gneise,  als  wie  zwischen  dcm  rothen  Elbegneis  und  dem  grauen  siid- 
b°hmischen  (Netolitzer)  Gneise,  wie  sich  aus  der  Nebeneinanderstellung  mchrcrer 
"Cstandtheile  derselben  deutlich  ergibt. 

I.  Rother  Gneis:   II.  Grauer  Gneis : 

Kieselsiiure 7745 03-00 

Kalk      Spur ^35 

Eisenoxydul 2-70 6-50 

Phosphorsiiure 0-25  .    .    .    •    •    0*45 

Sauerstoffquotieut   .    .    .    .    0*20 0'33 

Analyse  eines  rothen  Gneises  und  einer  Gneiserde  aus  dem  Steinbruche  von 

Libochovan. 
I.  Stein:  K  Gneiserde: 

Kieselsiiure   ....    77-15  Kieselsiiure    ....    61-75 

Thonerde 12-56  Thonerde I-)'55 

Eisenoxydul  ....      2-70  Eisenoxyd  .... 

Kalk Spur  Kalk 

Magnesia 015  Magnesia    .... 

Kali 4-91  Kali 

Natron 2-61  Natron    .    . 

Phosphorsiiure  .  .  .  0-25  Phosphorsaure  .  . 
Kohlensaure  ....  —  Kohlensaure  .  .  . 
Gliihverlust  ....      —     Gliihverlust    .    .    . 


0-72 
0-79 
1-95 
1-30 
0-26 


100-33 


6-05 

99-97 


42 

Wir  beschftftigen  uns  ira  folgenden  nur  mit  den  GneisbSden  von  Netolitz 
unci  stellen  die  Untersuchungsresultate  charakteristischer  Ackererdoproben  dieser 
Formation  ubersichtlich  nacli  Meiereien  zusammen. 

Bei  der  Bestimmung  des  Bodenwertes  haben  wir  unser  Augenmerk  haupt- 
saehlich  mit  auf  die  Tiefe  der  Ackerkrmne  zu  richten.  Die  zur  Untersuchung  ver- 
wendeten  Boden  ontstammen  zweien  Bodenschichten,  dem  „Obergrund",  der  vom 
Pfluge  durchfurchten  Schichte,  und  dem  „Untevgrund",  der  bis"zu  1  Meter  Tiefe 
reichcndei),  unter  der  Ackerkrume  liegenden  Erdschichte,  von  deren  Beschaffenheit 
die  Giite  und  Leistungsfahigkeit  der  Ackerkrume  mit  abh&ngt. 

Die  Unterscheidung  dieser  Schichten  lasst  sick  leicht  nacli  der  ointretendon  Far- 
benveriindcrung  und  physikalischen  Beschaffenheit  des  Bodens  erkennen.  Die  Auf- 
nahme  des  Bodens  erfolgte  filr  den  vorliegenden  Zweck  in  durchschnittlichcn  Erd- 
proben,  indem  man  auf  dem  Felde  der  Liinge  und  der  Breite  nach  in  gewisson  Zwischen- 
raumen  Einzelnproben  aushob,  diesc  sorgfiiltig  mit  einander  mengte  und  schliesslicli 
der  ganzen  Erdmasse  ein  passendes  Quantum  zum  Zwecke  der  Untorsucbung  entnalnn. 
Uber  die  wechselnde  pbysikalische  Bcscbaffenbcit  des  Fcldes  muss  man 
sich  ausserdem  durcb  genauo  Besichtigung  und  Priifung  der  Scbicbten  mit  dem 
Erdbohrer  unterricbten.  Die  meclianisclie  Bodenanalyse  orspart  ncbenlier  nicht  die 
genaue  praktische  Beobachtung  des  Bodcus  zu  verscbiedenen  Jabreszeiten,  unter 
dem  Einfluss  verschiedener  Wittcrung  namentlich  audi  wabrend  der  Bearbeitung. 
Die  praktische  Beurtbeilung  der  stolfliclien  Zusammcnsetzung  von  Grund 
und  Boden  wird  aber  wesentlicb  erleichtcrt  und  gefoi'dert  (lurch  die  Kenntniss  der 
geologischcn  Verbaltnisse  des  grosseren  natiirlichen  Terrains,  zu  dem  das  zu  unter- 
suchende  Gebiet  gehort.  Bei  der  Untersuchung  des  Untergrundcs  hat  man  aber 
audi  ganz  besonders  darauf  zu  achten,  ob  er  eine  gleicliformige  Mischung  babe, 
da  niclits  nachtbeiliger  auf  die  tiefwurzelnden  Gcwiichsc  wirkt,  als  wenn  derselbe 
alternirende  Schichten  von  Thon,  Mergel  oder  Sand  entbalt.  Die  grobsandigen  Be- 
standtheile  der  untersuchten  Ackerboden'  der  Herrschaft  Netolitz,  die  sogenanntcn 
„Skelete",  bestehen  vorwiegend  aus  grauem  Quarz,  weissem  Beldspath  und  einem 
tombackbraunen,  sehr  eisenreichen  Kaliglimmer.  Als  besonders  wertvoller  Bestand- 
theil  des  Skeletes  dieser  Ackererden  tritt  ein  Orthoklas  auf,  wclcher  unter  dem 
Einfluss  der  Atmosphlirilien  in  cinen  Thon-  und  kalireicben  Boden  iibergeht  unter 
Abscbeidung  von  Kieselsaure  und  Kalk,  unter  theilweiser  Abgabe  von  Kali  unci  Natron 
und  bei  gleichzeitiger  Wasser-,  Magnesia-,  und  Eisenoxydulaufnahme  eine  stiirkero 
Verwitterungsrinde  an  der  Gesteinsoberflache  bildot.  Dieser  Feldspath  entbalt  6G"/0 
Kieselerde  und  bis  10%  Kali,  wahrend  der  brauno  Glimmer  in  den  Boden  ihiv 
Meiereien  Peterhof,    Zitna  etc.  folgende  Zusammensetzung  besitzt: 

Wasser 8 -95 

Kieselsaure 39-50 

Thonerde 12-25 

Eisenoxyduloxyd     .    .  32'66 

Kali 5-92 

Natron 0-72 

Dieser    zweite  wertvolle  Bestandtheil   des  Skeletes  und  der  Feinerde  ver- 
wittert  in  der  Art,  dass  er  zuerst  Sauorstoff  aufniinmt,  wodurcb.  das  Eisen  in  Eisen- 


t 


'    "    *  -~.f    ,.,». 


43 


oxyd  iibcrgelit  und  dadurch  aus  seiner  bisherigen  Verbindung  mit  den  iibrigen  Be- 
standtheilen  gelockert  wird.  Das  Kalisilikat  wandelt  das  Kohlensiiurewasser  um  und 
wascht  es  theilweise  aus,  wahrend  die  freiwerdende  Kieselsiiure  sich  in  gallertar- 
"ger  Form  ausscheidet. 

Der  dritte  Bestandtheil  dieser  Skelete,  der  Quarz,  findet  sich  audi  nocli 
iiii  feinstzertheilten  Zustande  wie  der  Glimmer,  als  zartes  mit  Thontheilchen  um- 
lulltes  Pulver  in  der  Feinerde  und  erreicht  nacli  den  folgenden  analytischen  Be- 
Summungen  21—47%  der  Feinerde,  so  dass  der  Gesammtquarz  in  den  untersuchten 
u,'gebirgsb<)den  40— 60°/0  des  natiirlichen  Ackerbodens  ausmacht. 

Mit  wenigen  Ausnahmen  besitzt  die  Meierei  Petrhof  die  thonrcichsten  Boden 

'  °i'  Herrschaft  Netolitz.    Die  Felder  bedecken  melirseitig  eanft  abfallcndes,  wellen- 

wmigos  Terrain,    sind    durcli  Ab-  und  Verschweminung  des  verwitterten  krystalli- 

ischen  Gesteins  in  den  Einsenkungen  und  Thalmulden  entstanden  und  durch  einen 

gvoBsen  Thongehalt  charakterisirt. 


IMiysikalisch-inineralogisclic  Analyse.*) 


■In  100  Gewichtstheilen  sind  enthalten 


g  fM 


1  h 


•>M 


S.  in 


n,  bestehend  aus     I  Htoinclien 

,,Keiot,    Quarz,  Orthoklas     Grobsand 
-  "   Kaliglimmer    \  Feinsand 


Resultat  der  mechanischen  Analyse.    Obergrund: 


3-44 
8'90 

12-50 


10-41 
10-39 
10-95 


5-34 

8-53 

11-84 


5-50 
14-70 
12-71 


3-00 
11-17 

12-48 


8-68 
14-84 
15-68 


13-23 
13-04 
11-16 


^c»^  des  Skeletes 
menge  dor  Feinerde 


24*90     31-75 

75-10  I  08-25 


25-71 
74-21) 


82-97 

07-03 


27-25     89-15 
72-75     00-85 


Quarz 

^gldspath  'nn'd  Glim 

s^l»mmr11ckstand  . 


Resultat  der  Schlammanalyse  (In  100  Gew.  der  Feinerde). 


J^ngclilainmtc  thonigc  Substanz 

Hjgroskopisehea  Wasser  .... 

«ebnndenes  Wasser 

gjjmusstoffe  . 


luhverlust 9-91 


2501 
2634 


30-80 
25-00 


51-38 
48-02 


01-92 
38-08 


3-75 
4-32 
1-84 


3-20 
3-79 
2-13 


30-44 
25-30 


55-80 
44-20 


2-70 
3-74 
2-OG 


28-78 
21-34 


50-12 
49-88 


2-07 
3-76 
1-71 


22-14 

20-00 


48-20 
51-80 


2-90 
3-47 
1-48 


31-82 
33-10 


04-98 
35-02 


2-87 
4-31 
2-13 


37-43 
02-57 


27-40 
22-09 


50-09 
49-91 


2-02 
4-03 
1-89 


9-12 


8-50 


8-14 


7-85 


9-31 


Im  Untergrund: 


bestehend  aus     f  Stei 

°lffHCt,        OnBT-JI     Ort.linlrliis  )    CtVO 


Steinohen 
Quarz,  Orthoklas  !   Grobsand  . 
ii.  I'hscnglimmor  [  Feinsand  . 


*lenge  dos  Skeletes 
«ienge  der  Feinerde 


2-23 

7-80 

12-03 

1-44 
3-62 

5-20 

2-51 
10-50 
13-11 

3-18 
13-79 
1117 

4-56 
16-36 
14-04 

9-41 
9-37 

1 3-47 

1  22*12 
[  77-88 

! 

10-32 

89-08 

20-21 
73-79 

28-14 
71-86 

34-96 
66-04 

32-25 
67-75 

Quarz 

Zeldspath  und 'Glimmer 


In  100  Gewichtstheilen  der  Feinerde. 


I^lftmmrtlekstand  .   .   .  .   .  . 

•-ogesehlammte  thonige  Substanz 


34-72 
26-75 


22-78 
55-62 


29-06 

48-72 


25-56 
43-89 


29-94 
39-25 


39-78  I 
28-12 


9-14 


14-10 
13-41 
12-26 


39'77 
00-22 


29-35 
40-45 


6 1  -47 
38-53 


78-40 
21-60 


77-78 
22-22 


09-15 
30-55 


09-19 
30-81 


0790     69-80 
32-10     30-20 


luhverlust 


In  100  Gewichtstheilen  der  Feinerde. 

.  II     8-78  |     9-94  I     8-00 


8-81  |     7-73  I     8-83  I     8'10 


)  Von  Koufimsky  ausgefuhrt. 


: 


-••*t_5-..--t 


44 


Diese  Ablagerungen  verdienen  die  vollste  Beachtung  der  Landwirtlie,  wcil 
sie  sowohl  die  Drainage,  wic  die  Tiefcultur  and  andere  Bodenmeliorationen  reichlich 
zu  verzinsen  versprechen.  Selten  ist  dagegen  der  Boden  da  tiefgrlindig,  wo  er  als 
Produkt  des  Zerfalles  auf  dein  Muttergestein  aufliegt  und  sich  mehr  fur  die  Forst- 
cultur  eignet  wegen  seines  grossen  Gehaltes  an  mineralischen  Pflanzennahrstoffen. 

Chemische  Bodenanalyse  von  Feldern  bei  Peterhof. 


In  100  Gew.  Feinboilon 


a  &o 
a  & 


o 


r^ 


O 


a 

03 

>r/2 


p 

p 


Obergrund. 

Kalkkarbonat 

Talkkarbonat 

Summe  der  Earbonate  .  . 
Phosphorsaure 

In  100  Gewichtstheilen  des 
Feinbotlens. 

Aufgeschlossene  Basen  .  . 
Zeolithische  Eieselsaure  .  . 
Absorption 

Untergrund : 

Phosphorsaure 

Eieselsaure 

Eisenoxyde  u.  Thonerde     . 

Ealk 

Magnesia 

Kali 

Natron 

Analytischer  Verlust  .   .   . 
Summa  .    .    . 

Aufgeschlossene  Basen   .    . 

Summa  der  Monoxyde    .    . 


0'40 
016 


013 


13-05 


013 
66-62 
26  61 

1-73 

1-78 
2-30 
0-45 
0-38 


100-00 

15-21 

6-26 


0-40 
013 


0-53 

0-17 


14-78 
12-7(5 

80 


0-14 
64-89 

28-88 
1-02 
113 

3-94 


0-37 
01 0 


017 
0-16 


0-46 
Oil 


0-57 
014 


15-68 
12-03 


0-12 

69-04 

24-43 

0-98 

1-57 

3-86 


100-00 

15-08 
6-09 


100-00 

13-18 
6-41 


13-48 
9-75 


0-10 
65-04 
25-49 

1-81 

2-62 

4-94 


0-35 
0-09 


0   1  I 

0-14 


0-41 
Oil 


16-38 
11-89 

8(5 


0-14 
64-67 
25-35 
2-13 
3-64 
2-42 
0-68 
0-97 


100-00 

17-64 

9-37 


100-00 
18-91 

8-87 


0-52 
0-13 


21-55 

15-00 

94 


0-16 
63-36 
27-39 

2-21 

3-07 
2-30 
1-15 

0-36 


100-00 
18-35 

8-73 


0-26 

0-08 


0-34 
00  1 


14-00 

11-46 

68 


Der  Boden  der  meisten  Felder  dieses  Meierhofes  ist  oberflachlich  gclbgrau 
bis  braungrau,  im  Untcrgrunde  gelb  bis  rothbraun  gefarbt,  enthalt,  wio  die  Analysen 
zeigen,  60— 75°/0  Feinerde,  welchc  zur  Hiilfte  aus  feinthoniger  Substanz  mit  bis  zu 
25%  aus  Quarz,  im  Ubrigen  aus  feinem  Feldspatbpulvor  und  Glimmer  besteht.  Die 
(Jliiliverluste  der  untersuchten  Ackcrerden  weichen  wenig  von  einander  ab.  Am 
starksten  gedungt  oder  am  bumusreichsten  sind  zur  Zeit  das  Grossstiick,  die  Slony- 
und  Dubowecfclder.  Der  Boden  des  letztgenannten  Feldes  erscheint  am  wenigsten 
aufgeschlossen,  wie  sich  aus  der  vergleichenden  Betrachtnng  der  Carbonate,  der  auf- 


45 

Seschlossenen  Basen  und  der  Absorptionskoeffizienten  ergibt,  auch  enthalt  er  die  ge- 
ringste  Menge  Feinerde. 

Vergleicht  man  die  Obergriinde  mit  don  Untergriinden  derselben  Felder, 
S(>  Wechselt  der  Feinerdegebalt  derselben  unwesentlich,  iu  hobem  Grade  nur  bei 
dem  Grosssttickfeld,  welches  wegen  seiner  Ausdelmung  und  gencigten  Lage  in  seiner 
Beschaffenheit  uberhaupt  ungleich  ist.  Im  Obergrund  kommen  68,  im  Untergrund 
bis  89°/0  Feinerdemengen  vor.  Im  Obergrund  sammtlicher  Felder  dieser  grossen 
Meierei  ist  aber  die  Zersetzung  des  Bodens  derart  fortgeschritten,  dass  die  tbonige 
Substanz  in  ihm  von  85—51%  reicht,  in  den  Untergriinden  dagegen  sich  nur 
von  21— 38°/0  anhauft,  wiibrend  in  beiden  genannten  Bodenschichten  die  Quarz- 
menge  nicbt  wesentlich,  die  Feldsp-atb  und  Glimmermenge  dagegen  betriichtlich,  iin 
Obergrund  von  21  bis  33%,  im  Untergrund   von  27—55%  der  Feinerde  differirt. 

Die  Verbesserung  des  physikalischen  Zustandes  des  von  Natur  avis  bin- 
digen  Bodens  wird  selbstverstiindlich  mit  alien  biezu  dienlichen  und  vorhandenen 
Mittcln  angestrebt.  Drainage,  mehrjahrige  Beniitzung  des  B,othkIcegemengs  in  der 
* r uchtfolge.  strohiger  Stalldiinger,  Kalk  und  Koblenascbe  sind  bei  diesen  Boden 
"nentbehrliche  Hilfsmittel  der  Bodcncultur. 

Die  Unsicherheit  des  Klimas  bedingt  jedocb  die  moglichste  Mannigfaltigkcit 
111  der  Production.  Als  Ilackfrucbt  dicnt  durcb  den  Betrieb  einer  Zuckerfabrik  in 
ii'otivln  bedingt,  die  Zuckerrube,  deren  Anbau  immer  intensiver  betrieben  wird. 
__e  tiefere  und  sorgfaltigere  Bodenbearbeitung,  welche  dieser  Fabriksptlanze  gegen- 
wartig  gewidmet  wird,  kommt  aber  auch  dem  Gedeihen  der  tibrigen  Culturpflanzen 
z«  (Jute. 

Fur  die  erreichte  bedeutende  Culturstufe  sprechen  die  erheblichen  Durch- 
^hnittsertriige  der  einzolnen  Foldfruchtc.  Als  Durchschnittsertrage  werden  fur  die 
Jetrachtete  Domaine  pr  ha  23-5  hi  Weizen,  24  U  Boggen,  30  hi  Gerste,  37  hi 
Hafer  gerechnet. 

Wie  die  chemische  Analyse   lehrt  und  wie  aus  der  mineralogischen  Zu- 
Sammensetzung  des  Bodens  im  Vorhinein  geschlosscn  werden  konnte,  zeichnen  sich 
|li(!  betrachteten  Biklen  durch   einen  ungewolmlichen  Reichtlmm  an  Kali,  dagegen 
°er  auch  stellenweise  durch  Armut  an  kohlensaurem  Kalk  aus. 

In  den  Bodenproben  von   sechs  Feldern  schwankt  die  an  Kohlensiiure  und 

Jl»nussaure  gebundene  Kalkmenge  gering,  von  0'44— 0"56%   und  ffillt  nur  beim 

^°den  des  Dubovecfeldes  auf  0-34%  kohlensauren  Kalkes  wahrend  die  kohlensaure 

Magnesia  von  016%  bis  auf  0-08%  sinkt  undwiederbei  dem  letztgenannten  Falle 

das  Minimum  erreicht. 

Betrachtlick  sind  die  aufgeschlossenen  Kalimengen.  Die  1  Sfiden  geben  0-62—0-84% 
5il,i  an  verdiimito  kochende  Salzsaure  ab  und  die  in  derselben  Siiurc  loslichen 
Basen  erreichen  18—19%  des  Feinerdegewichtes.  Der  salzsaure  Auszug  ist  reich 
1111  Kisenoxyd. 

Die  landwirthschaftlich  so  wertvolle  Phosphorsaure  findet  sich  in  diesen 
,  ,l(!"  in  nicbt  unbedeutenden  Mengen.  Mit  Ausnahme  des  phosphorsaurearmen 
^bovecfeldes,  welches  nur  0-04%  enthalt,  schwankt  die  Phosphorsauremenge  in 
den  Boden  der  sechs  anderen  Felder  im  Obergrunde  von  0-13%— 0' 17%  also  nur 


46 


unwesentlich.  Desgleichen  im  Untergrund  von  0'10°/0— 0'16°/0.  Derselbe  ist  in  der 
Kegel  um  wenige  hundertstel  Proccnte  [inner  an  diesem  wertvollen  Bestandtheil  als 
der  Obergrund. 

Im  Mittel  dieser  dreizehn  Bestimmungen  betr&gt  cr  0*145%  Phosphorsaure 
des  wasserfreien  Bodens  oder  Feinbodens,  enthiilt  also  nicht  mehr  von  ihr  als  cin 
nachhaltig  fruchtbaror  Boden  cnthaltcn  soil.  Nur  das  Dubovecfcld  wiirdo  sich  gegen 
Phosphorsauredttngungen  sehr  dankbar  verhalten,  weil  es  von  alien  Pflanzennahr- 
stoffen  diese  Sfture  im  Minimum  enthiilt. 

Die  Peterhofor  Boden  enthalten  innerhalb  enger  Grenzen  sich  bewegende, 
zwischen  25—29%  liegende  Sesquioxydquantitaten  (Eisenoxyd  und  Thonerde)  unci 
konnen  daher  durch  fortsclireitende  Verwitterung  in  sehr  thonreiclie  Ablagerungen 
ubergehen.  Die  Gesammtkalimenge  dieser  Feinboden  betr&gt  2—3%. 

Uber  30%  des  gesammten  Kalis  sind  im  loslichen  Zustande  vorhandeB 
oder  konnen  wenigstens  in  denselben  durch  Verwitterung  in  kiirzester  Zeit  uber- 
gehen. Beinahe  in  ebenso  grossen  Mengen  wie  das  Kali  und  in  denselben  Grenzen 
schwankend,  trifft  man  in  diesen  Boden  den  Gesammtkalk  und  die  Gesammtmagnesia 
an,  so  dass  wir  uns  einen  idcalen  mittleren  Wert  fur  den  Reichthum  der  Boden 
dieses  Meierhofes  folgendermassen  bilden  konnen. 


Phosphorsaure 
Kali    .... 
Kalk  .... 
Talk    .... 
Absorption     . 


Gesammtprocente : 
.    .    .  0-14  .    .    .    . 

.  .  .  2-50  .  .  .  . 
.  .  .  2-00  .  .  .  . 
.    .    .  2-50  .    .    . 


Losliche  Procente : 
.    .    .    .  0-10 
.    .    .    .  0-70 
.    .    .    .  0  50 
.    .    .    .  0*10 


.  80 


Die   Absorptionsgrossen   schwanken    in  Knop'schen   Werten  ausgedrttckt, 

zwischen   68—94%,    der  Mittel  wert    strcift    an  hohe  Absorptionszahlen.    Es  sind 

Boden  von  starker  Absorptionskraft,   und  wie  es  seltener  vorzukommen  pflegt,  fast 
gleich  reich  an  Kali,  Kalk  und  Talk  (Magnesia). 

Audi  die  losliche  Kalk-  und  Talkmenge  reicht  erfahrungsmiissig  aus  die 
gcwohnlichen  Culturpflanzen  mit  Talk  und  Kalk  zu  versorgen.  Wiirde  sich  das 
Verhaltniss  zwischen  kohlensaurem  Kalk  und  Talk  umkehren,  so  wiirde  der  Boden 
minder  fruchtbar  sein.  Wenn  diese  B6den  auch  die  hochgriidigc  Kalkarmut  der 
Tertiiirablagerungen  des  frtther  untersuchten  Budwoiser  und  Wittingauer  Bodens 
nicht  theilen,  so  wird  doch  auch  fiir  diese  Thonboden  eino  oftere  Kalkung  von 
grossem  Wert  sein  und  der  vortheilhafte  Einfluss  derselben  sich  vorziiglich  in 
seiner  Wirkung  auf  den  Humus,  den  Thon  und  die  Silikate  aussern.  Der  Kalk 
wirkt  in  alien  diesen  Boden  in  dreifaclier  Woise,  indem  er  die  ungunstige  physi- 
kalischo  Beschaffenheit  des  Bodens  verbessert,  den  schwerloslichen  Niihrstoffvorrath 
der  Feinerde  aufschliesst  und  den  Nahrstoffbcstand  desselben  erganzt. 

Ein  Thonboden,  der  grossere  Mengen  kohlensauren  Kalkes  enthalt,  zeig* 
bei  einem  grfisseren  Thongehalt  einen  viol  geringeren  Grad  der  Elastizitat  als  der 
an  kohlensaurem  Kalk  sehr  arme,  aber  im  Thongehalt  armere  Thonboden.  Sand- 
biiden  mit  1—2%  Kalkcarbonat  konnen  schon    als  sehr  kalkreich  geltcn,   wahrend 


47 

''n'  Thonboden  erst  bei  einem  doppelt  so  liolion  Kalkgehalt  diese  Bezeichnung  ver- 
dienen  wird.  Unter  Umstanden  ist  freilich  die  Kalkung  des  Bodens  mit  erheblicben 
Kosten  verbunden.  Stehen  aber,  wie  es  gegenwartig  der  Fall  ist,  der  Landwirthschaft 
c'ie  Saturationskalkabfalle  der  Zuckerfabrik  zur  Verfiigung,  so  konnen  die  Riiben- 
fohren  als  Etickfracbt  verfutterbare  Abfalle  und  Saturationskalk  laden  und  die 
Kalkungen  der  bindigsten  Felder  rentabel  werden. 

Die  Menge  des  Kalkes,  welcbe  man  auf  ein  bestimmtes  Grundstiick  auf- 
zubringen  hat,  kann  ja  nacb  Umstanden  sebr  verschieden  sein.  Hierin  muss  der 
Pi'aktische  Versuch  und  die  Erfahrung  entscbeiden. 

Den  zeolithartigen  Bestandtheilen  verdankt  der  Ackerboden  die  Fahigkeit, 
Pflanzenniihrstoffe  in  eigenthumliche  Verbindungszustande  zu  bringen,  aus  welchen 
®le  nicht  ausgewascben  und  von  den  Pflanzenwurzeln  leicbt  aufgenommen  werden 
konnen.  Es  fallen  daher  diesen  Stoffen  wichtige  vermittelnde  Functionen  bei  der  Er- 
nahrung  der  Pflanzen  zu,  sie  sind  Sammler,  Sichter  und  Zubereiter  der  Pflanzen- 
nahrung. 

Die  Menge  der  in  den  zeolithartigen  Bestandtheilen  der  Peterhofer  Acker- 
Doden  vorhandenen  Basen  schwankt  von  13%  im  Dubowecer  bis  zu  19°/0  im  Slony- 
<;l(l°1    die  Absorptionsgrosse   von  G8  bis    94  in  demselben   Verhaltnisse,  was  auf 
lnen  Zustand  guter  Ertragsfahigkeit  hindeutet. 

Den  thonreichsten  bindigsten  TJntergrund  haben  die  „Spaleny"-Griinde  des 
°ierhofes  Zitna,  sind  aber  sowold  in  Ober-  als  Untergrunde  an  Kalk,  Magnesia 
,rul  an  aufgeschlossenen  Basen  sehr  reich  im  Verhaltniss  zu  den  iibrigen  unter- 
suchten  B6den  beider  Meiereien.  Aucli  der  Phosphorsauregehalt  erreicht  in  diesen 
wtinden  beinahe  02%  des  Feinbodens.  Ungewohnlich  gross  ist  auch  der  Reichthum 
1111  Gesamratkali,  welcher  3%  betragt. 


Unt. 


Der  Obergrund  hat  eine  giinstigere  physikalische  Bescbaffenheit  als  der 
;ergrund,  der  gut  drainirt  ist.  Sehr  wirksam  erweist  sich  die  Bearbeitung  der 
^bweren  Thonboden  im  Herbste   und  zeitlich   im  Friihjahre,    indem  ihr  im  ersten 

'alle  der  Einfluss  des  Frostes,  im  letzteren  der  noch  zu  wenig  gewttrdigten  soge- 
ni«mtoi)  P.odengahre  zu  stattcn  kommt,  wodurch  eine  dreifurchige  Ackerbestellung, 
(T?  lle  SOnSt  als   notnweildi8'e  Bedingung  zum  sicheren  Gedeihen  des  Rapses  und 

68  Wintergctreides  betrachtet  wurde,  erspart  werden  kann.  Da  in  dieser  Formation 
Us  Gedeihen  der  Rube,  neben  entsprechender  Bodenbearbeitung,  von  dor  Anwendung 

lner  Stallmistdungung  wesentlicli  bedingt  ist,  so  kann  die  Sicherung  entsprechender 

tr°u-  und  Feldfutterernten  zur  Ermoglichung  einer  recht  schwunghaften  Diingcr- 
P^duction   nicht  genug  empfohlen  werden.    Die  Unterbringung  des  Stalldttngers 

rfolgt  in  einer  Tiefe  von  einem  Dezimeter  mit  einem  Pfluge,  an  welch  em  die  Wiilil- 

0l'i'ichtungeri  angebracht  sind,   in  sehr  widerspanstigem  Boden  mit  dem  Ruchadlo, 

f1"1  der  Minirpflug  folgt. 

,  Mit  iusnahme  der  Luzern  vermag  keine  landwirthschaftliche  Culturpfianze 

eJ  achweren  thonreichen  Untergrund  bis  zur  Tiefe  eines   Meters  zu  durchdringen 
11,1  formlich  zu  kanalysiren,  wie  die  Zuckerrube  im  minirten  Boden. 


48 

Ein  alter  Lehrsatz  der  Bodenkunde  sagt  schon,  dass  es  bei  dor  Beur- 
theilung  des  Bodens  hauptsachlich  auf  die  Menge  der  abschlammbaren  Theile 
ankommt,  denn  von  diesen  hangt  die  Pflanzenerniihrungskraft  eilies  Bodens  ab.  ljS 
folgt  daher  das  Resultat  der  meckanischeu  Analyse. 

Die  Meiereien  Schwarzenberg  und  Zitna. 


Physikalische  Bodcnanalysc- 

In  100  Gewichtsth.  nachbenannter  Ackerbodon  siud: 


M.  Schwarzen- 
berg 


Ssida- 
felder 


Pod 

pekloiii 


M.  Zitna 


Sp&leuy> 

0  vll  lido 


Kouty- 
folder 


lm  Obergrund. 

Skelet  bostebend     f  Steinchen 

aus  Quarz,  Orthoklas-j  Grobsand 

und  Kaliglimmer     |  Feinsand      


Menge  des  Skeletcs 
Menge  der  Feinerde 


12 
16 
17 


45 
55 


5 
11 
13 


29 
71 


12 
15 


In  100  Gewichtstheilen  der  Feinerde: 


Quarz 

Feldspath  und  Glimmer 

Thonige  Substanz  .    .    . 


Hygroskopisches  Wasser 
Gebundenes  Wasser  . 
llumusstoffe        .... 


47-11 
14-59 
38-30 


3-12 
3-08 
2-15 


29-88 
25-69 
44-43 


2-80 
5-10 


36 
64 


28-60 
44-84 
26-56 


2-20 
5-10 


3 
12 

_h; 

31 

69 


23-15 
2576 
61*09 


2-80 
4-90 


Gliihverlust 


Skelet  bestchend     l 
aus  Quarz,  Ortlioklas 
und  Kaliglimmer 


lm  Untergrnnd 

Steinclien 
Grobsand 


Feinsani 


Menge  des  Skcletes 


Menge 


der  Feinerde 


8-35 


2-27 
3-57 
4  81 


10-65 
89-36 


7-90 


2-55 
4-38 
5-22 


7-30 


12-15 

87-85 


In  100  Gewichtstheilen  der  Feinerde. 


Quarz 33*94 

Feldspath  und  Glimmer 40-54 

Thonige  Substanz 25-52 


34-70 
32-43 

32-87 


Gliihverlust 


In  100  Gewichtstheilen  der  Feinerde 

8-96 


24-07 
75-93 


17-12 

34-78 
48-10 


8-61 


7-7 1 


2-78  !     2-94 

8-22     12-42 

13*07     18-94 


34'30 

65-70 


33-22 
36-12 
30-66 


6-36 


49 


Chemische  Zusammensetzirag. 


Herrschaft  Netolitz :  Moioreien  Petrhof, 
Zitna  und  Schwarzenberg 


M.  Petrhof 


Schwammberg- 
feld 


Obor- 
grund 


Unter- 


M.  Schwarzen- 
berg 


Sadafelder 


O  bor- 

n'l-lliul 


Untor- 
grund 


M.  Zitna 


Spalony 
Grilndi. 


Ober-         Unter- 
j^miid  grund 


■n  100  Gew.  Rohbodens  sind: 

Skelet,  Quarz  u.  Orthoklas    .   . 
Feinerde  u.  Kaliglimmer    . 

In  100  Gew.  Feinerde  sind: 

Sandiger  Theil 

rhonige  Substanz 


In   100  Gew.  Feinerde: 

Sygroskopiscb.es  Wasser    .   .   . 

gebundenes  Wasser 

Humus 

Gliihvcrlust 

Gesammtstickstoff 

'n  100  Kg.  sind  enth.  Grammes 

Zuganglicbes  Kali 

«*bnndenes  Kali      

Schwer  loslicbes  Kali 

Gesammtkali 

Natron  (in  celt,  loslicb)  .... 

Zuganglichel 

Gebundene  l 

Gesammt- 

A»%escblossene  Silikatbasen  . 

In  Proc.  des  Feinbodens: 

T%ps 

kdkkarbonat    

jjittererdekaibonat 

£bospborsaure 

■Kali  . 

Natron  !!■'.!!!'.!!! 

Bittererde 

Kalk  . 

Eisen-  und  Thonerde  '.'.'.'. 
5-ieselsanre 


Pliosphorsaure 


Quarz 


Ab 


sorption 


24-90 
75-10 


22-12 

77.88 


51-38 

48-62 


01-47 
38'53 


3-75 
4-32 

1-84 


9-91 
0-151 


178 

377 

1585 


45-00 
55-00 


8-78 
0-045 


49 
393 

1858 


2140 

13 

125 


2300 

95 

11 
119 


130 
16180 


Spuren 
0-40 
0-16 

0-13 
2-14 

0-57 
1-56 
1-14 

28-50 
3(5-86 

27-84 


130 
15210 


Spuren 


0-13 
2-30 
0-45 
1-78 
1-73 
26-61 

[67-00 


85 


61-70 

38-30 


3-12 
3-08 
2-15 


8-35 
0-185 


408 

532 

1140 


2080 

25 

109 
51 


160 

7880 


Spuren 

0-22 

0-07 

0-16 

2-08 

1-40 

0-58 

0-74 

25-20 

47-75 

21-80 


48 


10-65 

89-35 


74-48 
25-52 


35-73 
64-27 


24-07 
75-93 


73-44 

26-56 


51-90 
48-10 


2-20 
5-10 


8-96 
0-033 


204 

560 

1356 


2120 

70 

13 
13 


26 


Spuren 


0-03 
2-12 
1-31 

0-60 

0-88 

25 '04 

32-48 

37-20 


7-30 
0-118 


180 
560 

2360 


3100 

110 

268 
12 


280 
16950 


Spuren 
0-44 
0-11 

0-28 
3-10 
1-38 
4-20 
3-05 
25-20 

[62-24 


85 


8-61 

0-056 


160 

691 

2039 


2890 
140 

166 

16 


182 


Spuren 


0-18 
2-89 
1-35 
5-26 
3-48 
30-42 


6-42 


50 


An  die  abschlammbaren  feinsten  Theilchen  des  Bodens  kniipfen  sicli  die 
wichtigen  Vorganger  der  Absorption,  wesshalb  ihre  Menge  als  Nahrstoffreserve 
bedeutungsvoll  ist. 

Die  kleinste  Menge  an  Feinerde  besitzen  die  Sadafelder  des  Meierhofes 
Schwarzenberg  im  Obergrund  bloss  54%,  wahrend  der  Untergrund  desselben  Feldes 
nahe  zu  90°/0  Feinerde  enthalt.  Hier  kann  also  durcli  Tiefackerung  die  physika- 
liscbe  Bescbaffenheit  des  Obergrundes  leicht  verbessert  werden.  Der  Untergrund 
ist  aber  arm  an  Phosphorsaure.  Reich  an  Feinerde  und  thoniger  Substanz  sind  die 
langen  Felder  und  die  Koutyfelder  des  Meierhofes  Zitna,  die  auch  vorwiegend  reich 
an  grauein  Orthoklas  und  braunem  Glimmer  sind.  Den  kleinsten  Kalkgehalt  besitzen 
ebenfalls  die  Sadafelder.  Sehr  reich  sind  die  betrachteten  B8den,  wie  aus  der  Natui' 
des  Bodens  schon  geschlossen  werden  konnte,  an  Kali,  welches  zu  8%  und  selbst 
in  dem  in  Salzsaure  loslichen  zeolithischen  Kali,  bis  nahe  zu  1%  im  Feinboden  reicht 
Dem  Landwirth  handelt  es  sich  also  in  diesem  Falle  nur  urn  die  Mittel,  dieses 
Alkali  in  solche  Formen  zu  iiberfiihren,  in  welchen  sie  fiir  die  Pflanzen  nutzbar  sind' 
Behandelt  man  solche  Boden  mit  Losungen  von  Gyps,  Ghilisalpeter  oder  KochsalZi 
so  liisst  sich  lurch  diese  Salze  eine  viel  grossere  Menge  von  Kali  in  Losung  iiberfiihren, 
als  wenn  man  den  Boden   in   sonst  gleicher  Weise  mit  reinem  Wasser  behandelt. 

Die  Basen  der  zugesetzten  Salze  tauschen  sich  mit  dem  Kali  der  Zeolithe 
theilweise  aus  und  in  aquivelenten  Mengen  als  erstere  unloslich  werden,  tritt  Kali 
aus  und  wird  loslich. 

Die  genannten  Losungen  wirken  daher  energisch  auf  die  Zersetzung  d01' 
Nahrstoffvorrathe  des  Bodens  ein,  daher  hat  auch  die  Verwendung  des  Gypses  ftls 
Einstreu  in  den  Stallungen  der  genannten  Meierhofe  eine  hohe  Bedeutung,  denn  del' 
Gyps  absorbirt  Ammoniak  und  im  thatigen  Boden  bildet  sich  aus  diesem  Ammoniak" 
sulphat  und  Kalksalpcter,  welche  aufschliessend  auf  das  schwer  losliche  Kali  wirken. 

Am  iirmsten  an  aufgeschlossonen  Basen  sind  die  Sadafelder,  wie  denn  audi 
ihre  Absorptionsgrosse  gering  ist.  Hier  wird  die  Anwendung  des  Atzkalkes  neben 
reichlicher  Stallmistdiingung  am  Platze  sein.  Es  eriibrigt  nur  noch  die  Betrachtuny' 
der  Boden  der  Meiereien  Krainerhof  und  Neuhof,  welche  folgendermassen  zusad' 
mengesetzt  gcfunden  wurden.  *) 

Vergleicht  man  die  Zusammensetzung  der  Boden  dieser  beiden  Meiereien 
mit  jenen  der  anderen  Meiereien,  so  tritt  keine  wesentliche  Verschiedenheit  in  den 
Feincrdemengen  zu  Tage,  wohl  aber  in  dor  Bescbafteidieit  derselben.  Es  verdoppd* 
sich  beinahe  der  Quarzgehalt  der  Feinerde,  wahrend  die  Menge  thoniger  Substanz 
auf  die  Halfte  herabsinkt.  Bei  der  mehr  ebenen  Lagc  der  Felder  dieser  Meiereien 
blieb  der  Yerwitterungsboden  auf  dem  Muttcrgestein  liegen,  ohne  wesentliche  A'1" 
schwemmungen  zu  erleiden. 

Die  kleineren  Gluhvcrluste  oder  thonigen  Zuschiisse  und  niedrigen  Absoi'- 
ptionszahlen  deuten  auf  einen  geringen  Grad  der  Verwitterung,  wir  haben  es  hie1' 
mit  kalireichen  sandigen  Lehmboden,  wie  sich  der  Landwirth  auszudriickcn  pih'r(' 
zu  thun,  in  denen  auch  die  Menge  der  Thonbildner  cine  klcinere  ist,  wie  in  den 
Boden  der  vorhin  betrachteten  Meierhofe. 


*)  Dicse  Analysen  siehe  in  der  Bchlusstabelle. 


51 


An  Kalk  enthalten  diese  B6den  ziemlich  gleiche  Mengen,  an  Magnesia  in 
zwei  Fallen  etwa  nur  72°/0,  an  Phosphorsaure  bedeutend  kleinere  Quantitiiten,  als 
Wle  die  vorhin  betrachteten  Boden  dieser  Herrschaft,  namentlich  als  die  von  Zitna 
llll(l  Schwarzenberg. 

Besser  aufgescblossen  sind  die  Boden   dor   Meierei  Krainerhof  als  Neuhof. 

Dort  Warden  11—16%,   hier  nur  7— 9%  an  aufgescblossenen  Silikatbasen  nachge- 

wiesen,   untei:  denon  sich  grosse  Mengen  leicht  in  Umlaut'  zu  bringendcn  Kalis  be- 

nnden.  Nach  der  Menge  der  aufgescblossenen  Silikatbasen  rangiren  sich  die  Boden 

er  betrachteten  Sektionen  folgendermassen : 


Die  Unterschiede 
sind  sehr  bedeutend. 


M. 

Neuhof  rnit  ....    7- 

-  9% 

M. 

Schwarzcnberg  mit     8- 

-15  „ 

M. 

Krainerhof  mit    .    .11- 

-16 , 

M. 

Peterhof  mit    .    .    .13- 

-21  „ 

M. 

Zitna  mit     .    .    .    .13- 

-21  „ 

IV 


Stellt  man  die  Phosphorsauregehaltc  dieser  Ackererden  umgerechnet   auf 

0Cc"te  <les  rohen  Bodens  nebeneinander,  so  findet  man  folgende  Untcrscbiede, 
;  lttelzahlen  und  Grenzwerthe  an  diesem  wichtigen  Bestandtheil  jeder  fruchtbaren 
4<*erepde. 

Meierei  Krainerhof  Pejsarka  ....  0-017  Phosphors. 

Meierei  Neuhof  (u  plantaze  cllouh6)    .  0-017  „ 

Meierei  Schwarzenberg  (Sadafclder)    .  0'021  „ 

Meierei  Neuhof  (kopafina) 0-032  „ 

Meierei  Neuhof  (Bergfeld) 0-036 

Meierei  Neuhof  (Zmrzla)       0-036  „ 

Meierei  Krainerhof  (Rovina)     ....  0-044  „ 

Meierei  Peterhof  (Sandcra-Fcld)      .    .  0-066  „ 
Meierei  Peterhof  (velky  kus)    ....  0-082 

Meierei  Peterhof  (kasterna)      ....  0-085  „ 

Meierei  Krainerhof  (u  basty)   ....  0-087  „ 

Meierei  Peterhof  (Scbwainmbergfeld)   .  0*096  „ 
Meierei  Peterhof  (Slonyfeld)     ....  0-099 

Meierei  Krainerhof  (sibalka)     ....  0*113  » 

Meierei  Peterhof  (unteres  Grossstiick)  0*115  „ 
Meierei  Zitna  (Spalenyfelder)    ....  0*127 
Meierei  Schwarzenberg   (pod  peklern)  0-197 

Meiere  Zitna  (Koutyfeldcr) 0-206 

Mittel    .    .    .0-082  „ 


Grenzwerthe:  0  017  bis  0-206°/0  Phosphorsaure. 

Untersuoht:  Kourimsky. 

Setzen  wir  die  Grenzwerthe  der  Bodenarten  beider  Formationen  nochrnals 
''7"  einander,  so  erhalten  wir  folgende  Zahlen,  welche  kernes  Commcntars 
"^'fen.  Der  Reichthum  des  Bodens  ist  die  Quelle  der  Fruchtbarkeit.  Der  sehr 
'loho  Gehalt  unserer  Felder  an  Nahrstoffen  der  Pflanzen  ist  die  unerlassig  noth- 
Wei%e  Bedingung  far  nacbhaltig  hohe  Ertrage;    er  ist  aber  nicht  nothwendig  fiir 

4* 


52 


eine  oder  einige  hohe  Ernten.  Er  wird  verschieden  gross  erhalten  werden  miissen 
fiir  das  beste  Gedeihen  verschiedener  Culturpflanzen.  Der  Unterschied  in  der  Be- 
schaffenheit  der  Boden  des  Tertiargebietes  im  Vergleich  zu  jcneni  der  Boden  der 
mittelhohmischen  Gneisformation  ergibt  sich  aus  folgender  Zusammenstellung. 

I.  Tertiiirboden. 


fcilnm 


lin.     Mm, 


Berghof 


Min.     Mm. 


Dworcc 


Min.    Max, 


Miililliof 


Miu.     Max. 


Krnliof 


Min.     Mm, 


Grenz-Wertte 


Min.     Mux. 


Sadft 
KoorWffl 

Als  A» 
naliiw 


In  100  Gew.  des  Rohbodens: 

Skelct 

Feinerde 


In  Procenten  der  Feinerde: 

Quarz  und  Glimmer  .  .  .  . 
Thonigc  Substanz*)  .  •  .  . 
Gliihverlust 

In  Procenten  des  Feinbodens: 

Gesammtpkosphorsiuire    .    . 

Kali  loslich 

Kalkkarbonat 

Magnesiacarbonat     .   .  .  . 

Aufgeschlossene  Basen     .   . 


Gcsammfr 


t  Kali  .... 

Kalk  .  .  . 
Magnesia  . 
Sesquioxyde 
Monoxyde    . 


Absorption 


9-G 


0-05 


0-10 
0-10 

Spur 
7-1 


1-1 

0-5 
0-4 
21*8 


jJ-9 


9 


40 


5-6 


10-2 


0-06  0-15 


14 
52 


0-10 
0-13 
Spur 
8-8 


1-5 

o-:: 
0-5 
8-5 


0-32 
0-27 
0'02 
123 


3-0 
47 


1-8 
0-5 
1-3 
19-0 


fO 
88 


52 
84 


48 
86 


12 

42 


r,-<; 


o-oe 


0-27 
0-10 
Spilt 
5-7 


6-7 


4-0 


0-09  0-04  0'06 


:>•<; 


1-6 

0-5 
0-3 
13-0 


50 


0-28 
0-15 
Spur 
8-0 


1-9 

0-7 
13 
15-0 


1-1 
68 


0-03 
009 

Spur 
2-8 


1-5 

0-4 
0-3 
10-3 


0-25 
0-14 
Spot 
8-8 


2-9 
32 


2-0 
0-6 
0-9 
12-4 


4-1 


5o 


0-01    0-09 


0-06  0-12 


0-12 

Spirt 

2-1) 


0-16 

Spur 
4-0 


3-7 

67 


0-7 
0-5 
0-4 
8T» 


80 


1-9 

0-9 
0-8 
11-7 


82 


4-0 


O'Ol 


o-oo 

0'09 

Spur 

2'0 


0-7 
o-l 
0-01 
8-5 


9-6 


0-15 


40 
60 


78 
22 


(22-6) 


0-32 
0-27 
0*08 
12-3 


2-0 
30 


2-0 
()•!) 
1-3 
21-5 


l-l 


jro4_ 

016 
(0-75) 

0-03 
10-4 

1-4 
0-1 
O'Oi 

2'0 
69 


Wiihrend  die  Grenzwerthe  fiir  rhosphorsiiurc  bei  den  Tertiiirboden  von  Wit' 
tingau  zwischen  0-01 — 0'15°/0  betragen,  erheben  sic;  sich  bei  den  (Ineisboden  von 
Nctolitz  auf  das  Doppelte  von  002 — 033  in  den  Feinerde. 


*)  Nach  Knop  geschlammt. 


11. 

Gneisb6den. 

Peterhof 

Schwarzen- 
bcrg 

2itna 

Krainer- 

hof 

Neuhof 

Grenz- 
werthe 

Mia.    Max. 

Min.   Max. 

Min.    Max. 

Min.  Max. 

Min.   Max. 

Min.   Max. 

1,1  1Q0  Gew.  Rohbodens : 

Skelet 

^inerde    .... 

In  Proc.  der  Feinerde: 

Quarz 

Thonige  Substanz 

Jeldspath,  Glimmer 

Gluhverlust   .    .    . 

In  froc,  des  Feinbodens  : 

K'osphorsaure  .    . 
Kali  (lSslich)    .   . 
^yukkavbcmat    .    . 
Jfognesiakarbonat 

Au/gesclilossene 
J^ascn  . 

^esammtkali     .   . 
^esammtkalk    .   . 
^sammtmagnesia 

?>0«<iuioxyde  .    .    . 
^onoxyde  .... 

Absorption     .    .    . 

96 
63 

37 

75 

21 

55 

45 

79 

24 
64 

36 

76 

22 
74 

26 
78 

28 
61 

39 

72 

21 
55 

45 

79 

25 
35 
11 

37 
52 

40 

21 
31 

14 

50 
54 
40 

17 
26 
30 

35 
51 
44 

39 

18 

28 

49 

28 
40 

40 
15 
30 

53 
26 
32 

17 

15 
11 

53 
54 

44 

7-7 

o-io 

9-9 
0-16 

7-2 
0  02 

9-0 
0-25 

6-0 
0-18 

9-6 
0-33 

6-5 

0-02 

8-3 
0-12 

5-4 
0-02 

5-6 
0'06 

5-6 

0-02 

9-9 
0-33 

0132 
0-26 
0-08 

0-84 
0-46 
0-16 

21-5 

0-74 
0-22 
0-07 

7-9 

0-94 
0  27 
0-12 

IB'0 

0-74 
0-29 
0-09 

130 

0-44 

0-11 

21-0 

0-76 
0-23 
0-06 

110 

0-30 
0'09 

17-0 

0-80 
0-21 
0-89 

7-7 

0-34 
0-10 

8-8 

0-62 
0"21 
006 

7-7 

094 
0-46 
0-16 

21-5 

2-1.4 
0'98 
1-18 
24 
6-1 

2-42 
2-21 
3-64 
27 
9-4 

1-50 
0'90 
0-60 
25 
5-0 

2-12 
3-49 
2-01 
28 
7-0 

2-89 
1-67 
1-84 
25 

8-6 

3-10 
3-48 
5-26 
30 
12-9 

1-86 
0-76 
0-71 
21 
5-4 

3-00 
2-43 
2-44 

27 
8-4 

3-17 
1-44 
0-53 
20 

6-0 

1-67 
1-32 

22 
8-0 

1-50 
0-76 
0-53 
20 
5-0 

3-17 
3-49 
5-26 
30 
12-9 

80 

94 

48 

89 

85 

90 

79 

86 

70 

81 

48 

94 

I 


54 


Bohmisclics  Mittelgcbirge. 

tiber  einige  Basalte  und  Phonolithe  und  ilire  Verwitterungsproducte- 

Westlicli  von  der  Stadt  Lobositz  erliebt  sich  mit  seinem  kleinen  Vorberg'6) 
dem  kleinen  Kibitschken  unmittbar  vom  Elbonivcau,  zwischen  Lobositz  und  Klein- 
Cernosek  aus  einer  im  Grundrisse  naliczu  elliptischen  Bodonanschwellung  der  roiicb- 
tige,  isolirt  stehende,  nacb  Siiden  und  Osten  steil  abfallende  Berg  Lobosch,  welch61" 
aus  einem  kantigen  Riicken  besteht,  dessen  siidliches  Ende,  ein  schoner  abgeru»" 
deter  Bergkegel  von  569  m  Seehoho  kront,  welcher  dem  Blicke  cine  berrlic'10 
Fernsicbt  gewiibrt.  Der  Lobosch  erhcbt  sich  412  m  iiber  die  Elbe  und  besitzt  ein" 
fiir  viele  Berge  des  bohmischen  Mittelgebirges  iiusserst  charakteristische  Gestal*- 
Die  gezogene  domformige  Bildung  gehort  dem  Klingstein  an,  die  kurzen  kantigeD 
Rlicken  und  die  kleinen  Plateaus  meist  dem  Basalt.  Mantelformig  bedecken  *lcl1 
ausgebreiteten  Fuss  des  Lobosch  mehrere  Glieder  der  bohmischen  Kreidefof' 
mation,  die  er  bei  seiner  Erhebung  aus  ihrer  horizontalen  Lage  brachte  und  weh>'lC 
gegen  Siiden  und  Osten  wieder  von  einer  sehr  jungen  Bodcnbildung  dem  L$s' 
mergel  in  einer  gegcn  die  Elbe  bin  zunehmenden  Miichtigkeit  iiberlagert  werdefl- 

Am  siidlichen  Abhange  dieses  miichtigen  Bergcs  liegen  herrschaftlicllC 
Weingarten,  in  die  ein  mit  Mandelbaumen  gezierter  Fahrweg  fiilirt. 

Die  stattliche  Flache  des  Loboschrtickens  wird  von  Waldungen  bedeck 
welche  Schaleichen,  Weissbuchen,  Birken,  Kiefem  und  Fichten  nobst  einigen  Ahor»c"' 
Haselstauden  und  anderem  Strauchwerk  enthalten,  nur  die  basaltische  Spitze  ||C,S 
Barges  ist  fast  kahl  und  von  herabgestiirzten  Basaltsteinen  und  Blocken  cingefa>sstl 
Der  auf  die  Bergspitze  fuhrende  Pfad  durchschnoidet  gerade  die  Grenzlinie  <lct) 
Basaltea  und  Phonolithes  und  es  ist  interessant,  beim  Aufstieg  zur  Rechten  (lof) 
Weges  das  klingende,  mit  einer  schwachen  weissen  Verwitterungsrinde  uberzogeB0 
Phonolithgestein,  zur  Linken  die  dunklen,  mit  einer  braunen  Verwitterungsri»,lc 
bedcckten  Basaltstiicke  malerisch  umherliegen  zu  sehcn. 

Die  Zusammensetzung  der  hervorragendsten  Basalt-  und  Phonolith-lio'f 
des  bohmischen  Mittelgebirges,  ist  durch  die  vorziiglichcn  Untersuchungen  BoHcktf* 
und  Safafih's  ermittelt.  Es  wurden  daher  die  noch  nicht  analysirten  Basalte  deS 
Lobosch,  ferner  des  Eadobyl,  des  Ovtin,  des  Wostry  und  des  Homolka-Bergcs  s<>w'c 
des  Klingsteins  vom  Kahlenberge  bei  Borec  und  ihre  Zersetzungsprodukte  untersucbt' 
Langs  der  Teplitzer  Strasse  ragen  diese  kegelformigen  Berge  aus  den  umlicg<"1(le11 
Pliinerschichten  malerisch  hervor,  die  angrenzenden  durch  Obstcultur  ausgezeicl1' 
neten  Thaler  mit  ihren  Verwitterungsprodukten  bedeckend  und  befruchtcnd. 


Zusammensetzung  des  Phonolithsteines  und  der  Phonolitherde. 


Wasser 


Stein 
.  2-25 


Erde 

.  5-45 


55 


In  100  Gewichtstheilen  der  wasserfreien  Substanz  sind: 


Kieselerde  . 
Thonerde  .  • 
Eisenoxyd  . 
Eisenoxydul  . 
Manganoxyd 
Kalk  .  .  . 
Magnesia  .  . 
Kali  .... 
Natron  .  .  . 
Phosphorsaure 


58-02 
21-98  , 
3-33  , 
0-85 
Spur 
3-20 
0-56 
4-48 
6-46 
0-06 


62-85 
23-26 


\ 


2-96 

I 

Spur 
0-28 
0-22 
6-57 
3-56 
0-10 


altes    in  der   verwitterten 


Bemerkenswerth   1st   die   Zunahme   des   Kaligeh 
Phonolithmasse. 

Die  Analyse  des  ganzen   Gestcines,  des   geloston  und  ungeliisten  Antheils 

6i'gab  in  Procenten: 


B  o  s  t  a  n  d  t  li  e  i  1  e 


Ganzes 
Gestcin 

in  % 


Phosphorsaure  .  . 
Kieselsaure  .  .  . 
Thonerde  .... 
Eisenoxyd  .... 
Eisenoxydul  .  .  . 
Manganoxydnl  .  . 
Magnesia  .  .  .  . 
Kalkerde    .... 

Kali 

Natron 


Des  gc- 
losten 

Antheiles 
in  °/0 


0-06 

58-02 

21-98 

3-33 

0-85 

Spur 

0-56 

3-20 

4-48 

G-4G 


0-22 

44-80 

22-49 

12-00 

3-03 

0-26 

0-42 

7-G8 

1-92 

7-18 


Des  unge- 

liisten 
Antlieiles 

in  °/n 


64-29 

21-69 


0-62 
1-50 
5-57 
6-33 


56 


Sauerstoffverhaltnisse 

obiger  Analyse  und  ihre  Vertheilung  nacb.  einzelnen  durch  die  mikroskopische 
Analyse  sichergosteltcn  Mincralien. 


Bestandtheil 

Dos  golosten  Antheiles 

Des  nigettsten  Antheiles 

Sanerstoff- 
TcrlSlt- 

nissc 

Apatit 

Noseau 

mill 
Rcplu'lin 

Augit        Magietit 

Rest 

Saradin 

Rest 

Phosphorsiinr*! 

0-124 

0-124 

Kieselsaure 

23-892 

— 

15-786 

8-106 

— 

-0  018 

34-285 

34-210 

+  0,075 

Thonerde    .   . 

10-480 

— 

10-480 

— 

— 

— 

10-107 

8-544 

+  1-563 

Eisenoxyd   .    . 
Eisenoxydul    . 

3-600 
0-189 



■ — • 

2-210 

1 0-473 

— 

1 — 

— 

— 

Manganoxydul 

0-002 

— 

— 

0-002 

— 

— 

— 

— 

— 

Magnesia     .    . 

0-168 

— 

— ■ 

0-168 

— 

— 

0-248 

0-248 

— 

Kalk     .... 

3-072 

0-074 

1-316 

1-682 

— 

— 

— 

— 

— 

Kali     .... 

0-326 

— 

0-326 

— 

— 

— 

0-967 

0-967 

— 

Natron     .    .    . 

1-853 

— 

1-853 

1-633 

1-633 

— 

Daraus    resultirt    die    procontische    Zusammensetzung    der    mineralischcn 
Bestandtheile: 


Des  gelOsten  Antheiles 

Des  ungeltlsten  Antkfa 

Bestandtheile 

Nosean 

iiml 

Ncjiliolin 

Jlpalit 

Magnctit 

Angit 

Rest 

Saniilin 

Rest 

Phosphorsaure      

— 

0-220 

| 

Kieselsaure  .    . 

29-598 

— 

— 

15-199 

— 

64-143 

+  0141 

Thonerde  .    . 

22-489 

— 

— 

— 

— 

18-334 

+  3-354 

Eisenoxyd     . 
Eisenoxydul  . 



, 

1 1-797 

9-904 

— 

— 

1 — 

Manganoxydul 

— 

— 

— 

0-009 

— 

— 

— 

Magnesia  .    . 

— 

— 

— 

0-280 

— 

0-413 

-— 

Kalk  .... 

4-606 

0-259 

— 

1-682 

— 

— 

— 

Kali  .... 

1-919 

— 

— 

— 

— 

5-699 

— 

Natron  .... 

•  • 

•  * 

7-180  | 

— 

, —         — 

6-327 

— ■ 

Summa  . 

65-792  1 

0-479  1 

1-797 

27-074  1 

4-858 

94*916 

3-495 1 

57 


Die  Grundmasse  des  untersuchten  Phonolith's  vom  Lobosch  besteht  wc- 
sentlicli  aus  Nephelin  gemengt  mit  Nosean  und  Sanidin  in  winzig  kleinen  Tafelchen 
llI*d  erscheint  im  polarisirten  Liclite  lichtgrau  und  mattblau.  Die  Vertheilung  des 
sparsamen  Apatit  und  Magnetit  ist  ziemlich  gleichmassig. 

Nimmt  man  von  der  procentischen  Menge  eines  jeden  Minerals  aus  dem 
gelosten  Antheile  den  0-2933ten  und  aus  dem  ungelosten  Antheile  den  0"7067sten 
■Theil,   so  erhiilt  man  die  mhieralische  Zusammensetzung  des  Phonolites.    Der  in 


zsaure  geloste  Antheil  betrug  29-33%.  Der  untersuclite  Klingstein  enthalt  daber 


Sal 

an  Nephelin  und  Nosean',19%,"an  Sanidin  67%,  an  Augit  8%,  an  Magnetit  0-5%, 

an  verwittertem  Thonerdesilicat  5%  mit  einer  Spur  Schwefeleisen  und  0-14%  Apatit. 


Chemische  Zusammensetzung  des  Loboschbasaltes. 

In  100  Gewichtstbeilen  wasserfreier  Substanz  waren  entbalten  im: 

Basaltstein:  Basalterde: 

Kieselsfture 41-050 56-37 

Thonerde 11-779 16-50 

Eisenoxyd 0-890 | 

Eisenoxydul 17-160 J 

Kalk 11-620 

Magnesia 12-410 

Kali 1-334 • 

Natron 3-457 

Phospliorsaure 0-570 

Dor  Glubverlust  des  Steines  betrug  2"05,  der  Erde  10-0%.  In  Salzsaure 
liiston  sich  vom  Steine  52%,  von  der  Erde  34%.  Der  salzsaure  Auszug  war  fol- 
8'endermassen  zusammengesetzt : 

Stein  Erde 

.  21-47  Kieselsiiure     ....  14-09 
.    8-04  Thonerde 5-92 


10-38 

7-00 
5-72 
117 
2  43 

0-33 


Zeolitiscbe  Kieselsiiure 
Thonerde     


Eisenoxydul 11  "01  Eisenoxyd    .   . 

Kalk     . 2-35  Kalk     .    .    •    • 

Magnesia 4-13  Magnesia     .    . 

Kali 1-18  Kali 

Natron 2-30  Natron     .   .   • 

Phosphorsaure 0-56  Phosphorsaure 

Schwefelsaure      Spur  Schwefelsiiure 


9-44 
1-32 
2-34 
0-41 
0-19 
0-30 
Spur 


Wasser 1'02  Wasuer 10'04 


58 


Zusammensetzung  ties  Loboschbasaltes. 

Sauerstoffverhiiltnisse   dor  Analyse    und  ihre  Vertlieilung  nach  einzelnen  (lurch  die 
mikroskopische  Analyse  sichergestellten  Mineralien. 


Bestandtheile 

Sanerstoff- 
TerhSltnisee 

Kiesclsiuiro     .    .    . 

21-892 

Thononle     .... 

5-489 

Eisenoxyd  .... 

0-267 

Eisenoxydul    .    . 

3-813 

Magnesia    .... 

4-960 

Kali 

0-226 

Natron 

0-892 

Phosphorsfture  .   . 

0-321 

Apiilil 


Nopliflin 
Lencit 


Angit 


Rest 


0-214 


0-321 


3-541 
2-357 


0-226 
0-892 


12-478 
2-656 


0-793 

0-476 


3-249 
0-327 
3-127 


3-317 


4-780 


0-464 
4-316 


0-267 
0-100 


4-0-3 


Daraus  resultirt  die  procentische  Zusamensctzung   der  miueralisehcn  Be- 
standtheile. 


Bestandtheile 

Mejge 
ilor 
Sttffe 

Apatil 

Nephelin 

unit 
Lracit 

Angit 

1 
lliotit           Oliiiii 

M;i»nctii 

Best 

Kicselsaurc     .    .    . 

41-050 

— 

6-639 

23-397 

1-487 

8-964 

— 

+  0-363 

Thonerde    .... 

11-778 

— 

5-057 

5-699 

1-022 

— 

— 

— 

Eisenoxydul   .   .   . 

0-890 

— 

— 

— 

— 

— 

0-890 

— 

Eisenoxyd  .... 

17-160 

— 

— 

14-624 

— 

2-087 

0-449 

— 

Magnesia    .... 

12-409 

— 

— 

0-818 

0-793 

10-798 

— 

— 

Kalk 

11-621 

0-745 

— 

10876 

— 

— 

— 

— 

Kali 

1-334 

— 

1-334 

— 

— 

— 

— 

— 

Natron    .    . 

3-456 

— 

3-456 

— 

— 

— 

— 

— 

Phosphors&ure  .   . 

0-569 

0-569 

— 

— 

— 

. — 

— . 

"TFBSff" 

100-267 

I-3M 

16-486 

55-414 

3-302 

21-849 

1-339 

59 


Der  krystallinisch  dichtc  Loboschbasn.lt  besteht  daher  aus  l(>-5  Nephelin 
and  Leucit,  aus  22°/0  Olivin,  aus  3'30/0  Biotit,  aus  55%  Augit  und  1-8%  Magnetit. 

Dor  Basalt  verwittert  almlich  wic  der  Phonolith,  doch  unterschcidet  er 
sich  wesentlich  dadurch  von  dem  Letzteren,  dass  dieser  Vorgang  vermoge  des  he- 
deutend  hohcren  Kalk-  und  Magnesiagehaltes  und  der  dabei  eintretenden  physika- 
lischen  Veriinderung,  bei  ihm  viel  schneller  eintritt.  Der  Nephelin  und  Leucit,  die 
in  Salzsaure  leichter  loslichen  Mineralien  unterliegeu  der  Zersetzung  viel  leichter, 
il'«  die  in  Siiuren  schwerer  loslichen,  wie  der  Augit.  Es  treten  Kalk,  Magnesia  und 
Natron  aus,  wiihrend  Kali  und  Phosphorsaure  zuruckgehalten  werden.  Beide  Grund- 
gesteine  des  Lobosches  sind  kalireich  besonders  abor  der  Phonolith.  Vorherrschend 
sind  aber  ini  Basalt  der  Kalk,  die  Magnesia  und  die  Phosphorsaure  und  im  Pho- 
nolith  das  Kali.  Letzterer  gibt  eine,  an  den  drei  genannten  Pnanzenuiihrstoffen 
anne  Erde,  eine  seichte  Verwitterungsdecke,  die  sich  daher  mehr  nur  fiir  den 
Waldbau  eignct,  wiihrend  im  Basaltboden  die  anspruchsvollsten  Culturpflanzen  das 
•ippigste  Gedeihen  zeigen.  An  Phosphorsaure  ist  der  Loboschphonolith  arm  und 
c*as  unterscheidet  ihn  in  agronomischer  Hinsicht  wesentlich  von  dem  angrenzenden 
basalt,  welcher  die  neunfache  Phosphorsiiuremenge,  dagegen  nur  den  vierten  Tlieil 
fler  Kalimenge  des  Phonoliths  enthiilt.  Der  Kaligchalt  niinmt  relativ  in  der  Pho- 
nolitherde  zu.  Durch  Salzsaure  wird  aus  dem  Phonolithgestein  von  den  Pflanzen- 
niilirstoffen  besonders  Natron,  Kalkerde,  Magnesia  und  Phosphorsaure  ausgezogen, 
Weniger  Kali.    Die  Yerwitterung  bewirkt  iihnliches. 

Die  zwei  Basaltberge  Lobosch-  und  Iladobyl  bilden  die  Eingangspforte  in 
die  bohmische  Schweiz  und  schreiben  don  Fluthen  der  Elbe  ihren  Weg  vor,  die  in 
einem  weiten  Bogen  den  Fuss  dieser  stattlichen  Berge  bespiilt. 

Chemische  Zusammensetzung  des  Radobylbasaites. 
In  Procenten  der  wasserfreien  Substanz: 

Kiesclsiiure 38'78 

Thonerde l8"43 

Eisenoxyd °    ■ 

Eisenoxyd  ul °  ai 

Manganoxydul u  IO 

Kalk 1;,,'0(r) 

Magnesia n'°') 

Natron 4'f 

v  v                                                           .    ■    1*29 
Kali 

-nt,       i       ••                                                      .    .    0'66 
Phosphorsaure   

Titansfture ■    '   '      ','; 

Summa  ....  99'44 

Anruhend  folgt  aus  den  Ilesultaten  der  chemischen  Untcrsuchung  die 
toineralogische  Zusammensetzung  des  Radobylbasaites  und  die  chemische  Analyse 
seines  Verwitterungsproductes.  Dieser  steile,  dem  Lobosch  sehr ahnhche  dom- 
fSrmige  Basaltberg  bildet  den  wttrdigen  Abschluss  eines  Ins  an  die  Elbe  bei  Ca  o  c 
verlaufenden  Mittelgebirgsgliedes.    Der  Radobylbasalt  unter   die  Feldspathbasalte 


60 


geziihlt,  besteht  aus  einera  groben  Gemenge  von  Augit  und  Olivin,  zahlreichem 
Magnetit,  aus  triklinem  Feldspath,  aus  Nephelin  und  Anorthit.  Die  Augitdurch- 
schnitte  sind  durch  Schalenstructur  ausgezeichnet.  Dieser  Basalt  ist  reich  an  Apatit, 
er  enthalt  auch  Titaneisen. 

Von  Salzsiiure  und  Natronlauge  werden  gegen  54%  des  frischen  Steines 
zersetzt  und  aufgelost;  gegen  46%  bleiben  im  Rtlckstande.  Fast  s&mmtliche  im 
Steine  enthaltenen  Alkalien  (Kali  und  Natron)  werden  von  dieser  Siiure  ausgezogen. 
Olivin,  das  einzige,  an  Magnesiasilikaten  reiche  Mineral,  welches  sich  durch  leichte 
Zersetzbhrkeit  auszeichnet,  und  der  sehr  natronreiche  Nephelin  unterliegen  am 
schnellsten  der  Zersetzung.  Unter  a  folgt  die  cliemische  Analyse  des  frischen  und 
unter  h  die  des  verwitterten  Gesteines. 


enthaltcn 


Gliihverlust  . 
Phosphorsiiure 
Kalk  .... 
Magnesia  .    .    . 

Kali 

Natron  .    .    .    . 


In  100  Gowichtsthcilen  der  wasserhaltigen  und  wasserfreien  Substanz  waren 


Wasserhaltig 
a  b 

2.14 11-80. 

0'65 0-35  • 

12-75 3-10  . 

10-84 6-45  . 

1-27 1-83  . 

4-27 0-96  . 


Wasserfrei 

a 

b 

0-66 

0-40 

13-00 



3-51 

11-05 

.   .   . 

7-31 

1-29 

.... 

2-08 

4-34 

1-09 

Wenn  man  die  frische  und  verwitterte  wasserfreie  Substanz  dieses  Basaltes 
mit  einander  vergleicht,  so  findet  man  im  Verwitterungsprodukt  wieder  weit  we- 
niger  Kalk,  Natron,  Magnesia  als  im  Steine,  dagegen  nimint  das  Kali  zu,  welches 
im  Zersetzungsprodukt  relativ  auf  das  doppelte  stcigt.  Der  feldspathartige  Be- 
standtheil  verwandelt  sich  langsam  in  Kaolin,  wenn  die  Basaltmasse  in  Wacke 
iibergeht.  Sie  enthiilt  dann  Kornchen  von  Augit  und  Magneteisen.  Das  Zersetzungs- 
produkt ist  ein  eisenschussiger,  thonreicher,  dem  Pflanzenwachsthum  sehr  zusagender 
Boden,  der  durch  die  Fruhjahrswiisser  abgeschwemmt,  auf  den  ebeneren,  den  Berg 
umschliessenien  Planerkalkplateaus  abgelagert  wird. 

Wie  die  folgende  Interpretation  der  chemischen  Analyse  zeigt,  wurde  der 
untersuchte  Basalt  etwa  aus  1-6%  Apatit,  0-83%  Titaneisen,  9%  Magneteisen, 
19-9%  Nephelin,  18-83%  Augit,  8-35%  Olivin,  12%  Anorthit  und  29%  Feldspath 
bcsteheu. 


61 


Zusammensetzung  des  Radobylbasaltes. 

Sauerstotfinengen  fur    einzelne   chemische  Bestandtheile  und  ihre  Vertheilung  nach 

einzelnen  Mineralien. 


Bestandtheile 

SimcrstolT 

Apatit 

Titanciscn 

Hagnetit 

Olivin 

Anortliit 

Noplielin 

Augit 

I'eMspath 

Anracr- 
hiig 

Kieselsiiure     . 
Thonerde     .    . 
Eisenoxyd 
Eisenoxydul    . 
Kalk    .... 

• 

8-818 
5-266 
1-850 
1-102 
0-974 
1-308 
0-040 
0-926 
0-207 
0-364 

0;ii9 

io-(i:i7 

0-062 
2-763 
3-109 
0-198 
0-012 

0-270 
0-36)4 

0-120 

(H19 

1-850 
0-609 

1-716 

0-373 

1-308 
0-040 

2-750 
2-046 

0-704 

4-352 
3-219 

0-926 
0-207 

— 

1.229 

o-ooi 

60 

3 

03 

a 

o 

S3 

■  a-Z, 

3  iO 

c 
3 

:<S 
m 

N 

"3 

GO 

Magnesia     .    . 
Manganoxydul 
Natron     .    .    . 
Kali     .... 

* 

Phosphorsiiure 
Titansaure 

• 

iiieselsaure'     . 

Eisenoxydul    . 
Kalk    ..... 
Magnesia,     .    . 
Natron     .    .    . 

— 

— 

— 

— 

— 

4-144 
1-100 

1-842 
0-921 

6'493 

2-232 
0-062 
0-921 
2-188 
0-198 
0-012 

CD 

i 

:o3 

GQ 

CO 

>     GO 

3 

a 

Kali     .    . 

Procentische  Berechnung  der  mineralischen  Bestandtheile  des  loslichen  und 

des  unlbslichen  Antheiles. 


Iiestandtlieile 


(|iiiinliiiii      Apatit 


Masnetit 


Kieselsiiure 
Thonerde  . 
Eisenoxyd  . 
Eisenoxydul 
Kalk  .  .  . 
Magnesia  . 
Manganoxydul 
Natron  .'  . 
Kali     .    .    . 

Phosphorsaure 
Titansaure 

Kieselsaure 
Thonerde     . 
Eisenoxydul 
Kalk    .   . 

Magnesia     . 
Natron     . 
Kali     . 


Summa 


18' 

II- 
6' 
4 
3' 

.".■ 

o- 

3 
1 
0' 

0- 

I!) 

7' 
0 

9 

!■ 
0 
()■ 

99 


SI 
30 
L6 
93 
39 
:ll 

18 

59 
■22 

66 

32 

94 
13 
•28 
61 

'78 

'77 
07 
•44 


0-94 


0-66 


0-51 


0-32 


L-60!  0-83 


6-16 

2-74 


fllivin 


3-22 


1-68 

3-27 
0-18 


8'90    8-35 


Anorthit    Noplirlh 


l'fMs|i;itli    Samma 


5-15 
4-39 


2-45 


11-99 


8-16 
6-91 


3-59 

1-22 


19-88 


2-29 


7-77 
2-36 

6-41 
2-29 


18-8; 


12-17 
4-77 
0-28 
3.20 
5-49 
0-77 
0-07 


29-04 


■53-86 


>  45-58 


Anruhend  folgen  die  chemischcn 
bei  Borec. 


Analysen  des  OvSin-  und  Homolkabasaltes 


62 


Chemische  Zusammensetzung  ties  „Ovcinbjisaltcs"   bei  Borec  unci  ties  Basaltes 
von  der  „IIomolka"  bei  Wchinitz  (Lobositz). 

Die  Menge  der  in  Salzsliure  loslichen  Bestandthcile  war  folgende: 

Ovcln  Ilomolka 

Gliihverlust 1-65-    ....    3'05 

Thonerde 9-75 9*23 

Eisenoxyd 3-81 7-85 

Eisenoxydul 12-41 8'22 

Kalk •    .    .    2-10 2*21 

Magnesia 2'02 2-27 

Natron 3-68 2-08 

Kali 0-84 0-64 

Phosphorsaure 026 0-18 

Kieselsiiurc 25'67 21-07 

Sunimc  der  loslichen  Bestandthcile     .  (52-19 56-80 

Unloslicher  Ruckstand .  38-14 43-20 


100-33 


100-00 


Die   in  Salzsaure  unloslichen  Rflckstande  waren  nach  einer  Analyse  von 
Fr.  Kourimsky  folgenderniassen  zusammengesetzt : 


Ovcln 

Thonerde     3-26  .  . 

Eisenoxydul Spur  .  . 

Kalk      8'75  .  . 

Magnesia 7-79  .  . 

Natron —    .  . 

Kali —    .  . 

Kieselsaure 18-34  ....      25-78 


Ilomolka 
.     1-37 
.  Spur 

.  8-94 
.  6-08 
.  0-90 
.    0-13 


Summc  des  Ruckstandes 3814 


43-20 


Nachdem  die  chemische  Zusammensetzung  der  beiden  untersuchten  Basalt- 
proben  nur  unbedeutend  abweicht,  so  beweist  dies,  dass  die  Basaltart  der  beiden 
Beuge  die  gleiche  ist.  Dicse  Basalte  sind  nicht  reich  an  Kali  und  Phosphorsiiin'*'- 
Walirond  es  gelingt,  aus  den  beiden  Basalten  durch  lange  Digestion  mit  Salzsaure 
siinuntliche  Alkalien  und  alles  Eisen  auszuziehen,  vermag  man  aus  den  Phonolithefl 
durch  dicsclbe  Siiuro  an  Kali  und  Natron  bedeutend  weniger  zu  extrahiren.  l)o1' 
augitreiche  Zersetzungsriickstand  wechselt  zwischen  38  bis  43°/0. 

Die  Interpretation  dor  chemischen  Analyse  des  OvSinhamltes  ergibt  folgend6 
wahrscheinliche  mineralogische  Zusammensetzung  der  untersuchten  Gesteine. 


63 


Sauerstoffmengen  fur  einzelne  Bestandtheile  und  ihre  Vertheilung  nach  einzelnen 

Mineralien. 


Bcstandtheilo 

Sauer- 

stoff 

Apatit 

Leucit 

Neplic- 
lin 

Biotit 

Olivin 

Augit 

Rest 
Silikat 

Kieselsiiure     .    .    . 

23-470 

2-312 

3-202 

2-750 

3-106 

11-000 

+1-100 

Thonerde    . 

6-063 

— 

0-866 

2-398 

1-650 

— 

1-149 

— 

Eisenoxyd  . 

1-143 

— 

— 

— 

— 

— 

0-274 

+0-869 

Eisenoxydul 

2-757 

— 

— 

— 

— 

0-282 

2-475 

— 

Kalk    .   .    . 

3-119 

0-096 

— 

— 

— 

— 

3-023 

— 

Magnesia     . 

3-924 

— 

— 

— 

1-100 

2-824 

— 

— 

Natron    .    . 

0-949 

— 

0-145 

0-804 

— 

— 

— 

— 

Kali     .    .    . 

0-145 

— 

0-145 

—         — 

— 

— 

— 

Phosphors&ure 

0-144 

0-144 

Procentische  Berechnung 

der  mi 

neralischen  Bestandtheile. 

Bestandtheile 

Quan- 
tum 

Apatit 

Leucit 

Nephe- 

lin 

Biotit 

Olivin 

Augit 

Rest 

Kieselsfture    .  .  . 

44-01 

_ 

4-34 

6-00 

5-16 

5-82 

20-63 

+  2-06 

Thonerde    .    . 

13-01 



1-86 

5-14 

3-54 

— 

2-47 

— 

Eisenoxyd  .   . 

3-81 

— 

— 

— 

— 

— 

0-91 

+  2-90 

Eisenoxydul   . 

12-41 

— 

— 

— 

— 

1-27 

11-14 

— 

Kalk    .... 

10-85 

0-33 

— 

— 

— 

— 

10-52 

— 

Magnesia    .    . 

9-81 

— 

— 

— 

2-75  j    7-06 

— 

— 

Natron    .    .    . 

3-68 

— 

0-56 

3-12 

— 

— 

— 

— 

Kali    .... 

0-85 

— 

0-85 

— 

— 

— 

— 

— 

Hiosphorsiiure 

0-25 

0-25 

— 

—         — 

— 

— 

— 

Nasser    .    .    . 

1-65 



— 

— 

— 

— 

— 

i 

Summa  . 

100-33 

0-68 

7-63 

14-26 

11-45 

14-15 

45-67 

4-96 

,  Zusammenstellung   der  Analysen  der  frischen  Basalte   uud  der  in    emeni 

^stimmten   Stadium    der  Verwitterung   befindlichen    Zersetzungsprodukte   a)    des 
Jc«»i  und  b)  des  Homolka. 


64 


In  Procenten  der  wasserhaltigen  Substanz. 


Bestandtheile 


If'riach 

Verwittert 

I'ViscJi 

Verwittert 

a 

a 

I) 

I. 

1-65 

14-82 

3-05 

13-86 

— 

3-24 

— 

1-92 

44-01 

39-68 

46-85 

38-25 

29-23 

26-70 

25-30 

32-41 

10-85 

5-23 

11-15 

6-25 

9-81. 

7-93 

8-35 

6-14 

3*68 

0-61 

2-98 

1-19 

0-85 

0-73 

0-77 

0-85 

0-20 

0-23 

0-18 

0-15 

Glfihverlust 

Kohlensaure  Kalk     .    . 

Kieselsaure 

Eisenoxyd  und  Thonerde 

Kalk 

Magnesia 

Natron 

Kali 

Phospliorsaure    .       .    . 


In  Procenten  der  wasserfreien  Substans 


Bestandtlieile 


Kohlensaure  Kalk     .    .    . 

Kieselsaure , 

Eisenoxyd  und  Thonerde 

Kalk 

Magnesia 

Natron 

Kali 

Phospliorsaure 


Frisch 


Verwittert 


a 


44-748 
29-720 
11-032 
9-974 
3-741 
0-864 
0-264 


3-803 
46-583 
31-345 
6-139 
9-309 
0-716 
0-857 
0-270 


Frisch 


I) 


Verwittert 


48-323 
26-095 
11-5.01 
8-6.12 
3-073 
0-791 
0-185 


2-228 
43-404 
37-624 
7-255 
7-127 
1-381 
0-986 
0-174 


Aus  dem  Vcrgleich  der  vorliegendon  Analysen  folgt,  dass  bei  diesen  Ba- 
salten  nur  der  Kalk  und  das  Natron  einer  starken,  die  Magnesia  und  die  Kiesel- 
saure einer  schwachen  Auslaugung  untcrliegen.  Kali  und  Phosphorsaure  von  der 
thonig  werdenden  Masse  absorbirt,  bleiben  dem  Zersetzungsprodukt  erhalten.  Mi" 
neralogisch  betrachtet  ist  der  Basaltboden  ein  Aggregat  von  basaltischem  Staub, 
Grus,  von  vcrwitterten  thonigen  Theilchcn  mit  unzersetzten  basaltischen  Brocket 
durch  den  zlihen  thonigen  Kitt  zur  compacten  Massevorbunden.  An  steilon  Berg' 
geblngen  bestcht  or  nur  aus  loscn  Blocken  und  Geschieben  zwischen  denen  modrig6 
Basaltorde    oingebettet   liegt,    die  das   Emporschiessen  von  einer   ttppigen  Wald- 


65 


vegetation  gestattot.  Nur  tier  abgeschwemmte,  am  Fusse  der  Basaltberge  lagernde 
sehr  bindige,  thon-  und  eisenreiche  Boden  bildet  den  bauwiirdigen,  fruchtbaren 
Ackerboden.  Im  feuchten  Zustande  ist  derselbe  klebrig,  trocknet  aber  zu  einer, 
fast  steinharten  schwor,  bearbeitbaren  Masse  aus.  Aus  der  Hauptgruppe  von  Ba- 
salten,  denen  der  feldspathige  Bestandtheil  gtozlich  abgcht  und  dessen  Stelle  ein 
Glasmagma  einnimmt,  wurde  weiter  ein  Basalt,  die  verwitterte  Oberflache  dosselben 
und  die  zu  Erie  zerfallene  Basaltmasse  cheraiscb  untersucbt. 

Nordlich  von  der  Zuckerfabrik  Chlumcan  erhebt  sich  ein  isolirter  Basalt- 
hugel,  der  cine  herrliche  Aussicht  auf  das  Mittelgebirge  bietet.  Mantelformig  ist 
er  von  seinen  Verwitterungsprodukten  umgeben,  welche  tief  herab  die  Oberflache 
der  auf  Planer  ruhenden  Acker  bedecken  und  denselben  ein  an  Phosphorsauro 
reiches  Bodenmaterial  zuftihren. 

Der  krystallinisch  dichte  Basalt  dieses  Hiigels  gebort  zu  den  Magmaba- 
salten  und  besteht  wesentlich  aus  Augit,  Magnetit  und  Glasmagma.  Das  Lctzterc 
Ist  ein  Gemenge  von  vorherrschendcm  Nephelin  mit  mehr  oder  weniger  Anorthit 
Und  jemehr  dasselbe  vorwaltet,  umsoinebr  nimmt  die  Menge  der  Alkalien  in  den 
Kasalten  zu,  wie  deren  Zersetzbarkeit  durch  Salzsaure,  wobei  sich  die  Kieselerdc 
fl°ckig  ausscheidet.  Die  Bestandtheile  dieses  Basaltes  sind  zu  einem  gleicbartigen 
dichten  Gemenge  von  kleineren  und  grossercn  Augitkrystallen,  Magnetit  und  spar- 
samen  Olivinkornern  vereinigt  und  in  einem  graulichen,  an  Mikrolithen  reichen 
Magma  eingebettet.  Apatitnadcln  sind  mehrfach  vorhanden,  dalier  riihrt  der  Phos- 
P'lorsiinregehalt  dieses  Gesteines.  Die  Augitkrystalle  scldiessen  zablreiche  Augit- 
1T»du-olitlien  und  Magnetitkornchen  ein,  die  sparsamen  Olivindurchschnitte  sind  in 
eine  gelbgriine  Serpentinsubstanz  umgewandelt.  Das  Basaltpulver  braust  mit  Siiuren 
behandelt,  sehr  schwach  auf.  Um  niclit  nur  den  Gchalt  dieses  Gesteines  an  vcr- 
Schiedencn  Pflanzennahrstoffen  und  ihre  Menge,  sondern  audi  das  Verhalten  desselben 
walirend  des  Verwitterungsprocesses  kenncn  zu  lernen,  wurden  verschiedene  Gesteins- 
Proben,  sowie  die  sorgfiiltig  abgeliiste  oberste  verwitterte  Rinde  des  Gesteines  und 
0I1(Uieli  der  aus  dem  verwitterten  Basalt  sich  bildende  Thonboden  einer  eingehend 
Cnemisch-mikroskopischen  Untersuchung  unterworfen  mit  folgenden  Resultaten :  *) 

1.  Der  Basaltstein. 

2.  Die  Verwitterungsrinde  desselben. 

3.  Der  Basalttlion. 

Die  chemische  Untersuchung  des  Basaltes  und  seiner  Verwitterungsprodukte 
|';,lrt,  dass  zuniichst  durch  die  oxydirende  Wirkung  der  atmospharischen  Luft  das 
jl'isenoxydul  in  Eisenoxydhydrat  umgewandelt  und  Kieselsiiure  ausgeschieden  wird. 
J{«lativ  niuinit  die  Kieselsiiure  zu,  der  Wassergehalt  wird  um  so  bedeutendcr,  je 
Weiter  die  Verwitterung  des  Gesteines  fortschreitet,  unter  Bildung  von  wasserhal- 
Jgen  Thonerdesilikaten.  Die  Kohlensaure  zersetzt  zunachst  die  Kalksilikate,  dann 
( lu  Eisenoxydulsilikate.  Die  ockergelbe  Verwitterungsrinde  deutet  auf  eine  Oxy- 
< jation  des  Eisenoxyduls  und  Zersetzung  dieses  Silikates.  Besonders  interessant  ist 
aie  Zunahme  der  Kohlensaure  in  der  Rinde,  die  daher  audi  mit  Store  iibergossen, 
•aftchtig  aufbraust  und  ihre  bedeutende  Abnalime  wieder  in  der  Erde,  wo  in  Eolge 


*)  Tag.  66. 


66 

der  Veranderung  des  Aggregatszustandes  des  verwitterten  Basaltes  oin  Auslaugen 
des  kohlensauren  Kalkee  durch  Eegenwasser  erfolgte. 

Eine  sehr  geringe  Verminderung  erlitt  der  Magnesiagehalt  des  Gesteines. 
Dagegen  wird  "aus  dem  Basalthon  das  Natron  stark  ausgewaschen,  wahrend  das 
Kali  zunimmt,  weil  das  letztere  Alkali  von  dem  sich  bildenden  Thon  machtig  zur 
rttckgehalten  wird.  Auch  die  Pliosphorsiiure  erscheint  im  Boden  gegeniiber  dem 
Steine  etwas  vermehrt. 

Der  untersuchto  Basalt  gehort  zu  den  an  Natron  und  an  alkalischen  Erden 
reichen  Basalten,  ist  dagegen  niclit  reich  an  Kali.  Wahrend  es  Leucit  und  Feld- 
spathbasalte  gibt,  welche  2,  3  bis  4°/0  Kali  enthalten,  enthalt  dieser  Basalt  kaum 
ein  Proc.  Kali.  Auch  an  Phosphorsaure  ist  er  nicht  bcsonders  reich.  Er  enthalt 
1I3°I0,  dieser  kostbaren  Saure  wahrend  bei  einigen  anderen  Basalten  der  Phosphor- 
sauregehalt  bis  auf  2%  steigt. 

Analyse  des  Magmabasaltes  von  (Mumek  bei  Psclian. 


Bestandtheile 


Wasserhaltig 


Stein 


Binde 


Erde 


Wasserfrei 


Stein 


B,inde 


Erde 


Wasser  .... 
Phosphorsaure  . 
Schwefclsaurc  . 
Siliciumsiiure  . 
Kohlensaure 
Aluminiumoxyd 
Eisenoxyd  .  . 
Eisenoxydul  .  . 
Kalciumoxyd  . 
Magnesiumoxyd 
Natriumoxyd  . 
Kaliumoxyd  .    . 


Smiiina 


In  Salzsaure  waren  Ibslich: 


Basen 
Natron 
Kali    . 


3-560 
0-499 
0-003 

41-840 
0-880 

17509 


12-770 
3-710 

11-159 
3-631 
3-449 
0-821 


99-831 


29-279 
0-540 
0-308 


10-500 
0-471 
Spur 

39-699 
2-674 

16-937 

15-054 

8-019 
3-196 

2-508 
0-828 


99-886 


27-557 
0-806 
0-317 


19-280 
0-481 
Spur 

39-169 

(W,07 
16-576 
14-217 

4-718 
2-925 
1-035 
0-940 


0-515 
0-003 

43-383 
0-912 

18-156 

13-241 
3-846 

11-571 
3-764 
3.577 
0-850 


99-948 


42-951 
0-099 
0-317 


0-536 
Spur 

44-357 

2-988 

18-924 

16-821 

8-960 
3-572 
2-802 
0-926 


0-594 
Spur 

48-525 

0-753 

20-536 

17-613 

5-845 
3-624 
1-283 
1-165 


99-818 


30-360 
0-560 
0-320 


99  886 


30-790 
0-901 
0-355 


99-938 


53-210 
0-123 
0-393 


Als  Compostmatcrial  verdient  dieser  Basalt  Beachtung. 

Das  Phonolithgestein  vom  Kahlenberge  bei  Borotsch  zcigt  in  DiinnscliliB011 
farblose  Leistchen  als  vorwaltcnden  Bestandtheil.  Neben  diesem  tritt  der  Nosean 
in  grauon,  triiben,  meist  aufgelosten  Durchschnitten  in  den  Vordcrgnmd,  Aug1* 
(Amphibol)  Magnetit  ist  minder  zahlreich  vorhanden.  Die  woitor  unten  folgende 
Interpratation  der  chomischen  Analyse  zeigt,  dass  der  untersuchto  Phonolith  nicht 
mchr  ganz  frisch  war,  da  ein  grcisserer  Best  von  Kieselsaure  und  Thonerde  z11 
verthcilen   bleibt,   der   offenbar   scinen    Alkalicngehalt   theilweise    bereits   verloren 


67 


hat.  Hiernach  besteht  der  untersuchte  Phonolith  wahrschcinlich  aus  14°/0  Nosean 
"nd  Nephelin,  aus  14%  Augit,  45%  Saaidln,  0-7%  Magnetit,  0-3%  Apatit  und 
16  /o  kieselsaurer  Thonerde,  Der  Phonolith  und  das  Verwitterungsprodukt  desselben 
waren  wie  folgt  zusammengesetzt.  Dor  in  Salzsaure  losliche  und  unlosliche  Antheil 
18'  weiter  unten  mitgetheilt  und  interpratirt.  Die  Gesainmtanalyse  des  Zersetzungs- 
Pi'oduktes  in  eincm  gewissen  Stadium  tier  Verwitterung,  auf  wasserfreie  Substanz 
"nigerechnet,  ergab  folgende  Werthe.  Der  Gliihverlust  des  verwitterten  Antheils 
betrug  5-85%,,  der  des  frischen  Stcines  3-9%. 

Zersetzungsprodukt 


Stein 

Kieselsaure  ....  57-2! 
Thonerde  ...  .  20-45 
Eisenoxyd  ....  0*52 
Eisenoxydul     .   .   .    5-80  . 

Kalk 4-73 

Magnesia 0-20 

Natron 5"77 

Kali 5-14 

Phosphorsiiuro  .    .    .    014 


74-08 

[20-72 

2-34 
0-30 
0-72 
0-69 
0-18 


99-96  99-03 

Der  in  Salzsaure  losliche  Antheil  des  Gesteins  betrug  39-6%,  der  unlos- 
"Cne  60-4%.  Wfthrend  es  gelingt  aus  vielen  Dasalten  durch  hinrcichend  lange 
J)lgestion  des  feinst  zerriebenen  Materials  mit  Salzsaure  sammtliche  Alkalien  aus- 
zuziehen,  vermag  man  aus  dem  Phonolith  durch  dieselbe  Siiure  erst  den  zehnten 
J-heil  des  Kalis  und  die  Halfte  des  gesammten  Natrons  zu  extrahiren.  Im  Zer- 
8etzungsprodukt  hauft.sich  die  Kieselsaure  an.  Am  starksten  wird  das  Natron  fort- 
8°iuhrt.     Der  Sanidin   widcrsteht  der   Zersetzung    unter  alien  Geinengtheilen  am 

lai'tnackigsten.  Der  Phonolith  widerstcht  dor  Verwitterung  liinger  als  der  Basalt 
,lnd  gibt  nur  eine  schwache  Bodcndecke.  Zwar  finden  sich  Stellen,  wo  er  sich  vollig 
*ersetzt  und  in  einen  weissen  Thon  umgewandelt  hat,   aber  in   der  Kegel  ist  der 

^hngsteinboden  cin  rohes  silikatreiches  Getriimmer,  welches  in  einen  sehr  wenig 
""Uchtbaren  Boden  iibergeht. 

^auerstoffmengen  fiir  einzelne  Bestandtheile  und  ihre  Vertheilung  nach  einzelnen 

Minerallen. 


Bestandtheile 

l>es  geliisten  Autheilcs 

Dos  migoliiston  Antlioilos 

SaucrslolT 

£$ZSL\    Augit    |  Magnetit  |  Apatit 

Itosl 

fiancrslollj    Augit    |  SMldia  j     Host 

Kieselsaure 

9-365 

3-026 

0-802 

5  537 

19-950 

1-685 

15-951 

2-314 

■Ihonorde    . 

4'804 

2-019 

— 





2-785 

4-375 

— 

3-987 

0-388 

Eisenoxyd     

Eisenoxydul 

Maiigaiioxydul  .       .    . 
Kalk    .   . 

— 

. — 

— 

fO-150 

— 

— 

— 

— 

— 

— 

0-442 

— 

0-242 

\0-050 

— 

— 

0-802 

0  802 

— 

— 

0110 

— 

o-uo 

— 

— 

— 

— 

— 

■ — 

— 

0-477 

0-070 

0-353 

— 

0-054 

— 

0  831 

0-83.1 

■ — 

— 

Magnesia 

0  024 

— 

0-024 





— 

0-052 

0-052 

— 

— 

Kali     .    . 

0-093 

0-093 



__ 



— 

0-745 

— 

0-745 

— 

Natron 

0-754 

0-754 







— 

0-679 

— 

0-679 

— 

Phosphors&ure  .... 

0-081 

— 

— 

0-081 

— 

— 

— 

— 

— 

68 


Procentische  Berechnung  der  mineralischen  Bestandtheile. 


Bestandthcile 


Kicsclsaurc  . 
Thonerde  .  . 
Eisenoxyd  .  . 
Eisenoxydul  . 
Manganoxydul 
Kalk  .... 
Magnesia  .  . 
Kali  .  .  .  . 
Natron  .  .  . 
Phosphorsaure 
Gliihverlust  . 
Summa  . 


Substanz 


faun 
NepMn 


Angit 


17-500 

10-309 

1-989 
0-489 
1-659 
0-060 
0-547 
2-921 
0-143 
3-900 


39-577 


5-674 
4-333 


1-504 


1-089 

0-489 

0-245  1-227 

—    j  0-060 

0-547    — 

2-921     — 


13-720,  4369 


Magnclil 


0-500 
0-225 


Apatit 


0-187 


0-143 


0-725  0-330 


Rest 


Nulistam 


10-382 

5-976 


16-358 


37-408 
9388 

3-609 


Angit 


2-890 
0-130 
4-387 
2-637 


60-449 


3-160 

3-609 


2!)-!»0i) 

8-556 


2-890 
0-130 


9-789 


Saniilin       Best 


4-387 
2-637 


45-489 


4-339 
0-832 


5-171 


Der  Grund  der  geringen  Fruchtbarkeit  des  Phonolithbodens  liegt  theils  in 
seiner  chemischen  theils  in  seiner  physikalischen  Beschaffenheit.  Die  in  kalter  10°/0 
Salzsaure  ISslichen  Pflanzennahrstoffmengen  sind  bei  vielen  Klingsteinboden  be- 
sonders  in  Bezug  auf  Kalk,  Schwefclsaurc,  Magnesia  und  Phosphorsiiure  nicht  be- 
deutend,  die  durch  Verwitterung  in  jedem  Naturboden  sich  anhiiufenden  Quantitaten 
von  physikalisch  leicht  gebundenen  Niihrsalzen  ott  gcringfiigig.  Dazu  komnit  der 
Umstand,  dass  die  durchschnittliche  Miichtigkeit  des  Klingtcinsbodcns  unbedeutend, 
gediegener  Felsgrund  stets  nur  mit  einer  schwachen  Rasennarbo  besetzt  ist,  wed 
er  dem  Eindringcn  der  Wurzeln  einen  grossercn  Widerstand  entgegensetzt  als  an- 
dere  Gesteinc,  namentlich  der  Basalt,  welcher  je  nach  seiner  wechselnden  minera- 
logischen  Zusammensetzung  zwar  verschieden  schnell  verwittert,  der  aber  den  Me- 
teorwassern  bei  seiner  Neigung  zur  Zerkltiftung,  und  bei  seiner  meist  porosen 
Beschaffenheit  ein  viel  tieferes  Eindringen  gestattct. 

Unter  dem  Einfluss  der  Athmospharilien  biisst  der  Basalt  seine  bctriicht- 
liche  Festigkeit,  die  ihn  zu  einem  verbrciteten  Schottcrmatcriale  gemacht  hat, 
bald  ein  und  unterliegt  haufig  einer  ungemein  schnellen  Zerstorung  und  Unwandlung- 
Die  lebhaften  Klagen  der  Strasscneinraumer  auf  balbwegs  starker  befahrenen,  IB" 
Basal tsebotter  beworfenen  Strassen,  die  ansehnlicbcn  Kothhiigel,  die  jaliraus,  jabreiB 
von  denselben  gewonnen  und  als  Compostmaterial  vorwendet  wcrden,  zeigen,  dass 
der  festeste  Basalt  nicht  allein  durch  mechanische  Kriifte,  sondcrn  auch  unter  M^' 
hilfe  der  meteorischen  kohlensaurchaltigen  Wiisser  und  der  Oxydation  einer  schnel- 
leren  Zersetzung  unterliegt,  als  man  friiher  geglaubt  hat.  Die  Karbonisirung  schreitet 
rasch  von  der  Oberflache  nach  der  Tiefe  zu. 

Auf  den  Bergen  ist  wieder  die  Neigung  des  Basaltes  zur  AbsonderuBgi 
Spaltung,  Zerkliiftung  die  Ursache,  dass  die  Meteorwiisser  leicht  eindringen,  dort 
ihr  auflosendcs  Spiel  trciben,  zwischen  Schutt  und  Gcrolle  die  Ansiedelung 
einer  reichen  Flora  begiinstigen  und  ihr  stets  neues  pflanzennahrendes  Materia 
zufiihren.    Nach   dem   chemischen  Bestande  muss  ja  der  Basalt  einen   ergiebigen 


69 

Ackerboden  liefern,  doch  wird  bei  ihm  stets  physikalisch  nocli  weiter  zu  unter- 
scheiden  sein,  zwischen  dem  urspriingliclieu  Verwitternngsboden  mit  ebenfalls 
seichter  Bodcndecke  und  den  lacunaren  Misclibildungcn,  die  oft  grnndverscliieden 
v°m  Basaltboden  sind. 

Erst  in  der  Ebenc  finden  sich  machtige  Absiitze  dos  Basaltbodens,  del- 
tas fruchtbarste  Erdreich  liefert.  Loider  sind  dieso  Ablagerungen  von  geringer 
Ausdelinung.  Wie  keine  zweite  Gebirgsart  zcigt  der  Basalt  eine  iiberaus  mannig- 
ialtige  und  iippige  Flora,  und  sagt  auch  alien  Laubholzern  besonders  zu,  weil  or 
audi  in  physikalischer  Hinsicht  in  Folge  seiner  leichten  Erwarmungs-  und  Feuchte- 
erhaltenden  Fabigkeit  zu  den  begtinstigtesten  Bodenarten  ziihlt. 

Chemische  Zusammcnsetzung  des  Wostrybasaltes  bei  Milleschau. 

In  Procenten  der  wasserfreien  Substanz: 

Kieselsiiure 45-80 

Thonerde 13-41 

Eiscnoxyd 6-89 

Eisenoxydul 5-69 

Kalk 9-91 

Magnesia      12-82 

Kali 1-41 

Natron 3-57 

Phosphorsiiure ■    0'46 

Summa  ....  99-96 

Der  Wassergehalt  der  frisclien  Substanz  betrug  3-53%. 

Nach  der  Verthoilung  der  Sauorstoffquantitiiten  der  chemischen  Verbindungen 
an  die  einzelnen  Mineralien  bestclit  der  untcrsu elite  Basalt  wahrscheinlich  aus  10% 
^agnetit,  9°/0  Ncplielin,  13%  Andesit,  12*6%  Leucit,  34-3%  Augit,  17%  Olivin  und 
1,]3%  Apatit  3%  Rest. 

Anruhend  folgt  die  proceutischo  Berechnung  der  mineraliscben  Bestandtheile. 

sauerstoflfmengen  fur  einzelne  chemischen  Bestandtheile  und  ihre    Vertheilung 

nach  einzelnen  Mineralien. 


Bestandtheile 

Sauer- 
stoff 

Magno- 
tit 

Ncphe- 
lin 

Andesit 

Leucit 

Augit 

Olivin 

Apatit 

Rest 

Kieselsiiure  . 
Thonerde  .   . 
Eisenoxyd     . 

Eisenoxydul  . 
Kalk  ... 

Magnesia  .   . 
Kali   .... 
Matron  .    . 
Phosphorsiiure 

24-424 
6-249 
2-067 
1-264 
2-849 
5-125 
0-240 
0-921 
0-259 

2-067 
0-687 

2-035 
1-524 

0-511 

4-337 
1-513 

0-170 
0-080 

0-170 

3-840 
1-440 

0-240 
0-240 

8-728 
1-772 

0-510 

2-487 
1-269 

3-837 

0-061 
3-776 

0-192 
0-259 

1-647 

I 


70 


Procentische  Berechnung  der  mineralischen  Bestandtheile. 


Bestandtheile 

Sub- 

stanz 

Magne- 
tit 

Nephe- 
lin 

Andcsit 

L  oucit 

Augit 

Olivin 

Apatit 

Rest 

Kieselstae  . 

Thonorde  .    . 
Eisenoxyd     . 
Eisenoxydul  . 
Kalk  .... 
Magnesia  .    . 
Kali  .... 
Natron  .    .    . 
Phosphorsiiurt 
Summa  .    .    . 

45-80 
13-41 
6-89 
5-69 
9-91 
12-82 
1-41 
3-57 
0-46 

6-89 
3  09 

3-81 
3-27 

1-98 

8-13 
3-25 

0-59 
0-20 

0-66 

7-20 
3-09 

1-41 
0-93 

16-37 
3-80 

2-32 
8-65 
3-17 

7-20 

0-28 
9-44 

0-67 

0-46 

-1  3-09 

99-96 

9-98 

9-06 

12-83 

12-63 

34-31 

16-92 

113 

3-09 

Das  Vonviegen  yon  Feldspath,  Ncpholin  oder  Leucit  hat  auf  die  Zusammen- 
setzung  des  Basaltes,  seinen  Kaligehalt  und  die  Ffthigkeit  rascherer  Zersetzung 
den  griissten  Einfluss.  Die  Kalimengen  der  bohmischen  Basalte  wechseln  nach  den 
sehr  schatzbaren  Mittheilungen  Bofickfs  zwischen  Spuren  bis  zu  2-7°/0,  wiihrend 
die  Phosphorsfture  von  imbedeutenden  Quantit&ten  bis  zu  2%  ansteigt,  fast  immcr 
jedoch  in  fur  die  Landwirthschaft  bedeutungsvollcn  Mengen  auftritt.  Bei  den  Phono- 
lithen  steigt  mit  dem  Vorwalten  des  Nephelin,  Leucit  und  Nosean  ebenfalls  der  Alkali- 
gehalt  und  der  in  Sauren  zersetzbare  Antheil,  soinit  auch  die  Zersetzbarkeit  des 
Klingsteins  unter  dem  Einfluss  der  Athniospkarilien  und  der  sich  ansiedelnden  Piianzen- 
decke,  doch  ist  fiir  den  Fruchtbarkcitsgrad  des  sich  bildenden  Naturbodens  der 
physikalische  Zustand  des  zerfallendon  Gcsteines  und  die  Art  der  Stoffbindung  i© 
Boden  von  besonderem  Einfluss.  —  Ausserdem  entscheidet  die  mehr  oder  wenig©1' 
geneigte  Unterlage  des  Bodens  iiber  seine  Fruchtbarkeit,  denn  nur  der  feinerdereiche 
Basaltboden  frommt  dem  Landwirth ;  dieser  lagert  aber  in  den  Gcsenkcn  und  Thal- 
griinden  am  Eusse  der  Basaltberge,  wiihrend  die  schroffen  Abhiingc  haufig  ganZ 
kahl  oder  nur  mit  einer  beschoidenen  Waldvegetation  bedeckt  sind. 


71 


Bohmische  Kreideformation. 


Ein  grosser  Theil  Bohnicns  wird  von  mineralischen  Gebilden  bedeckt, 
Welche  unter  dem  Namen  der  Kreideformation  bekannt  sind  und  unter  der  mitwir- 
kenden  TMtigkeit  mikroskopischer  Seethiere  gebildet,  in  kalkig  sandigen  und  kalkig 
tlionigon  cliemischen  Verbindungen  auftreten. 

Wie  wichtig  das  Studium  der  Ablagerungen  dieser  Formation  ist,  ergibt 
sich  schon  aus  der  einen  Thatsache,  dass  sie  in  Bohmen  allein  einen  Fliicheninhalt 
von  288  Quadratmeilen  umfasst. 

Unter  dem  Lokalnamen  Planer  (opuka)  breitet  sich  dieses  Gestein  im  Nord- 
Westen  bei  Kaaden  und  Libowitz  beginnend,  bis  gegen  Blansko  in  Mahren  aus 
«nd  steigt  sudlich  bis  zu  den  Holienziigen  von  Neustraschitz,  Prag  und  Kuttenberg 
an-  Es  bildet  die  Grundlage  eines  vorziiglichen  Ackerbodens  und  eines  intensiven 
Ackerbaues  und  nimmt  daher  unsere  ungetheilte  Aufmerksamkeit  in  Anspruch. 

Die  furstlich  Schwarzenberg'schen  Guter  Postelberg,  Neuschloss,  Zittolieb, 
Tauzetfn,  Wrscliowitz  und  solbst  Lobositz  liegen  im  Pliinergebiet  und  partizipiren 
an  siimmtlichen  acht  Schichtenstufen  dieses  miichtigen  Meeressedimentes,  welcbe 
der  geschiitzte  Geolog  Krejcl  mit  Lokalnamen  bezeichnet  hat. 

Am  siidlichen  Fusse  des  Lobosch,  auf  den  Kottomiefer  Anhohen,  oberhalb 
der  Dorfes  Welhotta  und  auf  dem  rechten  Elbeufer  bei  Gross-(3ernosek  tritt  der 
''liinersandstein  in  Wechsellagerung  mit  gelbem  Kalkmergel  auf  und  wird  in  der 
Richtung  gegen  Kamaik  ganz  vom  Planerkalk  bedeckt.  Auf  der  Dobrai  und  gegen 
Kottomief  verliert  dieser  Planer  den  kohlensauren  Kalk  ganzlich  und  geht  in  ein 
testes  Thonsilikat  iiber. 

Mehrere  Kalksteine  aus  diesen  Kreideschichten  so  wie  ihre  Vcrwitterungs- 
Pi'odukte  wurden  chemisch  untersucht  und  zwar  Steine  und  Erden  jener  Kalk- 
schichten,  die  beim  Steinbruche  ober  Welhotta  beginnen  und  westlich  am  Fusse 
des  Lobosch  sich  hinziehend,  die  Boden  der  herrschaftlichen  Weingiirten  bilden 
und  den  Weissenberger  Schichten  angelwren,  dann  Gesteinsproben  aus  dem  Stein- 
bi'uch  von  Lissa  bei  Gross-Cernosek  und  vom  Berge  „Weisse  Leite"  zwischen 
Kamaik  und  dem  Berge  „Radobyl"  den  „Teplitzer  Schichten"  verwandt. 

Im  landwirthschaftlichen  Interesse  lag  es,  die  in  jenen  Fluren  besonders 
verbreiteten  Gesteinschichten  in  ihrer  urspriinglichen  Beschaffenheit  und  in  ihren 
wichtigeren  Verwitterungsstufen,  so  wie  die  aus  den  lctzteren  unmittelbar  hervor- 
gehenden  Bodenarten  einer  genauen  chemischen  Analyse  zu  unterwerfen. 

Wie  schwierig  es  aber  ist,  cntsprechende  Gestcins-  und  Erdproben  aus- 
z'iheben,  und  in  dieser  Hinsicht  den  Anspruchen  des  Chemikers  zu  geniigen,  kann 
n«i'  derjenige  ermessen,  welcher  sich  solbst  mit  derartigen  Arbeiten  befasst  hat. 
Auch  konnten  die  chemischen  Untersuchungen  nur  auf  charakteristische  Gesteins- 
und  Bodentypcn  ausgedehnt  werden,  weil  bei  der  Durcheinanderlagerung  so  vieler 


72 

Schichten  und  dem  Vorkommen  mehrerer  Varietiiten  einer  und  derselben  Scluchte, 
dann  bei  dera  Umstande,  als  scharfe  Abgrenzungen  nicht  bestehen,  und  h&ufig 
das  eine  Gestein  in  das  andere  ttbergeht,  sicli  die  Zahl  der  zu  untersuchenden  Ge- 
steine  so  angehiiuft  hiitte,  dass  iliro  analytische  Untersuchung  in  der  vorbezeichneten 
Weisc  undurchfuhrbar  gcworden  ware. 

Berechnet  man  Stein  und  Erde  jeder  Bodenprobe  auf  100  Gcwichtstheilc 
wasserfreier  Substanz  nach  Abzug  der  Karbonate,  so  gelangt  man  riicksichtlicli  dos 
Verhaltens  der  angefiibrten  Gesteine  wahrend  ihres  Zerfalles  zu  Ackererde,  zu 
folgenden  bemerkcnswcrthcn  Resultaten: 

Durch  Verwitterung  erhohen  sich  die  Gliihverluste,  d.  i.  es  bilden  sich 
wasserreichere  Doppclsilikate  und  nimmt  in  der  Regel  der  kohlensaure  Kalk  ab, 
nicht  aber  die  Silikate  des  Kalkes  und  der  Magnesia,  dercn  Menge  relativ  zunimmt. 
Dagegen  unterliegt  wieder  das  Natron  einer  starken  Auslaugung,  so  dass  die  Steine 
an  diesem  Alkali  stets  reicher  sind  als  die  aus  ihnen  hervorgchenden  Erden, 
wiihrend  das  austrctendo  Kali  von  der  immer  thoniger  werdendon  Erde  wieder  al>- 
sorbirt  und  zuruckgelialtcn  wird,  so  dass  der  Kaligehalt  in  der  Erde  gegeniiber 
dem  Steine  zu,  statt  abnimmt.  Die  Natur  hat  aber  audi  fur  Mittel  gesorgt,  dem 
Verlust  an  Phosphorsiire  zu  begegnen,  indem  der  in  den  Gesteinen  enthaltcne,  iffl 
Regenwassor  losliche  phosphorsaurc  Kalk  in  den  Verwittcrungsprodukten,  wie  in 
der  zuletzt  zuriickbleibenden  Ackererde  absorbirt,  unter  Bildung  von  Eisen-  und 
Thonerdophosphaten  in  schwercr  losliche  Verbindungsformen  iiberfiihrt  und  zuruck- 
gehalten  wird,  und  so  fur  die  Existenzbedingungen  kommender  Geschlechter  gesorgt, 
indem  sic  den  Triimmern  der  Gesteine  die  merkwttrdige  F&higkeit  verlich,  die 
kostbarsten  Prlanzennahrstoffe  an  sich  zu  reissen,  denn  an  der  Erdoberniiche  sollte 
sich  im  Lichte  der  Sonne  das  Leben  entfalten  und  in  zunehmender  Fiille  fort- 
bestehen. 

Chemische  Zusammensetzung  von  Gesteinen  der  bbhmischen  Kreideformation  und 

ihrer  Verwitterungsprodukte. 


liezeiclimmy 


Ort  der  Probenalimo 


Untorgucliungsobjekt 


Teplitzer   S  c  h  i  c  h  t  e  n 


Jji.s.sd  boi  Qro8s*OzernoB6k 


Slot  11 


VcrwiUcrimgH 
produkt 


VoTii  Bergei  WelBse-Lelte 
zwlfl^iion  Kniiiailt  n.  Rftdoby) 


VerwiUcrunKH- 

piodnkt 


Gluhverlust 


3-754 


5-290 


3-053 


In  100  Gewtheilen  des  wasserfreien  Steines  und  Feinboclens. 


Kohlensaurer  Kalk  .    . 
Phosphorsaure  .... 

Kieselsaure 

Eiscnoxydul 

Eiscnoxyd  

Aluminiumoxyd     .    .    . 

Caleiumoxyd 

Magnesiumoxyd    .   .   . 

Kaliumoxyd 

Natron 

Summa  der  Silikate 


13-932 


0 

74 
3' 

5 
0- 
0 
0 

1 


146 

579 
•328 

■319 
086 

475 
950 

185 


86-0(58 


9-120 


0-166 

78-335 

2-808 
5-674 
1-316 
0-491 

1-330 
0-760 


90880 


49-560 


0-059 

41-702 

1-792 

4-342 
0-361 

0  351 
0-841 

0-992 


50-440 


8-987 


29-345 


0-153 

58-834 

2-718 
5-814 
1-095 
0-638 
1-120 
0-283 


70-655 


73 


_       I"  Procenten  der  wasserfreien  Substanz  nach  Abzug  der  Karbonate. 


liezeichuung 


Ort  dor  Probenahme 
Untersuchungsobjekt 


Phosphors  aure 
Kieselsaure  . 
Eisenoxydul  . 
Eisenoxyd  .  . 
Thonerde  .  . 
Kalk  .... 
Magnesia  .  . 
Kali  .... 
Natron    .    .    . 


To  ]>  1  i  i,  ■/.  v.  v    S  c.  h  i  c  li  I,  e  ii 


Tjlawa  bol  Grosg-CKOrnosek 


Ktoln 


VerwiUcrunKH- 
produkt 


0-170 
86651 

3-867 

6-180 
0-100 
0-552 
1-103 
1-377 


100'0(X) 


0-183 
86-197 

3-090 
6-243 
1-448 
0-540 
1-463 
0-836 


100-000 


Vom  Barge :  WoisBe-Jjotto 
mvteclien   Knmnlk   n.   Itadoliyl 

Stein              I      Vetwitterung»- 
produkt 


0-117 

82-684 

3-553 

8-608 
0715 
0-696 
1-667 
1-960 


100-000 


0-216 

83  272 

3-847 
8-228 
1-549 
0-903 

1-585 
0-400 


100-000 


Professor  Boficky  fiihrt  in  den  sehr  bemerkenswerthcn   Arbeiten   der  che- 

mischen  Sektion   fur   die  Landesdurchforschung  Bohmens  1872  an  (Pg.  27),  dass 

aus  den  mitgetheilten  Analysen  von  K  John  hervorgehe,  wie  der  Alkaligehalt  des 

;^ners  iiusserst  gering  sei,  nur  in  den  mit  dem  Basalte  in  unmittelbarem  Kontakte 

efindUchen  Plilnerprobcn   bctrage   derselbe  einige  wcnige  Prozente  und  dies  gebc 

er  Verrauthung  Raum,.  dass  die  Alkalien  bei  der  Eruption  des  Basaltes  aus  der 

asaltsubstanz  in  den  Planerkalk  gelangten. 

Wir  werden  aber  aus  den  zahlreichen,  spftter  folgenden  Analysen  vieler 
ohmischer  Pl&nergesteine  noch  mehrmals  ersehen,  dass  dieselbcn  audi  da,  wo  sie 
lch  nicht  in  der  unmittelbaren  Nahe  der  Basalte  beiinden,  niclit  so  arm  an  Al- 
<alien  sind,  als  Boficky  annahm  und  dass  ihre  Verwitterungsprodukte,  wolche  den 
clcer-und  Waldbodcn  grosser,  sebr  fruchtbarer  Landerstriche  im  nordlichen  Bohmen 
"den,  ducbaus  nicht  kaliann  sind. 

^  Auf  der  Dobrai  gegen  Dubkowitz  und  gegen  Kottomirz  verliert  der  Planer*) 

0l1  kohlensauren  Kalk  gftnzlich  und  geht  in  ein  festes  gelbbraunes  Tlionsilikat 
er,  welches  grime  Eisensilikat-  (nicht  Glaukonit)  Kornchen  eingesprengt  enthalt. 
0l't  ist  er  auch  sehr  arm  an  Versteinerungen. 

Der  aus  diesem  Gestein  hervorgehende  Boden  zeigt  folgendc  Zusammensetzung : 

■n  100  Gewichtstheilen  der  bei  100°  C.  getrockneten  Erde  sind  enthalten. 

Steinchen 12-78 

[   Grobsand 3-96 

Feinsand 5-88 

Feinster  Sand 7P60 

[   Thon 5-27 

Kalk  und  Talkkarbonat  .    ■    0-51 

100-00 


)  Dio  Analyse  diesos  Planers  ist  auf  Pg.  83  zu  linden. 


74 


In  100  Gewichtstheilen  lufttrockener  Feinertle  sind  enthalten. 

Hygroskopisches  Wasser 1"84 

Gebundenes  Wasser •    .    .    1'80 

Humus ■    •    •    1'86 

Gliihverlust 5-50 

Feinboden 94-50 

In  100  Gewichtstheilen  Feinboden  sind  enthalten. 

Chlor 0-02 

Sulphate  (Gyps)     Spur 

Kalkkarbonat 0155 

Talkkarbonat ■    •    •  Spur 

Summc  der  Karbonate  ....  0'65 

Kieselsiiure 8047 

Ihonerde     11*73 

Eisenoxyd 4-77 

Kalciumoxyd 0-84 

Magnesia 0-51 

*r } ^^ 

Sunrme  der  Kieselsiiure  unci  Silikatbaseu  .    .    .  99'33 

Aufgcschlossene  Basen 9-32 

Absorption  der  Feinerde 72-00 

In  heisscr  concentrirter  Salzsaure  loston  sicli: 

In  Prozenten  des  Feinbodens: 

Natron 009 

Kali 025 

Phosphorsiiure 0'08 

Verfolgen  wir  die  im  Bozirke  verbreitetsten  Gesteinsschichten  und  zwar  dis 
„Teplitzer  Schichtcn"  des  Planers  am  rechten  Egerufer,  so  begegnen  wir  ihnen 
zuniichst  am  nordlichcn  Abhange  der  Hiigel  von  Lipno  gegen  die  Thalflache  W- 
Sic  bilden  als  blassgelbe  thonige  Mergel  die  Hiigel  bei  Skupitz  in  der  Niihc  des 
MaMtzer  Baches  und  den  niedrigen  Uferrand  bis  Malnitz.  An  der  Eger  scn>st 
stehen  von  der  Mundung  des  genannten  Baches  gegentiber  von  Postelberg  bis  zuin 
Dorfe  Priesen  weiche  Mergel  an.  Die  unteren  Schichtcn  dieses  Mergels  gehoren 
ebenfalls  dem  Teplitzer,  die  oberen  der  hochsten  Planerstufe  den  sogenannten 
,,1'riosner"  Lacculitenschichten  an,  weiche  audi  den  von  Frdbrandprodukten  be" 
deckten  Kreuzberg  zusammensetzen.  *) 

*)  Sieho  „Archiv  fiir  Landesdurchforschung"  von  Dr.  Kofistka  u.  Krejcf. 


75 


Chemische  Zusammeusetzung  des  Bacculitenmergels  vom  rechten 
Egerufer  von  Priescn  foci  Postelberg. 

Stein  Erde 

Gliihverlust 6-004 9-857 

In  100  Gewichtstheilen  des  wasserfreien  Steines  und  Feinbodens: 


Kohlensaurer  Kalk 
Phosphorsaure 


.  23-816 3-781 


.    .    0-112 0-046 

Kieselsaure 60-714 65-664 

Eisenoxydul         }  —  — 

Eisenoxyd  ,  .    .  10713 23-763 

Aluminiurnoxyd    J  —  — 

Calciumoxyd     .....  1-015 1-532 

Magnesiumoxyd    ...    1170 1-664 

Kaliumoxyd 1*420 2-580 

Natron 1-040 Q'970 

Summa  der  Silikate    .76-184 96-219 


In  Procenten  der  wasserfreien  Substanz  nach  Abzug  der  Karbonate. 

Stein  Erde 

Phosphorsiiure      .    .    .    0-127 0-048 

Kieselsfture 79-699 68-245 

Eisenoxydul  \  — 

Eisenoxyd     I  .    .    .    .  14-075 24-697 

Thonerde      J  —  — 

Kalk 1-334 1'592 

Magnesia 1-537 1-729 

Kali 1-863 2-681 

Natron 1-365 P008 


100-000 


100-000 


Der  gelblichgraue ,  leicht  verwitternde  „Teplitzer"  Mergel  erscheint  auf 
do1;  ZittOlieber  Herrschaft  bei  dem  Dorfe  Cencic  und  bildet  den  nicdrigen  Hiigel, 
ailf  welchem  die  Kirche  dieses  Dories  steht. 

( "emischo  Zusaininensetzung  des  Teplitzer  Merge!  vom  tJeneieer  Hiigel. 


Gliiliveilust   . 


Stein            Verwittcrungsprodukt 
4-650 7-785 


7G 


In  100  Gewichtstheilen  ties  wasserfreien  Steines  und  Feinbodens. 


Kohlensaurer  Kalk 


1 1  -559 


29*575 


Phosphorsaure  ....    0-026 0-087 

Kieselsaure 7(1-706 54-484 

Eiscnoxydul         j  — 

Eisenoxyd  I  .    .    8-520 11-177 

Aluminiuinoxyd    J             —  — 

Calciumoxyd     ....    1-101 2-134 


Magnesiumoxyd 


0-388 


0-873 


Kaliumoxyd 0-750 1-060 

Natron ■    0-950 ■    Q-6J0 

Summa  der  Silikatc    .  88-441 70-425 


In  Procenten  der  wasserfreien  Substanz  nach  Abzug  der  Karbonate. 


Stein 

Verwitterungsprodukt 

Phosphorsaure  .   . 

.    .    0-030  . 

0-128 

Kieselsaure  .   .   . 

.    .  86-730  . 

....  77-362 

Eisenoxydul   |  .   . 

....     — 

Eisenoxyd      1  .    . 

.    .    9-635  . 

....  15-870 

Thonerdo       1  .    . 

Kalk 

.    .    1-245  . 

....    3-030 

Magnesia 0-438 1-239 


Kali 0848 

Natron 1074 


1-506 

0-865 


100-000 


100-000 


Derselbe  Mergel  abcr  in  vorschiedcnen  thonigen,  sandigen  odor  kalkigen 
Abstufungen  erstreckt  sich  im  Siiden  vom  basaltischen  Chlumberge  der  Chlumcanci' 
Zuckerfabrik  liber  Pschan  hinaus,  bis  gegen  die  holier  aufsteigenden  Terassen  des 
Perutzer  Planers  und  bildet  eino  niedrige,  sanft  gewellte  Flache,  die  im  Norden 
gegen  die  Egerwiesen  abfallt. 

Am  linken  Egerufer  herrscht  iiberhaupt  vorwiegend  nur  Teplitzer  Planer  *) 
und  zwar  von  Postelberg  ttber  Libochowitz,  Brozan  bis  Lobositz,  mit  aufge- 
lagerten  Bacculiten-Mergeln.  Nur  bei  Cencic  sioht  man  den  Grunsandstein  und  bei 
Libochowitz  den  Weissenbcrger  Planer  hart  am  Egerufer  anstohen;  sonst  bestehen 
nach  KrejSVs  Untersuchungen  die  Mergelbanke  iiberall  aus  abwechselnd  hiirteren 
und  weicheren  Lagen  von  kalkig  thonigem  oder  kalkig  sandigem  Gestein,  einen 
hohen  Steilrand  liings  der  Eger  bildend,  der  sich  bei  Leneschitz  und  Dobromeritz 
ziemlich  weit  vom  jetzigen  Elussbette  entfernt. 

Der  eigentlichc  „Teplitzcr"  Planer  steht  in  den  seichten  Bachthalern  ''in' 
welche  sich  von  der  Eger  zum  Plateau  hinaufziehen,  so  liings  des  HradeckerbacheS 
von   Leneschitz    bis  Weberschan.    Die   Teplitzer   Schichten   bedecken   ferner   deD 


*)  Archiv  fiir  din  biihm.  Landesdnrchfbrschuug  v.  Dr.  Kofistka  u.  Krejci. 


77 

w«issenberger  Planer  unweit  Lobositz  von  Watislav  tibor  Wcllcmin  liings  des 
Wopparner  Thales  und  konstituiren  mit  ihm  die  fruchtbaren  Anhohen  von  Wopparn, 
Seiche  jedoch  voni  Urgebirge  durchsetzt  sind. 

Auf  diesem  Hohenzuge  hat  der  „Teplitzer"  Planer  aber  einen  ganz  anderen 
Charakter  als  an  don  Lehnen  und  Terassen  des  Egerthales.  Er  ist  bier  als  gelb- 
weisser  Mergel  vorherrschend,  der  als  Baustein  gewonnen  wird  und  auf  den  Kotto- 
n^rer  H5hen  beinahe  kalkfrei.  So  ausgelaugt,  erscheint  er  in  leichten  und  diinnen 
flatten.  Bei  Welhota  beginnt  der  Planermergel  wieder  kalkreich  zu  werden,  wie 
Uachfolgende  Analyse  des  Steines  aus  dera  Welhoter  Steinbruclie  zeigt,  der  audi 
gleich  wieder  die  Analyse  des  verwitterten  oder  zerfallenen  Gestcines  beigefugt  ist. 


Chemische  Zusammensetzung  des  Pliiners  aus  dem  Steinbruclie  ober 
Welhota,  der  „Teplitzer"  Schichten. 


Gliihverlust 


Stein            Verwitterungsprodukt 
4-877 9-632 


In  100  Gewichtstheilen  des  wasserfreien  Steines  und  Feinbodens. 

.    .    .  16-127 12-520 


Kohlcnsaurer  Kalk    .    . 

Phospliorsiiure 0-064 0-190 

Kieselsiiure 68-827 67-463 

Eisenoxydul 3-048 — 

Eisenoxyd .     —      6-460 

Aluminiumoxyd 8'923 9-436 

Calciunioxyd 0-451 0-870 

Magnesiumoxyd 0-794 1'041 

Kaliumoxyd 0813 1*810 

Natron ■    0-953 ■    Q'710 

Summe  der  Silicate  .    .  83-873 87-480 


In  Procenten  der  wasserfreien  Substanz  nach  Abzug  der  Karbonate. 


Phospliorsiiure 0-076 

Kieselsiiure 82-061 

Eisenoxydul 3'634 

Eisenoxyd •    .     — 

Thonerde 10-639 

Kalk 0-538 

Magnesia 0-947 

Kali 0-969 

Natron P13(> 

100-000 


0-217 

.  77  118 

.  7-385 
.  10-786 
.  0994 
.    1-190 

.    1-498 

0-S12 

10(1-000 


Der  „Weissenberger"  Planer  beginnt   bei  Tuchofic  und  gebt  von  da  fast 
"nunterbrochen  durch  furstlichen  Besitz  fiber  Lipno,  Lipenz,  Zcmeck  und  Zittolieb 


78 


bis  Slawetiu.  Er  ist  ein  gleichformig  gelb  gefiirbtcr  Kalkmergel,  haufig  mit  zarten 
Glimmerblattchen  durchsetzt.  Die  Lipenzer  Kalke  sind  dagegen  wieder  mit  wenigen 
Ausnahmen  kalkai-m  mid  erscheinen  dunkelgrau.  Die  Hiigel  zwischen  Neuschloss, 
Zittolieb  und  CMumfian  bestehen  aus  kalkreichem  Weissenberger  Planer,  der  mit 
sanftem  nordlichen  Einfallcn  den  Griinsandstein  nntcrteuft. 

Auf  den  siidlich  von  Zittolieb  aufsteigenden  Anhohen  von  Rotschow  geM 
dieser  Planer  wieder  in  ein  feinsandiges ,  poroses,  iiussorst  kalkarmes  Gestein 
tiber,  welches  durch  Vcrwitterung  eine  schr  seichte  Bodendecke  liefert. 

Bci  Neudorf  und  Tauschetin  wird  dieser  Planer  aber  wieder  harter,  schwerer, 
kalkreicher  und  fruchtbarer. 

Der  Pliinerkalk  wie  der  Planormergel  entfalten  daher  mehrcre  NiianQen 
und  je  nachdem  ihre  Verwitterungsprodukto  mehr  Oder  nach  den  Terrainverhaltnissen 
bald  weniger  in  cinander  iibergehen  oder  verschiedenen  Urawandlungsprozessen  unter- 
lagen,  zeigt  der  aus  ihnen  entstandene  Podcn  cine  mannigfaltige  Beschaffenheit,  so 
dass  man  sich  vorerst  nur  auf  die  Untcrsuchung  ciniger  roinen  Schichten  dieser 
Formation  bescliriinken  musstc. 

Chemische  Zusammensetzung  der  Weissenberger  Schichten  bci  Zittolieb 


Ort  der  Probenahme 


Unter  suchungsobj  ekt 


Gltihverlust 5-121  11-400 


Dollk  bol  ZlUollob 


Erde 


ileim   Doife  Zitto- 
lieb audi. 


4-950 


5-370 


Mm-  Tnbulkn  v°n 
llolucjiuv  b.  Zittolieb 


Stoln 


5-546 


Knlo 


In  100  Gewichtstheilen  ties  wasserfreien  Steines  und  Feinbodens: 


Kolilensaurer  Kalk  .... 

Phosphorsaure 

Kieselsiiure 

Eisenoxydul 

Fisenoxyd 

Aluiiiiniunioxyd 

Calciumoxyd 

Magnesiumoxyd 

Kaliumoxyd 

Natron 

Summe  der  Silikate 


30-681    5-40C 


0-013 

60-593 
2-041 

2-634 

0-873 
0-553 
1-050 
1-562 


,69-319 


0-047 
75-068 

6-930 
6-704 
1-817 
0-910 

1-640 
1-478 


94-594 


27-732 


0-037 
65-229 

4-649 

0-968 
0-417 

0-968 


72-268 


2-250 


0-038 
79-360 

|l4'612 

1-940 
0-670 

(l-130 


97-750 


0-000 


0-038 
90-709 

|  6-456 

0-836 
0-466 
0-720 
0-775 


101)000 


5-240 


0-490 


0-080 
84-870 

3-180 
9-410 
0-670 
0-410 
0-750 
0-140 
99*510 


In  Procenten  der  wasserfreien 

Phosphorsaure I  0-018 

Kieselsauro 87-412 

Eisenoxydul 2-944 

Eisenoxyd     — 

Thonerde 3-800 

Kalk 1-260 

Magnesia 0'799 

Kali 1-514 

Natron 2-253 


Substanz  nach  Abzug  der  Karbonate. 


0-049 
79-358 

7-329 
7-087 
1-920 
0-962 
1-733 
1-562 


100-000  100-0110  1100-000  100000 


0-051 
90-261 

1 6-433 

1-339 
0-577 

1-339 


0-039 
81-187 


iU'94flJfi 


0-038 
90-709 


,14-949 

1-984 
0-685 

f  1-156 


6-456 

l- 

0-836 

0-466 

0-720 

0-775 


11)0000  100  ooo 


0-081 

85-271 

|l2-658 

0-673 
0-412 

0-760 
0-145 


79 

Bei  Zittolieb  betreten  wir  die  ausgedchnten  Fluren  dos  Dolik,  die  sanft 
unsteigenden  Felder  hinter  dera  Schiittboden  und  die  Fluren  oberhalb  des  Schloss- 
Sactens.  Der  Kulturboden  zeigt  in  dicser  von  Kalkgebirgen  durcbzogenene  Gegend 
(''"«i  ausgesprochen  kalkigen  Charakter,  weil  die  durcli  Verwitterung  und  Ab- 
schwemmung  des  kalkreichen  Gesteins  gebildeten  Thaler  und  Gebiingc  stete  Zufulu- 
an  kalkreicben  Verbindungen  erhalten. 


Cheimscbe  Zusammensetzung 

Dolik 

Hinter  dem 

Scbiittboden 

des  Kulturbodens 

Obergrund 

Unlergrnnd 

Obergrund 

intergrund 

In   100  Gew.  Rohbodens  sind: 
Skelet 

12 
88 

8 
92 

12 

88 

13 

87 

in  100  Gev 

Sandiger  Thcil   . 

Thonige  Substam 

In  100  Gev 

'lygroskopiscbes 

Humus  und  gebi 

u.  Feinerde  sind: 

90-6 
9-4 

87-1 
12-9 

90-4 

9-6 

86-7 
13-3 

r.  Feinerde  sind: 

ndenes  Wasser     .    .    . 

1-98 
7-55 

2-40 
7-66 

1-85 
7-06 

1-97 
6-84 

•n  100  Kgrm  Fe 
Gr 

^ugangliclies 
Gebundenes 
Scliwer  16slicb.eS 

inboden  sind  enthalten 
ammes . 

■Kali 

9-53 

95 
229 

1782 

10-06 

70 
458 

8-9 1 

149 

408 

1452 

8-81 

65 

496 

Gesammtkali 

2106 
99 

186 

2009 

52 

137 

Natron  in  Salzsiiure  loslich 

^"•gangliche 
Gebundene 

Phosphorsaure    .   .     ( 

31 
35 

8 

73 

30 

55 

25 
65 

Gesammt 

A,'fgeschlossene 

66 

7-722 

81 
8-684 

85 
9-263 

90 
12-054 

80 


Chemische  Zusammensetzung 


Dolik 


Obergrnnd  Untergnmd 


Hinter  dem 
Schftttboden 


Obergrnnd  Unlcrgrnnd 


In  Proc.  des  Feinbodens  sind: 

Gyps 

Kalkkarbonat 

Bittererdekarbonat 

Phosphorsaure 

Kali 

Natron 

Bittererde 

Kalk 

Thonerdo     

Eiscnoxyd 

Kieselsaure 


Absorption  (fiir  Sticks  toft) 


2-976 
0*426 

0-066 
2-106 
1-17.-5 
0-532 
Spur 
7-404 
6-588 
78-729 


sehr  geringe  Mengen 


98 


2-709 
0-267 
0-081 


2-561 
0-328 
0-085 
2-009 
1-268 
0-718 
Spur 
6-875 
6-242 
79-919 


80 


5-052 
0-749 
0-090 


Reiner  Kalkbodcn  wird  in  der  Natur  fast  nie  beobachtet,  stets  ftthrt  er 
grossere  oder  geringere  Thonmengen  mit  sich.  Der  Thongehalt  bestimmt  dann  auch 
dessen  Fruchtbarkeit.  Die  untersuchten  Boden  sind  kalk-  und  kalireiche  Lehmboden, 
die  ihrer  physikalischen  Zusammensetzung  nach  den  warmen  Bodonarton  angchorc-n, 
indem  sie  durch  raschere  Zersetzung  der  organischen  Bestandtheile  der  Ackorkrn"10 
eine  grossere  Warme  erzcugen.  Diese  Boden  verlangen  nicht  zu  reiche,  aber 
oftere  Diingung,  besonders  auch  mit  Compostdiinger,  weil  der  organische  huinose 
Antheil  des  Dflngers  durch  das  iiberwiegend  erdige  Mengungsmaterial  vor  schnelle* 
Zersetzung  und  zu  grosser  Wiirmeentwickelung  geschiitzt  ist,  wodurch  die  Gefahr 
des  Uiberwucherns  der  jungen  Pflanzen  beseitigt  wird. 

Wie  schon  aus  der  Mcngo  der  aufgeschlossenen  Silikatbasen,  sowio  a«s 
dem  Gehalt  der  Erden  an  thoniger  Substanz  hervorgeht,  besitzen  diese  Boden  eine 
geringere  Absorptionsfahigkeit  als  die  Boden  der  Priinarformation  und  es  unterliegen 
das  Ammoniak  und  die  harnsauren  Salze  in  diesem  kalkreichen  porosen  Boden- 
matcrial  einer  rascheren  Umwandlung  in  Salpetersaure,  die  durch  atbmospluirische 
Niederschliige  leicht  ausgewaschen  und  in  den  Untergrund  gespiilt  wird  und  auS 
diesem  Verhalten  der  bctrachteten  Erden  crkljirt  sich  auch  die  giinstige  Wirkung 
einer  oftcren,  wenn  auch  schwiicheren  Ammoniak-  oder  Salpoterdungung.  Ver- 
gleicht  man  die  cliemische  Zusammensetzung  des  Ober-  und  Untergrundes  i'n 
Feldstiicke  „Dolik",  so  findet  man  ersteren  sowol  an  Bhosphorsaure  als  auch  an 
zeolithiscbem,  in  Salzsaure  loslichem  Kali  gegen  den  letzteren  verarmt,  wenn  auch 
fur  Kali  bei  dem  hohen  Gehalt  beider  Bodcnschichten  sowol  an  zuganglichem,  w'c 
an  gebundenem  Kali  keine  Erschopfung  zu  befiirchtcn  ist,  so  bestebt  doch  fiir  die 
Phosphorsaurc  die  Nothwendigkeit  eines  von  aussen  kommenden  Ersatzes  fttr  die 
in  den  Ernten   eutzogene    Mcnge    dicser   Substanz,   welche  in  fruchtbarcn    Boden 


81 

mo°/o  i"  wilir  fruchtbaren  2/io°/o  auch  noc'1  v'eI  raenr  der  rohen  Erde  betr&gt,  in 
den  betrachteten  Boden  aber  kaum  em  halbes  Zelmtel  Procent  nur  ausnahmsweise 

Aon  Procent  erreicbt. 

Unterhalb  des  Ortes  Zittolieb  liingst  des  Zittolieber  Baches,  welcher  ostlich 
durch  den  ehemaligen  Fasangarten  fliesst,  liegt  eine  machtigere,  aus  leicbter,  hu- 
moser,  kalkhaltiger  Dammerde  bestehende,  durch  grossere  Fruchtbarkeit  ausge- 
zeichnete  Alluvialschichte,  welche  sich  auch  entlang  des  Brdlocher  Baches  aus  braun 
11  "d  roth  gefiirbter  aus  der  holier  liegenden,  permischen  Formation  abgeschwemmten 
Und  niedergefiihrten  Feinerde  gebildet  hat,  eine  jiingere  Ablagerung,  welche  sich 
uber  die  Zuckerfabrik  Chlumtschan  bis  gegen  Pschan  verfolgen  lasst. 

Auf  den  flackgewolbten  Anhohen  zwischen  Neuschloss  und  Zittolieb,  sowie 
zwischen  Laun-Zittolieb  und  Laun-Chlumcan  besteht  der  Boden  aus  verwitterten, 
"littelgriindigen,  feinerdereichen  Pliiner,  der  mittelst  des  Dampfpfluges  tiefgelockert 
UQd  gartenmassig  bearbeitet  wird.  Die  vorliegenden  Analysen  geben  Aufschluss  iiber 
den  Reichthum  desselben  an  violon  Pnanzenniihrstoffen,  iiber  die  Verschiedenheit 
des  Ober-  und  Untergrundes,  Muttergesteines  und  der  Veriinderung,  welche  dasselbe 
durch  Verwitterung  crleidet. 

Kann  man  nach  dem  Gehalte  an  Pflanzeniihrstoffen  alle  jene  Feldfluren, 
Welehe  den  Bestandtheilen  des  Planer  ihre  Fruchtbarkeit  verdanken,  als  gesegnete 
''liii'en  bezeichnen,  so  leiden  sie  doch  an  zwei  Uibelstanden,  an  seichter  Acker- 
(nune  und  zerkluftetem  Untergrund  und  in  Folge  dessen  an  rascher  Versickerung 
der  meteorischen  Niederschliige.  Ware  dem  nicht  so,  die  nach  dem  Ansehen  und 
der  Untersuchung  vorziiglichen  Boden  des  bohmischen  Planerkalkplateaus  miissten 
sanz  andere  Fruchtbarkeitsgrade  entfalten.  Leider  aber  differiren  die  klimatischen 
jerbaltnisse  Bohmens  von  jenen  der  Gebirgs-  und  Seelandereien  und  es  treten 
laufig  Perioden  extremer  Diirre  oder  unzeitiger  Niederschlage  ein,  welche  oft  die 
Sjchonsten  Hoffnungen  auf  das  Gedeihen  der  Futterpflanzen  vernichten.  Im  Mittel 
^Uen  nur  450m  j.  Wiirden  die  Metcorwiisser  regelmassiger  und  namentlich  im  Sommer 
bfiufiger  wiederkehren,  die  Fruchtenstiinde  dieser  Liindereien  wiirden  noch  erheblich 
bessere,    die  Ertriignisse   weit   lohnendere  sein  als  dies    gegenwiirtig   der  Fall  ist. 


€hcmischc  Zusammensetzuug. 

Meierei  Chlumcan 

Unterer 
Fasangarten 

Ober  der 
Kirche 

Gegen  Laun 

Oliorgraml 

Untergrund 

Obsrgrnnd 

Untergrund 

Obergrmd 

Untergrund 

In  100  Gew.  Rohboden  sincl: 

Skelet    .... 

19 

81 

7 
93 

13 

87 

8 
92 

5 
95 

6 
94 

In  100  Gew.  Feinerde  sind : 

Sandiger  Theil 

rhonige 

86-8 
13-2 

85-4 
14-6 

92  2 

7-8 

89-2 

10-8 

85-4    !  85-8 
1.4-6    !  14-2 

82 


Meierci  Chlumcan 


Unterer 
Fasangarten 


Obergiirad    Ontergraid 


Ober  der 
Kirche 


OI)or»riin(l     llnlorgriiiid 


Gegen  Laun 


(Jbergnnid 


Dntergrnnd 


In  100  Gew.  Feinerde  sind: 

Hygroskopisches  Wasser  .  .  .  . 
Humus  unrt  gcbundenes  Wasser  . 
Gliihverlust 

In  100  Kgr.  sind  enthalten  Grammes : 

Zuganglicb.es  Kali 

Gebundenes  Kali     

Schwerllosliches  Kali 

Gesainmt-Kali 

Natrou  in  Salzsiiurc  loslich    .    .    . 

Zugangliche    1 

Gebundene      J-  Phosphorsliure    .    . 

Gesammt-       ) 

Aufgeschlossene  Silikatbasen  .    .    . 


In  Procenten  des  Feinbodens  sind: 


2-65 
8-25 


L090 


131 

412 

1680 


2223 
104 


115 
64 


2-10 

5-56 


7-66 


104 
067 


123 


179 

11-298 


68 
54 


122 
10-817 


1-74 
6-73 


1-73 
6-02 


8-47      7-75 


69 

568 
891 


1528 
42 


48 

578 


113 


48 
65 


23 
68 


113 

•098 


86 
8-394 


1-95 
6-66 


8-61 


105 

284 
1 264 


1-88 
6-52 


1653 
35 


41 
35 


76 

9-883 


8-40 


17 
385 


178 


39 
32 


Gyps 

Kalkkarbonat  .  . 
Bittererdekarbonat 
Phosphorsaure  .    . 

Kali 

Natron 

Bittererde     .   .   . 

Kalk 

Thonerde  .... 
Eisenoxyd  .  .  . 
Kicselsaure   .    .    . 


sehr  geringo  Menj 

,en. 

9-474 

14-502 

2-335 

2-490 

12-521 

0-752 

0-626 

0-177 

0-145 

1-116 

0-179 

0-122 

0-113 

0-086 

0-076 

2-223 

— 

1-528 

— 

1-653 

1-197 

— 

1-182 

— 

0-493 

0-725 

— 

0-672 

— 

0-997 

1-085 

— 

0-655 

— 

1-663 

7-509 

— 

6-313 

— 

6-687 

6-507 

— 

6-632 

— 

4-716 

70-349 

— 

80-393 

— 

70-068 

71 
10-242 


25-959 
0-322 
0-071 


Aus  den  vorhergehenden  Analysen  ersiebt  man,  dass  obwohl  der  Gesammt- 
kaligehalt  der  Pllinerkalk-  und  Mergel-Gesteine  —  er  bewegt  sich  bei  den  Steinen 
zwischen : 

0-950,    0-841,     1-420,    0-750,    0-813,    0-969,     1-050,    0-720% 
und  bei  den  Verwitterungsprodukten  zwischen 

1-330,    1-120,    2-580,    1-310,     l-640°/n 
und  bei  den  Erden : 

2-681,    2-106,    2-009  Prozent  — 
nur  ausnahmsweise  ein  Procent  iiberschreitet,  die  Verwittcrungsprodukto   derselben 
fast  das  Doppelte  an  Kali  enthalten  und  dass  nahe  zwei  Procent  fiir  cinen  Cultur- 
boden  schon  eine  sehr  betrachtlichc  Menge  ist. 


83 


Es  eriibrigt  noch  die  Betraehtung  der  chemischen  Zusammensetzung  zweier 
Schichtenstufen,  welche  sich  in  der  Nahe  von  Lobositz  ausbreiten.  Bekanntlich 
fttllt  das  Pliiner-Plateau  steil  gegen  die  Niederungen  am  Zusammenflusse  der  Eger 
und  Elbe  bei  Theresienstadt  ab  und  wird  von  deni  bei  Lobositz  miindenden  Modlbach 
durchfurcht.  Von  der  Quelle  dieses  Baches  bedeckt  der  Teplitzer  Planer  den  bier 
z»  Tage  ausgehenden  Weissenberger  Planer,  der  sich  von  Vatislav  iiber  Veleniin 
kings  des  Oparnerthales  hinzieht  und  den  Untergrund  eines  anmuthigen  Thalgeliindes 
hildet,  aus  dem  sich  die  vorhin  betrachteten  Basalt-  und  Phonolithkegeln,  Kostial, 
Vostrey,  Ovefn,  Kahlcberg  und  Lobosch  malerisch  erheben. 

Auf  der  Dobraj  iibergeht  dieser  Planer  in  ein  iiusserst  kalkarmes  Silikat- 
gestein,  das  als  ausgezeichneter  Baustein  dient,  wahrond  der  Planer  bei  Sullowitz 
und  Schifowitz  eine  kalkreiche  Varietiit  bildet,  die  als  Mortelstein  gesuclite  Yer- 
wendung  findet. 

Von  den  Kottomerer  Hiihon  fiihrt  ein  an  schcinen  Aussichten  reicher  Fahrweg 
nach  dem  Elbthal  bei  Lichtowitz  herab.  Auf  halbem  Wege  befindet  sich  ein  Steinbruch, 
dom  eine  charakteristische  Probe  dieses  den  ganzen  Ilolienzug  von  Lichtowitz  bis 
Kottomef  bildenden  Gesteines  entnommen  wurde  und  dessen  Zusammensetzung  aus 
^olgenden  zwei  Analysen  zu  ersehen  ist. 


Stein : 

Gluhverlust 1-30  . 

Kohlensiiuie —    . 

Kieselsiiure 88-40  . 

Thonerde  und  Eiscnoxyd  .     .  6*03  . 

Kalk 062  . 

Magnesia 0'73  . 

Kali 1-24  . 

Natron 0-72  . 

Phosphorsiiure Spur  . 


Zersetzungsprodukt : 


99-04 


.  6-95 

.  Spur 

.  82-72 

.  7-78 

.  0-45 

.  0-80 

.  1-22 

.  Spur 

.  0-08 
100-00 


Im  grellen  Contrast  zu  diesem  Pliinersilikat  steht  das  Pliincrkarbonat  aus 
dem  unmittelbar  hintcr  dem  Dorfe  Sullowitz  liegenden  Kalksteinbruche,  das  die 
Zusammensetzung  des  Steines  dieser  Schichtenstufe  wiedergibt  und  eine  kalkreiche 
Verwittcrungsrinde  absondert,  die,  wie  folgt,  zusammengesetzt  ist: 


Kalkstein  von  Sullowitz. 

Stein :                        Verwitterungsrinde : 
Gliihverlust 0-79 1'81 


Kalkkarbonat 84-06 

Phosphorsiiure 0-17 

Kieselsiiure 2-87 

Eisenoxyd 1*57 

Thonerde 8-66 

Fiirtrag 


70-07 
0-13 

11-17 
1-51 

12-45 


98-12 97-14 

6* 


84 


Stein  : 

Ubertrag 98-12 

Kalk 0-30 

Magnesia 0\50 

Kali 0-39 

Natron 043  , 

Schwefelsaure Spur 


99-44 


Verwitterungsrinde : 

.  .  .  97-14 

.  .  .    0-45 

.  .  .    0-88 

.  .  .     0-87 

.  .  .    010 

.  .  .     Spur 


99-44 


Nach  ihrer  chemischen  Zusammensetzung  zerfallen  daher  die  Glieder  der 
bohmischen  Kreideformation  in  zwei  grosse  Gruppen,  in  die  sandigen  odor  Silikat- 
bildungen  und  in  die  kalkigthonigen  Ablagerungen.  Die  weisse  Kreide  fehlt 
jedoch  giinzlich. 

Wir  iibergehen  noch  zu  den  Untersuchungen  der  Waldbodcnunterlagen 
des  Domauschitzer  Forstamtsbezirkes  und  beginnen  mit  dem  Semicer  Mergel,  der 
unteren  Etage  der  Weissenberger  Schichten. 

Die  Analysen  dieser  Gesteine  sind  von  Dr.  Hanamann,  diejenigen  der 
Verwitterungsprodukte  sind  von  Herrn  Koufimsky  ausgefuhrt.  Es  folgt  sowobl  die 
Analyse   der  salzsauren  Ausziige  als  auch  die  Totalanalyse  dieser  Naturproduktc 


85 


Waldbo  den  tint  erlajreiL 


I.  Der  Semicer  Mergel. 

Untere  Etage  der  Weissenberger  Schichten. 

In  100  Gewichtstheilen  der  Gesteine  und  ihrer  Zersetzungsprodukte  waren 

enthalten : 


Bestandtheile 


•  'hosphorsiiure 


Domauschitz 
(Kamenny  Oujezd) 

48/c 


Unvenvlttor- 
tCB  Qosteiii 


Jn 
Salz- 
sfluro 
lOilloh 


Tola  I 


()■<):«) 


orgam- 


Wasser  und 

sclie  Stoff'e 
Thonerde    . 
Kiscnoxyd    . 
Eisenoxvdnl 
Kalk     .    .   . 
Magnesia 
Natron  .   .   . 
Kali  .... 
Kieselsiiure 
Kohlensilure 
Schwefelsiiure 


Stickstoffabsorption 
(nach  Knopp)     . 


12-28 
0-12 
1-12 
0-18 
0-23 
0-07 
0-55 


6-85 
17-59 
0-12 
1-12 
0'18 
0-23 
0-13 
1-33 
72-45 

Spur 


ii. 

Verwltte- 
rungsprochikt 


In 

Salz- 
itture 

10sIIl-.ll 


Totnl 


Domauschitz 

(Umrlci  les) 

l»/a 


in. 

Unverwltter- 
tea  G ostein 


In 

Salz- 

B&uie 

Oallcli 


Total 


0-050 


2-78 
2-66 
0-30 
0-38 
0-43 
0  08 
047 


57 


743 

7-87 

2-50 

0-30 

0-38 

0-43 

020 

1-50 

79-13 

Spur 

Spur 


0-040 


IV. 

Verwltte- 

rungsprodukt 


In 

Salz- 
BftUFQ 

Iflsllrii 


Total 


0  051 


1'ferubcnic  (Moriiste) 
io/a 


Unverwltter- 
tes  Geatein 


In 

Salz- 
Bfluro 

lOsUoh 


Total 


0-030 


VI. 

Verwltte  - 
mngsprodukt 


In 

Sals- 
sit  lire 
loallcli 


Total 


0-032 


99-80 


8-23 
047 
1-67 
1-08 
0-39 
0-03 
0-50 

0-85 


G-93 
14-86 

0-47 
1-67 
1-78 
0-39 
0-42 
1-40 

7160 
0.85[ 

Spur  i 


99'87 


2-40 
2-07 
0-48 
3-54 
0-80 
003 
0-44 

2-78 


8-80 
9-43 
2-07 
0-48 
4-85 
0-8G 
0-17 
1-45 

G8-85 
2-78 

Spur 


99-74 


264 

o-ot 

4-31 
1 1  '68 
0-39 
0-02 
0-62 

9-14 


7-99 
7-12| 
0-05, 
4-31 

13  GO 
0-39 
0-54 
1-04 

55-43 
9-14 

Spur 


99-01 


8-25 
1-G9 
0-73 
0-G0 
0-06 
0-03 
0-44 


73 


10-07 
17-30 
1-69 
0-73 
0-60 
0-99 
0-17 
1-24 
00-98 
Spin- 
Spur 


99-77 


Diese,  die  tiefste  Stufe  der  Weissenberger  Schichten  bildenden  Mergel  sind 
stets  feuchte,  mergelige  Thone,  welche  nur  an  ausgetrockneten  Stiicken  spaltbar 
^u<l.  Diese  Mergel  verdienen  eino  besondero  Berflcksichtigung  der  Land-  und. 
'orstwirthe,  sie  sind  von  praktischer  Bedeutung  sclion  aus  dem  Grunde,  weil  die 
jiuellen  regelmassig  an  ihrera  oberen  Horizont  entspringen.  Das  Wasscr,  welches 
''ui'ch  die  mehr  lockeren  und  zerkltifteten  Schichten  der  Wehlowitzer  Planer  und 
I'iiiower  Knollen  durchsickert,  sanunelt  sich  an  den  undurchdringlichen  Thonen 
au  und  rieselt  an  den  Berglehnen  in  zahlreichen  Wasserschnuren  hervor. 


8fi 

Die  Mergel  dieser  Etage  sind  weit  reicher  an  Thonerde  und  Eisenoxyd  als 
die  der  beiden  hoheren  Etagen.  Die  Verwitterungsprodukte  dieser  Gesteine  sind 
reicher  an  Kalk  als  die  beiden  iibrigen  Etagen. 

Wie  die  analytischen  Ergebnisse  darthun,  entbalten  die  Gesteine  kohlen- 
saures  Eisenoxydul  in  nicht  unbedeutender  Menge,  welches  (lurch  das  diese  Schichten 
reichlich  durchziehcnde  kohlensaure  Wasser  als  Eiscnkarbonat  entfiihrt  und  an 
tieferen  Stellen  als  durch  Kohlensiiureverlust  und  Sauerstoffaufnahme  unloslich 
gewordenes  Eisenoxydhydrat  abgesetzt  wird,  und  deshalb  begegnet  man  so  haufig 
im  Niveau  der  Wasseransammlung  diinnen  Flatten  von  Brauneisonstein,  welche  oft 
den  Anhaltspunkt  fur  die  Anlage  der  Drainagen  abgeben  konncn.  Da,  wo  das  Gestein 
in  geneigter  Lagcrung  einc  schiefe  Ebene  bildet,  werden  wiihrend  dessen  Verwit- 
terung  und  Zcrfall  auch  die  feinsten  Thontheilchen  mechanisch  vom  Wasser  entfiihrt 
und  an  tieferen  Punkten  abgesetzt.  Diese  natiirlichen  Schlammfiinge  miissen  dann 
von  sehr  fruchtbarem  Boden  bedeckt  sein,  in  welchern  die  geschiitztesten  Bestiinde 
anzutreffen  sein  werden. 

Nicht  nur  die  Kalkmenge,  auch  die  Quantitiit  dcs  in  Salzsaure  loslichen, 
d.  i.  zuganglicheren  Kalivorrathes  ist  bei  den  Verwitterungsboden  der  Semicer 
Mergel  bedeutend  grosser,  ja  dreimal  so  gross  als  bei  den  gleichnamigen  Schichten 
der  Wchlowitzer  Ablagerungcn,  wie  sich  klar  aus  folgender  Zusarnraenstellung  ergibt: 


Verwitterungsprodukte 


der  Semicer  Planer 


Nro. 
II. 
IV. 
VI. 


Proccnte 
.  0-47 
.  0-44 
.  0-44 


der   Wehloivitzer   Planer 


Durchschnitt 


.  0-45"/n 


Nro. 
II.  . 

Proccnte 
.     .  0-25 

IV.  . 

.     .  0-14 

VI.  . 

.   .  o-n 

VIII.  . 

.     .  0-17 

Durchschnitt     . 

.     .  0-17% 

Aber  auch  an   Phosphorsaure   sind   die   Semicer   Mergel  weit  reicher  als 
wie  die  Wehlowitzer,  wie  folgcnde  Zusammenstellung  beweist. 


Semicer  Boden 
Nro.  Procentc 

II 0-050 

IV 0-051 

VI 0032 


Wehloivitzer  Boden 


Nro. 

Proccnte 
0-030 

IV. 

.   .  o-ou 

VI. 

.   .  o-oio 

VIII. 

.  0-020 

Durchsclmitt  . 

.    .  o-oi.s% 

Durchschnitt  .    .    .  0-044% 

Nachdem  die  Mergel  vermoge  ihres  grossercn  Thonerdegehaltes  bindigei'6 
Eigenschaffcen,  vermoge  eincs  griisseren  Gehaltes  an  Zeolithen  ein  bedeutenderes 
Absorptionsvermogen  fur  Wasser,  Pflanzennahrstoffe  mineralischer  Natur,  VOX 
Ammoniak  und  Gase  besitzen,  auch  stets  wasserreicher  sind  als  die  ttbrigerj  hn1' 
betrachteten   Bodenarten,  so  werden  und  mussen  sie  grSssere  Eruchtbarkeitsgi"1'1'' 


87 


entfalten  als   die  verwitterten  Abkommlinge  aller  anderen  Gesteinsschichten  dieser 
Gruppe. 

An  Eisenoxyd  und  Thonerde  entlialten  nixmlich  die  Gesteine  und  die  Verwit- 
terungsboden  der 

Semicer  Schichten: 


Nro. 
I.     . 

Gesteine 
.     .     18-83 

Nro. 
II 

Verwitterte 
.     .     10-73 

HI.      . 

Durchsclmitt     . 

.     .     11-48 

IV.  . 

.     .     11-98 

v.    . 

VI. 

.     .     19-72 

vn 

.     .     15-60 

Durchsclmitt    . 

.     .     14-14 

Wehlowitzer  Schichten: 


Nro. 

I. 

III. 

V. 

VII. 


Gesteine 
.  6-10 
.  3-66 
.  5-55 
.  4-60 


Durcbsclmitt 


4-98 


Nro. 
II. 

IV. 

VI. 
VIII. 


Verwitterte 
.  .  6-05 
.  .  5-67 
.  .  3-98 
.     .  8-03 


Durchschnitt 


5-93 


Von  den  die  Plasticitiit  eines  Bodcns  bedingendcn  Stoflen  entlialten  also 
(h'e  Semicer  Boden  dreimal  grossere  Mengen  als  die  Wehlowitzer  Boden.  Vergleicbt 
Wan  endlich  nocb  die  loslicben  Kalimengen  dcr  Gesteine  und  Erden  beider  Schichten- 
stufon  und  bestimmt  ihr  gegenseitiges  Mengenverbiiltniss  zu  einander,  so  erliii.lt 
Wan  folgende  interessante  Zahlen. 

Auf  Grund  dieses  klaren  analytiscben  Ergebnisscs  kann  man  behaupten, 
•lass  die  Boden  der  Semicer  Mergel  grossere  Kalimengen  in  einer  den  Pflanzen- 
Wurzoln  loicbter  zugiinglicbcn  Form  entbalten  als  die  der  Wehlowitzer  Mergel  und 
Wie  nachfolgende  Vergleiche  lehren,  dass  sie  in  jeder  Bezicbung  gecigneter  sind 
ansprucbvollere  Nutzpflanzon  zu  ernabren  und  desbalb  die  Aufmerksamkeit  der 
*orstwirthe  in  erster  Linie  verdienen. 


In  Salzsaure  losliche  Kalimengen  der 

Semicer  Schichten.  Wehlowitzer  Schichten. 


Nro. 

Stein 

Nro. 

Ver- 
wittert 

Quotient 

I. 
III. 

V. 
VII. 

0-55 

0-50 
0-62 

II. 
IV. 

VI. 
VIII. 

0-47 
0-44 
0-44 

100 :  86 
100 :  88 
100 :  70 

Dun 

hschn 

tt  wie 

100:81 

Nro. 

Ver- 
Stein    :  Nro.  |  wittert 

Quotient 

I. 

III. 
V. 

VII. 

0-42 
0-27 
0-32 
0-26    1 

II. 

IV. 

VI. 

VIII. 

025 
0-14 
0-11 

0-17 

100 :  59 

100 :  52 
100 :  34 
100:65 

Dun 

liscbn 

tt  wie 

100 :  52 

Die  Welilowitzer  Planer. 

Oboro  Etage  der  Weissenbergor  Schieliten. 

In  agronomischer  Hinsiclit  zeigen  die  Gesteine  dieser  Schichtenstufe  folgendes 
Verhalten  zu  Losungsmitteln  und  die  unten  angefiihrte  Zusammensetzung : 

Der  Gesainmtthoncrde-  und  Eisenoxydgehalt  der  Gesteine  und  Verwitterungs- 
produkte  der  Welilowitzer  Pliinerschichtcn  bewegt  sich,  wie  ein  Blick  auf  die 
oachfolgende  Tabelle  zeigt,  nur  zwischen  4  bis  8°/n,  in  der  salzsauren  Liisung  von 
1  bis  3%.  Diese  Mineralgebilde  sind  daher  sehr  arm  an  Thonbildnern,  reich  dagegen 
an  Kieselerde  und  Quarz,  welcher  sich  innerhalb  der  Grenzeu  67—87%  der  Eeinerde 
bewegt,  je  nachdem  ob  man  es  mit  dem  Verwitterungsprodukt  odor  dcm  Steine  zu 
thun  hat.  Sammtliclie  Mineralprobcn  sind  sehr  arm  an  Magnesia,  deren  Menge  in 
keiner  der  vielen  untersuchten  Gesteins-  und  Bodenproben  bis  zu  eincm  Prozente 
steigt,  in  der  Regel  aber  untcr  '/»°/o  betragt,  von  dem  jedoch  beinahe  zwei  Drittel 
in  Salzsaure  liislicli,  also  den  Pflanzenwurzeln  leicht  ziigiinglich  sind. 

Sehr  arm  sind  siimmtliche  Schichten  an  Natron  und  Schwefclsiiure,  nur  da, 
wo  Schwefelkiese  und  Pyrite  eingesprengt  sich  befinden,  cnthalten  die  Boden 
nennenswerthe  Mengcn  dieser  Saure.  In  der  Begel  ist  sie  nur  spurcnweise  vorhanden- 

Die  Gesteine  dieses  Planers  enthalten  das  Kali  in  nicht  unbedeutender, 
durchschnittlich  ein  Prozent  betragendcr  Menge  und  in  wcit  leichter  lbslichen 
Vcrbindungszustanden  als  die  bereits  verwittcrten  Waldboden. 

Stellt  man  zum  Verglcich  die  gefundenen  Quantitiiten  des  leicht  loslichen 
Kalis  beider  Naturprodukto  nebeneinandcr,  so  erhalt  man  fill' 

die  Steine  und  fur die  Erden: 

II 0-25 

IV 014 

VI o-ii 


I. 

III. 

V. 


0-42 
0-27 
0-32 


VII. 


0-26 


Durchschnitt  .     .     .     0-32 
somit    fur    die    Gesteine   noch   einmal 


VIII. 


Durchsclinitt     .     .     . 
soviel   leicht   losliches    Kali    als    fur 


0*17 

0-17 


ihre 

Verwitterungsboden,  obwohl  sich  in  den  letztercn  der  Gesammtkaligebalt  uffl 
mehrere  Zehntel  Procente  holier  stellt,  als  in  den  crstcren.  Indem  niimlich  ein 
Theil  der  Silikate  der  Gesteine  zcrsetzt,  Kalk,  Natron,  Kieselerde  und  Eisenoxydul 
dciiselben  entzogen  werden,  nimmt  die  Thonerde,  das  Eisenoxyd  und  das  Ka»' 
relativ  zu  und  wird  von  den  sich  bildenden  wasserreichcn  Doppelsilikaten  den 
Zeolithen  encrgisch  zuriickgclialten,  absorbirt  und  vor  Auslaugung  geschiitzt.  Untei" 
dem  iinaufhbrlich  wirkendcn,  liisenden  Einfl'uss  des  kohlonsaurelialtigcn  Regenwassel'S 
verschwindet  von  alien  vorhandenen  Basen  der  Kalk  als  losliches  doppelt  kohlen- 
saures  Salz  am  schnellsten  aus  dem  kalkreichen  Gesteine,  wiihrend  die  Eisenoxydul- 
silikate  durch  Sauerstoffaufnahme  in  Eisenoxydsilikate  und  freies  Eisenoxydhydra* 
iibergehen. 

Die  sparsame  Mutter  Natur  hat  aber  audi  fiir  Mittel  gesorgt,  dcm  Verlust 
des    in  geringster  Menge  in  den  Bdden  enthaltenen  deshalb  kostbarsten  Stolles, 


89 

der  Phosphorsiiure  zu  bcgegnen,  indem  der  in  den  Gesteinen  enthaltene,  in  Regen- 
Wasser  losliche  phosphorsaure  Kalk  in  den  Verwitterungsprodukten  wie  in  der 
zuletzt  zui*11ckbleibenden  Ackererde,  absorbirt  und  durcli  sofortige  Umsetznng  mit 
den  niemals  in  den  Bodcn  fehlenden  Eisenoxyden  in  sehr  schwer  losliche  Verbin- 
("ingsfonnen  uberfiihrt  und  als  Eisenphosphat  zurtickgehalten  wird  und  so  ftir  die 
^xistenzbedingungen  komniender  Geschlechter  gesorgt,  den  Trummern  der  Gesteine 
'"o  merkwiirdige  Fahigkeit  verleihend,  die  kostbarsten  Pflanzennilhrstoffe  an  sich 
zu  reissen  und  festzuhalten ;  denn  an  der  Erdoberfiache  sollte  sich  das  Leben  ini 
■wchte  der  Sonne  entfalten  und  in  zunehmender  Fiille  fortbestchen. 

Die  Wehlowitzer  Pliinerschichten  bilden  die  hochste  Stufe  der  Weissenberger 
"chichten  und  enthalten  hauptsftchlich  den  allgemein  unter  dem  Namem  „opuka" 
oekannten  Baustein  und  bloss  auf  diese  Schichten  bezieht  sich  der  von  Reuss  in  die 
Geologic  eingefuhrte  Nainen  „Planersandstein". 

Er  bildet  regeknassige  Banke  von  bald  mehr  sandigem,  bald  mchr  kalkigem 
Planer,  an  dem  man  im  Allgemeinen  zwoi  llorizonte  unterscheiden  kann.  Die  tiefere 
Lage  ist  arm  an  Petrefakten,  die  hohere  Lage  liefert  den  besseren  Baustein  und 
eine  Bank,  „zlatt  opuka"  genannt,  wird  sogar  zu  Steinmetz-  und  Bildhauerarbeiten 
vei'wendet. 

Die  DMnover  Knollenschichte. 

Nach  den  Arbeiten  der  Geologen  Dr.  Frig  und.  Krejti*),  bilden  die  Drinover 
Knollen  die  mittlere  Stufe  der  Weissenberger  Schichten,  welche  zwischen  <1<  n 
Semieer  Mergeln  und  den  Wehlowitzer  Pliinern  gelagert  ist.  Der  Hauptcharakter 
dieser  Stufe  liegt  in  den  zab.lreicb.en  Petrefakten  der  drei  oder  vier  Reihen  del' 
kalkigen  Knollen,  welche  in  der  oberen  Ilalfte  des  diese  Stufe  bildenden,  miirben, 
,S;»ulig  pulverigen  Gesteines  eingelagert  sind.  Diese  Knollen  widerstehen  der  Ver- 
witterung  besser  als  die  miirben  Pliinergesteine,  und  deshalb  ragen  sie  zuweilen 
als  vorspringende  Biinke  aus  denselben  hervor. 

Nach  Frig  wcchselt  die  petrographische  Bescb.affenb.eit  dieser  Knollen  sehr. 
■ks  sind  meist  graue  oder  bliiuliche  unreine  Kalke  oder  sie  sind  stark  mit  Quarz- 
Kornern  untermischt  und  an  manchen  Lokalitaten  so  stark,  dass  man  einen  formlichen 
Quadersand  vor  sich  hat. 

Niihert  man  sich  einer  Berglehne,  wo  diese  Planerstufe  entwickelt  ist,  so 
Sewahrt  man  von  Wcitem  kahle  wcisse  Stellen  mit  sparsamer  Vegetation.  Vom 
Regen  ausgewaschenc  kreidige  Balden,  von  kleinen  Wasserrissen  durchsetzt,  bilden 
''ie  tJberreste  der  hier  von  Zeit  zu  Zeit  geoffneten  Stcinbriiche,  welche  behufs 
'"'wiimung  der  kalkreichcn  Schichten  angelegt  werden.  Die  bezeichneten  Knollen- 
S('hichten  kommen  auf  der  Rovina  in  der  Waldstrecke  Sandberg  und  in  Tfeboc  in 
(1(!>"  Waldstrecke  Pforostla  vor  und  es  war  daher  von  Interesse,  das  unverwitterte 
Ostein  und  die  Kalkknollen  dieser  Gegend  ilirer  chemischen  Zusammensetzung  nach 
kennen  zu  lernen. 

Das    Ergebniss    der    Analyse  der  unverwitterten    Gesteine  war  folgendes: 


*)  Archiv  der  bShmischen  Landesdurchforschung  1878. 


90 


Zusammenstellung  der  Drinover  Gesteinschicliten. 


Bestandtheilc 

Rovina  =  Sandberg 

Tfeboc  =  Pferostla 

Loslich  in 

Total 

LOslich  in 

Total 

Salzsiiuro 

Flussaaurc 

Prozente 

Salzaaure 

Flusssiiure 

Prozente 

Wasser  und  organ. 

Eisenoxyd     .... 
Kohlensaurer  Kalk  . 
Kohlensaurc  Magnesia 

Kali 

KieselsJiure       .    .    . 
Schwcfelsauro   .    .    . 
Phosphorsaure  .    .    . 

Summa  .   .   . 

0-915 
1-720 
49-260 
0-467 
0-025 
0-140 
0-304 
0-012 
0-025 

4-522 
0-975 

0-061 

0-454 

41-106 

4-522 
1-890 
1-720 

49-260 
0-467 
0-086 
0-594 

41-410 
0-012 
0-025 

• 

1-040 
0-970 
24-295 
0-203 
0-062 
0-363 
0-140 
0-315 
0-006 

6-828 
0-345 

0-025 
0-117 

64-865 

6-828 
1-385 
0-970 

24-295 
0-203 
0-087 
0-480 

65-005 
0-315 
0-006 

52-868 

47-118 

99-986 

27-394 

72-180 

99-574 

Aus  dieser  Untersuchung  geht  hervor,  dass  die  Drinover  Gesteinschichten 
sehr  arm  an  Thonerde,  dagegen  sehr  reich  an  kohlensaurcm  Kalk  und  Quarz  sind, 
dass  in  der  Rovina  im  Sandberg  dor  Kalk,  im  Tfebocer  Ilevier  in  der  Pferostla 
die  Kieselsiiure  und  der  Quarz  vorherrschen  und  dass  sie  im  Phosphorsiiuregehalt 
sehr  erheblich  von  einander  abweichon. 

Gemeinsam  ist  bei  beidcn  Gesteinon  die  Armuth  an  Magnesia  und  Natron. 
An  leichter  loslichem  Kali  sind  bei  gleichcm  Gesammtkaligehalt  die  Tfebocer 
(icsteine  den  Gesteinen  des  Sandberges  dreifach  iiberlegen.  Die  letztgenannten 
<Jcsteine  bilden  wahrscheinlich  den  Ubergang  zu  den  Dfinovcr  Knollenschichten 
und  die  in  ihnen  eingelagerten  Kalkknollen  sind,  urn  audi  ihro  chemischo  Natur 
kennen  zu  lernen,  separat  untersucht  worden.    line  Zusammensetzung  ist  folgende: 


91 


Kalkknollen- Analyscn. 

Rovina 

Tfeboc 

Bestandtheile 

Sandberg 

Pferostla 

3  805 
1-990 
1-575 

62-995 
0-438 
0-081 
0-524 
0-018 

27-984 

4-525 
0-960 
0-965 
85-990 
0-498 
0-212 
0-546 
0-002 
5-956 

Kali  ....           

Zusammeu  .... 

99-410 

99-654 

Die  vorliegende  Zusammenstelluag  zeigt,  dass  die  an  Kalk  armeren,  aus- 
gelaugteren  Gesteine  der  Tfebocer  Gesteinschichten  die  an  koldensauren  Kalk 
bedeutend  reicheren  Kalkknollen  entbalten  und  dass  sich  dieser  in  ilinen  bis  zu 
86%  ihres  Gewiclites  ankauft,  wesshalb  sie  im  gebrannten  Zustande  einen  guten 
oaukalk  und  ein  ausgiebiges  Bodenverbesserungsmaterial  fur  kalkarme  Boden  liefern 
konnen.  Bedenkt  man  aber,  dass  diese  Knollen  in  ihrer  Zusammensetzung  ausser- 
°i'dentlich  wechseln  und  je  nacb  dem  Orte  ihres  Vorkommens  in  formliche  Sand- 
knollen  ubcrgchcn,  so  kann  man  durchaus  nicht  aus  der  Bcschafienheit  der  Tfebocer 
Kalkknollen  sofort  auf  jene  anderer  Kalkknollen  scldiessen,  ja  die  praktische  Wich- 
tigkeit  vieler  Knollen  wird  ihrer  Zusammensetzung  nach  vielleicht  eine  nur  sehr 
Untergoordnete  sein,  viele  Kalkknollen  dieser  Schichten  wcrtlen  nur  einen  schlechten 
°der  unbrauchba,ren  Kalk  liefern. 

Die  betrachtete  mittlere  Etage  der  Weissenberger  Schichten  tritt  jedoch 
inuerhalb  des  Domanschitzer  Forstamtsbezirkes  gerade  nur  in  den  stcilsten  Illingen 
z«  Tage,  so  dass  von  einer  Untersuchung  des  Verwitterungsbodens  dieser  Gesteine 
Unigang  genommen  wurde,  denn  ein  soldier  wiirde  in  der  bezcichneten  Gegend 
fl'ei  von  den  Beimengungen  der  uberlagernden  Schichten,  deren  Schutt  iiberall  die 
"ange  bedcckt,  kaum  gewonnen  worden  sein. 

Anruhend  folgt  die  chemische  Zusammensetzung  des  Wehlomtser  Planer 
Und  seiner  Verwitterungsprodukte : 


Wenlowitzer  Planer. 


Bestandtheile 


Rovina, 
KounoTer  Hau  27,1) 


Domauschitz, 

(Houba  4  k) 


I. 


n. 


in. 


IV. 


Unver- 
wittertes 
Gestein 


Los- 
licli 


Total 


Boden 


Unver- 

vrittertes 
Gestein 


Boden 


Tfeboc, 
(Skalka  40,'b) 


vi. 


Domauschitz. 
(Pravda  43/n) 


vri. 


vni. 


AasfuUung 

der  RoTiaa 

Kauuover 

Hau 


Lbs- 
lion 


Total 


Los- 
lich 


Total 


Los- 
lich 


Total 


UnYer- 
wittertes 
Gestein 


Boden 


Unver- 

wittertes 
Gestein 


Boden 


Aus- 
fullung 


Los- 
lich 


Total 


Los- 
lich 


Total 


Los- 
lioh 


Total 


Los- 
lich 


Total 


Los- 
lich 


Total 


Phospborsaure 


0-006 


0-030 


0-010 


0-011 


0-005 


0-010 


0-016 


0-020 


0-070 


Wasser  und  org. 

Stoffe  .    . 
Thonerde   . 
Eisenoxyd 
Eisenoxvdul 
Kalk   .   .   . 
Magnesia   . 
Natron    .   . 
Kali    .   .   . 
Kieselsaure 
Kohiensaure 
Summa 


Absorptionen  Stick- 
stoff  (naoh  Knopp) 


1-04 
0-65 
0-17 
0-24 
0-23 
0-07 
0-42 


4-93 
5-28 
0-65 
0-17 
0-35 
0-40 
0-34 
1-41 
86-40 


99-93 


0-88 
0-49 
0-47 
0-17 
0-23 

o-oi 

0-25 


15 


3-72 
5-09 
0-49 
0-47 
017 
0-23 
0-31 
1-43 
87-63 


0-90 
0-10 
0-59 
13-26 
0-23 
0-06 
0-27 

10-42 


3-65 
2-97 
0-10 
0-59 

13-50 

0-36 

0-06 

0-82 

67-48 

10-42 


99-54 


99-95 


1-15 
1-30 

0-08 
0-40 
0-17 
0-07 
0-14 


18 


9-82 
4-29 
1-30 
0-08 
0-40 
0-25 
0-34 
1-13 
82-33 


99-94 


1-54 
1-06 
0-29 
0-24 
0-23 
0-07 
0-32 


4-67 
4-20 
1-06 
0-29 
0-33 
0-36 
0-24 
0-75 
88-28 


100- IS 


1-05 
0  49 
0-39 
0-15 
0-09 
0-03 
0-11 


6-38 
3-10 
0-49 
0-39 
0-15 
0-09 
0-23 
1-10 
87-95 


11 


1-43 
0-58 
0-17 
11-05 
0-24 
0-06 
0-26 

8-80 


■02 

'85 
'58 
17 
25 
35 
12 
f-2 
24 
80 


1-34 
1-02 
0-40 
0-37 
027 

o-oi 

0-17 


99-30 


22 


5-40 
6-61 
1-02 
0-40 
0-38 
027 
0-50 
1-44 
83-68 


99-70 


7-39 
4-69 
0-42 
0-90 
1-05 
0-05 
0-61 


11-24 
15-69 
4-69 
0-42 
0-90 
1-05 
0-30 
1-51 
64-20 


lfHi-llll 


Nro.  IX.  Eine  Erdprobe  des  Inbaltes  des  einer  der  zahlreichen  HbMungen  in  der  „Rovinau  anstehenden  Gesteines.  Es  ist  ein  gelblich- 
grauer  stark  eisenschiissiger,  leicht  zerreiblicher  Niederschlag,  der  sich  aus  den  mit  Mineralstoffen  gesattigten,  die  porosen  Schichten  dieser 
Gesteine  durcbsickernden  Regenwassern  nacb  Yerdunstung  derselben  in  den  HbMungen  der  tieferen  Gesteinsstufen  absetzt,  und  Wande 
derselben  mit  einer  amorphen,  braunlichen  Mineralmasse  iiberkleidet. 


C<1 

as 


93 

Dor  Plftnersandstein  von  Tfeboc. 

Das  gelblich  graue,  porose  Muttergestein  der  weiter  unten  behandelten 
Ve»'witterungsprodukte  zerfallt  unter  dem  Einflusse  der  Atmosphlrilien  leicht  zu 
eiI*em  sandigen  nicht  unfruchtbaren  Boden.  Die  Natur  vollfiihrt  diese  Zersetzung 
In  langeren  Zeitraumen  mit  unscbeinbaren  Mitteln. 

Im  Lab  oratorio  konnte  die  Loslichkeit  und  Verwitterungsfiihigkeit  des  Ge- 

steines  nur  ann&hentd  in  der  Art  gepriift  werden,  dass  von  dem  gepulverten  Gesteine 

^ei  verschicdene  Saureauszuge   dargestellt  und  untcrsucht  wurden.    Der  genannte 

tein  gab  an  reiner   Essigsfture,  kocbender  Salzsaure  und  an  Flusssaure  folgende 

'"'Walstoffmengen  ab,  welche  wiihrend  der  Verwitterung  desselben  in  immer  loslicher 

We«londe  Verbindungszustande  iiberfiihrt  werden. 


Es  wurden  die  folgeiiden  Mineralstoffe 
von 


In  100000  Gewichtstheilen: 

Essigsfture  Salzsfture 


Flusssiiure 


Total 


Thonerdc    

Eisenoxydul 

Calciumoxyd 

Magnesia 

Kali 

Natron 

Phosphorsaure 

Schwefelsiiure 

Kiesels&ure 

Wasser  u.  organische  Stoft'e    .    . 

Summa 
Zgrlust  bei  der  Analyse  .... 


213 

205 

50 

Spur 

98 

5 

Spur 

Spur 

82*) 


1.402 

1.100 

120 

182 

239 

37 

8 

Spur 

5.205 


2.030 

Spur 

Spur 

302 

541 

208 


82.863 


3-645 
1-305 
170 
484 
878 
250 
8 
Spur 
88.150 
4-505 


99.395 
605 


100-000 


p  Obwohl  die   Menge  der  in   den   schwftcheren   Siiuren   loslichen   Basen  im 

'aiizen  genommen  klein  ist,   so  sind  doch   einzelne  Nahrstoffe  der  Pflanzen  darin 


)  lu  Natron  liisl.  zeolith.  Kieselsfture. 


wmm 


<)4 


in  grosserer  Menge  enthalten.  Namentlich  findet  man  grbssere  Kalimengen,  welche 
eine  wichtige  Rolle  im  Leben  der  rilanze  spielen.  Das  Muttergestein  entbiilt  niimlieh 
iiber  acht  zehntel  Procent  Gcsammtkali,  welches  zur  Halite  schwer  loslich,  zur 
andoren  Halfte  leicht,  zum  Theil  sehr  leicht  loslich  ist,  und  daher  auch  leicht  ver- 
wittert.  In  sehr  geringer  Menge  enthalt  der  Stein  Phosphorsaure,  Kalk-  und 
Schwefelsaure.  Die  Pflanze  wird  aus  einem,  diesem  Gestein  entstaimuenden  Bo  Jen 
einen  Uberschuss  an  Kali,  gegeniiber  den  anderen  Nahrstoffen  empfangen,  doch 
iindert  sich,  wie  man  sp&ter  sehen  wird,  dieses  relative  Nahrstoffverlialtniss  (lurch 
den  wiihrend  der  Verwitterung  erfolgenden  Austritt  einzelner  Bestandtheile  des 
Gesteines,  noch  bedeutend,  die  grosse  Armuth  an  Kalk-  und  Phosphorsaure  bleibt 
aber  der  Erde  so  gut  wie  dem  Stoine,  aus  welchem  dieselbe  hervorgegangen  ist, 
eigen  und  charakterisirt  diese  Schichtenstufe.  Die  leichte  Verwitterbarkeit  des 
Gesteines  geht  aus  seiner  Porositat,  sowie  aus  den  Loslichkeitsvcrhiiltnisscn  dor 
Basen  in  verschiedcnen  Mineralsauren  klar  hervor,  denn  die  Halfte  aller  Bason 
hist  sich  leicht  in  den  zwei  erstgenannten  LSsungsmitteln,  Essigsaure  und  Salzsaure 
auf,  wobei  das  Eisenoxydul  durch  Sauerstoff-  und  Wasseraufnahme  zur  fortschreitend 
schnellcren  Zersetzung  des  Gesteines  nicht  wenig  beitragt. 


95 


Diluvial-  unci  Alluvialboden. 

Zusammensetzung  fruchtbarer  Ackererden  aus  der  TTmgebung  von 

Postelberg  und  JGobositz. 

Im  Gegensatz  zu  den  friilier  betrachteten  Bfiden  der  siidbohmischen  tertiaren 
Ablageningen  findet  man  in  diesen  nordbohmischen  Boden  einen  liinreichenden, 
°ft  betrachtlichen  Kalkgehalt,  eine  gleicbiormigere,  der  Cultur  von  Feldpflanzen 
Zl'sagendere  physikalische  Beschaffenheit  und  einen  liolien  Grad  von  Fruchtbarkeit, 
cl°i"  sich  aus  ihrer  chemischen  Zusammensetzung  leiclit  erkliiren  liisst. 

Auf  der  zwischen  dem  Erzgebirge  und  dem  Mittelgebirge  im  nordwestliclien 
Bohmen  liegenden  Hochebene,  zwischen  Briix  und  Postelberg,  Komotau  und  Wilomic 
bedecken  diluviale  Gebilde  als  Lehm,  Sand  und  Schotter,  die  jiingeren  Tertiar- 
Sebilde  oft  bis  zu  bedeutenden  Jlohen,  obwohl  sie  gegen  das  Mittelgebirge  zu, 
selten  grosse  zusammenlningende  Fliichen  einnelimen. 

Der  Diluvialsand  runt  da  entweder  unmittelbar  auf  BraunkoMe  oder  auf 

i]}'%  Scliieferthon,  oder  miichtigen  Schotterbanken.  Im  Mittelgebirge  bedeckt  das 

diluvium  den  Fuss  der  meisten  Basaltberge.  Ebenso  verbreitet  wie  der  Diluvialsand, 

*ei'  weit  mehr  zerstiickelt   sind  hier   die   Lelimablagerungen.     Der   Diluvialsand 

°kundet   gentigend    durch  seine  Uiberreste  seinen  Ursprung  aus  den  Urfelsarten 

(Jes  nahen  Erzgebirgcs.    Er  enthiilt  Glimmer  und   Feldspaththeilchen,  besonders  in 

en  oberen  Scliichten  grossere  Geschiebe,  deren  Beschaffenheit  je  nach  dem  Absatz- 

rte  wechselt,  meistens  aber  aus  Quarz  und  Gneistruinmern  bestelit. 

Auf  dem  ebenen,    hochliegenden    Plateau,    welches  sich  nordwestlich  von 

postelberg   gegen   Ferbenz,    Ploscha   bis   gegen   Komotau   hinzieht   und  von  dem 

^°motauer  Bache  durchschnitten  wird,  bilden  diesc  Absiitze  machtigere,  gelbgraue, 

^reibliche    Gebilde  von  mehr  oder  weniger  feinem  Korne,   welche  weite  Fluren 

bedecken  und  das  Material  fur  dankbare  Culturboden  liefern. 

Drei  Analysen  der  Reprasentanten  dieser  Ablagerungen  mogen  hier  mit- 
8etheilt  werden. 


-•uxovuc  Ausainiuciiscii/iUllg  vuiiDUUVllUUS  UC1 

1   Ill^t'SHl 

Ilg   VUU  X 

U»H;1UIjA  £5 

1! 

6  d  e  n    von 

Ploscha 

Ferbenz 

Postelberg 

In  100  Gew.  Rohbodens  sind  enthalten. 

Skelet  . 

11-00 
89-00 

7-82 
8'08 

6-54 
93-40 

7-27 
2-35 

21-77 

78-23 

6-33 

2-25 

lenierde.    . 

In  100  Gew.  Feinerde  sind  enthalten. 

passer    .   . 

'lumus     .   . 

^liibrerlust 

10-85 
0-182 

9-62 
0-171 

8-58 
0-158 

^esammtstickstoff 

06 


15  o  d  e  n  von       

Ploscha    I   Ferbenz   ll'ostelberg 


In  100  Kg  sind  cnthalten: 

Zuganglicbes  Kali • 

Gebundenes  Kali 

Schwerlosliches  Kali 

Gesammt  Kali 

Zngangliche  riiospborsaurc 

Gebundene  Phosphorsaure 

Gcsammtphosphorsaure 

Aufgeschlosscne  Silikatbasen 

In  Procenten  des  Feinbodens: 

Gyps 

Konlensaurer  Kalk 

Bittererdenkarbonat 

Phosphorsaure 

Kali 

Natron 

Bittererde 

Kalk 

Kisen  und  Thonerde • 

Kieselsaure 

Sumnie 

Absorption • 


174 

520 

1436 


2120 


92 

8 


100 
15-770 


Spur 
0-62 

Spur 
0-10 
2-12 
0-57 
0-91 
1-16 

21-48 

73-04 


100-00 


87 


155 

260 

1005 


1420 


65 
5 


70 
13-810 


Spur 
1-86 

Spur 
0-07 
1-42 

Spur 
0-66 
1-32 

18-20 

76-47 


100-00 


80 


165 
344 

836 


158 
10 


168 


11-123 


o-oi 

2-43 

Spur 

0-17 

1-34 

0-68 
1-46 
107 

21-82 
70-32 


99-29 


78 


Die  Mehrzahl  der  auf  diesen  Hohcngriinden  liegendcn  Felder  haben  abei' 
leider  nur  diluvialen  Sand  und  Schotter  zur  Unterlage  und  nicbts  passt  weniger 
zusammen,  als  das  hier  herrschonde  Klima  mit  dem  Verwitterungsprodukte  del" 
vorbezeichneten  nach  haufigem  Regen  diirstcnden  Ablagerungen.  Der  lioden  ist 
allentbalben  locker  und  durchlassend.  Geschiitzt  durch  das  Erzgebirge  gegen  Norden> 
den  warmen  siidlichen  Luftstromungen  geofihet,  leidet  die  Vegetation  auf  dem  sica 
sildlich  abdacliendon  Grundcomplex  unter  dem  Einfluss  einer  hohen  Temperatui 
obwohl  sie  andererseits  in  der  Entwickelung  ihrer   edleren  Theile  gofordert  wiro- 

In  der  Gegend  von  Wittoscs  und  Ploscha  findet  man  heidnische  Grabei 
und  ausgiebige  Mengen  von  Modererde,  welche  ein  willkommenes  Hilfsmittel  fat* 
den  landwirthschaftlichen  Betrieb  sind,  indem  man  diese  dungkraftigen  Erden  als 
Compostmaterial  verwcndet. 

Unter  alien  Feldern  der  Postelberger  Ilerrschaft  steben  aber  an  Frucht- 
barkeit  und  Uppigkeit  der  tiefen  Ackerkrume  die  Maluitzer  Teicbgriinde  ol'011 
an,  die  noch  vor  300  Jabren  ein  See  waren,  welcher  durch  einen  Tunnel  zum 
Ablassen  eingerichtet  und  bis  zum  Jahre  1830  als  Teicb  bcwirtbschaftct,  dann 
vollig  trocken  gelegt  wurde.  Diese  Grundstiicke  bilden  ein  iiber  Ilundert  llecta' 
umfassendes  Quadrat  von  garteniinlichem  Aussehcn,  indem  an  den  Grenzen  del 
Ackerscblage  durchwcgs  Obstbfame  angepflanzt  sind.  Der  lioden  dieser  Grui)1'0 
aus  dem  nahen  „Kotbliegendei)"  angesebwemmt,  mit  den  Verwitterungsprodukten 
des  Pliinermergels  vermengt,  ist  braunroth  von  Farbe,  im  nordlichen  tiefer  liegenden 


97 

Theile  von  sehr  bindiger,  im  siidlichen,  hohen  liegenden,  von  lehmig  sandiger 
Beschaffcnheit.  Er  wird  seit  32  Jahren  ununterbrochen  mit  Zuckerrttben,  Hopfen 
und  Gerste  bebaut  imd  lohnt  mit  sehr  hohen  Ertr&gen,  welclie  sich  durchschnittlich 
Per  Ilectar  auf  400  Mtctr  Zuckerriiben  und  30  bis  40  Htl  Gerste  beziffern.  Vermoge 
seiner  Tiefgriindigkeit  und  seines  Nahrstoffreichthums  vertragt  der  Malnitzer  Boden 
eiue  intensive  Wirthscliaft,  so  dass  Rube  mit  Gerste  in  ununterbrochenem  Wechsel 
folgen  kann,  ohne  dass  er  ausserordentlich  gediingt  werden  muss  und  in  dieser 
Beziehung  erinnert  er  an  die  Nilabs&tze  Agyptens,  deren  Fruchtbarkeit  sprichwortlich 
geworden  ist.  Das  Skclet  des  Malnitzer  Bodens  besteht  aus  eisenschussigem  Quarz 
ttit  Glimmer  vermengt.  Die  chemische  Zusammensetzung  der  fruchtbaren  Feinerde 
ergibt  sich  aus  nachstehender  Untersuclumg. 

Auf  diesen  Boden  passen  so  recht  die  Worte  Liebig's,  welche  er  in  seiner 
Agricultur-Chemie  (Pag.  132)  anffthrt.  „Was  der  Landwirth  an  Nahrungsstolfcn 
('om  Boden  zufiihren  kann  im  besten  Falle  ohne  seine  Rente  zu  gefalirden,  ist  gegen 
'lie  Monge  gohalten,  welche  er  in  seinem  fruchtbaren  Boden  besitzt,  so  klein,  dass 
er  gar  niclit  hoffen  kann  den  Ertrag  seiner  Felder  zu  steigern."  Momentan  holier 
llrid  nachhaltig  holier  Ertrag  mussen  daher  auseinander  gehalten  werden.  Die 
Skeletmenge  dieses  Bodens  wechselt  je  nach  dem  Schlage  von  7—18  Perzent,  die 
Menge  des  feinsten  Sandes  in  der  Feinerde  von  40-00  Prozent.  Hier  folgt  die 
durchschnittliche  Zusammensetzung  dieses  Alluvialbodens : 


Skelet 


In  100  Gew.  der  bei  100°  C  getrockneten  Erde  sind  enthalten. 

Steinchen      

Grobsand 

Feinsand 

Feinster  Sand . 

Thon 

Kalk  und  Talkkarbonat 


In  100  Gew.  lufttrockner  Feinerde  sind  enthalten. 

Hygroskopiscb.es  Wasser 

Gcbundenes  Wasser 

Humus .    . 

Gli'ihverlust 

Feinboden 


1-27 
2-03 
4-15 


54-31.; 
27-51 
10-68 


3-21 
8-31 
2-25 


13-77 

86-23 


98 


In  100  Gew.  Feinboden  sind  enthalten. 

Chlor 

Sulphate  (Gyps) 

Kalkkarbonat 

Talkkarbonat 

Suinme  der  Karbonate 

Kieselsaure 

Thonerde     

Eisenoxyd   

Calciumoxyd 

Magnesia 

Natron 

Kali 

Summe  der  Kieselsaure  und  Silikatbasen 

Kieselsaure-Thon 

Aufgeschlossene  Basen 

Absorption  der  Feinerde 

Absorption  der  Silikate,  fur  sich 

Quarzgchalt 


Kieselsaure  und  Basen 
der  Silikate 


In  heisser  cone  Salzsaure  Ibslich,  in  %  des  Feinbodens. 


Natron 


Kali 

Phosphorsaure 

Gesammtstickstoffgehalt  in  Proccnteu  der  Feinerde 


0-04 
007 


10-69 

2-48 


13-17 
55-46 
14-92 
8-52 
3-74 
1-18 
0-48 
2-42 


86-72 
70-23 


16-49 

98 

113 


12-81 

0-27 
0-49 
0-19 


0-285 


An  vielen  Punktcn  breitet  sich  in  der  Postelberger  Umgebung  center 
Lossboden  aus,  so  bei  Tatina,  Weberschan,  Ploscha,  etc.  und  iiberall,  wo  er  nuichtiger 
entwickclt  ist,  herrscht  iippige  Vegetation.  Hauer  charakterisirt  den  Loss  als  ein 
Produkt  zerstorter,  (lurch  Auslaugung  und  Verwitterung  metamorphosirter  GebirgS- 
massen,  als  eine  diluviale  Lehmablagerung,  bestehend  aus  einem  gleichartigen  Ge- 
menge  von  eisenhaltigcin  Thon  und  feinen  Quarzkornchen,  dem  mergelige  Einschliisso 
eigenthiimlich  sind.  Nach  Sandberger,  Fallou  und  Andcren  sind  die  zahlreich  eiD" 
geschlossenen  Schncckenschalen  und  die  wunderlich  gestalteten  hiirteren  Knoben 
(Lossmannchen)   fiir  den  Loss   charakteristisch.     Iiilgcr  Ycrlegt  die   Lossbildung  in 


99 


die  Eiszeit  und  betrachtet  unsere  Lossablagerungen  als  Absatze  aus  Hochwiisscrn 
ahnlich    den   Schlauimabsatzen   unserer  Fltisse.  Bomer   kommt    schliesslich    zu    der 
Ansicht,  dass  der  Loss  lediglich  aus  kalkhaltigen  Schlammgewassern  entstanden  sei,  in 
denen  der  Kalk    entweder  in    scliwebendeni    oder  chemiscb  gebundenen  Zustande 
vorhanden  war.  Audi  im  siidlichen  ebenen  Tbeile  der  Lobositzer  Umgebung  breiten 
si«h  zwischen  den  Orten  Lobositz,  Sullowitz  und  Wchinitz  miichtige  dilluviale   und 
alluviale,   den  fruchtbarsten  District  bildende  Ablagerungen  aus.    Letztere  liegen 
a»f  Loss,   der  sick  bis  an  die  angrenzenden  Planer  und  Basaltliohen  liinanzieht. 
Typisch  tritt  derselbe  in  den  steil  gegen  die  Elbe  abbrechenden  Wanden  wie  z.  B. 
bei  Welhotta  zu  Tage.     Am  linken  Ufer  der  Elbe  breitet  sich  der  Loss  zwischen 
Lobositz,  Prosmik,  Mllkojed,  Kopist  und  Brnan  in  oiner  sehr  fruchtbaren  Ebene, 
Lokmens  Weizenkammer,  bis  an  die  Eger  aus,  ein  mit  alien  Reizen  einer  uppigen 
Baumvegetation  gescbiniicktes  Tafelland  bildend  welches  die  Staatseisenbahn  mitten 
durchsclmeidet.    Zwischen  Lobositz,   Jentschitz,   Wchinitz   und   Cernosek  zieht  sich 
der  Loss  bis  hundert  Meter  lioch  an   die  angrenzenden   Kreide-  und   Basaltliohen 
"inan.    Bei   Leitmeritz  setzt  er  am  rechten  Elbeufer  in   unbcstimmt  begrenzten, 
^errissenen,    kleinen    Lagern   fort   und   fullt    die  Einsenkungen  von    Ploschkowitz, 
Liebeschitz  und  Auscha  aus,  mehr  oder  weniger  abgeiindert  durch  das  unterlagernde 
Grundgestein  oder  bedeckt  von  noch  jtingeren  Gebilden,  den  Alluvionen. 

Dieses  bolunische  Lossgcbiet  nimmt  mehrere  Quadratmeilen  ein.  Es  ist  ein 
fiber  dem  Niveau  der  Flusse  abgelagertes  Sediment  einer  weit  verzweigten  Diluvial- 
fluth.  Wiihrend  aber  der  Loss  anderer  Lander  z.  B.  der  Rheingegenden,  Osterreichs 
u'  s.  w.  reich  ist  an  den  Schalen  von  Land-  und  Sumpfschnecken  aus  den  Gattungen 
Helix,  Pupa  etc.,  kommen  diese  im  bohmischen  Lebm  nur  vereinzelt  vor.  Auch 
Polythalamien  fehlen.  Dagegen  beherbergt  er  oftmals  Knochen  von  ausgestorbenen, 
kolossalen  Vierfixsslern.  Der  Lobositzer  Obergrund  ist  ausserlich  vom  L8ss  kaum 
zu  unterscheiden,  aber  kalkarm,  ftir  tiefwurzelnde  Gewachse,  bcsonders  fur  den 
Obstbaum  ware  dies  ein  Nachtheil,  wenn  der  Untergrund  nicht  kalkreicher  Loss 
Ware,  der  zur  Verbesserung  des  Obergrundes  und  zum  Mergeln  kalkarmer  Boden- 
arten  mit  Vortheil  verwendet  werden  kann,  wie  dies  auch  am  Rhein  und  in 
^sterreich  wirklich  geschieht. 

Der  Untergrund  der  Lobositzer  Felder  enthftlt  bis  18%  kohlensauren 
Kalkes,  woraus  sich  ergibt,  dass  die  gewohnlichen  Schliisse  von  dem  Kalkrcichthum 
der  Unterlage  auf  den  des  Obergrundes  oft  sehr  triigerisch  ausfallen  ki'mnen. 
Anruhend  folgt  die  chemische  Zusammensetzung  der  Ackererden  des  Tafellandes 
v°n  Lobositz. 

Die  nach  SoMdsing  ausgefuhrte,  mechanische  Analyse  des  Bodens  ergab  in 
^'ozenten : 

Im  Obergrund:  Untergrund: 

aus  15  cm  Tiefe  aus  1  m  Tiefe 

Steinchen,  Quarzsand 1*95 L43 

Grobsand 2-15 365 

Eciner  Sand 4  94 479 

Skelet  zusam.  .    .  9-04 9'8V 

7* 


100 


Mineralogisch  betrachtet,  besteht  das  Skelet  dieses  Bodcns  aus  eincm 
innigen  Gemenge  von  Kalk,  Talk,  Glimmer  und  Kieselstaub,  weleher  durcli  Thon 
und  Eisenoxyd  zu  einer  dichten  schcinbar  gleichartigen  Masse  vcrbundcn  ist.  Im 
Obergruude  findet  man  audi  noch  angcschwemmte  Basaltfragmente. 

Obergrund  Untergrund 

Skelet 9-04 9-87 

Kohlensaurer  Kalk    .     L*76 16*83 

Sandiger  Theil    .    .    .  70-87 61 '10 

Thon 17-78 12-20 


99-45 


100-00 


Besonders  zeichnet  sich  der  Lobositzer  Loss  durch  seine  Auftoslichkcit  in 
concentrirter  Salzsiiure  aus,  da  man  ihm  durch  fortgesetztes  Digeriren  mit  dieser 
Same  den  grossten  Theil  der  Basen  entziehen  kann.  Der  Obergrund  enthielt 
niimlich  21*88°/0  Sesquioxyde  und  Monoxyde;  der  in  Salzsiiure  losliche  Theil  des- 
selben  betrug  13-81°/0.  Der  Grund  fiir  dieses  Verhalten  mag  wohl  in  der  ausser- 
ordentlichen  mechanischen  Zertheilung  und  theilweisen  chemischen  Zersetzung  dieser 
Mergelmasse  liegen. 

Wie  Bischof  zeigte,  hat  der  Loss  in  seiner  chemischen  Zusammensetzung 
mit  derjenigcn  des  Thonschiefors  und  des  Glinimerschiefcrs  grosse  Almliclikeit, 
was  der  Vermuthung  Raum  gibt,  dass  vorzugsweise  diese  Gesteinc  als  Matcrialien 
zur  Bildung  dieser  Ablagerungen  gedient  haben.  Im  Gebicte  des  Kreidcmceres 
scheinen  aber  auch  die  verschiedenen  Glieder  dieser  Formation  zum  Loss  in  niiherer 
Heziehung  zu  stehen.  Wenn  man  die  Bruchstiickc  und  Steincbcn  im  Loss  der 
Lobositzer  Ebene  niiher  betrachtet,  so  findet  man,  dass  sie  keineswegs  fremdartiger 
Herkunft  sind,  was  wol  die  Annahme  rechtfertigt,  dass  das  Bildungsmaterial  des 
Lftssmergels  in  nicht  zu  grosser  Entfernung,  seine  Ursprungstatte  in  den  benach" 
barten  Gebirgen  zu  suchen  ist.  Es  scheint,  dass  das  Elbegcbiet  ausserhnlb  Bohmens 
zur  Zeit  der  Lossablagerung  ein  offenes  Meer,  in  Bohmen  eine  Bucht  bildete,  in 
der  das  Mergelmeer  seinen  Schlamm  gleichformig  absetzte. 

Die  Bedeutung  der  alluvialen  und  diluvialen  Ablagerungen  bei  Lobositz  als 
hervorragendc  Nahrstoffbohalter  fiir  den  pflanzlichen  Organismus  erkennt  man  aUS 
den  folgenden  Untersuchungen,  insbesondere  sprechen  auch  die  bedeutenden 
Phosphorsaurequantitaten  in  den  Obergriinden  des  Alluviums  des  Lobositz-Sullo" 
witzer  Tafellandes  fiir  ihren  hohen  agronomischen  Werth,  wie  nachstehendc  TabellC 
bezeugt. 


Probe  von  den  Eeldern: 


Pliosphorsilurc  lOslich  in 


Gesammtpliospliorsiiiu-e 


I. 

2. 


10%  kalter  Salpetersilure 

Hinter  den  Schcuern     0-1828 0-2007 

Oberes  Schiifereifeld 0-1440 0-1602 

3.  Rohrenfeld 0-2001 0-2111 

4.  Kapcllenfeld  I 0-1522 0-1592 

5.  Wchinitzer  Rohrenfeld 04744 0-1834 

6.  Kapellenfeld  II 0-1866 0-1897 


Probe  von  den  Feldern: 


Phosphorsiiure  ldslich  in 


101 


Gesammtpliosphorsaure 


9. 
10. 
11. 


10°/o  kalter  Salpetcrsiiure 

Wchinitzer  III  ScMag 0-1734 01860 

IV      „        0-1589 0-1589 

Grossstiick  I 0-2061 0-2224 

III 0-1920 0-2128 

IV 0-1514 0-1655 


12.  Vom  Augc  Gottes  .    . 

13.  Lobositzer  Galgcnfcld 


0-1552 0-1695 

0-1480 0-1795 


Liisst  man  den  kalten  10°/0gen  verdiinnten  salpetersauren  Erdoauszug  dieser 
Boden  drei  Tage  lang  stehen,  so  gelit  fast  alio  Phosphorsiiure  in  Losung  uberi 
was  bci  anderen  Erden  nur  durch  Digestion  mit  kochender  starker  Salpetersiiure 
erreicht  wird. 

Allgemein  huldigt  man  der  Ansiclit,  dass  die  Pbosphorsiiure  im  Boden 
schliesslicb  als  Eisen-  und  Aluminiumphosphat  cntbalten  sei.  Erst  Kostitscheff  ver- 
offentlichte  *)  Studien  iiber  das  Verhalten  der  Phospbatc  in  verschiedenen  Boden- 
arten,  aus  welcben  hervorgeht,  dass  sicb  die  Phosphate  des  Eisens  und  Aluminium- 
oxydes  in  Gegenwart  von  Wasser  und  Calciumkarbonat  unter  Kohlensaurecntbindung 
zersetzen.  K.  spricbt  die  Ansicht  aus,  dass  wabrscbeinlich  anfangs  Wasser  die 
Phosphate  der  Sesquioxyde  unter  Phosphorsaureabscheidung  zersetzt. 

Die  letztere  wirke  nun  auf  den  koldensaurcn  Kalk  ein,  mache  Kohlensiiure 
frei  und  diese  lost  einen  Theil  des  Karbonates  auf.  Das  neugebildete  Kalkkarbonat 
Wirkt  nun  wieder  zersetzend  auf  die  Sesquioxyde  des  Eisens  und  Aluminiums  ein, 
Wodurch  immer  mehr  und  mehr  Kohlensiiure  frei  wird.  Dauert  der  Versucli  lange 
und  ist  iiberflussiges  Calciumkarbonat  anwesend,  so  wird  die  gcsammte  Pkosphor- 
saure  selbst  in  Boden,  welche  einen  grossen  Uiberschuss  an  Eisenoxyd  im  Ver- 
hiiltniss  zu  kohlensaurem  Kalk  besitzen,  an  Calcium  gebunden.  Da  nun  im  Boden 
aus  den  drei  Phosphaten  des  Calciums,  Eisens  und  des  Aluminiums  stets  dasselbe 
Phosphat  hervorgeht,  so  wiirde  sich  auch  die  gleichartige  Wirkung  derselben  auf 
die  Pflanzen  erkliiren  lassen.  Gleichzeitig  geht  aus  diesen  Versuchen  die  eigenartige 
Wohlthltige  Wirkung  des  Kalkes  in  kalkarmen  eisenschiissigen  Bodenarten,  wie  im 
»Rothtodtliegenden"  besser  hervor,  indem  derselbe  ausser  anderen  Wirkungen,  die 
todten  Phosphatvorrathe  derselben  schneller  in  Losung,  Absorption  und  Umlauf  bringt. 

Von  den  herrscbaftlichen  Feldern  um  Lobositz  erscheinen  von  den  auf 
Loss  ruhenden  Fliichen  am  gleichartigsten  zusammengesetzt  das  „ Grossstiick", 
dessen  Fliicheninhalt  etwa  30  ha  betriigt,  das  „Galgenfeld"  mit  22  ha,  das  „Mittel- 
stiick"  und  „B61irenfeld"  mit  je  30  ha  von  ebener  Lage,  auf  welcher  der  Loss  oft 
schon  nach  weniger  als  Fusstiefe  im  ausgepragten  Typus  auftritt,  frei  von  Gesteins- 
fragmenten  und  Flusskieseln,  aber  (lurch  eine  weisse  eigenthumllclie  Effloreszenz 
ausgezeichnet,  die  die  Spriingc  und  Hiihlungen  mit  einer  kreideartigen  Substanz 
auskleidct.  Es  cnthalten  an  kohlensaurem  Kalk  der  Obergrund  vom  „Grossstuckfeld" 
auf  15  cm  Tiefe  '/4  bis  2°/(„  der  Obergrund  des  „Mittelstuckes"  auf  dieselbe  Tiefe 


f)  Beriohte  der  deutschen  ohemischea  Gesellsohaft  Berlin  1886. 


102 

V4  bis  3% ,  der  Untergrund  dagegen  4 — 8%  Kalkkarbonat,  in  3/4  Meter  Tiefe 
8— 9°/0,  in  einem  Meter  Tiefe  15— 16°/0,  in  l2/3  Meter  13—14%,  so  dass  die  grosste 
Kalkmenge  in  einem  Meter  Tiefe  angetroffen  wird,  von  wo  an  sie  wieder  langsam 
abnimmt.  Eine  vollstiindige  Analyse  des  Ober-  nnd  Untergrundes  von  den  zwei 
Feldern  „Grossstiick"  und  „Galgenfeld"  ergab  folgende  Wcrthe:*) 

Ckemische  Zusammensetzung  der  untersuchten  Bodenproben. 


Herrscliaft  und  Meierei  Lobositz 


Grossstflck 


Oliorgnnul  Untergrtmd 


Galgenfeld 


Obergrund         Untcrgruml 


In  100  Gcw.  Rohbodens  sind: 

Skelet 

Feinerde  .      

In  100  Gew.  Feinerde  sind: 

Sandiger  Theil 

Thonige  Substanz 

In  100  Gew.  Feinerde  sind: 

TTygroskopisclies  Wasser 

Humus  u.  gcbundenes  Wasser 

Gliihverlust 

Gcsammtstickston" 

In  100  Kilo  Feinboden  sind  Grammes: 

Zugiingliches        ] 

Gebundenes  >  Kali 

Schwerlosliches  J 

Gesammt-Kali 

Natron  in  01  H  loslich 

Zugangliche       ] 

Gebundene         \  rhosphorsiiurn 

Gesammt-  J 

Aufgesohlossene  Silikatbasen 

In  Proc.  des  Humus  und  wasserfreien  Feinbodens: 
%ps 

Kalkkarbonat 

Bittorerdenkarbonat     

Phosphorsiiure 

Kali 

Natron 

Bittercrde 

Kalk 

Eisenoxyd  I 
Thonerde    / 

Kioselsiiure  etc 

Quarz 

Absorption 


6-20 

03-80 


81-07 
19-33 


4-fi() 
95-40 


7-80 
92-20 


0-10 
93-90 


82-50 
17-50 


81-20 
18-80 


83-20 
16-80 


2-72 
5-(i8 


8-40 
0-17 


194 
100 

1740 


2040 

230 

74 

91 


105 
18.810 


0-04 
1-78 
0-10 
0-16 
2-04 
0-82 
1-15 
1-32 

10-37 


1-78 
3-10 


3-10 
0-07 


2-45 
4-95 


4-88 
0-10 


98 
342 


40 

30 

120 


78 


150 
10.940 


Spur 
15-15 

1-08 

0-1.5 

2-43**) 

0-53 
0-98 

14-94 

G4-14 


9-77 
0-17 


180 

140 

1504 


7-40 
0-09 


95 

205 


1890 
20 
08 
50 


118 
12*630 


0 
2 

0 
0 

1 
1 
1 
1 

18 

72 


03 
80 

18 
12 
89 
04 
38 
75 

82 

80 


77 


30 

27 
133 


160 

10.205 


0-05 

13-92 

0-28 

0-16 

2-39*' 

0-80 
1-14 

15-47 

05-84 


*)  Die  Analysen  von  „Mittelstuck"  und  „R6hrenf'eld"  sind  bier  nicht  mitgotheilt,  weil  das 
Zahlenmatcrial  einen  ubermassigen  Raum  eingenommen  hiitte  und  dio  analytischen  Er- 
gebnisse  goringc  Difl'eronzen  zeigen. 
**)  Aus  der  Differenz  berechnet. 


103 


Landwirthschaftlich  betrachtet,  veroinigt  sich  bei  diesen  Boden  glucklicb. 
alles,  Tim  sie  zu  eincm  in  physikalisclicr  wie  cliemischer  Hinsicht  vorziiglichen 
Kulturmaterial  zu  rnachen.  Vermoge  ihrer  Lage,  Machtigkeit,  vorthoilhaften  Mischung 
und  Beschaffenheit,  sind  sie  von  Natur  aus  ganz  besonders  zum  Ackerbau  bestimmt. 

Durch  besondere  Fruchtbarkeit  ausgezeichnet  ist  die  zwischen  Planersand 
und  Plfinermergel  eingebettete  Ablagerung  des  Modelbaches  unweit  Tschischkowitz, 
welche  sich  seit  undcnklichen  Zeiten  daselbst  gebildet  hat  und  aus  einem  grauen, 
ait  zahlreichen  Muschelschalen  iibersileten,  kalkreichen,  beinahe  aus  reiner  Feinerde 
bestehenden,  sehr  lockeren  und  leichten  Schlamme  besteht  und  als  sogenannter 
»Schelcbowitzer  Teich"  ehemals  zu  den  fischreichsten  Teichen  Bohmcns  gehorte, 
heutc  aber  ein  sehr  tiefgriindiger,  seinen  Ertragen  nach,  ein  uniibertroffener  Feld- 
boden  ist,  welcher  beinahe  ununterbrochen  mit  Zuckerriiben  bebaut  wird. 

Dieser  Alluvialboden  gehort  wol  unstreitig  zu  den  allerfruchtbarsten  Erden 
Bfihmens.  Tabak,  Hopfen,  Luzerne,  Bubo,  Weizen  und  Baps  gedeihen  gleich  vor- 
zuglich  in  dieser  seltenen  Ablagerung.  Zum  Vergleich  mag  daher  Knofs  Analyse 
des  Nilschlammes  bier  Platz  finden  und  das  Besultat  der  chemischcn  Untersuchung 
Zeigen,  wie  niitzlich,  ja  dem  praktischen  Landwirthe  unentbehrlich  nach  richtigen 
Methoden  ausgeflihrte  Bodenanalysen  sind,  wo  es  sich  nicht  nur  um  die  Bestimmung 
der  momentanen,  sondern  audi  der  nachhaltigen  Schaffungskraft  eines  Bodens  handelt. 

Welcher  fortgeschrittene  Landwirth  wird  dem  Kalkboden  Kalk  oder  Mergel, 
Welcher  einem  Humus  oder  Moorboden  nur  Stickstoffsalze ,  welcher  einem  feld- 
spathreichen  Boden  Kalisalzc  zufiihren,  solbst  wenn  cr  im  ersten  Falle  nur  Kalk- 
Pflanzen,  im  letzten  Falle  nur  kalirciche  Pflanzon  bauen  wurdc?  Jeder  wird  gewiss 
ZUnachst  den  Gehalt  seines  Bodens  an  den  verschiedenen  Pflanzennahrstoffen  kennen 
lei-aen,  und  seine  Dungungen  darnach  einrichten  miissen,  wenn  er  mit  den  geringsten 
Kosten  den  grcissten  Ertrag  erzielen  will.  Die  hier  mitgetheiltcn  Besultate  der  Boden- 
analysen beweisen  ferner,  dass  die  anfangs  ausgesprochone  Ansicht,  dass  die  Be- 
handlung  der  Erden-  und  Zersetzungsprodukte  der  Gesteine  mit  2%,  mit  10°/0  und 
concentrirter  heisser  Salzsaure  und  endlich  mit  Flusssaure  und  Natron  ihre  voile 
Berechtigung  hat,  wenn  es  darauf  ankommt,  den  Grad  der  Verwitterung  der 
Silikatgesteine  und  ihrer  Zersetzungsprodukte,  sowie  deren  Worth  fur  die  Pflanzen- 
feultur,  beziehungsweise  Pflanzenerniihrmig  festzustellen. 

Cliemischc  Zusammensetznng  des  Schelcliowitzer  Schlammbodene  und 

des  Nilschlamms. 


Boden  von 

Schelchowitz 

Nilschlamm  nach 

einer  Analyse  von 

Knop 

In  100  Gewth.  Rohbodens  sind: 

1-20 

98-80 

— 

In  100  Gew.  Feinerde  sind  enthalten: 

6493 
35-07 

— 

Thonige  Substanz  (nach  Schlossiug)      .    .    • 

104 


lioden  von 
Sclielchowitz 


Nilsclilamm  nach 
oincr  Analyse  von 
Knop 


lo   100  Gew.  Feinerde  sind: 


Hygroskopisches  Wasser     .    .    . 
Humus  und  gebundenes  Wasser 

Gliihverlust 

Gcsammtstickstoff 


In  100  Kilo  Feinboden  sind  Grammes: 

Zugiingliches 

Gebundenes  Kali 

Schwerlosliches 

Gosammt- 

Natron  in  C1H  loslich     .    .    . 

Zugiingliche   1 

Gebundene     !  Phosphorsaure 

Gesammt-      J 


Aufgeschlossenc  Silikatbasen 


In  Proc.  des  Humus  und  wasserfreien 
Feinbodens: 


Chlor 

Gyps 

Kalkkarbonat 

Bittererdenkarbonat     .       ... 

Phosphorsaure 

Kali 

Natron 

Bittererde 

Kalk 

Eisenoxyd 

Thonerde   

Kieselsaure 

Quarz 

Absorption 

Absorption  der  Silikate  fiir  sich 


4-03 
10-77 


14-80 
0-36 


220 
870 
870 


1460 

410 

129 
101 


230 
14-744 


0-0(5 

0-28 

23-23 

1-45 

0-23 

1-46 

1-02 

1-23 

4-90 

7-30 

12-01 

44-89 


2 -Of) 
112 
149 


3-10 
6-11 


9-21 


15-52 


Spur 
3-30 
0-76 

0-96 

2-72 

3-24 

15-10 

16-40 

57-50 


130 


Ini  Schelchowitzer  Teichbodcn  wird  absichtlich  Raubbau  getricben  und  es 
zeigt  die  Zusammenstellung  der  dreissigjiilirigen  Erntcrertrago  an  Riiben,  daSS 
selbst  in  einera  so  fruchtbaren  Uoden  nacb  und  nach  einc  Ernteabnalnne  eintritt, 
wenn  derselbe  ohne  Bungling  ununterbrocbcn  Ernten  hcrvorbringen  soil.  Weil  die 
llubenertrage  je  nach  den  Wittcrungsverliiiltnissen  der  Jabre  grossen  Schwankungen 
unterliegen,  so  wollen  wir  die  Durclisclmittsertriige  von  10  zu  10  Jahren  anfiihren. 
Dieselben  betrugen  in  der 


105 


I.  Periode  vorn  Jahre  1855-1866  —  385  Met  pr  ha. 
II.         „  „         „       1867-1876  —  330     „     „      „ 

III.         „  „         „       1877-1886  —  312     „     „      „ 

Das  letzte  Dezennium  war  ira  Allgcineinen  regenreiclier  und  fruchtbarer 
a»ls  das  zweito  und  erstc  Dezennium,  trotzdem  sind  die  Ertriige  im  langsamen 
Sinken  begriffen  und  gegenwiirtig  wird  der  angefiihrte  Boden  bereits  mit  aniina- 
lischem  Diinger  reichlich  gediingt. 

Der  dreissigjiihrige  Durchsclmittsertrag  an  Rube  im  Lossboden  betriigt 
270  Mctr.  und  es  iibersteigen  daher  die  Ernten  des  Teichbodens  noch  immer  namhaft 
diejenigen  des,  Lossbodens. 

Wenn  die  geognostische  Beschaffenheit  des  Bodens  einen  streckenweise  fast 
unerschopflichen  Reichthum  an  den  Bedingungen  der  Frucbtbarkeit  verbiirgt,  so 
sind  die  landwirthscliaftlichen  Anspriiche,  welche  an  diese  Boden  gestellt  werden, 
nicht  zu  unterschiitzen,  indem  eine  intensive  Fruchtwechselschaft  betrieben,  und  die 
Halfto  des  Areals  den  Hackfruchten  cingeriiumt  wird.  Die  am  Schlusse  beigegebene 
Tabellc  iiber  die  physikalisch-clieiniscbe  Zusammensetzung  der  untersuchten  boh- 
■nischen  Ackererden  gibt  ein  ubersiclitlicbes  Bild  des  mineralischen  Bestandes  di- 
verser  Ackerboden  der  verschiedenen  geognostischen  Formation.*) 

Zur  besseren  Orientirung  wurden  die  Mittelwerthe  der  wichtigsten  Pflanzen- 
uiihrstoffe  der  Ackerboden  aus  dieser  grossen  tabellariscben  Zusammenstellung  ge- 
z°gen  und  in  die  folgende  Tabelle  eingereiht. 

Mittelwerthe  aus  der  tahellarischen  Uibersicht  nach  Hirer  geognostischen 

Abstammung  geordnct. 

In  100.000  Gew.  Feinboden  sind  enthalten : 


! 

TJrgcbirge 

I'liiuor  Knidc- 

Alluvium  mill 

Tertiares 

Msbodet    ||  Cnois  o,  Granit 

formation 

Diluvium 

Wittingau 

Nettolitz  | 

Kruniau 

Zittolieb 

Lobositz 

Oboi- 
grund 

Untoi- 
grnnd 

Ober- 

grunti 

(Inter- 1 
grand  | 

Ober- 
grund 

Unter- 
gniiul 

Ober-  jUnter- 
grund  |  grand 

Ober- 
grund 

Untor- 
gruncl 

Kali 

"ebundenes  Kali 

keliwcrlosliclies  Kali 

38 

121 

1 408 

24 
190 

1929 

212 

571 

1791 

129 

508 

2032 

87 

456 

1711 

80 
521 

1773 

92 

362 

1396 

59 

490 

1163 

173 

250 
1353 

— 

Gesammtkali 

1567 

2143 

2574 

2669 

1  2254 

2374 

1850 

1712 

1776 

— 

Phosphorsaure 

^uganglichc  Phosphorsiinrc      .     . 
''cbundene  Phosphorsaure    .    .    . 

19 

54 

8      119 

74 II      28 

51 1|      45 

43 II      97 

29 1|     45  |     26 1|     93 
74        51  1      60 II      69 

— 

Gesammt-riiosphorsaure  .... 

73 

82  ||    147 

94 1|    142 

103       96       86 1    162 

— ' 

Auf'geschlossene 

Silikatbasen 

7  1651  6.2781]  13.082 1  18.464 1  7.934  9'890j|  8'999|  10.201    13.449  j  10.572 

Felr 

erdemenge  des  Rohbodens 

Mittelwerth 1 

17-000 

65  000 

70-ooo 

66.000 

04.000 

90.000 

82.000 

90-000 

95-000 

*)  Siehe  Schlusstabello  I.  wo  zum  Vergleiche  anch  ein  reiclier  Basaltboden  von  Aujezdbei 
Wellemin  angeiiihrt  ist. 


106 


Wie  ein  Blick  auf  die  vorliegende  Tabolle  zeigt,  eathalten  die  Urgcbirgs- 
ackererden,  die  Dilluvionen  und  Alluvionen  des  Loss  und  Basaltes  die  griissten 
Kali-  und  Phosphorsauromcngcn,  daim  folgen  die  Boden,  welche  aus  der  Verwitte- 
rung  der  Kreideformation  hervorgegangen  sind,  zuletzt  kommen  die  siidbohmischcn 
Tertiiirablagerungen. 

Dagegen  enthalten  die  Urgebirgsboden  und  das  Tertiare  sebr  wenig  KalK 
und  Magnesia,  geringere  Feinerdemengen  und  grossere  Quantitiiten  unverwitterten 
Gesteines  (Skelets)  und  haben  bedcutend  seichtere  Ackerkruraen  als  die  nord- 
bohmischen  Kreide-,  Loss-  und  Basaltboden,  besonders  in  den  Mcderungen  und 
Thalweiton ,  enthalten  jedoch  niemals  so  geringe  Mongen  Feinerde ,  dass  sich 
dadurch  die  Menge  der  disponiblcn  Pflanzcnnahrimg  uingerechnet  auf  rolien  Boden 
gegen  die  Menge  der  Nahrstoffe  in  den  Boden  der  Sedimcntformationen  gebalten, 
so  ausgleichen  wiirde,  dass  sich  bei  angenommener  gleichor  Miicbtigkeit  der  Acker- 
krume  die  Ackerboden  der  untersuchten  geognostischcn  Ablagerungen  nicht  in  der 
obcn  angegebonen  Reihenfolge  behaupten  konnten. 

Um  jedoch  die  chemische  Zusammensetzung  von  Feinerde  der  einzelnon 
Ackerbodon  unter  einander  besser  vergleichen  und  beurtheilen  zu  konnen,  wurden 
die  samintlichen  gefundenen  Mineralwcrthe  in  eine  ubersichtlichc  Tabelle  una 
einzelne  derselben  in  graphische  DarstAlungen  gebracht  und  sind  am  Schlusse  dieser 
Beschreibung  mitgetheilt. 

(Tabelle  L,  II.,  III.,  IV.) 

Nimmt  man  dagegen  die  Mittel  aus  siimmtlichen  rhospborsiiurebestimmungcn, 
welche  die  Versuchsstation  ausfiihrte  und  rechnet  sie  auf  Procente  des  lufttrockenen 
Bodens  um,  so  ergeben  sich  die  Mittel-  und  Grcnzwerthc  fur  Phosphorsciure 
folgendermassen : 

(xrenzwerthe 

Im  Tertiarboden 0'023— 0'lll°/0  . 

im  Urgebirge 0'017— 0-206      . 

in  der  Kreideformation  .    .    .    .0-026-0-190 

in   den  Verwitterungsprodukten 

der  Basal tregion      ....  0"025 — 0'804 

in  den  Alluvionen  und  Dillu- 
vionen   0-118—0-222      . 


Mittelwerthe 

Bcstim.  Zahl 

.  0-050  .    . 

...  20 

.  0-094  .    . 

.    .    .  30 

.  0-002  .    . 

.    .    .45 

.  0-342  .    . 

.    .    .  28 

.  0175  .    . 

.    .    .  22 

107 


Anhang. 

Die  intensive  Landwirthschaft  stellt  sich  die  Aufgabe  auf  gleicher  Fhiche 
und  in  gleicher  Zeit  mehr  Pflanzen  und  holier  verwerthbare  Pflanzen  zu  erbauen, 
So  wie  niit  gleichen  Futtermengen  in  gleicher  Zeit  mehr  Milch,  Fleisch,  Wolle  etc. 
Und  wol  auch  bessere  Qualitiit  hervorzubringeii. 

Die  Mittel  zur  Erreichung  dieses  Zieles  bestehen  in  der  mechanischen  und 
Pbysikalischen  Bodenverbesserung,  in  rationeller  Bodenbearbeitnng,  in  der  Erzeugung 
Und  dem  Zukauf  von  Dunginitteln  und  Kraftfutterstoffen,  um  Pflanzen  und  Thiere 
r°ichlichst  erniihren  und  qualitativ  bessere  Dungabfalle  erreichen  zu  konnen. 

Das  Experiment  lehrt,  dass  die  Verwandlung  von  Kohlensiiure  und  Salpeter- 
siiure in  organische  Pflanzensubstanz  ohne  das  gleichzeitige  Hinzutreten  von  den 
s°genannten  Aschenbestandtheilen  der  Pflanzen  ein  Ding  der  Unmoglichkeit  1st* 
^ie  Stoffe,  aus  welchen  die  Pflanzenasche  besteht,  miissen  daher  neben  Kohlensiiure, 
Salpetersiiure  und  Wasser  der  Pflanze  zugefiihrt  werden,  soil  sie  wachsen,  gedeihen 
uld  sich  vermehren. 

Kann  man  iippige  Pflanzen  ohne  Kegen,  Mist  und  Boden  erziehen? 

Gewiss  kann  man  das  und  in  einer  Uppigkeit  wie  sie  bei  Feldpflanzen  in 
^n  seltensten  Fallen  erreicht  wird. 

Unentbehrlich  sind  fur  alle  Pflanzen  folgende  Verbindungen  und  zwar  vier 
^etalloxyde,  vier  Sauren  und  das  Wasser.  Sie  heissen: 

Eisenoxyd         Kohleusiiure 
Magnesia  Salpetersiiure 

Kalk  Phosphorsiiure 

Kali  Schwefelsiiure 

Zehn  Elementc  innig  gesellt,  bilden  und  bauen  die  organische  Welt.  Als 
^xyde  werden  sie  von  dem  Pflanzenkorper  aufgenommen.  Solche  Elemente,  die  wir 
s«nst  noch  in  jeder  Pflanzenasche  finden,  sind  indirekt  niitzliche  Elemente  (Kiesel- 
siiure,  Chlor,  Natrium,  Mangan).  Die  Pflanze  vcrmag  durch  ihre  Blatter  der  Luft 
~*e  Kohlensiiure,  welche  in  ihr  niemals  versiegt,  zu  entziehen  und  ihren  ganzen 
Kohlenstoffbedarf  aus  dieser  Luftquelle  vollkommen  zu  decken.  Wcnn  man  daher 
^m.  reinsten  Wasser  alle  die  vorhin  genannten  Stoffe,  ausser  Kohlensaure  zusetzt, 
80  kann  man  Pflanzen  im  Sonnenlichte,  ohne  Regen,  ohne  Boden  und  ohne  Mist 
Wumus)  iippig  und  gross  ziehen. 

In  den  folgenden  vier  Salzen  sind  immer  zu  je  zweien,  diese  den  Pflanzen 
Unentbchrlichen  Stoffe  enthalten: 

Im  Salpeter  die  Salpetersiiure  und  das  Kali. 

Im  Bittersalz  die  Schwefelsiiure  und  die  Magnesia. 

Im  Knochensalz  die  Phosphorsiiure  und  der  Kalk. 

Im  Eisenchlorid  das  Chlor  und  das  Eisen. 


fe 


108 


Lost  man  dieso  drei  ersten  weissen  Salze  in  bestimraton  Verhiiltnissen, 
unter  Zugabe  von  ganz  wenig  Eisen  in  sehr  grossen  Mengen  kohlensauren  Wassers 
auf,  so  dass  auf  1000  Theile  Wasscr  ein  Theil  dor  Salzmischung  kommt,  so  hat 
man  eine  Niihrstofflosung,  in  welcher  alio  Kulturpflanzen  nicht  nur  freudig  fort' 
kommen,  sondern  auch  ungewohnlich  reich  bliihcn,  und  sehr  viole  Friichte  ansetzen- 
Als  Beleg,  welche  Resultate  man  mit  Hulfe  dieser  Kulturmethode  bereits  erzielt 
bat,  und  welcher  Vermehrung  die  Kulturpflanzen  fahig  sind,  mi)  gen  folgende  Angaben 
dienen.  So  erzog  Noble  in  Tharandt  Euchwcizenpflanzen,  von  denen  eine  Pflanze 
lieferte : 

119    Gramm  lufttrockenc  Masse 

47 '8      „        Trockcnsubstanz. 

796  reife  und   108  unreife  Samen  von  einem  einzigen  Samcnkorn.     Diese  Buch- 

weizonpflanzc  besass  eine  Hohe  von  2-70  m,  der  Stainin  war  1  cm  stark,  holzhart, 

besass  115  Zweige  mit  746  Bliittern  und  521  Bliithcntrauben. 

Knop  in  Leipzig  erzog  eine  Maispflanzc,  welche  150-3  Gramm  wog  una 
142  reife,  keimfahige  Samen  hervorbrachte.  E.  Wolff  in  Hohenheim  kultivirte 
Haferpflanzen,  von  denen  mehrere  14*9  Trockcnsubstanz  und  254  reife  Kornei' 
erzeugten,  so  dass  von  einem  einzigen  Haferkorn  unerhortc  Kornermengen  geerntet 
wurden.  Hanamann  in  Lobositz  erzog  in  Jahre  1879  eine  Gerstenpflanzc,  welche 
24-5  gr  Trockcnsubstanz  und  162  reife  keimfahige  Samen  hervorbrachte,  von  denen 
100  Korner  4*5  gr  wogen,  so  viel  wie  die  schwersten  Korner  der  Feldgersto  zu 
wiegen  pflegen. 

Mit  Recht  kann  daher  der  Pflanzenpliysiologe  gegenwiirtig  sagen:  „Gcht 
mir  nur  einen  Sonnenstrahl  und  ich  will  Euch  aus  Steinen  Brod  maclien."  Wis 
nun  die  Erfahrung  lehrt,  so  liofern  theils  die  Verwitterung  des  Bodens,  theils  die 
in  die  Ackcrerde  einstromenden  Wiisser  fast  tiberall  ausreichend  die  zur  Ernahrung 
der  Pflanzcn  erforderlichcn  Mengen  an  Eisen,  Chlor,  Natron,  Kieselsiiure,  so  dass 
es  sich  bei  Beurtheilung  der  Eelder  auf  hinreichenden  Rcichthum  an  Pflanzefl" 
nahrstoffen  fast  immer  nur  um  die  Beantwortung  der  Frage  handclt,  enthalt  del' 
Boden  genug  an  Phosphorsaure,  SticJcstoff,  Kali,  Schwefelsaure,  Talk  und  Kalk  una 
in  welchen  verschiedenen  Loslichkcitsverhaltnisson,  so  dass  sie  von  den  Pflanzeii 
auch  aufgenommen  und  verwerthet  werden  kijnnen.  Soil  eine  Pflanze  wachsen  una 
gedeihen,  so  muss  sie  alle  Stoffo,  aus  denen  sie  besteht,  aufnehmen  konnen,  sic 
miissen  ihr  im  aufnehmbaren  Zustandc  wahrend  ihrer  Vegctationszeit  geboten 
werden.  Fruher  glaubte  man  ganz  allgcmein,  der  Humus  sei  die  rtlanzennahrungi 
heute  wissen  wir,  dass  er  als  soldier  bedeutungslos  ist,  doch  abcr  ein  nicht  mindei' 
wichtiger  Bestandtheil  des  Bodens  ist,  weil  cr  auf  die  Bodengahre  und  den  physi' 
kalischen  Zustand  des  Bodens  so  wohltluitig  wirkt,  dass  er  (lurch  keinen  anderen 
Stoff  besser  und  billiger  ersetzt  werden  kann. 

Die  Anwendung  des  Stalldungers  bringt  abcr  eine  Vcrgeudung  einzolnei' 
Pflanzennahrstoffe  mit  sich,  die  schon  reichlich  genug  im  Boden  vorhanden  sind, 
wahrend  die  mangclnden  in  ungeniigender  Menge  zugcfiihrt,  nach  den  Bediirfnissen 
des  Bodens  und  der  Pflanze  nicht  regulirt  werden  kiinnen.  Um  reichliche  Ernten 
zu  erzielen,  muss  man  zunachst  den  natiirlichen  Reichthum  des  Bodens  kennen 
lerncn.  Um  diese  Kenntuis  zu  erwerbon,  darf  man  keino  Miihe  scheuen. 


109 


Was  verschafft  den  Gewinn  bei  der  Landwirthschaft?  Die  Diingermenge! 
1)(1nn  der  Dtinger  ist  die  Ernte.  Kein  Diinger,  kein  Ertrag;  wenig  Dunger,  wenig 
Ertrag;  selbst  der  reichste  Boden  sinkt  im  Ertrage  uach  20—30  Ernten. 

Pachtzins,  Steuern,  Anbaukosten  und  Saatkern  sind  stets  dieselbeu,  ob  der 
A-Usfall  der  Ernte  gut  oder  schlecht  ist.  Weil  aber  diese  Ausgaben  gemacht  werden 
"ifissen,  so  werden,  je  melir  Hektoliter  man  erntet,  auch  die  Kosten,  die  auf  jedem 
Hekto liter  haften,  um  so  geringer  sein.  Die  Eechnung  gestaltet  sich  dann,  wie  bocb 
beziffert  sich  die  Mehrausgabe  fiir  Dunger,  wie  gross  ist  der  Mehrertrag  an  Getreide, 
Rube  oder  iiberhaupt  an  anderer  Frucbt?  Hat  man  nicht  mehr  Stalldtinger,  um 
Cesser  zu  diingen,  so  greift  man  nach  den  Handelsdiingern.  Sollen  aber  Stallmist 
Und  chemische  Dunger  ihre  voile  Wirkung  iiussern,  so  muss  binreicbende  Feuchte 
Und  Gahre  des  Bodons  vorhanden  sein,  und  der  Boden  gehorig  zubereitet  werden. 

In  dieser  Beziebung  wirkt  der  Dampfpflug  sehr  segensreich. 

Gcwohnlich  steht  die  Pflanze  so  tief  unter  dem  Erdboden,  als  sie  hoch 
fiber  demselben  steht,  tiefgchende  Pflanzen  wurzeln  noch  tiefer  und  durch  die  Ver- 
wefung  um{  Lockerung  des  Bodens  piiiparirt  man  den  Ptianzen  nicht  nur  einen 
8©eigneteren  Standort,  sondern  durchliiftet  imd  durchfeuchtet  man  die  Erde  auch 
^eit  besscr  und  erreicht  hierdurch  eine  Verbesserung  der  Bodengahre,  ein  besseres 
Ansanuneln  der  Winterfeuchtigkeit,  ein  tiefercs  Eindringen  des  Regenwassers,  eine 
Sleichformigere  "Vertheilung  tier  Dungstoffe  und  eine  raschere  Verwitterung  der  wirk- 
Samen  Bodonbestandtheile ;  in  nassen  Jahren  einen  leichteren  Abfluss  des  Regen- 
wassers. Erst  ein  physikalisch  gut  zuberoiteter  Boden  lohnt  die  Verwendung  der 
Danger. 

Aus  den  Roihamstedter  Versuchen  ergibt  sich,  dass  selbst  ein  Boden  von 
hoher  natiirlicher  Fruchtbarkeit,  der  zu  Beginn  des  Versuches  grosse  Quantitaten 
0l'ganischen  Stickstoffes  aus  einer  vorhergegangen  Vegetation  und  einen  grossen 
^i'leralstoffvorrath  besass,  der  nacheinander  an  40  Weizenernten  getragen  hatte  und 
lm  Durchschnitt  dieser  Jahre  12'4  hi.  Korner  pro  ha  lieferte,  durch  den  fortgesetzten 
Anbau  dieser  Kulturfrucht  erschopft  wird.  Der  Boden  lieferte  im  ersten  Dezennium 
)4'1 ,  im  Letztcn  9-2  hi  K.  pr.  h.  -  -  doch  warcn   die  WitterungsverhLLltnisse  der 

zehn  Jahre  gunstige  und  da  dieser 
man  iiber  die  Grosse  der  Erschopfung 
lm  Unklaren.  Doch  kann  sie  bei  dem  natiirlichen  Reichthum  dieses  Versuchsbodens 
mcht  so  bedeutend  gewescn  sein,  weil  sich  jede  an  Stickstoffsalzen  freie  Mineral- 
(Jfingung  nicht  nur  nicht  bezaldt  machte,  sondern  don  Ertrag  selbst  im  vierten  De- 
,!eiinium  nur  unbedoutend  steigerte. 

Durch  Ammoniaksalze  und  Chilisalpeter  allein  wurden  die  Weizenernten 
ailf  das  Doppelte  gesteigert  (96  Eg  Stickstoff  pro  ha)  und  cine  Mischdiingung  von 
de«selben  Mengen  Stickstoff  und  Mineralsalzen  brachte  einen  unwesentlichcn  Mehr- 
ertl-ag.  Stallmist  allein  leistete  so  viel,  wie  die  kunstliche  Mischdiingung  und  obgleich 
jjerselbe  eine  bedeutend  grfissere  Mengc  an  Stickstoff,  Kali  und  Phosphorsaure 
)esass  als  die  gegebene  Handelsdungermischung,  so  gab  die  Stallmistparzelle  doch 
l<eine  hoheren  Ertrage  als  die  mit  Kunstdiingermischung  gediingte  Parzelle.  Mit 
jlem  Mist  gelangten  aber  noch  bedeutende  Humusquantitiiten  in  den  Boden.  Weiter 
'ernen  wir  aus  diesen  interessanten  Versuchen,  dass  zur  Hervorbringung  einer  gleich 


"^  ■' ,  im  liCtztcn  yy  hi  K.  pr.  n.  —  docn  wa 
etzten  Jahre  sehr  ungiinstige,  die  der  ersten  z 
Viktor  die  Emtehohe  beherrscht,    so  bleibt  mai 


* 


110 

grossen  Emte  wenigstens  doppelt  so  viel  Stallmiststickstoff  als  Ammoniak-  oder  gar 
iSalpeter  stickstoff  nothwendig  war. 

Aus  Thaer's  Versuchen  *)  iiber  den  Stickstoffbedarf  der  Kulturpflanzen  ergibt 
sich,  dass  bei  hoheren  Stickstoffgaben  im  Diinger  die  Natur  rnehr,  nicbt  wenigei' 
aus  den  natiirlichen  Stickstoffquellen  ergiinzt  und  dass,  wenn  der  Mensch  kargt, 
ihm  auch  die  Natur  ihre  Beigabe  versagt.  Versuchsansteller  kommt  zu  dem  Resultat, 
dass  fur  sein  Versuchsfeld  und  unter  den  mittleren  Witterungsverhiiltnissen  die 
Halfte  desjenigen  Stickstoffs  als  Dungergabe  erforderlich  ist,  welche  man  in  der  «« 
erwartenden  Emte  zu  gewinnen  hofft,  bei  Wurzelfruchten,  Olpflanzen  Jwnne  man 
wohl  noch  bis  auf  6'0°/0  des  zu  erwartenden  Stickstoffcs  in  den  Kulturpflanzen  gehen. 
Zwischen  dem  Anfangsbedarf  an  Stickstoff  werde  indess  bei  Cerealien  und  Legumi- 
nosen  ein  Unterschied  bestehen,  da  letztere  bei  Stickstoffzufubr  sich  weit  schnoller 
als  erstere  entwickeln  werden.  Die  neueste  Broschure  des  Engenders  John  Prout**) 
eine  viel  gelesene  Schrift  in  England  und  Deutschland  —  behandelt  ebenfalls  den 
lohnenden  Ackerbau  ohne  Viehzucht  und  Stalldiinger. 

Prout  koinmt  auf  Grund  einer  25jahrigen  Bewirthschaftung  im  Grossen  vaii 
reinem  Handelsdiinger  zu  dem  Schlusse,  dass  ein  gewisser  Procentsatz  an  Humus, 
welcher  so  zu  sagen  solbstthatig  durch  die  Ernteriickstande  dauernd  auf  seiner 
Hohe  crhalten  wird,  im  allgemeinen  zur  Erzeugung  befriedigender  Ernten  hinreicht, 
weshalb  ein  dariiber  hinausgehender  Uiberschuss  keincn  iikonomischen  Worth  hat 
und  Verschwendung  ist.  P.  beruft  sich  auf  die  Anwcisungen  des  englischcn  Agri- 
kulturchemikers  Volker,  welcher  auf  Grund  der  chemischen  Untcrsuchungen  des 
Gutsbodens  dem  Besitzer  an  die  Hand  ging,  wie  er  das  todte  Bodenkapital  &f 
schliessen  und  die  bedeutenden  Vorrathe  desselben  an  Mincralpflanzennahrung  ver- 
werthen  konne. 

Die  drei  bewirthschafteten  Bodenarten  enthielten  in  Procenten  an: 


Stickstoff 


Salpetersiiure  .... 
Phosphorsaure     .    .    . 

Kali      

Kalk 

Magnesia 

Schwefetsiiure      .    .    . 
Gesainmtkali   .... 


1. 
0-170 


2. 
0-107 


3. 
0-141 


f     3 


0-001 
0141 
0-365 
1-360 

0'400 
0060 


o-ooi 

0-204 
0-468 
3-312 

0-432 
0109 


o-ooi 

0141 
0320 
0070 

0-266 
0061 


0-7SS) 


0-98(5 


0-502 


Vom  chemischen  Gesichtspunkte  ist  Nro.  2  der  reichste  der  drei  Bodefl. 
Alle  drei  Erdcn  enthalten  hinliingliche  Vorriithe  an  mincralischer  Pflanzennahrung- 

P.  verliess  die  Stallmistwirthschaft  und  baute  bloss  Halmfriichto  unter  Ver- 
wendung  von  Handclsdiingern  20  Jahre  lang  mit  wirthschaftlichcm  Gewinn,  indem 
er  die  Ackerungen  durch  einen  Dampfpflug  verrichten,  den  Anbau  und  die  Ifrnte 
durch  die  Hand  und  das  Gespann  besorgen  liess.  Die  Handelsdungerrcchnung  belief 


*)  Biedermanns  Contralblatt  i'iir  Agriculturchomie  1884. 
**)  A.  Kuster  Lohnendor  Ackorbau  ohne  Vieh.  Berlin  188!). 


Ill 


sich  auf  123  Mark  pro  ha  des  ganzen  Gutes  und  bestand  in  Phosphatcn  und  Stick- 
stoftsalzen.  Kalidiingungen  gabcn  verneinende  Ergebnisse,  Kalk  blieb  ohne  Erfolg. 
Der  siebzehnjiihrige  Bctrieb  brachte  in  den  ersten  4  Jahren  Nichts,  in  den  niichsten 
ncnn  Jahren  17-300  M.  und  fur  die  4  letzten  Jahre  25-260  M.  in  einem  Jahre 
°der  138.37  M.  pro  ha.  von  dem  ganzen  Gute.  Der  Landwirth  kann  fur  einzelnc 
Nahrstoffe  hohe  Preise  zahlen,  weil  er  in  den  einzelnen  Fallen  dadurch  die  anderen 
Ir»  Boden  in  grosserer  Monge  vorhandenen  Nahrstoffe,  also  das  Bodenkapital  erst 
auszunutzen  vermag. 

Der  Pflanze  ist  es  aber  auch  nicht  einerlei,  welche  Zusammensetzung  die 
Nahrung  hat,  welche  man  ihr  darbietet  und  bei  Verwendung  von  Handelsdiingern 
muss  eine  richtige  Wahl  getroffen  werden,  die  sich  nach  der  zu  kultivircnden 
Pflanze  und  dem  Boden  richten  wird.  Weil  die  fehlende  Mineralnahrung  eines 
Ackerbodens  aus  Steinbriichen  und  Bergwerken  billiger,  als  wie  aus  Stallungen  und 
Kloaken  zu  habcn  ist,  so  wird  der  rechnende  Landwirth  das  losliche  umlaufende 
Nahrstoffkapital  nicht  nur  durch  organische  Diinger,  sondern  auch  durch  Mineral- 
dftnger  erganzen,  weil  der  Nutzen  dieser  Diingung  bekanntlich  vorziiglich  darin 
•iegt,  dass  man  den  im  Minimum  im  Boden  vorhandenen  Pflanzennahrstoff,  durch 
dessen  Vormehrung  erst  die  anderen  Nahrstoffe  zur  Wirkung  gelangen,  im  Boden 
beliebig  anhiiufen  kann.  Die  meisten  Kulturboden  haben  Mengel  an  loslichen,  von 
den  Kulturpflanzen  assimilirbaren  Stickstoff;  deshalb  ist  es  auch  der  verbreitetste 
,]nd  gesuchteste  Dungstoff.  Die  natiirlichen  Stickstoffquellen  fliessen  viel  zu  sparlich 
llnd  die  im  Boden  enthaltenen  loslichen  Stickstoffsalze  gehen  durch  Auswaschen 
wieder  verloren,  so  dass  man  fiir  die  Ausniitzung  und  fiir  die  Vermehrung  derselben 
b°i  intensiver  Wirthschaft  stets  Sorge  tragen  muss.  Weil  aber  der  Stickstoff  der 
tteuerste  Diinger  ist,  und  im  Boden  der  Oxydation  und  Auslaugung  unterliegt,  so 
darf  er  nicht  im  Uiberschuss  gegeben,  sondern  muss  den  Kulturpflanzen  zugemessen 
Uad  nur  zu  bestimmten  Zeiten  verabreicht  werden. 

Die  billige  Beschaffung  des  Stickstoffes  ist  aber  eine  der  ersten  Bedingungen 

^r  eine  okonomische  Produktion  und   im  Liebigschen  Sinne   hat  Sc7rafe-Lupitz   ein 

^ewirthschaftungssystcm  aufgestellt,  vermbge  welchem  die  aus  der  Athmosphare  ge- 

w«mbare  Stickstoffquelle  gefasst  und  in  hervorragendem  Grade  dienstbar  gemacht 

Werden  kann.    Der  Stickstoff,  sagt  Schulze,  ist  ausser  dem  Wasser  der  gewaltigste 

Motor  der  Pflanzenproduktion,  ilm  zu  Rathe  zu  halten,  darin  liegt  Oekonomie,  seine 

UQerschopflichen  natiirlichen  Quellen  sich  nach  Kraften  dienstbar  machen,  das  schafft 

ermogon  und  deshalb  wird  man  in  zweckmassiger  Rotation  den  „stickstoffzehrenden" 

^ulturgewiichsen  die  „stickstoffsammelnden"    Pflanzen   folgen    lassen    und    letztere 

©ichlich  init  Mineralstoft'en  versehen.  —  Wagner's  Versuche  zeigen  auch,  dass  sich 

ftS  specifische  Diingerbedurfniss   mit  dem  durch  die  chemische  Analyse  der  Aschen 

er   geernteten  Pflanzen   crmittelten    specifischen  Ncihrstoffbedttrfniss   nicht   deckt, 

Ogar   oft  im   direkten  Gegensatz    zu  diesem   steht.    Kalipflanzen  z.  B.  haben  die 

fthigkeit,  grossere  Mengen  Kali  aus  dem  Boden  an  sich  zu  reissen,    als  Pflanzen, 
die 

das 


an  diesen  Stoffen  arm  sind.  Es  gilt  daher,  das  Dungebedurfniss  des  Bodens  und 


specifische  Nahrstoffbedttrfniss 
bof'-iedigen. 


der    Pflanze    ans    cinander   zu   halten   und   zu 


112 

Schuh  halt  den  Wundklee  fttr  den  besten  „Stickstoffsammler",  welcher  die 
Lupine  iibertrifft,  nach  ihm  folgt  der  Rothklee,  die  Erbse  und  die  Wicke.  Durch 
Schulze's  Fruchtfolge  ist  dargethan,  (lass  unter  Anwendung  von  Kali  und  Phosphates 
bei  zweckmassiger  Fruchtfolge,  selbst  ohne  jede  Stickstoffdiingung  dem  Boden  an- 
sehnliche  Stickstoffmengen  und  Evnten  abgerungen  werden  kcinnen.  Es  werden  aber 
die  Ertrage  abnehmen,  sobald  der  Vorrath  an  Bodenstickstoff  und  Phosphorsaure 
theilweise  erschopft  sein  wird.  Man  kann  den  Obergrund  auf  Kosten  des  Unter- 
grundes  eine  Zeit  lang  bereichern,  auf  die  Dauer  miissen  beide  Bodenschichten  an 
Stickstoff  verarmen.  Sch.  hat  nur  einen  kleinen  Beitrag  zu  der  noch  ungelosten 
landwirthschaftlich  wichtigen  „Stickstofffrage"  geliefert. 

Wagner  hat  gezeigt,  dass  Klee  und  iiberhaupt  die  Leguminosen  obwol  sie 
zur  Erzeugung  einer  normalen  Ernte  dreimal  mehr  Stickstoff  benothigen  als  die  Ce- 
realien,  Ruben,  Kartoffeln  und  Raps  etc.  trotzdem,  wenn  sie  mit  Stickstoffsalzen 
gediingt  werden,  unter  normalen  Kulturverhaltnisscn  auf  unseren  hochkultivirten 
Ackerboden  keine  nennenswerthen  Mehrertrage  liefem,  und  dass  man  nur  bei  den 
Getreidesorten ,  dem  Raps,  den  liuben  und  Kartoffeln,  durch  Stickstoffdiingung 
eine  hohe  Rente  erzielen  kann.  Die  neuen  Forschungen  lehren,  dass  die  Halmfrilchte 
die  geringste  Fahigkcit  besitzen,  sich  Stiskstoff  sowol  aus  den  natiirlichen  Quellen 
der  Luft,  als  auch  aus  den  im  Boden  vorkommenden,  schwer  loslichcn  organischen 
Stickstoffverbindungen  anzueignen  und  dass  sic  einer  leicht  Idslichen  Stickstoffdiingung 
am  meisten  bediirftig  sind.  Diescn  Pflanzen  folgen  die  Hackfriichte  und  der  Hopfen. 
Sie  niitzen  den  leichtloslichen  Bodenstickstoff  weniger  gut  aus  wie  die  Halmgowachse, 
lohnen  aber  doch  in  den  meisten  Fallen  die  Vcrwendung  von  leichtloslichen  Stickstoff- 

Am  wenigsten  rentirt  sich  die  Stickstoffdiingung  bei  don  Futtergriiscrn, 
weil  die  geerntete  Substanz  einen  relativ  zu  geringen  Werth  hat.  Wiosen  muss 
man  mit  billigen  Abfallen  diingen.  Gar  nicht  angezeigt  ist  die  Stickstoffdiingung 
bei  Leguminosen  und  Klee. 

„Damit  aber  der  Stickstoff  mr  vollen  Wirkung  gelange,  sind  Phosphorsaure 
und  die  iibrigen  mineralischen  Nahrstoffe  m   Uiberschuss  zu  bieten1'.*) 

Die  Bodenanalysen  zeigen  uns  aber  zuniichst,  dass  wir  in  sehr  vielen  unter- 
suchten  Boden  an  loslicher  Phosphorsaure  geringere  Mengen  haben,  als  zur  nach- 
haltigen  Steigerung  der  Bodenertrage  nothwendig  sind.  Wir  haben  auch  gesehen, 
dass  ganze  Lantlstrocken  Mangel  an  Kallc,  Magnesia  und  Schwefelsaure  aufweiseu 
und  da  letztere  besonders  von  den  Leguminosen  in  grosserer  Mengc  benothigt  werden, 
dass  wir  neben  Kali  auch  auf  die  Vermchrung  dioscr  Stoffe  im  Boden  Bedacht 
nehmen  miissen.  Weil  wir  aber  eine  baldige  Rente  erwarten,  so  wenden  wir  mit 
Recht  nur  die  leichtloslichen  Phosphate,  die  hochgriidigston  Superphosphate  an, 
mit  welchcn  wir  aber  neben  der  Phosphorsaure  auch  die  Schwefelsaure  und  geringe 
Mengen  Kalk  dem  Acker  zufuhren. 

Kalkmergel  und  gebrannter  Dolomit  werden  auf  den  friiher  bezeichneton, 
sudbohinischen  Giitern  in  grossen  Mengen  mit  ausserordentlichcm  Erfolge  vcrwendet, 
und  obwohl  der  Stallmist  auf  siimmtlichen  Besitzungen  den  Hauptdiinger  bildet,  so 
wird  zu  Hopfen,  Getreide,  Riibc  und  Raps  in  von  Jahr  zu  Jahr  steigenden  Mengen 


*)  Wagner,  Steigfirnng  der  Bodenertrage  durch  StickstofMlingung.  Darmstadt  1888. 


113 


dennoch  mit  grosstem  Vortheil  Chilisalpeter,  Ainmoniakphosphat  und  Superphosphat, 
'n  humusreichen  Bfiden  Thomasschlackenmehl  verwendet.  Im  Jahre  18G5  herrschte 
Mr  der  Stallmist,  auf  keiner  Herrschaft  wurde  Kunstdiinger  verwendet,  den  Diin- 
gungsversuchen  brachte  man  nnr  Misstrauen  cntgcgen  und  da  in  trockenen  Jahren 
unbestimmbare  Wirkungen  oder  gar  Misserfolge  eintraten,  begann  man  die  Handels- 
dtinger  zu  unterschatzcn  und  vornehm  zu  ignoriren.  Den  fortgesetzten  Bcmiihungen 
der  chemiscben  Versuchsstation,  ihren  zahllosen  Diingungsversuchen  und  vielen 
griindlichcn  Bodenanalysen,  welche  die  Wahl  der  jeweiligen  Dungstoffe  bestimmen 
halfen,  untersttitzt  durch  das  Zutlmn  der  jiingeren  Landwirthe  ist  cs  zu  dankcn, 
dasa  Scliritt  fiir  Schritt  das  Zutrauen  in  die  Kunstdiingung  wiederkohrte,  dass  die 
gewonnenen  wissenscliaftliclion  Ergebnisse  praktisch  verwerthet  werden  konnten  und 
die  oben  bezeichneten  Kunstdiinger  als  Beidiinger  des  Stallmistes  immer  unent- 
behrliclier  wurden,  dass  ihr  Verbrauch  auf  den  herrscbaftlichen  Besitzungen  von 
Jahr  zu  Jalir  bedeutend  zunabm  und  wie  die  folgende  Zusammenstellung  beweist, 
zu  einer  allgemeinen  Verwendung  grosserer  Quantitiitcn  von  Superpbospbaten  und 
loslichcn  Stickstoffsalzen  gefuhrt  hat. 

Die  einst  unbodeutende  Dungerkontrolle  dor  fitrstlichen  Versuchsstation  Lo- 
bositz  fordert  heute  bereits  eine  umfangreiche  analytische  Thiitigkeit,  die  nicht  mehr 
entbchrt  werden  kann.  Auf  sammtlichon  hochfiirstlich  Schwarzenbergschen  Ilerr- 
Schaften  in  Bohmcn  wurden  an  Superphosphaten  und  Stickstoffsalzen  laut  Geschafts- 
pvotokoll  verwendet  und  von  der  Station  kontrollirt: 

Vom  Jahre  1866 — 1870  nur  43  Diingermuster,  wovon  jedes  Muster  cinom 
Waggon  erkauften  Dungcrmatcrials  entspracli.  Vom  Jahre  1871—1875  etva  82,  von 
1870-1880  an  229,  von  1881—1885  =  331,  von  1886—1890  fiber  627  und  doch 
wie  goring  ist  noch  die  Menge  verwendeten  Handelsdiingers  in  unserem  gesegncten 
vaterlande  gegenttber  jenen  Quantitaten,  welche  in  England  oder  in  einigen  deutschen 
i'l'ovinzon  jahrlich  verwendet  werden. 

Sammtliche  Winterungen  werden  mit  Stalldung,  fast  alle  Rtibensaaten  mit 
Bandclsdungor  (Ammonphosphat)  versehcn  und  es  ist  nur  noch  zu  vorsuchen,  in 
"Wie  weit  zu  Leguminosen  die  Kaliphosphate  zu  verwenden  sind. 

Rechnet  man  hinzu,  die  in  den  letzten  Dezcnnien  aufgebrachton  grossen 
Kalkquantitaten  und  Dolomitmengen,  dann  in  Siidbohmen  die  Holzasche,  den  Feld- 
sPath,  die  Osmosowiisser  und  die  Schlammalluvionen,  welche  in  Form  von  Composten 
n"tzbringend  jetzt  auf  den  Ackern  verwendet  werden,  so  bckommt  man  eincn  Bcgri  if 
von  der  grossen xZahl  von  Hilfsmitteln,  die  neben  dem  Stallmist,  Dank  den  Fort- 
schritten  der  Agrikulturchemie,  heute  als  lolmende  Motoren  der  organischen  Pro- 
duktion  dem  modernon  Landwirth  zu  Gebotc  stehen,  sein  Dflngerkapital  im  Boden 
Vermehren,  seine  Produktion  steigorn  holfen. 

Auf  Grund  wissenschaftlicher  Diingungsversuche  kam  Sicherheit  in  alle 
Operationen  und  Uiberzeugung  in  die  Gemiither.  Nicht  allein  die  Nothwendigkeit 
des  Ersatzes  der  den  Kulturflachen  entzogenen  Pflanzennahrstoffe,  als  vielmehr  ge- 
Vilde  die  Auffindung  von  zahllosen  Quellon  znr  Mchrung  derselben,  charaktcrisirt 
die  niitzlichen  praktischon  Consequcnzcn  der  ncuen  agronomischen  Lehrcn,  deren 
Qervorragende  Vertreter  als  die  grossten  Wohlthater  der  Menschheit  unseren  Dank 
vwdienen. 


TNIIALT 


Einleitung •' 

Untcrsuchungsmethode 1fi 

liber  Bttdbflhmische  TertiarbOden 19 

Stickstoft'gchalte  bohmischer  Ackorerdeu     23 

Ackerboden  von  Wittingau,  aus  Borghof 2" 

Ackererden  von  Dworec :{0 

Aschenanalysen  von  Gersten-  und  Kornstroh  aus  sandigen,  lehmigea  a.  fcbonigen  Tertiarbfiden  *3 

Ergebnisse  der  Kalkdttngung  in  diesen  Bflden 84 

Tertiarboden  von  Muhlhof  und  Ncuhof 85 

Ackererden  von  Lhota,  Schwamberg,  Wall     8" 

Phoaphors&uregehalte  dieser  Ackererden  und  Hirer  Untergrunde '■?■) 

Sudbohmische  Urgebirgsbddon 40 

Analyse  des  Netolitzer  grauen  Gneises,  des  zerfallencn  Steinos  und  der  Erde *" 

Analyse  einos  rothen  Gneises  aus  doni  Elbsteinbrueho  bei  Libochovan il 

Physikaliscb-mineralogische  Analysen  von  Gneiserden     4;) 

Chemische  Bodenanalyse  von  Feldern  bei  Peterhof *" 

Zusammensetzung  der  Ackerboden  von  Schwarzcnberg  und  Zitna ^ 

Bohmisches  Mittelgebirgo &* 

tjber  den  Loboschbasalt,  Phonolith  und  dcren  Zersetzungsprodukte 5!i 

Ulier  den  Iladobylbasalt  und  desscn  Vcrwitterungsprodtikte ■''•) 

fiber  den  Ovoin-  und  Homolkabasalt  und  desscn  Verwitterungsprodukte 82 

liber  den  Magmabasalt,  die  Verwitterungsrinde  und  den  Baaaltthou  von  Chlumok  bei  Pschan  86 

Der  Kahleberg  bei  Borec 67 

fiber  den  Wostrybasalt  bei  Milleschau ■  <l9 

linhmische  Krcideformation     

(iber  die  chemische  Beschaft'enhcit  der  Teplitzer  Schichten  und  dcren  Verwitterungsprodukte  7'- 

Der  Iiacculiteninergel  und  die  Erde  desselben  von  Priesen  bei  Postelberg " 

Die  Bcschaftenheit  des  Teplitzer  Mergels  vom  Ceneitzer  Ilugel •  " 

Chemische  Zusammensetzung  der  Woissenbcrger  Schichten  bei  Lauu  und  Zittolieb    ....•' 

tiber  die  Kulturboden  von  Zittolieb 

liber  das  Silikatgestcin  aus  dem  Licbtowitzcr  Steinbruche  und  desscn  Vorwitterungsprodukt  .  °° 
Die  Zusammensetzung  des  Kalksteines  und  dor  Verwitterungsrinde  von  Sullowitz     .   .   .   .   • 

Zusammensetzung  der  Semicer  Mergel •  8'' 

Die  chemische  Bcschall'onhcit  ihrer  Zersetzungaproduktc • 

Die  Dfinover  Knollenschichte ° 

Kalkknollenanalysen •  9 

fiber  den  Wehlowitzer  Planer  und  seine  Verwitterungsprodukte ■  " 

Die  chemische  Zusammensetzung  des  J'lanersandstcines  von  Tfeboc ® 

Diluvial-  und  Alluvialboden •  " 

Chemische  Beschaft'cnheit  einigcr  Postelbcrger  Ackererden •  '•' 

Beschaffenheit  des  Lobositzer  Tafellandos •  10 

Liissbodenaualyaen • 

Der  Schlaminboden  von  Schelchowitz '  ' 

Anhang 

Dungungserfolge ' 

Tabellen  und  Tafeln, 


Physikaliseh-ehemische  Zusammensetzung  bohmiseher  Aekerboden. 


Tabelle  I. 


Bestandtheile 


Jiljkedvoru 


In  100  Gewlchtstheilen  Rohbodens 
siiul  enthalten: 

Skelet 

Feinerde 


IB  100  Gewichtstheilen  Feinerde 
smd  enthalten: 

Sandiger  Theil 

Thonige  Substanz 

Ii  100  Gew.  Feinerde  sind: 

Hygroskopisehes  Wasser  .   .    .   . 
Humus  uud  gebundeues  Wasser 

Glttbverlust 


In  1000  Gew.  Feinerde  sind  Stick  - 
stoff: 

In  100  Kilo   Feinboden  sind 
wanims : 


Zugangliches  Kali ') 


Gebundenes  Kali2) 

Schwerlb'sliches  Kali")  .   .  .  . 

Gesammtkali  • 

Natron  (in  Clh.  lbslich)     .    .    . 
Zugangliche4)  I 

>    Phosphorsiiure 
Gebundene*)    J 

Gesammtphosphorsaure  .   .   .   . 

A-ufgeschlossene  Silikatbasen    . 

in  Procenten  dew  humus-  nnd 
wasserfreieu  Feinbodens: 

Gyps 

Kalkkarbonat 6) 


29,3 

70,7 


Tertiarboden   von 


"^7"  ittingau 


Meierei  Bcrgliof 


Velka 

bejkovnice 


70,0 
24,0 


0,96 
4,64 


5,60 


1,63 


26 


TSitterordekarbonat 
1  hosphorsiluro     . 


Kali 


Natron    . 
Blttererde  .   .   . 

Kallc 

Kisenoxyd  .  .  . 
Thonorde  .  .  . 
Kieselsaure  etc. 

Absorption ')     . 


82 
1710 


40,0 
60,0 


61,6 
38,4 


5,72 


0-46 


19 


170 

1780 


1818    1969 
89 
20 


44 


64 

3,870 


Spur 
0,15 

Spur 
0,06 


46 
8 

100 


1,82 


85,92  182,97 


0,45 
0,48 
0,49 

1 10,6; 


108 
3,950 


13.1 

86,9 


46,5 
53,5 


2,67 
7,68 


10,35 


1,68 


45 


175 
1540 


1700 
74 
19 

56 


0,11 


1,97 


0,50 
0,68 
0,32 

13,45 


75 

12,270 


0,01 

0,26 

Spur 
0,07 


1,76 


0,62 
0,58 
0,33 

19,11 

77,26 


£  Eb 


Meierei 
Dworec 


u  Budw. 

silnice 


Meierei  Miihlhof 


Purkrabsky 


Niidfjc 
Moork 


J 


8,9 
91,1 


56,4 
43,6 


9,82 
0,56 

33 


16,4 

83,5 


65,5 
34,5 


1,35 
4,95 


291 
1600 


1924 

232 
8 

120 


128 

11,080 


0,12 


1,92 


47 


82 


0,74 
1,26 
0,27 

18,45 

77,24 


6,30 


1,10 


61 


217 
1332 


18,1 

81,8 


63,5 
36,5 


5,60 
0,28 

29 


251 
1 030 


1010 
40 
19 

75 


94 

7,820 


0,15 


0,09 


1.61 

0,48 
0,62 
0,75 

14,38 

81.07 


1910 
47 
11 

57 


68 
7,049 


14,4 

85,5 


62,0 
37,9 


0,93 
4,73 


5,60 
1,41 

22 


112 

1340 


1480 

80 

9 

43 


15,0 
85.0 


40,0 
59,9 


72,3 

27,0 


4,18 


0,45 


19 


233 

1748 


2000 

54 

4 

31 


52 
0,320 


0,11 


0,00     0,05 


1,91 


60 


0,50 
1,28 
0,40 

14,04 

81,19 


1,48 

0,47 
0,62 
0,38 

12,21 

84,68 


67 


35 
5,267 


0,03 


2,00 


0,50 
0,35 
0,27 

10,85 

85,40 


78,4 
21,5 


4,13 

18,49 


3,14 


43 

111 
1213 


1370 

00 

Spur 

38 


38 
10,480 


0,40 


0,02 
0,04 


1,37 


0,52 
0.01 
0,10 

16,01 

81,50 


M.  Neuhof 


Na  vrsku 


£  S. 


Gnoisboden    von 


ITettolitz 


M.  Petrhof 


Schwamm- 
bergfeld 


S  U, 


M.  Schwar- 
zenberg 


Sadafelder 


r» 


M.  Zitna 


Spaleny 
Griinde 


J 


6b 


Meierei 
Krainerhof 


Pejsarka 


M.  Neuhof 


liergfeld 


43,9 
56,0 


81,1 

18,8 


0,82 

4,14 


4,96 


1,74 


32 


27 
1301 


1360 
46 
29 

67 


32,0 
68,0 


69,9 
30,1 


5,45 
0,50 

20 

40 

1.780 


1840 
30 

8 

02 


90 
2,280 


0, 1 3 


0,09 


1,36 


0,41 
0,39 
0,96 

9,43 

87,45 


70 
4,044 


Spur 


0,07 

1,81 

0,35 
0,80 
0,75 

11,74 

84,52 


69 


82 


24,9 

75,1 


51,3 
48,0 


22,1 
77,8 


01,4 

38,5 


3,75      - 
6,16      — 


9,91 


1,51 


178 

377 
1585 


1,78 


0,45 


49 

393 
1 858 


2140  '2300 


13 

125 


130 

10,180 


95 
II 

119 


45,0 
55,0 


01,7 
38,3 


3,12 
5,23 


1,85 


1,85 


408 

532 

1 140 


2080 

25 

109 

51 


130 

15,21(1 


Spurcn 
0,40      — 


0,10 
0,13 

2,14 


0,57 
1,56 
1,14 

28,50 

64,4.0 


0,13 

2,30 


0,45 
1,78 
1,73 

26,61 

07,00 


85 


100 

7,880 


10,6 
89,3 


74,4 
25,5 


8,9(1 


0,33 


204 

560 

1.350 


2120 
70 
13 

13 


26 


Spuren 
0,22      — 


0,07 
0,16 

2,08 


1,40 
0,58 
0,74 

25,20 

69,50 


48 


0,03 
2,12 


1,31 

0,60 
0,88 

26,04 

69,68 


35,7 
04,2 


73,4 
'20,5 


2,20 
5,10 


7,30 


1,18 


180 

560 

2360 


3100 
110 

208 


12 


280 
16,980 


24,0 
75,9 


51 ,9 
48,1 


8,61 

0,56 

160 

691 
2039 


2890 
140 
106 


10 


182 


Spuren 
0,44     — 


0,11 
0,28 


1,38 
4,20 
3,05 

25,20 

G2,24 


0,18 
2,89 


1,35 
5,20 
3,48 

30,42 

50,42 


39,0 
61,0 


75,8 

24,2 


3,45 

5,38 


1,68 


190 

579 
1611 


2380 

150 

72 


30 


102 
15,200 


22,6 
77,3 


71,4 

28,5 


30,1 
09,9 


74,7 
25,3 


8,33 


0,22 


189 

291 

1 380 


1800 

280 

58 


16 


74 

10.020 


Spuren 
0,30     — 


0,10 
0,10 

2,38 


1,50 
2,30 
2,25 

27,57 

03,50 


79 


0,07 

1,86 

1,88 
2,44 
2,43 

27,57 

63,72 


3,60 
4,24 


7,84 


1,52 


102 


808 
2260 


3170 

284 

22 


42 


64 

9,200 


-S  8 


Urgebirgsboden  (Granit  u.  Gneis) 


22:  r  "u.  m.  a  to. 


Meierei  Krenau 


Obcrcs  Ka 
pi'llent'eld 


I 


38,9 
01,1 


73,2 

26,7 


5,41 
0,39 

44 

605 
3529 


4178 

298 

9 


53 


02 

8,250 


Spuren 

0,29 


0,13 
0,00 


3,17 

1,40 
1,50 
1,18 

20,40 

05.81 


0,06 

4,17 

2,10 
1,32 
1,45 

22,21 

68,09 


22,4 
77,0 


70,4 
29,0 


2,18 

5,57 


7,75 
1,03 


328 
1900 


2303 

Spur 

39 


26,2 
73,8 


77,4 
22,0 


7,78 


0,07 


84 


41 


80 
0,990 


42 
20 


02 


Spuren 
0,24     — 


0,07 
0,08 


2,36 

1,50 
1,80 
1,49 

20,09 

72,37 


00 


0,00 


1,47 
0,95 

24,15 

08,72 


Kogler 
Quirtcn 


32,0 
08,0 


74,8 

25,2 


1,80 
4,08 


0,48 


1,57 


100 

573 
1507 


2180 
58 
70 

1 05 


181 

8,940 


Spu 
0,31 


58,0 
42,0 


73,5 
20,5 


5,75 
0,78 

84 


44 
86 


130 


ren 


0,04 
0,18 


2,18 

2,18 
2,39 
3,03 

27,05 

03,06 


71 


0,1.3 


1,97 
2,15 

23,93 

67,79 


Meierei  Favorittenhof 


Kladner 
Quirtcn 


IL 


41,4 

58,6 


71,0 

28,1 


2,20 
0,09 


1,23 


09 


360 

1 757 


2180 

1.10 

34 

147 


181 
0,470 


43,4 
50,0 


71,3 

28,7 


6,15 


0,70 


312 
!040 


2414 
17 
11 

118 


129 
7,340 


Spuren 
0,37     0,31 


0.00 
0,18 


2,18 


0,05 
0,13 


Unteres 
Stadtholzf. 


30,4 

09,0 


67,2     09,8 
32,8     30,2 


28,0 
72,0 


2,10 
4,90 


7,00 


1,63 


64 


315 
1877 


2256 
34 
28 

92 


120 
7,118 


6,08 


0,80 


50 


M.  Neuhof 


Rundfeld 


42,0 

58,0 


75,0 
25,0 


1,94 
5,31 


7,25 


1,56 


129 


706 
1454 


23 
93 


116 


Spurcn 
0,30     — 


0,07 
0,12 


2,41 


2,15  1,80 
2,19  2,19 
1,90  J  1,90 


21,54 
69,43 


61 


23,70 
67,54 


2,25 

1 ,98 
2,33 
2,18 

21,82 

68,95 


05 


0,12 

4,17 

1,98 
2,25 

22,44 

69,04 


2289 
51 
46 

99 


145 

10,150 


25,0 
75,0 


75,8 
24,2 


7,85 


0,88 


121 

730 
501 


2352 
17 

27 


79 
11,410 


Spuren 

0,01     0,39 


0,00 
0,14 

2,28 


1,76 

2,68 
2,79 

25,44 

64,20 


74 


0,07 
0,08 

2,35 


1,98 
2,08 
2,79 

24,03 

04,50 


Pliinerlboclon 


Planermergelbbden 


Pliinersandsteinboden 
und  Rothliegendes 


Zittolieb 


Meierei  Zittolieb 


Dolik 


12,0 
88,0 


8,0 
92,0 


90,0 
9,4 


1,98 

7,55 


9,53 
2,46 

95 

229 
1 782 


2100 
99 
31 

35 


00 
7,722 


87,1 
12,9 


2,40 
7,00 


10,06 
0,89 

70 
458 


186 
8 

73 


81 

8,884 


Sp  uren 

2,97     2,70 


0,42 
0,00 


2,1.0 


1,17 
0,53 

Spin- 
ous 
7,40 

78,72 


98 


0,26 
0,08 


Hinter 
Scbiittbod. 


12,0 
88,0 


)0,4 
9,6 


1,85 
7,06 


8,91 


1,90 


149 


408 
1452 


2009 
52 
30 

55 


85 
9,203 


13,0 
87,0 


Unterer  Fa- 
ancngarten 


80,7 
13.3 


1,97 
6,84 


8,81 
1,06 

65 
496 


Meierei  Chlumcan 


19,0 
81,0 


137 
25 

05 


90 

12,084 


Spuren 

2,50     5,05 


0,32 
0,08 

2,00 


1,20 
0,71 

Spur 
6,24 
0,87 

79,9 1 


88 


0,74 
0,09 


86,8 
13,2 


2,65 
8,25 


10,90 


2,24 


131 

412 
1680 


2223 
104 
115 

64 


179 

.11,298 


7,0 
93,0 


85,4 
14,0 


2,10 
5,50 


7,00 
0,61 

104 
667 


123 

68 

51 


122 

10,817 


Spuren 
9,47   14,50 


0,75 
0,17 


2,22 


1,19 

0,72 
1,08 
6,50 
7,50 
70,34 


0,62 
0,12 


Ober  der 
Kircho 


I 


13,0 
87,0 


92  2 

7,8 


1,74 
6,73 


8,47 
2,24 

09 

568 
891 


1528 
42 
48 

05 


113 

8,098 


8,0 

92.0 


(Scgen  Latin 


5,0 

95,0 


89,2 
10,8 


85,4 
14,0 


1,73     1,95 
0,02     7,66 


7,75 
0,89 

48 
578 


9,61 
1,74 

105 

284 
1204 


5   P 


Meierei  Brdloch 


Uebern 
Wiildclien 


6,0 

94,0 


85,8 
14,2 


1,88 
0,52 


8,40 
0,33 

17 

385 


113 

23 


63 


80         70 
8,394  9,888 


1653 
35 
41 


178 
39 


35   I     32 


Spuren 
2,33     2,49 


0,1.7 
0,11 


1,52 


1,18 
0,07 
0,05 
0,03 
6,31 
80,39 


93 


90 


0,14 
0,08 


71 

10,241 


Spuren 
12,95   25,95 


1,11 

0.07 


1,65 


0,19 
0,99 
1,60 
4,70 
6,08 
70,00 


92 


0,32 
0,07 


2,0 

98,0 


85,7 
14,3 


2,45 

7,55 


1.0,00 


1,85 


02 

400 

1081 


2203 

39 

8 


72 


80 
9,902 


6b 


Uebern 
Garten 


40,0 
60,0 


79,4 
20,0 


2,60 
7,05 


9,65 
0,72 

50 
447 


71 

4 

76 


80 

10,007 


Spuren 
1,47    1,10 


0,29 
0,08 


2,20 


1,08 
0,98 

Spur 
7,21 
8,68 

77,21 


95 


0,30 

0,08 


2,0       2,0 
98,0     98,0 


M.  Rot- 


far  la- 
klh 


29,0 
71,0 


Meier. 
Drmtz 


IHwiU 


17,0 
83,0 


76,4 
23,0 


2,00 
8,69 


68,4 

36,0 


87,1 
12,9 


2,90 
7,88 


10,59 


1,09 


53 


433 

1840 


2320 
33 
35 

54 


89 

8,982 


10,78 
0,95 

23 
400 


139 
15 

57 


72 

10,078 


Spuren 
2,57     2,88 


0,07 
0,08 


2,32      — 


0,48 
0,07 


1,57 
3,67 


5,24 
1,60 

70 
100 


87,6 
12,4 


2,40 
0,30 


8,76 
1,40 

98 
470 


80    2412 


750   '2980 


40 

55 


120 
130 

10 


80  j   140 
7,480  j  o,57o 


Spur 
0,49 

Sp  ur 
0.08 


0,08 
1,01 

0.06 

0,14 


0,00 
0,20 
Spur 
6,94 
10,15 
70,37 


0,75 


0,14 
0,41 
0,67 
.",,18 
9,41 
84,87 


2,98 


0,72 
0,84 
0,94 
6,57 
11,72 
74,94 


92 


60        84 


Alnvial  u.  Loss- 
lbtiden  von 


Basalt !  ftaafa 


Lobositz 


Meierei  Lobositz 


Grossstiick 


6,2 
33,8 


81,67 
18,33 


2,72 
5,68 


8,40 


1,74 


194 

106 

1740 


2040 

230 

74 

91 


1 05 
13,810 


4,6       7,8 
95.4     92,2 


Galgenfeld 


82,50 
17.50 


1,78 
3,10 


4,88 
0,82 

98 
312 


81,20 
18,80 


3,10 

6.67 


9,77 


1,70 


180 

146 

1  501 


40 
30 

120 


150 

10,010 


0,04    Spur 
1,78  15,15 


0,10 
0,10 


2,04 


0,82 
1,15 
1,32 

■16,3? 


1,08 
0,15 


2,43 

0,53 

0,98 

14,94 
64,14 


1890 

20 
68 

50 


118 

12,020 


0,03 
2,20 


0,18 
0,11 


78 


1,89 

1,04 
1,38 
1,75 

18,82 

72,00 


77 


Uj    6b 


0,1 

93,9 


Scliel- 
ehotrite 


M 


1.2 

98,8 


83,20 
10,80 


2,45 
4,95 


7,40 
0,89 

95 
205 


30 

27 

133 


04,93 
35,07 


4,03 
10,77 


14,80 
3,62 

220 

370 
870 


1400 
410 

129 

101 


160 

10,205 


0,05 
13,02 


0,28 
0,10 


0,80 
1,14 

15,47 


230 

11,711 


0,28 
23,23 


1,45 
0,23 


1,40 

1,02 
1,23 
4,90 

19,31 

46,89 


112 


Meierei 
Kottomirs 


Ailjrad 


fc° 


14,0 
85,4 


77,77 
22,23 


4,37 
7,43 


11,80 
1,93 

182 


390 

1228 


1800 
210 
100 

50 


1 50 

10,750 


Spur 
3,27 


0,64 
0,15 


1 ,80 

0,05 
1,78 

2,81 

27,09 
61,91 


118 


Kotto- 
miri 


22,1 

77,9 


94,73 

5,27 


1,8 
3,66 


5,50 


1,65 


85 


239 
1350 


1080 
90 
65 

15 


80 
9,320 


Spur 
0,65 


Spur 
0,08 


1,08 

1 ,52 
0,51 
0,84 

10,50 

78,22 


72 


')  und  4)  loslich  in  10°/0  kalter  Salzsiiure. 

')  und  5)  lbslich  in  dieser  Satire,  in  der  Siedkitze  eingedampft. 

*)  Nach  Behandlung  mit  Musssiiure  lbslich. 


e)  In  2%  Salzsaure  loslich. 

T)  Absorption  fiir  Ammoniak  nach  Knop. 


Wittingau,  Nettolitz,  Zittolieb  imtersuclite :  Dr.  J.  Hanamann ;  Krumau:  Koufimsky. 


Erklarung 

fur  die  Ziffern  der  Phosphorsaure-,  Kali-  und  Kalkgehalte  der 

graphisch.  Darstellungen. 


1. 

2. 

3. 

4. 

5. 

6. 

7. 

8. 

9. 
10. 
11. 
12. 
13. 
U. 
15. 
Mi. 
17. 
18, 
19. 
80. 


I.   Tertiarboden  von  Wittingau. 

Berghof  u  jilji  (Obergrund)    .   .  o 

„  „      (Untergrund)  .   .  w 

Berghof  bejkovnice o 

))  ii  w 

Berghof  u  douby o 

Dvorec  (Budw.  Str.)     ...       .  o 

n  n  n  ^ 

„       (k  sosni)      o 

Miihlhof  (purkrabsky) o 


„         (nadeje) 
(Pfskova) 
Neuhof  (na  vriku) 


Scbwamberg  .... 
Lhota  raystrovy     .    . 
Schalaun  u  splavu  m. 
Wall  pod  kfedlem     . 
Wondrov  (Frauenberg) 


">   Urgebirgsbbden   von   Nettolitz  und 
Krumau. 

'•  Peterhof  Schwambergfeld     .   .   .  <> 


°-        »        Grossstilck 

4-  Schwarzenberg  Sadafelder    . 


o. 
6. 

7. 

8. 

9. 
10. 
11. 
12. 
13. 
14. 
15. 
1(1. 
17. 
18. 
19. 
20. 
21. 


Schwarzenberg  Sadafelder 
Zitna  spaleny  Folder    . 


Krainerhof  pejsarka  .    . 

Neuhof  Bergfeld    .    .    . 

n  ))  ... 

Krenau  Kapellenfeld     . 


Krenau  Kogler  Quirten 

))  H  n 

Favoritenhof  Kladner  . 

,,          Unt.  Stadtholz 
Neuhof  Rundfeld 


III.   Basalterden. 

1.  Basalterde  Lobosch 

2.  Radobylerde 

3.  Ilomolkaerde  (Whinitz) 

4.  Ovfilnerde 

5.  Chlumeker  (Pschan)  Erde 

6.  Wostrybasalterde 

7.  A.ujezdbasalterde 
s.  BaSkopoleerde 

9.  Basalterde  Dubkovic 
10.         „         vom  Fuchsberge 


.  u 

.  0 

.  u 

.  0 

.  u 

.  0 

.  u 

.  0 

.  It, 

.  o 

.  u 

.  0 

.  u 

.  o 

.  u 

.  0 

.  u 


1. 

2. 
3. 
4. 
5. 

6. 

7. 

8. 

9. 
10, 
11. 
12. 
1 3. 
14. 
15. 
16. 
17. 
18. 
19. 
20. 
21. 

22. 
23. 


IV.    Boden  der  Kreideformation 
Zittolieb  Dolik 


„        hinterm  Scnttttboden 

"  5!  1! 

Fasangarten 

„  ..... 

Ohlutncan  ob  der  Kirclic 

i)  ii  i) 

„         gegen  Laun 


Rotschov  (Tabulka) 
Chlumcan  (Tahof) 


Kottomefer  Erde 


de 


Lichtowitzer  Planer  Er 
Cemossek  (Lissa) 
Kamaik  (Leithe)   . 
Postelberg  Bacculitenmergel 
Cencicer  ITiigel      .    .    . 
Welhotta  Steinbrucherde 


Waldbodenunterlagen. 
Domauschitz  Kameimy  oujezd 
Domausic  (Todtenwald) 


24.  Pferubenice  (Moraste) 

25.  Rovina  Sandberg 

26.  Tfeboc  pferostld 

27.  Wehlowitzer  Planer  (Koun-IIau) 

28.  Domausic  (Ilouba) 

29.  Tfeboc  skalka 

30.  Domausic  (pravda) 

V.    Diluvial  und  Alluvionen. 

1.  Post.  Diluv.  Ploscha o 

2.  „         „      Ferbenz o 

3.  „      Meierei  Feld o 

4.  Malnitz  Postelberg o 

5.  Lobositzer  Loss o 

6.  »  ,,        « 

7-  „  „        * 

8.       „        „     i 

9.  Scbelchowitz  Lobositz 0 

10.  Krendorf  Boden <> 

11.  Etothtodtliegendes  Diwitz     ,    .   ■  ° 

12.  Brdloch  Garten o 

13  .  « 

14.        „        Wiildcben o 

1 5  « 


050  r 


GRAPHISCHE    DARSTELLUNG   DE^^HQSPHO^RSAUREGEH ALTE  BOHMISCHER  ACKERERDEN  IN  PROCENTEN   DES   ROHBODENS. 


Taf.  I 

050% 


O'WSi 


OW 


030% 


GRAPHISCHE   DARSTELLUNG   DES    GESAM  MTKALKES  SOWI E   DES   LE ICHTLOSLICH  E  N  KALKES  DER  ACKERERDEN   IN   PROCENTEN  PES  ROHBODENS 


Taft  II. 


5* 


GRAPHISCHE  DARSTELLUNG   DES   GESAM  MTKAUS  SOWIE  DES  IN  CONC.  SALZSAURE   LOSLICHEN   KALIS  DER  ACKERBODEN  IN  PROCENTEN  DES  ROHBODENS.  Tat.  III. 


GESAMMTKALI 
LOSLICHES    KALI 


:         ■.,■■■■ 


b)  Zwcite  Serie  gemeasener  Hohenpunkte  in  Bohmen  (Sect.-Blatt  III.)  v  on  Prof. 
Dr.  Kofistka.    84  Seiton  Text. 

c)  Hbhenschichtenkartc,   Section  III.,   von   Prof.  Dr.  Kofistka.    (Diese  Karte 
enthalt  die  in  dom  vorstchcndon  Text  angegebene  Situation  im  Massstabe  von  1  :  200.000). 

d)  Hohonschichten  des   Riesengebirges  von  Prof.  Dr.  Kofistka  im  Maasstabe 
von  1 :  100.000.    Preis  dieser  Abtheilung fl.  4-50 

II.  Die  Arbeiten  der  geologischcn  Abtheilung.    I.  TbeiL  enthalt: 

a)  Prof  I)r   Ant   Fri6:  Fauna  der  Steinkohlenf ormation  Bohmens  mit  4  Tafeln. 

b)  Karl  Eeistmantel:  Die  Steinkohlenbecken  bei  Klein-Pf f lep,  Lisek,  Stflec, 
Holoubkow,  Mireschau  und  Letkow  mit  9  Ilolzschnitten. 

c)  Jos.  Vala  und  R.  Helmhackcr:   Das  Eisensteinvorkommen  in  der  Gegend 
von   Prag  und   Bcraun  mit  6  Tafeln,  0  Ilolzschnitten  und  1  Karte. 

d)  R.  Ilelmhacker:   Geognostische  Bescbreibung   eines  Theiles   der  Gegend 
zwiscbcn   Benescbau  und  der  Sazava,  mit  1  Tafel  und  1  Karte. 

Dieser  Theil  entbalt  448  Seiten  Text,   11  Tafeln,   18  Holzscbmtte  und  2  geol.  Karten. 

Preis .   .   .    fl.  4-- 

II.  Theil  entbalt: 
Dr.  Em.   Boficky:  Pc trogr aphiscbo   Studien  an   den  Basaltges teinen  Bohmens 

mit  294  Seiten  Text  und  8  Tafeln.    Preis •    •    •  „tt-  ».oU 

Preis  der  ganzen  crsten  Ilalfte  des  zweitcn  Bandes  (I.  und  II.  Abtheilung  zusammen)  geb.  tl.  10  — 

>5  W  EITER     13  A  N  E>. 
Zweiter  Theil. 

III.  Botanische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

Prodromus  der  Flora  von  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Ladislav  Celakovsky  (II.  Theil) 
288  Seiten  Text  und  1  Tafel.    Preis "•  iw 


IV.  Zoologische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

a)  Prof.  Dr.  Ant.  Fric:    Die  Wirbelthiere  Bohmens. 

b)  „         „        „  „         Die  Flussfischerei  in  Bohmen. 

c)  „         „        .„  „         Die  Krustenthiere  Bohmens. 
Mit  1  Tafel,  100  Ilolzschnitten,  272  Seiten  Text.    Preis    .   .    . 

V.  Chemische  Abtheilun 


fl.  3  — 


Prof.  Dr.  Em.  Boficky:  tiber  die  Verbreitung  des  Kali  und  dor  Phosphorsaure 

in  den  Gestcinen  Bohmens.     58  Seiten  Text.    Preis •    •    •   „w,_Jir- 

Preis  der  ganzen  zweiten  Halfte  des  zweiten  Bandes  (III.,  IV.  u.  V.  Abth.  zusammen)  geb.  fl.  5  — 

D  J\  I  T  T  E  JX    13  A  N  E>. 

I.    Topographische  Abtheilung. 

Verzeichniss  der  in  den  J.  1877-1879  vom  k.  k.  mil.-geogr •  Institut  trigonomej Sri Bch 
bestimmten  Ilohen  von  Bohmen  herausgegeben  von  Prof  Dr.  Karl  KonstKa  una 
Major  R.  Daublobsky  von  Sterneck  mit  1  Karte 


II.  Geologisclie  Abtheilung: 

I.  Heft.    Petrograpbische   Studien    an    den  P  bono  1  i  th  scsteinen    Boh  mens    von 
Prof.  Dr.  Em.  Boficky  mit  2  chromolith.  Tafeln,  96  Seiten  Text. 
H.  Heft. 


HI.  Heft. 


f  ^ra^ische  Stu'dien    aT  den   Me Up iyrgeeteinen    Bahmen.    von 
Prof.   Dr.   Em.   Boficky   mit   2  chromolith.  Tafeln.     88  Seiten  -Text     lreis  H.  1 
.    Die   Geologie    des    bohmischen    Erzgeb.rges    (I    Theil     von    Pro*.    Dr. 
Gustav  Laube  mit  mehreren  Ilolzschnitten   und  einer  Prohltaiel.    21G  Seiten    lext 
Preis     


III.  Ilotanische  Abtheilung: 

Prodromus  der  Flora  von  Bohmen  von  Prof.  Dr.  Ladislav  Celakovsky.    (HI   Theil 
Schluss.)    320  Seiten  Text.    Preis 


IV.  Zoologische  Abtheilung: 

I.  Heft.    Die  Myriopoden  Bohmens  von  F.  V.  Rosicky  mit  24  Holzschnitten.  44  Seiten 

Text.    Preia 60  kr. 

II.  Heft.    Die    Cladoceren    Bohmens    von    Bohuslav   Hellich    mit    70    Holzschnitten. 
132  Seiten  Text fl.  1-60 

V.  Chemisch-petrologische  Abtheihmg: 

Elemente  einer  neuen  chemisch-mikroskopischen  Mineral-  und  Gesteinsanalyse 
von  Prof.  Dr.  Bof  icky  mit  3  Holzschnitten  und  2  lith.  Tafeln.  80  Seiten  Text.  fl.  140 

V  I  E  R,  T  E  B,    BAND. 

No.  1.    Studien    im    Gebiete    der    bohmischen    Kre  ideformation.    Die   Weiasen- 

berger  und   Malnitzer   Schichten   von  Dr.  Anton  Fric   mit   155  Holzschnitten. 

154  Seiten  Text.    Preia fl.  3"— 

No.  2.  Erliluterungen   zur   geologischen   Karte   der  Umgebungen   von  Prag  von 

J.  Krejci  und  R.  Ilelmhacker  mit  1  Karte,  mehreren  Profilen  und  Holzschnitten  fl.  4'50 
No.  3.  Prodromus    der   Flora   von   Bohmen    von   Prof.  Dr.    Ladislav    Celakovsky. 

(IV.  Theil.)    Nachtriige  bia  1880.    Verzeichniss  und  Register fl.  240 

No.  4.   Petrologische    Studien    an  den  Porphyrgesteinen  Bohmens  von  Prof.  Dr. 

Em.  Boficky fl.  1-80 

No.  5.   Flora  dea  Flussgebietea  der  Cidlina  und  Mrdlina  von  Prof.  Ed.  Pospichal. 

fl.  V- 
No.  6.   Der  Ilangendflotzzug  im  Schlan-Rakonitzer  Steinkohlenbecken  von  Carl 

Feistmantel fl.  2'  — 

F  U  N  F1  T  E  B     BAND. 

No.  1.   Erliiuterungen  zur  geologischen  Karte  dea  Eisengebirges  (2elezne~  hory) 

und  der  angrenzenden  Gogenden  im  ostlichen  Bohmen  von  J.  Krejci  und 

R.  Ilelmhacker fl.  2* — 

No.  2.  Studien    im    Gebiete    der    bohmischen    Kreidef ormation.     III.   Die    Iser- 

achichten.  Von  Dr.  Anton  Fric.  Mit  132  Textflguren fl.  3  — 

No.  3.   Die   mittelbohmische  Steinkohlonablagerung  von  Carl  Feistmantel.    Mit 

20  Holzschnitten fl.  120 

No.  4.  Die  Lebermooae  (Musci  Hepatici)  Bohmens  von  Prof.  Joa.  Dedecek.  fl.  1  — 
No.  5.   Orograpkisch-geotektonische   Ubersicht   des   silurischen   Gebietea     im 

mittleren  Bohmen.  Von  Johann  Krejci  und  Karl   Feistmantel.     Mit  1  gcolog. 

Karte  und  vielen  Ilolzachnitten fl.  2" — 

No.  6.  Prodromus   der  Algenflora   von   Bohmen.    Erster  Theil   enthaltond   die  Rhodo- 

phyceen,  I'haeophyceen  und  einen  Theil  der  Chlorophyceen.  Von  Dr.  Anton   Hansgirg. 

fl.  140 
S  E  O  II  S  T  E  B    BAND. 

No.  1.  Die    bohmischen    Torfe    vom    naturhistoris  chen    und   -wirthschaftlichen 

Standpunkte.  Von  Prof.  Fr.  L.  Sitensky.  (Die  dcutschc  Ausgabo  noch  nicht  vollendet.) 
No.  2.  Die   Susswaaaerbryozoen   Bohmens.    Von   Joaef  Kafka.    Mit  91  Abbildungen 

im  Texte fl.    120 

No.  3.  Grundziige   einer    Hyetographie    des   Konigreichea  Bohmen.    Nach   mnln- 

jahrigen  Beohachtungsergebnissen  von  700  ombrometrischen  Stationen   entworfen  von  Dr. 

F.  J.  Studnicka.    Mit  einer  Karte  und  mehreren  Holzschnitten fl.    I'SO 

No.  4.   Geologie  des  bohmiachen  Erzgebirgea.   Von  Dr.  Guatav  C.  Laube.   II.  Theil. 

Geologie  des  ostlichen  Erzgoliirges  odor  des  Gebirgea   zwischon  Joachimsthal-Gottesgab 

und  dor  Elbe.  Mit  0  Landschaftsbildern,  7  geolog.  Durchschnitton,  5  Abbildungen  im  Text. 

fl.  2'50 
No.  5.  Untersuchungen  iiher  die  Fauna  der  Gewiisser  Bohmens  von  Fr.  Klapaiek 

fl.  120 
No.  6.  Prodromus    der   Algenflora    von    Bohmen.     Erster  Theil    enthaltend    die   Uhodo- 

phyceen,  Phaeophyceen  und  Chlorophyceen.  Von  Prof.  Dr.  Anton  Hansgirg    .fl.    3'— 

SIEBENTEB    BAND. 

No.  2.  Studien  im  Gebiete  der  bohmischen  Kreideformation.  IV.  Die  Teplitzer 
Schichten.  Von  Prof.  Dr.  Ant.  Fric.  Mit  167  Texthguren fl.    3— 

No.  3.  tiber  die  chemische  Zusammensetzung  ver schiedener  Ackererden  und 
Gesteine  Bohmen's  und  iiher  ihren  agronomischen  Worth.  Von  Dr.  Jos. 
II  an  am  an  n.    Mit  mehreren  Tafeln. 


Druck  von  Dr.  Ed.  GrdgT  In  Prag  1890.  —  Selbstywlag 


DAS  ARCHIV 


fur  die 

naturwissenschaftliche  Landesdurchforschung  von  Bohmen 

I.  bia  V.  Band :   Eedaktion  von  Prof.  Dr.  K.  Kofiatka  und  Prof.  J.  Krejcf, 
VI.  Band  u.  a.  w. :  Redaktion  von  Prof.  Dr.  K.  Kofiatka  und  Prof.  Dr.  A.  Fric, 

onlhilt  folgende  Arbeiten : 

E  R,  S  T  E  R,    BAND. 

I.  Die  Arbeiten  der  topographiachen  Abtheilung  und  zwar: 

a)  Das  Terrain  und  die  Hohen  verhaltniss  e  des  Mifc  telgebirges  und  des 
Sandsteingebirges    im   nordlichen   Bohmen   von   Prof.   Dr.   Karl    Kofiatka. 

h)  Erste  Serie  gemessener  Hohenpunkte  in  Bohmen  (Sect.-Blatt  II.)  von  Prof. 
Dr.  Kofiatka. 

c)  Hohenschichtenkarte,  Section  II.,  von  Prof.  Dr.  Kofiatka.  Preia  fl.  4  — 
Preis  der  Karte  app , fl,  j-gQ 

II.  Die  Arbeiten  der  geologischon  Abtheilung.    Dieaelbe  enthalt: 

a)  Vorbemerkungen  oder  allgemeine  geologiache  Verhaltnisse  des  n6rd- 
lichen   Bohmen  von   Prof.  Johann   Krejcf. 

b)  Studien   im  Gebiete  der  bohm.  Kr  ei  d  e  f  o  rm  a  ti  on  von  Prof.  J.Kreicf. 

c)  Palaontologischc  Unterauchungen  der  einzelnen  Schichten  der  bohm. 
Kreideformation  u.  s.  w.   von  Dr.   Anton  Fric. 

d)  DieSteinkohlenbecken  von  Radnic,  vom  Huttenmeiater  Karl  Feiatmantel. 
Preis fl.  4-50 

III.  Die  Arbeiten  der  botaniachen  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

Prodromus   der  Flora  von  Bohmen  von  Dr.  Ladislav  Celakovsky.    (I.  Theil.) 
Preia fli  • 

IV.  Zoologiache  Abtheilung.    Dieaelbe  enthalt: 

a)  Verzeichniaa  der  Kafer  Bohmens  vom  Conservator  Em.  Lokaj 

b)  Monographie  der  Land-  und  Suss waasermollusken  Bohmens  vom  Assi- 
atenten  Alfred  Slavik. 

c)  Verzeichniaa  der  Spinnen  des  nordlichen  Bohmen  vom  Eeal-Lehrer 
Emanuel  Bart  a.    Preis A   o- 

V.  Chemische  Abtheilung.    Dieselbe  enthalt: 

Analytische  Unterauchungen  von  Prof.  Dr.  Hoffmann.    Preia  .  25   kr 

Preis  des  ganzen  I.  Bandes  (Abth.  I.  bia  V.)  geb \       fl.  g-J. 

S5  W  JEITER    BAND. 
Erster  Theil. 

I.  Die  Arbeiten  der  topographischen  Abtheilung  und  zwar: 

a)  Das _  Terrain  und  die  Hohenverhaltnisse  des  Iser-  und  des  Kiesen- 
gebirges  und  seiner  siidlichen  und  ostlichen  Vorlagen  von  Prof.  Dr  Karl 
K  o  r  i  a  t  k  a. 

b)  Zweite  Serie  gemessener  Ilohenpunkte  in  Bohmen  (Sect.-Blatt  III.)  von  Prof 
Dr.  Konstka.  ' 

c)  HOhens  chich  tenkart  e,  Section  III.,  von  Prof.  Dr.  Kofistka. 

d)  Hohenschichtenkarte  des  Rie  sengebirgcs  von  Prof.  Dr.  Kofistka  Preis 
dieser  Abtheilung „ g    ^.5q 

II.  Die  Arbeiten  der  geologlschen  Abtheilung.    I.  Theil  enthalt: 

a)  Prof.  Dr.  Ant.  Fric:  Fauna  der  S  teinkohlenformation  Bohmens 

b)  Karl  Feiatmantel:  DieSteinkohlenbecken  bei  Klein-Pf  flep,  Lisek,  Stilec, 
Uoloubkow,  Mireachau  und  Letkow. 

e)  Jos.  Vala  und  R.  Helmhackor:  Das  Eiscnsteinvorkommen  in  der  Getrend 
von  Prag  und  Beraun. 

d)  R.  Helmhacker:  Geognostische  Beachreibung  eines  Theiles  der  Gecend 
zwischen   Beneschau  und  der  Sazava.     Preis fl   4-— 


Die  tertiaeren 


Land-  und  Siisswasser-Conchylien 


des  nordwestliclien  Bohmen. 


Von 


GOTTLIEB   KLIKA. 


Mit  115  Textflguren. 


ARCIHV  DER  NATURWISSENSCH.  LANDESDURCIIFORSCIIUNG  VON  BOHMEN. 
VII.  Hand  No.  4.  (Geologisclic  Abthsllung.) 


PRAG. 

in  Commission  bei  Fr.  Kivnar.        Druck  von  dr.  Ed.  GrSgr. 
1891. 


VORWORT. 


Die  tertiaeren  Land-  imd  Siisswasser-Conchylien  Bohmens  fanden  bereits 
durch  Prof.  Dr.  Reuss,  Dr.  Slavfk,  Dr.  Boettger  und  Flach  eine  theilweise  Bear- 
beitung.  Neue  Funde  fordern  aber  immer  von  Nenem  zum  Studium  derselben  auf, 
Und  das  im  Museum  des  KiJnigreiches  Bohmen  in  den  letzten  Jahren  angebiiufte 
Material  verlangte  dringend  eine  neue  Verarbeitung.  Aus  diesem  Grunde  wurde  ich 
vom  Herrn  Prof.  Dr.  Fric  eingeladen,  die  neue  Verarbeitung  unserer  tertiaeren  Land- 
ed Siisswasser-Conchylien  zu  ubernehmen ;  ich  that  das  um  so  lieber,  da  ich  mich 
schon  seit  Jahren  mit  Vorliebe  dem  Studium  der  lebenden  Mollnsken  gewidmet  habe. 

Das  im  Museum  befindliche  Material  stammte  fast  ausschliesslich  vom  be- 
kannten  Tuchoficer  Fundorte.  Im  Friihjahr  1887  wurden  mir  auch  die  Versteine- 
rungen  von  einem  bisher  unbekannten  Fundorte,  Wiirzen  bei  Pomeisel  (Podersamer 
Sezirk)  im  nordwestlichen  Bohmen,  die  Herr  Wenzel  Fric  unserem  Museum  geschenkt 
hatte,  zur  Disposition  gestellt. 

Nachdem  ich  in  dem  ziemlich  reichen  Material  viele  hochinteressante  Arten 
Kcfunden,  ersuchte  ich  Herrn  Assistenten  Josef  Kafka,  der  zu  der  Zeit  eine  Ex- 
cursion in  die  betreffende  Gegend  unternahni,  auch  Wiirzen  zu  besuchen,  um  zu 
Sehen,  ob  noch  einige  Hoffnung  auf  weitere  Funde  vorhanden  ware.  Die  Resultate 
seines  Besuches  in  Wiirzen  waren  so  giinstig,  dass  ich  mich  im  Friihjahr  1887 
Selbst  auf  langere  Zeit  nach  Wiirzen  begab,  um  moglichst  viel  Material  nach  Prag 
zi  bringen.  Bei  meinen  Arbeiten  haben  mich  die  Gutsverwaltung  sowie  Herr  Ad- 
just Casek  von  Pomeisel  freundlichst  unterstiitzt;  die  Ausbeute  war  besonders  im 
glimmerreichen  Basalttuff  sehr  ausgiebig.  Auch  auf  die  Umgegend,  besonders  den 
v<%aberg,  habe  ich  meine  Aufmerksamkeit  gerichtet,  und  ausgedehnte,  aber  an 
Versteinerungen  sehr  arme  Siisswasser-Ablagerungen  daselbst  constatirt. 

Auch  Waltsch  habe  ich  besucht,  aber  leider  ohne  Erfolg,  da  der  Siiss- 
wasserkalk  am  Galgenberg  nicht  aufgeschlossen  ist.  Nur  hie  und  da  am  Rande  der 
ai»  Abhange  des  Galgenberges  liegenden  Felder  habe  ich  einige  Stixcke  porosen 
^iisswasserkalkes  mit  guten  Petrefakten  gesammelt. 


Auf  der  Rtickreise  liabe  ich  zum  erstenmale  den  bekannten  Fundort  von 
Tuchofic  besucht,  wo  ich  einige  Tage  sammelte;  in  Saaz  erhielt  ich  vom  Herrn 
Hans  Heckle  mehrere  prachtvolle  Tuchoficer  Versteinenmgen  fttr  das  Museum 
geschenkt. 

Im  Soramer  desselben  Jahres  begab  icb  mich  zum  zweitenmale  nach  Tuchoric 
und  hielt  uiich  liinger  auf  als  mir  bei  meinem  ersten  Besuche  moglich  war,  in  der 
Hoffnung,  die  Museumssammlungen,  die  noch  manche  Lucken  aufwiesen,  erganzen, 
und  zur  Kenntniss  des  Tuchoficer  Landschneckenkalkes  vielleicht  ein  geringes  bei- 
tragen  zu  konnen.  Nach  Prag  zuriickgekehrt  widmete  ich  alle  meine  freie  Zeit  deffl 
Bearbeiten  des  Gefundenen ;  das  Auswaschen  der  Kalkerde,  die  ich  nach  Prag  mit- 
gebracht,  nahm  fast  den  ganzen  folgenden  Winter  in  Anspruch.  Die  Ausbeute  war 
recht  ausgiebig,  besonders  an  Mikrokonchylien,  unter  denen  manch  intercssantes 
Stiick  vorkam. 

Im  Sommer  1888  wurde  Prof.  Dr.  Fric  auf  einen  neuen  Fundort  des  Siiss- 
wasserkalkes  bei  Stolzenhahn  im  Erzgebirge,  aufmerksam  gemacht,  von  wo  er  einige 
Zentner  Siisswasserkalkes  nach  Prag  mitgebracht  hat.  Der  feste  Kalkstein  war  an 
Yersteinerungen,  ausscbliesslich  Molluskon,  sehr  reich,  dem  Tuchoficer  und  noch 
mehr  dem  Kolosoruker  Slisswasserkalke  iihnlich,  aber  doch  nicht  vollkommen  iiber- 
einstimmend. 

Im  Friihjahr  1889  unternahm  ich,  vom  Museum  des  K6nigreicb.es  Bohmen 
unterstiitzt,  eine  grossere  Ileise  nach  Deutschland,  um  an  Ort  tind  Stelle  besonders 
die  Siisswasser- Versteinenmgen  des  Mainzer  Beclcens  studiren  zu  kimnen.  Nur  durcb 
die  freundlichste  Hilfe  der  Herren  Prof.  Dr.  Zittel  in  Miinchen,  Prof.  Dr.  Friedr. 
v.  Sandberger  in  Wiirzburg,  Dr.  Oskar  Boettger  und  Dr.  Friedr.  Kinkelin  in  Frank- 
furt (Main),  Betriebsfuhrer  Lauber  in  Mosbach-Biobrich  (Bhein),  Hofrath  Dr.  Geinitz 
und  Dr.  Deichmuller  in  Dresden  wurde  es  mir  ermoglicht,  mit  dem  uiufangreichen 
Stoffc  wenigstens  einigermassen  vertraut  zu  werden.  Ltingeren  Aufenthalt  habe  ich 
in  Frankfurt  (Main)  genommcn,  wo  mir  Herr  Dr.  Boettger  mit  besonderer  LicbenS- 
wiirdigkeit  seine  reichen,  vielo  Unica  enthaltenden  Samndungen  zur  Disposition 
stellte  und  mich  bei  den  muhsamen,  verglcichenden  Studien  wirksamst  unterstiitzte. 
Nur  mit  seiner  bereitwilligen  Hilfe  bin  ich  in  manchen  schwierigen  Punkten  ins 
Klare  gekommen.  Von  Frankfurt  aus  habe  ich  die  meisten  Fundortc  des  Mainzei* 
Beckens  besucht. 

Im  lierbst  188!)  begab  ich  mich  noch  einmal  nach  Tuchofic,  wo  ich  wiedei' 
einige  Tage  gesammeltund  die  reiche  Sammlung  des  Herrn  Oberlehrer  C.  Ihl  durcli- 
gesehen  habe. 

Allen  genannten  Herren,  die  durch  zuvorkommende  Hilfe  und  freundliclio" 
Rath  mich  unterstiitzt  haben,  besonders  aber  den  Herren  Prof.  Dr.  Fric  und  Dr. 
Boettger,  sage  ich  tneinen  verbindlichsten  Dank. 


Anfangs  habe  ich  die  Absicht  gehabt  nur  neue  oder  von  Bfihmen  nocli  nicht 
oekannte  Arten  zu  beschreiben;  da  aber  iminer  mehr  neue  Sachen  zum  Vorschein 
kamen,  habe  ich  mich  entschlossen,  alio,  audi  schon  beschriobene  Arten,  in  meine 
Arbeit  aufzunehmen  am  so  den  Freunden  der  vaterliindischen  Naturkunde  ein  den 
stotf  erschopfendes  Buch  in  die  Hand  zu  geben.  Die  bisherigen  Arbeiten  fiber  die 
tertiaren  Susswasser-Ablagerungen  Bobmens  sind  zerstreut  und  nicht  fur  jeden 
zigauglich,  ich  hoffe  also,  dass  mein  Bestrebeu  dadurch  das  Studium  der  tertiaeren 
Mollusken  zu  fbrdern  wohlwollend  aufgenonimen  werden  wird. 

Meine  Arbeit  kann  freilich  nicht  fur  vollkommen  gelten;  erst  die  Zukunft 
wi|d  iu  Mauches,  was  wir  nicht  versteheu  oder  schlecht  verstehen,  Licht  bringen. 
Trotzdem  mir  fast  alles,  was  bisher  in  Tuchofic,  alles,  was  in  Warzen  und  Stolzen- 
llil,'u  gefunden  wurde,  zur  Disposition  stand,  muss  ich  doch  gestehen,  dass  durch 
ttieiue  Arbeit  unsere  Kenntniss  der  bohmischen  Siisswasserkalke  nicht  crschopft  ist. 

Den  geologischen  Theil,  besonders  das  Verhaltniss  einzelner  bohmischen 
Fundorte  untereinander  und  zum  Mainzer  Becken,  werde  ich,  wie  ich  hofl'e,  spater 
"sarbeiten  konnen. 

Ich  ttbergebe  meine  Arbeit  dem  geneigten  Leser  in  der  Hoffnung,  etwas 
zUr  Kenntniss  der  so  interessanten  geologischen  Periode  beizutragen. 

PRAG,  am  1.  Dezember  1890. 


Giffitb  Mfy. 


Kurze  Besehreibung  der  Fundorte. 

Die  tertiaercn  Siisswasser-Ablagerungen  sind  ira  nordwestlichen  Bohmen 
ziemlich  ausgedehnt,  abor  grosstentheils  an  Versteinerungen,  besonders  denen  aus 
dem  Thierreiche,  sehr  arm.  An  einigen  Stellen  aber,  wo  die  Verhaltnisse  besonders 
gunstig  gewesen  zu  sein  scheinen,  finden  wir  mehr  oder  weniger  machtig  entwik- 
kelten  Siisswasserkalk  mit  ungemein  zahlreicben  Versteinerungen,  fast  ausscbliesslich 
Conchylien,  so  bei  Tuchofic,  Grosslipen,  Kolosoruk,  Wiirzen  und  Stolzenhalm. 

Ich  lasse  vorerst  eine  kurze  Besehreibung  der  bisber  bekannt  gewordenen 
u°vdbohinischen  Fundorte  folgen. 


1.  Tuchofic  mid  Grosslipen. 

Von  grosster  Ausdehnung  ist  das  Lager  von  Siisswasserkalk  beim  Dorf 
Tuchofic  unweit  Saa^.  Der  liingste  Durchmesser  der  Tuchoficer  Siisswasserkalk- 
mulde  misst  in  der  Richtung  von  NNO.  etwa  eine  halbe  Stunde,  die  Breite  betragt 
aber  nur  eine  Viertelstunde.  Die  Unterlage  bildet  nacli  Reuss  der  Pliinersandstein 
°dor  ein  tieferes  Glied  des  unteren  Quaders. 

Der  Siisswasserkalk  ist  in  dora  obrigkeitlichen,  dicht  bei  TuchoHc  liegendeu 
Steinbruche  sehr  gut  eroffnet.  Die  iibrigen  kleineren  Kalksteinbriiche  in  der  niichsten 
Umgegond  von  TuchoHc  sind  heutzutage  alle  verschiittet.  Der  liingste  Durchmesser 
des  obrigkeitlichen  Steinbruches  betragt  etwa  200  m,  die  grosste  Miichtigkeit  des 
Siisswasserkalksteins  iiber  20  m.  Die  Schichten  fallen  gegen  N.  mit  8°— 10°  ein. 
I>ie  obersten  Schichten  sind  gelblichweiss,  poros,  weich,  an  Versteinerungen  sehr 
ai"m,  die  tieferen  Schichten  sind  dagegen  von  festem,  dichtem,  gelblichem  oder 
^aunlich-gelblichem  Kalkstein  gebildet,  der  zum  Kalkbrennen  benutzt  wird.  Er  ist 
aicht  rein,  sondeni  oft  von  Kalkspathadern  durchzogen;  krystallinischer  Gyps 
komrut  sehr  selten  vor. 

An  der  Stelle,  wo  ich  das  Profil  aufgenommen  habe  -  beinahe  in  der 
Mitte  des  Steinbruches  -  erreicht  die  Wand  cine  Miichtigkeit  von  ^  20  m.  Die 
°berste  Schichte  bildet  schwarze  Ackererde  von  30-50  cm  Miichtigkeit,  unter  ihr 
legt  eine  riithliche,  stellenweise  fast  verschwindendo  Lehnischichte,  die  hochstens 
50  cm  hoch  ist.  Weiter  unten  tindet  man  eine  fast  LT/2  m  machtige  Schichte  von 
kleinen,  mit  Erde  vermischten  Kalksteinstuckcn,  die  noch  keine  Versteinerungen 
fthren.  Unter  dieser  kommt  eine  iihnlich  machtige,  aus  imregelmiissig  geschichteten 


Kalksteinstiicken  bestehende  Schichte.  Von  da  an  beginnen  die  bis  zur  tiefsten  Stelle 
ununterbrochen  reichenden  Kalkstoinbiinke;  die  obersten  sind  nur  1/4  m  hoch,  sic 
nehmen  aber  nach  unten  immer  an  Hfihe  zu,  so  dass  die  tiefsten  eine  Machtigkeit 
von  2  m  ei-reichen. 


Fig.  1.  Profil  der  Siisswasserkalk-Schichten  von  Tuchoric,  ungefahr  in  dor  Mitte  des  8teinbruch.es. 
i.  a)  h)    Tiefste  sichtbare  SohJohte  von  grossen  rdtblich-braimen  KalksteinblOcken,   tmter  denen 

stellcnweise  mit  Kalkmergel  ausgefullte  Locher  vorkommen. 
2.  Schwarze,  durch  den  ganzen  Steinbruch  sichziehen.de  dunne  Schichte  von  verkohlten  Pflanzen- 

resten  mit  zahlreichen  Samen  von  Grewia  crenata  Ileer. 
8,  5,  7,  9.  Nach  unten  an  Machtigkeit  zunehmende  Kalksteinschichten  mit  zahlreichen  Verstei- 

nerungen. 
4,  6,  8.  Nicht  continuirliche,  diinne  Mergelschichton  mit,  zahlreichen  Verstekerungen  (besonders 

kleineren). 

10.  Portiser  Kalkstnin  mit  sparlichen  Versteinerungen. 

11.  »  „  ohne  Versteinerungen. 

12.  Mit  grauer  Krde  gemischte  Kalksteinstucke, 
18.  Graue  Lehmgchichte. 

14.  P6thliche  Lehmgchichte. 

15.  Schwarze  Ackererde. 

Diese  Bfinke  werden  durch  verschieden  miicbtige,  nnregelmiissige,  nicht  conti- 
nuirliche,   BOndem  oft  unterbrochene  Kalkinergelscliichten  von  einander  geschiedeii- 


Diese,  an  Petrefakten  ungemein  reiehe  Kalkerde  fiillt  oft  audi  kleinere  oder  gros- 
sere  Locher  aus.  —  In  der  Tiefe  von  1.5  m  zieht  sich  durch  den  ganzen  Stein- 
l)r»ch  oine  diinne,  schwarz  gefarbte,  plastische,  gr6sstentheils  aus  verkohlten  Pflanzen- 
resten  bestehende  Schichte,  die  sehr  reich  an  Samen  von  Grewia  crenata  ist. 

Das  Sammeln  im  Tuchoficer  Steinbruche  ist  sehr  ergiebig,  da  der  Kalk- 
Stein  und  besonders  auch  die  Kalkmergel  an  Thierresten,  fast  ausschliesslicli  Con- 
<%lien,  ungemein  reich  ist.  Pflanzenreste  sind  viel  seltener,  am  haufigsten  begegnet 
Baan  noch  Stiicken  von  Holzstammen  oder  Aesten  von  Betulinum  stagnigenum  Ung. 
u»d  den  Saamen  einer  Tiliacea,  Grewia,  crenata  Heer.  Wirbelthierreste  sind  in 
Tuchofic  selten. 

Die  Landconchylien  sind  zahlreicher  vertreten  als  die  des  Siisswassers. 
Durch  ihre  auffallende  Haufigkeit  zeichnen  sich  folgende  Arten  aus:  Planorbis  de- 
c]ivis  A.  Br.,  Patula  euglypha  Reuss,  Helix  zippei  Reuss,  osculum  Th.  mut.  labiata 
n-  und  var.  tenuis  n.,  bohemica  Boettg.,  apicalis  Reuss,  Leucochilus  quadriplicatum 
A-  Br.  var.  lamellidens  Sandb.,  Vertigo  callosa  Reuss,  Garychium  nanum  A.  Br. 
U.  s.  w.  —  Besonders  lohnend  ist  das  Schlemmen  des  Kalkmergels,  wobei  man 
Tausende  von  Exemplaren  der  kleineren  Arten  im  vorziiglichen  Erhaltungszustande 
bekonrmt. 

Die  Steinbruche  bei  dem  Dorfe  Grosslipen  sind  schon  lange  Zeit  grossten- 
theils  verschiittet,  man  arbeitet  nur  in  den  hiichsten  Schichtcn;  die  an  Versteine- 
''•"'gen  reichen  Biinke  scheinen  hier  niiher  der  Oberflache  zu  liegen  als  in  Tuchofic ; 
,li('  Versteincrungen  beider  Fundorte  stimmen  vollstandig  ttberein. 


2.  Kolosoruk. 

Der  mit  dem  Tuchoficer  gleichaltrige  Susswasserkalk  von  Kolosoruk  nimint 
niu-  einen  sehr  besckriinkten  Raum  ein.  Reuss  (Palaeontographica  II.  p.  11.)  schildert 
'hn,  wie  folgt:  „Er  bedeckt  den  nordlichen  Abhang  eines  im  Siiden  des  Dorfes 
Kolosoruk  golegenen  Hiigels.  Seine  Unterlage  bilden  Glieder  der  Braunkohlenfor- 
^ation,  welche  in  ihren  oberen  Schichten  durch  feurige  Emwirkung  bedeutende 
Veranderungen  erlitten  haben  und  in  bunte,  gebrannte  Tlione,  Schlacken  und  Por- 
fellanjaspise  verwandelt  sind.  Der  Susswasserkalk  licgt  theils  in  einzelnen  Knollen 
in  einem  braunlichen  oder  graulichen  Mergel  zerstreut,  theils  bildet  er  zusammen- 
^angende,  sehr  zerkliiftete  und  undeutlich  geschichtete  Massen.  Gewohnlich  erschemt 
er  als  fester,  dichter,  homogener,  gelber  oder  graulicher  Kalkstein,  der  von  vielcn 
h°hlen  cylindrischen  liaumen  durchzogen  wird  und  zahlreiche  unregelmassige,  oft 
^t  Kalkspath  ausgekleidete  oder  ganz  ausgefiillte  Blasenrftume  aufzuweisen  hat. 
A)i  anderen  Punkten  ist  er  weich,  erdig,  und  stellt  einen  gelblich-  oder  grauhch- 
^eissen,  oft  sehr  porosen,  sinterartigen  Mergel  dar.  Der  feste  Kalk  ist  sehr  reich 
an  Schalthierresten,  welche  mitunter  in  Menge  darin  zusammengehauft  liegen."  — 
A'le  Versteinerungen  —  vielleicht  nur  Euchilus  rubeschi  Reuss  ausgenommen  - 
k°mmen  audi  bei  Tuchofic  vor  und  sind  mit  den  von  der  letzteren  Localitat  stain 
deaden  in  Form  und  Grosse  ubereiustimmend. 


10 


3.    Waltsch. 


Der  Stlsswasserkalk  von  Waltsch  „ist  in  einer  Mulde  zwischen  Basaltge- 
bilden  abgelagert  und  setzt  einen  Hiigel,  den  Galgenberg  bei  Waltsch,  zusammen. 
Schichten  von  Basalttuff,  Mergel,  Thon,  Sand  und  Kalkstein  wechseln  mit  einander, 
wobei  letzterer  die  tiefste  Stelle  einnimmt.  Er  zeichnet  sich  vor  alien  anderen  Suss- 
wasserkalken  durch  seine  Absonderung  in  grosse  ebene  Platten  aus,  welche  wieder 
aus  iibereinander  liegendon  regelmiissigen  sehr  diinnen  Schicferbliittern  bestehen, 
die  sich  schon  im  frischen  Zustande  des  Gesteines  durch  die  abwechselnd  lichtere 
und  dunklere  Streifung  verrathen.  Das  Gestein  selbst  ist  feinkornig,  isabel-  oder 
graulichgelb.  Zahlreiche  Petrefakten  liegen  auf  den  Schichtenablosungen.  Ausser 
mannigfaltigen  Pfianzenresten,  besonders  Dikotyledonenbliittern  und  Zweigen  utn- 
schliesst  er  sehr  schone  Fischabdriicke,  den  grossen  Leuciscus  Stephani  Mey.,  den 
kleinen  L.  Colei  Mey.  und  den  schonen  Esox  Waltschanus  Mey.  —  Audi  soil  sich 
darin  das  Skelett  eines  Nagers  (Arvicola)  vorgefunden  haben.  — 

Ueber  diesem  plattonformigen  Kalksteine  liegt  zwischen  Thon  und  Mergel- 
schichten  ein  anderer  poroser  graugclber,  nicht  plattenfSrmiger  Siisswasserkalk, 
welcher  sehr  reich  ist  an  wohlerhaltenen  Gehiiusen  von  Limnaeus  acutus  Braun" 
(=L.  subpalustris  Thomae)  —  [Reuss,  Palaeontographica  II.  p.  9.]. 


4.   Warzen 

(bei  Pomeisel,  Podersamer  Bezirk). 

Die  Susswasserablagerungen  bilden  an  diesem  bisher  unbekannten  Fundortfl 
eine  massige  Anhohe,  die  sich  links  von  der  Podersamer  Strasse  (von  Pomeisel 
gegen  Warzen)  vom  Kreuze  bei  ihrer  Biegung  vor  Wiirzen  bis  zu  den  ersten  Wiir- 
zener  Hiiusern  hinzieht.  Fester  Kalkstein  ist  nur  im  hinteren,  Warzen  naher  ge- 
logenen  Theile  zu  finden,  und  zwar  nur  in  einer  einzigen  schwachen  Schichte. 

Der  ubrige  Theil  der  Anhohe  wird  vom  gliinmerreichen  Basalttuff  gebildet, 
(lessen  untere  Schichten  an  Versteincrungen  stcllenweise  sehr  reich  sind ;  ungeinoin 
hiiufig  ist  die  kleine  Bythinella  cyclothyra  Boettger  var.  bohemica  n.,  die  Wiirzen 
mit  Waltsch  gemein  hat;  etwas  seltener,  aber  doch  immer  hiiufig  genug  ist  Mela- 
nopsis  boettgeri  n.  Landschneckon  sind  im  Tuffe  sehr  selten  (Cyclostoma?  sp.,  Clau- 
silia,  Azeca,  Helix).  Im  hinteren  Theile  der  Anhohe  wurde  friiher  dicht  an  der 
Strasse  Kalkstein  gebrochen  (man  sieht  noch  Reste  von  einem  kleinen  Kalkofen), 
infolge  dessen  lassen  sich  einzelne  Schichten  auch  besser  verfolgen. 

Unter  der  bis  %  m  miichtigen  schwarzon  Ackererde  koinmt  eine  ungefiihr 
gleich  miichtige  Schichte  von  kleinen,  mit  Erde  gemischten  Kalksteinstiicken  vor; 
unter  dieser  liegen  mehrere  verschieden  gefiirbten  Schichten  von  Basalttuff  Dann 
folgt  eine  miichtige  Schichte  von  etwa  1ji  m  im  Duchmesser  haltenden,  runden,  an 
der  Periferie  verwitterten  Kalksteinknollen,  die  vicle  und  sehr  gut  erhaltene  Ver- 
steinerungen  f'uhren.  Unter  dieser  Schichte  kommt  wieder  geschichteter,  abwechselnd 
grun  und  grau  gefiirbtcr  Basalttuff,  dann  eine  diinne  Schichte  porosen  Kalksteins  ohne 
Versteinerungen,  und  dann  wieder  Basalttuff.  Versteinerungen  kommen  in  diesem 
Theile  der  Anhohe   nur   in  den  harten  Kalksteinknollen  (Schichte  4.)  vor.    —    An 


11 


einigen  Stellen  des  nahen  Velkaberges  habe  ich  Stttcke  von  vcrsteinertem  Holz,  By- 
tlunella  eyclotbyra  Boettger  var.  boberaica  n.  und  einige  zerdriickte,  unbestimmbare 


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Fig.  2.  Profll  der  Susswasserablagerungen  von  Warzen  (hinterer  Theil  der  Anhohe, 
gegen  Warzen  zu).  1.  Basalttuff.  2.  Dunne  Schichte  porosen  Ealksteines  ohne  Ver- 
steinerungen.  8.  Geschichteter  Basalttuff.  4.  Kalksteinknollen  mit  zalilreichen  wohler- 
haltenen  Versteinerungen.  5.  Gesohiohteter  Basalttuff.  6.  Gemisoh  von  kleinen  Kalk- 
steinstilcken  und  Erde.   7.  Schwarze  Ackererde. 

Limnaeen  gesammelt.  Die  Warzener  Susswasserablagerungen  sind  wabrscheinlicb 
gleicbaltrig  mit  denen  von  Waltsch,  entscbieden  jiinger  als  diejenigen  von  Tuchoric, 
Kolosoruk  und  Stolzenbalm.  Hochinteressant  ist  das  Vorkommen  vou  Cyclostoma?, 
Melanopsis  usw. 

5.  Stolzenhahn. 

Als  Prof.  Fric  im  Jahre  1888  die  Sammlung  des  leider  so  friih  verstorbenen 
Oberlehrers  Mann  in  Holcic  bei  Gorkau  revidirte,  fand  er  audi  em  Stuck  anlctre- 
fakten  reicbon  Siisswasserkalkes,  das  demjenigen  von  Tuchohc  sebr  almlicli  sail, 
aber  hoch  am  Erzgebirge  vom  Bruder  des  Herrn  Mann  gefunden  wurde.  Die  Bacbe 
war  sehrfraglich  und  die  Moglicbkeit  der  zufalligen  Verschleppung  des  btuekes 
aus  Tucboric  nicbt  ausgescblossen.  Deshalb  unternahm  Prof.  Frifi  im  Juh  desselben 
Jahres  von  GSrkau  aus  zwei  Excursionen  in  die  Gegeud  von  S  olzenhahn,  es  gelang 
ihm  aber  erst  durcb  Mitwirkuug  des  Herrn  Forsteleven  Janka  den  Fundort  des 
Siisswasserkalkes  zu  eruiren. 


12 

Auf  den  Wiosen,  welche  sich  um  den.  nordlichen  Abhang  des  Rothenhauser 
Seeberges,  aordwestlich  vom  Orte  Stolzenhahn  hinziehen,  wurden  Blocke  des  Siiss- 
wasserkalksteins  von  dea  Grundbesitzern  aus  der  Wiese  gehoben  und  auf  die  Stoin- 
mauern  kings  der  Wege  geworfen,  namentlicli  in  der  Uingebung  eines  kleinen  Wiesen- 


Fig.  ■'!.  Funtlort  des  Siisswasscrkalkes  am  Rothenhauser  Seeberg  bei  Stolzenhahn.  In 
der  rechten  untoren  Ecke  sieht  man  das  nordlichste  Hans  von  Stolzenhahn,  obor  ilmi 
den  Rothenhauser  Seeberg;  hinter  diesem  den  Taniehberg.  In  der  Niihe  des  zwischen 
dem  Seeberg  und  der  Strasse  liegenden  kleinen  Teiches  und  an  dem  zu  ibm  fuh- 
renden  Wege  lagen  die  Blocke  des  Sflsswasserkalkcs. 


teiches,  der  auf  der  beigelegten  Skizze  etwas  zu  deutlich  ausgefallon  ist.  Man  sam- 
melte  etwa  8  Zentner  dieses  Gesteines  und  sandte  es  zur  genauen  Untersuchung 
nach  Prag ;  an  dem  Fundorte  wird  ausser  kleinen  Brocken  kaum  mehr  zu  finden  sein. 

Da  alle  Versuche  des  Herrn  Janka,  die  eigentliche  Lagerstelle  des  Siisswasser 
kalkes  wcitcr  bergaufwarts  zu  finden,  scheiterten,  so  erscheint  es  wahrsclieinlicli, 
class  unter  der  Wiese  selbst  das  Lager  der  Siisswasscrkalkes  liegt.  Die  gesammelten 
Stiicke  sind  bald  fest  und  hart,  bald  poros  und  schwammig. 

Die  Versteinerungen  stimmen  mit  dcnen  von  Tuchofic,  noch  mehr  aber  mil 
denen  von  Kolosoruk  iiberein ;  die  bei  Tuchofic  so  seltene  Vitrina  intermedia  Reuss 
ist  haufiger,  iihnlich  wie  bei  Kolosoruk.  Auch  hat  Stolzenlialm  einige  Arten,  die 
bisher  in  TuchoHc   nicht  gefunden  wurden,    so  z.  B.  Buliminus  turgidulus  Sandb. 


Von  den  ubrigen  Fundorten  wiire  vielleicht  nur  noch  Littmitz  nennenswerth, 
wo  im  Siisswasscrquarze  einige  unbestimmbaren  Conchylienreste  vorkommen  (eine 
Helix  von  Gnisse  und  Gestalt  der  H.  bohemica  Boettger  und  eine  Limnaeus-Art) ! 
ahnlicli  verhalt  es  sich  auch  mit  Kostenblatt,  wo  im  Siisswasserkalk  auch  einige 
unbestimmbaren  Conchylien  gesammelt  wurden. 


Iaiteratur-Uebersicht. 


Thomae,  fossile  Conchylien  der  Tertiaerschichten  bei  Hochheim  (Jalnbiicher 
des  Vereins  ftir  Naturkunde  im  Herzogth.  Nassau,  1845,  2.  Heft. 

A.  E.  Beuss,  Beschreibung  der  fossilen  Ostracoden  und  Mollusken  der  ter- 
tiaeren Stisswasserschichten  des  nordlichen  Bohmens,  mit  4  Tafeln.  1852.  Palaeonto- 
gi'aph.  II.  p.  16. 

Erste  griindliche,  die  Tuchoficer  und  Kolosoruker  Versteinerungen  beschrei- 
bende  Arbeit,  mit  sehr  guten  Abbildungen;  ziihlt  im  ganzeix  35  neue  und  13 
schon  bekannte  Arten  auf. 

A.  E.  Beuss,  die  fossilen  Mollusken  der  tertiaeren  Siisswasserkalke  Bohmens. 
Sitzungsberichte  des  kais.  Akademie  d.  Wissenscli.  in  Wien,  Bd.  XLII.  p.  55.,  mit 
3  Tafeln.  1861. 

Bringt  viele  Ergiinzungen  und  Berichtigungen  zur  vorigen  Arbeit. 

Oskwr  Boettger,  Clausilien  aus  dem  tertiaeren  Landschnecken-Kalk  von 
Hochheim,  Palaeontographica  Bd.  X.  p.  309.  1861. 

Dr.  C.  L.  Fridolin  Sandberger,  Die  Conchylien  des  Mainzer  Tertiaerbeckens, 
n"it  XXXV  Taf.  1863. 

I  faentbehrlich  fiir  jeden,  der  tertiaere  Land-  und  Siisswasser-Conchylien  des 
Mainzer  Beckens  studieren  will;  beriichsichtigt  auch  die  bohmischen  Arten. 

Prof.  Dr.  A.  E.  Beuss,  Palaeontologische  Beitrage  (II.  Folge).  Ueber  einen 
neuen  fossilen  Limax,  Sitzungsberichte  der  k.  Akad.  der  Wissenschaften  in  Wien, 
LVII.  l.  Abth.  p.  79.  Taf.  I. 

Beschreibt  dx*ei  neue  Arten  von  Tuehofic. 

Alfred  Slavilc,  Neuer  Beitrag  zur  Kenntniss  der  tertiaeren  Siisswasserkalk- 
8chichten  von  Tuehofic;  Archiv  fur  naturwissenschaftl.  Landesdurchforschung  von 
l!"l"nen  I.  2.  p.  260.  Taf.  I. 

Bringt  zahlreiche  Ergiinzungen  und  beschreibt  neue  Arten:  Hyalinia  men- 
,lica,  H.  euristhmia,  Azeca  monocraspedon,  Azeca  pumila,  Clausilia  mira,  Pupa 
rai"icosta,  P.  intrusa,  Ptychospira  deloplecta  und  Paludinella  scalaris  Slavik. 

Alfred  Slavilc,  Popis  tfetihornich  panvf  vapence  sladkovodniho  u  Tuehofic 
a  Kolozruk,  Archiv  pro  pffrodoveU  prozkoumant  Cech,   T.  2.  p.  235.  Taf.  I. 

Beschreibt  alio  zu  dor  Zeit  von  Bohmen  bekannte  Arten. 


14 


Dr.  Oskar  Boettger,  Revision  der  tertiaeren  Land-  raid  Siisswasser-Versteine- 
rungen  des  nordlichen  Bohmens.  Jahrbuch  der  k.  k.  geologisclien  Reichs-Anstalt  XX., 
3.  Heft  1870. 

Neue  Arten:  Acicula  callosa,  Helix  bohemica,  Clausilia  attracta,  Vertigo 
callosa  Reuss  var.  minor. 

Dr.  Oskar  Boettger,  Neue  Conchylien  des  Mainzer-Tertiaerbeckens,  Palaeonto- 
graphica. Bd.  XIX.  p.  35.  1871. 

Beschreibt  Strobitus  diptyx  von  Hochheim  und  Bythinellla  cyclotbyra  aus 
dem  Mergel  von  Vilbel,  die  wir  jetzt  beide  auch  aus  Bohmen  kennen. 

Dr.  0.  L.  Fridolin  Sandberger,  Die  Land-  und  Siisswasser-Conchylien  der 
Vorwelt,  mit  XXXVI.  Tafeln.  1870—75. 

Unentbehrlich  flir  jeden,  der  sicb  mit  dem  Studium  fossiler  Binnen-Con- 
cbylien  befasst.  —  „Binncn-Mollusken  des  Horizontes  der  Helix  Ramondi  im  nord- 
westlichen  Bohmen"  p.  422 — 447. 

Dr.  Oskar  Boettger,  Leber  die  Fauna  der  Corbicula-Schichten  im  Mainzer 
Beckon,  Palaeontographica  Bd.  XXIV.  p.  185. 

Dr.  Oskar  Boettger,  Clausilienstudien,  Palaeontographica,  Supplcmcntband. 
1877.   Mit  4  Tafeln. 

Schone  kritischc  Arbeit  iiber  tertiaerc  Clausilien. 

Dr.  Oskar  Boettger,  Fossile  Binnensclmeckon  aus  den  untermiocaenen  Cor- 
bicula-Thonen  von  Niederrad  bei  Frankfurt  (Main).  Mit  1  Taf.  1889.  — 

Dr.  Oskar  Boettger,  Die  Entwickelung  der  Pupa-Arten  des  Mittolrhein- 
gebietes  in  Zeit  und  Raum.  Mit  2  Taf.  (Jahrbuch  des  Nassauischen  Ver.  fur  Natur- 
kunde,  Jg.  42).  1889. 

In  dieser  hochst  verdienstvollcn  Arbeit  theilt  der  Verfasscr  die  Formen  des 
Mittelrheingebietes  in  11  Gattungen:  Lauria,  Orcula,  Coryna,  Torquilla,  Pupilla, 
Sphyradium,  Negulus,  Acmopupa,  Isthmia,   Leucochilus,  Vertigo. 

Dr.  K.  Flach,  Leber  die  tertiaeren  Arten  des  Genus  Acme  Hartmann. 
(Abh.  zu  dem  Berichte  der  Wetterau.  Ges.  fur  die  ges.  Naturk.  zu  Hanau,  1887 
bis  1890.)  Mit  1  Tafel. 

Acme  subfusca  und  A.  Frici  als  neu  von  Tuchoric  beschrieben. 

Boh.  Klika,  Studie  z  oboru  zkamenelin  sladkov.  I.  Zonitos,  ArchaeozoniteS. 
(Vesmfr  1890  p.  43.) 

Neu:  Archaeozonites  explanatus  von  Wiirzen. 

K.  Mach,  Palaeontologische  Beitriige,  mit  I.  Taf.  I.  Zur  Fauna  von  Tuchoric 
in   Nordbohmen.   (Verhandl.  der  physik.  mediz.  Ges.  Wiirzburg  N.  F.    Bd.  XXIV.) 

Neu:  Pupa  (Coryna)  Diezi  von  Tuchoric. 


I.  Genus  Cyclostoma  Montf. 


I.  Cyclostoma?  sp. 

Ich  habe  dieses  hochinteressante  Fossil  in  einem  selir  schonen  Stticke  in 
uen  mergeligen  Scnichten  von  Wiirzen  gesammolt;    das  Stuck  zerfiel  aber,   ehe  ich 
e'Ho  gute  Abbildung  und  Beschreibung   von  ihm 
*6rtigstellen  konnte;    es  blieb  nur  die  Halfte  des 
'etzten    Umgangcs    erhalten;     die    nebensteliende 
Abbildung  kann  keine  Anspriiche  auf  vollkommenc   ij| 
^enauigkeit  machen,    da  sie  tlieilweise  nur  nach 
^m  Gedachtniss  gezeichnet  wurde. 

Das  Gehiiuse  bestand  aus  fiinf  gewiilbten  Um- 
S'Wgen,  die  mit  starken,  stumpfen,  entfernt  ste- 
'endcn  Langsrippchen  verziert  waren  (15  auf  dem 
letzten  Umgange).    Die  Miindung  war  fast  rund. 

Ueber  die  Beziekungen  der  Wiirzener  Art  zu  den  iibrigen  fossilen  Arten 
lasst  sich  vor  Auffindung  eines  besseren  Stiickes  nicbts  niiheres  sagen. 


:;\ 


Fig.  4.   Cyclostoma?  sp.  —  6  unci  c 
45mal  vergrossert. 


II.  Grenus  Craspedopoma  Pfeiffer. 

2.  Craspedopoma  leptopomoides  Beuss. 

Valvata  leptopomoides  Beuss,  Sitzungsb.  d.  k.  k.  Akad.  d.  Wiss.  Wien  LVII. 
p.  83.  T.  I.  f.  4. 
—  Slavik,    Arclriv  pro  pfir.  prozk.  Ceck.   I.  2.   p.  267. 

T.  IV.  f.  26.,  27.,  28. 

Slavik,  Arckiv  fur  naturw.  Landesdurchf.  Bohinens  I. 
2.  p.  270.  T.  IV.  f.  26.-28. 

Boettgor,  Jahrb.  d.  k.  geolog.  Beichsanst.  XX.  p.  299. 
Craspedopoma  —  Sandberger,  Vorwelt  p.  445.  T.  XXIV.  f.  33.-33.  b. 

Testa  conico-turbinata,    apice  mucronata,  basi  convexa,    anguste,    profunde 

^bilicata.     Anfractus  quinque  valdo   convexi,   subteretes,   suturis  valde  profundis 

( isiuncti,  costulis  transversalibus  subaequalibus  saepe  geminis  ornati,  ultimus  antice 

Solutus  et  attenuatus  circiter  3/5  omnis  altitudinis  aequat.  Apertura  recta,  circularis. 

ai'ginibus  continuis,  vix  incrassatis. 


16 


Die  Schale  ist  kreiselformig  mit  vorstehendem,  zugcspitztem  oberem  Ende, 
gewblbter,  eng  und  tief  genabelter  Unterseite ;  sie  besteht  aus  ftinf  stark  gewolbten, 

fast  stielrunden,  durcta  sehr  tiefe  Niihte  von  einan- 
der  getrennten  Windungen,  welche  mit  fast  gleich 
starken,  hiiufig  zwillingsartig  sich  verbindenden 
Anwachsrippchen  verziert  sind;  die  letzte  sich 
vor  der  Miindung  vollig  von  der  vorletzten  los- 
losende  Windung  ist  vorne  in  Breite  von  2  mm 
deutlich  edngeschnurt.  Sie  erreicht  fast  8/6  der 
Gesammthohe.  Die  senkrechte  kreisrunde  Miin- 
dung besitzt  ununtorbrochen  in  einander  fiber- 
gehende,  schwacb  verdickte  Bander. 
Diam.  m.  5'5  mm,  alt.  6  mm. 
Vorkommen :  Sehr  selten  in  Tuchofic.  Unser 
Museum  besitzt  drei  scbone  Exemplare;  in  der 
Sammlung  des  Ilerrn  Oberlebrer  Ihl  in  Tuchofic 
babe  ich  auch  mehrere  schone  Stiicke  gesehen. 
,,Craspedopoma  leptomoides  ist  in  Form  und  Grosse  dem  Or.  lucidum 
Lowe  von  Madeira  iiberaus  iilinlich,  weicht  aber  im  Bau  der  letzten  Windung  und 
der  Miindung  ab,  welche  mit  denen  der  Cr.  Monizianum  Lowe  iibereinstimmen. 
Die  fossile  Art  steht  daher  geradezu  in  der  Mitte  zwischen  den  beiden  lebenden." 
(Sandberger,  Vorwelt  p.  445.) 

Die    Gattung    Craspedopoina    Pf.    ist   jetzt    auf   die    atlantischen    Inselu 
beschriinkt. 


Fig. 


Craspedopoma    leptopomoides 
Keuss. 


III.  Grenus  Acme  Hartraann. 


Acme  Hartm.  hat  im  bohmischen  Tertiaer  ftinf  Vertreter,  und  zwar  zwoi 
glatte  Arten  mit  Wulst  vor  der  Miindung  (A.  callosa  Boettg.  und  A.  subfusca 
Flach),  eine  glatte  ohne  Wulst  (A.  laevissima  n.)  und  2  gestreifte  Arten  (A.  liin- 
bata  B,euss  und  A.  frici  Flach).  Im  ganzen  sind  bis  jetzt  8  Acme-Arten  aus  dor 
Tertiaerformation  bekannt;  von  den  ftinf  bei  uns  vorkommendcn  Arten  sind  4  fiir 
Bohmen  eigenthiimlich.  Nur  eine,  A.  subfusca  Flach,  kommt  auch  im  Mainzer 
Beckon  (Hochheim)  vor. 

3.  Acme  callosa  Boettger. 

Acicula  fusca  Slavfk,  Archiv  pro  pffrod.  vyzkum  6ech  I.  2.  p.  267. 

—      callosa  Boettger,   Jahrb.   d.  geolog.   Keichsanst.   XX.  p.  284.   Taf. 
XIII.  Fig  1  a,  b. 
—      Sandberger,  Vorwelt  p.  445. 
Acme  —      Flach,  Ueber  die  tert.  Arten  des  Genus  Acme,  p.  5.  fig.  2. 

Testa  maior,  cylindrica,  rimata,  spira  parum  atlenuata,  apice  obtuso,  An- 
fractus  sex,  vix  convexi,  sutura  simplici,  vix  impressa,  profunda  disiuncti,  ultim"s 
satis   applanatus.     Anfractus   laovos,    nitidi.     Apertura    pyriforniis,    superne    acuta, 


17 


exteme  rotundata,   marginibus  callo  satis  crasso  iunctis.  Peristoma  Qbtusum,   extus 
callosum,  margine  columellari  superne  calloso,  vix  reflexo, 

Das  verhaltnissmassig  grosse,  mit  Nabelritz  verse- 
neue,  cylindrischo  Gehause,  das  sich  nach  der  stumpfcn 
opitze  zu  langsam  verschm&lert,  zeigt  sochs  wenig  go- 
Wolbte,  glattc,  gliinzendo  Uingiinge,  die  durch  oinfaclie, 
schwach  stufenformig  vertiefte  Niilite  von  einander  ge- 
trennt  sind.  Der  letzte  ziemlich  abgeflachte  Umgang  ist 
«st  um  die  Halfte  kleiner  als  alle  ubrigen  zusammen- 
Senommen.  Die  birnformige,  oben  spitze,  unten  voll- 
KOmmen  gerundetc  Miindung  zeigt  eine  starkc,  die  Mund- 
I'andcr  verbindende  Schwiele,  der  Mundsaum  ist  stumpf, 
aussen  von  einer  flachen,  gegen  die  Miindung  schmal 
abgesetzten  Schwiele  begrenzt,  der  Spindelrand  oben 
Scnwielig,  aber  kanm  zuriickgoschlagen,  unten  etwas 
nach  hinten  eingezogen,  so  dass  der  rechte  Mundsaum  unten  etwas  nach  vorne 
v°rtritt,  und  die  Miindung  also  ein  wenig  schicf  auf  dem  letzten  Umgang  zu  stehon 
schoint. 

Alt.  3*2 — 4  mm,  diam.  m.  1"2 — 1*4  mm. 

Vorkommcn :  Tuchofic  nnd  Kolosoruk,  selten. 

Es  ist  diese  Art  die  von  Reuss  (Sitzungsber.  XLII.  p.  62.)  erwiilinte  zweite 
**t  von  Acme,  die  Slavik  an  die  Stelle  der  schon  von  Reuss  gestrichenen  A.  co- 
^tellata  Reuss  als  A.  fusca  Walk,  gesetzt  hatte.  —  A.  banatica  Dupuy  scheint  nach 
Ur-  Flach  (Ucber  die  tert.  Arten  d.  Genus  Acme  Htm.  p.  5.)  der  fossilen  Art 
'hnlich  zu  sein. 


Fig.  6.  Acme  callosa  Boettg. 
(Copie  nach  Flach.) 


4.  Acme  subfusca  Flach. 


Acme  subfusca  Flach,  Ueber  die  tert.  Art.  d.  Genus  Acme  p.  3.  u.  5.  fig.  1. 

Testa  magnitudine  mediocri,  cylindraceo-conica,  nitens, 
8*abra,  rimata,   apice  obtuso.    Anfractus  sex  convexiusculi, 

utura  filiformis,  filo  minus  distincto.  Anfractus  ultimus 
,l(l  aperturam  ascendens,  apertura  ovato-rhomboidea,  mar- 
ginibus callo  satis  crasso  iunctis ;  peristoma  obtusum,  extus 
CaUosum,  callo  valde  prominente. 

Das  mittelgrossc  Gehause  ist  cylindrisch-kegelfornrig, 

°n  der  Basis  bis  zur  stumpfen  Spitze  verjiingt,  glatt  und 
8  anzend,  an  der  Basis  geritzt.  Es  wird  von  6  miissig  ge- 

°lbten,   durch   schwach    fadenformigc    Niihte    getrennten 

Wi,lgen    S5     .     '    ^on_YelChen.der,letZ,?   Fm,    ',        Fiach.  (Copie  nach  Flach.) 


Der  stumpfe  Mundsaum 


'dung  aufsteigt ;    die  Miindung  ist  rhombisch-oval,  die 
.  ai|der  durch    eine   ziemlich   starke  Schwiele  verbundcn. 
Is|  aussen  von  einer  hohen,  scharf  hervortretcnden  Schwiele  begrenzt. 

All.  8  mm,  diam.  in.  1  -1  mm. 

Vorkommen:   Tuchoric,   sehr   selten.    Ich  fand  in  Tuchofic  nur  I  Stiick, 

2 


18 

Diez  auch  nur  1  ganzes  und  einige  Miindungen ;  einigc  schone  Stiicke  von  Tuchofic 
erinnere  ich  mich  auch  in  der  Miinchener  Sammlung  geschen  zu  haben.  Ebenso 
selten  kommt  sie  in  Hochheim  vor. 

Die  Form  hat  ihre  nJichste  lebende  Vcrwandte  in  Acme  fusca  Hartm.,  von 
der  sie  kaum  zu  unterscheiden  ist;  sie  ist  gewiss  ihre  direktc  Stammmutter,  wie 
schon  Dr.  Flach  bemerkt  hat. 


I 


5.  Acme  laevissima  n. 

Testa  maior,  cylindrica,  rimata,  apice  obtusa, 
spira  parum  attenuata,  vix  convexa.  Anfractus 
quinque,  sutura  disiuncti  simplici,  profunda,  ultl- 
mus  caeterorum  magnitudinem  vix  adaequans.  An- 
fractus laeves,  nitidi.  Apertura  pyriformis,  angulo 
superiore  acuto,  marginibus  callo  iunctis.  Peristoma 
acutum,  margo  columellaris  peristomatis  superior 
reflexus. 

Das  ziemlich  grosse,  eng  geritzte  Gehause 
ist  cylindrisch,  zur  Spitze  nur  allm&hlig  sich  ver- 
jiingend,  glatt  und  gliinzend.  Umgiingo  fiinf,  schwach 
gewolbt,  glatt.  Die  letzte  Windung  ist  um  cin  ge- 
ringes  kiirzer  als  alle  iibrigen  znsammengenommen ;  die  Naht  ist  einfach.  Die 
Miindung  ist  birnfiirmig,  unten  abgerundet,  das  Peristom  einfach,  scharf,  nur  der 
obere  Theil  des  Spindclrandes  ein  wenig  umgcschlagen.  Die  die  Miindungsrander 
verbindende  Schwielo  ist  diinn. 

Alt.  3  mm,  diam.  m.  1  mm. 

Vorkommen:  Ich  habe  nur  ein  Stuck  mit  ctwas  verletztem  Mundsaum  in 
dem  vom  Herrn  Prof.  Erie  gebrachten  Materiale  von  Stolzenhahn  gefunden. 

Von  den  beiden  iibrigen  glatten  Arten  aus  dem  bohmischen  Tertiaer  unter- 
scheidet  sie  das  Feblen  des  Wulstes  vor  der  Miindung. 


Fig.  8.  Acm«  laevissima  n. 


6.  Acme  limbata  lieuss. 

Acme  fusca  Reuss,  Talaeontograph.  II.  p.  40.  Taf.  III.  fig.  16. 
Acicula  limbata  Reuss,  Sitzungsber.  d.  k.  Acad.  d.  Wiss.  XLII.  p.  61. 
__         —      Sandberger,  Concbyl.  Mainz.  Tert.  Beck.  p.  388. 

—  —      Slavlk,  Archiv  pro  pflrod.  prozk.  Cecil  I.  2.  p.  266. 
_         —      Boettger,  Jahrb.  d.  geolog.  lleichsanst.  XX.  p.  284. 

—  —      Sandberger,  Vorwelt  p.  445.  Taf.  XXIV.  fig.  30.  a,  b. 
Acme         —      Dr.   K.   Flach,    Ueber  die  tert.  Arten   des  Genus  Acme, 

p.  3.  fig.  3. 

Testa  nitida,  subcylindrica,  apice  obtusa,  basi  rimata.  Anfractus  sex  con- 
vexiusculi,  suturis  fdiformibus  disiuncti,  sulculis  transversis  linearibus,  profundifl) 
vahle  distantibus  ornati,  ultimus  ad  aperturam  ;tscendens.  Apertura  ovato-rliomboidea, 


19 


I 


fflarginibus  callo  distincto  iunctis.  Peristoma  paululum  incrassatum,  obtusum,  margo 
columellaris  latior,  rectus. 

Das  kleine  Gehause  ist  gliinzend,  fast  cylindrisch, 
fflit  stumpier  Spitze  und  deutlich  geritzter  Basis.  Es 
"vvird  von  sochs  schwach  gcwolbten,  durch  fadenformige 
Nahte  von  einander  geschiedenen  Umgangen  gebildet; 
der  letzte  Umgang  steigt  gegen  die  Miindung  auf.  Die 
Oberflache  ist  mit  unregelmassigen,  groben,  weitlaufigen 
und  zicmlich  tiefen  Querstreifon  bedeckt  (12 — 14  Linien 
auf  dem  letzten  Umgaiige).  Die  Miindung  ist  rhoinbisch 
6iformig,  ihro  Riinder  durch  eine  deutliche  Schwiele  vor- 
ounden;  die  Miindungsebene  ist  mit  ihrcm  Unterrande 
nach  links  iiber  die  Axe  vorgezogen.  Mundsaum  leicht  Fig.  9.  Acme  limbata  Reuss 
verdickt,  stumpf,  der  iiussere  Rand  bogig  gekrummt,  der  (Copie  uadl  Fkoh)" 

Spindelrand  breit,  gerade. 

Alt.  3  '2  mm,  diam.  m.  1*1  mm. 

Vorkommen:  Tuchofic,  selten. 

Unter  den  lebenden  Arten  bat  sie  ihre  niichsten  Verwandten  in  den  drei 
Arten:  Acme  benekei  Andr.,  lineata  Drap.  und  sublineata  Andr.,  als  deren  Vor- 
WUfer  sie  Dr.  Flack  bezeichnet.  In  der  Grosse  erreickt  sie  nur  die  sublineata,  in 
c'er  Streifung  niihert  sie  sich  der  benekei,  dock  feklt  ihr  der  flacbe  Wulst  vor  der 
Miindung.  Unter  den  fossilen  Arten  stent  ihr  am  niichsten  Acme  filifera  Sandb.  von 
Hochlieim,  die  sich  von  ihr  durch  mehr  gewolbte  Umgange,  feinere  tmd  zahlreiche 
Streifen,  schneidcnden  rechten  Mundsaum  und  die  Mundungsform  unterscheidet. 


7.  Acme  frici  Flach. 
Acme  frici  Dr.  Flach,  Ueber  die  tert.  Arten  d.  Genus  Acme,  p.  4  et  6.  Fig.  6. 

Testa  parvula,  angusta,  subconico-cylindrica,  apice  obtusa,  basi  rimata.  An- 

fractus  sex  sat  plani,  irregulariter  striati,  sutura  paululum  abrupte  impressa,  non 

Wifera.  Anfractus  ultimus  basi  subangulatus,  ad  aperturam  non  ascendens ;  apertura 

anguste  ovalis,  margine  acutiusculo,  columellari  expanso,  obtuso. 

Das  kleine,  schmale  Gehause  ist  fast  cylindrisch,  von 

^er  Basis  bis  zur   Spitze    schwach   konisch  verengt,    mit 

stompfer   Spitze   und   geritzter  Basis.    Umgange  6,    sehr 

Schwach  gewolbt,    Naht  leicht  stufig  vertieft,    nicht  faden- 

Wi*ruig.    Letzter  Umgang  an  der  Basis  mit  sehr  stumpfer 

^ielanlage,    gegen    die   Miindung   nicht   aufsteigend.    Die 

otreifen  sind  unregclmassig,  weitliiufig  (10 — 14  Streifen  auf 

•km  letzten  Umgang).  Die  Miindung  ist  spitz-eiformig,  der 

f©chte  Mundsaum  schneidend,   der  Columellarrand  ausge- 

br°itet,   stumpf,   die  Miindungsebene  fallt  in  die  Richtung     P1«'n10-.  Acm°  f™;  FIach 
'lor  Axe  (Oopie  nacn  Flach). 

Alt.  2*4 — 2-6  mm,  diam.  m.  (>7  mm. 

Vorkommen:  Tuchofic;  sie  ist  die  haufigste  von  alien  4  Tuchoficcr  Arten. 

2* 


20 


IV.  Genus  Sansania. 


Fig,  11.  Sansania 
crassitesta  Reuss. 


8.  Sansania   crassitesta    Reuss. 

Limax  crassitesta  Reuss,   Sitzungsber.   tier  k.   Akad.   d. 
Wiss.  LVII.  p.  79.  Taf.  I.  Fig.  I. 
Slavik,  Arcliiv  pro  pflrod.  prozk.  Cech 
I.  2.  p.  239. 

—  Boettger,  Jahrb.  d.  geolog.  Beiclisanst. 
XX.  p.  285. 

—  —         Sandberger,  Vorwelt  p.  436. 
Sansania     —         Boettger,  Foss.  Binnensch.  von  Nieder- 

rad  bei  Frankf.  p.  259. 

Das  Schildchen  ist  besonders  um  den  Wirbel  verdickt,  gerundet  4kantig, 
gegen  das  vordere  Fnde  sick  langsam  vcrschmiilernd.  Das  vordere  Ende  ist  ge- 
rundet, das  hintere  scheint  schief  abgestutzt  zu  sein;  der  "Wirbel  liegt  zur  Seite. 
Die  obere  Seite  des  Schildchens  ist  wenig  gewolbt,  mit  feinen,  ungleiclistarken, 
wenig  schiefcn,  koncentrischen  Anwachsstreifen  verziert.  Der  linke  Band  ist  iramer 
dick,  in  seiner  vorderen  Hiilfte  mit  ciner  schmalen,  tiefen  Langsfurclie  verselien. 
Gegen  den  rechten  Rand  wird  das  Schildcken  diinner.  Die  Unterseitc  ist  seln- 
wenig  ausgehohlt.  Die  Dicke  variirt  sehr  viel. 

Long.  5  mm,  lat.  3-5  mm. 

Vorkommen:  Tuchofic,  nicht  selten.  Eckingen  und  Tkalfingen  in  Wiirt- 
temberg. 

Die  Schalen  sind  bcmstoingolb  gefarbt,  durclischeinond. 


V.  Genus  Grlandina  Schulimacher. 


9.  Glandina  inflata  Reuss. 


Fig.  12,  Glandina  inflata  Reuss. 


Achatina  inflata  Beuss,  Palaeontograph.  H- 

p.  33.  T.  III.  F.  14. 
Glandina    cancellata    Sandberger,    Conch. 
Mainz.  Tert.  Beck.  p.  46.  T.  V- 
Fig.  2. 
—        inflata  Beuss,   Sitzungsber.  dev 
k.   Akad.   d.  Wisscnsch. 
XLII.  p.  69. 

—  Slavik,  Arcliiv  pro  pflrodo- 
ved.  prozk.  Cecil  I.  2.  251- 

—  Boettger,  Jahrb.  d.  geol- 
Reichsanst.  XX.  p.  286. 
Sandberger,  Vorwelt  P- 
408.  Taf.  XXI.    Fig.  18- 


21 

Testa  solida  ovalis,  apice  obtuso,  rotundato.  Anfractus  5  convexi,  suturis 
subcrenulatis  disiuncti,  excepto  primo  eostulis  transversalibus  saepe  fasciculatis  sul- 
culisque  longitudinalibus  sat  profundis  clathrati,  ultimus  abinde  inflatior,  ad  aper- 
turam  vero  compressus  8/4  omnis  altitudinis  aequat.  Apertura  subovalis,  superne  acu- 
minata, marginibus  tenuibus,  acutis,  columella  vix  arcuata,  inferne  truncata. 

Die  dickwandige  eiformige  Scbale  mit  stumpfem  vollig  abgerundetem  oberem 
Ende  besteht  aus  fiinf  gcwiilbten,  durch  fein  gckerbte  Nabte  getrennten  Umgangen, 
Welche  mit  Ausnahme  dos  glatten  ersten  mit  fast  senkrechten,  ungleichstarken, 
Wufig  biindelformig  gruppirten  Anwaclisrippcben  vorziert  sind,  die  von  zahlreicben, 
ziomlicb  tiefen  Liingsfurchen  durclisetzt  werden.  Der  letzte  Umgang  ist  anfangs 
oauchig,  an  der  Mundung  aber  zusanimengednickt  und  dreimal  so  hoch,  als  die 
ubrigen  ziiKammengenommen.  Die  spitzeifiirmige  Mundung  besitzt  einfache  scbarfe 
wander  und  eine  selir  flach  gekriimmte,  unten  scliief  abgestutzte  Spindel. 

Alt.  40  mm,  diam.  m.  24  mm. 

Vorkommen :  Tucboric  und  Lipen,  selten.  Als  weitere  Fundorte  fiihrt  Sand- 
berger (1.  c.  p.  409.)  an:  Hochheim,  Fontainebleau  im  Landsclmeckenkalke,  Thal- 
fingen,  Eckingen,  Michelsberg  und  i'appelau  bei  Ulm  in  den  oberen  kreideartigen 
Scluchten  des  Rugulosa-Kalkes,  Staufener  Tunell  im  Allgau  in  der  unteren  Siiss- 
jvasser-Molasse ;  Laubenlieiin  bei  Mainz  in  den  Corbicnla-Schicliten,  Hochstadt  bei 
Hanau  im  llydrobienkalke,  Aix  in  der  Molasse  coquilliere,  La  Brede  bei  Dax  in 
Aquitanien. 

Ihre  nachste  lebende  Verwandte  ist  die  im  siidlicbsten  Nordamerika  ver- 
Weitete  Glandina  truncata  Gmel.,  die  aber  nicbt  so  selir  dickscbalig  und  auch 
weniger  baucbig  ist. 


VI.  G-enus  Oleacina  Bolten. 


18.  Oleacina  neglecta  n. 

Achatina    Sandbergeri  Tb.,  Reuss,  Palaeontograpb.  II.  p.  32.  T.  III.  F.  11. 

„  Sandberger,  Mainzer  Becken  p.  47.  T.  V.  F.  4.  (pars). 

Glandina,             „  Reuss,  Fossile  Mollusken,  Sitzungb.  XLII.  p.  70. 

»                    n  Slavik,   Tucbofice  a  Koloz.   Arcbiv  I.  2.  p.   251. 

„                   „  Boettger,  Revision,   Geo!.   Jahrbuch  XX.  p.  286. 

Oleacina             „  Sandberger,   Vorwelt   p.    409.,    444.,    T.    XXIII. 

F.  32.  (pars). 

Testa  oblongo-acuminata,  imperforata,  nitida.  Anfractus  51/2 
fere  plani,  celeriter  accrescentes,  sutnris  tenuibus,  vix  crenulatis 
disiuncti;  primus  et  secundus  giabri,  caeteri  eostulis  obliquis,  te- 
nuissimis,  irrcgularibus  ornati;  sulculi  longitudinales  subtilissimi, 
densissimi.  Anfractus  ultimus  circitcr  r'/7  omnis  altitudinis  aequat. 
Apertura  rapiformis,  testae  dimidio  paulo  longior,  basi  paulum  di- 
Oleaoina  latata,  marginibus  simplicibus  acutis,  dextro  subsinuato,  protracto, 
eta  n.        columella  arcuata,  oblique  truncata;  callus  tenuis. 


22 


Das  undurchbohrte,  langlich-kegelfiirmige,  oben  stumpf  gespitzte  Gehiiuse 
ist  diinn  und  gliinzend.  Umgiinge  5T/2  rasch  an  Breite  zunohmend,  sehr  wenig 
gewolbt,  fast  fiach ;  die  orsten  zwei  Umgiingc  sind  glatt,  die  iibrigen  unregelmiissig, 
bogenformig  gestreift;  die  Streifung  ist  in  ihrem  ganzcn  Verlaufe  fast  gleich  stark 
ausgepr&gt,  und  wird  nicht,  wie  man  bisher  angenommen  hat,  unter  der  Naht  be- 
sonders  stark  und  scharf;  die  seichte  Naht  ist  nur  stellenweise  und  audi  da  kaum 
merklich  gezackt.  Die  Spiralstreifung  ist  nur  hie  und  da  etwas  mchr  deutlich,  sehr  fein 
und  dichtgedrangt.  Die  letzte  Windung  erreicht  ungefiihr  %  der  gesammten  Gehiiuse- 
lange.  Die  Miindung  ist  eng-birnformig,  oben  in  einen  spitzen  Winkel  ausgozogen, 
unten  gerundet,  um  ein  geringes  langer  als  die  Halfte  der  Schalenlange  (bei  einem 
15  mm  hohen  Stiicke  um  l1/*  mm).  Das  Peristom  ist  einfach,  scharf  und  gerade, 
nur  der  rechte  Rand  ist  in  Uebereinstimmung  mit  dem  bogenformigen  Verlaufe  der 
Streifung  bogenformig  vorgezogen  und  ein  wenig  eingedriickt.  Die  Spindel  ist  ge- 
bogcn,  unten  scliief  abgestutzt;  die  den  Gaumen  und  die  Spindel  bedeckende 
Schwiele  ist  ziemlich  dick. 

Hohe  14—16  mm,  Breite  4-5 — 5"5  mm. 

Vorkommen:  Nicht  selten  in  Tuchofic,  wo  ich  einige  30  gute  Stiicke  ge- 
sammclt  habe,  dann  bei  Gross-Lipen  und  Kolosoruk;  audi  von  Stolzenhahn  und 
Wiirzen  besitzen  wir  einige  wahrscheinlich  derselben  Art  gehorenden  Bruchstiicke. 
Die  Warzener  Stiicke  sind  nur  ein  wenig  starker  gestreift,  sonst  viillig  ubereui- 
stimmend. 

Diese  Art  wurde  bisher  von  alien,  die  sich  mit  dem  Studium  der  nord- 
bolimischen  Siisswasser-Ablagerungen  beschaftigt  haben,  fur  Oleacina  sandbergeri 
Thomae  gehalten.  Meiner  Ueberzeugung  nach,  die  ich  mir  durch  piinktliches  Ver- 
gleichen  von  Originalstiicken  erworben  habe,  muss  die  Art  von  01.  sandbergeri 
getrennt  werden;  die  Unterschiede  sind  folgcnde:  Bei  der  Mainzer  Art  ist  die 
Spira  gleich  hoch  mit  der  letztcn  Windung,  die  Naht  ist  deutlich  gezackt,  w°" 
gegen  bei  unserer  bohmischen  Art  die  Spira  im  Vergleich  mit  der  letzten  Windung 
viol  kiirzer  ist,  die  Streifung  wird  an  der  Naht  nie  rippchenformig,  die  Naht  is* 
infolge  dessen  viel  regelmassiger,  kaum  merklich  und  nur  stellenweise  gezackt,  die 
Miindung  ist  langer,  die  Spindel  entschieden  gostreckter.  Ich  sehe  mich  also  gc- 
nothigt  fiir  die  bohmischen  Stiicke  eine  neue  Art  aufzustellen.  —  Das  Yerluiltniss 
der  Lange  der  Miindung  zur  Lange  des  ganzen  Gehiiuses  betriigt  bei  unserer  Art 
1:1-85  bis  1:1-87,  bei  Oleacina  sandbergeri  Thomae  1:215  bis  1:2-20.  - 
Hauptcharakter  der  neuen  Art  bleibt  das  Vorwiegen  der  letzten  Windung  im  Yer- 
hiiltniss  zur  Spira,  und  die  kaum  gezackte  Naht. 

Die  Eeusssche  Oleacina  oligostropha  von  TuchoHc  stellt  entschieden  nui 
jungc  Stiicke  unserer  Art  vor,  wie  ich  mich  durch  Vergleichen  von  ganzen  Suiten 
iiber  alien  Zweifel  iiberzeugen  konnte.  Die  Spiralstreifung  fehlt  allerdings,  wie  auch 
Reuss,  indem  er  sic  mit  Glandina  inflata  en  miniature  vergleicht,  bemcrkt,  aber  sie 
fehlt  auch  auf  den  jiingeren  Windungen  unserer  Art. 

Unter  den  lebenden  Oleacinen  hat  01.  neglecta  ilire  niichste  Verwandte  in 
Oleacina  subulata  Pfeiffer  von  Haiti;  unter  den  fossilon  Arten  ist  freilich  01.  sand- 
bergeri Th.  von  Hochheim  und  Fontainebleau   die  ntichstverwandte.    In  dieselbe 


23 


wuppe  gehort  .audi  Oleacina  eburaea  Klein  von  Morsingen  und  01.  producta  Reuss 
V()u  Tuchofic,  Gross-Lipen  und  Vermes. 


Glandina 


Oleacina 


II.    Oleacina  producta  Reuss. 

Achatina  producta  Reuss,  Palaeontographica  II.  p.  32.  Taf.  III.  Fig.  15. 
—     Sitzungsber.  der  k.  Akad.  d.  Wiss.  XLII.  p.  70. 
Slavfk,  Archiv  pro  pfirod.  prozkoum.  Cecil  I.  2.  p.  251. 
Boettger,  Jalirb.  d.  geolog.  Reichsanst.  XX.  p.  286. 
Sandbergor,  Vorwelt  p.  444.  Taf.  XXIV.  fig.  29. 

Testa  subulata,  gracilis,  apice  obtusula.    Anfractus  5a/2  planiusculi,  suturis 
hnearibus  disiuncti,    costulis  transversalibus   ad  suturas  prominulis   ornati,    ultimus 

re  %  omnia  altitudinis  aoquans.  Apertura  sublanceolata,  margi- 
nibus  tenuibus,  acutis,  columella  paulum  inflexa,  inferne  truncata; 
CaHus  margines  coniungens  subtilis,  margo  dexter  paulum  protractus. 
Die  schlanke,  lang-koniscbe  Schale  mit  stumpfer  Spitze  wird 
von  5x/2  wenig  gewolbten,  fast  Aachen,  durch  schmale,  sehr  wenig 
gekerbte  Naht  getrennten  Umgiingen  gebildet,  die  an  llohe  rasch 
z,|nehmen  und  die  ersten  zwei  glatten  ausgenommen  mit  sehr  feincn  Kg- 14-  Oleacina 
Anwachsstreifchen  bedeckt  sind,  die  unter  der  Naht  ein  wenig  mehr  Producta  Reuss- 
voi'springend  werden.  Der  letzte  Umgang  erreicht  ungefahr  z/3  der 
^esammtliohc  der  Schale.  Die  Mundung  ist  fast  lancetformig,  oben  in  einen  spitzen 
Wmkel  ausgezogen,  unten  gerundet,  urn  ein  geringes  kurzer  als  die  Halfte  der 
,esammtholie.  (Bei  einem  17  mm  hohen  Stiick  misst  der  langste  Durchmesser  der 
Wndung  7x/4  mm)  Die  wenig  gekriimmte  Spindel  ist  unten  quer  abgestutzt,  der 
^undsaum  einfach  und  scharf,  der  rechte  Mundrand  iibereinstimmend  mit  dem 
D°genf6rmigen  Verlaufo  der  Anwachsrippchen  ein  wenig  ausgezogen,  die  die  Miindungs- 
Wand  bedeckende  Schwiele  breit  und  diinn. 

Alt.  15 — 17  mm,  diam.  m.  41/2 — 5a/2  mm. 

Vorkommen:  Selten  in  Tuchofic  und  Lipen.  Greppin  hat  sie  audi  bei 
^ei'mes  (bei  Delemont)  in  der  Schweiz  gesammelt.  (Sandberger,  Conch.  Mainz.  Tert. 
Beck.  p.  45.) 

Die  Art  gehort  audi  in  die  Verwandschaft  der  auf  Haiti  lebenden  Oleacina 
s^ulata  Pfeiff. 


VII  Genus  Vitrina  Draparnaud. 

12.   Vitrina  intermedia  Reuss. 

Vitrina  intermedia  Reuss,  Palaoontograph.  II.  p.  18.  Taf.  I.  Fig.  4. 

—  Sitzungsber.  d.  k.  Akad.  d.  Wiss.  XLII.  p.  62. 
Sandberger,  Conch.  Mainz.  Tort.  Beck.  p.  12.  Taf.  V. 
Fig.  19. 

Slavik,  Archiv  pro  pfirodoved.  prozk.  Cech  I.  2.  p.  240. 
—         Boettger,  Jahrbuch  d.  gcol.  Reichsanst.  XX.  p.  286. 
Sandberger,  Vorwelt  p.  426.  Taf.  XXIV.  Fig.  27. 


24 


Testa  depressa,   rotundato-dilatata ;  anfractus  21/2  subtilissime  striata,  cele- 
riter  accrescentes,   ultimus  ad  aporturam  valde  dilatatus.    Apertura  depressa,  lati- 

tudine  altitudinem  multo  superante,  marginibus 
simplicibus,  tenuibus;  margo  coluinellaris  in* 
crassatus. 

Die  kleinc  Schale  ist  breitohrfo'rmig,  glan" 
zend;  sie  wird  von  21/a>  durch  seichte  Nab.te 
getrennten,  an  Breite  sehr  rasch  zunehmenden, 
sehr  fein  gestreiften  Umgangen  gebildet,  von 
welchen  der  letzte  gegen  die  Miindung  bin  sich 
stark  erweitert.  Die  gedriickte  Miindung  ist  sehi' 
breit,  viel  breiter  als  boch,  quer-olliptisch.  Di° 
Miindungsrander  sind  einfacb,  scharf,  nur  del' 
Spindelrand  verdickt. 

Alt.   4—5-3  mm,   diam.   m.  6-3— 8*4  win. 
Vorkommen:  Sebr  selten  in  Tucbofic,  Ko- 
losoruk  und  Stolzenbahn. 

Die  nachst  verwandte  fossile  Art  ist  Vitrina 

puncticulata   Sandb.,    mit   der    sie   friiber   von 

Sandberger  zusannnengezogen  wurde.  Sie  unter- 

scbeidet  sich  von  ibr  aber  hinlanglich,   um  als 

Art  gekalten  werden  zu  konnen. 

Der  Wirbel  ist  bei  den  Tuchoficor  Stiicken  bald  mehr,  bald  wenigcr  flack 

Auffallend  ist  die  Dicke  der  Schale  bei  der  Hiilfte  von  unseren  Stiicken ;  die  Schale 

ist  bei  ihnen  gowiss  zweimal  dicker  als  bei  den  ubrigcn ;  sie  stimmt  aber  im  iibrigen 

vollstiindig  uberein. 

Sehr  interessant  ist  der  Umstand,   dass  der  Spindelrand  verdickt  und  von 
unteu  gesehen  s-fonnig  gekriimnit  erscheint. 


Fig.  15.     Vitrina  intermedia   Reuss 

1.  grossc  Stttcke  von  Stolzenhahn, 

2.  kleinc,    dioksohaJige  Form  von 

Tucbofic. 


VIII.  Genus  Archaeozonites  Sandberger. 

Diese  Gattung  hat  Sandberger  (Vorwelt  p.  404)  fiir  cinige  tertiaere  Arten 
aus  folgenden  Grundcn  aufgestellt:  ,,Diese  (A.  subverticillus)  und  einige  andeve 
Arten  glaube  ich  jetzt  weder  bei  Nanina,  noch  bei  den  typischen  (europaeischen) 
Zoniten  einordnen  zu  konnen.  Namentlich  sind  sie  von  letzteren  durch  die  bedcutend 
dickere  und  hoher  gewundene,  oberseits  nicht  gekiirntc  Schale  gut  unterschicden, 
auch  der  ihnen  sonst  ahnlichere  tropisch-amerikanische  Z.  euryomphalus  Pfeiff.  ist 
diinuschaliger  und  viel  weiter  genabelt.  Ich  wiihle  daher  den  Nainen  Archaeozonites 
fiir  die  Gruppe,  welche  als  Vorlaufer  von  Zonites  in  Europa  zu  betrachten  ist." 

Aus  dein  nordbohmischen  Tertiiir  sind  uns  bisher  zwei  scharf  unterschiedeno 
Arten  von  Archaeozonites  bekannt :  A.  haidingeri  Eeuss  und  seine  Var.  rcussi  Klika 
aus  Tuchofic,  Kolosoruk,  Lipen  und  Stolzenhahn  (?)  und  A.  explanatus  Klika  von 
Wiirzen.  Die  erste  Art  hat  seinen  Verwandten  in  A.  subangulosus  Benz,  aus  Ehingcu 


25 

Un<l  Thalfingen;  die  zweite  Art  steht  als  eine  flache,  scharfkantige  Form  imter  deu 
lOssilen  Arten  olme  jede  n&here  Verwandtschaft. 

Die  iiltesten  Vertreter  der  Gattung  Archaeozonites  flnden  wir  in  den  niittel- 
°%ocanen  meerischen  Sanden  des  Pariser  Beckens,  es  sind  A.  depressus  und  asper 
wat. ;  im  Mainzer  Becken  kommt  die  hauflge,  schone  Art  A.  subverticillus  Sandb. 
auf  zalilreiclien  Lokalitaten  vor. 


Fig.  1G  a,  b,  c.  Archaeozonites 
explanatus  Klika. 


13.  Archaeozonites  explanatus  Klika. 
Archeozonites  explanatus  Klika,  Vesmir  XIX.  p.  43.  f.  14.  3.  a,  b,  c. 

Testa  applanata,  nitida,  spira  paulum  elata,  apice  brevi  mamillata,  basi  uin- 
bilico  amplo,  pervio  perforata.  Anfractus  sex  acute  carinati,  supra  carinam  prope 
plani,  infra  couvexi,  sutura  tenui  disiuncti;  anfractus 
Primus  et  secundus  glabri,  ceteri  transversiin  costulati, 
costulis  tenuibus,  acutis,  obliquis,  coniunctis  pleruinquc 
^—4  in  fasciculos,  planis  interstitiis  seiunctos.  In  basi 
hunt  costulae  multo  tenuiores.  Striae  longitudinales  sub- 
Wissimae.  Apertura  rhomboidea,  angulo  inferiori  obtuso ; 
Peristoma  acutum,  simplex. 

Die  massig  grosse  Schalo  ist  flach  und  glanzend, 
ttiit  wcnig  vorstehendem  oberem  Knde  und  kurz  warzen- 
rormiger  Spitze;  die  gewSlbte  Unterfliiche  ist  breit  und 
(lurchgohend  genabelt.  Umgiinge  6,  sehr  deutlick  gekielt ; 

fiber  diesem  Kiele  sind  die  Umgiinge  fast  vollkommen  flach,  unter  ihm  etwas  starker 
Sewolbt,  am  starksten  um  den  Nabel;  die  Naht  ist  seicht.  Die  ersten  zwei  Win- 
•"ttLgen  sind  glatt,  die  iibrigen  sind  auf  der  Obersoite  mit  queren,  nach  hinten  ge- 
"Ogenon,  feinen  aber  scharfen  Anwachsrippchen  verziert,  die  auf  dem  letzten  Um- 
Sftllge  gewbhnlich  3—4  zu  Biindern  gruppirt  sind,  welche  durch  glatte  Interstiticu 
Vo"einander  getrennt  sind.  An  der  Kante  werden  die  Querrippchen  plotzlich  schwacher, 
ladem  sie  auf  die  glanzende,  starker  gewolbte  Unterseite  ubergohen;  am  Nabel 
^erden  sie  nicht  starker.  Die  Querstreifung  wird  durch  sehr  feine  longitudinale 
^urchen  unterbrochen,  die  man  am  deutlichsten  unter  der  Naht  sieht.  Der  letzte 
Umgang  ist  zweimal  breiter  als  der  vorletzte.  Die  Miindung  ist  rhombisch,  nur  wenig 
ausgesclmitten,  der  untere  Winkel  ist  abgestumpft. 

Der  Mundsaum  einfach   und  gerade. 

Diam.  m.  17  mm,  alt.  6"3  mm. 

Vorkommen:  Sehr  seltcu  in  Warzen,  wir  besitzen  nur  6  Stiicke  in  nicht 
"osonders  vorziiglichem  Ziistande. 

Unsere  Art  ist  durch  ihre  Flachheit,  durch  die  langsame  Aufrollung  der 
,J"iKiinge  und  namentlich  (lurch  die  Glatte  der  ersten  und  die  schwache  Skulptur 
(lei"  niichst  folgenden  Wiudungen  ausgezeichnet. 


14.  Archaeozonites  haidingeri  Keuss. 

Zonites  algiroides  Keuss,  Palaeontogr.  II.  p-  19.  T.  I.  F.  5. 

—     Sitzungsber.  d.  k.  Akad.  d.  Wiss.  XLII.  p.  63. 


2G 


Zonites  algiroides  Slavik,  Archiv  pro  pfir.  vyzk.  Cech  I.  2.  p.  238. 
Boettger,  Jahrb.  d.  gool.  Reichsanst.  XX.  p.  286. 
Archaeoz.  haidingeri   Sandberger,  Vorwclt  p.  443.  T.  XXIV.  F.  26.-26.  ^ 
—  —         Klika,  Vesmfr  XIX.  p.  43.  F.  14.  1.  a,  b,  c. 

Testa  depresso-conoidea,   apice  obtusa,  basi  convexa,   umbilico  lato,  pervio 
perforata.    Anfractus  6% — 7  paullo  convoxi,   sutura  lineari   disiuncti,  superne  co- 
stulis  subacqualibus  prominulia  retroreis  ornati,  quae  sulculis  longitudinalibus  sub- 
tilissirais  docussantur,  inferne  fiunt  latiores,  obsolctiores,  saepe  confluentes;  in  um- 
bilico    hunt    rursus     promimilae- 
Anfractus  ultimus  supra  basin  oD" 
tusangulosus  8/fl  oranis  altitudinis 
aoquat.  Apcrtura  obliqua,  late  lu- 
naris,  marginibus  tenuibus,  acutis, 
callo  subtilissirao  iunctis. 

Die  grosse,  niedrig-kegclfri1' 
mige  Scbale  besitzt  ein  flach  zi*" 
zenforraig  endendes  Gewindo  una 
gewolbtc,  wcit  und  durchgeheiKi 
genabelte  Untorseite.  Umgange  671 
bis  7  miissig  gewolbt,  (lurch  schma- 
le  Nahte  voneinander  geschiedon; 
ibre  Oberfliiche  ist  mit  hervorste- 
henden,  dicbten,  nach  hinten  bo- 
genformig  gekriimmten  QuerripP" 
chen,  die  durch  sehr  feine  longi' 
tudinale,  parallel  laufende  Rinnon 
gekreuzt  werden,  verziert;  dies© 
longitudinale  Skulptur  siolit  man  am  besten  auf  dem  letzten  Umgange  unter  de© 
Kiel.  Auf  der  starker  glanzenden  Unterseito  werden  die  Querrippchen  viel  flachei'i 
breiter,  mannigfaltig  untereinandcr  zusammenfliessend,  bis  im  Nabel  werden  stf 
wiedcr  fast  gleich  stark  wie  auf  dor  Oberseite.  Die  jiingercn  Umgange  sind  scluirfei 
gekielt ;  der  letzte  stumpfgekielte  erreicbt  ungefahr  */B  der  Gesaromthohe.  Die  Mi'"1" 
dung  ist  breit  mondformig  (fast  rundlich),  ihre  Riinder  sind  einfach  und  scharf; 
nur  der  Unterrand  pflegt  ein  wenig  ausgozogen  zu  sein;  die  die  Mundungsrandei 
verbindende  Schwiele  ist  diinn  und  gliinzend. 

Diam.  m.  34 — 37  mm,  alt.  24 — 27*5  mm. 

Vorkommen :  Tuchofic,  Lipen  und  Kolosoruk,  fast  ausscbliesslich  im  festcu 
Kalksteine;  im  losen  Mergel  ist  er  sehr  selten,  dann  aber  scbr  schon  crbalten.  Ic" 
babe  an  unseren  zahlreichen  Exemplaren  gewissenhafte  Messungen  vorgenoniinon, 
die  noch  bei  der  Varietat  zu  Rede  kommen  werden. 

Einige  Bruchstiicke,  die  vielloicht  audi  dieser  Art  gehoren  werden,  babe 
ich  aucb  im  Stolzenbahncr  Kalksteine  gefunden. 


Fig.  17  a,  b,  c.    Archaeozonites  haidingeri  Itenss. 


27 


Fig.  18  a,  b.    Archaeozonites 

liaidingeri  Ecuss    var.   reussi 

Klika. 


Var.  reussi  Klika. 
Zonites  haidingeri  Reuss,  Palaeontograph.  II.  p.  20.  T.  1.  F.  G. 
algiroides  var.  liaidingeri  Sandberger,  Conchylien  p.  389. 
Arch,  haidingeri  var.  reussi  Klika,  Vesmlr  XIX.  p.  43.  F.  14  2  a,  2  b. 
Differt  a  typo  testa  humiliore,  umbilico  latiore,  anfractibus  minus  convexis, 
aPertura  latiore. 

Unterscheidet  sich  von  der  typischen  Form  durch 
('i°  geringere  Ilohe  der  ganzen  Schale,  breitoren 
Nabel,  weniger  gcwolbte  Umgiinge,  seichtere  Naht. 
^ie  Miindung  erscheint  natiirlich  breiter,  da  die  Hohe 
ues  letzten  Umganges  geringer  ist. 

Diam.  m.  34 — 36  mm,  alt.  1G — -21'5  mm. 

Vorkommen :  Audi  fast  ausschliesslich  im  festen 
^alksteine  bei  Tuchofic,  Lipen  und  Kolosoruk.  In- 
cessant ist  ihr  Vorkommen  bei  Hochheim,  wo  sie 
■Bottger  gefunden  hat. 

Zur  Begriindung  meiner  Ansicht,  die  Varietiit 
lriusse  doch  von  der  typischen  Form  abgetrennt  blei- 
"V&,  fiihre  ich  nur  die  Zahlen  an :  Bei  der  typischen, 
ll°hen  Form  verhalt  sich  die  Hohe  zur  Breite  bei 
uem  am  meisten  konischen  von  meinen  Stiicken  wie 
* :  1*27  (Exemplar  No.  IV.),  es  ist  also  zwischen  der 
JIolie  und  Breite  kein  so  bedeutender  Unterschied ; 
beim  zweiten  Stuck  betriigt  dasselbe  Verhiiltniss  1  :  1-42  (III.)  und  beim  dritten 
* :  1'43  (I.).  Inmitten  dieser  Grenzen  gibt  cs  viele  Ubergangc.  Beim  hochsten 
Exemplars,  welches  ich  schon  zur  Var.  reussi  stelle,  ist  das  Verhiiltniss  zwischen 
Hohe  und  Breite  wie  1  :  1*76  (VII),  dann  kommen  in  der  Reihe  immer  niedrigcre 
Un,l  niedrigcre  Exomplare,  bis  wir  beim  niedrigsten  das  Verhiiltniss  1 : 1-91  (VIII.), 
(lio  Breite  also  fast  zweimal  so  gross  wie  die  Hohe,  linden.  Aehnlichem  Verlnilt- 
nisse  begegnen  wir  auch  bei  den  Grossendimensionen  der  Miindung.  Bei  der  typi- 
schen Form  (I.)  verhalt  sich  die  Hohe  der  Miindung  zu  ihrer  griissten  Breite  wie 
1  : 1'Oi ;  bei  der  Varietiit  (VIII.)  linden  wir  dasselbe  Verhiiltniss  wie  1  : 1-14. 

Archaeozonites  haidingeri  hat  auch  schon  seine  Historic;  ursprunglich 
burden  von  Reuss  zwei  Arten,  algiroides  und  haidingeri,  von  Tuchofic  beschrieben, 
sPater  zog  Reuss  die  letztere  als  Varietiit  zur  algiroides.  Von  Sandberger  wurde 
iloy  Name  algiroides,  weil  unrichtig  gcbildet,  eingezogen  und  haidingeri  an  seine 
Stelle  gesetzt,  infolge  dessen  die  Varietiit,  deren  Rechte  man  doch  anerkennen  muss, 
ilu'on  Namcn  verlor.  Ich  habe  mir  deswegen  erlaubt,  ihr  den  Namen  dessen  zu  geben, 
tler  sic  zuerst  beschrieben  hat.  Was  ihre  Haufigkeit  in  Tuchoric  betrifft,  kann  ich 
*Us  eigener  Erfahrung  sagen,  dass  sie  gleich  so  hiiufig  vorkommt  wie  die  typische 
F°rm;  an  bestimmte  Schichten  scheint  sie  nicht  gebimden  zu  sein. 

Noch  eiue  andere  Art  wurde  von  Tuchofic  beschrieben,  niimlich  Archaeo- 
^nites  semiplanus  Reuss,  die  Sandberger  noch  in  semen  „Land-  und  Siisswassor- 
J^nchyiien  der  Vorwelt"  (p.  442.  T.  XXIV.  f.  25.-25.  b)  beschreibt  und  abbildet. 
^Urch  sorgfiiltige  Zusammenstellung  einer  Serie  von  Exemplaren  jedes  moglichen 


28 

Alters   bin  ich   zur  Uberzeugung  gekommen,    dass   es    sick   um  junge  Stiicke  von 
A.  kaidingeri  handelt. 

Unter  den  fossilen  Archaeozonites-Arten  ist  A.  subangulosus  Benz.  ahnlicfli 
aber  kleiner,  holier  gewunden,  enger  gcnabelt  und  weit  feiner  gerippt. 


IX.  Genus  Hyalinia  Ferussac. 

Dem  Vertroter  der  jctzt  iibcr  die  ganze  Erdc  verbreiteten  Gattung  Hyaline 
begegnen  wir  zuerst  in  Obereocan  (II.  voltzii  Desk,  aus  Buxvvoiler,  ilire  system*" 
tischc  Stellung  ist  aber  nock  nickt  sickorgestellt).  In  den  geologisch  jungeren  Sckichten 
werden  sie  etwas  zaklreicher,  aber  sie  erreichen  dock  bei  Weiteni  nickt  den  Arten- 
Roicktkum  der  Jetztzeit.  Drei  zusammenlebende  Ilyalinia-Arten,  wie  wir  sie  m 
Tuckofic  finden,  sind  meines  Wissens  nock  von  keiner  anderen  tertiaren  Locality 
bekannt;  im  ganzen  finden  wir  in  den  nordbokmischon  tertiaren  Siisswasserablag6' 
rungen  5  Arten:  H.  denudata  Reuss,  H.  ikli  n.  und  H.  mendica  Slavlk  von  TuckoflCi 
II.  bokemica  n.  von  Warzen  und  II.  vetusta  n.  von  Stolzcnkafin.  II.  denudata  und 
ikli  kabon  ihre  Vorwandten  in  Paliistina  und  Syrien,  II.  bokemica  in  TranskaukasieB' 
Aus  dem  bokmiscken  Plistocaen  kenncn  wir  biskor  keine  einzige  Hyalinia- Art ;  'a«s 
dem  Alluvium  sind  mir  6  Arten  (H.  crystallina  Miill.,  nitida  Mull.,  fulva  Mull'; 
kammonis  Strom.,  pura  Aid.  und  nitidula  Drap.)  bekannt.  Lebend  findet  man  l,cl 
uns  12  Hyalinien  (ausser  den  6  alluvialen  nock  II.  glabra  Stud.,  cellaria  MiiU'i 
nitens  Mick.,  subrimata  Reinb.,  diapkana  Stud.,  inopinata  Ulicny).  —  Alio  lcbonde 
Arten  des  Genus  erreicben  ungefakr  die  Zakl  280. 

15.    Hyalinia  denudata  Reuss. 

Hyalina  denudata  Reuss,  Palaeontograpkica  II.  p.  21.  T.  I.  F.  1. 

—  —      Sitzungsber.  d.  Akad.  d.  Wiss.  XLII.  p.  64. 

—  —        Slavik,  Arckiv  pro  pffr.  prozk.  Cecil,  I.  2.  p.  247. 

Boettger,  Jakrb.  d.  geol.  Reicksanst,  XX.  p.  287. 
Sandberger,  Vorwclt  p.  441.  T.  XXIV.  F.  23.  male! 
Testa  orbicularis,  tenuis,  nitida,  spira  depressa,  apice  obtusa,  intcrdum  bi'e" 
viter  mamillata,   basi  depressa,   umbilico  amplo,   pervio  perforata.     Anfractus  &_/« 

convexiusculi,  suturis  subcrenulatis  diS' 
iuncti,  costulis  transversalibus  oblil1113' 
in  media  parte  retrorsis,    in  basi  *el° 
strictis,   saepe    bifidis    aut  fasciculate 
ornati;  ultimus  supra  basin  obtusaugu 
losus  circiter  */„— 9/10  omnis  altitudin19 
aequat,  latitudine  penultimum  duplo  si 
perans.  Aperturatransversim  ovalis,  m& 
ginibus  approximates,  tenuibus,   acU ,  ! 
Die  dunne  und  gkinzende  Sckale  J 
Fig.  ii).    Hyalinia  denudata  Reuss.    (Original-        fast  von  kreisformigem  Umriss  und  ^ 
zeichnung.)  sitzt  ein  sekr  niedi'iges,  mauckmal  ov 


29 

ach  zitzenformig  endendcs  Gowinde ;  die  Basis  ist  abgeplattet,  fast  eben,  weit 
nd  durchgehend  genabelt.  Das  Gehause  wird  von  51/.,  flachen  Umgangen  gebildet, 
*e  'lurch  schwach  gekerbte,  tiefe  Nahte  voneinander  geschicden  sind.  Ihre  Ober- 
ache  ist  mit  oftcrs  dichotomeu  oder  zu  Biindeln  vereinigten,  oberseits  sehr  schiof 

8estellten,  auf  der  Mitte  riickwartsgebogenen  und  auf  der  Unterseite  fast  geradlinig 
erlaufenden  feinen  Anwachsrippchen  verziert.  Der  letzte,  oberhalb  der  Grundflache 

j  gerimdet-kantige  Uingang  erweitert  sicb  gegen  die  Miindung  so,  dass  er  den  vor- 
zten  an  Breite  zweimal  iibertrifft.  Das  iibrige  Gewinde  nimnit  nur  l/io— V«  der 
esammtbohe  eii    Die  Miindung  ist  schicf  eiformig,   ihre  Rander  sind  einander 

^  na]ie  geriickt,  einfach  und  scharf. 

Diam.  m.  12—14  mm,  alt.  4—5  mm. 

.     Vorkommen :  Tucbofic,  nicht  selten,  obzwar  man  vollkommene  Stiicke  nicht 

^  Ieicht  findet,  Lipen,  Kolosoruk.    Auch  wird  sie  von  Tbeobaldshof  bei  Tann  i.  d. 

on  angefiihrt.    Tn  Warzen  sowie  in  Stolzenhahn  fclilt  sie,    indem  sie  in  Wftrzen 

Urch  Hyalinia  bobemica  u.,    bei  Stolzenhahn  durch  H.  vetusta  n.  vertreten  wird. 

f  Als  ihre  nachsto  lebende  Vcrwandten  fuhrt  Sandberger  (Vorwelt,    p.  441.) 

und     '''•  iebusitica  RotL'    IL  Protensa  F,5r-  ™d  II.  aequata  Mouss.  aus  Palaestina 
1  Syrien  an;    besonders  die  erste  ist  ihr  in  Bezug  auf  ihre  kantigen  Windungen 
j1  lcb,    die  flache  Unterseite  unterscheidet  H.  denudata  von  alien  drei  genannten 
en-  —  Auf  der  Abbildung  ist  der  Kiel  etwas  zu  scharf  ausgefallen. 


16.    Hyalinia  ihli  n. 

u  ,        Testa  depresso-conica,  spira  elata,  apice  mamillata,  basi  paululum  convexa, 
sub  lat°'  pervio  l)erforata-  Anfractus  quinque  convexiusculi,  suturis  profundis, 

.   Cronu.latis  disiuncti,    costulis  transversalibus 

Sol  r*118-'  in  ■media   Parte  retrorsiS)   in  basi  ob- 
©tioribus,  saepe  bifidis  ornati,   primi   acute, 


us   supra  basin  obtuse   carinatus,    circiter 


fj'.-0mnis  altitudinis  aequat. ;   in  eius  parte  : 
en  °ri.  nonnulli  sulculi  longitudinalcs  subtilissimi 
tn  ?)lc*nntur-    Apertura  transversim  ovalis,  ro- 
*ta,  marginibus  approximatis,  tenuibus,  sim- 


Plicil 


3U8. 
Di 


ilftn- 


Fig.  20.    Hyalinia  ihli  n. 


Jie  zierliche  Schale  ist  diinn  und  &iaiu 
~  '  gedrlickt  konisch,  mit  Ieicht  erhobenem 
fliu"Ule  Und  zitzenf6rmig  vorstehendem  Embryonalonde ;  die  Unterflache  ist  sehr 
°o gewfilbt,  weit  und  durchgehend  genabelt.  Das  Gehause  wird  von  5  schwach 
gebM?*611'  durch  ticfo'  nur  8tellenweisc  gekerbte  Nahte  getrennten  Windungen 
An  'leren  0l)Crflac,ie  mit  »fter  dichotomen,  sehr  feinen  sichelformig  gebogenen 

j,  Wachsrippchen  verziert  erscheint,    die  auf  der  Mitte  der  Umgange  rtickwiirts  ge- 
dun       untorsoits  ,mr  schwach  gekrummt  und  noch  feiner  sind.    Die  ersten  Win- 
6t  Sen  sind  scharf,  die  letzte  bis  zum  Ende  stumpf,  aber  doch  sehr  deutlich  gekielt, 
ll   /a  der  Gesammthohe  des  Gehauses  cinnchmend;  auf  ibrer  Unterseite  bemerkt 


30 


man 


,.  eine  sparsame,  sehr  feme,  durchbrochene  Spiralstreifung.  Die  Mtindung  ist  ab- 
gerundet  schief-eiformig,  die  Mundungsriinder  einander  geniihcrt,  einfach  und  scharf. 

Diam.  m.  10*5  mm,   Alt.  5'25  mm. 

Vorkommen :  Sehr  selten  in  Tuchofic.  Ich  habe  nur  ein  gut  erhaltenes,  er- 
wachsenes  und  ein  junges  Stuck  gesammelt,  ein  kleines  Stuck  habe  ich  auch  vom 
Herri)  Obcrlehrer  Ihl  in  Tuchofic  bekommcn,  dem  ich  diosc  hiibscho  Art  zu  widuien 
inir  erlaube.  Die  Art  wurde,  wie  ich  glaube,  noch  von  keinem  anderen  Sammloi' 
gefunden.  Sie  fallt  schon  auf  den  ersten  Blick  durch  ihre  konische  Gestalt  und 
ihren  Kiel  auf,  wodurch  sie  sich  von  der  denudata  sehr  scharf  unterscheiden  lasst, 
die  Streifung  ist  bei  H.  ihli  etwas  grober  und  unregelmassiger.  Junge  Exempli'1'0 
kann  man  wegen  ihrer  scbarfon  Kante  mit  jungen  H.  denudata  nicht  verwechscln- 
Die  sehr  schwache,  aber  doch  charakteristische  Spiralstreifung  kommt  meines  W* 
sens  bei  H.  denudata  nie  vor;  der  letzte  Umgang  ist  bei  H.  ihli  verhaltnissmii^ 
niedriger,  indem  er  nur  2/3  der  Gesammthohe  einnimmt,  die  jiingeren  Umgiinge  sind 
aber  relativ  hoher  als  dieselben  bei  denudata. 


1. 


17.    Hyalinia  (Retinella)  bohemica  n. 

Testa  orbicularis,  nitida,   spira  depressa,   apice  brevi  mamillata,  basi  con- 
vexa,  umbilico   amplo,  pcrvio  perforata.    Anfractus  5%  obsolete  carinati,    excepto 

primo  et  secundo  glabro  transversim  costulati,  costuhs 
superne  subtilibus,  interdum  bifidis,  irregularibus,  la^s' 
inferno  prope  evanescentibus.  Sutura  profunda,  pars  ifl' 
ferior  anfractuum  convexior.  Apertura  rotundato-lunataj 
obliqua,  peristoma  simplex,  acutum,  margine  columella11 
paululum  protracto. 

Das  Gehiiuse  ist  von  kreisformigem  Umriss,  gift" 
zend,  ziemlich  festschalig,  mit  gedriicktem  Gewind^ 
kurz  zitzenformig  vorstehendem  Embryonalcnde  und  ge" 
wolbter,  weit  und  durchgehend  genabelter  Unterseite- 
Es  wird  von  h^j^  durch  schmale  aber  tiefe  Nahte  ,"°' 
schicdenen  Umgangen  gebildet ;  die  jiingeren  sind  sclwi'' 
fer,  der  letzte  stumpf  gekielt  (der  Kiel  verliiuft  nicb 
in  der  Mitte  der  Umgiinge,  sondern  zwischen  dem  oberon 
und  dem  mittleren  Drittel,  erst  am  Ende  des  letzte" 
Umgangs  senkt  er  sich  fast  zur  Mitte).  Die  ersten  zwei 
Umgiinge  sind  glatt,  die  tibrigen  sind  mit  sehr  feineJl' 
gebogenen  Anwachsrippchen  verziert,  die  auf  der  Obef' 
seite  manchmal  dichotomiren,  unregelmassig,  breit  unO 
abgeplattet,  gebogen  sind,  auf  der  Unterscite  aber  faS 
vollkommen  verschwinden  und  fast  geradlinig  zum  Nabel  verlaufen.  Die  Untersert 
der  Umgiinge  ist  gewolbter  als  ihre  Oberscite.  Die  Mtlndung  ist  schief  gestellt,  ab- 
gerundet  mondformig,  ein  wenig  breiter  als  hoch,  wenig  ausgeschnitten.  Das  Periston 
ist  scharf  und  einfach,  nur  der  Spindelrand  ist  ein  wenig  verliingert. 
Diam.  m.  12'5  mm,  alt.  6-3  mm. 


h 


2. 


Fig.  31.  Hyalinia  boliomica 

n.  —  1.  a,  b,  c.   in  natiirli- 

cher  Grdsse,  2.  oin  anderes 

Kxemp.,  vergrfissert. 


31 


funde 


Vorkommon:  Sehr  selten  bei  Wiirzen;  ich  liabo  nur  zwei  junge  Stiicke  ge- 


Jen,    mehrere  prachtvollo  grosso  Exemplare  hat  unseren  Sammlungen  Herr  W. 
*"S  geschenkt. 

Von  der  Tuchoficer  H.  denudata  Rss.  unterscheidet  sio  gut  Hire  gewolbte 

uterseite,   ihr  charakteristischer  Kiel  und  dem  entsprechend  audi  mclir  rundliche 

'"."';iugo.  Die  Verwandtschaft  mit  der  Sect.  Eetinella  Shuttlew.,  deren  Hauptcentrum 

*e  Kaukasuslander  bilden,   ist  zweifellos.    Von  lebonden  Arten   stent  unserer  Art 

Wmlich  nalie  Hyalinia  (Eetinella)  mingrelica  Mouss.  aus  Transkaukasien,  die  aber, 

♦  Jie  aucb  die  gedrlicktere  II.  (Eetinella)  selecta  Mouss.  deutliche  Spiralskulptur  auf 

der  Obersoito  hat. 


18.    Hyalinia  vetusta  n. 

Testa  solida,  applanata,  nitida,  umbilicata,  umbilico  amplo,  pervio.  An- 
actus  quinque  superne  fere  plani,  inferne  convexi,  valde  obtuse  carinati,  sutura 
enui,  superficiali  disiuncti.  Anfractus  primus  et  se- 
indus  glabri,  reliqui  costulis  obliquis,  applanatis 
rnati ;  pars  testae  inferior  prope  glabra,  nitida.  Apcr- 
Ul'a  fere  rotundata,  marginibus  simplicibus,  acutis, 
callo  tenui  iunctis. 

Die  ziemlich  dicke,   gliinzende  Scliale  ist  oben 
ehr  fiach ;  ihre  Unterseitc  weit  und  durchgeliend  ge- 
n;«)elt.     Sie  wird  von  fiinf,   oben  fast  flachen,   unten 
gwfilbten,  sehr  stumpf  gekielten,  durch  schmale,  ober- 
chliche  Niihte  von  einander  gesonderten  Umgangen 
sebildet,  die  mit  Ausnahme  des  glatten  ersten  und 
weiten   mit   deutlichen,   abgestumpften,  weitliiufigen 
^wachsstroifen  bedeckt  sind ;  die  Unterseite  ist  fast 
^.atti   glanzend.    Die  langlich-rundliche  Miindung  steht  etwas  scliief,  ihre  Bander 
Ul(l  oinfach  und  scharf,  durch  cine  feine  Schwiele  verbunden. 
Alt.  4-2  mm,  diam.  m.  10  mm. 

Vorkommen:  Stolzenhalm,  em  einziges  Stuck  gefunden. 
Sie  erinnert  an  die  Hyalinia  villae  Mort.   aus  Siideuropa  und  II.  sicula 
aus  Sicilien,   sie  ist  aber  von  beiden  doch  erheblich  verscbieden.    Man  wird 


Fig.  22  a,  h,  c.  Hyalinia  vetusta  n. 


Kob. 

sie 


Vielleicht   auch   zur  Section   Eetinella   Shuttlew.,   die  ihr  Hauptcentrum  in  den 
iUlk<isuslandern  hat,  stellen  miisson 


19.  Hyalinia  mendica  Slavlk. 

Hyalinia  mendica  Slavik,   Archiv  f.   d.  naturwiss.  Landesduchforsch.   Von 
Bohmen,  I.  2.  p.  262.  Taf.  IV.  fig.  7.,  8. 

denudata  iuv.  Boettger,  Jahrb.  d.  geolog.  Reichsanst.  XX.  p.  287. 

mendica  Boettger,  Palaeontograph.  XXIV.  p.  196. 

j.    .        Testa  parvula,  planata,  anguste  perforata,   tenuis,  nitida.    Anfractus  3,  su- 
s  tenuibus  disiuncti,  superne  minus  convexi,   costulis  subtilissimis,  irregularibus 


32 


ornati.  Spira  elata,  anfractus  ultimus  ad  aperturam  in  latitudinem  valde  accrescens. 

Costulac  partis  inferioria  tenuiores.    Apertura  paulum  obliqua,  lunaris,  peristoma 

simplex,  acutum,   margo  inferior  paulum  protractus,  margo  externus  et  columellariS 

callo  tenui  iuncti.  Umbilicus  angustus,  pervius. 

Das  kloine,  eng  genabelte  Gehause  ist  flach,  diinn  und 
glSnzend,  von  drei  durch  schmale  Niilite  gesondcrton,  oben  etwaS 
schwacher  als  unton  gcwolbten  Umgiingon  gebildet,  mit  schwacben, 
ungleichon  und  unregelmiissig  verthoilten  Anwaebsstrcifen  bedeckt, 
welche  radial  vcrlaufen  und  nur  an  der  Unterseite,  mancbmal 
leicht  wellenformig  gebogen,  immer  aber  mebr  verstricben  sind, 
als  an  der  Oberseite.  Das  Gewinde  ist  cin  wenig  erhoben ;  der 
letzte  Umgang  gegen  die  Miindung  bin  stark  erweitert.  Die  ctwas 
scbief  stehende  Miindung  ist  mondformig  und  von  der  Milndungs- 
w.-ind  ziemlich  stark  ausgeschnitton.  Der  Mundsaum  ist  scliarf, 
einfach  und  gerado,  der  Unterrand  etwas  vorgezogen.  Die  dio 
Miindungswand  bedeckende  Schwiele  ist  diinn,  der  Nabel  eng, 
aber  durcbgebend. 

Alt.  l-5  mm,  diam.  m.  3-5  mm. 

Vorkommen:    Selten  in  den  mergeligen  Scbicbtcn  von  Tu> 
chofic. 
Boettgor  hat   die   Art  anfangs   fur  Jugendzustand   von  llyalinia  denudatQ 

Reuss  gehalten,  aber  spiiter,  nachdem  er  gute  Exemplars  erbaltcn,  wicder  anerkannt. 


Fig.    2:!.     Hyalinia 
mnndica   Slav.   (Co- 
pie  nacli  Slavik.) 


X.   Genus  Strotolus  Anton. 


20.    Strobilus    uniplicatus   Al.   Braun. 

Helix  uniplicata  Al.  Braun  in  deutscb.  Naturforsch.  Vorsamml.  1842.  p.  149 
_  _        Sandberger,  Conch.  Mainz.  Tert.  Beck.  p.  35.  Taf.  III.  Fig.  ?• 

—  —        Reuss,  Sitzungsber.   d.  k.  Akad.   d.  Wiss.  XLIL  pag.  68. 

—        Slavik,  Arch,  pro  pffrod.  prozk.  Cecil  I.  2.  p.  249. 

Hyalina     —        Bocttger,  .Tabrb.  d.  geolog.  Reichsanst.  XX.  p.  287. 

Strobilus  —        Sandberger,  Vorwelt  p.  406.  Taf.  XXIII.  Fig.  24. 

Testa  parvula,  depresso-conoidea,  apice  obtusa, 
basi  convexa,  umbilico  amplo,  pervio,  carina  obtusa 
cincto  excavata.  Anfractus  Ax\.i  convoxiusculi,  suturi* 
profundis  disiuncti,  primo  l1/,  glabro  excepto  costif 
transversalibus  acutis,  distantibus,  in  basi  multo  mi' 
.  nus  prominulis  ornati,  ultimus  obtusangulosus,  antico 
paullo  deflexus  tertiam  fere  partem  omnis  aequat  w* 
titudinis.  Apertura  porobliqua,  lunaris,  margine  basab, 
minus  externo  reficxo,  superiore  expansiusculo;  vasX' 
Pig.  24  a,  b,  6.  Strobilus  unipli-  &nes  call°  satis  crasso»  laminam  acutam,  prominon- 
cattis  Al.  Braim.  (Originalzeichn,)      tem  paullo  obliquam  emittente  iuncti. 


33 

Die  kleino  Schalo  ist,  sehr  flach  kegelformig,  mit  stumpfem  Ende  und  ge- 
Wolbter,  weit  und  durchgehend  genabelter  Unterseite;  don  Nabel  umgibt  oin  sehr 
8tumpfer  Kiel.  4a/2  ziemlich  stark  gewolbte  Umgange  Kind  (lurch  tiefe  Nahte  von 
emander  getrennt.  Der  orste  und  die  Hiilfte  des  zweiten  sind  ganz  glatt,  die  Ober- 
fl'i'Che  aller  iibrigen  ist  mit  zierlichen,  scharfen,  von  einandcr  geruckten  Querripp- 
chen  verziert,  die  auf  der  Unterseite  viel  weniger  stark  ausgepragt  erscheinen,  als 
tluf  der  Oberseite,  ja  manchmal  bios  am  Ende  des  letzten  Umganges  etwas  hervor- 
«'eten.  Der  letzte,  stumpfkantige  Umgang  erreicht  beinahe  l/8  l,l>r  Gesammthohe 
l',-r  Schale  und  ist  vorne  schwach  abwiirts  geneigt.  Die  Mtlndung  ist  sehr  schief, 
""•ndformig,  ihre  R&nder  sind  kurz  ausgebreitet,  der  untore  umgesehlagen,  dor  obere 
S6l'ade,  < I  ii  rc.lt  eine  ziemlich  dicke,  mit  einer  ctwas  schiefen,  scharfen  Lamelle  be- 
wehrten  Schwiele  verbunden. 

Alt.   1  mm,  diam.  m.  2  mm. 

Vorkommen:  Tuchofic,  nieht  sehr  selten.  —  Die  Art  kommt  weiter  noch 
""  Landschneckenkalke  von  Hochheim,  in  den  obersten  Schichten  des  Rugulosa- 
<;dkes  bei  Thalfingen  bei  Ulm,  in  den  mergeligen  Lagen  des  Hydrobienkalkes  bei 
Wiesbaden,  bei  Appenheim  in  Rheinhessen  vor. 

Die  bohmischen  Stiicke  unterscheiden  sich  von  der  typischen  Form  (lurch 
'he  etwas  niedrigere,  flachere  Gestalt  der  Schale,  ein  wenig  schwiicher  gelippte 
Wiindungsriinder,  etwas  breiteren  Nabel;  die  Rippchen  sind,  wie  schon  Reuss  und 
ooettger  richtig  bemerkt  haben,  auf  der  Oberseite  viel  starker  als  unten,  wo  ge- 
^ohnlich  nur  etwa  fiinf  letzte  Rippchen  starker  hervortreten.  Am  niichsten  stehen 
"en  bohmischen  Stiicken  die  Exemplare  von  Appenheim,  sie  sind  aher  immer  noch 
otwas  hoher  und  starker  gelippt. 

Bei  Wiirzen  babe  ich  3  Steinkerne  gefunden,  die  mit  der  Gehausegestalt 
Von  Strob.  uniplicatus  vollstiindig  ubereinstimmen ;  ihre  Rippchen  sind  aher  viel 
roiner  und  unrcgelmassigor.  Die  Mtlndung  konnte  leider  nicht  blosgelegt  werden.  — 

Dr.  Boettger  erwiilint  (Eossile  Binnensclmecken  aus  den  untermiocaenen 
c°rbicula-Thonen  von  Niederrad  bei  Frankfurt,  Main  p.  259)  eine  zusammen  mit 
dem  Typus  in  den  Landschneckenkalken  von  Tuchofic  vorkommende,  seiner  Varietat 
Sesquiplicata  (rait  zwei  Parietallamellen)  nahestehende  Form,  die  ebon  noch  die  An- 
deutung  einer  zweitcn  Lamelle  erkennen  liisst;  ich  babe  sie  bei  Tuchofic  nicht 
bc"bachtet. 


21.  Strobilus  elasmodonta  Reuss. 

Helix  elasmodonta,    Reuss,   Sitzungsber.  d.  k.  Akad.  d.  Wiss.  XLII.  p.  66. 

T.  I.  F.  2  a—c. 

Slavlk,  Archiv  pro  pfirod.   prozk.    Cech  I.  2.  p.  248. 
Hyalina       —  Boettger,  Jahrb.  d.  goolog.  Reichsanst.  XX.  p.  2S7. 

Strobilus    —  Sandberger,  Vorwelt  p.  442.  T.  XXIV.  F.  24-24  b. 

Testa  parvula,  depresso-conoidea,  apicc  obtusa,  basi  depressa,  anguste  et 
8ubobtecte  perforata.  Anfractus  quinque  satis  convexi,  lentissime  accrescentes,  suturis 
Profundis  disiuncti,  primo  et  secundo  glabris  exceptis  superne  subtiliter  confertimque 
8triati,  in  basi  nitentes,   fere  laeves.    Anfractus  ultimus  obtusangulosus   circiter  '% 

8 


34 


Fig.  25  a,  b,  c.  Strobilus  elasmo 
donta  Reuss. 


omnis   testae  altitudinis    aequat.     Apertura  paulum  obliqua,    depresso-semilunaris, 
marginibus  incrassatis,  reflexis,   callo  tcnui  iunctis,  laminas  binas  obliquas,  paral- 

lelas,  profunde  intrantes,  quarum  ad  umbilicum  iaccns 
minor  est,  emittente. 

Die  Schale  ist  klein,  niedrig-kegelformig,  nait 
gerundetem  Embryonalende  und  wenig  gewolbter,  fast 
flacber  Unterseite;  der  Nabel  ist  sehr  eng,  fast  ganz 
verdeckt.  Fttnf  sebr  schmale,  eng  gewundene,  an 
Breite  fast  gar  nicht  zunehmende  Umgiinge  sind 
mlissig  gewolbt,  durch  tiefe  Niibte  voneinander  ge- 
trennt.  Der  crste  und  audi  fast  der  ganze  zweito 
Umgang  ist  glatt  und  glanzend,  die  iibrigen  sind  m 
der  Oberseite  mit  gedrangten,  feinen  AnwachsripP' 
cben  verziert,  die  auf  der  Unterseite  nocb  viel  feiner 
und  matt  werden.  Der  letzte,  am  Endc  nicht  he'rab- 
gebogene  Umgang  ist  stumpf,  aber  deutfich  geki^'f 
und  erreicht  ungefahr  2/5  der  Gesammthohe  der  Schale,  Die  Miindung  ist  wenig 
schief,  nach  halbmondformig ;  die  Miindungsninder  sind  verdickt,  massig  umge- 
schlagen  (am  wenigsten  oben,  mehr  in  der  Mitte  und  an  dor  Basis),  durch  eU» 
diinne  Schwiele  verbunden,  von  welcher  zwei  schiefgestellto,  unter  einander  paral- 
lcle,  scharfe  Fatten  entspringon,  die  weit  nach  innen  fortsetzen.  Die  innerc,  dem 
Nabel  naher  gelegene  Falte  ist  etwa  fast  nur  balb  so  gross  wie  die  iiussere. 
Alt.  1-8  mm,  diam.  m.  2  mm. 

Fundort:  Nicht  selten  in  Tuchofic  und  Lipen,  nach  Sandberger  (Vorwen 
p.  442)  kommt  sie  auch  in  Kolosoruk  vor.  Teh  vermuthe  audi,  dass  einige  Stticke, 
die  unser  Museum  aus  festem  Gesteine  von  Wiirzen  und  Stolzenhahn  besitzt,  z« 
dieser  Art  zu  stellen  sind.  An  beiden  zuletzt  genanntcn  Fundorten  ist  sie  aussers 

selten.  —  w 

Strobilus  elasmodonta  gehiirt  in  die  Strobilus-Gruppe  mit  zwoi  Falten.  W* 
ihre  Verwandtschaft  mit  fossilen  Arten  betrifft,  so  mag  ihr  wohl  am  niichsten  Stro- 
bilus diptyx  Bttgr.  stehen,  die  von  ihr  aber  doch  sehr  scharf  unterscbieden  ifl  •• 
Hire  Hauptuntorschiede  bestehen  im  fast  ganz  verdeckten  Nabel,  mehr  kugelig011 
Gewinde,  fiacher  Unterseite. 

Von  den  lebenden  steht  ihr  Str.  labyrintbioa  Say  (mit  einer  Zahnfalte)  aiis 

Nordamerika  am  niichsten. 

22.    Strobilus  diptyx  Bocttger. 

Helix  diptyx  Boettger,  Palaeontograph.  XIX.  p.  44.  Taf.  VIII.  Fig.  5  a— * 
Strobilus  —  Sandberger,  Vorwelt  p.  406.  Taf.  XXIII.  Fig.  25. 
Testa  parvula,  subdepressa,  umbilicata,  umbilico  mortice  amplo,  pervM 
apice  obtusulo.  Anfractus  4x/2  sensim  accrescentes,  suturis  profundis  disiuncti,  SU- 
perne  convexi,  inferne  subdepressi,  omnes  bicarinati,  carinis  obtusis,  prima  in  me< '* 
parte  anfractuum  obvia,  altera  umbilicum  cingente ;  anfractus  ultimus  ad  apertura 
non  deflexus,  constrictus.    Anfractus  omnes  primo  glabro  excepto  costulis  transve  ' 


35 


Fig.  86  a,  b,  e.  Strobilus  diptyx  Boettg. 


salibus  subtilibus,  subaequalibus,  basi  testae  saopius  bifidis  orjiati.  Apertura  obliqua, 
(tePi'esso-lunaris,  peristoma  undique  refiexum,  margiaibus  callo  satis  crasso,  laininas 
^uas  acutas,  parallolas,  quarum  infera  paullo 
minor  est,  emmitente  iunctis. 

Die  kleine,  flach  kegelformige  Schale  ist 
miissig  weit  und  durchgehend  genabelt;  Em- 
to'yonalende  stumpf.  Von  den  durch  tiefe 
Niilite  getrennten,  an  Breite  nur  sehr  lang- 
sam  zunebmenden,  oben  wenig  gewolbten, 
unten  etwas  abgefiacbten  4}/2  Umgangen  ist 
cler  letzte  vorne  nur  sehr  selten  etwas  ab- 
orts gebogen,  an  der  Miindung  etwas  ein- 
^osclmiirt ;  auf  den  Umgangen,  besonders  auf 
(lem  letzten  bemerkt  man  einen  stumpfen 
^iel,  der  ungefahr  in  der  Mitte  des  Um- 
Stttges  verliiuft  und  einen  zweiten  noch  stum- 
Pieren,  der  den  Nabel  umgibt.  Mit  Ausnahme 
('°i'  ersten  glatten  Windung  kommen  auf  alien  iibrigen  feine  und  ziemlich  regel- 
miissige,  sehr  wenig  gebogene  Anwachsstreifen  vor,  die  auf  der  Unterseite  noch 
'einer  werden,  sich  fast  immer  in  mehrere  theilen  und  s-fomiig  zum  Nabel  ver- 
1;mfen.  Die  Miindung  ist  eng,  lialbmondiormig  und  steht  schief  auf  dem  letzten 
Uj*»gang,  der  Mundsaum  ist  oben  wenig,  an  der  Basis  und  in  der  Mitte  stark  um- 
Seschlagen ;  die  Bander  sind  durch  eine  ziemlich  dicke  Schwiele  verbunden,  von 
belcher  zwei  diinne,  scharfe,  schiefgestellte,  stark  hervorragende  Zahnlamellen  aus- 
gehen;  die  innere,  dem  Nabel  niiher  gelegcnc  Lamelle  ist  nur  wenig  kleiner  als 
"*e  iiussere. 

Vorkommen:  Tuchofic,  nicht  besonders  selten;  Hochheim,  in  der  Puppen- 
Schic,hte  des  Landschneckenkalkos. 

Unsere  bohmischen  Stiicke  unterscheiden  sich  von  den  Hochlieimer,  die  ich 
•"relet  vergleichen  konnte,  nur  dadurch,  dass  die  breiten  Zahnfalten  ein  wenig 
Scliwacher  sind;  die  dem  Nabel  niiher  gelegene  ist  von  der  Columella  etwas  weiter 
0l>tfernt.  Auch  sind  unsere  Stiicke  ein  wenig,  aber  konstant  kleiner. 

Unter  den  fossilen  Arten  hat  Strobilus  diptyx  ihre  niichsten  Verwandten  in 
Stl'oh.  elasmodonta  Beuss  und  Strob.  costatus  Sandb.  (von  Undorf).  Von  Strob. 
^lasniodonta  unterscheidet  sie  der  ausgepnigte  Nabel  und  die  niedergedriickte,  an 
(ler  Grunddiiclie  viol  mehr  gewolbte  Schale,  von  Strob.  costatus,  die  sehr  ahnlich  zu 
Seiu  scheint,  soil  sie  auch  der  weiterc  Nabel  unterscheiden. 


XL  Genus  Patula  Held. 


23.    Patula   (Anguispira)   frici   n. 

Testa  magna,   globose-conoidee,   nitida,    umbilicata,  umbilico  satis  amplo, 
IJei'vio.     Anfractus    sex    convexi,    primi    obtusecariuati,    sutura   profunda    disiuncti. 

3* 


36 


Fig.  27.   Patula  frifii  u.    d)  Skulptur  vergrosscrt. 


Anfractus  primus  et  secundum  glaber,  reliqui  transversim  costulati,  costulis  superne 
obliquis,  obtusis,  inter  quas  striae  subtilissimae  interpositae  sunt,  inferne  tenuioribus, 

ad  umbilicum  convergen- 
tibus  partimque  confluen- 
tibus.  Striae  longitudinals 
subtilissimae,  densissimae. 
Apertura  rotundato-luna- 
ris,  marginibus  simplici- 
bus,  acutis ;  margo  colu- 
mellaris  protractus. 

Die  grosse,  kugelig" 
kegelformige  Scbale  is*- 
glanzend,  weit  und  durcb- 
gebend  gcnabelt,  mit  zit" 
zenformigem  Embryonal- 
ende.  Sie  wird  von  sects 
gewolbtcn,  durcli  tiefe  Nahte  getrennten  Umgiingen  gebildet,  die,  die  ersten  zwei 
glatten  ausgenommen,  mit  ziemlich  starken,  stumpfen,  bogig  gekriimmten,  auf  del' 
Unterseite  feiner  werdenden  und  s-formig  zum  Nabel,  wo  sie  tbeilweise  zusammen- 
fliessen,  verlaufenden  Querrippcben  verziert  sind.  Hire  Zwiscbenraume  nebmen  viel 
feinere  Streifchen  ein.  Bei  starkerer  Vergrosserung  bemerkt  man  eine  rinnenfornMS6 
Spiralskulptur,  die  aber  bios  auf  der  Hohe  der  Rippchen,  nicht  in  ihren  IntervalleB 
geht.  Die  Mtindung  ist  gerundet-mondformig,  die  Mundungsrander  einfach  und  scharti 
gerade,  nur  der  Spindelrand  erscbeint  ein  wenig  ausgebreitet. 
Alt.  7 — 10  mm,  diam.  max.  14—17  mm. 

Vorkommen:  Nicht  selten  bei  Wiirzen,  in  den  mergeligen  Schichten  wie  lW 
festen  Kalkstein.  Ausgewachsene  Stiicke  gehoren  docb  zu  den  Seltenheiten. 

Die  neue,  durch  ihre  Spiralskulptur  vor  anderen 
fossilen  charakterisirte  Art  hat  ihre  niichsto  lebendc 
Verwandte  in  Patula  (Anguispira  Morse)  alternate  Say 
aus  Ohio,  Missouri  und  Massachusetts,  die  aber  eine 
feinere  Spiralskulptur  besitzt. 


24.    Patula  falcifera  Boettger. 

Jahrb.  XX.  p.  288. 


T. 


XIH' 


Fig.  '28.  Patula  falcifera  Boettg. 
d)  Skulptur. 

in   parte   infera  nitida 


Boettger,  Revision,   Geol. 

F.  3  a — d. 
Sandberger,  Vorwelt,  p.  427,  454. 

Testa  magna,  umbilicata,  umbilico  amplo,  pervi", 
subgloboso-depressa,  spira  obtusa,  apice  mamillatatii- 
Anfractus  quinque,  sutura  profunda  disiuncti,  obtuse 
carinati,  supra  infraque  carinam  convexiusculi,  prifflo  e 
secundo  glabris  exceptis  transversim  costulati.  Costul*8 
obliquae  in  parte  supera  anfractuum  acutae,  prominentes, 
obsoletiores   et  falciformes,   umbilicum   versus  partim  c°n' 


37 

jhientes.     Apertura   lunaris,    peristoma   simplex,   acutum,    marginibus    callo    subtili 
iunctis. 

Die  grosse,  weit  genabelte  Schale  ist  miissig  gewolbt,  mit  niedrigem  Ge- 
Wmde  und  zitzenformiger  Embryonalwindung.  Sie  wird  von  fiinf  stumpf  gekielten, 
lurch  tiefe  Niihte  von  einander  getrennteu  Umgiingen  gebildet ;  iiber  dem  stumpfen, 
gegen  die  Miindung  verschwindenden  Kiele  sind  die  Windungen  gleichmassig  scliwach 
gewolbt.  Die  erste  und  zweite  Windung  ist  glatt,  die  Oberfliiclie  der  ttbrigen  ist 
ttut  scharfen,  dichtgedrangten,  nach  binten  gerichteten  Querrippchen  bedeckt,  die 
auf  der  gliinzenden  Unterseite  viel  feiner  werden  und  SichelfSrmig  gekriimmt  sind. 
"i<'  Miindung  ist  schief,  halbmondformig,  mit  scharfen,  innen  schwacli  wulstigen 
ttandern.  Die  die  Mundriinder  verbindende  Schwiele  ist  sehr  fein. 

Alt.  5-7  mm,  diam.  m.  12  mm. 

Vorkommen:  Tuchoric,  sehr  selten;  ein  angeblich  in  Kolosoruk  gefundenes 
^tiick  habe  ich  in  der  Dresdener  palaeontologischen  Sammlung  gesehen.  In  Tu- 
cllot'ic  habe  ich  drei  tadellosc  Stiicke  gesammelt;  in  der  Sammlung  des  verstor- 
oenen  Dr.  Curda,  die  jetzt  unserem  Museum  gehort,  befinden  sich  audi  zwei  schlecht 
erhaltene  Stiicke. 

Unter  den  lebenden  Patula-Arten  hat  sie  ihre  Verwandten  in  Patula  erdeli 

p°th.  aus  Rhodos  und  Palaestina  und  P.  flavida  Ziegl.  aus  Sicilien;  besonders  die 

°tzgenannte  hat  einen  sehr  ahnlichen  Habitus  und  stimmt  auch  in  Grosse  iiberein, 

aoer  ihre  Rippchen  gehen  mehr  allmiihlig  auf  die  Unterseite  iiber,  wiihrend  sie  bei 

•  falcifera  auf  dem  Kiele  plotzlich  schwiicher  werden. 

Nach  Sandberger  (Vorwelt  p.  454)  wurde  die  Art  auch  bei  Eckingen  und 
^ttingen  bei  Ulm  gesammelt.  —  Sandbergers  Behauptung  (Vorwelt  p.  427),  dass 
i&ch  den  Originalen  auch  die  von  Reuss  als  Patula  lunula  und  multicostata  Thorn. 
"Wahnten  Fonnen  zu  dieser  Art  gehoren  sollen,  mochte  ich  bezweifeln. 


25.    Patula  euglypha  Reuss. 

Helix  euglypha  Reuss,  Palaeontographica  II.  p.  22.  T.  I.  fig.  12. 

—  Sitzungsber.  d.  k.  Acad.  d.  Wiss.  Wien  XLII.  p.  63. 
Sandberger,  Conch,  d  Mainz.  Tertiaerbeck.  p.  389.  T.  XXXV. 
fig.  18. 

Slavlk,  Archiv  pro  pHrodoved.  prozk.  Cech  I.  2.  p.  24G. 
—  Boettger,  Jahrb.  d.  geol.  Reichsanst.  XX.  p.  287. 

Patula     —        Sandberger,  Vorwelt  p.  373.,  427.  T.  XXIV.  Fig.  3.-3.  c. 

festa   depresso-conoidea,    sublenticularis,    umbilico 

'P'o,  pervio,  scalari  excavata.    Anfractus  septem  cari- 
»ati 

iuncti 


sensim  accrescentes,  depressi,  suturis  profundis  dis- 
primis  duobus  glabris  exceptis  transversim  costati, 


B  ?  ..  acutis,  distantibus,  superne  obliquis,  inferne  multo 
j,  "lioribus,  falciformibus,  umbilicum  versus  partim  con- 
cntibus.  Anfractus  ultimus  subangulosus.  Apertura 
ai'is,  marginibus   simplicibus,   acutis,   tenuibus,   callo 


lunar 


totiu 


issnno  iunctis. 


Fig.  29  a,  b,  e.    Patula  eu- 
glyplia  Reuss. 


38 

Die  Schale  ist  gedriickt-kegelformig,  fast  linsenformig,  ihre  Basis  weit  und 
durchgehend  genabelt.  Sie  wird  von  sieben  fast  flachen,  stuinpf  gekielten,  durcli  tiefe 
Niilite  geschiedenen  Umgiingen  gebildet.  Die  ersten  zwei  Umgiinge  sind  glatt,  die 
iibrigen  gerippt;  die  Rippchen  sind  oben  stark,  massig  scharf,  bogenformig  ver- 
laufend,  besonders  auf  deni  letzteu  Uingange  voneinander  entfernt  stehend.  Aui 
dem  Kiele  werden  die  Querrippchen  auf  den  jiingeren  Windungen  viel,  gegen  das 
Ende  des  letzten  aber  nur  wenig  schwaclier  und  verlaufen  auf  der  massig  glftn- 
zenden  Unterseite  sich  s-formig  kruramend  zum  Nabel,  wo  grosstentheils  immeV 
zwei  zusammenfiiessen.  Die  Umgiinge  nehmen  an  Breite  sehr  langsain  zu,  so  dasS 
der  letzte  nur  urn  */«  breiter  ist  als  der  vorletzte.  Die  Mundung  ist  halbmondfonnigi 
mit  scharfen,   einfachen  Riindern,   die  durch   eine  diinne  Schwiele  verbunden  sind. 

Alt.  2*6—3  mm,  diam.  m  4*5— 5"2  mm. 

Vorkommen:  Hiiufig  in  Tuchofic  und  Lipen,  selten  in  Kolosoruk;  fehlt  i» 
Wiirzen  und  Stolzenbahn.  Sie  komrat  auch  bei  Hochheim  im  Landschneckenkalko 
und  bei  Marigny  bei  Orleans  im  Ilydrobienkalke  (Deshaycs,  Anira.  sans  vert,  du 
bass.,  de  Paris  II.  p.  820.  PI.  XL  Fig.  33-36)  vor. 

Sie  erinnert  an  die  weitverbreitete  lebende  Patula  rotundata  Miill. ;  anl 
niichsten  stelit  ihr  aber  Patula  vetula  Gass.  (Moll.  Nouv.  Cal<3d.  p.  29.  PL  I.  Fig-  l3) 
aus  Neu-Caledonien. 


63. 


xic- 


26.    Patula  stenospira  Reuss. 

P.  stenospira  Reuss,  Palaeontographica  II.  p.  22.  T.  I.  F.  11. 

_        —  —      Sitzungsber.   d.  k.  Acad.   d.  Wiss.  Wien  XLII.  p. 

—  Slavik,  Archiv  pro  pfir.  prozkoum.  Cech  I.  2.  p.  246. 

—  Boettger,   Jahrb.    der  geolog.  Reichsanst.    p.   287.    'I'. 
Fig.  2  a — c. 

—  —        Sandberger,  Vorwelt  p,  427,  454. 

Testa  parva  depresso-cornica,  umDilicata,  umbilico  satis  ample,  pervio,  spi1'11 
obtusa,   apice  mamlllata.     Anfractus  4'/2  sutura  profunda  disiuncti,    convexiuscuh> 

primo  et  secundo  glabro  oxcepto  costulis  <'''' 
liquis  subtilissimis,  vix  perspicuis,  saepe  bifid" 
ornati.  Apertura,  paulum  obliqua,  lunaris,  m&r" 
ginibus  tendinis,  acutis,  intus  labio  tenui  ffu' 
nitis,  dextro  protracto.  Callus  subtilis. 

Das  verhaltnissmassig  kleine  Gehiiuse  is 
mit  massig  weitem,  durchgehendom  Nabel  vei' 
selien,  niedergodriickt  kogclforinig,  mit  trepp011' 
fijrmig  vortretenden  oberen  Windungen  und  tw 
zenformigem  Embryonalende.  Umgiinge  4  \v 
stark  gewolbt,  durch  tiefe,  eingesenkte  Nw 
getrennt.  Die  erste  und  zweitc  Windung  sind 
glatt,  die  ubrigen  mit  schief  gestellten,  sehr  feinen,  nur  unter  der  Lupe  deutlicW 
unrogelmassigen  und  offers  gabeligen  Anwachsstreifchen  verziert.  Die  auf  den1 
letzten  Umgang  wenig  schief  gestellte  Mtodung  ist  halbmondformig  mit  oinfachei" 


Fig,  80.  Patula  stenospira  Kmss  (Copie 
nach  Boettger). 


39 

Scharfen,  inuen  mit  einer  diinnen  Schwielo  versohonem  Muudsaume;  der  rechte 
Mundrand  ist  vorgezogen.  Der  die  Miindungswand  bedeckende  Callus  ist  sehr  fein. 

Alt.  2  mm,  diain.  m.  4  mm. 

Vorkommen :  Selten  in  Tuchofic,  Kolosoruk  und  Stolzenhahn. 

Der  rechte  Mundsaum  ist  stark  vorgezogen  nach  Art  der  Hyalinien,  aber 
die  tiefe  Naht  spricht  vielmebr  fur  Patula,  zu  deren  Gruppe  Pseudobyalinia  Morse 
|°h  sie  stellen  will;  Patula  (Pseudobyalinia)  minuscula  Binn.  aus  Nordamerika  ist 
A?  nahe  verwandt. 

Was  bisher  unter  Patula  lunula  Thoraae  aus  Bohmen  gieng,  ist  uur  eine 
"acliere  Form  von  stenospira,  so  dass  lunula  in  Bohmen  nicht  vorkommt. 


27.    Patula  multicostata  Thomae. 

Helix  multicostata  Thomae,  Nassauer  Jabrb.  II.  p.  143. 

Sandberger,   Conch.  Mainz.  Tert.  Beck,   p.  15.  Taf.  II. 
Fig.  9. 

Keuss,  Sitzungsb.   d.  k.   Akad.   d.  Wiss.  LVII.   p.   81. 
Taf.  I.  Fig.  2. 
—  Slavlk,  Archiv  pro  pfirod.  prozk.  Cech  I.  2.  p.  245. 

Boettger,  Jabrb.  d.  geolog.  Reichsanst.  XX.  p.  288. 
Patula     —  Sandberger,  Vorwelt  p.  421,  427,  497. 

Testa  orbicularis,  valde  depressa,  apice  obtusa,  mamillosa,  basi  convexa, 
ua»bilico  modice  amplo,  pervio  perforata.  Anfractus  quinque  planiusculi,  suturis  pro- 
undis  disiuncti,  primo  et  secundo 
Slabro  oxceptis  costis  transver- 
Salibus,  sulcis  sat  latis  separatis 
lnsignes,  ultimus  angulosus,  co- 
tUlia  in  basi  abinde  paulo  minus 
Pr°ininuiiS)  ad  umbilicum  vero  ite- 
lUlli  distinctioribus.  Apertura  fere 
emformis,  marginibus  simplicibus, 
acutis. 

Die  Scliale  ist  oben  sehr  flach  mit  stumpfem,  zitzenformigem  Embryonal- 
°nde,  unten  dagegen  gewolbt  und  nicht  sehr  weit,  aber  tief  und  durchgehend  ge- 
nat)olt.  Sie  besteht  aus  ffinf  fast  ebenen,  durch  tiefe  Niihte  geschiedenen  Umgangen, 
Jelche  mit  Ausnahme  der  beiden  crsten  mit  zahlreichen,  durch  ziemlich  breite 
urc'ien  getrennten  flachbogigen  Anwachsrippen  verziert  sind,  welche  auf  dem  letzten 
8tuinpfkantigon  Unigange  unterhalb  der  Kante  etwas  schwiicher  werden,  am  Nabel 
aber  Wieder  vollziihlig  erscheinen.  Die  Mundung  ist  fast  nierenformig  mit  scharfen, 
einfachen  Bandern. 

Vorkommen:  Tuchofic,  sehr  selten.  —  Wiesbaden  und  Weissenau  (fm  Hy- 
*°bienkalke),  Cote  St.  Martin  bei  Etampes  (im  Calcaire  de  la  Beauce  inter.)  und 
"Ufingen  bei  Ulm  (im  kreideiihnlichen  Kalksteine). 

Die  Stiicke  von  Tuchofic  weichen  von   der  typischen  P.  multicostata  uur 


i. 


Fig.  31  a—d.  Patula  multicostata  Thomae.  (Copie  nach 
Reus). 


40 


darin  ab,  dass  sie  eager  aufgewunden  sind  und  die  Naht,  namentlich  der  Embryonal- 
windungen,  tiefer  eingedriickt  erscheint. 

Von  Wiirzen  besitze  ich  ein,  offenbar  diesor  Art  angehorendes,  schlecht 
erhaltenes  Stuck,  das  sicli  durcli  starkere  Rippenstreifung  auszeichnet;  am  Nabel 
sind  die  Rippchen  tief  eingerissen.  Ich  will  sie  var.  laccru  n.  nennen. 


I 


Fig.  :12  a,  h,  c.   Patula  densestriata  a. 


28.   Patula  densestriata  n. 

Testa  depressa,  nitida,  basi  convexa,  umbilico  amplo,  pervio  perforata,.  A'1' 
fractus  6  valde  obtuse  carinati,  suturis  profundis  disiuncti,  costati,  costis  densis, 
prominentibus ;  anfractus  primus  et  secundus  glaber ;  pars  inferior  vix  striata,  nitens. 
Apertura  lunaris,  marginibus  simplicibus,  acutis. 

Die  mittelgrosse,  flach-gedriickte  Scliale  ist 

gliinzend,    ziemlich  weit  und  durchgehend  ge" 

nabelt.  Sie  wird  von  sechs  sehr  stumpfkantige11 

Umgiingen  gebildet,   die  durcli  tiefe  Nahte  von 

einander  gesondert  sind;  sie  nelimen  an  Breite 

sehr  langsam  zu,   so   dass   der  letzte  mit  defli 

vorletzten  fast  gleich  breit  sind.  Der  erste  uno 

zweite  Umgang  sind  glatt,  die  ubrigen  sind  wit 

rogelmassigen,    starken,    breiten    und   dichtg©' 

drangten  Querrippchen  verziert,  die  auf  der  fas1 

glatten,  glanzenden  Unterseite  in  sehr  feine  An' 

wachsstreifchen  verschwinden ;    in   der  Nabelgogend  werden  sie  nicht  starker.    Die 

Mundung  ist  breit-moudformig,  ihre  Uander  sind  einfacli  und  scharf. 

Alt.  1-8  mm,  diain.  m.  5-7  mm. 

Vorkommen :  Sehr  selten  bei  Wiirzen,  wo  ich  zwei  Stiickc  gesammelt  babe.  -^ 
Patula  gyrorbis  v.  Klein  aus  Opfingen,  Thalfingen  und  EcMngen  ist  n"1 
der  neuen  Art  sehr  nahe  verwandt,  hat  aber  urn  1  Umgang  mehr,  ist  weitlaufige' 
gerippt,  eager  genabelt,  und  ihre  Unterseite  ist  besonders  um  den  Nabel  '1(,<' ' 
Stilrker  gewolbt.  —  Zu  Patula,  densestriata,  stello  ich  auch  ein  schemes  Stuck  v°n 
Tuchofic,  das  icli  in  der  Snmmlung  des  Jlerrn  Oberlehrer  Hi  1  in  Tuchofic  gesel'0" 
babe;  ich  konnte  leider  das  Stiick  mit  den  Warzener  Originalexemplaren  nicH 
vergleielien. 

29.    Patula  alata  n. 

Helix    disculus    Slavfk,    Archiv   f.   d.  naturwiss.    Durchf.   v.   Bohmen   I-  *' 

p.  245.  T.  IV.  F.  3-4. 
Boettger,  Jahrb.  d.  geolog.  Reichsanst.  XX.  p,  288. 

Testa  valde  depressa,  spira  perobtusa,  apice  rotundata,   basi  ad  umbilici111 
valde  convexa,   umbilico  satis  amplo,   pervio,   infundibulifonni  perforata,     AnfractU 
quatuor  acute  carinati,  primis  duobus  exceptis  costis  transversalibus  obliquis,  v;il,)0 
distantibus,  alacformibus  in  carina  oxstantibus,  in  parte  inferiori  striis  falciformibj1 
subtilissimis,   ad  umbilicum   tantum  validioribus  ornati.     Apertura,   subtrapezoidftb"  i 
marginibus  simplicibus,  reel  is,  acutis. 


41 


I 


w?< 


Fig.  •"!.'!  a,  b,  c.    Patula  alata  n. 


Die  kleine,  stark  gedriickte  Schale  ist  von  kreisformigem  Urnriss  mit  sehr 
flacher  Oberseite,  nicht  vorstehendem  Embryonalende ;  ihre  Unterseite  ist  aber  be- 
s°nders  um  den  miissig  weiten,  durchgehenden,  trich- 
terformigen  Nabel  stark  gewolbt.  Das  Gehiiuse  hat 
Vl^r  scharf  gekielte,  langsam  an  Breite  zunehmende, 
(lurch  miissig  tiefe  Niihte  voneinander  geschiedene 
Umgiinge,  von  denen  der  erste  und  fast  der  ganze 
zweite  glatt,  die  ubrigen  mit  schiefen,  von  einander 
entfornt  stehenden,  scharfen,  den  Kiel  iiberragenden 
Querrippchen  verziert  sind,  die  sich  auf  der  Unter- 
Seite  fast  ganz  verlieren;  an  ihre  Stelle  treten  auf 
uer  Unterseite  unregelmiissige,  viel  dichter  gedriingte 
Auwachsrippchen,  die  nur  am  Nabel  thcilweise  zu- 
sammenfiiessend  etwas  starker  werden,  aber  auch  da 

S'»<1  sie  nicht  scharf,  sondern  abgerundet.  Spiralsculptur  fehlt.    Die  Mundung  ist. 
"ach  trapezformig,  mit  scharfen,  einfachen  Randern. 

Alt.  1  mm,  diam.  m.  3  mm. 

Vorkommen :  Sehr  selten  in  Tuchoric,  wo  ich  nur  1  Stuck  gesammelt  habe. 
Das  Slavik'sche  Original,  das  or  zu  Patula  disculus  Al.  Br.  gestellt  hat,  gehort 
auch  entschiedcn  der  beschriebenen  Art  an,  sowie  auch  die  Stiicke  des  Herrn  Dr. 
lidttger,  die  er  friiher  fur  disculus  gehalten.  Darnach  kommt  P.  disculus  Al.  Br. 
Sar  nicht  in  BShmen  vor. 

Ihre  nachste  fbssile  Verwandte  lint  unsere  Art  gewiss  in  P.  disculus,  von 
(|<>1'  sie  sich  aber  sehr  scharf  unterscheiden  liisst.  P.  disculus  hat  noch  sch&rferen, 
'lurch  eine  deutlich  eingedrttckte  Linie  abgetheilten  Kiel,  viel  mehr  Eippchen,  die 
Stwas  schwacher  sind  und  am  Kiel  nicht  so  auslaufen  wie  bei  unserer  Art,  die 
auch  um  die  Halfte  engeren  Nabel  hat;  auf  dem  letzten  Umgange  hat  unsere  Art 
ni"-  .".l   Rippchen. 


XII.  (jenus  Helix  L. 


30.   Helix  (Acanthinula)  nana  A.  Braun, 

Helix  nana  Al.  Braun,  Verb,  der  Naturf.  Vers,  zu  Mainz  1842.  p.  14i>. 
Patula  —    Sandberger,  Vorwclt  p.  .'574.  Taf.  XXII.  P.  14—14  c. 

Testa  perminuta,  depresso-conoidea,  spira  elata,  apice  obtusa,  mamillata, 
>>asi  convexiuscula,  umbilico  infundibuliformi,  pervio  perforata.  Anfractus  quatuor 
c°nvexi,  suturis  profundis  disiuncti,  costis  lainellosis,  acutis,  distantibus,  in  media 
Parte  aculeatim  productis,  inter  quas  subtiliores  intermediae  sunt,  ornati.  Anfractus 
ulti"ius  obtusangularis  circiter  V,  onmis  altitudinis  aequat.  Apertura  recta,  ovalis, 
marginibus  acutis. 

Has  sehr  kleine  Gehiiuse  ist  flach  kegelformig,  mit  stumpfem  zitzenformigem 

''"'"•.Viialeiicle,    mit  schwach   gewSlbter   Unterseite  und  tiefem,    triclitorformigem, 

■aassig  weitem  Nabel.     Die    Schale  hat  4   gcwcilbte,    (lurch  tiefe   Niihte   getrennte 


42 


Umgange,  welche  —  den  ersten  und  fast   ganzen   zwciten,   die  glatt  sind,   ausge- 
nonimen  —  mit   scharfen,    blatterigen,    nach  aussen  dornartig  etwas  verliingerteii, 

von  einander  entfernt  stehenden  Querripp- 
chen  verziert  sind,  zwisclien  denen  selir  feine 
Anwaclisstreifchen  eingeschaltet  sind.  Der 
lctzte  stumpfkantige  Uingang  erreiclit  l/3  &er 
Gesammthbhe  der  Schale  und  endet  in  eine 
ovale,  scharfrandige  Mundung. 

Alt.  08  mm,  diam.  m.  1*4  mm. 
Vorkommen:  Das  kleine,  fiir  Bohuien 
neue  Fossil  habe  ich  in  einigen  Stiicken  bei 
Tuchofic  gesammelt.  Bei  Hochheim  kommt 
sie  in  der  Puppeuscbicbt  des  Landschneckcn- 
kalkes  „nicht  selir  selten"  vor.  Die  bohmi- 
scben  Stiickc  weichen  zwar  von  Sandbergers 
Beschreibung  und  Abbildung  ein  wenig  al>, 
ich  kann  sie  aber  von  der  typischen  Hoch- 
heimer  Form  nicbt  trennen.  Der  letzte  Umgang  ist  bei  den  Tuchoficer  Exernplarcn 
stark  abwarts  gebogen,  die  blatterigen  Hippchen  sind  nicbt  so  regelmassig  me  auf 
Sandbergers  Abbildung;  besonders  am  Ende  des  letzten  Umganges  werdeu  sic 
zwisclien  den  starker  entwickelten,  uiiregelmassigen  Anwacbsstreifchen  kaum  cr- 
kennbar;  aucb  bemerkt  man  bei  ihnen,  besonders  auf  der  Unterseite,  eiue  iiusserst 
feine  Spiralsculptur,  von  der  ich  in  den  Bcschreibungen  dieser  Art  koine  ErwiiU- 
nung  finde. 

lu  der  Totalform  ist  ihr  Batula  pusilla  Lowe  aus  Madeira  iihnlich;  i'1 
Bezug  auf  ihre  Sculptur  liisst  sich  die  Art  mit  Helix  (Acanthinula)  aculeata  Mud- 
vergleichcn. 


Fig.  84  a,  h,  c.    Helix  nana  Al.  Rraun. 


31.  Helix  (Acanthinula)  tuchoricensis  n. 

?  Patula  n.  sp.  Boettger,  Jahrb.  d.  geol.  Keichsanst.  XX.  p.  288. 

Testa  parvula  globose-conica,  apice  obtusa,  basi  con- 
vexa,  anguste  umbilicata.  Anfractus  quatuor  convexi,  su- 
turis  profundis,  impressis  disiuncti,  ultimus  ventrosus 
omnium  praecedontium  maior.  Anfractus  primus  glaber, 
reliqui  costulis  transversal ibus  subtilibus,  irregularibus, 
inter  quas  paullo  validiorcs  intermediae  sunt,  ornati,  striae 
longitudinales  densissimae,  subtilissimae.  Apertura  rotun- 
data,  marginibus  acutis,  columellari  tantum  refiexiusculo. 
Die  kleine  Schale  ist  gerundet  kegolformig,  mit  stum- 
pfem  Embryonalende  und  gewolbtor,  zieinlich  eng  gena- 
belter  Unterseite.  Sie  besteht  aus  vier  gewolbtcn,  (lurch 
tiefe,  eingedriickte  Niilitc  von  einander  getrennten  Uin- 
gangen,  der  letzte  Umgang  ist  bauchig  und  holier  als  alle  ubi'igen  zusammenge- 
iioinmeii.     Den  ersten  flatten  ausgenommen  sind  alle  iibrigen  Umgange  durch  seln' 


Fig.  85  a,  b,  c.  Helix  (Acan- 
thinula) tuchoricensis  n. 


43 

feine,  sehr  unregelmftssige  Querrippclion  verziert;  jo  n.ich  filnf  bis  acht  schwachen 
koinint  ein  stiirkeres  Rippchen,  das  gewohnlich  nicht  einmal  in  seinem  ganzen  Ver- 
laufe  gut  markirt  ist,  denn  es  erreicht  an  einer  —  nicht  konstanten  —  Stelle 
seinen  Hbh&punkt  und  verschwindet  dann  ganz  unter  dein  scliwiicberen  Anwachs- 
Streifchen.  Die  Spiralstreifung  ist  iiusserst  fein,  dichtgedrangt. 

Die  Miindung  ist  rundlich,  durch  den  vorletzten  Umgang  wenig  ausgescknitten, 
"lit  einfachen,  scharfen  Riindern;  nur  der  Spindelrand  ist  leieht  umgeschlagen. 

Alt.  2  mm,  diam.  max  1*8  mm. 

Vorkommen:  Tuchoric,  seltcn. 

Ich  verrauthe,  dass  diese  ncue  Art  mit  Dr.  Boettgers  Patula  n.  sp.  identisch 
'ist,  von  der  er  1.  c.  p.  281  sagt:  „Ich  fand  von  dieser  Art  2  Stiicke  in  Tuchofic, 
'  Stiick  in  Kolosoruk.  Auf  dicsolbe  Form  beziehe  ich  ein  Stack,  welches  ich  bei 
Hochheim  ausgewaschen  habe.  Die  Schale  ist  abgerundet-kegelformig  ahnlich,  wie 
bei  recht  hohcn  paludinaeformis  A.  Br.,  der  Wirbcl  sehr  stumpf,  die  Streifung 
zart,  unregelmassig,  und  die  breiten  erhohten  Anwachsrippchen  der  paludinaeformis 
fehlen  derselben.  Leider  sind  meine  Exemplare  zur  Beschreibung  und  Abbildung 
*U  unvollstiindig  erhalten."  —  Abgesehen  von  der  abweichenden  Skulptur  unter- 
scheidet  sich  unsere  Art  von  paludinaeformis  noch  durch  geringere  Zahl  der  Um- 
S&nge;  audi  die  Spiralstreifung  wird  bei  paludinaeformis  nicht  erwahnt.  Was  die 
^erwandtschaft  der  neueu  Form  mit  fossilen  Arten  betrifft,  so  steht  sie  der  Helix 
(Acantbinula)  paludinaeformis  A.  Br.  gewiss  am  niichsten,  und  mit  ihr  hat  sie  wahr- 
scheinlich  audi  den  niichsten  lebonden  Verwandten  gemein,  Helix  (Acantbinula) 
spinifera  Mousson  von  Palma  (llevis.  de  la  faune  malac.  des  Canaries  p.  25.). 

Nach  der  Analogie  der  subfossilen  Oder  plistocaenen  Stiick  von  Helix  (Acan- 
thinula)  aculeata  Mull.,  bei  denen  die  schonen  hiiutigen  Rippchen  zu  Grunde  ge- 
gangen  sind,  kimnen  wir  dafiir  halten,  dass  auch  H.  tuchoficensis  lebend  mit  hau- 
'igen  Rippchen  verziert  war. 

Das  Reusssche,  im  k.  k.  Hof-Mineralien-Kabinete  befindliche,  von  Lipen 
Stammende  Exemplar,  das  Sandberger  fiir  H.  paludinaeformis  A.  Br.  (Vorwelt  p.  375. 
und  427.)  halt,  ziehe  ich  auch  zu  H.  tuchoficensis,  so  dass  in  Folge  dessen  H.  palu- 
dinaefonnis  aus  Bohmen  zu  streichen  ware. 


288. 


32.   Helix  (Acanthinula)  plicatella  Reuss. 

Helix  plicatella  Keuss,  Palaeontograph.  II.  p.  21.  Taf.  I.  Fig.   10. 

Slavik,  Archiv  pro  pfirod.  prozk.  Cech  I.  2.  p.  247. 
—    paludinaeformis  Boettger,   Jahrb.  d.  geolog.  Reichsanst.   XX.  p. 

Patulla  plicatella  Sandberger,  Vorwelt  p.  375.  et.  427. 

Testa  parvula  subglobosa,  apice  obtusa,  basi  convexa,  umbilico  angusto, 
l)('rvio  perforata.  AnlVanctus  quinque  convexi,  suturis  profundis  disiuncti,  primo  et 
secundo  glabro  excepto  costulis  transversalibus  acutis,  distantibus,  inter  quas  stria<> 
Subtilissimae  vix  perspicuae  intermediae  sunt,  ornati.  —  Striae  longitudinales  sub- 
tilissimae,  densissimae.  Anfractus  ultimus  fere  2/8  omuis  altitudinis  aequat.  Aper- 
tlu'ii  anguste  lunaris,  altitudine  latitudineui  wperante,  niarginibus  simplicibus  acutis, 
''"imnelhiri  pauluin  protracto, 


44 


Die  kleine  Schale  ist  flach  kugelig,  mit  stumpfer  Spitze  mid  gewolbter, 
ziemlich  eng  unci  durchgehend  genabelter  Unterseite.  Sie  wird  von  fiinf  gewolbten, 

durcb  tiefe  Nabte  getrennten,  langsam  an  Broite  zu- 
nehmenden  Umgangen  gebildet.  Die  ersten  zwei  Um- 
giiuge  Bind  glatt,  die  iibrigen  mit  scharfen,  von  ein- 
ander  entfernt  stebenden,  boben  Querrippchen  ver- 
ziert,  die  aufderglanzenden  Unterseite  etwas  schwacher 
werden  und  .s-fdrmig  gekrlimmt  sind;  in  ibren  Zwi- 
schenraumeu  bemerkt  man  eine  iiusserst  feine,  dichte 
Querstreifung.  Die  sebr  feinen,  dicbt  gedriingten  Spi" 
falstreifchen  kann  man  besonders  auf  der  Unterseite 
deutlich  seben.  Der  letzte  Umgang  ist  fast  zweimal 
so  hoch  wie  alle  iibrigen  zusammengenommen.  Die 
Mttndung  ist  eng  halbmondfOnnig,  lidher  als  bi*eiter, 
mit  einfachen  scbarfen  Randern,  nur  der  Spindelrand  ist  ein  wenig  vorgezogen. 
Alt  1*8  mm,  diam.  m.  2-2  mm. 
Vorkommen:  Tucboric,  nicbt  selten. 

Diese  schone  Art  wurde  von  Dr.  Boettger  wohl  durcb  Verseben  mit  Helix 
(Acanthinula)  paludinaeforinis  A.  Br.  zusammengczogen ;  sie  unterscbeidet  sich  von 
paludinaoformis  durcb  konstant  geringere  Grosse,  weit  zahlreichere  Rippcben  und 
die  mebr  kugelige  Gestalt.  Unter  den  lebenden  Conchylicn  steben  ihr  H.  (Acanthinula) 
barpa  Say  aus  Nordamerika  und  II.  (Acanthinula)  lamellata  Jeffr.  aus  England 
und  Norddeutschland  nahe. 

II.  plicatella  Reuss  scbeint  dem  Tuchoficer  Fundorte  eigen  zu  soin,  da  sie 
lusher  woder  aus  ttbrigen  bOhmischen  noch  fremden  Lokalitaten  bekannt  ist. 


Fig.  .'!0.  Ilolix  (Acanthinola)  plica 
tella  Ileuss. 


33.   Helix  (Vallonia)  lepida  Reuss. 

Helix  lepida  Reuss,  I'alaeontograph.  II.  p.  24.  T.  II.  F.  4. 

—  —     Slavik,  Archiv  pro  pflrod.  prozk.  Cech.  I.  2.  ]).  261. 

—  Sandbergeri  Dcshayes,  Anim.  sans  vert,  du  bass,  de  Paris  II.  p.  81Pi 
PI.  L1I.  F.  23.-25. 

—  pulchella  A.  Braun,  Walchn.  Geogn.  II.  Aufl.  p.  1138. 

Sandberger,  Conch.  Mainz.  Tert.  Deck.  p.  31.  T.  III.  F.  6— 6c 
Boettger,  Jahrb.  d.  geolog.  Heichsaiist.  XX.  p.  289. 

—  lepida      Sandberger,  Vorwelt  p.  375.  T.  XXII.  p.  16— 16  c. 

Testa  parvula,  solida,  depressula,  basi  convexa  umbilico  lato  pervio  excavatft- 
Anfractus  31/2